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Thomas74
Geschlecht:männlichAutor

Alter: 45
Beiträge: 591
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BeitragVerfasst am: 27.05.2019 20:32    Titel: Antworten mit Zitat

Katinka2.0 hat Folgendes geschrieben:
Im Gegensatz dazu:

Zitat:
Schüchtern küssten sie sich zum ersten Mal, bevor jeder auf seine Pritsche rutschte.


Ist das dein Ernst? Jetzt hat eine Entwicklung stattgefunden, sie küssen sich zum ersten Mal und du tust das so emotionslos in einem Satz ab? Jetzt musst du nochmal Love Story hören! Mit Text Laughing!

LG Katinka


Gnade!!! Ich bessere ja schon nach! rotwerd

Michael hielt sie fest in seinen Armen. Einfach nur, um ihr nahe zu sein. Es schien, als würde er sie nie wieder loslassen wollen. Längst hatte ihre Geschichte geendet. Das Erzählte hatte Michael sprachlos gemacht. Er fühlte unbändige Wut in sich brodeln, über das, was ihr angetan worden war, gemischt mit dem Gefühl des eigenen Versagens. Auf einer anderen, rationalen Ebene wusste er, dass es Blödsinn war. Mehr hätte er nicht zu tun vermocht.
Anna regte sich in seinen Armen.
 „Lass uns schlafen!“, murmelte sie erschöpft.
 Jetzt spürte auch Michael seine bleierne Müdigkeit.
 „Gute Nacht“, meinte er unsicher, als sie sich auf ihre Pritsche legte. Er würde im Bett über ihr schlafen.
„Michael ... ?“, Ihre Augen schienen im Halbdunkel zu leuchten.
Er kniete sich vor ihre Liege.
„Komm her!“
Sie legte ihren Arm um seinen Nacken und zog sein Gesicht ganz nah an ihres.
Beide verharrten schüchtern.
„Gute Nacht“, flüsterte Anna schließlich. Ihre Lippen näherten sich und verschmolzen miteinander.
Er spürte ihre Zunge an seiner. Sachte, nicht fordernd und nicht eilig.
Sie hatten Zeit. In einer Zeitmaschine hatte man alle Zeit der Welt.


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Thomas74
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BeitragVerfasst am: 27.05.2019 20:52    Titel: Antworten mit Zitat

Was vorher geschah...


Er rollte ans Institutstor, hielt seine Karte an das Sensorfeld und lächelte in die Kamera.
Polternd rollte das Gittertor zur Seite.
Adrian parkte im zweiten Untergeschoss, direkt neben der Labortür. Hier unten gab es keine Kameras. Alles hier war so geheim, das Risiko war zu groß, dass die Konkurrenz die Überwachungskameras hackte.
Seine Codekarte öffnete die Außenschleuse.
„Was ist das?“, wunderte sich Anna.
„Ein Retinascanner“, antwortete Adrian nebenher, als handle es sich um einen Klopapierhalter.
Er führte sie durch halbdunkle Gänge.
„Das ist kalt an den Füßen!“, beschwerte sich das Mädchen. Sein vielsagender Blick ließ sie errötend verstummen.

„Mit dem Ding bin ich hergekommen?“ Staunend betrachtete sie das unförmige Objekt, dass eher an eine zufällige Ansammlung von Kisten und Röhren erinnerte.
„Tja, bei sowas geht’s nicht nach Schönheit...“, meinte Adrian entschuldigend. „Das Teil verlässt ja eigentlich diese Halle gar nicht, nur der Ausgang da endet immer woanders ...“ Er wies auf eine Röhre mit einer Tür, die sich ihnen entgegenstreckte.
„Wir müssen noch die Tarnung vorbauen.“
Adrian kehrte aus einem Nebenraum mit einem großen ovalen Felsblock zurück.
„Kunststoff!“, erklärte er, als er Annas verwunderten Blick sah. Der Felsen ließ sich mit wenigen Handgriffen an der Röhre befestigen. Anna musste kichern, weil sie das Ganze an einen riesigen Penis erinnerte. Adrian wirkte kurz durch ihren Heiterkeitsausbruch irritiert. Sie schluckte noch einige Gluckser herunter und schleppte dann ihr Gepäck in die Harnröhre.
Beim Eintreten spürte sie einen Widerstand. Verwundert schaute sie Adrian an. „Der Rand der Stasis“, versuchte er vergeblich, zu erklären. „Die Schleuse ist eine riesige Magnetspule.“
Anna schaute sich um. Die Halle war verschwunden. Sie trat noch einmal einen Schritt zurück und war wieder im Vorraum. Kopfschüttelnd beschloss sie, sich nicht mehr zu wundern. In den letzten Monaten hatte sie diese Methode schon einige Male vor der geistigen Überflutung gerettet.

Adrian führte sie in eine enge Kabine und klappte das Bett aus der Wand. „Mehr Platz ist nicht“, meinte er halb entschuldigend. Anna zuckte die Schultern. Sie hatte schon schlechter gehaust. Sorgfältig klebte sie Michaels Foto neben das Kopfende. „Bin fertig mit Auspacken!“, verkündete sie.
Die Station war wirklich nicht riesig. Den meisten Platz nahm die riesige Energiesektion ein, um die sich kreisförmig die Wohn-und Arbeitsräume drängten.
Anna schlich neugierig einmal ums Rund und hockte sich dann in einen Sessel des mit „Zentrale“ beschrifteten Steuerzentrums.
„Dann wollen wir mal!“, setzte sich Adrian fröhlich pfeifend auf den Kommandantenplatz. Er hielt seine Magnetkarte an ein Sensorfeld und der Raum erwachte zum Leben. Bildschirme flammten auf. Adrian erklärte. „Wir beginnen Anfang April. Ich dachte, wir halten immer gegen Nachmittag. Dann sehen wir, ob die Eiche schon steht. Startposition: Heute.“
Er tippte eine Zahlenkolonne ein und bestätigte mehrfach die Eingabe. Der Touchscreen zeigte den Reisefortschritt ähnlich einem Tortendiagramm.
 Da waren sie.
 Anna spürte nichts, wirklich überhaupt nichts, als plötzlich der große Bildschirm an der Wand aufflammte und die riesige Eiche vor der Abenddämmerung zeigte.
„Das ist jetzt gerade “ , erklärte Adrian. „Wir könnten jetzt dort aussteigen.“
Anna schluckte.
„Und warum sind wir den Tag so lange gelaufen?“, fragte sie.
„Weil jeder Sprung Energie kostet, mit dem man eine Kleinstadt jahrelang beleuchten könnte!“
Anna nickte. Das verstand sogar sie.
„Starten wir am 01. April 1321. 16.00 Uh“
Mit vor Aufregung trockenem Mund starrte Anna auf den Schirm. Innerlich verfluchte sie das lahme Reisetempo. Quälend langsam sammelten sich die Tortenstücke. Sie hielt die Luft an. Der Bildschirm flammte auf und zeigte das Hochtal und den Teich. Ihr Hochtal. Anna erkannte sofort ihren Sitzplatz und keuchte überrascht. Gut ein halber Meter Schnee bedeckte das stille Land.
Enttäuscht lehnte sie sich gleich darauf zurück. Keine Eiche war zu sehen, keine Fußspur im Schnee und auch kein Michael.
„Weiter? Oder willst du mal raus in den Schnee?“ Adrian meinte die Frage offensichtlich ernst und lächelte ihr zu.
Anna schüttelte den Kopf und zog die Füße auf den Sitz.
„OK, nächster Tag“
Das Bild war ähnlich, nur zogen heute dunkle Wolken auf. Es würde bald neuen Schnee geben.
Bis Mitte des Monats hielt sich die weiße Pracht, dann begann es massiv zu tauen.
Einmal sahen sie ein Reh auf der Hochebene. Und am 11. April verdeckte dichter Nebel die Sicht auf die Felsbank.
Adrian schaute immer öfter kritisch auf den Energiezustand der Station.
Am 17. April angekommen verkündete er eine Ladepause.
„Wir können das nicht unendlich spielen“, erklärte er. „Irgendwann flackern in der Stadt die Straßenlampen!“
Anna rieb die trockenen Augen und gähnte.
Irgendwie fand sie trotz ihrer Erschöpfung keinen Schlaf. Aus Adrians Kabine ertönte leises Schnarchen.
Sie tastete sich durch die dämmrige Station in die Zentrale. Die Lichtung lag im hellen Mondlicht.
Anna trat in die Schleuse und entzifferte die Bedienelemente. Die Fernbedienung für die Außentür hing am gleichen Schlüsselband wie Adrians Magnetkarte. Die hatte sie schon auf dem Steuerpult gefunden.
Mit leisem Fauchen schob sich die Luke zur Seite. Würzige, kalte Waldluft strömte in die Schleuse.
Anna schloss die Augen und schmeckte förmlich die Luft, die in ihre Lunge strömte. Alles roch vertraut. Vorsichtig trat sie auf die Wiese. Erst vor ein paar Tagen war der Schnee geschmolzen, nur direkt unter den Felsen klammerten sich noch grauweiße Reste an die Schatten. Sie sank bis über die Knöchel im feuchten Waldboden ein. Es war eisig kalt, aber es fühlte sich herrlich echt an. Bibbernd stakste sie über die Wiese. Kleine Schmelzwasserrinnsale liefen Richtung Teich. Anna setzte sich auf die Felsbank und legte den Kopf an den rauen Stein. Mit klammen Fingern strich sie über die narbige Oberfläche. Inzwischen waren ihre Füße taub vor Kälte und sie schlotterte in ihrem dünnen Kleid. Schnell tastete sie sich zur Tür zurück. Die Krücke versank bei jedem Schritt schmatzend im Schlamm.
 Der Öffnungsmechanismus brauchte ewig, während klappernd ihre Zähne aufeinanderschlugen.
Schnell humpelte Anna in ihre Kabine und kroch unter die warme Decke. Mit einem befreiten Lächeln schlief sie ein.

„Ich wundere mich nur, wo du die schmutzigen Füße her hast!“
Adrian schaute irritiert auf die schwarzen Schmutzränder, die bis zu ihren Knöcheln reichten. Auch die Rückseite ihres Kleides war fleckig.
Lächelnd bestrich Anna ihr Croissant dick mit weicher Schokolade.
 „Du müsstest mich doch langsam kennen, Papa!“
 Adrian stöhnte nur mit gespielter Verzweiflung.
Als er aus der Kombüse kam, saß Anna schon vorm Bildschirm und knabberte nervös an ihren Krallen. Quälend langsam baute sich der Zeitstrahl auf.
Die zweite Aprilhälfte brachte noch einmal Schnee ins Hochtal. Aber dann siegte der Frühling endgültig. Von Bild zu Bild wurde es grüner. Wilde Blumen erblühten und vergingen.
Einmal tobte eine Rotte Wildschweine durch die Wiese. Anna fand die Frischlinge zum Knuddeln süß. Aber das Plateau blieb menschenleer.
Es wurde Mai. Anna schüttelte nur noch dumpf bei jedem neuen Bild den Kopf. Adrian musterte kritisch den Ladestand des Generators.
„Ein Tag geht noch“, meinte er.
 Anna nickte stumm. Auf diese eine Enttäuschung kam es auch nicht mehr an.
Sie entdeckte die Eiche als Erste. Erstickt japsend sprang sie auf und presste beide Hände auf den Bildschirm. Und da war noch etwas. Auf der Felsbank kauerte eine Gestalt im Sonnenlicht. Bevor Adrian reagieren konnte, hörte er schon das Klappern der Krücke und das Zischen der Tür. Er lehnte sich zurück und lächelte.


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Thomas74
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BeitragVerfasst am: 28.05.2019 20:18    Titel: Antworten mit Zitat

Eine weitere Szene, thematisch etwas davor angesiedelt.
Ich bekenne mich als Bojenschreiber. Momentan bastele ich eine verknüpfende Rahmenhandlung zur Geschichte... hmm



Mit zusammengebissenen Zähnen quetschte sich Suna durch den engen Fensterspalt. Im Gemach des Inquisitors war es stockfinster, nur im Kamin glomm ein spärlicher Rest Glut. Suna tastete sich durch den Raum und fand wie erwartet ein paar Scheite neben der Feuerstelle. Kurz darauf erhellte ein flackernder Feuerschein das Gemach. Auf dem Tisch entdeckte sie eine Öllampe, die sie flugs entzündete. Hektisch begann sie, die Kisten und Schränke zu durchstöbern. Alles Mögliche förderte sie zutage, nur das beschriebene Teufelsgerät war nicht dabei. Bei dem Anblick der Zangen, Krallen und anderen schmerzhaft aussehenden Werkzeugen musste sie entsetzt schlucken. Ein kleines, schön geschnitztes Holzkästchen erregte ihre Aufmerksamkeit. Drinnen befanden sich merkwürdige, runde Fetzen wie aus altem, narbigen Leder. Suna musste ein paarmal hinschauen, ehe sie realisierte, dass es getrocknete Brustwarzen waren. Mit einem erstickten Keuchen ließ sie das Kästchen mit seinem grausigen Inhalt wieder in die Truhe fallen und knallte schnell den Deckel zu. Sie spurtete zum Fenster und schnappte nach Luft. Ganz langsam ließ der Brechreiz nach, nur ihre Knie schlotterten weiterhin unkontrolliert.
Unten bewegte sich etwas. Die Tür zu den Verliesen schwang knarrend auf und der Inquisitor trat in den dunklen Burghof. Er zog seinen Umhang zusammen und kam langsam auf das Palais zu. Suna schluckte trocken. Jetzt gab es kein Zurück mehr. Entweder er - oder zwei neue Stücke für seine Sammlung, dachte sie finster. Schnell brachte sie sich in Position und versuchte, über ihr wummerndes Herz auf den Flur zu lauschen.        

Der Inquisitor war bestens gelaunt. Das Mädchen hatte sich heute unerwartet kooperativ gezeigt.
Nicht zuletzt dank seinem neuen Spielzeug.
Die Streckbank hatte erst ihre Füße, dann ihren Willen gebrochen. Sie brauchte sie eh nicht mehr. Zum Scheiterhaufen konnte sie auch wie ein Hund auf allen vieren kriechen.
Einen kleinen Vorgeschmack auf die Glut hatten sie ihr heute schon beschert.
Und wie sie sich geziert hatte. Wollte partout das Geständnis nicht unterzeichnen. Sie hatte sogar gewagt, nach ihm zu kratzen. Aber ohne Fingernägel ging das jetzt nicht mehr.
Fast hätte er sie noch einmal persönlich in seinem Gemach vernommen.
 Aber kaum hatte er ihr das Teufelswerkzeug auf die Brust gedrückt, hatte sie sich vor seinen Augen dermaßen bepisst und beschissen, dass ihm der Appetit vergangen war.
Seine Trophäenernte hatte er auf morgen verschoben. Wenn sie bewusstlos waren, machte es keinen Spaß, an ihren Titten herumzuschnippeln. Sie sollten es auskosten, genau so wie er.
Er dachte bedauernd an seinen immer noch halbsteifen Schwanz. Musste er wohl oder übel wieder dem Küchenmädchen bescheid stoßen. Aber zuerst wollte er sein Lieblingsspielzeug sicher in seinem Gemach verwahren.
Er nestelte den Schlüsselbund von seinem Gürtel und öffnete die Zimmertür. Beim Eintreten grübelte er. Hatte er vergessen, das Licht zu löschen?
Da bewegte sich etwas in seinem Bett. Seine Hand fuhr zum Dolch.
„Was….“, öffnete er mehr erstaunt denn erschrocken den Mund. Wie war die hier rein gekommen? Er hatte die Tür doch gerade selbst entriegelt?
Auf seinem Bett räkelte sich die Schlangenfrau. Sie war nackt. Lediglich ein Seidenschal bedeckte gekonnt Scham und Brustwarzen, die sich ihm fordernd entgegen reckten. „Hallo!“, hauchte Suna. „Da bist du ja endlich!“
Der Inquisitor merkte, dass er wie ein dummer Novize mitten im Raum stand und nur irritiert glotzte.
 „Willst du mich etwa nicht mehr?“, wisperte das Mädchen mit einem Schmollmund. Das Blut kehrte langsam in sein Gesicht zurück. Zumindest der Teil, der nicht in seine Lenden strömte.
Noch war er von der Situation überfordert.
„Ich tanz für dich!“, raunte sie und floss förmlich auf die Knie. Ihre Hand winkte lockend.
Mit riesigen Augen, immer noch an eine Wahnvorstellung glaubend, trat er langsam und hölzern wie eine Marionette näher.
Ihr Körper und der Schal verflossen zu einer Einheit. Sie wand sich elegant, präsentierte sich wie eine exotische Blume. Das volle Programm. Ihre Beine spreizten sich auf anatomisch unmögliche Weise. Nur ein Hauch Stoff glitt noch über ihren klaffenden Schoß.
Fast quollen dem Inquisitor die Augen aus dem Kopf. Ein Speichelfaden rann aus seinem Mund. Er fand die Sprache wieder.
 „Luder!....“, keuchte er bewundernd.
Sein Gewand spannte sich und er nestelte hektisch an seinem Gürtel. Polternd fiel das Teufelswerkzeug zu Boden.    
Suna kniete jetzt wieder und zog lasziv den Seidenschal durch ihren Schritt. Vor und zurück. Sie warf den Kopf in den Nacken und schloss die Augen. Ein tiefes Stöhnen entfuhr ihr. Kritisch beobachtete sie ihn aus ihren fast geschlossenen Lidern. Sie durfte ihre Vorstellung nicht übertreiben, nicht, dass er seine Ladung zu früh verschoss.  
Endlich ebenfalls nackt und rotgesichtig schritt er mit pochend hartem Schwanz auf sie zu. Sie rollte an den Bettrand und bedeutete ihm, sich auf den Rücken zu legen. Alles Blut schien inzwischen aus seinem Gehirn zwischen seine Beine geströmt zu sein, er folgte ihren Anweisungen wie ein treues Hündchen.
„Pschhht“ gurrte sie und hockte sich auf seinen Bauch. Ihre dunklen Brustwarzen schwebten direkt vor seinem Mund. Er öffnete die Lippen, aber Suna entzog sich ihm gekonnt. Sie fasste seine Handgelenke, die er ihr widerstandslos überlies und streckte seine Arme zum Kopfende des Bettes. Seine Hände klammerten sich an die Pfosten des Himmelbettes, während sie ihren Unterleib langsam abwärts schob. Kurz blickte er irritiert, als sie sein Glied mit dem Hinterteil umfing, aber seine Geilheit ließ ihn die Augen verdrehen, wie sie ihren Körper erst sachte, dann immer schneller auf und ab bewegte.
  Suna spürte, wie sein Schwanz in ihrem Hintern zu erzittern begann und hob sich schnell von dem Schandpfahl. Er riss erstaunt die Augen auf, sein Blick traf ihre, die ihn wie eiskalte schwarze Löcher anstarrten.
Irritiert registrierte sein geilheitsvernebeltes Gehirn, dass seine Hände an die Bettpfosten gefesselt waren.
Was er dann sah, löste blanke Panik aus. Kalt lächelnd hielt sie plötzlich das Teufelswerkzeug in der Hand. Zwischen den Metallspitzen zuckten Blitze. Seine Erektion fiel in sich zusammen wie ein Kartenhaus.
 „Das“, zischte sie „ist für dich, du Schwein!“, und presste ihm die Kontakte in die Hoden.

Keuchend, die Haare wirr vor dem verschwitzten Gesicht hängend, hockte sie an der Wand und betrachtete ernüchtert ihr Werk. Der große Inquisitor war nur noch ein Haufen menschliches Gemüse. Sein Schwanz zu einer winzigen Wurstpelle geschrumpelt. Rote Doppelpunkte überzogen den blassen Körper. Wie im Rausch hatte sie immer und immer wieder den Taser auf den Leib gepresst, bis das Gerät ein Fiepen von sich gab und ein rotes Licht rhythmisch blinkte. Seine Kraft war erloschen, ausgebrannt, genau wie Suna sich jetzt fühlte. Dem Hochgefühl der Rache war eine Leere gefolgt.
  Widerlicher Gestank erfüllte den Raum. Der Kerl hatte unter den dauernden Stromstößen die Kontrolle über sämtliche Schließmuskel verloren.
  Langsam kehrte sie vollständig in die Realität zurück. Sie griff ihre Kleider aus der Ecke hinter der Tür, zog sich methodisch an und steckte den jetzt nutzlosen Taser ein.  
Der Mann regte sich und stöhnte dumpf. Zitternd hob sich ein Augenlid. Er röchelte und fixierte Suna.
Etwas war noch zu tun.
„Du bist wach!“, stellte sie mit eisiger Stimme fest. Ein Ächzen antwortete ihr.
„Ich bin noch nicht fertig. Das bis hierher war für das arme Mädchen im Keller – und für mich!
Das hier ist für meine Brüder und meinen Vater!“
Sie hob ihr Messer und schritt auf ihn zu. In ihren blutrünstigen Racheträumen hatte sie sich detailreich ausgemalt, wie sie ihn schächtete, aufschlitzte, ausweidete, das Messer wieder und wieder in seine zuckenden Eingeweide stieß.
Suna verharrte. Ihre Hand begann zu zittern.
Der Mann stöhnte.
Die Klinge stoppte vor seiner Kehle. Suna fletschte die Zähne und musste das Messer mit beiden Händen halten. Sie schloss die Augen, in ihrem Inneren lief ein Kampf ab.
Klirrend fiel das Messer auf den Steinboden. Sie brachte es nicht fertig. Sie konnte keinen  Menschen töten, auch wenn dieser das größte Schwein auf dieser Welt war und es dutzendfach verdient hatte. Sie war eine Schande für ihre Familie.
Aber etwas anderes konnte sie tun.
Suna griff die tönerne Öllampe vom Tisch und schleuderte sie am Fußende des Bettes auf den  Boden. Klirrend zersprang das Gefäß. Die Flammen loderten auf und leckten gierig am hölzernen Bettgestell. Die Strohmatratze fing Feuer. Bedauernd dachte sie an ihren schönen Seidenschal.
Als der benebelte Verstand des Inquisitors endlich begriff, was eben geschehen war, verschloss Suna gerade die schwere Eichentür. Eine Sonderanfertigung, innen mit Stroh und Leder beschlagen. Der Inquisitor hatte Wert auf seine Privatsphäre gelegt, wenn er mal wieder eine Verdächtige in seinem Schlafgemach verhörte. Kein Laut drang durch diese Tür nach draußen. Auch seine eigenen gellenden Schmerzensschreie nicht.


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Diamond
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Beiträge: 287



BeitragVerfasst am: 29.05.2019 01:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Thomas,

versuchen wir es nochmal...

Thomas74 hat Folgendes geschrieben:

Mit zusammengebissenen Zähnen - biss die Zähne zusammen klänge besser, wie Du es geschrieben hast, erzeugt es für mich nicht die Aussagekraft, die es bräuchte
quetschte sich Suna durch den engen Fensterspalt.

Im Gemach des Inquisitors (Ich nehme an, dass sie weiß, bei wem sie einsteigt?)  war es stockfinster, nur im Kamin glomm ein spärlicher Rest Glut.

 Suna tastete sich durch den Raum und fand wie erwartet (? Wirklich erwartet oder eher erhofft?) ein paar Scheite neben der Feuerstelle.
- Hier fehlt etwas Handlung, eben gefunden und schon brennt das Feuer wieder von selbst? - Kurz darauf erhellte ein flackernder Feuerschein das Gemach.
Auf dem Tisch entdeckte sie eine Öllampe, die sie flugs entzündete. Hektisch (? Sie hat Zeit eine Öllampe zu suchen/ zu finden, wird dann aber hektisch? Ich werde da als Leser hektisch, weil sie eine Lichtquelle hat, die Feuerstelle. Warum mit zusätzlich Licht Aufmerksamkeit erregen? Die Gefahr besteht ja durchaus.) begann sie, die Kisten und Schränke zu durchstöbern. Alles Mögliche förderte sie zutage, nur das beschriebene Teufelsgerät war nicht dabei.
Bei dem Anblick der Zangen, Krallen und anderen schmerzhaft aussehenden Werkzeugen musste sie entsetzt schlucken.(? Warum? Kennt sie die Folterinstrumente? Das kann ich mir nicht vorstellen. Bei Folter gab es keine Zuschauer. Also kann sie nicht wissen, ob Zangen etc. wehtun)  
Ein kleines, schön geschnitztes Holzkästchen erregte ihre Aufmerksamkeit. Drinnen befanden sich merkwürdige, runde Fetzen wie aus altem, narbigen Leder. Suna musste ein paarmal hinschauen, ehe sie realisierte, dass es getrocknete Brustwarzen waren. Mit einem erstickten Keuchen (? Keuchen und Ersticken haben nichts miteinander gemeinsam, wovon soll sie denn keuchen, sie rennt doch nicht, und ersticken? Das ergibt keinen Sinn. Sie würgte...)  ließ sie das Kästchen mit seinem grausigen Inhalt wieder in die Truhe fallen und knallte schnell den Deckel zu. Sie spurtete zum Fenster und schnappte nach Luft. Ganz langsam ließ der Brechreiz nach, nur ihre Knie schlotterten weiterhin unkontrolliert. - Ganz allgemein: Ich würde mich erkundigen, ob die Inquisitor wirklich selbst gefoltert hat, meines Wissens nach erledigten Knechte diese Arbeit, der Inquisitor erteilte die Befehle und presste die Geständnisse heraus. Und ob es einem Inquisitor um Trophäen ging wie Brustwarzen, Wage ich auch zu bezweifeln.

Bist Du auktorial unterwegs? Wenn nein, stimmt ab hier die Perspektive nicht mehr. Wenn ja, erfolgt ein Ortswechsel, da bietet es sich an, eine neue Szene zu beginnen, dadurch wird es es dann verständlicher.

Unten bewegte sich etwas. Die Tür zu den Verliesen schwang knarrend auf und der Inquisitor trat in den dunklen Burghof. Er zog seinen Umhang zusammen und kam langsam auf das Palais zu.

 Suna schluckte trocken. (? Sie hat ihn nicht gesehen, höchstens gehört, es könnte auch jemand anders sein. Sie schluckt nur trocken? Unabhängig davon, dass das wieder eine komische Wortkombo ist, hätte ich in ihrer Situation andere Sorgen, als nur trocken zu schlucken. Ich würde mir vor Angst in die Hose machen. Angst scheint sie aber nicht zu kennen) Jetzt gab es kein Zurück mehr. Entweder er - oder zwei neue Stücke für seine Sammlung, dachte sie finster. Schnell brachte sie sich in Position (welche Position?) und versuchte, über ihr wummerndes Herz auf den Flur zu lauschen.


Dem Text ist anzumerken, dass es Dir schwerfällt, in dieser Epoche zu schreiben. In der Neuzeit bist Du flüssiger unterwegs und auch sicherer. Suna  befindet sich in einer bedrohlichen Situation, aber diese Stimmung erzeugt der Text bei mir nicht. Ich fiebere auch nicht mit der Prota mit oder dergleichen. Zum Inquisitor habe ich Dir etwas in den Text geschrieben, Du verwechselst ihn aber mit einem Massenmörder, denn nur diese sehr kranken Menschen sammeln Trophäen. Und Gefolterte und Hingerichtete sind keine Opfer gewesen in den Augen eines Inquisitors, es waren Schuldige. Warum soll er sich ein Andenken von solchen Menschen aufheben? Er handelt in Gottes Namen... Ich würde Dir empfehlen, dahingehend besser zu recherchieren, bevor Du weiterschreibst. Insgesamt finde ich den Text ausbaufähig.
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Thomas74
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BeitragVerfasst am: 29.05.2019 07:34    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Diamond;

Zitat:
Suna tastete sich durch den Raum und fand wie erwartet (? Wirklich erwartet oder eher erhofft?) ein paar Scheite neben der Feuerstelle.
- Hier fehlt etwas Handlung, eben gefunden und schon brennt das Feuer wieder von selbst? - Kurz darauf erhellte ein flackernder Feuerschein das Gemach.


Echt? Ich soll mehr Handlung konstruieren, das Anbrennen des Feuers in allen Einzelheiten schildern? Auch einem Zentralheizungs-Neubaukind sollte klar sein, dass sie das Scheit auf die Glut legt. Woanders werden solche Beschreibungen gnadenlos als Infodump deklariert und gestrichen, da sie die Handlung keinen Handbreit vorantreiben, aber die Geschwindigkeit aus der Szene nehmen.

Zitat:
Ganz allgemein: Ich würde mich erkundigen, ob die Inquisitor wirklich selbst gefoltert hat, meines Wissens nach erledigten Knechte diese Arbeit, der Inquisitor erteilte die Befehle und presste die Geständnisse heraus. Und ob es einem Inquisitor um Trophäen ging wie Brustwarzen, Wage ich auch zu bezweifeln

Zum Inquisitor habe ich Dir etwas in den Text geschrieben, Du verwechselst ihn aber mit einem Massenmörder, denn nur diese sehr kranken Menschen sammeln Trophäen. Und Gefolterte und Hingerichtete sind keine Opfer gewesen in den Augen eines Inquisitors, es waren Schuldige. Warum soll er sich ein Andenken von solchen Menschen aufheben? Er handelt in Gottes Namen... Ich würde Dir empfehlen, dahingehend besser zu recherchieren, bevor Du weiterschreibst.


Dein größter Kritikpunkt am "Das Schweigen der Lämmer" ist sicher, dass sich H.Lecter untypisch für einen Psychologen des 20. Jahrhunderts verhält. Diese essen nämlich ihre Patienten in der Regel nicht auf. Hätte T. Harris besser recherchieren sollen. Rolling Eyes

Hast du mal überlegt, dass die Person des Inquisitors gezielt so gezeichnet wird? Dass er kein stereotypes Exemplar seines Berufsstands ist, sondern seine Position für private Machtspielchen und Ausleben seiner Triebe missbraucht?
Was hat das bitteschön mit mangelnder Recherche zu tun?
Sorry, liebe Diamond, aber diese Art der Kritik ist weder konstruktiv noch bringt die mich auch nur einen halben Meter voran.


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Diamond
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BeitragVerfasst am: 29.05.2019 10:25    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Thomas,

in den meisten Fällen es nicht die Kritik, mit der etwas nicht stimmt...

LG Diamond

Edit: H Lector habe ich nicht gelesen, das ist nicht meine Literatur, um ehrlich zu sein. Aber ich habe eine Dokumentation zur Entstehung des Buches gesehen, in der gezeigt wurde, wieviele Steine der Autor umgedreht hat, bevor er begonnen hat, das Buch zu schreiben. Und auch sonst habe ich viele Dokus über Massenmörder gesehen und ein bisschen Kannibalismus kann mich nicht erschüttern.
Ebenso wie der Inquisitor mich als Massenmörder nicht erschüttert. Ich könnte bis in alle Einzelheiten erklären, warum das so ist und was ihm fehlt, um authentisch zu sein, aber da Du das ohnehin nicht lesen möchtest, wäre es Zeitverschwendung, sich die Mühe zu machen.
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Thomas74
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BeitragVerfasst am: 29.05.2019 11:09    Titel: Antworten mit Zitat

Diamond hat Folgendes geschrieben:


 aber da Du das ohnehin nicht lesen möchtest, wäre es Zeitverschwendung, sich die Mühe zu machen.


 smile Dankeschön!

Vielen Dank auch an K., E., M, und S., die sich per PN sachlich und konstruktiv mit dem Text auseinandergesetzt haben und mir die Schwachstellen aufgezeigt und analysiert haben.


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Thomas74
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BeitragVerfasst am: 29.05.2019 14:05    Titel: Antworten mit Zitat

Dann nochmal ausführlicher..
Zitat:
Mit zusammengebissenen Zähnen - biss die Zähne zusammen klänge besser, wie Du es geschrieben hast, erzeugt es für mich nicht die Aussagekraft, die es bräuchte
 quetschte sich Suna durch den engen Fensterspalt.

 Im Gemach des Inquisitors (Ich nehme an, dass sie weiß, bei wem sie einsteigt? Ja, tut sie. Sie klettert gezielt in das Gemach, da die Tür verschlossen ist. war es stockfinster, nur im Kamin glomm ein spärlicher Rest Glut.

  Suna tastete sich durch den Raum und fand wie erwartet (? Wirklich erwartet oder eher erhofft?Gehe einfach davon aus, dass Michael ihr den Raum gründlich beschrieben hatte ) ein paar Scheite neben der Feuerstelle.
 - Hier fehlt etwas Handlung, eben gefunden und schon brennt das Feuer wieder von selbst? - Kurz darauf erhellte ein flackernder Feuerschein das Gemach.
 Auf dem Tisch entdeckte sie eine Öllampe, die sie flugs entzündete. Hektisch (? Sie hat Zeit eine Öllampe zu suchen/ zu finden, wird dann aber hektisch? Ich werde da als Leser hektisch, weil sie eine Lichtquelle hat, die Feuerstelle. Warum mit zusätzlich Licht Aufmerksamkeit erregen? Die Gefahr besteht ja durchaus.) begann sie, die Kisten und Schränke zu durchstöbern.Dafür braucht sie halt mehr Licht, als der Kamin hergibt... Alles Mögliche förderte sie zutage, nur das beschriebene Teufelsgerät war nicht dabei.
 Bei dem Anblick der Zangen, Krallen und anderen schmerzhaft aussehenden Werkzeugen musste sie entsetzt schlucken.(? Warum? Kennt sie die Folterinstrumente? Das kann ich mir nicht vorstellen. Bei Folter gab es keine Zuschauer. Also kann sie nicht wissen, ob Zangen etc. wehtun
Hab lange überlegt, ob ich darauf überhaupt antworte. Ja, es liegt durchaus in ihrer Phantasie, sich vorzustellen, wie sowas wehtun kann. Insbesondere, wenn ihr Michael die Hobbys des Inquisitors beschrieben hat   
 Ein kleines, schön geschnitztes Holzkästchen erregte ihre Aufmerksamkeit. Drinnen befanden sich merkwürdige, runde Fetzen wie aus altem, narbigen Leder. Suna musste ein paarmal hinschauen, ehe sie realisierte, dass es getrocknete Brustwarzen waren. Mit einem erstickten Keuchen (? Keuchen und Ersticken haben nichts miteinander gemeinsam, wovon soll sie denn keuchen, sie rennt doch nicht, und ersticken? Das ergibt keinen Sinn.  Sie würgte...Sich Geräusche bildlich vorzustellen ist nicht so deins, oder? Wenn ich vor Schreck und Ekel unterdrückt schnell die Luft ausstoße, ist das kein Würgen. Würgen kommt aus Richtung Speiseröhre ließ sie das Kästchen mit seinem grausigen Inhalt wieder in die Truhe fallen und knallte schnell den Deckel zu. Sie spurtete zum Fenster und schnappte nach Luft. Ganz langsam ließ der Brechreiz nach, nur ihre Knie schlotterten weiterhin unkontrolliert. - Ganz allgemein: Ich würde mich erkundigen, ob die Inquisitor wirklich selbst gefoltert hat, meines Wissens nach erledigten Knechte diese Arbeit, der Inquisitor erteilte die Befehle und presste die Geständnisse heraus. Und ob es einem Inquisitor um Trophäen ging wie Brustwarzen, Wage ich auch zu bezweifeln.

 Bist Du auktorial unterwegs?Wurde in diesem Thread vier, fünfmal geklärt? Zuletzt von Katinka... Wenn nein, stimmt ab hier die Perspektive nicht mehr. Wenn ja, erfolgt ein Ortswechsel, da bietet es sich an, eine neue Szene zu beginnen, dadurch wird es es dann verständlicher.

 Unten bewegte sich etwas. Die Tür zu den Verliesen schwang knarrend auf und der Inquisitor trat in den dunklen Burghof. Er zog seinen Umhang zusammen und kam langsam auf das Palais zu.

  Suna schluckte trocken. (? Sie hat ihn nicht gesehen, höchstens gehört, es könnte auch jemand anders sein. Paar Zeilen höher, sie schaut aus dem Fenster auf den Hof Sie schluckt nur trocken? Unabhängig davon, dass das wieder eine komische Wortkombo ist, hätte ich in ihrer Situation andere Sorgen, als nur trocken zu schlucken. Ich würde mir vor Angst in die Hose machen. Angst scheint sie aber nicht zu kennen Warum? Läuft doch nach Plan? Natürlich darf sie aufgeregt sein) Jetzt gab es kein Zurück mehr. Entweder er - oder zwei neue Stücke für seine Sammlung, dachte sie finster. Schnell brachte sie sich in Position (welche Position? Weiterlesen, dann weisst du es.) und versuchte, über ihr wummerndes Herz auf den Flur zu lauschen.  


Nicht, dass du behauptest, ich würde nicht auf die einzelnen Punkte eingehen (können).


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Diamond
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BeitragVerfasst am: 29.05.2019 14:37    Titel: Antworten mit Zitat

Thomas74 hat Folgendes geschrieben:

Nicht, dass du behauptest, ich würde nicht auf die einzelnen Punkte eingehen (können).


Ich denke, Du verwechselst da etwas. Mir musst Du deinen Text nicht erklären, der Text sollte selbst die Antworten geben, die notwendig sind und die stehen da nicht. Mir ist das außerdem nicht wichtig, ich bin nicht Deine Zielgruppe. Ich muss auch nicht mit Dir darüber diskutieren, welche Kritik sinnvoll, angebracht oder konstruktiv ist. Es liegt allein bei Dir, wie ernst Du Kritik nimmst, Du darfst sie herabspielen, lächerlich machen, verspotten, alles ist erlaubt. Die Frage ist dann nur, ob es Deinem Text hilft und ob es Dich als Autor weiterbringt.
Eine weitere Frage wäre zudem, wozu der Text hier steht, wenn Kritik nicht erwünscht ist. Du könntest ihn auch nehmen und veröffentlichen wie er ist, es spricht ja nichts dagegen, solange Du zu hundert Prozent von der Qualität des Textes überzeugt bist, reicht das. Mehr braucht es nicht, auch nicht meine Kritik. Meinen Segen hast Du jedenfalls.
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Thomas74
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BeitragVerfasst am: 29.05.2019 14:50    Titel: Antworten mit Zitat

Diamond hat Folgendes geschrieben:
[ich bin nicht Deine Zielgruppe.


Und genau da liegt der Hund begraben. Wenn ich das Genre eigentlich überhaupt nicht mag und mich in der Welt nicht zurecht finden möchte, kommen eben andere Kritikpunkte zusammen, als bei Lesern, die so etwas schon öfter vor sich hatten
 Sechs User hier im Forum sind sich relativ einig, wo der Text Schwachstellen hat und was ihnen unlogisch erscheint. Aber keiner reibt sich an den gleichen Punkten wie du.
Genau deshalb kommentiere ich Dinge wie Krimis oder andere Gegenwartsliteratur nicht. Ich bin nicht die Zielgruppe.

Zitat:
Wie klettert sie in das Fenster? Wenn es zum Hof gerichtet ist, besteht doch die Gefahr, dass man sie sieht? Oder ist es schon dunkel genug? Aber wie erkennt sie dann den Inquisitor?


Sowas ist eine berechtigte Frage, wie ich finde. Aber nicht, warum der Inquisitor ein kleiner Sadist ist, was er nach deiner Meinung aus einem historischen Kontext heraus nicht sein dürfte. Politiker dürften auch nicht korrupt sein ...


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Diamond
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BeitragVerfasst am: 29.05.2019 15:11    Titel: Antworten mit Zitat

Thomas74 hat Folgendes geschrieben:
Diamond hat Folgendes geschrieben:
[ich bin nicht Deine Zielgruppe.

Und genau da liegt der Hund begraben. Wenn ich das Genre eigentlich überhaupt nicht mag und mich in der Welt nicht zurecht finden möchte, kommen eben andere Kritikpunkte zusammen, als bei Lesern, die so etwas schon öfter vor sich hatten
 Sechs User hier im Forum sind sich relativ einig, wo der Text Schwachstellen hat und was ihnen unlogisch erscheint. Aber keiner reibt sich an den gleichen Punkten wie du.
Zitat:
Wie klettert sie in das Fenster? Wenn es zum Hof gerichtet ist, besteht doch die Gefahr, dass man sie sieht? Oder ist es schon dunkel genug? Aber wie erkennt sie dann den Inquisitor?

Sowas ist eine berechtigte Frage, wie ich finde. Aber nicht, warum der Inquisitor ein kleiner Sadist ist, was er nach deiner Meinung aus einem historischen Kontext heraus nicht sein dürfte. Politiker dürften auch nicht korrupt sein ...


Ich möchte Dir jetzt nicht erklären, dass jeder Leser einen Text mit anderen Augen betrachtet, aber ich erwähne es mal am Rande. Ich könnte erklären, warum das so ist, spare mir aber die Arbeit. Es hilft niemandem.
Ich als Autor bin froh, wenn mir ein Kritiker, abseits der gängigen Meinung, Textstellen aufzeigt, die keinem anderen ins Aufe gefallen sind. Aber damit geht eben jeder Mensch anders um, einer hinterfragt, ein anderer geht auf die Barrikaden.
Was den Inquisitor betrifft, das ist ein anderes Thema. Natürlich darf er Sadist sein, von mir aus auch der Teufel persönlich. Das stört mich alles nicht. Vielleicht waren viele Inquisitoren sogar so veranlagt, auch das ist möglich. Was mich an dem Bild stört, das Du von ihm vermittelst, ist der Eindruck, dass er mehr Mörder als Inquisitor zu sein scheint. Inquisitoren haben hauptsächlich im Namen Gottes gefoltert und gerichtet und verurteilt. Du stellst ihn dar, als ob es ihm nur um Brustwarzen geht. Das ist der Eindruck, der bei mir entsteht, weil er als Person blass bleibt. Er wird nur erwähnt, ohne Vorgeschichte, Status usw. Ich erfahre nichts weiter über ihn, er hat weder Namen noch Aussehen. Wie soll ich da zu einem anderen Urteil kommen?
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Thomas74
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BeitragVerfasst am: 29.05.2019 15:35    Titel: Antworten mit Zitat

Versuchst du es denn?
Ich erklärte mehrfach, dass die Szene aus dem Zusammenhang gerissen ist. Die Person wird an anderer Stelle ausführlich eingeführt, mit Vorlieben, seinen Ansichten über seinen Status usw. Nein, du gehst pauschal davon aus, dass da nicht mehr kommt.
Ich betonte auch, es geht mir um die Nachvollziehbarkeit der Abläufe, zuletzt auf der letzten Seite, unteres Drittel.
Es kann aber durchaus sein, dass der Text nur als Ganzes funktioniert.
Hintergrundinfo(dump)
Man konnte durchaus auch als Bürgerlicher bei den Dominikanern Karriere machen und der Kongregation für Glaubenslehre, sprich, Inquisition, beitreten. Man musste nicht das komplette Noviziat durchlaufen. Also konnte man mit etwas Geld auch ohne Demut vor Gott hoch aufsteigen.


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Thomas74
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BeitragVerfasst am: 29.05.2019 16:40    Titel: Antworten mit Zitat

OK, Diamond. So führe ich den Inquisitor näher ein. Die ersten Male taucht er ja in den zuerst hochgeladenen Passagen um Suna auf.


„Herr? Herr?! Seid ihr wach??“
Niemand öffnete auf Michaels energisches Klopfen. Das war nichts Neues, sein Meister hatte einen gesunden Schlaf. Besonders, wenn er sich wie gestern, noch „Arbeit“ mit auf seine Stube genommen hatte. Michael hatte dem Inquisitor einen großen Krug Wein ins Zimmer bringen müssen.
Vorsichtig klinkte er. Die Tür war nicht abgeschlossen. Leise trat er in den dämmrigen Raum und zog den Vorhang beiseite. Er hatte den Befehl, den Inquisitor pünktlich zum Kreuzläuten zu wecken. Helles Sonnenlicht flutete das düstere Gemach.
Sein Meister lag nackt und laut schnarchend rücklings auf seinem Bett. Ein Bein stützte er auf die Erde. Sein Glied glänzte irgendwie fettig. Michael errötete und zog schnell die Decke über das Gemächt seines Lehrmeisters.
Neben dem Bett stand der leere Krug Wein. Eine Ölflasche lag auf den Fußbodenfliesen, der Inhalt bildete eine kleine Pfütze. Eine gefährliche Falle für den Inquisitor, sollte er sich verkatert aus dem Bett erheben. Michael hob sie auf und suchte einen Lappen. Als er kniend den Boden säuberte, bemerkte er einen Fuß, der unter dem Bett hervorragte. Er seufzte und bekreuzigte sich. Hatte es sein Herr schon wieder getan!
Mühsam zog er den steifen Körper unter der Bettstatt hervor. Er brauchte den blassen Leib nicht umzudrehen, um zu wissen, dass es die Giftmischerin war, die der Inquisitor gestern zum privaten Verhör in seine Gemächer geholt hatte. Er ließ seinen Blick über den blassen Rücken schweifen. Hässliche Abdrücke glühender Metallwerkzeuge zerstörten die Ästhetik des weiblichen Körpers. Das Hinterteil der Frau glänzte ölig.
Schnell zerrte er sie auf eines der Betttücher, betete hastig für die arme Seele und schleifte den Leichnam in den Hof. Hier würden sich andere um die weitere Entsorgung kümmern.
Michael eilte wieder nach oben, um die Blutflecken auf dem Boden zu beseitigen und seinem Herren beim Erwachen zu Diensten zu sein.

„Ahhh, mein Schädel!“ Der Inquisitor setzte sich auf die Bettkante und fixiert seinen Adlatus, der sein Gewand bereit hielt, aus verquollenen Augen. „Hast du den Müll rausgeschafft?“
Michael nickte diensteifrig. „Ist schon Schweinefutter!“
„Guter Junge!“ stöhnte sein Meister und massierte die Schläfen.
 „ Was liegt heute an?“
„Unterzeichnung der Prozessakten von letzter Woche, Inspektion der Brennholzvorräte, Erstellen des Monatsetats für die Gesindeküche, Erstanhörung im Fall Selbicke, Hexenverdacht“ ratterte Michael herunter.
„Nicht soviel auf einmal...“, murrte der Inquisitor. „Lass uns erstmal schauen, ob ich schon wieder feste Nahrung verkrafte!“
Nachdem er sein Frühstück erbrochen hatte, beschloss der Inquisitor, sich für den Rest des Tages zum Sterben in seine Kammer zurückzuziehen.
„Du kriegst das hin. Keiner kann meine Unterschrift besser als du!“, drückte er seinem Adlatus einen Stapel Pergamente in die Hand.
Mit stolzgeschwellter Brust machte sich Michael an die Arbeit.


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Diamond
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BeitragVerfasst am: 29.05.2019 17:04    Titel: Antworten mit Zitat

Thomas74 hat Folgendes geschrieben:
Ich erklärte mehrfach, dass die Szene aus dem Zusammenhang gerissen ist.
Nein, du gehst pauschal davon aus, dass da nicht mehr kommt.
Ich betonte auch, es geht mir um die Nachvollziehbarkeit der Abläufe, zuletzt auf der letzten Seite, unteres Drittel.
Es kann aber durchaus sein, dass der Text nur als Ganzes funktioniert.


Wie dem auch sei... Schreiberling und Kritiker müssen nicht immer einer Meinung sein, das belebt die Diskussion. Ich orientiere mich an dem, was da steht, wenn ich keine anderen Anhaltspunkte habe. Und nachvollziehbar ist ein Text häufig nur, wenn man ihn im Zusammenhang liest. Darum wird es ja auch ein Buch und keine Kurzgeschichte. Ich wünsche Dir viel Erfolg damit und belasse es dabei.
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