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Andere (Dystopie/SciFi)


 

 
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Autor Nachricht
Avenger_Zero
Geschlecht:männlichErklärbär


Beiträge: 1
Wohnort: Wien


BeitragVerfasst am: 31.08.2020 10:29    Titel: Andere (Dystopie/SciFi) eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo liebe Mitleser, anbei meine aktuelle Kurzgeschichte. Konstruktive Kritik ist gerne gesehen!

***


Mit seinem Tod hatte Xaver nicht gerechnet. Er wusste natürlich, dass es bald passieren würde. Es hatte Konsequenzen, immer.

Aber heute? Das erschien ihm doch etwas voreilig. Xaver war nicht traurig, wie auch – er kannte die Emotion nicht. Paradox, wäre er jetzt traurig, dann wäre es heute ein normaler Tag und nicht das Ende gewesen.

Sein Implantat blendete die verbleibenden vier Minuten bis zu seinem Tod ein. Es hatte Konsequenzen, immer.

Xavers Standard an Mitgefühl ließ ihn an Mutter denken. Mutter würde informiert sein. Mutter würde traurig sein. Eltern sollten ihre Kinder nicht überleben. Das hatte er gelesen. Es hatte Konsequenzen, immer.

Hätten sie ihn dabei erwischt, es wäre sofort vorbei gewesen. Aber Xaver war vorsichtig. Die Vorsicht hatte ihm die Natur mitgegeben, kein Standard, keine Verbesserung, ein Fehler der unmenschlichen Perfektion.

Es war kurz nach dem Treffen mit dem Helfer gewesen, sein Standard an Intuition hatte ihm gesagt, dass das passen würde. Zu viele Andere hatten sich verweigert - das hatte er gespürt. Zu viele Andere, zu wenig Helfer.
Wo zu viel auf zu wenig trifft, gibt es meist Probleme. Aber nicht alle Probleme waren seine Probleme. Zu wenig Helfer erzeugten zu wenig Aufmerksamkeit.

Ohne Aufsicht fand er so sein erstes und letztes Buch. Xaver wusste, die Verkettung, die ihn zu diesem Punkt geführt hatte, würde beim nächsten Mal wahrscheinlich reißen.

Hatte es ein Andere besessen? Er wusste es nicht. Er würde keine Spuren finden. Wie sollte man auf etwas Spuren finden, dass es gar nicht gab?
Xaver konnte lesen, Andere konnten lesen, manche Dinge blieben als Konsequenz der Imperfektion auch nach dem Empfangen erhalten. Eltern sollten ihre Kinder nicht überleben. Aus seinem Buch, gelesen, nicht empfangen.

Hätte Xaver mehr als Standard Logik gehabt, hätte er sich wahrscheinlich Fragen gestellt. So wusste er nur, dass es keinen Sinn ergab. Eltern, Kinder, das waren Bezeichnungen ohne notwendige Konsequenzen. Xaver würde in drei Minuten nicht mehr leben, Mutter würde ewig leben.

Bei dem Übergang von natürlich auf unnatürlich hatten sich Andere Regeln gebildet. Natürlich oder unnatürlich war ab diesem Zeitpunkt keine hinreichende Unterscheidung mehr.

Endliche Systeme folgen Regeln. Menschen folgten Regeln. Das Unnatürliche hatte den natürlichen Weg nachgezeichnet und Konsequenzen gezogen.
Xaver war anders.

Er war für das System nie normal gewesen. Aber in dem Buch war er normal gewesen. Der Mensch braucht dort Andere, lebt. Xaver brauchte nicht die Sicherheit des Unnatürlichen. Xaver brauchte Andere.

Er war nicht alleine. Zu viele Andere, zu wenig Helfer, Imperfektion im perfekten System. Das Problem des Systems hatte ihm zu seinem Buch verholfen, das System war das Problem.

Und das wusste Xaver, irgendwie. Wenn er in zwei Minuten nicht mehr war, würden Andere sein, wie er war. Und die Imperfektion würde wachsen.
Der Mensch strebte immer nach Perfektion. Und die Perfektion begann ihre Existenz mit einem einzigen und entscheidenden Fehler, dem Glauben an das Allumfassende.

Endliche Systeme streben ein Gleichgewicht an, Licht ohne Schatten, Perfektion ohne Fehler, Mensch ohne Andere. Unmöglich.
Und während die Sekunden runterzählten, fühlte sich Xaver im Gleichgewicht. Er blätterte durch sein Buch und lebte.

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Stefanie
Reißwolf


Beiträge: 1323



BeitragVerfasst am: 31.08.2020 10:37    Titel: Antworten mit Zitat

So völlig aus dem Kontext heraus lässt mich die Geschichte eher kalt. Wie soll ich mit jemandem mitfühlen, der nichts fühlt?
Dann sind da vage Andeutungen einer dystopischen? Gesellschaft.

Was soll mir das jetzt sagen?
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Smokowski
Schmierfink

Alter: 38
Beiträge: 51
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 01.09.2020 12:37    Titel: Antworten mit Zitat

Ich verstehe nicht, worauf die Geschichte hinaus läuft. Auf einen Körpertransfer, sprich, die Verpflanzung von der Seele von Xavers Mutter in Xaver? Sätze wie "Xaver stirbt, seine Mutter aber für immer." und "Wenn er in zwei Minuten nicht mehr war, würden Andere sein, wie er war. " lassen es vermuten. Am Ende lebt er weiter.

_________________
Neues Mini-Drama: "Der Naturkreislauf",
unter Schreibübungen Prosa > Aufbau & Handlung
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Kaffeehamster
Geschlecht:weiblichSchneckenpost

Alter: 27
Beiträge: 9
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 17.09.2020 10:39    Titel: Antworten mit Zitat

Moin,

aktuell reißt mich deine Geschichte nicht mit. Für mich bietet sie keinen Kontext und keinen Rahmen in dem sich dein Charakter bewegt, obwohl ich deine Kernidee wirklich interessant finde.

Du reißt an einigen Punkten an, wie sich Menschen auf die Perfektion verlagert haben (meine ich zu verstehen) und erläuterst, dass Xaver selbst es nicht ist. Ich meine zu verstehen, dass die Menschen quasi wie ein Betriebssystem beschrieben werden und vorher aber ein Leben hatten. Hier jedoch kann ich nicht nachvollziehen was mit "Standard an XY" gemeint ist. Wahrscheinlich wenn man mehrere Kurzgeschichten aus dieser Reihe hätte, könnte man sich ein Gesamtbild bilden.

Der Text ist zudem recht wiederholend geschrieben, wenn deine Intention war den Menschen eher wie ein Roboter oder einen Computer klingen zu lassen, so finde ich ist dir das hier gut gelungen.

Alles in allen würde ich sagen, dass die Geschichte mit mehr Kontext den Leser ansprechen würde. Eine überarbeitete Version, würde ich mir gern durchlesen!
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Natalie2210
Geschlecht:weiblichLeseratte

Alter: 34
Beiträge: 134



BeitragVerfasst am: 17.09.2020 11:21    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!

Ist Xaver ein Roboter? Oder ein Klon? Oder.. - aber wirklich wichtig ist es eigentlich nicht.

Mir hat deine Geschichte gut gefallen! Ich finde, es werden viele Fragen aufgeworfen - das "Es hat Konsequenzen. Immer." schreit irgendwie nach einer Erklärung, finde ich - und wo kommt dann das Buch her? Aber deine Geschichte hat Atmosphäre! Dieses kühle "Warten auf den Tod", Sinnieren über die Sinnlosigkeit des Lebens, und dann hat er doch irgendwie alles selbst verschuldet?

Ich würde an deiner Stelle noch mehr Dinge zusammenfinden - das Buch, oder irgendeine Idee, warum er mit dem Tod noch nicht gerechnet hatte, irgendwas, das er gemacht hat, dass es nun so schnell soweit ist - aber ansonsten -

gefällt mir! Sie hat mich gepackt, ich kann nicht einmal genau erklären was daran. Die Stimmung. Die Atmosphäre. Vom ersten Satz an.

lg,
Natalie
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Constantine
Geschlecht:männlichExposéadler


Beiträge: 2966



BeitragVerfasst am: 17.09.2020 11:52    Titel: Antworten mit Zitat



Zur Info:
Der User Avenger_Zero war seit ca. 2 1/2 Wochen nicht mehr online. Vielleicht meldet er sich noch.
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kioto
Geschlecht:männlichEselsohr

Alter: 67
Beiträge: 346
Wohnort: Rendsburg


BeitragVerfasst am: 19.09.2020 19:30    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Avenger_Zero,

Ich fand deine Kurzgeschichte gut. Sie kitzelt die Phantasie wie ein abstraktes Bild und ist offen für fast jede Interpretation. Sagt sie etwas aus? Was? es scheint als hat sich der Autor tiefschürfende Gedanken gemacht. Welche? Aber er behauptet das nicht sondern überlässt es dem Leser, diese nachzudenken.
Bitte lasse dich nicht abschrecken und mache weiter.


_________________
Stanislav Lem: Literatur versucht, gewöhnliche Dinge ungewöhnlich zu beschreiben, man erfährt fast alles über fast nichts.
Phantastik beschreibt ungewöhnliche Dinge (leider m.M.) meist gewöhnlich, man erfährt fast nicht über fast alles.

Gruß, Werner am NO-Kanal
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