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Fragen zum Exposé: Anschreiben, Kurzinhalt und Charakterentwicklung

 

 
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Daniel de Iguazu
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 41
Beiträge: 26
Wohnort: Santiago de Chile


BeitragVerfasst am: 22.06.2019 00:22    Titel: Fragen zum Exposé: Anschreiben, Kurzinhalt und Charakterentwicklung eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Liebes Forum,

ich habe mehrere stundenlang das Internet – inklusive das DSFo – durchkämmt, um herauszufinden, wie man ein Exposé schreibt. Aber ich blicke immer noch nicht so ganz durch. Vor allem weil es auch widersprüchliche Informationen gibt.

Ich schreibe erstmal, was ich herausgefunden habe.

Der grober Aufbau sieht folgendermaßen aus: Anschreiben / Exposé / Leseprobe

Das klingt erstmal einfach, aber dann gibt es noch folgende Komponenten:
1) Allgemeine Informationen: Name des Autors, Titel des Manuskripts, Genre, Umfang, Zielgruppe
2) Pitch: Maximal drei Sätze, ohne das Romanende zu verraten.
3) Kurzinhalt: Umfang zwischen 100 und 250 Wörter.
4) Figurenliste: „Beschrieben wird immer der Ausgangszustand der Figuren und nicht, was in der Geschichte passiert.“ (Zitat vom DSFopedia)
5) Charakterentwicklung
6) Zusammenfassung / Inhaltsangabe: Umfang zwischen 1000 und 1500 Wörter und enthält das Romanende.
7) Historischer oder realer Hintergrund
8) Kurzvita
9) Motivation

Jetzt bin ich ganz schön verwirrt. Das sind so viele Komponenten. Nun habe ich folgende Fragen:

A) Was kommt wohin? Also was gehört in das Anschreiben und was in das Exposé?

B) Brauche ich den Kurzinhalt? Bei einigen Ratgebern steht er drinnen, bei anderen nicht. Sollte der Pitch (1 bis 3 Sätze) und die Inhaltsausgabe (1000 bis 1500 Wörter) nicht ausreichen? Der Kurzinhalt ist mit 100 bis 250 Wörtern ja so ein Zwischending und ich möchte das Exposé nicht aufblähen, sondern so kurz wie möglich gestalten.

C) Einige Anleitungen und auch Wünsche von Verlagen besagen, dass eine Charakterentwicklung dazu soll. Soll ich die Charakterentwicklung in die Figurenliste integrieren oder soll die Charakterentwicklung aus der Zusammenfassung ersichtlich sein? Ich frage deshalb, weil im DSFopedia angeben ist, dass die Figurenliste lediglich den Anfangszustand beschreibt.

Viele Grüße
Daniel
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ink_in_mind
Geschlecht:männlichAutor


Beiträge: 836
Wohnort: Köln


BeitragVerfasst am: 22.06.2019 00:31    Titel: Antworten mit Zitat

Ich hätte zu dem Thema eine Buchempfehlung:

"Vier Seiten für ein Halleluja" von Hans Peter Roentgen. Da steht alles drin, was du wissen musst.


_________________
“If you pay attention to your inner life, you will see that the emergence of choices, efforts, and intentions is a fundamentally mysterious process."
― Sam Harris

"Did you ever see a cloud that was misshapen?"
― Alan Watts
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teegebeutelt
Schreiberassi


Beiträge: 42



BeitragVerfasst am: 22.06.2019 09:49    Titel: Antworten mit Zitat

Du hast ja gesehen, wie viele unterschiedliche Angaben es gibt, da kann man wohl keine allgemeingültige Aussage treffen...

Ich persönlich schreibe Motivation (sofern damit meine Motivation gemeint ist, diesen Verlag/diese Agentur anzuschreiben) und Pitch (mit Genre)  in das Anschreiben, und die allgemeinen Informationen und die Zusammenfassung/Inhaltsangabe ins Exposé (+ Hintergrund, falls der wichtig ist, Charakterentwicklung sollte aus Inhaltsangave hervorgehen)
Alles übrige würde ich nur mitschicken, wenn es ausdrücklich verlangt wird, und würde das nichts ins Exposè reinpacken, sondern extra Dateien machen für Vita, Figurenliste...

So mache ich das zumindest, das muss aber nichts heißen 🤷🏻‍♂️
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BirgitJ
Autor


Beiträge: 558
NaNoWriMo: 51762
Wohnort: DD


BeitragVerfasst am: 22.06.2019 20:03    Titel: Antworten mit Zitat

ink_in_mind hat Folgendes geschrieben:
Ich hätte zu dem Thema eine Buchempfehlung:

"Vier Seiten für ein Halleluja" von Hans Peter Roentgen. Da steht alles drin, was du wissen musst.


Das Buch heißt "Drei Seiten für ein Exposé", wo alles über das Exposé drinsteht. Ist aber auch von Hans Peter Roentgen. "Vier Seiten für ein Halleluja" bezieht sich auf den Romananfang/Anfang der Leseprobe.

Beim Exposé gibt es viele verschiedene Möglichkeiten. Es gibt eben nicht die eine richtige Variante und alle anderen sind falsch. Das Wichtigste ist m. E. dass man sich für einen Aufbau entscheidet, der einem am besten liegt, und dieses dann auch durchzieht.

Grüße wünscht Birgit


_________________
"Das Erbe der Porzellanmalerin" Aufbau Taschenbuch Juni 2019
"Das Geheimnis der Zuckerbäckerin" Aufbau Taschenbuch Oktober 2018
"Das Geheimnis der Porzellanmlerin" Aufbau Taschenbuch Dezember 2017
"Der Duft des Teufels" Aufbau Taschenbuch Juli 2017
"Luther und der Pesttote" Aufbau Taschenbuch April 2016
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ink_in_mind
Geschlecht:männlichAutor


Beiträge: 836
Wohnort: Köln


BeitragVerfasst am: 22.06.2019 20:34    Titel: Antworten mit Zitat

BirgitJ hat Folgendes geschrieben:
ink_in_mind hat Folgendes geschrieben:
Ich hätte zu dem Thema eine Buchempfehlung:

"Vier Seiten für ein Halleluja" von Hans Peter Roentgen. Da steht alles drin, was du wissen musst.


Das Buch heißt "Drei Seiten für ein Exposé", wo alles über das Exposé drinsteht. Ist aber auch von Hans Peter Roentgen. "Vier Seiten für ein Halleluja" bezieht sich auf den Romananfang/Anfang der Leseprobe.

Beim Exposé gibt es viele verschiedene Möglichkeiten. Es gibt eben nicht die eine richtige Variante und alle anderen sind falsch. Das Wichtigste ist m. E. dass man sich für einen Aufbau entscheidet, der einem am besten liegt, und dieses dann auch durchzieht.


Grüße wünscht Birgit


Ach du liebes bisschen. Die habe ich doch glatt vertauscht, die Titel. Danke für die Richtigstellung! smile


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Murmel
Geschlecht:weiblichSchlichter und Stänker

Alter: 63
Beiträge: 7512
Wohnort: USA
DSFo-Sponsor


BeitragVerfasst am: 22.06.2019 22:08    Titel: Antworten mit Zitat

Es gibt kein Absolut in der Schriftstellerei, nur "best practices", Dinge, die sich bewährt haben, aber das heißt nicht, dass es nicht auch anders geht.

Anschreiben:
Neben dem Offensichtlichen, sollte darin Genre, Arbeitstitel und der Pitch stehen. Pitch ist nicht der Klappentext, das wird oft verwechselt. Der Pitch fasst knapp die Quintessenz deiner Story zusammen. Deine Vita (sprich veröffentlichte Bücherliste) dazu, oder deinen interessanten Beruf, wie Radiosprecher, Journalist oder Fernsehredakteur, also Berufe, die kostenloses Marketing versprechen. Du darfst auch Fußballstar oder Top Influencer (Follower < 100.000) sein. Bist du das alles nicht, kannst du das gerne weglassen, sondern schreibst einfach Hausmann, Neuautor, 19 Jahre.

Exposé:
# Genre
# Umfang (Normseiten)
# Setting (wo spielt die Story)
# Figurenliste (wo stehen die Figuren am Anfang)
# Zusammenfassung

Das ist das "Muss", der Mindestumfang eines Exposés. Du kannst noch hinzufügen:
# Klappentext oder Pitch
# Hintergrund: Geschichtliches, die Welt und ihre Regeln (Fantasy, SciFi)

Die Motivation kommt aus dem englischen Sprachraum, wo ein Thema verlangt wird.


Es gibt aber auch andere Varianten des Exposés, vor allem bei schon etablierten Autoren. Zum Beispiel wird viel von der Story in der Figurenliste erzählt und die Zusammenfassung ist entsprechend kürzer.

Egal, ob du ein Buch oder gar zwei übers Exposé Schreiben liest, lass dir deines gegenlesen. Ich möchte behaupten, dass die meisten Angebote am Exposé scheitern. Bisher kenne ich noch keinen Neuling, der auf Anhieb ein greifendes zusammengebracht hat.

smile


_________________
*Koppelmord - Carlsen Instantbooks 2013
*Flauschangriff - Piper/Weltbild 2014, Piper Fahrenheit 2017
*Katertage zum Verlieben - Thienemann 2014
*Bocktot - Gmeiner-Verlag 2017
*Brunnenleich - Gmeiner-Verlag Juli 2018
*Gut Gebellt, Katze - Edel Elements September 2018
*Schwarze Küste - Gmeiner Verlag Februar 2019
*Marias Geheimnis - Weltbild/Edel Elements 01.03.2019
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Daniel de Iguazu
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 41
Beiträge: 26
Wohnort: Santiago de Chile


BeitragVerfasst am: 25.06.2019 03:42    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vielen lieben Dank für eure Antworten. Ihr habt mir wirklich sehr geholfen smile

Mein Fazit: Ich lasse den Kurzinhalt draußen und lasse die Charakterentwicklung in die Zusammenfassung miteinfließen.

Bei Anschreiben und Exposé werden ich vermutlich Dopplungen in Kauf nehmen. Also in beides werde ich Pitch, Genre und Arbeitstitel erwähnen.

Mal schauen, vielleicht komme ich noch auf die 50 Beiträge und darf in der berühmt-berüchtigten Exposé-AG mitmachen.
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Yorinde
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling

Alter: 31
Beiträge: 135
Wohnort: Stendal


BeitragVerfasst am: 28.07.2019 22:23    Titel: Antworten mit Zitat

Noch einen kleinen Hinweis von mir, ich habe mich gerade gestern durch mein erstes Exposé gekämpft.
Nachdem ich, genau wie du, eine Flut an verschiedensten Infos gefunden hatte, bin ich auf der seite des Verlags, den ich anschreiben will, zufällig auf einen Hinweis gestoßen, was sie in einem Exposé drin haben wollen. Schau doch mal nach bei den Verlagen/Agenturen, mit denen du liebäugelst - vielleicht steht bei dem einen oder anderen ja eine ähnliche Info drin? Das bedeutet dann zwar, dass du möglicherweise für verschiedene Verlage das Exposé leicht abwandeln müsstest, auf der anderen Seite fällt dem Lektor bestimmt (hoffentlich positiv) auf, ob du ihre Richtlinie gelesen hast oder nicht...


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Es heißt, das Leben schreibe die besten Geschichten. Hin und wieder sollten wir dem Leben aber auch einen Stift leihen.
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V.K.B.
Geschlecht:männlichDichter und Denker

Alter: 46
Beiträge: 1828
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Das bronzene Niemandsland Die lange Johanne in Silber
Goldene Gabel


BeitragVerfasst am: 29.07.2019 00:25    Titel: Antworten mit Zitat

Was mir noch nicht klar ist: Was genau ist mit "Anschreiben" gemeint? Ist das eine Text(verarbeitungs)-Datei oder die e-Mail selbst? Wenn ersteres, was schreibe ich dann in die e-Mail an die Agentur oder den Verlag?

_________________
Warning: Cthulhu may occasionally scare people …
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lebefroh
Geschlecht:weiblichHobbyautor

Alter: 38
Beiträge: 344
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 29.07.2019 09:14    Titel: Antworten mit Zitat

Ich würde sagen, das "Anschreiben" ist die E-Mail - sonst müssten die ja extra noch eine Datei aufmachen.
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BirgitJ
Autor


Beiträge: 558
NaNoWriMo: 51762
Wohnort: DD


BeitragVerfasst am: 29.07.2019 10:42    Titel: Antworten mit Zitat

lebefroh hat Folgendes geschrieben:
Ich würde sagen, das "Anschreiben" ist die E-Mail - sonst müssten die ja extra noch eine Datei aufmachen.

So habe ich es auch gemacht. Anschreiben ist die Mail. Alles andere wäre wie ein zwei Umschläge gesteckter Brief.

Grüße Birgit


_________________
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Ruby Smith
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

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Beiträge: 1085
Wohnort: Königsdorf


BeitragVerfasst am: 29.07.2019 10:43    Titel: Antworten mit Zitat

V.K.B. hat Folgendes geschrieben:
Was mir noch nicht klar ist: Was genau ist mit "Anschreiben" gemeint? Ist das eine Text(verarbeitungs)-Datei oder die e-Mail selbst? Wenn ersteres, was schreibe ich dann in die e-Mail an die Agentur oder den Verlag?


Sowohl als auch. Einerseits packst du das Anschreiben in die Mail, hängst es dann aber noch als Datei an. Am besten packt man alle Dokumente (Anschreiben, Autorenvita, Exposé, Leseprobe) in eine PDF oder ein Word-Dokument, dann bekommen die Agenten und Lektoren nicht 15 verschiedene Dokumente im Anhang und haben alles auf einen Blick, was wiederum auch gut ist, wenn sie es sich zum Lesen ausdrucken. wink


_________________
I'd like to add some beauty to life. I don't exactly want to make people know more... though I know that is the noblest ambition, but I'd love to make them have a pleasanter time because of me... to have some little joy or happy thought that would never have existed if I hadn't been born.

(Anne Shirley - Anne of Green Gables, Lucy Maud Montgomery)
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Irismaria Leseratte
Sonntagsschreiber


Beiträge: 16



BeitragVerfasst am: 11.08.2019 14:45    Titel: Antworten mit Zitat

Yorinde hat Folgendes geschrieben:
Noch einen kleinen Hinweis von mir, ich habe mich gerade gestern durch mein erstes Exposé gekämpft.
Nachdem ich, genau wie du, eine Flut an verschiedensten Infos gefunden hatte, bin ich auf der seite des Verlags, den ich anschreiben will, zufällig auf einen Hinweis gestoßen, was sie in einem Exposé drin haben wollen. Schau doch mal nach bei den Verlagen/Agenturen, mit denen du liebäugelst - vielleicht steht bei dem einen oder anderen ja eine ähnliche Info drin? Das bedeutet dann zwar, dass du möglicherweise für verschiedene Verlage das Exposé leicht abwandeln müsstest, auf der anderen Seite fällt dem Lektor bestimmt (hoffentlich positiv) auf, ob du ihre Richtlinie gelesen hast oder nicht...


Das ist natürlich klasse, wenn der Verlag selbst schreibt, was ihm wichtig ist.
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Irismaria Leseratte
Sonntagsschreiber


Beiträge: 16



BeitragVerfasst am: 11.08.2019 14:46    Titel: Antworten mit Zitat

Ruby Smith hat Folgendes geschrieben:
V.K.B. hat Folgendes geschrieben:
Was mir noch nicht klar ist: Was genau ist mit "Anschreiben" gemeint? Ist das eine Text(verarbeitungs)-Datei oder die e-Mail selbst? Wenn ersteres, was schreibe ich dann in die e-Mail an die Agentur oder den Verlag?


Sowohl als auch. Einerseits packst du das Anschreiben in die Mail, hängst es dann aber noch als Datei an. Am besten packt man alle Dokumente (Anschreiben, Autorenvita, Exposé, Leseprobe) in eine PDF oder ein Word-Dokument, dann bekommen die Agenten und Lektoren nicht 15 verschiedene Dokumente im Anhang und haben alles auf einen Blick, was wiederum auch gut ist, wenn sie es sich zum Lesen ausdrucken. wink


das ist eine gute Idee, auch in anderen Bereichen, denn ich habe schon oft erlebt, dass meine Empfänger Anhänge übersehen haben
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