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Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig "Addicted"... der Anfang


 
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Lillylilith
Sonntagsschreiber


Beiträge: 12



BeitragVerfasst am: 02.09.2015 20:46    Titel: "Addicted"... der Anfang eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Ohne viel drum herum... ich hoffe auf zahlreiche Anmerkungen:


I
„Selbstfindung, die
Das Zu-sich-selbst-Finden, Sich-selbst-Erfahren als Persönlichkeit.“
Ich hatte ja keine Ahnung, wer ich eigentlich bin.


Außenseiterin, merkwürdig, introvertiert. Sicher die netteren Begriffe, mit denen meine Mitschüler mich bezeichnet hätten. Wahrscheinlicher fielen Worte wie uncool, feige und merkwürdig. Uns sie hatten nicht mal Unrecht. Während meine Schulkameraden sich in ihren Gruppen zusammen taten und schon allein beim Rumstehen absolut cool wirkten, drückte ich mich mit zwei Streber-Freundinnen auf einer der Treppen im Schulgebäude herum. Immer nach dem Motto „nur nicht auffallen!“.
Mein Gemütszustand schwankte irgendwo zwischen echt unglücklich und sich den Umständen wehrlos ausliefern.
Die Umstände, dass waren die Tatsachen, ein Scheidungskind mit verdammt miesen Eltern zu sein und das beständige Gefühl mit sich herum zu schleppen nirgendwo dazu zu gehören. Ein Außenseiter eben,
Nicht, dass ich eine Wahl gehabt hätte, mit den ausgetragenen Klamotten meiner Schwestern und der Vorliebe für Bücher statt Mädchentratsch wollte eh niemand wirklich meine Gesellschaft. Naja, bis auf Steph und Lea, meine ebenso ruhigen Loserfreunde.

„Liz, was jetzt... kommst du?“ Steph machte sich bereits auf den Weg zum Klassenzimmer und sah über die Schulter zu mir herüber.
Mein Blick hingegen blieb an einem Typen hängen. Ein großer, strohblonder und offensichtlich älterer Kerl. Er stach in der Masse der ins Gebäude strömenden Schüler heraus, durch seine fast schon aggressive Haltung, der dunklen Lederjacke und dem bereits ehr männlich wirkenden Körperbau.
Fasziniert von seinem Anblick blieb ich wie angewurzelt stehen, hörte auch Steph noch immer nicht nach mir rufen.
„LIZ!“ nun schrie sie förmlich. Der Kopf des Blonden schoss in unsere Richtung.
Oh Scheiße! Er fixierte kurz mein Gesicht, welches sicher tomatenrot angelaufen war, dann ließ der sich von dem Strom der übrigen Menschen mitreißen.
Den Kopf zwischen die Schultern geduckt hastete auch ich zum Klassenzimmer. Nicht, dass ich Interesse an Typen hatte, oder sie an mir, aber dieser blonde Adonis wirkte so deplatziert an einer Schule, dass er unter Hunderten hervorstach.
Die nächsten drei Stunden zogen sich wie alter Kaugummi, bis endlich das Schrillen der Schulglocke das Ende es Schuljahres und damit den Beginn der Sommerferien verkündete.

Noch war ich mir nicht klar darüber, wie ich die Ferien verbringen würde, plante jedoch ein paar Wochen auch bei meinem Vater zu verbringen.
„Steph, denkst du, wir könnten in den Ferien was unternehmen?“ auf dem Weg aus dem Klassenzimmer ging ich neben ihr her.
„Klar, bleibst du bei deinem Dad?“ aus den Augenwinkeln musterte Steph mich etwas skeptisch. Sie wusste, dass die Beziehung zu meinem Vater eher schwierig war.
„Einen Teil der Ferien, ja. Mal sehen... „ weiter kam ich jedoch nicht, als ich jemanden meinen Namen rufen hörte.
„Liz! Ey, Liz, warte mal!“ eine eindeutig männlich, tiefe Stimme ertönte hinter mir.
Steph und ich stoppten und drehten uns zur Quelle des Rufens um.
Fast fielen mir die Augen aus dem Kopf, als mir ein strohblonder, hochgewachsener Mann entgegen kam, der mich frech angrinste.
„Na endlich!“ schnaufte der Typ, bei uns angekommen. „Du bist doch Liz, oder?“ mit fragendem Blick musterte er meinen, vollkommen irritierten, Gesichtsausdruck.
Steph musste mir den Ellbogen leicht in die Seite stoßen, damit ich meine Stimme wieder fand. „Äh ja... ja, ich bin Liz. Bist du ein neuer Lehrer?“ Das musste so sein, denn woher sonst würde dieser Kerl meinen Namen kennen?
Ein schallendes, lautes Lachen... tief aus dem breiten Brustkorb des Mannes... ertönte.
„Nein... nein, ich bin Marc. Eigentlich solltest du mich kennen, wir kommen aus dem selben Dorf und unser Eltern... na ja, kennen sich.“ Erklärte er.
„Sorry“ murmelte ich, beschämt darüber wirklich keine Ahnung zu haben, woher dieser Typ... welchen ich auf sicher 20 Jahre schätzte.. mich kennen konnte. Oder ich ihn.
„Wir müssen zum Bus.“ Schaltete Steph sich ein, die sicher merkte wie unbehaglich mir zu Mute war.
Marc schenkte ihr einen kurzen, leicht angesäuerten Blick, ehe er sich wieder an mich wandt.
„Wenn du mir  ein paar Minuten gibst, nehme ich dich mit heim.“
„Also... äh...“ stotterte ich „Was willst du denn von mir?“
In Marcs Augen blitzte ein schelmischer Ausdruck, als er mich am Oberarm berührte und sich zu mir herunter beugte.
„Ich will dir ein Angebot machen.“

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Seraiya
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 914



BeitragVerfasst am: 02.09.2015 22:19    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Lillylilith,

Hm, wo fange ich an. Einige Rechtschreibfehler sind drin. Kommafehler auch. Beides stört beim Lesen.
Davon abgesehen finde ich den Aufbau seltsam und langweilig. Anstelle von Fakten kommen ständig Vermutungen - was gleich beim ersten Satz des Textes anfängt und sich dann bis Zum Ende hinzieht und stört.

Mein Eindruck ist subjektiv und soll dein Werk nicht schmälern.


Zitat:
  Selbstfindung, die
Das Zu-sich-selbst-Finden, Sich-selbst-Erfahren als Persönlichkeit.“
Ich hatte ja keine Ahnung, wer ich eigentlich bin.
<- ich habe keine Ahnung, was dieser Einstieg bedeuten soll. Das macht mich nicht neugierig, sondern irrtiert und ruft bei mir lediglich Schulterzucken hervor.


Außenseiterin, merkwürdig, introvertiert. Sicher die netteren Begriffe, mit denen meine Mitschüler mich bezeichnet hätten. Wahrscheinlicher fielen Worte wie uncool, feige und merkwürdig. Uns sie hatten nicht mal Unrecht. <- der Anfang funktioniert für mich nicht. Liz spricht nur Vermutungen aus und wechselt dann zu einer Tatsache, indem sie sagt, dass ihre Mitschüler kein Unrecht haben. Wieso  so komisch? "Einige der netteren Begriffe, mit denen mich meine Mitschüler bezeichneten. Meist fielen Worte wie uncool, feige, oder merkwürdig.", klingt besser. Während meine Schulkameraden sich in ihren Gruppen zusammen taten <- zusammentaten und schon allein beim Rumstehen absolut <- würde ich streichen cool wirkten, drückte ich mich mit zwei Streber-Freundinnen auf einer der Treppen im Schulgebäude herum. Immer nach dem Motto „nur nicht auffallen!“.
Mein Gemütszustand schwankte irgendwo zwischen echt <- könnte auch raus, stört mich beim Lesefluss und versaut die Wirkung des Satzes. unglücklich und sich den Umständen wehrlos ausliefern.
Die Umstände, dass <- das waren die Tatsachen, ein Scheidungskind mit verdammt miesen Eltern zu sein und das beständige Gefühl mit sich herum zu schleppen <- herumzuschleppen nirgendwo dazu zu gehören. <- dazuzugehören Ein Außenseiter eben, <- ich bin nicht blöd und habs verstanden. Den Zusatz kann man streichen.
Nicht, dass ich eine Wahl gehabt hätte, Punkt mit den ausgetragenen Klamotten meiner Schwestern und der Vorliebe für Bücher statt Mädchentratsch wollte eh <- entweder "ohnehin" oder ganz weg. niemand wirklich <- kann auch weg meine Gesellschaft. Naja, <- ich halte nicht viel von "Naja" in Texten. Außerdem ist mir als Leser in diesem Fall bewusst, wie sie das meint und ich brauche diesen Zusatz nicht bis auf Steph und Lea, meine ebenso ruhigen Loserfreunde.

„Liz, was jetzt... kommst du?“ Steph machte sich bereits auf den Weg zum Klassenzimmer und sah über die Schulter zu mir herüber.
Mein Blick hingegen <- würde ich auch streichen blieb an einem Typen hängen. Ein großer, strohblonder und offensichtlich <- und woran sieht sie das? Erwähne es doch einfach als Tatsache. "Ein großer, älterer Kerl mit strohblonden Haaren." älterer Kerl. Er stach in der Masse der ins Gebäude strömenden Schüler heraus, durch seine fast schon aggressive Haltung, der dunklen Lederjacke und dem bereits ehr männlich wirkenden Körperbau. <- Diesen Satz finde ich furchtbar. "Er stach aus der Masse durch seinen männlichen Körperbau, seine aggressive Haltung und seine dunkle Lederjacke heraus. Ende. (Wobei ich mich frage, warum die Jake so besonders ist)  
Fasziniert von seinem Anblick blieb ich wie angewurzelt stehen, hörte auch Steph noch immer nicht nach mir rufen. <- das könnte auch weg. Ihre Faszination für den Typen zeigt sich allein dadurch, dass sie stehenbleibt.
„LIZ!“ nun schrie sie förmlich. Der Kopf des Blonden schoss in unsere Richtung.
Oh Scheiße! Er fixierte kurz mein Gesicht, welches sicher tomatenrot angelaufen war, dann ließ der <- er sich von dem Strom der übrigen Menschen mitreißen.
Den Kopf zwischen die Schultern geduckt Komma hastete auch ich zum Klassenzimmer. Nicht, dass ich Interesse an Typen hatte, oder sie an mir, aber dieser blonde Adonis wirkte so deplatziert an einer Schule, dass er unter Hunderten hervorstach. <- Bezugsfehler. Sie hastet zum Klassenzimmer und du sagst "Nicht, dass ich Interesse an Typen gehabt hätte" Bring das früher oder später ein.
Die nächsten drei Stunden zogen sich wie alter Kaugummi, bis endlich das Schrillen der Schulglocke das Ende es Schuljahres und damit <- weg den Beginn der Sommerferien verkündete.

Noch war ich mir nicht klar darüber, wie ich die Ferien verbringen würde, Punkt + Ich plante jedoch ein paar Wochen auch bei meinem Vater zu verbringen.
„Steph, denkst du, wir könnten in den Ferien was unternehmen?“ auf dem Weg aus dem Klassenzimmer ging ich neben ihr her.
„Klar, bleibst du bei deinem Dad?“ aus den Augenwinkeln musterte Steph mich etwas <- wieder ein Füllwort skeptisch. Sie wusste, dass die Beziehung zu meinem Vater eher <- und noch eins.  schwierig war.
„Einen Teil der Ferien, ja. Mal sehen... „ weiter kam ich jedoch <- und wieder nicht, als ich jemanden meinen Namen rufen hörte.
„Liz! Ey, Liz, warte mal!“ eine eindeutig männlich <- männliche , tiefe Stimme ertönte hinter mir.
Steph und ich stoppten und drehten uns zur Quelle des Rufens um.
Fast fielen mir die Augen aus dem Kopf, als mir ein strohblonder, hochgewachsener Mann entgegen kam, <- warum so befremdlich? Sie hat ihn doch schon gesehen und erkennt ihn sicher aufgrund des Eindrucks, den er bei ihr hinterlassen hat der mich frech angrinste.
„Na endlich!“ schnaufte der Typ, bei uns angekommen. „Du bist doch Liz, oder?“ mit fragendem Blick musterte er meinen, vollkommen irritierten, Gesichtsausdruck.
Steph musste mir den Ellbogen leicht <- schon klar, dass sie ihr nicht die Rippen bricht in die Seite stoßen, damit ich meine Stimme wieder fand. „Äh ja... ja, ich bin Liz. Bist du ein neuer Lehrer?Shocked Unten schätzt sie ihn auf 20. Mit 20 schon studierter Leher?! Wo geht das? Und warum dutzt sie ihn, wenn das ihre Vermutung ist? Das musste so sein, denn woher sonst würde dieser Kerl meinen Namen kennen?
Ein schallendes, lautes Lachen... <- wozu die Punkte? tief aus dem breiten Brustkorb des Mannes... <- selbe Frage wie oben. ertönte.
„Nein... nein, ich bin Marc. Eigentlich solltest du mich kennen, <- sollte sie? Er scheint sich auch nicht sicher zu sein, ob sie wirklich Liz ist. wir kommen aus dem selben Dorf und unser <- unsere Eltern... na ja, kennen sich.“ Erklärte er.
„Sorry“ murmelte ich, beschämt darüber wirklich keine Ahnung zu haben, woher dieser Typ... <- setz hier einen Bindestrich, aber lass die Punkte weg. welchen ich auf sicher 20 Jahre schätzte.. mich kennen konnte. Oder ich ihn.
„Wir müssen zum Bus.“ Schaltete Steph sich ein, die sicher <- lass sie es doch einfach merken merkte wie unbehaglich mir zu Mute war.
Marc schenkte ihr einen kurzen, leicht angesäuerten Blick, ehe er sich wieder an mich wandt.
„Wenn du mir  ein paar Minuten gibst, nehme ich dich mit heim.“
„Also... äh. <- wie viele Menschen sagen "äh" ?..“ stotterte ich „Was willst du denn von mir?“
In Marcs Augen blitzte ein schelmischer Ausdruck, als er mich am Oberarm berührte und sich zu mir herunter beugte.
„Ich will dir ein Angebot machen.“  



Ich finde weder Inhalt noch Ausdruck sonderlich gelungen. Ist nur meine persönliche Meinung. Für mich baut sich keine Spannung auf und ich merke auch nichts von dem Unwohlsein deiner Protagonistin. Du erzählst viel, aber bringst nichts rüber. Ich halte Liz nicht für interessant, sondern für bissl hohl. Sorry. Das liegt an den Formulierungen ihrer Gedanken und auch am letzten Satz, den sie an Marc richtet ohne wirklich etwas zu hinterfragen. "Was willst du denn von mir?" Da kommt ein Typ um die Ecke, den sie nicht kennt, erzählt ihr davon, dass sie sich kennen müssten und möchte sie nach Hause fahren. Aha. Sie ist Schülerin, die einen Zwanzigjährigen für einen Lehrer hält. Wie alt soll sie sein? Mama und Papa haben ihr sicherlich gesagt, dass man nicht mit Fremden mitgeht. Er sollte schon ein gutes Argument haben.
Wie gesagt, das ist nur meine persönliche Meinung, die du auch ignorieren kannst.

Edit:
Du hast die Kategorie "Liebe und Erotik" angegeben, weswegen ich mir auch ein gewisses Knistern erhoffe, was hier ebenfalls nicht gegeben ist. Vielleicht wäre das an dieser Stelle aber auch fehl am Platz. Das weißt du selbst am Besten.
Der erste Eidnruck, sollte es bei den Beiden um Erotik und Liebe gehen, wäre für mich sehr wichtig. Wie wirkt dieser Mann auf sie? Hier ist von keinerlei Anziehung die Rede. Der Typ ist genauso langweilig wie die anderen, die du beschreibst. Das macht auch das "mysteriöse Angebot" nicht weg.


LG,
Seraiya
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Lillylilith
Sonntagsschreiber


Beiträge: 12



BeitragVerfasst am: 02.09.2015 22:44    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Wow... danke für deine ausführlichen Anmerkungen.
Du hast Recht, mit den Anfang bin ich auch noch nicht 100% zufrieden und werde ihn, mit deinen Anmerkungen im Hinterkopf, noch einmal bearbeiten.

Vermutlich wäre die Frage, ob dieser Marc in der Schule arbeitet sinniger, als die Frage nach einem Lehrer, dass stimmt.
Das "Knistern" zwischen Marc und Liz soll sich im Grunde gar nicht einstellen, denn er wird sich im Verlauf zwar als guter Freund zeigen, jedoch nicht als derjenige der Liz´s Leben auf den Kopf stellt.

Die Kapitel hätte ich gern unter einem gewissen "Stichwort" statt Kapitelnamen. Etwas, was beschreibt worum es in dem Kapitel geht. Denkst du, dass kommt nicht gut rüber?
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Seraiya
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 914



BeitragVerfasst am: 02.09.2015 23:05    Titel: Antworten mit Zitat

Gern geschehen.

Zitat:
Vermutlich wäre die Frage, ob dieser Marc in der Schule arbeitet sinniger, als die Frage nach einem Lehrer, dass stimmt.   

Das weiß ich nicht. Wenn ich damals in der Schule einen älteren Typen sah, hielt ich ihn weder für einen Leher noch für den Hausmeister, sondern dachte mir, dass er jemanden abholen möchte. Vermutlich seine Freundin, Schwester, Bruder. Sowas.
(Man denkt auch nicht wirklich über so etwas nach. Das passiert ständig. Dieser Jemand müsste mir schon sehr auffallen, damit ich es in Kauf nehme den Unterrichtsbeginn zu verpassen und ihn gebannt anstarre. Was du in deinem Text beschreibst, reicht mir nicht aus.)

Zitat:
  Das "Knistern" zwischen Marc und Liz soll sich im Grunde gar nicht einstellen, denn er wird sich im Verlauf zwar als guter Freund zeigen, jedoch nicht als derjenige der Liz´s Leben auf den Kopf stellt.

Verstehe.

Zitat:
Die Kapitel hätte ich gern unter einem gewissen "Stichwort" statt Kapitelnamen. Etwas, was beschreibt worum es in dem Kapitel geht. Denkst du, dass kommt nicht gut rüber?  

Für mich nicht, aber das ist nur meine persönliche Meinung. Für andere Leser mag es plausibel sein.
Du beginnst hier so: "Selbstfindung, die" Das ist kein Satz und für mich auch nichts lyrisches. (Ich habe von Lyrik keine Ahnung)
Die Idee mit den Stichwörtern ist interessant. Mach das, wie du denkst.

Meine Meinung ist nur eine einzelne.


LG,
Seraiya


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Einen Dummkopf erkennt man daran, dass er alles abtut, was er anhand eigener Erfahrungen nicht erklären kann.
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Rainer Prem
Geschlecht:männlichDichter und Denker

Alter: 61
Beiträge: 1019
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BeitragVerfasst am: 03.09.2015 05:45    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

was Seraiya meine Erachtens nicht deutlich genug gesagt hat: Deine Grammatik hapert ganz gewaltig.

Folgt nach einer direkten Rede DIREKT ein Verb als Synonym von "sagen", dann wird IMMER hinter dem schließenden Gänsefüßchen ein Komma geschrieben, und es geht klein weiter.

Falsch: na ja, kennen sich.“ Erklärte er.
Richtig: na ja, kennen sich(kein Punkt)“,(Komma) (klein)erklärte er.

Umgekehrt, wenn das nächste Wort KEIN Verb ist, dann endet die direkte Rede mit einem abschließenden Satzzeichen VOR dem Gänsefüßchen, und danach geht ein neuer ganzer Satz weiter.

Falsch
: Mal sehen... „ weiter kam ich jedoch nicht
Richtig: Mal sehen (Leerzeichen)...(Kein Leerzeichen)“(Gänsefüßchen oben) (Groß)Weiter kam ich jedoch nicht

Ein Text, in dem sich solche Fehler häufen, lässt mich schon abbrechen, bevor ich zum Inhalt komme.

Grüße
Rainer
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Rodge
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Beiträge: 267
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 03.09.2015 07:41    Titel: Antworten mit Zitat

Moin, moin,

ich sehe zwei hauptsächliche Probleme in dem Text (trotzdem hätte ich möglicherweise erst mal weiter gelesen - es ist nicht schlecht geschrieben):

1. Der Infodump am Anfang: wahrscheinlich würden mich meine Mitschüler so und so charakterisieren - gähhhhhn....

2. Die Teenager-Stimme, die mir zu erwachsen klingt - irgendwie glaub ich das nicht - denken so Teenager? Vielleicht bin ich auch einfach nur zu alt...

Grüße
Rodge
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Michel
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Beiträge: 1763
Wohnort: Südwest
Das goldene Niemandsland Der silberne Spiegel - Prosa
Silberne Neonzeit


BeitragVerfasst am: 03.09.2015 08:34    Titel: Antworten mit Zitat

Für mich funktioniert der einleitende Lexikoneintrag wunderbar. Macht mich neugierig. Direkt im Anschluss eine zynische Selbstbeurteilung, die in ihrer Knappheit sitzt. Da hast Du mich an der Angel.

Und verlierst mich ein paar Zeilen später. Denn was jetzt folgt, ist eine Ich-Erzählerin, die passiv klingt, larmoyant, schlecht gelaunt und darüber hinaus: klischeehaft. Sie gehört also zu den Losern. Alles schön und gut, aber warum soll ich ihr dabei folgen? Da müsste sie irgend etwas haben, das mich interessiert. Im Moment klingt das nur auf ungute Weise alltäglich. Und dann himmelt sie auch noch den Typen an, der wie frisch vom Testosteron-Doping daherkommt. Und der Märchenprinz sucht sie auf.
Nee, das ist mir noch zu viel Klischee. Über Grammatik haben andere schon geschrieben.

Vorschläge, die mir beim Lesen durch den Kopf gingen:
- Möglicherweise funktioniert diese Geschichte besser im Präsens, weil ich als Leser näher am Geschehen bin. Ich-Erzähler und Präteritum hat bereits etwas Distanzierendes.
- Die Außenseiterstellung nicht dem Leser aus dem Off erklären, sondern szenisch schildern. (Show, don't tell stimmt sicher nicht immer, aber ein bisschen mehr Show wäre hier schon ganz gut.) Was macht sie denn zur Außenseiterin? Wird sie schon beim Betreten der Schule gedisst oder auf dem Schulklo? Auf dem Pausenhof? Wie versucht sie sich zu wehren? Warum klappt das nicht? Da wären ein paar saftige Szenen mögich - auch dann, wenn das Grundthema nicht sehr originell ist.
- Gib der Ich-Erzählerin, die hier wohl auch Protagonistin ist, eine eigene Stimme. Ist sie so schnodderig wie in Zeile 3? Hat sie sich als Schutz gegen Mobbing nachtschwarzen Sarkasmus zugelegt? Was interessiert sie (außer gut gebauten Jungbullen) wirklich?
Dann kann die Geschichte durchaus noch abheben.

Herzliche Grüße, Michel
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hobbes
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BeitragVerfasst am: 03.09.2015 08:52    Titel: Antworten mit Zitat

Lillylilith hat Folgendes geschrieben:
Die Kapitel hätte ich gern unter einem gewissen "Stichwort" statt Kapitelnamen. Etwas, was beschreibt worum es in dem Kapitel geht. Denkst du, dass kommt nicht gut rüber?

Wie Michel gerade auch geschrieben hat: Das funktioniert schon.

Ich würde allerdings noch an der Darstellung feilen, damit es für den Leser leichter erfassbar ist. Vielleicht in die Richtung.

Zitat:
I
Selbstfindung, die
Das Zu-sich-selbst-Finden, Sich-selbst-Erfahren als Persönlichkeit.

[Quelle: Wahrig Deutsches Wörterbuch*]

Ich hatte ja keine Ahnung, wer ich eigentlich bin.


* oder wo auch immer du das herhast

Zum Text wurde ja schon alles gesagt, bzw. ich würde nur wiederholen, was schon gesagt wurde.
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Lillylilith
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BeitragVerfasst am: 03.09.2015 10:36    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo ihr Lieben...
Ich danke euch wirklich vielmals für eure tolle und ehrliche Einschätzung.

Und ich muss euch zustimmen, ich habe immer Probleme mit dem Anfang, einen guten Einstieg zu finden.
(Vielleicht weil ich soviel erklären & erzählen möchte.)

Zudem ist es wirklich unhöflich einen solchen Rohtext, ohne Korrekturlesen, online zu stellen. Ich gelobe Besserung.

Darf ich euch, evtl. heute Abend, mit einer (vielleicht stark) abgeänderten Einstiegssequenz behelligen?

LG
Tina
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Sillja
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Beiträge: 43



BeitragVerfasst am: 03.09.2015 12:03    Titel: Antworten mit Zitat

Die Fehler betreffen praktisch "nur" die Orthografie. Das ist ein Stolperstein beim Lesen, der recht einfach zu vermeiden ist.

Insgesamt finde ich, es ist auf eine Art geschrieben, die mir zeigt, da ist viel mehr drin!
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nebenfluss
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BeitragVerfasst am: 03.09.2015 15:21    Titel: Antworten mit Zitat

Sillja hat Folgendes geschrieben:
Die Fehler betreffen praktisch "nur" die Orthografie.

Na ja. Zwei inhaltliche/sprachlogische Fehler, die mir gleich ins Auge springen:
Lillylilith hat Folgendes geschrieben:
Außenseiterin, merkwürdig, introvertiert. Sicher die netteren Begriffe, mit denen meine Mitschüler mich bezeichnet hätten. Wahrscheinlicher fielen Worte wie uncool, feige und merkwürdig.

Was denn nun? Ist merkwürdig einer der netteren Begriffe oder einer von denen, die nur hinter vorgehaltener Hand geäußert werden?

Zitat:
Mein Gemütszustand schwankte irgendwo zwischen echt unglücklich und sich den Umständen wehrlos ausliefern.


"Sich den Umständen wehrlos ausliefern" ist kein Gemütszustand, sondern eine Folge davon = ein Verhalten. Der Gemütszustand wäre "gleichgültig", "apathisch" o. ä.

Ehrlich gesagt habe ich auch nicht viel weiter gelesen.
Nichts für ungut, aber lass erst mal eine Rechtschreibprüfung drüberlaufen, sonst habe ich nicht den Eindruck, dass das hier sonderlich ernst gemeint ist.


_________________
fehlende Quellenangabe: mein Kopf.
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Sillja
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Beiträge: 43



BeitragVerfasst am: 03.09.2015 15:55    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:

Na ja. Zwei inhaltliche/sprachlogische Fehler, die mir gleich ins Auge springen:

Daher schrieb ich »praktisch«, weil es neben den vorwiegend orthografischen Fehlern auch andere Unstimmigkeiten gibt, die aber vergleichsweise wenig ins Gewicht fallen.
Zudem zählt dieses Beispiel für mich nicht zu den grammatikalischen Fehlern, die hier angesprochen wurden.
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Lillylilith
Sonntagsschreiber


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BeitragVerfasst am: 03.09.2015 19:52    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

So ein freier Tag ist doch etwas um zu schaffen.

Ich habe nun den Anfang komplett geändert/überarbeitet und würde mich so freuen, wenn jemand hier nochmals sein Interesse bekundet ihn für mich zu lesen & zu kritisieren.

LG
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hobbes
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Das goldene Aufbruchstück Das goldene Gleis
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BeitragVerfasst am: 03.09.2015 21:27    Titel: Antworten mit Zitat

Lillylilith hat Folgendes geschrieben:
Ich habe nun den Anfang komplett geändert/überarbeitet und würde mich so freuen, wenn jemand hier nochmals sein Interesse bekundet ihn für mich zu lesen & zu kritisieren.

Und wo ist sie nun, die neue Version? Du wartest hoffentlich nicht darauf, dass einer "na los, stell sie ein" sagt?

Wichtig in jedem Fall: Beim Einstellen die Option "neue Version" anklicken.
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Violet_Pixie
Geschlecht:weiblichHobbyautor


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NaNoWriMo: 20863



BeitragVerfasst am: 03.09.2015 21:29    Titel: Antworten mit Zitat

Hey Lillylilith,

dann stell deine überarbeitete Fassung doch online Cool

LG
Violet
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Lillylilith
Sonntagsschreiber


Beiträge: 12



BeitragVerfasst am: 03.09.2015 22:34    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ich hoffe, so ist es richtig... bin mir nicht sicher, wenn ich also einen Fehler mache, sagt es bitte. Embarassed
Habe nun nicht das 1. Zitat mit eingefügt, sondern fange direkt mit dem Text an.
Er unterscheidet sich von der 1. Fassung. Aber ich erkläre gern später mehr dazu.


Es ist nur noch dieser Tag!, rede ich mir selbst zu. Nur noch ein Tag beschissene Schule mit der beschissenen Klasse und dann Ferien. Du schaffst diesen Tag! Den letzten Satz sage ich immer wieder als Mantra vor, um überhaupt am Morgen aus dem Bett zu kommen.
Schon die Fahrt mit dem Bus ist ein Spießroutenlauf voller abfälliger Blicke und Kommentare.
Nicht gerade unauffällig tuscheln immer dieselben, dummen Tussen hinter meinem Rücken über meine aufgetragenen Klamotten, den zerschlissenen Rucksack oder meine Frisur, die eigentlich keine ist.
Meine Haare hängen mir einfach lang vom Kopf herunter, verstecken mich so gut es geht.
Da ich aber weiß, dass ich mich nicht verstecken kann, habe ich eine neue Taktik um diesen dämlichen Weibern das falsche Grinsen aus dem Gesicht zu wischen.
In den letzten Monaten bin ich zur wütenden Liz geworden. Nicht mehr lieb und nett zu jedermann, ich trage jetzt einen dicken Schutzpanzer aus Wut und Aggressionen. Und was soll ich sagen, es funktioniert. Jedenfalls sind meine Sitzplätze im Bus frei, so dass ich meine Füße bequem auf der mir gegenüberliegenden Sitzbank platzieren kann.
In zwei weiteren Haltestellen wird Steph einsteigen und sich freuen, auch heute wieder in dem überfüllten Bus einen Sitzplatz zu bekommen.
Steph ist eine meiner wenigen Schulfreundinnen. Auch sie kommt aus einer eher sozial schwachen Familie, allerdings hat sie noch nicht die Wut auf die Welt entdeckt. Steph ist einfach zu lieb, sie hält auch die andere Wange hin. Nachdem ich das erste Mal einer dieser Barbies aus der Parallelklasse meine Faust ins Gesicht geschlagen habe, habe ich auch den Posten als Stephs Bodyguard angekommen. Sie würde sich doch nie wehren und ich kann diesen Kick durchaus gebrauchen.
Wenn das Adrenalin durch meinen Körper strömt und alle anderen Gefühle und Gedanken ausschaltet, fühle ich mich fast gut. Fast. Im Grunde ist es egal wie oft dieser Hormonausstoß mir einen kurzen Moment des Hochgefühls bringt, ein paar Minuten später bin ich mir doch wieder klar darüber nirgendwo hin zu passen.
Ich passe nicht in diese verdammte Schule, ich passe nicht in unser kleines Dorf... ich passe nicht einmal in meine eigene Familie.
Selbst unter meinen Geschwistern fühle ich mich fremd und habe schon ernsthaft überlegt, ob ich wohl adoptiert wurde oder doch im Krankenhaus nach der Geburt vertauscht. Es kann doch nicht sein, dass man sich so von der Familie unterscheidet, oder?

Rein optisch waren wir uns ziemlich gleich. Meine Mutter hat in ihrer viel zu langen und unglücklichen Ehe drei Mädchen zur Welt gebracht. Da sind Lena, Jessica und ich. Wir alle drei sind blond mit blauen Augen und blasser Haut. Bis auf Lena, die als volljähriger Mensch entschieden hat ins Sonnenstudio zu gehen.
Von uns drei Mädchen bin ich die Größte, was mich ärgert, denn ich fühle mich ungelenk und schlacksig. Zudem bin ich knochig. Nicht nur dünn, wirklich knochig. Meine Hüftknochen stehen wie kleine Dreiecke aus meiner Seite heraus.
Gott sei Dank hat meine Mutter uns tolle Brüste vererbt, so habe ich wenigstens zwei Rundungen an meinem Körper.
Die ich aber eher nicht hervorhebe, in der Schule steht Schlabberlook auf dem Plan. Eigentlich steht der immer auf dem Plan, denn ich habe kaum Klamotten die mich vorteilhaft in Szene setzen würden.
Egal!, zucke ich innerlich die Schultern. Für wen sollte ich mich aufbrezeln?
Als ich die Gedanken an meine Familie abschüttele und wieder aus dem Fenster sehe, fahren wir gerade Stephs Haltestelle an.


Wir sitzen in der letzten Reihe des Klassenzimmers. Steph will nicht auffallen, ich meine Ruhe und von hier hinten kann ich meine Mitschüler zwar mit Blicken töten, aber  nicht von ihnen begafft werden. Leg dir mal ein Selbstbewusstsein zu!, herrsche ich mich an. Vielleicht bildest du dir auch nur ein, dass sie dich anstarren?
Mein Blick schweift durch das Klassenzimmer von Steph, die links neben mir sitzt, bis zur vorderen Reihe mit den Snob-Mädchen.
Natürlich stecken sie wieder die Köpfe zusammen und kichern über irgendeinen albernen Scheiß.
Die Snob-Mädchen sind die Art von jungen Frauen, die sich morgens schon in den Make-up Topf werfen um sich dann von Daddy in ihrem schicken Auto vor die Schule chauffieren zu lassen.
Huch... Sozialneid?, fast lache ich mich selbst aus.
Sie haben kaum andere Themen als Mode, Beauty und natürlich Jungs. Für mich klingt das furchtbar oberflächlich.
Meine Gespräche mit Steph drehen sich um Musik, Bücher und die Planung unseres Tages.
„Steph?“, flüstere ich ihr zu. “Steph, wollen wir heut Nachmittag was unternehmen?“
Natürlich ist sie vertieft in den Unterricht und so nickt sie lediglich.
Den Rest der Stunde versinke ich in meiner eigenen, kleinen Gedankenwelt. Manchmal male ich mir ein Leben aus, wie ich es gern gehabt hätte. Mit einem Vater der nicht trinkt, einer Mutter die sich für uns interessiert und viel weniger Wissen darüber, wie schrecklich die menschliche Natur sein kann.

Als die Schulglocke das Ende des Schuljahres und damit den Beginn der Sommerferien einläutet, geht ein kollektives Aufatmen durch die Reihen im Klassenzimmer.
Auch Steph und ich springen auf, raffen unsere Rücksäcke zusammen und machen uns auf den Weg zum Bus.
„Verbringst du die ganzen Ferien bei deinem Dad?“ Steph wirft mir einen skeptischen Blick zu. Sie kann sich sicher nicht vorstellen, dass ich mir das antue.
„Ist doch wie die Wahl zwischen Pest und Cholera, erwidere ich leichthin. „Entweder langweilen in der neuen Wohnung oder aber aufpassen meinem Vater nicht besoffen ins die Arme zu laufen.“
Stephs Augen weiten sich, bei der emotionslosen Erklärung meiner Optionen. Sie verträgt es nicht sonderlich gut, wenn ich so offen über das Problem meines Vaters spreche. „Ich denke, ich teile es auf.“ Versuche ich das Thema wieder aufzugreifen.
„Cool. Dann heute Nachmittag?“ lächelt Steph.
Ich nicke geistesabwesend. In der Menge der aus dem Gebäude strömenden Massen, habe ich ein Gesicht entdeckt das ich zu kennen glaube.
„Hey“, ich halte Steph am Arm fest und zeige auf den hochgewachsenen Mann, der in der Menge nach etwas Ausschau zu halten scheint. „Wer ist das??“
„Keine Ahnung. Komm, der Bus wartet nicht auf dich.“ Ungeduldig versucht meine Schulfreundin mich weiter zu ziehen, ich rühre mich jedoch nicht von der Stelle.
Stattdessen glotze ich diesen Kerl an, der definitiv zu alt ist um noch hier zur Schule zu gehen.
Warum kommt er mir so bekannt vor? Mal wieder versinke ich in meinen eigenen Gedanken, die ich gerade nach Hinweisen durchforste, warum mir dieses markante Gesicht so bekannt vorkommt.
Der Typ ragt sicher einen Kopf über die an ihm vorbei hastenden Schüler, seine Haltung wirkt provokant lässig, auch wenn sich an den Schultern und den Gesichtszügen eine gewisse Angespanntheit ablesen lässt. Sein strohblondes, kurzes Haar wirkt in den Sonnenstrahlen fast gold.
Mit stechendem Blick durchsucht er die Menge, jedenfalls bis er mich beim Starren ertappt. Er hält meinen Blick bis Steph mir ins Ohr brüllt:„Boah, LIZ! Der Bus!!“
SHIT!
„Ja, ja, ich komme.“ Schnell weg hier, das ist ja total peinlich so beim Anglotzen erwischt zu werden.
Steph hakt sich bei mir unter und mit eingezogenem Kopf versuche ich in der Menge unterzutauchen, bis wir in den Bus verschwinden können.
„Hey du! Äh... Liz!?“, hinter mir ertönt eine eindeutig männliche Stimme. Verdutzt bleibe ich stehen, um sofort knallrot anzulaufen als ich sehe, dass mir dieser blonde Adonis folgt. Er wedelt mit der Hand um mir zu bedeuten ich solle stehen bleiben. Ebenso verdutzt wie ich starrt auch Steph ihm entgegen.
„Kennst du den?“, wispert sie mir zu.
Ich habe bereits meinen Schutzwall aus bissiger Schlagfertigkeit hochgezogen, denn ich erwarte von so plötzlichen Ansprachen nichts Gutes.
„Nö, nicht das ich wüsste.“ Murmele ich eine schnelle Antwort.
„Gefunden!“ schnauft dieser Typ, kaum das er angekommen ist.
„Was hast du gefunden?“ Da Angriff die beste Verteidigung ist, bin ich sofort bereit auf Konfrontation.
„Na, dich.“ Der Typ grinst mich frech an.
Was zum Teufel will der??
„Und wer genau bist du? Und warum wolltest du  mich finden?“ mir ist bewusst, dass ich patzig klinge aber es ist mir egal.
Der Typ grinst mich weiter an „Uh, da hat aber jemand echt schlechte Laune, was? Ich bin´s Marc. Wir kennen uns doch von früher.“
Marc? Der Name sagt mir gar nichts, obwohl ich zugeben muss, dass mir das Gesicht immer bekannter erscheint.
Die strahlend blauen Augen, die feine aber nicht ganz gerade Nase und der Schwung seines Mundes erinnern mich dunkel an jemanden.
„Sorry“, gebe ich im Gehen zurück „Kann mich nicht erinnern.“
Marc folgt Steph und mir noch immer. „Warte doch mal! Ich bin hier, weil ich dir ein Angebot machen will.“
Steph, die treu an meiner Seite steht, zupft an meinem Ärmel.
„Liz, der Bus. Gleich sind wir hier gestrandet und das am letzten Schultag.“ Sie hasst es, nicht überpünktlich zu sein.
„Steph, richtig?“ Marc wirft ihr einen gutmütigen Blick zu. „Du kannst schon gehen, ich begleite Liz.“
Meine Augenbrauen schießen in die Höhe und ich frage mich, was hier eigentlich los ist.
„Genauer gesagt, würde ich Liz gern fahren. Ich muss sie noch was fragen und mit einem Nein gebe ich mich nicht zufrieden.“ Fügt Marc hinzu.
Steph und ich tauschen einen schnellen Blick aus, da ich mir sicher bin das dieser Marc mich so schnell nicht in Ruhe lässt nicke ich Steph zu, die sich sofort auf den Weg zur Haltestelle macht.
Im Gehen dreht sie sich noch mal zu mir um und wedelt mit ihrem kleinen Finger und dem Daumen am Gesicht rum.
Vermutlich möchte sie, dass ich sie später anrufe.
Selbst wenn ich nicht vorhabe, mit diesem Typen in ein Auto zu steigen, ist der Weg zur Wohnung meiner Mutter nicht allzu weit. Ich könnte mir also anhören was er von mir will und dann nach Hause laufen.
Das würde mir zwar einen langweiligen Nachmittag im Treppenhaus einbringen da mir ein Wohnungsschlüssel verweigert wird, aber dieser Marc kann doch nicht wirklich erwarten, dass ich mit einem Fremden nach Hause fahre.
„Also“, setze ich an „Was willst du?“
Marc schlingt mir einen Arm um die Schultern, scheinbar eine vollkommen normale Sache für ihn, und schlendert mit mir in Richtung der Parkplätze.
„Ich möchte, dass du mich begleitest, am Wochenende.“ Jetzt ist es offiziell, der Typ hat ne Macke.
„Hör mal... Marc. Ich kenne dich überhaupt nicht. Du suchst mich in der Schule auf um mich nach nem Date zu fragen? Das wirkt nicht sonderlich normal.“ So langsam macht mich der Typ echt nervös und ich beginne unruhig an den Ärmeln meines Shirts zu nesteln.
„Also, ich kenne dich schon. Ein wenig. Jedenfalls früher, bevor... du weißt schon. Ihr weg gegangen seid.“ Marc scheint bei diesem Thema unsicher zu werden.
„Du meinst, ehe meine Mutter in einer Nacht und Nebelaktion meinen Vater verlassen hat? Na, da sollte ich dir wohl sagen, dass ich mich an die Zeit nicht mehr wirklich erinnere.“ Ich hasse es, wenn die Leute die Trennung meiner Eltern so verharmlosen.
Es war nicht harmlos und ich wollte auch nicht, dass jemand es so sieht.
Meine Mutter ertrug ein langes Martyrium mit einem alkoholkranken Mann. Sie hat uns Kinder mitten in der Nacht, als mein Vater sich in den Kneipen des Dorfes herum trieb, ins Auto gestopft und war in eine neue Wohnung aufgebrochen. Nur kurz hatte ich die Hoffnung, jetzt in ein anderes Leben zu starten. In eines, in dem ich eine Familie haben würde wie alle anderen in meinem Umfeld.
Doch meine Mutter hat bereits einen neuen Partner und versucht die schlimme Vergangenheit dadurch zu verwinden, dass sie nur noch für ihren Neuen und den Job lebt. Es gibt keine Familie für mich.
In diesen Gedanken versunken, merke ich nicht, dass wir bereits vor Marcs Auto stehen.
Soll ich vielleicht doch mit ihm fahren? Ganz so übel scheint er nicht zu sein und ich hab wirklich keine Lust die nächsten Stunden im Treppenhaus zu sitzen. Und  Steph weiß ja auch Bescheid.
„So schlimm, ja?“ Mitgefühl schwingt in Marcs Stimme mit.
Ich ziehe es vor, niemandem meine Schwächen zu zeigen, also lüge ich „Nein, gar nicht. Es war notwendig.“ Stoisch hebe ich mein Kinn und blicke direkt in seine blauen Augen.
„Okay, also, begleitest du mich?“ Marc scheint mir meinen Mut nun abzukaufen.
„Muss ich wohl, ich hab ja deinetwegen den Bus verpasst.“ Mit dem Zeigefinger weise ich in Richtung der leeren Bushaltestelle.
„Neee, du Nuss. Ich meine am Wochenende.“ Marc kichert.
Macht er sich jetzt über mich lustig? Da ist sie, meine Unsicherheit. Sie überkommt mich in den ungünstigsten Situationen und ich tippe von einem Fuß auf den anderen.
„Ich denke eher nicht. Gerade kann man nicht sagen, dass du mir sonderlich sympathisch wärst.“ Kontere ich.
„Komm schon, gib mir eine Chance, es wird lustig.“ Marc knufft mir in die Seite. Scheinbar geht ihm es einfach von der Hand, freundlich und offen zu sein.
„Vielleicht solltest du mir erstmal sagen, wohin du mich mitnehmen willst?“ fragend hebe ich eine Augenbraue, zupfe wieder an dem Stoff meines Ärmels.
„Gegenvorschlag. Du versprichst mir, mich zu begleiten und ich werde im Gegenzug für ein paar Tage dein Fahrer.“
Oh, DAS ist mal ein reizvolles Angebot! Je länger ich mich mit Marc unterhalte, desto sicherer werde ich doch schon einmal mit ihm zu tun gehabt zu haben.
Meine Mutter ist etliche Kilometer von unserem früheren Zuhause gezogen. Wenn ich zu meinem Vater will, bin ich also auf ihre Gutmütigkeit angewiesen mich zu fahren oder aber muss mein Rad bemühen.
Beides ist immer anstrengend.
Ehe mein Verstand es sich anders überlegen kann, sage ich zu.

Die Fahrt zum Haus meines Vaters verläuft gut. Marc findet mühelos immer wieder Themen über die wir uns unterhalten können.
Er wundert sich nur kurz über meinen Musikgeschmack. „Bist du nicht eigentlich zu jung für Klassik?“ zieht er mich auf.
„Liegt am Ballett.“, erkläre ich.
Ganz mühelos gibt er mir das Gefühl, ein Freund zu sein und mit jeder Minute in seinem Auto fühle ich mich wohler.
In der Auffahrt meines ehemaligen Zuhauses angekommen grinse ich über das ganze Gesicht und freue mich tatsächlich darauf, Marc schon morgen noch einmal zu sehen.
„Das war nett, danke.“ Verabschiede ich mich.
„Morgen, gegen acht. Ich hol dich ab.“ Ruft Marc mir durch die herunter gelassenen Fenster seines Autos nach.
Zustimmend hebe ich den Daumen und winke ihm über die Schulter zu.

Natürlich ist mein Vater nicht Zuhause, also krame ich den Haustürschlüssel aus seinem Versteck und verziehe mich in mein altes Zimmer.
Die Stereoanlage meiner älteren Schwester steht hier und ich lege eine CD mit einer Klassiksammlung, von Beethoven bis Tschaikowsky, ein.
Die ruhigen Töne der Stücke machen mich schläfrig, gleichzeitig aber lassen sich die Gedanken über den Verlauf des heutigen Tages nicht abschütteln.
Wer ist Marc? Welches Interesse hat er an mir? Warum lädt er mich ein? Immerhin bin ich deutlich jünger. Wenn er um die 20 ist, ist er immerhin 5 Jahre älter als ich. Wohin wird er mit mir gehen? Sind wir dort allein? Wird er mich irgendwann vielleicht sogar küssen wollen?
Okay, darüber sollte ich nun wirklich nicht nachdenken. Da männliche Wesen eher selten DIESES Interesse an mir haben, tendieren meine Erfahrungen schon in den Minusbereich, was so etwas angeht.
Je mehr der Nachmittag in den Abend übergeht, desto häufiger drängt sich eine Frage in den Vordergrund meines Verstandes.
Warum habe ich mich in seiner Gegenwart so wohl gefühlt?

Ein lautes Schnarchen weckt mich. Mühsam stemme ich mich aus dem Bett, in dem ich wohl über all mein Kopfkino eingeschlafen bin und tapse aus meinem Zimmer.
Leise trete ich auf den Flur, wende mich nach rechts in Richtung des Wohnzimmers und linse um die Ecke.
Mein Vater liegt, mehr bewusstlos als schlafend, auf dem Sofa.
Irgendwie beruhigt es mich, ihn nicht wach anzutreffen und so schleiche ich mich in die Küche um mir einen kleinen Imbiss zu machen.
Viel geben die Schränke nicht her, so wird es ein einfaches Sandwich und ein Glas Wasser, welches ich in mein Zimmer mitnehme.
Nachdem ich etwas im Magen habe, kuschele ich mich wieder in mein Bett und male mir aus was ich morgen tragen werde, wenn ich mein Wort halte und mit Marc ausgehe.


„Liz! Frühstück!“ Verschlafen blinzele ich gegen das Sonnenlicht an, das durch das kleine Fenster in meinem Zimmer fällt.
Mein Vater ist unter jeden Umständen ein Frühaufsteher. Aber es ist schon fast pervers, wie früh er aufsteht wenn ich bei ihm bin.
Ein Blick auf den Wecker zeigt die ernüchternde Wahrheit. 8.00 Uhr am Morgen, an meinem 1. Ferientag. Ich stöhne entnervt auf.
„Es ist erst 8!!“
„Ja, und ich habe das Frühstück fertig, also steh auf.“ Kommandiert mein Vater.
Kein guter Start in den Tag. Ich bin schon jetzt genervt. Zudem bin ich mir sicher im Laufe des Tages zusätzlich MORDS nervös zu werden.
Heute Morgen scheint es mir keine gute Idee gewesen zu sein, Marcs Einladung anzunehmen.
Während ich meine Zähne putze, werfe ich meinem Spiegelbild einen wütenden Blick zu.
Blöd, blöd, blöd... das war eine echt blöde Idee!
Hätte ich doch nur eine Nummer von Marc, dann würde ich ihm doch absagen. Aber keine Chance. Keine Nummer, keine Adresse. Und meinem Vater würde ich sicher nichts von meiner Verabredung am Abend erzählen.
Er könnte, mit genug Bier intus, auf äußerst komische Ideen kommen.
Also gebe ich mich geschlagen, ich werde heute Abend Marcs Begleitung sein. Wohin auch immer er mich mitnehmen will.

Hastig bürste ich meine Haare durch und binde sie zu einem Pferdeschwanz. Währenddessen begutachte ich mich im Spiegel. Konnte Marc in mir vielleicht wirklich etwas Attraktives sehen?
Überlege ich gerade wirklich, ob ein Typ mich heiß findet??
Mit einem Schnauben reiße ich mich von meinem Spiegelbild los und stapfe in die Küche um die unsäglichen Rühreier meines Vaters herunter zu würgen.
Später rufe ich Steph an und berichte ihr detailgetreu von der Heimfahrt mit Marc auch das ich noch immer keine Ahnung habe, was er eigentlich von mir erwartet.
Sie ist der Ansicht, ich solle mich einfach im Haus verstecken,  oder meinen Vater vor schicken aber so etwas mache ich nicht. Nachdem Steph mich dann nach meinem Outfit und dem Notfallplan ausgequetscht hat, beenden wir das Telefonat. Um den Kopf noch etwas frei zu bekommen, beschließe ich eine Runde laufen zu gehen.
„Scheiße!“ kaum bin ich wieder zur Tür herein und werfe einen Blick auf die Uhr. Es ist bereits 19.00 Uhr, prompt bereitet sich in meinem Magen eine furchtbare Unruhe aus.
Glücklicherweise bin ich schon wieder allein, so bekommt mein Dad wenigstens nichts von meiner hektischen Betriebsamkeit mit.
Ich hüpfe unter die Dusche und noch im Badehandtuch eingewickelt reiße ich etliche Kleidungsstücke aus dem Kleiderschrank.
„Zu klein, zu alt, zu... was zum Teufel soll das überhaupt sein?“ Ich halte ein Teil, das irgendwas zwischen Shirt und Kleid sein sollte, hoch.
Der Gedanke, mich an den hier übrig gebliebenen Sachen meiner ältesten Schwester zu vergehen kommt mir plötzlich sehr verführerisch vor.
Ich will dieses Mal einfach nicht wie ein, na ja, wie ich aussehen.
In Lenas paar Teilen finde ich ein altes aber cooles Shirt und eine schwarze Jeans, welche etwas zu locker am Bund sitzt, aber netterweise von meinen knochigen Hüften gehalten wird.
Ausnahmsweise ärgere ich mich darüber, so gar keine Ahnung in Sachen Styling zu haben. Bisher war es aber auch nicht nötig, mich für jemanden aufzubretzeln. Entnervt und schrecklich aufgeregt binde ich mir meine Haare wieder zu einem Pferdeschwanz und trage nur etwas Mascara auf meine Wimpern auf.
In Rekordzeit haste ich wieder in die Küche, um erneut einen Blick auf die Uhr zu werfen. Es ist gerade noch Zeit, einen Happen zu essen. Wieder Sandwich.
Wenn ich wirklich einen Teil der Ferien hier verbringen werde, sollte ich einkaufen gehen.
Pünktlich stehe ich, vor Aufregung total zappelig, am Ende der Einfahrt unseres Hauses und warte auf Marc.
„Hey Liz!“ begrüßt er mich durch die, wieder herabgelassenen, Fenster. „Steig ein, wir müssen noch etwas besorgen.“
Etwas besorgen? Wo will Marc denn um diese Uhrzeit noch einkaufen?
Ich schiebe mich auf den Beifahrersitz „Hey. Etwas besorgen?“
„Am Kiosk.“ Beantwortet er meine Frage und setzt auch schon den Wagen in Bewegung.
In meinem Kopf herrscht die totale Verwirrung und ich nestelte verlegen an meinen Klamotten herum.
Marc wirft mir hin und wieder einen belustigten Seitenblick zu.
„Keine Panik, Liz. Ich werde dich nicht entführen.“ Zieht er mich auf.
„Haha! Du weißt schon, wie blöd ich eigentlich bin hier im Auto mit nem Typen der sagt, er kennt mich an den ich mich aber eigentlich nicht erinnern kann, zu sitzen?“ Wenn ich nervös bin, sprudeln die Worte ungefiltert aus meinem Mund.
Wir biegen auf den Parkplatz des kleinen Kiosks und kaum eine Minute später kommt Marc mit zwei Sixpack Bier wieder.
Ohweh... wir trinken? Naja, wäre nicht das 1. Mal für mich.
Marc lächelt mich schelmisch an. „Bald, Liz, wirst du mich sehr viel besser kennen lernen.“
Damit läßt er die Unterhaltung enden, dreht das Autoradio laut und klopft im Takt der Songs auf dem Lenkrad.
Klasse, also heißt es sich besaufen und dann über unser Leben sinnieren? Was meint er mit „sehr viel besser kennenlernen“??
Ohman, ich glaube, ich hab mich hier in eine ganz große Scheiße geritten.
Nun habe ich definitiv keine Lust mehr auf diesen Abend und sinke schmollend in den Sitz. Marc lächelt noch immer, was meine Laune nur verschlechtert.
Die Fahrt durch unseren kleinen Ort geht schnell, und obwohl ich weiß wo wir letztendlich anhalten, habe ich keine Ahnung wer hier lebt.
Marc parkt auf dem Seitenstreifen einer kleinen Straße, direkt vor einem Wohnhaus. Aus dem großen Fenster zu meiner Linken scheint bereits Licht und Musik dröhnt aus dem Haus.
„Marc? Wer wohnt hier“? Unsicher trete ich neben sein Auto, unwillig dort hinein zu gehen.
„Ein guter Freund, wir treffen uns hier gelegentlich am Wochenende. Machen es uns gemütlich.“
Mit einem Blick auf die 12 Bierflaschen in Marcs Arm erwidert ich „Das sehe ich.“
„Mach dich locker, Liz... komm jetzt. Sie warten schon.“
SIE... dort drinnen warten also mehrere Leute? Auf mich? Auf uns? Was zum Teufel ist hier los und auf was habe ich mich hier eingelassen?
Marc jedoch lässt mir keine Zeit, mir einen Fluchtplan zu überlegen. Er klemmt sich einen Träger Bier unter den Arm, den anderen nimmt er in die Hand.
Mit der noch freien Hand schnappt er sich meine und zieht mich zu dem Eingang einer kleinen Einliegerwohnung, an der Seite des Hauses.
Gott sei dank weiß Steph mit wem ich unterwegs bin! Schießt es mir durch den Kopf, als Marc die Wohnungstür öffnet und uns in den kleinen Flur der Wohnung schiebt.
„Wir sind da!“ brüllt er und wir hören aus einem Zimmer am anderen Ende des Flures laute Stimmen und Gepolter.
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Lillylilith
Sonntagsschreiber


Beiträge: 12



BeitragVerfasst am: 03.09.2015 22:46    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ohweh...
Leider sind die kursiv gestellten Textzeilen, die die Gedankengänge der Prota darstellen sollen, nicht übernommen worden.
Ich hoffe, es erschließt sich dennoch.
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Seraiya
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 914



BeitragVerfasst am: 04.09.2015 00:59    Titel: Antworten mit Zitat

Ich wage mich mal an den Brocken und gebe keine Garantie dafür, dass ich es bis zum Ende schaffe. Wink

Ok, ich habs nicht geschafft. Du siehst anhand meiner Kommentare aus welchen Gründen. Für mich ist auch dieser Text leider nichts. Ich finde ihn sogar weniger gut als den ersten.
Die Gründe dafür sind vielfältig. Sprache, Ausdruck, Satzstellungen, Wiederholungen, Rechtschreibung, Kommafehler, Fehler bei der indirekten Rede, Inhalt und Logik.

Nimm mir das nicht übel. Ich habe die Kommentare so geschrieben, wie sie mir in den Sinn gekommen sind und hoffe, dass du dich nicht gekränkt fühlst.
Vielleicht nützen sie dir ja etwas. Wenn dir der Text so gefällt aber wohl eher nicht.



Zitat:
Es ist nur noch dieser Tag!, rede ich mir selbst zu. <- man kann sich etwas einreden oder sich selbst gut zureden. Entscheide dich für eines von beidem. Nur noch ein Tag beschissene Schule mit der beschissenen Klasse <- ich bräuchte diese Steigerung nicht und dann Ferien. Du schaffst diesen Tag! Den letzten Satz sage ich immer wieder als Mantra vor, um überhaupt am Morgen <- schon klar aus dem Bett zu kommen.
Schon die Fahrt mit dem Bus ist ein Spießroutenlauf voller abfälliger Blicke und Kommentare.
Nicht gerade <- Eben war die Fahrt noch ein Spießrutenlauf. Natürlich ist das nicht unauffällig unauffällig tuscheln immer dieselben, dummen Tussen hinter meinem Rücken über meine aufgetragenen Klamotten, den zerschlissenen Rucksack oder meine Frisur, die eigentlich keine ist.
Meine Haare hängen mir einfach lang vom Kopf herunter, <- meine auch. Ich behaupte mal, dass langes, offen getragenes Haar eine Frisur ist verstecken mich so gut es geht.
Da ich aber weiß, dass ich mich nicht verstecken kann, habe ich eine neue Taktik Komma um diesen dämlichen <- unnötige Wiederholung Weibern das falsche Grinsen <- wieso falsch? Die amüsieren sich doch aufrichtig aus dem Gesicht zu wischen.
In den letzten Monaten bin ich zur wütenden Liz geworden. Nicht mehr lieb und nett zu jedermann, Punkt ich trage jetzt einen dicken <- kann raus. Ein Schutzpanzer ist nicht aus Seide Schutzpanzer aus Wut und Aggressionen. Und was soll ich sagen, <- überflüssig es funktioniert. Jedenfalls sind meine Sitzplätze im Bus frei, so dass ich meine Füße bequem auf der mir gegenüberliegenden Sitzbank platzieren kann.
In <- Vlt. besser "Nach" zwei weiteren Haltestellen wird Steph einsteigen und sich freuen, auch heute wieder in dem überfüllten Bus <- das nächste kann das markierte ersetzen einen Sitzplatz zu bekommen.
Steph ist eine meiner wenigen Schulfreundinnen. Auch sie kommt aus einer eher sozial schwachen Familie, allerdings hat sie noch nicht die Wut auf die Welt entdeckt. <- entdeckt man diese Wut automatisch, wenn man aus einer sozial schwachen Familie kommt? Steph ist einfach zu lieb, sie hält auch die andere Wange hin. Nachdem ich das erste Mal einer dieser Barbies aus der Parallelklasse meine Faust ins Gesicht geschlagen habe, <- hatte habe ich auch den Posten als Stephs Bodyguard angekommen. Sie würde sich doch nie wehren und ich kann diesen Kick durchaus gebrauchen. <- erklärt sich bereits vorher, als du sagst, dass Steph auch die andere Wange hinhält.
Wenn das Adrenalin durch meinen Körper strömt und alle anderen Gefühle und Gedanken ausschaltet, fühle ich mich fast gut. Fast. Im Grunde ist es egal wie oft dieser Hormonausstoß mir einen kurzen Moment des Hochgefühls bringt, ein paar Minuten später bin ich mir doch wieder klar darüber nirgendwo hin zu passen.
Ich passe nicht in diese verdammte Schule, ich passe nicht in unser kleines Dorf... ich passe nicht einmal in meine eigene Familie. <- Seufz. Hier frage ich mich schon, wann sie endlich aufhört zu jammern.
Selbst unter meinen Geschwistern fühle ich mich fremd und habe schon ernsthaft überlegt, ob ich wohl adoptiert wurde oder doch im Krankenhaus nach der Geburt vertauscht. Es kann doch nicht sein, dass man sich so von der Familie unterscheidet, oder? <- eine langweilige, schon oft gehörte Aussage. Sowas sagen trotzige Teenager. Ist sie das? Einfach nur zickig und voller Selbstmitleid?

Rein optisch waren wir uns ziemlich gleich. Meine Mutter hat in ihrer viel zu langen und unglücklichen Ehe drei Mädchen zur Welt gebracht. Da sind Lena, Jessica und ich. <- Lena, Jessica und mich. Ende. Wir alle drei sind blond mit blauen Augen und blasser Haut. Bis auf Lena, die als volljähriger Mensch <- das hört sich blöd an entschieden hat ins Sonnenstudio zu gehen.
Von uns drei Mädchen bin ich die Größte, was mich ärgert, denn ich fühle mich ungelenk und schlacksig. Zudem bin ich knochig. Nicht nur dünn, wirklich knochig. Meine Hüftknochen stehen wie kleine Dreiecke aus meiner Seite heraus.
Gott sei Dank hat meine Mutter uns tolle Brüste vererbt, so habe ich wenigstens zwei Rundungen an meinem Körper. <- ich habe noch keine knochiges Mädel mit natürlichen großen Brüsten gesehen. Hier steht nicht "groß", ja. Aber für mich hört es sich so an.
Die ich aber eher nicht hervorhebe, in der Schule steht Schlabberlook auf dem Plan. Eigentlich steht der immer auf dem Plan, denn ich habe kaum Klamotten die mich vorteilhaft in Szene setzen würden.
Egal!, zucke ich innerlich die Schultern. Für wen sollte ich mich aufbrezeln?
Als ich die Gedanken an meine Familie abschüttele und wieder aus dem Fenster sehe, fahren wir gerade Stephs Haltestelle an.
<- sie erklärt im Bus mal eben ihr Leben. Denkt sie jeden Tag drüber nach, während sie zur Schule fährt?


Wir sitzen in der letzten Reihe des Klassenzimmers. Steph will nicht auffallen, ich meine Ruhe Punkt und von hier hinten kann ich meine Mitschüler zwar mit Blicken töten, aber  nicht von ihnen begafft werden. Leg dir mal ein Selbstbewusstsein zu!, herrsche ich mich an. Vielleicht bildest du dir auch nur ein, dass sie dich anstarren?
Mein Blick schweift durch das Klassenzimmer von Steph, die links neben mir sitzt, <- wurscht bis zur vorderen Reihe mit den Snob-Mädchen.
Natürlich stecken sie wieder die Köpfe zusammen und kichern über irgendeinen albernen Scheiß.
Die Snob-Mädchen sind die Art von jungen Frauen, die sich morgens schon in den Make-up Topf werfen um sich dann von Daddy in ihrem schicken Auto vor die Schule chauffieren zu lassen.
Huch... Sozialneid?, fast lache ich mich selbst aus.
Sie haben kaum andere Themen als Mode, Beauty und natürlich Jungs. Für mich klingt das furchtbar oberflächlich. <- hm. Wieso nicht: "diese Tussen sind furchtbar oberflächlich."?
Meine Gespräche mit Steph drehen sich um Musik, Bücher und die Planung unseres Tages.
„Steph?“, flüstere ich ihr zu. “Steph, wollen wir heut Nachmittag was unternehmen?“
Natürlich ist sie vertieft in den Unterricht und so nickt sie lediglich. <- "Sie nickt lediglich."
Den Rest der Stunde versinke ich in meiner eigenen, kleinen Gedankenwelt. <- macht sie seit Beginn der Geschichte Manchmal male ich mir ein Leben aus, wie ich es gern gehabt hätte. Mit einem Vater der nicht trinkt, einer Mutter die sich für uns interessiert und viel weniger Wissen darüber, wie schrecklich die menschliche Natur sein kann.

Als die Schulglocke das Ende des Schuljahres und damit den Beginn der Sommerferien einläutet, <- für meinen Geschmack gibst du zu viele unnötige Doppelinfos geht ein kollektives Aufatmen durch die Reihen im Klassenzimmer.
Auch Steph und ich springen auf, raffen unsere Rücksäcke zusammen und machen uns auf den Weg zum Bus.
„Verbringst du die ganzen Ferien bei deinem Dad?“ Steph wirft mir einen skeptischen Blick zu. Sie kann sich sicher nicht vorstellen, dass ich mir das antue.
„Ist doch wie die Wahl zwischen Pest und Cholera", erwidere ich leichthin. „Entweder langweilen in der neuen Wohnung oder aber aufpassen meinem Vater nicht besoffen ins die Arme zu laufen.“
Stephs Augen weiten sich, bei der emotionslosen Erklärung meiner Optionen. Sie verträgt es nicht sonderlich gut, <- sie wird aber nicht krank oder? wenn ich so offen über das Problem meines Vaters spreche. „Ich denke, ich teile es auf.“ Versuche ich das Thema wieder aufzugreifen. <- wann genau wurde denn das Thema gewechselt?
„Cool. Dann heute Nachmittag?“ lächelt Steph.
Ich nicke geistesabwesend. In der Menge der aus dem Gebäude strömenden Massen, habe ich ein Gesicht entdeckt Komma das ich zu kennen glaube.
„Hey Punkt, ich halte Steph am Arm fest und zeige auf den hochgewachsenen Mann, der in der Menge nach etwas Ausschau zu halten scheint. „Wer ist das??“
„Keine Ahnung. Komm, der Bus wartet nicht auf dich.“ Ungeduldig versucht meine Schulfreundin mich weiter zu ziehen, ich rühre mich jedoch nicht von der Stelle.
Stattdessen glotze ich diesen Kerl an, der definitiv zu alt ist um noch hier zur Schule zu gehen.
Warum kommt er mir so bekannt vor? Mal wieder versinke ich in meinen eigenen Gedanken, <- Wiederholung die ich gerade nach Hinweisen durchforste, warum mir dieses markante Gesicht so bekannt vorkommt.
Der Typ ragt sicher <- ragt er einen Kopf drüber oder nicht? einen Kopf über die an ihm vorbei hastenden Schüler, seine Haltung wirkt provokant lässig, auch wenn sich an den Schultern und den Gesichtszügen eine gewisse Angespanntheit ablesen lässt. Sein strohblondes, kurzes Haar wirkt in den Sonnenstrahlen fast gold. <- golden
Mit stechendem Blick durchsucht er die Menge, jedenfalls bis er mich beim Starren ertappt. Er hält meinen Blick <- in den Händen? bis Steph mir ins Ohr brüllt:„Boah, LIZ! Der Bus!!“
SHIT!
„Ja, ja, ich komme.“ Schnell weg hier, das ist ja total peinlich so <- das geht gar nicht beim Anglotzen erwischt zu werden.
Steph hakt sich bei mir unter Punkt "Ich versuche mit usw." und mit eingezogenem Kopf versuche ich in der Menge unterzutauchen, bis wir in den Bus verschwinden können.
„Hey du! Äh... Liz!?“, hinter mir ertönt eine eindeutig männliche Stimme. Verdutzt bleibe ich stehen, um sofort knallrot anzulaufen als ich sehe, dass mir dieser blonde Adonis folgt. Er wedelt mit der Hand um mir zu bedeuten ich solle stehen bleiben. <- ich gehe automatisch davon aus, weil er sie ruft.  Ebenso verdutzt wie ich starrt auch Steph ihm entgegen.
„Kennst du den?“, wispert sie mir zu.
Ich habe bereits meinen Schutzwall aus bissiger Schlagfertigkeit hochgezogen, denn ich erwarte von so plötzlichen Ansprachen nichts Gutes. <- kann raus
„Nö, nicht das ich wüsste. Komma Murmele <- klein schreiben ich eine schnelle Antwort.
„Gefunden!“ schnauft dieser Typ, kaum das er angekommen ist.
„Was hast du gefunden?“ Da Angriff die beste Verteidigung ist, bin ich sofort bereit auf <- "für" "zur" aber nicht "auf" Konfrontation.
„Na, dich.“ Der Typ grinst mich frech an.
Was zum Teufel will der??
„Und wer genau bist du? Und warum wolltest du  mich finden?“ mir <- Mir ist bewusst, dass ich patzig klinge aber es ist mir egal. <- mir auch. Sie will doch patzig klingen. Lass sowas einfach weg
Der Typ grinst mich weiter an „Uh, da hat aber jemand echt schlechte Laune, was? Ich bin´s Marc. Wir kennen uns doch von früher.“
Marc? Der Name sagt mir gar nichts, obwohl ich zugeben muss, dass mir das Gesicht immer bekannter erscheint.
Die strahlend blauen Augen, die feine aber nicht ganz gerade Nase und der Schwung seines Mundes erinnern mich dunkel an jemanden.
„Sorry“, gebe ich im Gehen zurück „Kann mich nicht erinnern.“
Marc folgt Steph und mir noch immer. „Warte doch mal! Ich bin hier, weil ich dir ein Angebot machen will.“
Steph, die treu an meiner Seite steht, zupft an meinem Ärmel.
„Liz, der Bus. Gleich sind wir hier gestrandet und das am letzten Schultag.“ Sie hasst es, nicht überpünktlich zu sein.
„Steph, richtig?“ Marc wirft ihr einen gutmütigen Blick zu. „Du kannst schon gehen, ich begleite Liz.“
Meine Augenbrauen schießen in die Höhe und ich frage mich, was hier eigentlich los ist. <- könnte auch raus
„Genauer gesagt, würde ich Liz gern fahren. Ich muss sie noch was fragen und mit einem Nein gebe ich mich nicht zufrieden. <-über den Satz kann man streitenKomma Fügt <- fügt Marc hinzu.
Steph und ich tauschen einen schnellen Blick aus, da <- finde das furchtbar, wenn du Sätze oder Nebensätze so anfängst ich mir sicher bin das dieser Marc mich so schnell nicht in Ruhe lässt Komma nicke ich Steph zu, die sich sofort auf den Weg zur Haltestelle macht.
Im Gehen dreht sie sich noch mal zu mir um und wedelt <- Marc hat auch schon gewedelt mit ihrem kleinen Finger und dem Daumen am Gesicht rum.
Vermutlich möchte sie, dass ich sie später anrufe. <- damit ich sie später anrufe.
Selbst wenn ich nicht vorhabe, <- hat sie es denn hier schon vor? mit diesem Typen in ein Auto zu steigen, ist der Weg zur Wohnung meiner Mutter nicht allzu weit. Ich könnte mir also anhören was er von mir will und dann nach Hause laufen.
Das würde mir zwar einen langweiligen Nachmittag im Treppenhaus einbringen da mir ein Wohnungsschlüssel verweigert wird, aber dieser Marc kann doch nicht wirklich erwarten, dass ich mit einem Fremden nach Hause fahre. <- wieso nicht? Sie verpasst ja auch seinetwegen die einzige Fahrgelegenheit und trennt sich von ihrer besten Freundin
„Also“, setze ich an „Was willst du?“
Marc schlingt mir einen Arm um die Schultern, scheinbar eine vollkommen normale Sache für ihn, und schlendert mit mir in Richtung der Parkplätze. <- Für sie auch. Sie hat nichts dagegen. Ich würde mich dieser Berührung entziehen und ihm sagen, er soll seine Pfoten bei sich behalten.
„Ich möchte, dass du mich begleitest, am Wochenende.“ Jetzt ist es offiziell, der Typ hat ne Macke.
„Hör mal... Marc. Ich kenne dich überhaupt nicht. <- läuft aber in seinem Arm neben ihm her Du suchst mich in der Schule auf <- passt nicht zu der bis hierhin benutzten Sprache Komma um mich nach nem Date zu fragen? Das wirkt nicht sonderlich normal.“ So langsam macht mich der Typ echt nervös und ich beginne unruhig an den Ärmeln meines Shirts zu nesteln.
„Also, ich kenne dich schon. Ein wenig. Jedenfalls früher, bevor... du weißt schon. Ihr weg gegangen seid.“ Marc scheint bei diesem Thema unsicher zu werden.
„Du meinst, ehe meine Mutter in einer Nacht und Nebelaktion meinen Vater verlassen hat? Na, da sollte ich dir wohl sagen, dass ich mich an die Zeit nicht mehr wirklich erinnere.“ Ich hasse es, wenn die Leute die Trennung meiner Eltern so verharmlosen. <- Wer verharmlost hier denn irgendwas? Er ist eher taktvoll
Es war nicht harmlos und ich wollte auch nicht, dass jemand es so sieht.
Meine Mutter ertrug ein langes Martyrium mit einem alkoholkranken Mann. Sie hat uns Kinder mitten in der Nacht, als mein Vater sich in den Kneipen des Dorfes herum trieb <- herumtrieb, ins Auto gestopft und war in eine neue Wohnung aufgebrochen. Nur kurz hatte ich die Hoffnung, jetzt in ein anderes Leben zu starten. In eines, in dem ich eine Familie haben würde Komma wie alle anderen in meinem Umfeld.
Doch meine Mutter hat bereits einen neuen Partner und versucht die schlimme Vergangenheit dadurch zu verwinden <- überwinden , dass sie nur noch für ihren Neuen und den Job lebt. Es gibt keine Familie für mich.
In diesen Gedanken versunken, Rolling Eyes merke ich nicht, dass wir bereits vor Marcs Auto stehen.
Soll ich vielleicht doch mit ihm fahren? Ganz so übel scheint er nicht zu sein und ich hab wirklich keine Lust die nächsten Stunden im Treppenhaus zu sitzen. Und  Steph weiß ja auch Bescheid. <- Er ist nicht übel, weil ...? Er sie mit arroganter Selbstverständlichkeit anfasst? Sie nervt? Sie dazu nötigt mitzugehen? Macht ihn dieser eine Satz von Anteilnahme so sympathisch?
„So schlimm, ja?“ Mitgefühl schwingt in Marcs Stimme mit.
Ich ziehe es vor, niemandem meine Schwächen zu zeigen, also lüge ich „Nein, gar nicht. Es war notwendig.“ Stoisch hebe ich mein Kinn und blicke direkt in seine blauen Augen.
„Okay, also, begleitest du mich?“ Marc scheint mir meinen Mut nun <- raus abzukaufen.
Muss ich wohl, ich hab ja deinetwegen den Bus verpasst.“ <- das war ihre Entscheidung Mit dem Zeigefinger weise ich in Richtung der leeren Bushaltestelle.
Neee, du Nuss. <- mutig Ich meine am Wochenende.“ Marc kichert.
Macht er sich jetzt über mich lustig? Da ist sie, meine Unsicherheit. Sie überkommt mich in den ungünstigsten Situationen und ich tippe von einem Fuß auf den anderen.
„Ich denke eher nicht. Gerade kann man nicht sagen, dass du mir sonderlich sympathisch wärst.“ Kontere ich.
„Komm schon, gib mir eine Chance, es wird lustig.“ Marc knufft mir in die Seite. <- Spätestens jetzt hätte ich mich umgedreht und wäre gegangen. Trotz oder gerade wegen meiner Unsicherheit. Du lässt sie die ganze Zeit über eine große Klappe haben, dann ist sie im Angesicht des Adonis plötzlich ein Mäuschen und Scheinbar geht ihm es einfach von der Hand, freundlich und offen zu sein.
„Vielleicht solltest du mir erstmal sagen, wohin du mich mitnehmen willst?“ fragend hebe ich eine Augenbraue, zupfe wieder an dem Stoff meines Ärmels.
„Gegenvorschlag. Du versprichst mir, mich zu begleiten und ich werde im Gegenzug für ein paar Tage dein Fahrer.“
Oh, DAS ist mal ein reizvolles Angebot! <- das ist jetzt Ansichtssache.  Je länger ich mich mit Marc unterhalte, desto sicherer werde ich doch schon einmal mit ihm zu tun gehabt zu haben.
Meine Mutter ist etliche Kilometer von unserem früheren Zuhause gezogen. Wenn ich zu meinem Vater will, bin ich also auf ihre Gutmütigkeit angewiesen mich zu fahren oder aber muss mein Rad bemühen.
Beides ist immer anstrengend.
Ehe mein Verstand es sich anders überlegen kann, sage ich zu.

Die Fahrt zum Haus meines Vaters verläuft gut. Marc findet mühelos immer wieder Themen über die wir uns unterhalten können.
Er wundert sich nur kurz über meinen Musikgeschmack. „Bist du nicht eigentlich zu jung für Klassik?“ zieht er mich auf.
„Liegt am Ballett.“, erkläre ich. <- Ich höre hier auf. Wie du siehst, ist das für mich eine ganze Menge Arbeit.
Ganz mühelos gibt er mir das Gefühl, ein Freund zu sein und mit jeder Minute in seinem Auto fühle ich mich wohler.
In der Auffahrt meines ehemaligen Zuhauses angekommen grinse ich über das ganze Gesicht und freue mich tatsächlich darauf, Marc schon morgen noch einmal zu sehen.
„Das war nett, danke.“ Verabschiede ich mich.
„Morgen, gegen acht. Ich hol dich ab.“ Ruft Marc mir durch die herunter gelassenen Fenster seines Autos nach.
Zustimmend hebe ich den Daumen und winke ihm über die Schulter zu.

  



LG,
Seraiya


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Christof Lais Sperl
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Der silberne Roboter


BeitragVerfasst am: 04.09.2015 07:39    Titel: Viele schöne Ideen Antworten mit Zitat

Und Gedanken. Feile sprachlich noch. Dann wird das ein guter Ytext. Vom Klang her sehr schön! LG cls

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Lais
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Violet_Pixie
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BeitragVerfasst am: 04.09.2015 17:32    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Lillylilith,

Kurz gesagt: Mich hat die Geschichte nicht gepackt. Dabei lese ich gerne  Liebesromane. Aber da ist kein knistern, kein Funke, der überspringt.

Ich finde deine Prota jammert zu viel. Was wiederum nicht dazu passt, dass sie so wütend ist, dass sie anderen auch mal eine verpasst.
Wenn sie eine schlechte Stellung in der Schule hat, dann würde ich das mehr herausarbeiten. Das ist ein tiefes Thema, etwas das prägt und an der Persönlichkeit eines Menschen Spuren hinterlässt.

Was ich auch seltsam finde, ist, das deine Protagonistin gleich mit einem fremden Jungen mitgeht und ihre Freundin nichts dagegen einwendet. Dass sie sich auf ein Date mit ihm trifft, obwohl sie gar nicht weiß, was sie erwartet.
Diese gesamte Begegnung der beiden löst bei mir nur Kopfschütteln aus.

Deine Szenen erscheinen mir irgendwie nüchtern, unfertig. Oder, als würde drumherum geredet werden.
Tut mir leid, aber ich finde, dass du das noch mal überarbeiten solltest.

Vielleicht ist ja jemand anderer Meinung.

LG
Violet
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Lillylilith
Sonntagsschreiber


Beiträge: 12



BeitragVerfasst am: 06.09.2015 22:00    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ich danke euch wirklich SEHR für eure Worte.
In den letzten Tagen habe ich mich erstmal wieder etwas "besonnen" und bin von dem "es muss jetzt was werden" Trip herunter gekommen.
Manchmal schmeißt einem der Wille es zu schaffen große Steine in den Weg.

Während ich mich also rückbesinne, bin ich auf meine erste Einleitung gestoßen und offen gesagt, bin ich heut überzeugter von ihr als damals.
Ich möchte sie SEHR gern mit euch teilen, obwohl ich weiß das es sicher viel zu kritisieren gibt.
(Das Los der Anfänger und Ungestümen)
Diese Einleitung liegt mir wirklich am Herzen, habe ich festgestellt und demnach wäre ich über ein paar positive Worte ziemlich glücklich.

Ich weiß, dass dieser Text im Grunde nichts mit den zwei Versionen vorher zu tun hat. Der Zusammenhang, für mich natürlich klar, ergibt sich innerhalb der Story.
(Kurze Erklärung... über o.g. Marc lernt Liz Michael kennen. Ihre 1. große Liebe und ihr Verderben)





Gedämpftes Sonnenlicht dringt durch die cremefarbenen Vorhänge des Hotelzimmers. Aus den Kopfhörern meines I-Pods erklingt leise Musik, die niemand wirklich wahrnimmt.
„Du kennst mich seit wann??“, mit gespieltem Schock ziehe ich mich aus Michaels Armen.
„Ich war ein Freund deines Onkels, Liz. Du warst sooo klein.“, Michael hebt seinen rechten Arm um mir die Größe anzuzeigen.
„Ist das pervers... du kennst mich, seit ich ein kleines Mädchen war und jetzt vögeln wir?“, grinsend ziehe ich mir ein Kissen auf den Schoß. „Obwohl, gevögelt haben wir ja auch schon als ich noch bedeutend jünger war.“
 „Die ganze Geschichte ist echt irre.“, sinniert Michael und lässt sich matt auf die Kissen fallen.
Damit gibt er mir die Möglichkeit mir diesen nackten Mann vor meiner Nase genau anzusehen. Jeden Quadratzentimeter seiner Haut, jedes Spiel seiner Muskeln und Sehnen, das Spiel seiner Kieferknochen wenn er über etwas nachdenkt, so wie jetzt.
Jedes Heben und Senken seines Brustkorbes wird für immer in meinem Gedächtnis gespeichert.
Heute bin ich mir sicher, es geht zu Ende. Tief in meinen Eingeweiden fühle ich es, genauso wie ich es vor 16 Jahren schon einmal spürte.
Die Gewissheit der Endlichkeit frisst sich durch mein Inneres und hinterlässt ein Gefühl der Leere.

„Wo bist du mit deinen Gedanken?“, fragend schaut Michael zu mir auf.
Ich lächle ihn an „Daran, dass es gut ist sich nicht an seine Kindheit zu erinnern.“
„Woran erinnerst du dich? Was ist deine erste Erinnerung?“, fragt er leisel.
„Das kann ich dir nicht sagen.... zu peinlich.“ Noch nie habe ich darüber gesprochen welches Ereignis sich als erstes in mein Gedächtnis eingebrannt hat und sich somit als Geburt meiner selbst festigte.
Ich knete verlegen das Kopfkissen in meinem Schoß, während Michael sich auf die Seite dreht und mich eindringlich mustert.
„Sag es MIR.“, fordert er mit dieser Stimmlage, die dafür sorgt dass ich sofort an Sex denken muss.
Das tiefe Timbre gepaart mit dem autoritären Ton in seiner Stimme wirkt auf mich wie ein Lockruf dem ich nicht widerstehen kann.
Unwillkürlich hebt sich mein Kopf und ich schaue direkt in Michaels strahlend grünblaue Augen.
„Mit dir, mein Leben begann mit dir.“
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nebenfluss
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Beiträge: 3698
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BeitragVerfasst am: 07.09.2015 10:42    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Lillylilith,

als reiner Leser/Konsument bin ich sicher nicht deine Zielgruppe, als Autorenkollege interessiert mich aber das hier:
Lillylilith hat Folgendes geschrieben:
Während ich mich also rückbesinne, bin ich auf meine erste Einleitung gestoßen und offen gesagt, bin ich heut überzeugter von ihr als damals.
Ich möchte sie SEHR gern mit euch teilen, obwohl ich weiß das es sicher viel zu kritisieren gibt.
(Das Los der Anfänger und Ungestümen)
Diese Einleitung liegt mir wirklich am Herzen, habe ich festgestellt und demnach wäre ich über ein paar positive Worte ziemlich glücklich.

Ich weiß, dass dieser Text im Grunde nichts mit den zwei Versionen vorher zu tun hat.

Ich verstehe das so, dass für dich - nach den beiden anderen Versuchen - diese Hotelzimmerszene als Einstieg feststeht - auch, wenn sie noch überarbeitet werden muss. In welche Richtung diese Überarbeitung gehen könnte, wäre allerdings besser zu entscheiden, wenn man wüsste, warum dieser Anfang dir wirklich am Herzen liegt, wie du sagst. Denn das klingt, finde ich, schon nach einem Gefühl, dem man als Autor(in) folgen sollte. Was aber ist der Kern, das Unverhandelbare dieser Szene --> was ließ sie dir ans Herzen wachsen?


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fehlende Quellenangabe: mein Kopf.
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