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Senn Gho Uan - Der Verlust des freien Willens


 

 
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Belzustra
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Alter: 34
Beiträge: 346
Wohnort: Belgien


BeitragVerfasst am: 17.12.2015 16:14    Titel: Senn Gho Uan - Der Verlust des freien Willens eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Senn Gho Uan - Der Verlust des freien Willens

Wir schreiben das Jahr 12 015. Die Menschheit lebt seit 12 Jahren in Frieden. Nach dem totalen Zusammenbruch jeglicher Zivilisation im August 2052 und erneut im Jahr 7000, befinden wir uns nun im Dritten Zeitalter, genauer gesagt 5015-3Zt. Es ist das bisher andauerndste von allen und das vielversprechendste, haben wir es doch geschafft, endlich Frieden untereinander zu schließen.
Was die meisten bis vor Kurzem jedoch nur ahnten und keineswegs wussten war, dass SIE längst unter uns wandelten und  SIE wussten um unseren drohenden Untergang. Nur einer von ihnen bewies Tapferkeit. Er offenbarte uns sein Wesen und seine Herkunft. Er erzählte uns seine Geschichte. Sie klang wie ein Auszug aus einem Sci-Fi-Roman. Doch das Wissen, das er mit uns teilte, … Wir glaubten, er gab uns eine Chance. Sein Name war Senn Gho Uan.

Sie empfangen ihn wie einen Prinzen im Palais de Calais.
Wissen sie, was ich nicht weiß? Mir kommt er dunkel vor, als ob eine Aura ihn umgeben würde, eine Aura des Bösen.
Alle tragen sie ihre besten Garderoben.
Ich wette, was er trägt, das trägt er jeden Tag.
Ihre Haare sind golden und purpurrot, manche tragen sie kunterbunt.
Sein Haar ist finster. Er dreht seinen Kopf in meine Richtung. Ich erstarre.
Ich verstehe.
Sein Blick ist, wie der einer Sirene, silbrig die Farbe, unendlich die Tiefe, verlockend und fesselnd, schlichtweg Atem raubend.
Ich schnappe nach Luft.
Er weiß, um was ich fühle, ich sehe es ihm an. Er weiß es, weil er es Ihnen ansieht. Alle tänzeln sie um ihn herum, ohne Unterlass buhlen sie um seine Aufmerksamkeit. Sie sehnen sich nach seiner Anerkennung und manche von ihnen verzehren sich förmlich nach körperlichen Gelüsten. Sie stehen alle unter seinem Bann, die Minister der Vereinigten Westreiche, die Präsidentin der Südstaaten, die vier Zaren der Nordlanden, sogar die Königin der Sonneninseln.
Ein kalter Schauer jagt Gänsehaut in Wallungen über meinen Körper.

Senn Gho Uan, er schaut mich immer noch an, wie eine Berührung kann ich ihn spüren, heiß und kalt auf meiner Haut und in meinem Kopf, Erlösung versprechend, klanglos verführend. Ich stehe kurz vor einem Hyperventilieranfall, ringe um Luft, die viel zu schwül nicht in meine Lungenflügel passen will. Plötzlich wird alles still. Er hat seine linke Hand erhoben, tritt aus der ihn anhimmelnden Menge heraus. Sie verharren schweigend, wo sie stehen, wie angewurzelt.
„Warum wehrst du dich, Mädchen?“ Selbst seine Stimme schmeichelt meinen Ohren, sie holt mich zurück durch den Tunnel in die richtige Welt. Mein Blickfeld, durch den Anfall verengt, weitet sich und endlich kann ich wieder atmen.  
„Was tust du“, bringe ich mühsam hervor und ärgere mich über diese dumme Frage, so vage gestellt und gleichzeitig allumfassend, mit der Erwartung, die Wahrheit zu hören, als ob er dazu verpflichtet sei. Zu meiner Überraschung vernehme ich tatsächlich eine Antwort, so unglaublich sie scheint, doch glaubhaft vorgetragen. „Ich erobere deinen Planeten.“
Sein Tonfall, so engelssanft, wie seine Stimme auch klingt, will seine Ernsthaftigkeit gar nicht verbergen.
„Alleine??“ Ich glaube es kaum.
Er nickt. „Meine Ahnverwandten verfolgen andere Ziele. Ich möchte, … wie sagt man hier? … mich zur Ruhe setzen.“

Ein Lachen kriecht meine Kehle hoch, es steigert sich zu einem Gackern, das in einem hysterischen Krampf,  begleitet von Tränen seinen Höhepunkt findet.
Interesse glaube ich in seinem Blick zu lesen, vielleicht auch nur Amüsement.
Großzügig wie ich im Augenblick der dunkelsten Stunde bin, schenke ich ihm eine Erklärung, ohne dass er sie verlangen muss.
„Die Menschheit kennt viele Theorien darüber, wie sie untergehen kann, aber ich wette, in keiner einzigen Vorstellung hat jemand ernsthaft darüber nachgedacht, dass ein einzelner Mann uns alle zu Fall bringen könnte, vor allem nicht durch das Erzählen einer einzigen Geschichte, durch einen hübschen Blick und eine wohlklingende Stimme. Wenn ich recht darüber nachdenke, … ich meine, schlag mal eine Geschichtsmap auf, … die Menschheit hat dich verdient, Senn Gho Uan. Nimm ihnen den freien Willen, mach mit ihnen, was du willst.“ Stolz baue ich mich vor ihm auf. „Doch eines sag ich dir: Mich kriegst du nicht!“

Sein Lächeln ist bezaubernd. Meines sieht er nicht.



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Strichpunkt
Geschlecht:männlichLeseratte


Beiträge: 166

Bronzene Neonzeit


BeitragVerfasst am: 18.12.2015 13:01    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Belzustra

Ich habe deinen Text mehrmals gelesen und lasse dir im Sinne dieses Forums ein Feedback da - keine Detailkritik. Eine Frage zu Anfang: Handelt es sich hier um einen Romananfang?

Um es vorneweg zu sagen: Ich finde, du solltest den Text grundlegend überarbeiten. Ich finde ihn auch für den Feedbackbereich zu wenig ausgereift: Rechtschreibfehler, falsche Interpunktion, schiefe Vergleiche (zum Beispiel: "sei Blick ist, wie der einer Sirene...". Sirenen betören durch ihren Gesang, nicht durch ihre Blicke!), seltsame oder holprige Ausdrücke ("er schaut mich immer noch an, wie eine Berührung kann ich ihn spüren" oder "Ich stehe kurz vor einem Hyperventilieranfall").
Manchmal ist der Text flappsig im Ton, manchmal gibt er sich pathetisch. Ich würde mich für eine Variante entscheiden.

Und was macht "das Mädchen" da überhaupt unter lauter Ministern, Königen und Zaren?

Ich würde vorschlagen, den Text noch einmal sorgfältig zu überarbeiten und zu schauen, wo spielt die Szene, wer ist da, wie sieht es dort aus? Etc. Im Moment sind viel zu wenige Informationen in diesem Textstück, um mit dem Text so umzugehen, wie du ihn einführst: als Science-Fiction-Epos mit einem grossen, weiten erzählerischen Gestus.

Liebe Grüsse
Strichpunkt
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Belzustra
Geschlecht:weiblichEselsohr

Alter: 34
Beiträge: 346
Wohnort: Belgien


BeitragVerfasst am: 19.12.2015 16:07    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Strichpunkt,

Zitat:
Eine Frage zu Anfang: Handelt es sich hier um einen Romananfang?
Der Text ist fertig, wie er ist. Fortsetzung ist keine geplant.

Zitat:
Um es vorneweg zu sagen: Ich finde, du solltest den Text grundlegend überarbeiten. Ich finde ihn auch für den Feedbackbereich zu wenig ausgereift: Rechtschreibfehler, falsche Interpunktion, schiefe Vergleiche
Ok. Das hätte ich jetzt nicht erwartet. Dann bitte ich an dieser Stelle um Entschuldigung (Fehleinschätzung ist auch eine Gabe wink )und darum, dass der Text bitte in den Werkstattbereich verschoben wird.

Zitat:
Und was macht "das Mädchen" da überhaupt unter lauter Ministern, Königen und Zaren?
Sie ist eine Art Wache, was nicht erwähnt wird, da es irrelevant ist. Ihre Funktion besteht darin, dass sie niemand ist und jeder sein kann.

Zitat:
Ich würde vorschlagen, den Text noch einmal sorgfältig zu überarbeiten und zu schauen, wo spielt die Szene, wer ist da, wie sieht es dort aus?
Könnte ich tun, ich weiß auch, was du meinst, aber diesen Text wollte ich nicht auf diese Art schreiben. Er sollte abstrakt, leicht poetisch und möglichst offen und interpretierbar werden. Ob mir das gelungen ist, wollte ich mit dem Feedback hier erfragen.


Zitat:
Im Moment sind viel zu wenige Informationen in diesem Textstück, um mit dem Text so umzugehen, wie du ihn einführst: als Science-Fiction-Epos mit einem grossen, weiten erzählerischen Gestus
Da hast du aber etwas missverstanden.

Zitat:
Er erzählte uns seine Geschichte. Sie klang wie ein Auszug aus einem Sci-Fi-Roman.
Ich habe durch diesen Satz keinen Epos angekündigt. Ich habe dem Leser damit die Information gegeben, dass Senn Gho Uans Herkunft extraterrestrischer Natur ist und dass die Menschen um seine  Herkunft und Geschichte wissen, weil er sie ihnen offenbart hat.

Zitat:
Doch das Wissen, das er mit uns teilte, … Wir glaubten, er gab uns eine Chance.
Und hiermit sollte im Anschluss eine Gefahr angedeutet werden, von denen er den Menschen erzählt hat und zwischen den Zeilen die Andeutung darauf, dass er gelogen hat.

Danke für's Lesen, Strichpunkt.
Deine Anmerkungen haben mich zum Nachdenken angeregt.

LG
Belzustra


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