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Ameas Freund


 
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Kopfkino
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 36
Beiträge: 267
Wohnort: zwischen Fluss und Wald


BeitragVerfasst am: 07.05.2015 12:22    Titel: Ameas Freund eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Hallo ihr Lieben lol2

dann will ich auch mal sehen, was ihr mir so zu meinem Geschreibe sagen könnt. Vor allem, wo es noch Möglichkeiten gibt, es besser zu machen. Danke und viel Vergnügen.




Amea rannte. Wahrscheinlich hatte sie sowieso schon alle weit hinter sich gelassen. Trotzdem fegte sie wie ein kleiner Wirbelwind durch die Apfelwiese. Den Ruf des Apfelschreiers, eines Vogels, der alle Tiere und Menschen vor ihrer Anwesenheit warnte, beachtete sie nicht. Sie wollte nur zu Ijam.
Ob Ijam sein richtiger Name war, das wusste sie nicht, doch das war es, was sie zu hören gemeint hatte, als sie ihn danach fragte. Zudem hörte er, wenn sie ihn so rief.
Außerdem wollte Amea nicht waschen. Wäsche machen war doof. Man bekam kalte und faltige Hände davon. Waschfrauenfinger. Mala erzählte zwar Geschichten und es wurde getratscht. Alles was es eben Neues gab. Doch Amea kannte schon alle Geschichten von Mala und die Neuigkeiten im Dorf waren immer so langweilig. Wen interessierte schon, mit welchem Mädel Kasiar auf dem Dorffest am meisten getanzt hatte oder was Musa im Suff wieder angestellt hatte.
Endlich kam der dunkle Waldrand in Sicht. Der kleine Hügel. Amea sah nur noch auf Ijam, während ihre bloßen Füße das Gras und die überall blühenden Kuhblumen plättete.
Inzwischen hatte er sie auch schon bemerkt. Er erhob sich und starrte ihr mit seinen goldglänzenden Augen entgegen. Sein Schwanz wedelte.
Man konnte ihn beinahe mit einem Hund verwechseln, dachte Amea. Beinahe. Doch sein kluges Gesicht und vor allem die weißen Striche über seinen Augen waren Hinweis auf sein wahres Wesen.
Ijam fiepte und tanzte nur so um Amea herum, sobald diese den Hügel erklommen hatte.
Amea keuchte und lachte gleichzeitig. Das war nicht gerade hilfreich dabei, ihren Atem wieder zu beruhigen.
"Ijam." sagte sie und sofort hielt er inne und sah sie fragend an.
"Lass mich erst zu Atem kommen."
Er setzte sich und nickte.
Später spielten sie. Fangen, verstecken, balgen. Alles was ihnen in den Sinn kam. Dann lagen sie wieder einfach nebeneinander und sahen hoch zu den Wolken.
Amea schreckte auf als sie die Glöckchen hörte. Sie sah den Hügel hinab. Die weiße Wolle einer Schafherde getrieben von Korman und seinem Hund Rasz war gut zu erkennen.
Ijam knurrte leise.
"Sei still Ijam." sagte Amea in beschwörendem Tonfall. "Sie sind schon nah.
Ijam knurrte nicht weiter, doch Rasz steuerte trotzdem auf den Hügel zu.
Amea versuchte den widerstrebenden Ijam hinter ihren Rücken zu schieben.
"Was hast du entdeckt, Rasz, Junge?" hörte sie Korman rufen.
Rasz stand nun vor ihnen und knurrte Ijam an, der nur halb hinter Amea verborgen war.
Amea stöhnte auf, als Ijam auch noch zurückknurrte.
Rasz bellte nun laut.
"Bin gleich da. Was hast du aufgestöbert?"
Kormans Stimme war beunruhigend nah. Dann sah Amea erst seinen breitkrempigen, schwarzen Hut, dann das rotbackige Gesicht mit der breiten Nase und dann nach und nach den Rest von Korman den Hügel heraufkommen.
"So, die kleine Amea." stellte er kopfschüttelnd fest. "Solltest du nicht bei deiner Mutter und dem übrigen Weibsvolk sein?"
Er stemmte die Hände in die Hüften und sah sie tadelnd an. Rasz knurrte wieder und machte einen weiteren Schritt auf Ijam zu. Da entdeckte auch Korman ihn.  
"Ah, deswegen war Rasz so ausser sich. Guter Junge, Rasz."
Er taxierte Ijam mit finsterem Blick.
"Das ist mein Hund. Ijam." behauptete Amea.
Korman glaubte ihr die Lüge nicht einen Augenblick.
"Unsinn. Einen Werg hast du da. Einen Welpen noch. Doch trotzdem ein Werg. Die muss man töten. Gleich töten, bevor sie groß sind und uns angehen."
"Er ist ein Hund!" wiederholte Amea störrisch.
Der Schäfer lachte kurz auf.
"Lass ihn mal bellen. Wenn er bellen kann, dann glaub ich es dir."
"Bell, Ijam." bat Amea.
Ijam machte ein seltsames Geräusch. Es klang, als hätte er "Wau" gesagt. Nur in einem seltsamen, knurrigen Ton. Fast wie ein Husten.
Korman lachte. "Siehst du?" sagte er dann hob er seinen Stab.
Amea sprang hoch. Sie versuchte gleichzeitig zwischen Ijam und Korman zu stehen und auch Rasz nicht in Ijams Nähe zu lassen.
"Aus dem Weg, Kind."
Korman hob den Arm um Amea einfach zur Seite zu schieben.
"Nein." Amea war wütend geworden. Obwohl sie wusste, dass es sinnlos war, brüllte sie den Schäfer an:
"Verschwinde, Korman. Lasst uns in Ruhe, geht weg!"
Korman stand einen Moment wie versteinert da. Dann pfiff er Rasz zu sich, drehte sich um und stapfte langsam mit abgehackt wirkenden Schritten den Hügel hinab.
Amea starrte ihm verwirrt hinterher. Erwachsene taten sonst nie, was sie sagte.
Sie drehte sich zu Ijam um. Der saß geduckt da. Er starrte zum Wald hinüber und winselte.
"Was ist los?" fragte Amea.
Ijam gab ein Knurrgeräusch von sich und Amea meinte eine Stimme zu hören. "Sie kommt."
"Wer kommt?"
Dann sah sie eine Gestalt die aus dem Wald gesprungen sein musste. Eine Werg. Braunes Fell und weiße Augenstriche, wie bei Ijam.
"Mutter." wieder war es mehr ein Knurren als ein Sprechen.
Dann war die Werg herangekommen. Ijam duckte sich noch tiefer in die Wiese und winselte.
Die Werg knurrte. "Mit dir spreche ich später, Ijamazar." Amea hörte die Werg deutlich sprechen. In ihrem Kopf.
Sie fasste sich unsicher an die Stirn. Träumte síe?
Die Werg wandte sich nun Amea zu. Sie knurrte und wieder hörte Amea sie in ihrem Kopf. "Hab dank, Lichtkind, dass du meinen Sohn beschützt hast. Doch ihr könnt euch nicht mehr sehen. Halte dich fern von unserem Revier. Es ist nicht sicher für dich und deinesgleichen."
Dann packte sie Ijam am Nackenfell und rannte los, auf den Waldrand zu. Auf halbem Weg hielt sie inne und wandte sich nocheinmal um. "Wenn du doch einmal an einen vom Rudel geraten solltest, dann sag, "Araszka schützt mich. Vielleicht lassen sie dich dann ziehen."
Sie verschwand mit Ijam im Wald.
Eine Weile lang starrte Amea noch auf die Stelle, an der sie verschwunden waren.
Dann machte sie sich langsam auf den Rückweg. Sie überlegte, ob sie ihrer Mutter davon erzählen sollte. Dann schüttelte sie den Kopf. Sie würde ja doch nur eine weitere Ermahnung zu hören bekommen. "Halt dich bloß vom Wald fern."

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Uibui
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Beiträge: 92
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BeitragVerfasst am: 07.05.2015 14:41    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Kopfkino smile

Ich bin noch nicht so versiert bei der Textkritik, daher wieder nur ein paar Sachen, die mir aufgefallen sind.

Zuerst: mir gefällt deine kurze Geschichte recht gut. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

Was mir allerdings auffällt, sind die vielen sehr kurzen Sätze. Ich weiß, man soll keine megalangen verschachtelten Sätze schreiben, aber es kommt mir so vor, als würde man man durch deine Geschichte hindurchgejagt.  Vielleicht ist das aber auch so von dir gewollt. smile

Viele Grüße

Uibui
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sohndeslupus
Geschlecht:weiblichSchreiberling

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Beiträge: 185
NaNoWriMo: 25495



BeitragVerfasst am: 07.05.2015 15:34    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Kopfkino,

mir gefällt die Geschichte um die Freundschaft von Amea und dem kleinem Warg gut. Ich finde es ist ein schöne Einstand. Besonders hat mir gefallen, das ich als Leser rätseln konnte was es mit Ijam auf sich hat.  

Hier ein paar Eindrücke von mir, die du vielleicht nützlich findest:

Erstens ist mir aufgefallen das du in dem kurzen Text sehr viele Figuren einführst (Amea, Ijam, Mala, Razs, Koram, die Mutter von Amea, die Mutter von Ijam) Für mich sind das zu viele. Ich nehme an es ist der Anfang von einem Manuskript? Vielleicht kannst du dann ja, die eine oder andere Figur, erst später vorstellen?

Außerdem bin ich über ein paar Worte gestolpert, aber das ist nur meine persönliche Wahrnehmung:
doof, Mädel, kleiner Wirbelwind, Weibsvolk

Ich mag kurze Sätze ja und schreibe selbst gerne welche. Hier hatte es mich aber ein bisschen gestört:
Zitat:
Später spielten sie. Fangen, verstecken, balgen. Alles was ihnen in den Sinn kam.

Das wirkt auf mich schon ziemlich abgehackt. Vielleicht kannst du sie ja verbinden?

Zitat:
Dann sah Amea erst seinen breitkrempigen, schwarzen Hut, dann das rotbackige Gesicht mit der breiten Nase und dann nach und nach den Rest von Korman den Hügel heraufkommen.

Hier finde ich zweimal „dann“ nicht besonders schön.

 
Zitat:
Da entdeckte auch Korman ihn.

Das Wort "auch" würde ich weglassen.

Zitat:
Er taxierte Ijam mit finsterem Blick.

Wer? Der Mann oder der Hund Razz

Zitat:
Korman stand einen Moment wie versteinert da. Dann pfiff er Rasz zu sich, drehte sich um und stapfte langsam mit abgehackt wirkenden Schritten den Hügel hinab.

Ich frage mich, warum der Mann das Kind nicht mitnimmt, wenn Warge so gefährlich sind? Ganz schön kaltherzig von ihm Shocked

Ich hoffe ich konnte dir weiter helfen. Bin gespannt wie es weitergeht.

Lg
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BiancaW.
Geschlecht:weiblichMotivationsschubse


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NaNoWriMo: 68946



BeitragVerfasst am: 07.05.2015 18:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Kopfkino,

danke für deinen Einstand. Ein schöner Text, er ist flüssig geschrieben und macht neugierig. Ich kann mir die lebhafte Amea in ihrer Vorfreude richtig gut vorstellen.

Mich stören die kurzen Sätze nicht. Ich finde, es herrscht eine gute Ausgewogenheit zwischen kurzen und langen Sätzen.

Einziger Kritikpunkt von meiner Seite: Der Dialog zwischen Korman und Amea. Korman redet davon, den Werg zu töten, geht schon auf ihn los und dann schafft es Amea, ihn mit einem Satz zu stoppen.
Das wirkt auf mich unrealistisch. Wieso gibt Korman sein Vorhaben so leicht auf?

Ich würde den Konflikt mehr herausarbeiten, die Gefahr, in der Ijam schwebt. Die Angst von Amea um Ijam herausstellen, ihre Verzweiflung. Wie sie es schließlich schafft, Korman von seinem Vorhaben abzubringen.
Vielleicht hat Ijam auch magische Kräfte, die Korman beeinflussen, besänftigen können?
Du verschenkst hier eine Chance, Spannung aufzubauen.

Ansonsten, sehr gern gelesen Wink

LG, Bianca


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Kopfkino
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BeitragVerfasst am: 07.05.2015 19:11    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo und danke schonmal für eure Kritiken. Ich habe gerade nur ein paar Minuten und antworte später noch ausführlich.

Nur eins:  Der Schäfer geht, weil Amea ihn unwissentlich verzaubert hat.  Das war zu leise angedeutet denke ich. Embarassed
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Papa Schlumpf
Geschlecht:männlichHobbyautor

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Wohnort: Friedersdorf


BeitragVerfasst am: 07.05.2015 19:14    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, Kopfkino,
ein Nickname, den ich nicht sehr mag, da er mich an schlaflose Nächte gemahnt, aber das ist mein Problem. Deine Einstandsgeschichte aber mag ich, so unaufgeregt, mit einer angenehmen Gelassenheit, stellst Du eine Grundsituation in den Raum. Ja, sicher, die Fülle der Figuren kann verwirren. Muss aber nicht. Eine etwas intensivere Charakterisierung solltest Du ihnen in den folgenden Kapiteln trotzdem spendieren. Für den Fall, dass einige davon im Weiteren keine erwähnenswerte Rolle spielen, verzichtetest Du besser darauf, sie mit phantasievollen Namen zu belegen, die Funktion (Schäfer, Hütehund etc.) tut's dann auch. Einige Details.
Zitat:
schon alle weit hinter sich gelassen
welche "alle"? Du gehst im Folgenden auch nicht darauf ein, erzeugst hier aber den Eindruck eines Wettlaufs.
Zitat:
Name war, das wusste sie nicht, doch das war es, was sie zu hören gemeint hatte,
Gehen wir so großzügig mit "haben" und "sein" um, so klingt unser Text bald gleichförmig. Zudem besteht hier kein Grund dazu. Das Plusquamperfekt lässt sich genauso vermeiden wie der zweite Nebensatz: "Ob sein richtiger Name "Ijam" lautete, das wusste sie  nicht, doch sie meinte dieses Wort zu hören, als sie ihn danach fragte."
Den Spaß könnten wir uns den ganzen Text durch machen, in dem immer wieder schwer Hilfsverb-lastige Fleckchen auftauchen. Du findest das auch ohne mich.
 
Zitat:
am meisten getanzt hatte oder was Musa im Suff wieder angestellt hatte.
Hier geht es nicht ohne PQP. Setzt Du hinter "getanzt" ein Komma und streichst die nächsten beiden Wörter, so sieht das schon viel eleganter aus.
Zitat:
waren Hinweis auf sein wahres Wesen.
Hier müsste eigentlich der Hinweis ins Plural. Oder gleich "zeugten von seinem ..."
Zitat:
sobald diese den Hügel erklommen hatte.
Im Zusammenhang mit temporären Bestimmungen bleibt oft keine Chance als eine vollendete Zeitform. "diese" kann ich gar nicht leiden, es erzeugt einen unangenehmen Abstand. Statt zu erklimmen (erzeugt Verlaufsform) kann sie z. B. den Gipfel erreichen.
Zitat:
Da entdeckte auch Korman ihn.
ist eine etwas unglückliche Konstruktion, weil der Bezug von "ihn" auf den ersten Blick mehrdeutig erscheint. Es klingt auch nicht besonders. Mitunter hilft, sich einen Satz laut vorzulesen.
Soviel Senf von mir,nimm, was Du brauchen kannst.
Dein Text gefällt mir, warte auf Fortsetzungen.
P. S.


_________________
Nicht alles, was wir bewirken, haben wir auch gewollt.
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Constantine
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Beiträge: 2682

Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 08.05.2015 01:25    Titel: Re: Ameas Freund Antworten mit Zitat

Hallo Kopfkino,

danke für deinen schönen Einstand. Er gefällt mir insgesamt gut, liest sich flüssig und macht neugierig auf mehr.
Das ist ein Auszug aus deinem "Monsterwerk", oder?
Ich hoffe, die vielen anderen Namen in diesem Auszug bekommen eine entsprechende Einführung bzw. Ausarbeitung, damit man als Leser was mit ihnen anfangen kann.
Nach direkter Rede mit Beisatz folgt ein Komma und kein Punkt davor im Satz (rot markierte Punkte).

Du schreibst, Amea verzaubert Korman. Das kommt für mich leider überhaupt nicht raus. Mich wunderte, dass der Schäfer so schnell abzieht, obwohl er über die Gefahr des Werg so besorgt war. Dahingehend müsstest du ausbessern.
Auch wenn ich mich frage, warum Amea zaubern kann und ob Korman davon weiß, oder ob es eine geheime Fähigkeit von ihr ist?

Gleich zu Beginn
Kopfkino hat Folgendes geschrieben:
Wahrscheinlich hatte sie sowieso schon alle weit hinter sich gelassen.

habe ich die Annahme, dass sie vor irgendjemanden wegläuft, der hinter ihr herjagt.
Dieser Satz verwirrt, weil darauf nichts folgt, und lässt ein Hetzen anklingen, welches nicht von Belang ist.


Kopfkino hat Folgendes geschrieben:
Ob Ijam sein richtiger Name war, das wusste sie nicht, doch das war es, was sie zu hören gemeint hatte, als sie ihn danach fragte. Zudem hörte er, wenn sie ihn so rief.

Hier nehme ich an, dass Ijam animalisch ist und nicht des Redens fähig. Später überrascht mich, dass Ijam sehr wohl reden kann und das auch gut verständlich.


Kopfkino hat Folgendes geschrieben:
Außerdem wollte Amea nicht waschen. Wäsche machen war doof. Man bekam kalte und faltige Hände davon. Waschfrauenfinger. Mala erzählte zwar Geschichten und es wurde getratscht. Alles was es eben Neues gab. Doch Amea kannte schon alle Geschichten von Mala und die Neuigkeiten im Dorf waren immer so langweilig. Wen interessierte schon, mit welchem Mädel Kasiar auf dem Dorffest am meisten getanzt hatte oder was Musa im Suff wieder angestellt hatte.

Nach einem so gehetzten Beginn empfinde ich diesen Abschnitt eher als unpassende Informationen, die ich nicht brauche. Wäre zu überdenken, warum du dem Leser diese Infos hier mitteilen musst, während sie zum Hügel eilt.

Kopfkino hat Folgendes geschrieben:

Endlich kam der dunkle Waldrand in Sicht. Der kleine Hügel. Amea sah nur noch auf Ijam, während ihre bloßen Füße das Gras und die überall blühenden Kuhblumen plätteten.<-- Plural
Inzwischen hatte er sie auch schon bemerkt. Er erhob sich und starrte ihr mit seinen goldglänzenden Augen entgegen. Sein Schwanz wedelte.
Man konnte ihn beinahe mit einem Hund verwechseln, dachte Amea. Beinahe. Doch sein kluges Gesicht und vor allem die weißen Striche über seinen Augen waren Hinweis auf sein wahres Wesen. <-- mit diesem Ausdruck verbinde ich eher Charakter als Tierart und finde vier weiße Striche über den Augen sind zur Identifizierung der Spezies wichtig, aber nicht, was den Charakter angeht. Für mich eine unpassende Formulierung in diesem Kontext.
Ijam fiepte <-- im gesamten Text knurrt Ijam. "Fiepen" empfinde ich als unpassende Formulierung. und tanzte nur so um Amea herum, sobald diese den Hügel erklommen hatte.
Amea keuchte und lachte gleichzeitig. Das war nicht gerade hilfreich dabei, ihren Atem wieder zu beruhigen.
"Ijam."(Komma) sagte sie und sofort hielt er inne und sah sie fragend an.
"Lass mich erst zu Atem kommen."
Er setzte sich und nickte.
Später spielten sie. Fangen, verstecken, balgen. Alles was ihnen in den Sinn kam. Dann lagen sie wieder einfach nebeneinander und sahen hoch zu den Wolken.
Amea schreckte auf als sie die Glöckchen hörte. Sie sah den Hügel hinab. Die weiße Wolle einer Schafherde getrieben von Korman und seinem Hund Rasz war gut zu erkennen.
Ijam knurrte leise.
"Sei still Ijam."(Komma) sagte Amea in beschwörendem Tonfall. "Sie sind schon nah."
Ijam knurrte nicht weiter, doch Rasz steuerte trotzdem auf den Hügel zu.
Amea versuchte den widerstrebenden Ijam hinter ihren Rücken zu schieben.
"Was hast du entdeckt, Rasz, Junge?"(Komma) hörte sie Korman rufen.
Rasz stand nun vor ihnen und knurrte Ijam an, der nur halb hinter Amea verborgen war.
Amea stöhnte auf, als Ijam auch noch zurückknurrte.
Rasz bellte nun laut.
"Bin gleich da. Was hast du aufgestöbert?"
Kormans Stimme war beunruhigend nah. Dann sah Amea erst seinen breitkrempigen, schwarzen Hut, dann das rotbackige Gesicht mit der breiten Nase und dann nach und nach den Rest von Korman ihm den Hügel heraufkommen.
"So, die kleine Amea."(Komma) stellte er kopfschüttelnd fest. "Solltest du nicht bei deiner Mutter und dem übrigen Weibsvolk sein?"
Er stemmte die Hände in die Hüften <-- wie macht er das, wenn er doch einen Stab, wie später erwähnt wird, in der Hand hält? und sah sie tadelnd an. Rasz knurrte wieder und machte einen weiteren Schritt auf Ijam zu. Da entdeckte auch Korman ihn.  
"Ah, deswegen war Rasz so ausser sich. Guter Junge, Rasz."
Er taxierte Ijam mit finsterem Blick.
"Das ist mein Hund. Ijam."(Komma) behauptete Amea. <-- kannst du auch weglassen. Ist klar, dass sie es sagt und das Ijam eigentlich kein Hund ist, weiß der Leser.
Korman glaubte ihr die Lüge nicht einen Augenblick. <-- kannst du auch weglassen, denn Kormans Aussage drückt genau diese Beschreibung aus.
"Unsinn. Einen Werg hast du da. Einen Welpen noch. Doch trotzdem ein Werg. Die muss man töten. Gleich töten, bevor sie groß sind und uns angehen."
"Er ist ein Hund!"(Komma) wiederholte Amea störrisch.
Der Schäfer lachte kurz auf.
"Lass ihn mal bellen. Wenn er bellen kann, dann glaub ich es dir."
"Bell, Ijam."(Komma) bat <-- warum "bat"? Sie befiehlt es oder sollte es so aussehen lassen, als würde sie dem "Hund" einen Befehl geben. "Bat" ist mMn an dieser Stelle unpassend.  Amea.
Ijam machte ein seltsames Geräusch. Es klang, als hätte er "Wau" gesagt. Nur in einem seltsamen, knurrigen Ton. Fast wie ein Husten.
Korman lachte. "Siehst du?"(Komma) sagte er(Komma) dann hob er seinen Stab.
Amea sprang hoch. Sie versuchte gleichzeitig zwischen Ijam und Korman zu stehen und auch Rasz nicht in Ijams Nähe zu lassen.
"Aus dem Weg, Kind."
Korman hob den Arm(Komma) um Amea einfach zur Seite zu schieben.
"Nein." Amea war wütend geworden. Obwohl sie wusste, dass es sinnlos war, brüllte sie den Schäfer an:
"Verschwinde, Korman. Lasst uns in Ruhe, geht weg!"
Korman stand einen Moment wie versteinert da. Dann pfiff er Rasz zu sich, drehte sich um und stapfte langsam mit abgehackt wirkenden Schritten den Hügel hinab.
Amea starrte ihm verwirrt hinterher. Erwachsene taten sonst nie, was sie sagte. <-- diese Verzauberung war also nicht beabsichtigt, sondern geschah zufällig. Also weiß Amea nichts von ihren magischen Fähigkeiten?
Sie drehte sich zu Ijam um. Der saß geduckt da. Er starrte zum Wald hinüber und winselte.
"Was ist los?"(Komma) fragte Amea.
Ijam gab ein Knurrgeräusch von sich und Amea meinte eine Stimme zu hören. "Sie kommt."
"Wer kommt?"
Dann sah sie eine Gestalt die aus dem Wald gesprungen sein musste springen. <-- Oder alternativ: Dann sprang eine Gestalt aus dem Wald. Eine Werg. <-- würde ich weglassen, weil es mir von der Szene zu schnell kommt. Nach der Gestalt die äußere Beschreibung und mit "Mutter" wird ersichtlich, dass es sich um eine Werg handelt, oder? Braunes Fell und weiße Augenstriche, wie bei Ijam.
"Mutter."(Komma) wieder war es mehr ein Knurren als ein Sprechen.
Dann war die Werg herangekommen. Ijam duckte sich noch tiefer in die Wiese und winselte.
Die Werg knurrte. "Mit dir spreche ich später, Ijamazar." Amea hörte die Werg deutlich sprechen. In ihrem Kopf. <-- warum hört Amea die Gesdanken der Werg, die ihre Worte direkt an Ijam richtet? Ist das erneut eine unbekannte Fähigkeit Ameas?
Sie fasste sich unsicher an die Stirn. Träumte síe?
Die Werg wandte sich nun Amea zu. Sie knurrte und wieder hörte Amea sie in ihrem Kopf. "Hab dank, Lichtkind, dass du meinen Sohn beschützt hast. Doch ihr könnt euch nicht mehr sehen. Halte dich fern von unserem Revier. Es ist nicht sicher für dich und deinesgleichen."
Dann packte sie Ijam am Nackenfell und rannte los, auf den Waldrand zu. Auf halbem Weg hielt sie inne und wandte sich nocheinmal um. "Wenn du doch einmal an einen vom Rudel geraten solltest, dann sag, "Araszka schützt mich. Vielleicht lassen sie dich dann ziehen."
Sie verschwand mit Ijam im Wald.
Eine Weile lang starrte Amea noch auf die Stelle, an der sie verschwunden waren. <-- Vielleicht: ihnen hinterher.
Dann machte sie sich langsam auf den Rückweg. Sie überlegte, ob sie ihrer Mutter davon erzählen sollte. Dann schüttelte sie den Kopf. Sie würde ja doch nur eine weitere Ermahnung zu hören bekommen. "Halt dich bloß vom Wald fern."


Vielleicht ist etwas Hilfreiches unter meinen Anmerkungen.

LG,
Constantine
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Gefühlsgier
Geschlecht:weiblichHobbyautor

Alter: 26
Beiträge: 438
Wohnort: Worms


BeitragVerfasst am: 08.05.2015 05:29    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Kopfkino,

vielen Dank für deine insgesamt schöne Geschichte.
Wie ich sehe, wurde dazu schon einiges gesagt und ich möchte ergänzend dazu meine Eindrücke schildern. Vielleicht ist tatsächlich etwas dabei, was dir weiterhilft. Das Feedback wäre länger ausgefallen,aber man muss sich ja nicht wiederholen. Hier habe ich es teilweise noch ergänzend getan.

Zitat:
Wahrscheinlich hatte sie sowieso schon alle weit hinter sich gelassen. Trotzdem fegte sie wie ein kleiner Wirbelwind durch die Apfelwiese.

Auf das Wort „Wahrscheinlich“ könntest du auch verzichten. Es liest sich mMn  schöner, wenn nicht solche vagen Begriffe am Satzanfang vorkommen. (Mal unter uns: ich bin auch gerade dabei, mir das abzugewöhnen)

Zitat:
Ob Ijam sein richtiger Name war, das wusste sie nicht,[…]

Das Wort „das“ erscheint mir hier überflüssig.
Zitat:

 […]doch das war es, was sie zu hören gemeint hatte, als sie ihn danach fragte. Zudem hörte er, wenn sie ihn so rief.


Dieser Satzteil liest sich mMn vor allem  aufgrund „zu hören gemeint hatte“ nicht flüssig. Ein spontaner Vorschlag für den gesamten Satz, der die vielleicht auch zusagen könnte:
Ob Ijam sein richtiger Name war, wusste sie nicht, doch sie glaubte, diesen Namen verstanden zu haben, als sie ihn (danach) fragte.

[ Wobei ich denke, dass es sich in dem Satz die Frage nach dem „wonach“ selbst klärt. Ich hätte spontan darauf verzichtet.]

Zitat:
Zudem hörte er, wenn sie ihn so rief.


Das Wort „Zudem“ wirkt mMn  etwas gezwungen. Das „so“ passt mir hier auch nicht ganz in den Satz, das wirkt fast schon  etwas „salopp“.  

„Tatsächlich hörte er, wenn sie ihn mit dem Namen rief“
Das ist mein erster spontaner Gedanke, diesen Satz eventuell anders zu formulieren.

Zitat:
Außerdem wollte Amea nicht waschen. Wäsche machen war doof. Man bekam kalte und faltige Hände davon. Waschfrauenfinger.

Bevor ich über die Einzelheiten nachdenken konnte, fragte ich mich, für welche „Zielgruppe“ deine Geschichte ist.  Entschuldige, wenn ich daneben liege, aber hier musste ich aufgrund der Satzstellung erstmalig an eine Kindergeschichte denken.  Anderenfalls fände ich das Abhacken der Sätze, wie in dem Beispiel, hinderlich für den Lesefluss, während das auf Kinder wohl ganz anders wirkt.  Ansonsten wäre auch das Wort „doof“  deplatziert.

Ich finde, genau wie Constantine, diesen Part allgemein verzichtbar.

Abgesehen davon hast du hier in dem kurzen Zeitraum von zwei Sätzen „zudem“ und „außerdem“ jeweils am Satzanfang benutzt.  Ich gebe dir den Tipp, in solchen Fällen nach Worten zu suchen, die nicht gleichförmig klingen – so wie eben: „zudem“ und „außerdem“.


glg


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Kopfkino
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Beiträge: 267
Wohnort: zwischen Fluss und Wald


BeitragVerfasst am: 08.05.2015 10:36    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

So, hallo ihr Lieben!

Mal sehen, wie weit ich mit meiner Antwort.

 @Uibui: danke für deine nette Antwort. Egal ob man sich versiert findet, oder nicht, jeder nimmt doch etwas wahr. Und das ist es ja, was man wissen will. Smile

@sohndeslupus: Und da wirds schon ausführlicher. Ich muss zugeben, das, was ich hier geschrieben ist, nicht groß überarbeitet ist, da ich genau da meine, Nachhilfe nötig zu haben. Das sind gute Punkte, auf die ich achten werde.
Die Wörter über die du etwas stolperst sind bis auf Weibsvolk, da habe ich selber gezögert, Bezeichnungen,  die ich auch selber so verwende. Da muss ich mir evtl.  besser auf die Finger schauen.

@BiancaW. : Ja, du hast die Stelle gefunden, die inhaltlich nicht bringt, was beabsichtigt war. Das kleine Problem war, denke ich, darzustellen,  dass Amea zaubert, es selbst aber nicht weiß oder merkt. Wahrscheinlich müsste da noch einfach stehen: "Ohne es zu merken hatte sie auf magische Weise die Kontrolle über den Schäfer erhalten.  "
Auch das klingt noch nicht rund, hätte es aber erklärt.

@PapaSchlumpf: Hallo und danke. Deinen Nick mag ich dafür gerne. Wink  Diese Hinweise zu meiner Art Sätze zu bilden und das mit den Hilfsverben, das kann ich wirklich gut brauchen. Es freut mich, dass es für dich interessant ist, wie es weitergeht.

@Constantine: Vielen lieben Dank für die ausführliche Kritik.  
Nein,  das ist nicht aus meiner Monstergeschichte. Auch wenn es da sowohl Lichtwesen, als auch Gestaltwandler in einem Teil gibt. Ich habe lange überlegt, wie und vor allem was ich euch als Einstand zeige. Mein Herzprojekt (ok, mein derzeitiges),  möchte ich erst zeigen, wenn ich es richtig fertig und überarbeitet habe. Den Text hier habe ich mir neben dem Spülen ausgedacht und dann unter Zeitdruck runtergeschrieben.  (Ein echt guter Lauf...) Auf dem Weg zur Arbeit hatte ich lauter Stellen im Kopf, die anders sein sollten. Aber ich denke es ist ein ehrlicher Eindruck davon, wie ich so schreibe.
Deine Kritik ist auf jeden Fall sehr hilfreich.

@Gefühlsgier: Vielen Dank für deine Ergänzungen.  Besonders das mit zudem und außerdem werde ich im Auge behalten.

Also nochmal: Danke euch! Ich denke, eine Fortsetzung wird es geben, allerdings weiß ich noch nicht, wie schnell ich dafür mal Zeit finde. Abends ist für die andere Geschichte reserviert,  tagsüber ist schwierig. Rolling Eyes

Liebes Grüßle
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Paula Grimm
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BeitragVerfasst am: 08.05.2015 19:26    Titel: Re: Ameas Freund Antworten mit Zitat

'nabend Kopfkino,
auch mir gefällt der flüssige Stil Deiner Geschichte. Mich stören die kurzen Sätze ebenfalls nicht. Da auch ich nicht verstanden habe, warum der Schäfer auf das Kind hört, wäre es hilfreich dem Leser einen Wink bezüglich des Zaubers zu geben. Es macht ja auch nichts, wenn er mehr weiß als die Personen. Ansonsten wirkt dieses Verhalten des Mannes nicht plausibel. Und da Du offenbar dazu schon eine Idee hast, kannst Du das bei Gelegenheit kurz und bündig einfügen. :wink

Paula Grimm

PS: Die Wortwahl gefällt mir bis auf "doof". Das passt nicht so recht zu dem Ambiente und dem Genre! Viel Freude weiterhin! Ich bin gespannt auf die Geschichte!


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Kopfkino
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BeitragVerfasst am: 09.05.2015 15:31    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Paula Grimm,

danke auch dir für deine Kritik. Das "doof" kommt auf jeden Fall weg, eher sogar mehr von der Stelle.
Vielleicht schaffe ich es heute abend eine korrigierte Version hier einzufügen.
Aber kommt drauf an, wie aufmüpfig meine Jungs heute sind, wenn sie ins Bett sollen Rolling Eyes

Edit: heute wird das nix mehr. Mein Mann besetzt den PC und mit diesem Tablet kann ich nicht gewandt genug umgehen um sinnvoll an einem Text zu arbeiten. hmm
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Kopfkino
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BeitragVerfasst am: 11.05.2015 10:35    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

So, da bin ich wieder. Jetzt versuche ich mich mal an der überarbeiteten Version smile Ich hoffe, ich vermurkse es nicht. Laughing

Amea rannte. Ihre Mutter und Schwester, die versucht hatten sie aufzuhalten, waren nicht mehr in Sicht und auch sonst folgte ihr niemand. Trotzdem fegte sie wie ein kleiner Wirbelwind durch die Apfelwiese. Den Ruf des Apfelschreiers, eines Vogels, der alle Tiere und Menschen vor ihrer Anwesenheit warnte, beachtete sie nicht. Sie wollte nur zu Ijam.
Ob er wirklich Ijam hieß, wusste sie nicht, doch das hatte sie zu hören gemeint , als sie ihn danach fragte. Wenn sie ihn so rief, hörte er jedenfalls darauf.

Endlich kam der dunkle Waldrand in Sicht. Der kleine Hügel. Amea sah nur noch auf Ijam, während ihre bloßen Füße das Gras und die überall blühenden Kuhblumen plätteten.
Inzwischen hatte er sie auch schon bemerkt. Er erhob sich und starrte ihr mit seinen goldglänzenden Augen entgegen. Sein Schwanz wedelte.
Man konnte ihn beinahe mit einem Hund verwechseln, dachte Amea. Beinahe. Doch sein kluges Gesicht und vor allem die weißen Striche über seinen Augen waren deutliche Hinweise dafür, dass dem nicht so war.
Ijam rannte Amea entgegen und tanzte nur so um sie herum, während diese die letzten Meter den Hügel hinaufstieg.
Amea keuchte und lachte gleichzeitig. Das war nicht gerade hilfreich dabei, ihren Atem wieder zu beruhigen.
"Ijam", sagte sie und sofort hielt er inne und sah sie fragend an.
"Lass mich erst zu Atem kommen."
Er setzte sich und nickte.

Später spielten sie. Fangen, verstecken, balgen, einfach alles was ihnen in den Sinn kam. Dann lagen sie wieder einfach nebeneinander und sahen hoch zu den Wolken.
Amea schreckte auf, als sie die Glöckchen hörte. Sie sah den Hügel hinab. Sie erkannte die weiße Wolle einer Schafherde, die sich, getrieben von ihrem Schäfer und dem Hütehund, auf sie und Ijam zubewegte.
Ijam knurrte leise.
"Sei still Ijam", mahnte Amea ihn in beschwörendem Tonfall. "Sie sind schon nah."
Ijam knurrte nicht weiter, doch der Schäferhund steuerte trotzdem auf den Hügel zu.
Amea versuchte den widerstrebenden Ijam hinter ihren Rücken zu schieben.
"Was hast du entdeckt, mein Junge?", hörte sie den Schäfer rufen.
Der große Hund stand nun vor ihnen und knurrte Ijam an, der nur halb hinter Amea verborgen war.
Amea stöhnte auf, als Ijam auch noch zurückknurrte.
Der Schäferhund bellte nun laut.
"Bin gleich da. Was hast du aufgestöbert?"
Die Stimme des Schäfer klang nun beunruhigend nah. Dann sah Amea erst seinen breitkrempigen, schwarzen Hut, dann das rotbackige Gesicht mit der breiten Nase und dann nach und nach den Rest des Mannes den Hügel heraufkommen.
"So, die kleine Amea", stellte er kopfschüttelnd fest. "Solltest du nicht deiner Mutter mit der Arbeit helfen?"
Er stützte sich schnaufend auf seinen Stab und sah tadelnd auf sie herunter. Der Schäferhund knurrte wieder und machte einen weiteren Schritt auf Ijam zu und lenkte so die Aufmerksamkeit des Schäfers auf diesen.
"Ah, deswegen warst du so außer dir. Du bist ein guter Junge", lobte der Schäfer seinen Hund.
Dann taxierte er Ijam mit finsterem Blick.
"Das ist mein Hund. Ijam."
"Unsinn. Einen Werg hast du da. Einen Welpen noch. Doch trotzdem ein Werg. Die muss man töten. Gleich töten, bevor sie groß sind und uns angehen."
"Er ist ein Hund!",  wiederholte Amea störrisch.
Der Schäfer lachte kurz auf.
"Lass ihn mal bellen. Wenn er bellen kann, dann glaub ich es dir."
"Bell, Ijam", befahl Amea.
Ijam machte ein seltsames Geräusch. Es klang, als hätte er "Wau" gesagt. Nur in einem seltsamen, knurrigen Ton. Fast wie ein Husten.
Der Schäfer lachte wieder. "Siehst du?", sagte er dann hob er seinen Stab.
Amea sprang hoch. Sie versuchte gleichzeitig zwischen Ijam und dem Schäfer zu stehen und auch den Hund nicht in Ijams Nähe zu lassen.
"Aus dem Weg, Kind."
Der Schäfer hob den Arm um Amea einfach zur Seite zu schieben.
"Nein." Amea war wütend geworden. Obwohl sie wusste, dass es sinnlos war, brüllte sie ihn an:
"Verschwinde. Lass uns in Ruhe, geht weg!"
Ohne dass sie es merkte, wirkte Amea einen Zauber. Ihre Augen leuchteten grün-golden auf und ein feiner Lichtstrahl schien für einen Moment zwischen ihr und dem Mann zu zucken.
Der Schäfer konnte sich nicht dagegen wehren. Er musste gehorchen. Einen Moment lang stand er noch wie versteinert da. Dann pfiff er seinen Hund zu sich, drehte sich um und stapfte langsam mit abgehackt wirkenden Schritten den Hügel hinab.
Amea starrte ihm verwirrt hinterher. Erwachsene taten sonst nie, was sie sagte. Dass sie einen Zauber gewirkt hatte, dass sie dazu überhaupt in der Lage war, wusste sie nicht.

Sie drehte sich zu Ijam um. Der saß geduckt da. Er starrte zum Wald hinüber und winselte.
"Was ist los?" fragte Amea.
Ijam gab ein Knurrgeräusch von sich. Es klang wie "Okkar. "
"Was?", fragte Amea nochmals. doch dann sah sie es selbst.
Eine Gestalt sprang aus der Deckung des Waldes hervor. Eine Werg. Braunes Fell und weiße Augenstriche, wie bei Ijam.
"Okkar." Wieder war es mehr ein Knurren als ein Sprechen, nur war deutlich zu hören, dass es sich um dasselbe Wort handelte.
"Deine Mutter?",fragte Amea zweifelnd.
Dann war die Werg herangekommen. Ijam duckte sich noch tiefer in die Wiese und winselte.
Die Werg knurrte. "Mit dir spreche ich später, Ijamazar." Amea hörte die Werg sprechen. Sehr knurrig, aber eindeutig und viel verständlicher als Ijam.
Die Werg wandte sich nun Amea zu. "Hab dank, Lichtkind, dass du meinen Sohn beschützt hast. Doch ihr könnt euch nicht mehr sehen. Halte dich fern von unserem Revier. Es ist nicht sicher für dich und deinesgleichen."
Dann packte sie Ijam am Nackenfell und rannte los, auf den Waldrand zu. Auf halbem Weg hielt sie inne und wandte sich noch einmal um. "Wenn du doch einmal an einen vom Rudel geraten solltest, dann sag, Araszka schützt mich. Vielleicht lassen sie dich dann ziehen."
Sie verschwand mit Ijam im Wald.
Eine Weile lang starrte Amea ihnen noch nach.
Dann machte sie sich langsam auf den Rückweg. Sie überlegte, ob sie ihrer Mutter davon erzählen sollte. Dann schüttelte sie den Kopf. Sie würde ja doch nur eine weitere Ermahnung zu hören bekommen. "Halt dich bloß vom Wald fern."

123Wie es weitergeht »

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Kopfkino
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BeitragVerfasst am: 14.05.2015 16:25    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Missgelaunt zupfte Amea die letzten ihrer hellbraunen Haare aus der Bürste.
"Da." Mit patzigem Tonfall und verkniffenem Gesicht reichte sie die Bürste an ihre Schwester weiter.
"Schon besser", sagte diese, nachdem sie die Bürste kurz gemustert hatte. Mit einer zierlichen Handbewegung nahm sie sich die Bürste aus Ameas Hand und drehte sich von ihr weg. "Jetzt kriege ich wenigstens keins von deinen Rattenhaaren an den Kopf."
Amea wurde dunkelrot vor Zorn. Rattenhaare! Manchmal hasste sie ihre Schwester einfach nur. Es bereitete Amea immense Schwierigkeiten, sich nicht auf sie zu stürzen. Doch wenn sie das tat, dann würde sich ihr Hausarrest noch verlängern. Ihre Schwester war sich dessen auch vollauf bewusst und gab ihr Bestes, Amea zu reizen. Gestern wäre eigentlich der letzte Tag gewesen, den sie im Haus verbringen musste.
Mit einem sehnsuchtsvollen Seufzer sah Amea nach draußen, wo gerade die Sonne unterging und alles in ein hübsches, orangerotes Licht tauchte. Morgen...

Amea erwachte früh am nächsten Tag. Ihre Schwester hatte sich, wie schon so oft im Bett breit gemacht und Amea an den Rand gedrängt.
Vorsichtig, um sie nicht zu wecken, schlüpfte Amea unter der Decke hervor und zog sich an. Ein dünnes Wollhemd und darüber das ungefärbte Leinenkleid.
Leise schob sie den Riegel zurück und öffnete die Haustür. Draußen im Hof sog sie die kalte Morgenluft tief ein. Die ersten Sonnenstrahlen lugten zwischen den fernen Hügeln hervor und Amea stand einfach mit geschlossenen Augen da und ließ sie auf ihr Gesicht fallen.

Heute durfte sie wieder raus. Nur in den Garten und in den Hof. Alles nur wegen dem Schäfer. Am Abend ihres letzten Treffens mit Ijam war er aufgetaucht. Erst hatte er mit dem Gutsherrn gesprochen. Dann hatte der Gutsherr mit Mutter gesprochen.
Der Schäfer hatte nicht viel erzählt. Nur, dass er Werg gesehen habe und dass Amea sich am Wald rumgetrieben habe.
Doch es hatte genügt, ihre Mutter sehr wütend zu machen. Amea sei undankbar hatte sie gesagt. Dass sie nichts beitrug und nur nahm. Dass auch sie sich ihr Essen verdienen musste. Dass sie dem Gutsherren dankbar sein mussten, für Lohn und Brot und dass Amea froh sein konnte, dass sie hierbleiben durfte. All das hatte sie Amea an den Kopf geworfen. Der Gutsherr hatte nicht viel gesagt. Nur, dass Amea nicht wiederkommen brauche, wenn sie nicht gehorchte. Und ihre Schwester hatte ihr das übliche "Nur wegen dir! Wir sind nur wegen dir hier gelandet!", zugezischt. Amea wusste zwar nicht, warum sie das immer machte und Mutter wollte es ihr auch nicht erklären, doch sie fühlte sich jedes Mal unbehaglich, wenn die Schwester das sagte.

Die Sonne stand nun schon hoch am Himmel und alles war warm. Beinahe schon zu warm. Amea wischte sich die Haare aus der Stirn und pflückte weitere Erdbeeren in die Schüssel. Mit der gefüllten Schüssel lief sie los. Gleich, nur noch Wasser holen, dann durfte sie eine Pause machen. Ein seltsames Geräusch aus einem der Holunderbüsche ließ sie innehalten. Sie suchte nach einer der Hofkatzen, die ihrer Meinung nach das Geräusch verursacht hatte und ließ vor Schreck fast die Schüssel fallen, als sie bemerkte, wer dort saß.
"Ijam! Aber... was machst du hier?", fragte Amea entgeistert.
"Mea!", wiederholte Ijam knurrig.
"Du klingst wie eine Katze", erklärte Amea ihm, bevor sie rasch weiterlief. "Bleib schön versteckt, ich bin gleich wieder da," rief sie ihm über die Schulter hinweg zu.

So schnell sie konnte brachte Amea die Erdbeerschüssel in die Küche, raste zum Brunnen und kurbelte mühsam einen Eimer Wasser nach oben. Nachdem sie den auch in der Küche abgestellt hatte, eilte sie zurück in den Garten. Zum Glück sollte erst morgen für die Winterernte ausgesät werden, so dass sonst niemand zu sehen war.

Ijam wartete ungeduldig auf Ameas Rückkehr. Es hatte Tage gedauert, sie zu finden und jetzt musste er schon wieder warten. Er ließ seinen Schwanz heftig auf den Boden klopfen, als sie endlich zurückkam. Ein paar der Zweige wackelten und sie sah ihn tadelnd und belustigt zugleich an.
Sie kniete sich vor dem Busch auf den Boden.
"Ijam, was tust du hier? Du bist hier nicht sicher. Du musst wieder zurück!"
Ijam knurrte und schüttelte den Kopf.
"Nein? Aber hier... ich meine warum?"
Ijam sah Amea ernst in die grünen Augen, die ihn jetzt besorgt betrachteten. Wie sollte er das nur erklären? Mit den wenigen Worten, die er auch höchstens halb beherrschte. Für richtiges Sprechen war er noch zu jung.
"Okkar, Warg." Er gab sein Bestes, doch Amea sah ihn nur ratlos an.
"Ich weiß doch, dass deine Mutter eine Werg ist", erwiderte sie verwirrt.
Ijam schüttelte den Kopf. Seine Mutter war mit einem Werg zusammen. Der neue Rudelführer war stark und gefährlich. Er beanspruchte alle Werga - alle Weiblichen. Mutter hatte ihn weggeschickt. Verlass das Revier. Geh weit fort. Söhne von Kors sind nicht mehr sicher. Und Kors, das war sein Vater. Sein toter Vater.
"Okkar, Warg, ANN!" er versuchte es wieder.
"Deine Mutter heiratet einen neuen Mann? Will er dich nicht in der Familie?", fragte Amea zögernd.
Ijam schnaubte. Besser würde er es ihr vorerst nicht erklären können, also musste das genügen.
"Aber was machen wir jetzt mit dir? Du musst dich irgendwo verstecken. Wenn sie dich finden dann krrk" Amea fuhr sich mit dem Finger über die Kehle und gab ein gurgelndes Geräusch von sich.
Das verstand sogar Ijam. Dann bist du tot.
"Lass mich nachdenken", murmelte sie und zwirbelte ihr hellbraunes Haar über den Finger. Ijam ließ sich auf den Bauch sinken.
"Ich weiß, wo du erstmal bleiben kannst!", rief sie nach einer Weile. "Die Kühe sind jetzt die ganze Zeit auf den Weiden und Heu wird erst in ein paar Wochen gemacht. Du kannst solange auf dem Heuboden bleiben. Nachts kannst du raus und dir Futter suchen, tags versteckst du dich da, bis wir wissen, was wir machen können."
Ijam war nicht gerade glücklich über Ameas Vorschlag. Er gab ein unbehagliches Brummen von sich. Doch Ameas strahlende Augen und die Tatsache, dass er selbst keine andere Idee hatte, wo er hin sollte, gaben den Ausschlag. Also folgte er ihr, die Deckung der Büsche und Pflanzen nutzend zu einem großen Holzgebäude, in dem es staubig war und nach modrigem Holz roch. Hier würde er sich also in der nächsten Zeit verstecken.
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Constantine
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Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 15.05.2015 19:59    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Kopfkino,

so sehr mir dein Einstieg gefallen hat und neugierig darauf machte, wie es mit Amea und Ijam weitergeht, so wenig packt mich leider deine Fortsetzung. Die Handlung plätschert für mich dahin, die kurze Szene zwischen Amea und ihrer Schwester gibt bestenfalls eine kurze Auskunft darüber, dass sich die beiden Geschwister öfter mal streiten - mehr leider nicht, die Schwester bleibt konturlos - und im weiteren Verlauf bläst du den dünnen Faden zu sehr auf und verfängst dich hier und da zu sehr im Erzählen und Beschreiben und Erklären von all zu Belanglos-Offensichtlichem, welches du mir mit dem Finger zeigst.
Vom sprachlichen Niveau bist du für mich im Vergleich zum ersten Teil etwas gefallen.

Ich denke, mit etwas Verdichtung durch Straffung würde deine Fortsetzung besser zum ersten Teil passen und mich als Leser genauso am Text halten, wie dein erster Teil. Je nach dem welche Rolle die Schwester in deiner Geschichte hat, empfinde ich ihre Einführung eher als banal. Des Weiteren ist mir der Hofbetrieb arg menschenleer bei Sonnenaufgang, da stellte ich mir schon etwas mehr vor, als Amea allein draußen und ein relativ stressfreies, spannungsarmes Verstecken Ijams auf dem Heuboden.

Einige Anmerkungen konkret zu deinem Text:
Kopfkino hat Folgendes geschrieben:
Missgelaunt zupfte Amea die letzten ihrer hellbraunen Haare aus der Bürste.
"Da." Mit patzigem Tonfall und verkniffenem Gesicht reichte sie die Bürste an ihre Schwester weiter. <-- vielleicht könntest du hier ein anderes Verb verwenden, denn mit "weiterreichen" verstehe ich, dass die Bürste von gegenüber genommen wird. Das ist aber nicht der Fall, die Schwester schaut sich die Bürste zuerst erst an und nimmt sie dann an.
"Schon besser", sagte diese, nachdem sie die Bürste kurz gemustert hatte. Mit einer zierlichen Handbewegung nahm sie sich die Bürste aus Ameas Hand und drehte sich von ihr weg. <-- vier Sätze und 4x Bürste. Dafür, dass du die Wiederholung als beabsichtigtes Stilmittel einsetzt, um die Wichtigkeit der Bürste hervorzuheben, sehe ich es nicht und du könntest deren Häufigkeit überdenken und die Sätze umformulieren.
 "Jetzt kriege ich wenigstens keins von deinen Rattenhaaren an den Kopf."
Amea wurde dunkelrot vor Zorn. Rattenhaare! Manchmal hasste sie ihre Schwester einfach nur. Es bereitete Amea immense Schwierigkeiten <-- ich finde, diese Formulierung passt nicht. Es bereitet ihr Schwierigkeiten, sich auf ihre Schwester zu stürzen. Was möchtest du damit sagen? Wenn AMea vor Wut kocht und ihrer Schwester am liebsten eins auswischen möchte, es aber nicht tut, dann finde ich die Formulierung "Schwierigkeiten bereiten" in diesem Zusammenhang unpassend. Von meinem Verständnis her sollte es vielleicht heißen: Amea riß sich zusammen oder Amea zwang dich oder Amea spielte mit dem Gedanken oder Amea hätte sich am liebsten auf ihre Schwester gestürzt , sich nicht auf sie zu stürzen. Doch wenn sie das tat, dann würde sich ihr Hausarrest noch verlängern. Ihre Schwester war sich dessen auch vollauf bewusst und gab ihr Bestes, Amea zu reizen. Gestern wäre eigentlich der letzte Tag gewesen, den sie im Haus verbringen musste. <-- Warum "eigentlich"? Was ist passiert, dass ihr Hausarrest verlängert worden ist? Was hat ihre Schwester gemacht, um sie zu reizen und den Hausarrest zu verlängern?
Mit einem sehnsuchtsvollen Seufzer sah Amea nach draußen, wo gerade die Sonne unterging und alles in ein hübsches, orangerotes Licht tauchte. Morgen...

Amea erwachte früh am nächsten Tag. Ihre Schwester hatte sich, wie schon so oft im Bett breit gemacht und Amea an den Rand gedrängt.
Vorsichtig, um sie nicht zu wecken <- ist für mich aus dem Kontext ersichtlich und kann weggelassen werden. , schlüpfte Amea unter der Decke hervor und zog sich an. Ein dünnes Wollhemd und darüber das ungefärbte Leinenkleid.
Leise schob sie den Riegel zurück und öffnete die Haustür. Draußen im Hof sog sie die kalte Morgenluft tief ein. Die ersten Sonnenstrahlen lugten zwischen den fernen Hügeln hervor und Amea stand einfach mit geschlossenen Augen da und ließ sie auf ihr Gesicht fallen.

Heute durfte sie wieder raus.
<-- Für mich ist das klar mit dem vorhergehenden "Morgen..." und braucht nicht erneut erwähnt werden. Nur in den Garten und in den Hof. Alles nur wegen dem Schäfer. Am Abend ihres letzten Treffens mit Ijam war er aufgetaucht. Erst hatte er mit dem Gutsherrn gesprochen. Dann hatte der Gutsherr mit Mutter gesprochen.
Der Schäfer hatte nicht viel erzählt. Nur, dass er Werg gesehen habe und dass Amea sich am Wald rumgetrieben habe.
Doch es hatte genügt, ihre Mutter war sehr wütend zu machen. Amea sei undankbar(Komma) hatte sie gesagt. Dass sie nichts beitrug und nur nahm. Dass auch sie sich ihr Essen verdienen musste. Dass sie dem Gutsherren dankbar sein mussten, für Lohn und Brot und dass Amea froh sein konnte, dass sie hierbleiben durfte. All das hatte sie Amea an den Kopf geworfen. <-- ist mir klar. Der Gutsherr hatte nicht viel gesagt. Nur, dass Amea nicht wiederkommen brauche, wenn sie nicht gehorchte. <-- würde ich weglassen, denn du wechselst hier vom Gutsherr zur Mutter, die mit Amea redet. Dann wieder zum Gutsherrn zu wechseln, ist mir zu viel hin und her und die Worte der Mutter sind schon deutlich genug. Und ihre Schwester hatte ihr das übliche "Nur wegen dir! Wir sind nur wegen dir hier gelandet!", zugezischt. Amea wusste zwar nicht, warum sie das immer machte und Mutter wollte es ihr auch nicht erklären, doch sie fühlte sich jedes Mal unbehaglich, wenn die Schwester das sagte.

Die Sonne stand nun schon hoch am Himmel und alles war warm. Beinahe schon zu warm. Amea wischte sich die Haare aus der Stirn und pflückte weitere Erdbeeren in die Schüssel. Mit der gefüllten Schüssel lief sie los. Gleich, nur noch Wasser holen, dann durfte sie eine Pause machen. Ein seltsames Geräusch aus einem der Holunderbüsche ließ sie innehalten. Sie suchte nach einer der Hofkatzen, die ihrer Meinung nach das Geräusch verursacht hatte und ließ vor Schreck fast die Schüssel fallen, als sie bemerkte, wer dort saß.
"Ijam! Aber... was machst du hier?", fragte Amea entgeistert. <-- kannst weglassen. Es ist aus dem Kontext ersichtlich, dass Amea überrascht ist.
"Mea!", wiederholte Ijam knurrig. <-- "knurrig" im Sinne von "knurrend" oder "mürrisch/missgelaunt"? Wie wäre es mit: knurrte Ijam wiederholt.
"Du klingst wie eine Katze", erklärte Amea ihm, bevor sie rasch weiterlief. "Bleib schön versteckt, ich bin gleich wieder da," rief sie ihm über die Schulter hinweg zu und lief rasch weiter.

So schnell sie konnte brachte Amea die Erdbeerschüssel in die Küche, raste zum Brunnen und kurbelte mühsam einen Eimer Wasser nach oben. Nachdem sie den auch in der Küche abgestellt hatte, eilte sie zurück in den Garten. Zum Glück sollte erst morgen für die Winterernte ausgesät werden, so dass sonst niemand zu sehen war. <-- das ist mir zu konstruiert, damit Amea mit Ijam allein auf dem Hof ist und ihn unbemerkt zum Heuboden führen kann. Hier würde ich mir eher mehr Hindernis wünschen, mehr Spannung, beim unvorhergesehenen Wiedersehen mit Ijam.
Ijam wartete ungeduldig auf Ameas Rückkehr.<-- ist denkbar und klar.  Es hatte Tage gedauert, sie zu finden und jetzt musste er schon wieder warten. Er ließ trommelte mit seinen Schwanz heftig auf den Boden klopfen, als sie endlich zurückkam. Ein paar der Zweige wackelten raschelten und Sie sah ihn tadelnd und belustigt zugleich an, während sie sich vor dem Busch hinkniete.
Sie kniete sich vor dem Busch auf den Boden.
"Ijam, was tust du hier? Du bist hier nicht sicher. Du musst wieder zurück!"
Ijam knurrte und schüttelte den Kopf.
"Nein? Aber hier... ich meine warum?"
Ijam sah Amea ernst in die grünen Augen, die ihn jetzt besorgt betrachteten. Wie sollte er das nur erklären? Mit den wenigen Worten, die er auch höchstens halb beherrschte. Für richtiges Sprechen war er noch zu jung. <-- ich bin mir nicht sicher, aber von der Perspektive her, erzählst du mir aus Ameas Sicht. Und dies hier ist eher aus Ijams Sicht, was mir in dieser Form nicht passt. Entweder weglassen, oder so formulieren, was sich Amea denken könnte.
"Okkar, Warg." Er gab sein Bestes, doch Amea sah ihn nur ratlos an.
"Ich weiß doch, dass deine Mutter eine Werg ist", erwiderte sie verwirrt.
Ijam schüttelte den Kopf. Seine Mutter war mit einem Werg zusammen. Der neue Rudelführer war stark und gefährlich. Er beanspruchte alle Werga - alle Weiblichen. Mutter hatte ihn weggeschickt. Verlass das Revier. Geh weit fort. Söhne von Kors sind nicht mehr sicher. Und Kors, das war sein Vater. Sein toter Vater. <--erneut mein Problem, dass du aus Ameas Sicht erzählst und das hier Wissen von Ijam ist. Für mich passt es nicht und du erklärst mir als Leser, was Amea nicht wissen kann.
"Okkar, Warg, ANN!" er versuchte es wieder.
"Deine Mutter heiratet einen neuen Mann?
<-- diesen Gedankengang kann ich nicht nachvollziehen. Wie schließt Amea aus diesen drei Worten, dass die Mutter einen anderen Werg heiraten wird und Ijam fortgeschickt worden ist? Will er dich nicht in der Familie?", fragte Amea zögernd.
Ijam schnaubte. Besser würde er es ihr vorerst nicht erklären können, also musste das genügen.
"Aber was machen wir jetzt mit dir? Du musst dich irgendwo verstecken. Wenn sie dich finden dann krrk" Amea fuhr sich mit dem Finger über die Kehle und gab ein gurgelndes Geräusch von sich.
Das verstand sogar Ijam. Dann bist du tot. <-- ist klar. Ijam versteht es und der Leser sicherlich auch.
"Lass mich nachdenken", murmelte sie und zwirbelte ihr hellbraunes Haar über den Finger. Ijam ließ sich auf den Bauch sinken.
"Ich weiß, wo du erstmal bleiben kannst!", rief sie nach einer Weile. "Die Kühe sind jetzt die ganze Zeit auf den Weiden <-- es ist bekannt, dass es Werg in der Nähe gibt und trotzdem werden die Kühe die ganze Zeit auf den Weiden gelassen, auch nachts? Wer oder was schützt sie? und Heu wird erst in ein paar Wochen gemacht. <-- für mich ist der Hofbetrieb arg reduziert. Kein Melken der Kühe? Keine sonstigen Arbeiten auf dem Hof, sind keine weiteren Tiere vorhanden, die gefüttert werden müssen? Du kannst solange auf dem Heuboden bleiben. Nachts kannst du raus und dir Futter suchen, tags versteckst du dich da, bis wir wissen, was wir machen können."
Ijam war nicht gerade glücklich über Ameas Vorschlag. <-- kannst du weglassen. Das unbehagliche Brummen verdeutlicht, dass Ijam nicht glücklich über den Vorschlag ist. Er Ijam gab ein unbehagliches Brummen von sich. Doch Ameas strahlende Augen und die Tatsache, dass er selbst keine andere Idee hatte, wo er hin sollte <-- ist klar. Sonst hätte er nicht Amea gesucht und gefunden. , gaben den Ausschlag. Also folgte er ihr, die Deckung der Büsche und Pflanzen nutzend zu einem großen Holzgebäude, in dem es staubig war und nach modrigem Holz roch. Hier würde er sich also in der nächsten Zeit verstecken. <-- ist auch klar und kannst du auch weglassen.


Liebe Kopfkino, soweit mein subjektiver Eindruck deiner Fortsetzung. Es tut mir leid, dass mich deine Fortsetzung wenig überzeugt hat.
Vielleicht ist etwas Hilfreiches unter meinen Anmerkungen für dich dabei.

LG,
Constantine
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BeitragVerfasst am: 15.05.2015 21:15    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

@Constantine: Bitte entschuldige dich nicht für deine Ehrlichkeit. Danke dir.

Mir scheint, ich habe für diese Geschichte noch so einiges zu überdenken.
Insbesondere sehe ich mein Problem,  dass ich mich in später eventuell kommenden Szenen verliere und dann durch das,
was zuerst kommt, durchschludere. Das merkt man vermutlich sehr.
Deine Hinweise sind durchdacht. Und das gibt mir einiges zu denken.

Dafür nochmals meinen ausdrücklichen Dank.

Grühßle Kopfkino


Edit: macht euch nicht die Mühe, den zweiten Teil nochmal zu kommentieren, ich glaube,  eine neue Version ist nötig.
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BeitragVerfasst am: 17.05.2015 00:47    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

So... ich versuchs nochmal.  Rolling Eyes   ich schreibe mit dem Tablet, ich hoffe es klappt trotzdem. Achja, ich habe noch das Problem,  dass der letzte Teil als Fortsetzung markiert ist, kann man das irgendwie ändern?


Amea sog die kalte Morgenluft tief ein. Endlich war der Hausarrest vorbei. Zwar durfte sie sich auch jetzt nur im Hof und Garten aufhalten,  aber das war schon viel besser, als nur im Haus.  
Die ersten Sonnenstrahlen erreichten Ameas Gesicht, als wütendes Geschrei die morgendliche Stille zerriss. "Wenn ich das verfluchte Mistvieh erwische..."
Der Gutsherr. Amea lief auf den Lärm zu. "Das ist das dritte Mal in drei Tagen. .."
Ein Pfiff war zu hören. Als Amea um die Ecke kam, sah sie den Gutsherren, seinen Hunden folgend, davonstapfen.
Am Hühnerstall stand eine Magd und blickte ihm nach. Die Futterschüssel für die Hühner stand unbeachtet auf dem Boden.  
Amea trat näher. "Was ist los? "
Die Magd nickte in Richtung des Hühnerstalls. "Fuchs."
Durch das Drahtgitter spähend erkannte Amea schnell das Blut auf dem sandigen Boden.  Die Hühner drängten sich in der hinteren Ecke aneinander.  

Es würde wieder ein heißer Tag werden. Im Garten sollte heute das Sommergemüse ausgesät werden.
Amea war seit dem Morgen beschäftigt.  Sie hatte geholfen,  Kühe und Ziegen zu melken,  Mist aus dem Stall geschafft und dann Unkraut im Garten gejätet. Kunes, ein Knecht, war ebenfalls im Garten. Er grub die Beete um, die später bepflanzt werden sollten und wusste immer eine neue Aufgabe für Amea. Als nächstes sollte sie Erdbeeren pflücken.
Als sie mit einem alten Eimer vom Gartenschuppen zurückkam, hörte sie ein seltsames Geräusch aus einem der Holunderbüsche. Amea spähte zwischen die Zweige, in der Erwartung,  dort eine der Hofkatzen vorzufinden.  Dann bemerkte sie, wer sich dort versteckt hielt und ließ vor Schreck den Eimer fallen.  
"Ijam! Aber. ..  was machst du hier? "
"Mea!", wiederholte Ijam das Geräusch.  
Amea warf einen Blick über die Schulter zu Kunes. "Du kannst nicht hier bleiben. Es ist nicht sicher für dich.  Du musst wieder in den Wald."
Ijam schüttelte den Kopf und knurrte dabei so laut, dass Amea wieder nervös um sich sah. "Sschh, leise. Warum nicht? "
"Okkar! Warg!" Ijams gegrollte Antwort war zwar leise, ließ Amea trotzdem zusammenzucken.
"Keine Ahnung,  was das bedeutet. Aber hier kannst du nicht bleiben.  Wenn sie dich entdecken, dann krrk." Amea fuhr sich mit dem Finger über die Kehle und ließ ein gurgelndes Geräusch hören.
Ijam ließ sich tiefer zwischen die Zweige sinken.
"Amea? ", rief jetzt Kunes.
"Hier bin ich." Amea sprang hastig auf und winkte Kunes mit dem Eimer zu.
"Schon gut, ich wollte dich nicht erschrecken, mach nur nicht so lange Pause. "
"Ist gut", rief Amea und drehte den Kopf wieder zu Ijam.  "Wo kannst du nur bleiben?", murmelte sie vor sich hin. Sie schwieg und zwirbelte eine Strähne ihres hellbraunen Haares über ihren Zeigefinger.
"Im Holzschuppen", flüsterte sie,  "Wir brauchen nur Holz fürs Kochen heute. Ich pflücke schnell die Erdbeeren,  dann bringe ich dich hin. Und danach trage ich soviel Holz in die Küche, dass es auch für morgen noch reicht. Essen kann ich dir vielleicht auch beschaffen. " Amea blinzelte und runzelte dann die Stirn. "Warst du das mit den Hühnern?"
Ijam brummte unbehaglich und senkte den Kopf. Amea musterte ihn kopfschüttelnd. "Zum Glück suchen sie einen Fuchs."
Dann lief sie los, pflückte Erdbeeren so eilig, wie nie zuvor.  Mit dem vollen Eimer hastete sie zu Ijam. "Du musst dich zu dem Strauch dort drüben schleichen", flüsterte sie, "aber pass auf, dass dich niemand sieht. "
Amea rannte weiter in Richtung Hof. Schon auf dem Hinweg kamen ihr Nane und Bera entgegen.  Die Arme voll mit verschiedenen Saatgutbeuteln, Schaufeln und einem Eimer Mist. Amea blickte nervös nach hinten.  Ijam war schon auf dem Weg zum nächsten Strauch. Amea eilte jetzt in Richtung der beiden Mägde weiter.  Sie musste die beiden erreichen, bevor sie Ijam entdecken konnten.  
Sie war ziemlich außer Puste, als sie die Mägde erreichte.
"Wollt ihr... eine... Erdbeere? ", schnaufte sie.
Die Mägde blieben stehen,  wechselten einen Blick und prusteten los.
Amea fühlte, dass sie rot wurde. Trotzdem streckte sie den Beiden den Eimer entgegen.  Das brachte die Frauen nur noch mehr zum Lachen. "Amea, " schnaubte schließlich Bera, "wie soll das gehen,  du siehst doch, dass wir keine Hand frei haben. "
Amea blinzelte. "Ach so... soll ich sie euch in den Mund geben?"
Wieder warfen sie sich einen Blick zu und grinsten.
"Na gut", antwortete Nane, "aber bitte eine ohne Erde."
"In Ordnung. " sagte Amea und wählte bedächtig die saubersten Erdbeeren aus.
Die Mägde bedankten sich und gingen weiter. Amea sah ihnen nach. Von Ijam war nichts mehr zu entdecken.  Trotzdem beeilte sie sich, die Erdbeeren loszuwerden.  Das Haus verließ Amea durch die Hintertür,  um am Holzschuppen vorbei zum Garten zurücklaufen zu können. Am Schuppen war erwartungsgemäß niemand zu sehen, doch wenn man um die Ecke weiter zum Garten wollte,  musste man an Gero vorbei.  
Der schon etwas ältere Knecht saß dort auf der Bank und ließ den Schleifstein über eine Sense sirren. Um ihn herum lag und stand eine beachtliche Sammlung weiterer Sensen und Sicheln. Natürlich,  die Heuernte. Aber wie sollte sie jetzt Ijam unbemerkt zum Holzschuppen bringen?
Amea überlegte fieberhaft,  während sie weiter zum Garten lief. Ijam war sicher hinter den Johannisbeersträuchern verborgen.  Nane und Bera hantierten bereits mit den kleinen Schaufeln,  während Kunes noch die letzten Meter des Beetes umgrub.
Dann kam die Idee.  Amea rannte zum Gartenschuppen.  
Das Holzfass mit der abgebrochenen Bohle war noch dort. Es reichte knapp an Ameas Hüfte. Sie hob es hoch. Es war leichter als vermutet.
Sie trug es in Richtung Haus, zu Ijam.  
"Was willst du denn mit dem Fass?" Kunes - irgendwer musste ja fragen.  
"Ich soll es zum Holzschuppen bringen", behauptete Amea.
"Wird auch Zeit.  Da was reinpflanzen war keine gute Idee."
Amea setzte das Fass vor den Johannisbeersträuchern ab.
"Spring rein", zischte sie Ijam zu.
"Schaffst du 's?", fragte Kunes.
"Ja, kein Problem. "
Ijam war ohne zu zögern in das Fass gesprungen.  Amea schleppte das nun deutlich schwerere Fass bis zur Hausecke. Dort musste sie es doch absetzen.
Gero warf ihr einen neugierigen Blick zu. "Brauchst du Hilfe?"
"Nein,  zum Holzschuppen schaff ich es locker", wehrte Amea ab.
Dann schleppte sie das Fass um die nächste Ecke.
Gerade, als sie Ijam auffordern wollte herauszuspringen, bemerkte sie,  dass die Türe des Holzschuppens jetzt nur angelehnt war.
"Warte, Ijam ", flüsterte sie und schlich zum Schuppen.  
Leises Stöhnen war zu hören.  Die Tür quietschte, als Amea sie noch ein wenig mehr öffnen wollte.
"Was war das?" Die Stimme ihrer Mutter ließ Amea erstarren. "
"Wird der Wind sein." Der Gutsherr klang genervt. "Aber ich kann ja schnell nachsehen. "
Das brachte wieder Leben in Ameas Glieder. Erschrocken fuhr sie herum und stürzte beinahe über Ijam,  der nicht im Fass geblieben war.
Ameas Gedanken rasten. Ein Versteck. ..schnell. .. sie rannte auf die Hintertür zu, öffnete sie hastig und schloss sie so leise wie möglich,  nachdem auch Ijam hindurchgesclüpft war.
"Puh." Einen Moment lang schloss sie die Augen und lehnte sich mit dem Rücken an die Türe. Dann hörte sie Ijams Knurren und riss die Augen wieder auf.
Ihre Schwester Elaira blickte entsetzt zwischen ihr und Ijam hin und her.  Ihr Mund öffnete sich und Amea wusste,  dass ihre Schwester schreien würde.
"Nein! Still!", rief Amea.
Auch diesmal merkte Amea nicht,  dass sie einen Zauber wirkte.
Elairas Blick wurde trotzig, sie holte tief Atem und schrie. Jedenfalls wollte sie schreien, doch kein Ton war zu hören. Sie starrte Amea aus hervorquellenden Augen an. Ihre Lippen bewegten sich, stellten eine unhörbare Frage. Dann ballte Elaira die Hände zu Fäusten und funkelte Amea wütend an.
"Was ist mit dir?", fragte Amea.
Elaira zeigte mit dem Finger auf Amea.
"Ich... was... du meinst, ich war das?" Amea sah ungläubig zu Elaira hinüber.  
Die nickte überdeutlich.
Amea warf einen Blick auf Ijam.  
"Mea!", knurrte der und nickte ebenfalls.
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Constantine
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Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 17.05.2015 15:10    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Kopfkino,

ich finde, deine Überarbeitung hat sich gelohnt und gefällt mir deutlich besser, als die Vorfassung. Auf dem Hof ist nun mehr Betrieb und den bringst du gut rüber. Amea kommt hier und da etwas ins Schwitzen, was Ijams Verstecken angeht. Prima.

Einige Anmerkungen zum Text:
Kopfkino hat Folgendes geschrieben:

Amea sog die kalte Morgenluft tief ein. Endlich war der Hausarrest vorbei. Zwar durfte sie sich auch jetzt nur im Hof und Garten aufhalten,  aber das war schon viel besser, als nur im Haus.  
Die ersten Sonnenstrahlen erreichten Ameas Gesicht, als wütendes Geschrei die morgendliche <-- mit der "Morgenluft" hast du bereits kenntlich gemacht, welche Tageszeit ist und könntest hierauf verzichten. Stille zerriss. "Wenn ich das verfluchte Mistvieh erwische(Leerstelle)..."
Der Gutsherr. Amea lief auf den Lärm zu. "Das ist das dritte Mal in drei Tagen. .."
Ein Pfiff war zu hören. <- wie wäre es mit: Sie hörte einen Pfiff. Als Amea sie um die Ecke kam, sah sie den Gutsherren, seinen Hunden folgend, davonstapfen.
Am Hühnerstall stand eine Magd und blickte ihm nach. Die Futterschüssel für die Hühner stand unbeachtet auf dem Boden.  
Amea trat näher. "Was ist los? "
Die Magd nickte in Richtung des Hühnerstalls. "Fuchs."
Durch das Drahtgitter spähend erkannte Amea schnell das Blut auf dem sandigen Boden.  Die Hühner drängten sich in der hinteren Ecke aneinander.  

Es würde wieder ein heißer Tag werden. Im Garten sollte heute das Sommergemüse ausgesät werden.
Amea war seit dem Morgen beschäftigt.  Sie hatte geholfen,  Kühe und Ziegen zu melken,  Mist aus dem Stall geschafft und dann Unkraut im Garten gejätet. Kunes, ein Knecht, war ebenfalls im Garten. Er grub die Beete um, die später bepflanzt werden sollten und wusste immer eine neue Aufgabe für Amea sie. Als nächstes sollte sie Erdbeeren pflücken.
Als sie mit einem alten Eimer vom Gartenschuppen zurückkam, hörte sie ein seltsames Geräusch aus einem der Holunderbüsche. Amea Sie spähte zwischen die Zweige, in der Erwartung,  dort eine der Hofkatzen vorzufinden.  Dann bemerkte sie, wer sich dort versteckt hielt und <-- könntest du weglassen, um den Schrecken unmittelbarer zu bringen. So nimmst du mir zu sehr das Tempo raus. ließ vor Schreck den Eimer fallen.  
"Ijam! Aber. ..  was machst du hier? "
"Mea!", wiederholte Ijam er das Geräusch.  
Amea Sie warf einen Blick über die Schulter zu Kunes. "Du kannst nicht hier bleiben. Es ist nicht sicher für dich.  Du musst wieder in den Wald."
Ijam schüttelte den Kopf und knurrte dabei so laut, dass Amea wieder nervös um sich sah. "Sschh, leise. Warum nicht? "
"Okkar! Warg!" Ijams gegrollte Antwort war zwar leise, ließ Amea trotzdem zusammenzucken.
"Keine Ahnung,  was das bedeutet. Aber hier kannst du nicht bleiben.  Wenn sie dich entdecken, dann krrk." Amea fuhr sich mit dem Finger über die Kehle und ließ ein gurgelndes Geräusch hören.
Ijam ließ sich tiefer zwischen die Zweige sinken.
"Amea? ", rief jetzt Kunes.
"Hier bin ich." Amea Sie sprang hastig auf und winkte Kunes mit dem Eimer zu.
"Schon gut, ich wollte dich nicht erschrecken, mach nur nicht so lange Pause. "
"Ist gut", rief Amea sie und drehte den Kopf wieder zu Ijam.  "Wo kannst du nur bleiben?", murmelte sie vor sich hin. Sie schwieg und zwirbelte eine Strähne ihres hellbraunen Haares über ihren Zeigefinger.
"Im Holzschuppen", flüsterte sie,  "Wir brauchen nur Holz fürs Kochen heute. Ich pflücke schnell die Erdbeeren,  dann bringe ich dich hin. Und danach trage ich soviel Holz in die Küche, dass es auch für morgen noch reicht. Essen kann ich dir vielleicht auch beschaffen. " Amea Sie blinzelte und runzelte dann die Stirn. "Warst du das mit den Hühnern?"
Ijam brummte unbehaglich und senkte den Kopf. Amea musterte ihn kopfschüttelnd. "Zum Glück suchen sie einen Fuchs."
Dann lief sie los, pflückte Erdbeeren so eilig, wie nie zuvor.  Mit dem vollen Eimer hastete sie zu Ijam. "Du musst dich zu dem Strauch dort drüben schleichen", flüsterte sie, "aber pass auf, dass dich niemand sieht. "
Amea rannte weiter in Richtung Hof. Schon auf dem Hinweg kamen ihr Nane und Bera entgegen.  Die Arme voll bepackt mit verschiedenen Saatgutbeuteln, Schaufeln und einem Eimer Mist. Amea blickte nervös nach hinten.  Ijam war schon auf dem Weg zum nächsten Strauch. Amea eilte jetzt in Richtung der den beiden Mägden entgegen weiter Sie musste die beiden erreichen, bevor sie Ijam entdecken konnten.  
Sie war ziemlich außer Puste, als sie die Mägde erreichte. <-- auf diesen Satz könntest du verzichten, weil er Infos enthält, die klar sind. Sie läuft den beiden Mädgen entgegen und mit dem Schnaufen ist klar, dass sie außer Puste ist.
"Wollt ihr... eine... Erdbeere? ", schnaufte sie.
Die Mägde blieben stehen,  wechselten einen Blick und prusteten los.
Amea fühlte, dass sie rot wurde. <-- Vielleicht könntest du es anders formulieren. Der Satz gefällt mir nicht.  Trotzdem streckte sie den Beiden den Eimer entgegen.  Das brachte die Frauen nur noch mehr zum Lachen. "Amea, " schnaubte <-- Wink schließlich Bera, "wie soll das gehen,  du siehst doch, dass wir keine Hand frei haben. "
Amea blinzelte. "Ach so... soll ich sie euch in den Mund geben?"
Wieder warfen sie sich einen Blick Blicke zu und grinsten.
"Na gut", antwortete Nane, "aber bitte eine ohne Erde."
"In Ordnung. " sagte <-- Wink Amea und wählte bedächtig die saubersten Erdbeeren aus.
Die Mägde bedankten sich und gingen weiter. Amea sah ihnen nach. Von Ijam war nichts mehr zu entdecken.  Trotzdem beeilte sie sich, die Erdbeeren loszuwerden.  Das Haus verließ Amea durch die Hintertür,  um am Holzschuppen vorbei zum Garten zurücklaufen zu können. Am Schuppen war erwartungsgemäß niemand zu sehen, doch wenn man um die Ecke weiter zum Garten wollte,  musste man an Gero vorbei.  
Der schon etwas ältere Knecht saß dort auf der Bank und ließ den Schleifstein über eine Sense sirren. Um ihn herum lag und stand eine beachtliche Sammlung weiterer Sensen und Sicheln. Natürlich,  die Heuernte. Aber wie sollte sie jetzt Ijam unbemerkt zum Holzschuppen bringen?
Amea überlegte fieberhaft,  während sie weiter zum Garten lief. Ijam war sicher hinter den Johannisbeersträuchern verborgen.  Nane und Bera hantierten bereits mit den kleinen Schaufeln,  während Kunes noch die letzten Meter des Beetes umgrub.
Dann kam die Idee.  Amea rannte zum Gartenschuppen.  
Das Holzfass mit der abgebrochenen Bohle war noch dort. Es reichte knapp an Ameas Hüfte. Sie hob es hoch. Es war leichter als vermutet.
Sie trug es in Richtung Haus, zu Ijam.  
"Was willst du denn mit dem Fass?" Kunes - irgendwer musste ja fragen.  
"Ich soll es zum Holzschuppen bringen", behauptete Amea.
"Wird auch Zeit.  Da was reinpflanzen war keine gute Idee."
Amea setzte das Fass vor den Johannisbeersträuchern ab.
"Spring rein", zischte sie Ijam zu.
"Schaffst du 's?", fragte Kunes.
"Ja, kein Problem. "
Ijam war ohne zu zögern in das Fass gesprungen.  Amea schleppte das nun deutlich schwerere Fass bis zur Hausecke. Dort musste sie es doch absetzen.
Gero warf ihr einen neugierigen Blick zu. "Brauchst du Hilfe?"
"Nein,  zum Holzschuppen schaff ich es locker", wehrte Amea ab.
Dann schleppte sie das Fass um die nächste Ecke.
Gerade, als sie Ijam auffordern wollte herauszuspringen, bemerkte sie,  dass die Türe des Holzschuppens jetzt <-- vielleicht kannst du auf eines von beidem verzichten. Ich würde das "jetzt" weglassen, denn mit dem "gerade" wird mMn der Moment ausreichend betont.  dass  nur angelehnt war.
"Warte, Ijam ", flüsterte sie und schlich zum Schuppen.  
Leises Stöhnen war zu hören.  Die Tür quietschte, als Amea sie noch ein wenig mehr öffnen wollte. <-- wollte sie es tun oder tut sie es?
"Was war das?" Die Stimme ihrer Mutter ließ Amea erstarren. "
"Wird der Wind sein." Der Gutsherr klang genervt. "Aber ich kann ja schnell nachsehen. "
Das brachte wieder Leben in Ameas Glieder. Erschrocken fuhr sie herum und stürzte beinahe über Ijam,  der nicht im Fass geblieben war.
Ameas Gedanken rasten. Ein Versteck. ..schnell. .. sie rannte auf die Hintertür zu, öffnete sie hastig und schloss sie so leise wie möglich,  nachdem auch Ijam hindurchgesclüpft war.
"Puh." Einen Moment lang schloss sie die Augen und lehnte sich mit dem Rücken an die Türe. Dann hörte sie Ijams Knurren und riss die Augen wieder auf.
Ihre Schwester Elaira blickte entsetzt zwischen ihr und Ijam hin und her.  Ihr Mund öffnete sich und Amea wusste,  dass ihre Schwester schreien würde. <-- vielleicht könntest du auf das Rotmarkierte verzichten, es nimmt mir zu sehr das Tempo aus der Situation raus und erklärt mir etwas zu sehr, obwohl Amea eher reflexartig, ohne groß nachzudenken ihr "Nein! Still!" ruft
"Nein! Still!", rief Amea.
Auch diesmal merkte Amea nicht,  dass sie einen Zauber wirkte.
Elairas Blick wurde trotzig <-- Was meinst du mit "trotzigem Blick"? Zieht sie eine Schnute und legt die Stirn in Falten? Mir gefällt die Formulierung "wurde trotzig" nicht und vielleicht könntest du es anders formulieren. , sie holte tief Atem und schrie. Jedenfalls wollte sie schreien, doch kein Ton war zu hören. <-- diese Passage könntest du etwas flüssiger formulieren, z.B. ohne "und schrie", denn sie schreit ja nicht. Auch der "Jedenfalls"-Satz liest sich etwas zu distanziert und zu erklärend aus Ameas Sicht. Da könntest du näher ran. Sie starrte Amea aus hervorquellenden Augen an. Ihre Lippen bewegten sich, stellten eine unhörbare Frage. Dann ballte Elaira die Hände zu Fäusten und funkelte Amea wütend an.
"Was ist mit dir?", fragte Amea.
Elaira zeigte mit dem Finger auf Amea.
"Ich... was... du meinst, ich war das?" Amea sah ungläubig zu Elaira hinüber.  
Die nickte überdeutlich.
Amea warf einen Blick auf Ijam.  
"Mea!", knurrte der und nickte ebenfalls.


Ein bißchen viel Amea und Ijam im Text. Du könntest noch das ein oder andere davon durch ein "sie" oder "er" ersetzen.
Vielleicht ist etwas Hilfreiches dabei.


Kopfkino hat Folgendes geschrieben:
Achja, ich habe noch das Problem,  dass der letzte Teil als Fortsetzung markiert ist, kann man das irgendwie ändern?

Am besten, du schreibst direkt einen Moderator an und schilderst ihm dein Problem.


LG,
Constantine
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Kopfkino
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BeitragVerfasst am: 17.05.2015 20:23    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Constantine,

danke für das nochmalige Durchsehen des Textes. Es freut mich, dass es jetzt besser ankommt. smile
Sobald ich hier mehr als das Tablet zum Schreiben habe und die nötige Zeit,  gibt es dann eine überarbeitete Version.  Smile

Mit dem Tablet schreiben ist hier echt schwer. Scrollen vor allem. Da bewegt sich dauernd der falsche Fensterbereich  Mad
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Kopfkino
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BeitragVerfasst am: 23.05.2015 21:30    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Amea sog die kalte Morgenluft tief ein. Endlich war der Hausarrest vorbei. Zwar durfte sie sich auch jetzt nur im Hof und Garten aufhalten,  aber das war schon viel besser, als nur im Haus.  
Die ersten Sonnenstrahlen erreichten Ameas Gesicht, als wütendes Geschrei die Stille zerriss. "Wenn ich das verfluchte Mistvieh erwische ..."
Der Gutsherr. Amea lief auf den Lärm zu. "Das ist das dritte Mal in drei Tagen. .."
Sie hörte einen Pfiff. Als sie um die Ecke kam, sah sie den Gutsherren, seinen Hunden folgend, davonstapfen.
Am Hühnerstall stand eine Magd und blickte ihm nach. Die Futterschüssel für die Hühner stand unbeachtet auf dem Boden.  
Amea trat näher. "Was ist los? "
Die Magd nickte in Richtung des Hühnerstalls. "Fuchs."
Durch das Drahtgitter spähend erkannte Amea schnell das Blut auf dem sandigen Boden.  Die Hühner drängten sich in der hinteren Ecke aneinander.  

Es würde wieder ein heißer Tag werden. Im Garten sollte heute das Sommergemüse ausgesät werden.
Amea war seit dem Morgen beschäftigt.  Sie hatte geholfen,  Kühe und Ziegen zu melken,  Mist aus dem Stall geschafft und dann Unkraut im Garten gejätet. Kunes, ein Knecht, war ebenfalls im Garten. Er grub die Beete um, die später bepflanzt werden sollten und wusste immer eine neue Aufgabe für sie. Als nächstes sollte sie Erdbeeren pflücken.
Als sie mit einem alten Eimer vom Gartenschuppen zurückkam, hörte sie ein seltsames Geräusch aus einem der Holunderbüsche. Sie spähte zwischen die Zweige, in der Erwartung,  dort eine der Hofkatzen vorzufinden. Vor Schreck glitt ihr der Eimer aus den Händen.
"Ijam! Aber. ..  was machst du hier? "
"Mea!", wiederholte er das Geräusch.  
Sie warf einen Blick über die Schulter zu Kunes. "Du kannst nicht hier bleiben. Es ist nicht sicher für dich.  Du musst wieder in den Wald."
Ijam schüttelte den Kopf und knurrte dabei so laut, dass sie wieder nervös um sich sah. "Sschh, leise. Warum nicht? "
"Okkar! Warg!" Ijams gegrollte Antwort war zwar leise, ließ Amea trotzdem zusammenzucken.
"Keine Ahnung,  was das bedeutet. Aber hier kannst du nicht bleiben.  Wenn sie dich entdecken, dann krrk." sie fuhr sich mit dem Finger über die Kehle und ließ ein gurgelndes Geräusch hören.
Ijam ließ sich tiefer zwischen die Zweige sinken.
"Amea? ", rief jetzt Kunes.
"Hier bin ich." sie sprang hastig auf und winkte Kunes mit dem Eimer zu.
"Schon gut, ich wollte dich nicht erschrecken, mach nur nicht so lange Pause. "
"Ist gut", rief sie und drehte den Kopf wieder zu Ijam.  "Wo kannst du nur bleiben?", murmelte sie vor sich hin. Sie schwieg und zwirbelte eine Strähne ihres hellbraunen Haares über ihren Zeigefinger.
"Im Holzschuppen", flüsterte sie,  "Wir brauchen nur Holz fürs Kochen heute. Ich pflücke schnell die Erdbeeren,  dann bringe ich dich hin. Und danach trage ich soviel Holz in die Küche, dass es auch für morgen noch reicht. Essen kann ich dir vielleicht auch beschaffen. " sie blinzelte und runzelte dann die Stirn. "Warst du das mit den Hühnern?"
Ijam brummte unbehaglich und senkte den Kopf. Amea musterte ihn kopfschüttelnd. "Zum Glück suchen sie einen Fuchs."
Dann lief sie los, pflückte Erdbeeren so eilig, wie nie zuvor.  Mit dem vollen Eimer hastete sie zu Ijam. "Du musst dich zu dem Strauch dort drüben schleichen", flüsterte sie, "aber pass auf, dass dich niemand sieht. "
Amea rannte weiter in Richtung Hof. Schon auf dem Hinweg kamen ihr Nane und Bera entgegen.  Die Arme voll mit verschiedenen Saatgutbeuteln, Schaufeln und einem Eimer Mist. Amea blickte nervös nach hinten.  Ijam war schon auf dem Weg zum nächsten Strauch. Amea eilte den beiden Mägden entgegen.  Sie musste die beiden erreichen, bevor sie Ijam entdecken konnten.  
"Wollt ihr... eine... Erdbeere? ", schnaufte sie.
Die Mägde blieben stehen,  wechselten einen Blick und prusteten los.
Amea errötete peinlich berührt. Trotzdem streckte sie den Beiden den Eimer entgegen.  Das brachte die Frauen nur noch mehr zum Lachen. "Amea, " schaffte Bera schließlich unter Lachen hervorzubringen, "wie soll das gehen, du siehst doch, dass wir keine Hand frei haben. "
Amea blinzelte. "Ach so... soll ich sie euch in den Mund geben?"
Wieder warfen sie sich Blicke zu und grinsten.
"Na gut", antwortete Nane, "aber bitte eine ohne Erde."
"In Ordnung. " Amea wählte bedächtig die saubersten Erdbeeren aus.
Die Mägde bedankten sich und gingen weiter. Amea sah ihnen nach. Von Ijam war nichts mehr zu entdecken.  Trotzdem beeilte sie sich, die Erdbeeren loszuwerden.  Das Haus verließ Amea durch die Hintertür,  um am Holzschuppen vorbei zum Garten zurücklaufen zu können. Am Schuppen war erwartungsgemäß niemand zu sehen, doch wenn man um die Ecke weiter zum Garten wollte,  musste man an Gero vorbei.  
Der schon etwas ältere Knecht saß dort auf der Bank und ließ den Schleifstein über eine Sense sirren. Um ihn herum lag und stand eine beachtliche Sammlung weiterer Sensen und Sicheln. Natürlich,  die Heuernte. Aber wie sollte sie jetzt Ijam unbemerkt zum Holzschuppen bringen?
Amea überlegte fieberhaft,  während sie weiter zum Garten lief. Ijam war sicher hinter den Johannisbeersträuchern verborgen.  Nane und Bera hantierten bereits mit den kleinen Schaufeln,  während Kunes noch die letzten Meter des Beetes umgrub.
Das war die Idee! Amea rannte zum Gartenschuppen.  
Das Holzfass mit der abgebrochenen Bohle war noch dort. Es reichte knapp an Ameas Hüfte. Sie hob es hoch. Es war leichter als vermutet.
Sie trug es in Richtung Haus, zu Ijam.  
"Was willst du denn mit dem Fass?" Kunes - irgendwer musste ja fragen.  
"Ich soll es zum Holzschuppen bringen", behauptete Amea.
"Wird auch Zeit.  Da was reinpflanzen war keine gute Idee."
Amea setzte das Fass vor den Johannisbeersträuchern ab.
"Spring rein", zischte sie Ijam zu.
"Schaffst du 's?", fragte Kunes.
"Ja, kein Problem. "
Ijam war ohne zu zögern in das Fass gesprungen.  Amea schleppte das nun deutlich schwerere Fass bis zur Hausecke. Dort musste sie es doch absetzen.
Gero warf ihr einen neugierigen Blick zu. "Brauchst du Hilfe?"
"Nein,  zum Holzschuppen schaff ich es locker", wehrte Amea ab.
Dann schleppte sie das Fass um die nächste Ecke.
Gerade, als sie Ijam auffordern wollte herauszuspringen, bemerkte sie,  dass die Türe des Holzschuppens nur angelehnt war.
"Warte, Ijam ", flüsterte sie und schlich zum Schuppen.  
Leises Stöhnen war zu hören.  Die Tür quietschte, als Amea sie berührte.
"Was war das?" Die Stimme ihrer Mutter ließ Amea erstarren. "
"Wird der Wind sein." Der Gutsherr klang genervt. "Aber ich kann ja schnell nachsehen. "
Das brachte wieder Leben in Ameas Glieder. Erschrocken fuhr sie herum und stürzte beinahe über Ijam,  der nicht im Fass geblieben war.
Ameas Gedanken rasten. Ein Versteck. ..schnell. .. sie rannte auf die Hintertür zu, öffnete sie hastig und schloss sie so leise wie möglich,  nachdem auch Ijam hindurchgeschlüpft war.
"Puh." Einen Moment lang schloss sie die Augen und lehnte sich mit dem Rücken an die Türe. Dann hörte sie Ijams Knurren und riss die Augen wieder auf.
Ihre Schwester Elaira blickte entsetzt zwischen ihr und Ijam hin und her.  Ihr Mund öffnete sich und sie atmete tief ein.
"Nein! Still!", rief Amea.
Auch diesmal merkte Amea nicht,  dass sie einen Zauber wirkte.
Elairas zog die Augenbrauen wütend zusammen und presste kurz die Lippen aufeinander. Dann öffnete sie ihren Mund, sog die Luft hörbar ein und ... nichts!
Sie starrte Amea aus hervorquellenden Augen an. Ihre Lippen bewegten sich, stellten eine unhörbare Frage. Dann ballte Elaira die Hände zu Fäusten und funkelte Amea wütend an.
"Was ist mit dir?", fragte Amea.
Elaira zeigte mit dem Finger auf Amea.
"Ich... was... du meinst, ich war das?" Amea sah ungläubig zu Elaira hinüber.  
Die nickte überdeutlich.
Amea warf einen Blick auf Ijam.  
"Mea!", knurrte der und nickte ebenfalls.

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Constantine
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Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 29.05.2015 19:38    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Kopfkino,

kurze Rückmeldung von mir zu deiner Überarbeitung:
Sie liest sich insgesamt runder und mit dem Änderungen kommt die Handlung unmittelbarer, temporeicher rüber.

Von einiger Kosmetik-Arbeit bleibst du nicht verschont, da ist dir noch einiges durchgeschlüpft:
- Hier und da sind einige Leerzeichen zu viel, nicht nur an Satzänfängen, sondern auch manchmal zwischen einem Satzzeichen, wie Punkt oder Fragezeichen, und den direkte Rede beendenden Anführungszeichen. (rot markiert)
- Was das ist ". ..", weiß ich nicht. Entweder sollen es drei zusammenhängende Punkte sein "..." oder es sind zwei Punkte zu viel ".". (cyan markiert)
- Ich habe zwei Anführungszeichen zu viel gezählt, wo keine direkte Rede ist. (orange markiert)
- An manchen Stellen verwendest du Kleinschreibung anstelle Großschreibung. (violett markiert)

Einige Anmerkungen zum Text:
Kopfkino hat Folgendes geschrieben:
Amea sog die kalte Morgenluft tief ein. Endlich war der Hausarrest vorbei. Zwar durfte sie sich auch jetzt nur im Hof und Garten aufhalten,  aber das war schon viel besser, als nur im Haus.  
Die ersten Sonnenstrahlen erreichten Ameas Gesicht, als wütendes Geschrei die Stille zerriss. "Wenn ich das verfluchte Mistvieh erwische ..."
Der Gutsherr. Amea lief auf den Lärm zu. "Das ist das dritte Mal in drei Tagen. .."
Sie hörte einen Pfiff. Als sie um die Ecke kam, sah sie den Gutsherren, seinen Hunden folgend, davonstapfen.
Am Hühnerstall stand eine Magd und blickte ihm nach. Die Futterschüssel für die Hühner stand unbeachtet auf dem Boden.  
Amea trat näher. "Was ist los? "
Die Magd nickte in Richtung des Hühnerstalls. "Fuchs."
Durch das Drahtgitter spähend erkannte Amea schnell das Blut auf dem sandigen Boden.  Die Hühner drängten sich in der hinteren Ecke aneinander.  

Es würde wieder ein heißer Tag werden. Im Garten sollte heute das Sommergemüse ausgesät werden.
Amea war seit dem Morgen beschäftigt.  Sie hatte geholfen,  Kühe und Ziegen zu melken,  Mist aus dem Stall geschafft und dann Unkraut im Garten gejätet. Kunes, ein Knecht, war ebenfalls im Garten. Er grub die Beete um, die später bepflanzt werden sollten(Komma) und wusste immer eine neue Aufgabe für sie. Als nächstes sollte sie Erdbeeren pflücken.
Als sie mit einem alten Eimer vom Gartenschuppen zurückkam, hörte sie ein seltsames Geräusch aus einem der Holunderbüsche. Sie spähte zwischen die Zweige, in der Erwartung,  dort eine der Hofkatzen vorzufinden. Vor Schreck glitt ihr der Eimer aus den Händen.
"Ijam! Aber. ..  was machst du hier? "
"Mea!", wiederholte er das Geräusch.  
Sie warf einen Blick über die Schulter zu Kunes. "Du kannst nicht hier bleiben. Es ist nicht sicher für dich.  Du musst wieder in den Wald."
Ijam schüttelte den Kopf und knurrte dabei so laut, dass sie wieder nervös um sich sah. "Sschh, leise. Warum nicht? "
"Okkar! Warg!" Ijams gegrollte Antwort war zwar leise, ließ Amea trotzdem zusammenzucken.
"Keine Ahnung,  was das bedeutet. Aber hier kannst du nicht bleiben.  Wenn sie dich entdecken, dann krrk." sie fuhr sich mit dem Finger über die Kehle und ließ ein gurgelndes Geräusch hören.
Ijam ließ sich tiefer zwischen die Zweige sinken.
"Amea? ", rief jetzt Kunes.
"Hier bin ich." sie sprang hastig auf und winkte Kunes mit dem Eimer zu.
"Schon gut, ich wollte dich nicht erschrecken, mach nur nicht so lange Pause. "
"Ist gut", rief sie und drehte den Kopf wieder zu Ijam.  "Wo kannst du nur bleiben?", murmelte sie vor sich hin. Sie schwieg und zwirbelte eine Strähne ihres hellbraunen Haares über ihren Zeigefinger.
"Im Holzschuppen", flüsterte sie,  "Wir brauchen nur Holz fürs Kochen heute. Ich pflücke schnell die Erdbeeren,  dann bringe ich dich hin. Und danach trage ich soviel Holz in die Küche, dass es auch für morgen noch reicht. Essen kann ich dir vielleicht auch beschaffen. " sie blinzelte und runzelte dann die Stirn. "Warst du das mit den Hühnern?"
Ijam brummte unbehaglich und senkte den Kopf. Amea musterte ihn kopfschüttelnd. "Zum Glück suchen sie einen Fuchs."
Dann lief sie los, pflückte Erdbeeren <-- kannst du weglassen. Du hast beretis 2x zuvor erwähnt, dass sie Erdbeeren plücken soll/wird. so eilig, wie nie zuvor.  Mit dem vollen Eimer hastete sie zu Ijam. "Du musst dich zu dem Strauch dort drüben schleichen", flüsterte sie, "aber pass auf, dass dich niemand sieht. "
Amea rannte weiter in Richtung Hof. Schon auf dem Hinweg kamen ihr Nane und Bera entgegen.  Die Arme voll mit verschiedenen Saatgutbeuteln, Schaufeln und einem Eimer Mist. Amea blickte nervös nach hinten.  Ijam war schon auf dem Weg zum nächsten Strauch. Amea eilte den beiden Mägden entgegen.  Sie musste die beiden erreichen, bevor sie Ijam entdecken konnten.  
"Wollt ihr... eine... Erdbeere? ", schnaufte sie.
Die Mägde blieben stehen wechselten einen Blick und prusteten los.
Amea errötete peinlich berührt. Trotzdem streckte sie den Beiden den Eimer entgegen.  Das brachte die Frauen nur noch mehr zum Lachen. "Amea, " schaffte Bera schließlich unter Lachen hervorzubringen, "wie soll das gehen, du siehst doch, dass wir keine Hand frei haben. "
Amea blinzelte. "Ach so... soll <-- hier bin ich mir nicht sicher, ob das korrekt ist, mit dem Leerzeichen zwischen den Punkten und dem "soll". Das könntest du nochmal checken. ich sie euch in den Mund geben?"
Wieder warfen sie sich Blicke zu und grinsten.
"Na gut", antwortete Nane, "aber bitte eine ohne Erde."
"In Ordnung. " Amea wählte bedächtig die saubersten Erdbeeren aus.
Die Mägde bedankten sich und gingen weiter. Amea sah ihnen nach. Von Ijam war nichts mehr zu entdecken.  Trotzdem beeilte sie sich, die Erdbeeren loszuwerden.  Das Haus verließ Amea durch die Hintertür,  um am Holzschuppen vorbei zum Garten zurücklaufen zu können. Am Schuppen war erwartungsgemäß niemand zu sehen, doch wenn man um die Ecke weiter zum Garten wollte,  musste man an Gero vorbei.  
Der schon etwas ältere Knecht saß dort auf der Bank und ließ den Schleifstein über eine Sense sirren. Um ihn herum lag und stand eine beachtliche Sammlung weiterer Sensen und Sicheln. Natürlich die Heuernte. Aber wie sollte sie jetzt Ijam unbemerkt zum Holzschuppen bringen?
Amea überlegte fieberhaft,  während sie weiter zum Garten lief. Ijam war sicher hinter den Johannisbeersträuchern verborgen.  Nane und Bera hantierten bereits mit den kleinen Schaufeln,  während Kunes noch die letzten Meter des Beetes umgrub.
Das war die Idee! Amea rannte zum Gartenschuppen.  
Das Holzfass mit der abgebrochenen Bohle war noch dort. Es reichte ihr knapp an Ameas bis zur Hüfte. Sie hob es hoch. Es war leichter als vermutet.
Sie trug es in Richtung Haus, zu Ijam.  
"Was willst du denn mit dem Fass?" Kunes - irgendwer musste ja fragen.  
"Ich soll es zum Holzschuppen bringen", behauptete Amea sie.
"Wird auch Zeit.  Da was reinpflanzen war keine gute Idee."
Amea setzte das Fass vor den Johannisbeersträuchern ab.
"Spring rein", zischte sie Ijam zu.
"Schaffst du 's?", fragte Kunes.
"Ja, kein Problem. "
Ijam war ohne zu zögern in das Fass gesprungen.  Amea schleppte das nun deutlich schwerere Fass bis zur Hausecke. Dort musste sie es doch absetzen.
Gero warf ihr einen neugierigen Blick zu. "Brauchst du Hilfe?"
"Nein,  zum Holzschuppen schaff ich es locker", wehrte Amea sie ab.
Dann schleppte sie das Fass um die nächste Ecke.
Gerade, als sie Ijam auffordern wollte herauszuspringen, bemerkte sie,  dass die Türe des Holzschuppens nur angelehnt war.
"Warte, Ijam ", flüsterte sie und schlich zum Schuppen.  
Leises Stöhnen war zu hören.  Die Tür quietschte, als Amea sie berührte.
"Was war das?" Die Stimme ihrer Mutter ließ Amea erstarren. "
"Wird der Wind sein." Der Gutsherr klang genervt. "Aber ich kann ja schnell nachsehen. "
Das brachte wieder Leben in Ameas Glieder. Erschrocken fuhr sie herum und stürzte beinahe über Ijam,  der nicht im Fass geblieben war.
Ameas Gedanken rasten. Ein Versteck. ..schnell. .. sie rannte auf die Hintertür zu, öffnete sie hastig und schloss sie so leise wie möglich,  nachdem auch Ijam hindurchgeschlüpft war.
"Puh." Einen Moment lang schloss sie die Augen und lehnte sich mit dem Rücken an die Türe. Dann hörte sie Ijams Knurren und riss die Augen wieder auf.
Ihre Schwester Elaira blickte entsetzt zwischen ihr und Ijam hin und her.  Ihr Mund öffnete sich und sie atmete tief ein.
"Nein! Still!", rief Amea.
Auch diesmal merkte Amea nicht,  dass sie einen Zauber wirkte.
Elairas zog die Augenbrauen wütend zusammen und presste kurz die Lippen aufeinander. Dann öffnete sie ihren Mund, sog die Luft hörbar ein und ... nichts!
Sie starrte Amea aus hervorquellenden Augen <-- Diese Formulierung wäre zu überdenken. Ich finde sie zu stark. an. Ihre Lippen bewegten sich, stellten eine unhörbare Frage. Dann ballte Elaira die Hände zu Fäusten und funkelte Amea wütend an.
"Was ist mit dir?", fragte Amea.
Elaira zeigte mit dem Finger auf Amea sie.
"Ich... was... du meinst, ich war das?" Amea sah ungläubig zu Elaira hinüber.  
Die nickte überdeutlich.
Amea warf einen Blick auf Ijam.  
"Mea!", knurrte der und nickte ebenfalls.


Gerne gelesen.

LG,
Constantine
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Kopfkino
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BeitragVerfasst am: 29.05.2015 20:01    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Constantine smile

Vielen Dank für deine Rückmeldung. Freut mich sehr, dass du nochmal reingeschaut hast.

 Embarassed Das sind teilweise Tabletgemachte Probleme. Manchmal werden automatisch Leerzeichen eingefügt. Ich werde bei Gelegenheit  (und nach Lieferung der Ersatztastatur) den Text nochmal überarbeiten.

Grüßle Kopfkino
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Kopfkino
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BeitragVerfasst am: 26.06.2015 23:21    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

So. Ich wage es nochmal. Ich habe noch zwei Fortsetzungsteile geschrieben, die ich euch zeigen möchte. Hier ist der erste.
Und ich habe mehr "Schiß" vor den Antworten, als beim ersten Teil. Und das, obwohl mir nur nette Leute hilfreiche Dinge geschrieben haben.



Bis nach dem Abendessen war alles erstaunlich gut verlaufen. Elaira hatte auf keine Weise versucht, Amea oder Ijam zu verraten. Beim Essen hatte es nur ein paar launige Kommentare zu Ameas Appetit gegeben. Dass sie heimlich Essen in einer Serviette sammelte und auch Elairas Schweigen waren niemandem aufgefallen. Ijam wartete gut  versteckt unter dem Bett, das Amea sich mit ihrer Schwester teilte. Sie lockte ihn mit dem mitgebrachten Würstchen und einer Scheibe Brot hervor.
"Morgen finde ich eine Lösung, was mit Ijam geschehen soll", sagte sie zu Elaira, während sie Ijam beim verschlingen des Würstchens zusah. "Du gehst zur Heuernte und am Abend wird er nicht mehr hier sein. Dann versuche ich, deine Stimme wieder ... naja, weißt schon, zurückzuholen."
Elaira schnaubte durch die Nase und warf Amea einen finsteren Blick zu. Wie so oft heute versuchte sie etwas zu sagen, konnte es jedoch nicht. Amea verstand sie trotzdem. Ihre Schwester hatte dieses Wort heute nicht zum ersten Mal sagen wollen: Hexe ...
Amea runzelte die Stirn, als ihr auffiel, dass Elaira sich in die entfernteste Ecke des Zimmers drückte. "Was ist? Vor Ijam brauchst du dich nicht zu fürchten. " Sie strich liebevoll über Ijams Kopf um seine Ungefährlichkeit zu unterstreichen.
Elaira schüttelte den Kopf, die Augen groß und blank vor Furcht. An der Wand entlang schob sie sich zum Regal und holte das einzige Buch heraus, das dort lag. Es war eine mit vielen Zeichnungen illustrierte Sammlung verschiedener Sagen. Sie blätterte darin herum und hielt Amea dann ein Bild unter die Nase. Amea konnte zwar nicht lesen, doch sie kannte die Geschichte. Sie hieß "Der Werg und die Jungfrau" und sie handelte davon, dass eine junge Frau sich in einen Werg verliebte. Trotz aller Warnungen ging sie mit ihm um dann von ihm und seinen Kumpanen zerfleischt und gefressen zu werden. Sie musste lachen. "Das sind doch nur Geschichten!"
Elaira schleuderte das Buch wütend auf den Boden.
"Schhhh leise", ermahnte Amea ihre ältere Schwester. Die stampfte wütend auf dem Boden herum, bis Amea die Arme um sie schlang und versuchte, sie festzuhalten. Einen Moment lang rangen sie miteinander, dann hörte Elaira plötzlich auf sich zu wehren. Mit ausdrucksloser Miene tat sie jetzt alles, was ihr gesagt wurde. Nur sich ins Bett zu legen verweigerte sie.
"Gut. Schläfst du eben auf dem Boden. Komm hoch, Ijam. " Sie klopfte neben sich auf die strohgefüllte Matratze und kuschelte sich an den kleinen Werg. Trotz der vielen Dinge, über die sie noch nachdenken wollte, schlief Amea schnell ein.

Ijams eindringliches Knurren riß sie aus dem Schlaf. Der Werg lag nicht mehr neben ihr, sondern stand mit gesträubtem Fell vor dem Bett. Er knurrte Elaira an, die sich eine Fackel von der Kellertreppe geholt haben musste. Sie hielt die brennende Fackel mit beiden Händen vor sich und näherte sich Ijam Schritt für Schritt.
"Elaira ..." Amea setzte sich erschrocken auf. Beim Aufstehen verhedderte sie sich in der Decke. Elaira sprang entschlossen nach vorne, während Amea noch mit der Decke kämpfte. Sie hörte Ijams schrillen Schrei. Elaira hatte ihn getroffen. Funken flogen durch die Luft.  Sie stürzte sich auf ihre Schwester. Die ließ die Fackel fallen und begann um sich zu schlagen und zu treten. Amea wich vor ihr zurück und ihre Schwester erstarrte.
Ijam jaulte noch immer ohrenbetäubend. Ein hastiger Blick über die Schulter offenbarte den Grund. Sein Fell brannte, ebenso wie das Bett. Das Feuer hatte sich über die herunterhängende Decke nach oben gefressen. Einen Moment lang sah sie erstarrt auf die tanzenden Flammen, dann schrie sie.
Löschen ... Wasser ... das waren die nächsten Gedanken. Der Nachttopf stand halbgefüllt in der Nische am Fußende des Bettes. Ein winziges Zögern nur, dann leerte sie den Inhalt über Ijam, der sich jaulend am Boden wand. Sein Jaulen verstummte. Das Feuer erfasste nun das Stroh in der Matratze.
Die Türe wurde aufgerissen.  
"Feuer!" Ein Knecht brüllte. Er blieb in der Türe stehen und rief immer wieder "Feuer!"
Geschrei war zu hören. Trampelnde Schritte. Nane stieß schließlich den brüllenden Knecht zur Seite und löschte das Feuer größtenteils mit einem Eimer Spülwasser. Weitere Eimer Wasser folgten.

"Was ist hier los?"
Amea fuhr zusammen. Die Stimme ihrer Mutter war herrisch. Ihr Blick wanderte vom schwarzgebrannten Bett über Amea hin zu Ijam, der an seinem Rücken schnüffelte. Er brummte unbehaglich.
Dann landete Mutters Blick auf Elaira, die zu einer Kugel zusammengerollt auf dem Boden lag, von lautlosen Schluchzern geschüttelt. Nur ihre keuchenden Atemgeräusche waren zu hören.
"Was ist los, Elaira ... was ... was ist denn das?" Mutter kniete jetzt neben Elaira
Amea sah, wie sie ihr links und rechts gegen den Mundwinkel schnippste. Elaira stöhnte. Dann blickte sie auf.
"Sie war es, Amea, sie hat mich verhext. Und den Werg hat sie auch reingebracht!" In ihrer Aufregung sprach Elaira viel zu lauit.
"Schhhh", sagte die Mutter, doch die Knechte und Mägde, die sich alle im Zimmer drängten hatten es sowieso schon gehört.
 Gemurmel brach aus. Ungläubige und mißtrauische Blicke wurden auf Amea geworfen.
Sie schnappte sich Ijam und nahm ihn auf den Arm, obwohl er wirklich erbärmlich stank.
"...Hexenkind", das Wort fraß sich durch die Reihen des Gesindes, wie zuvor das Feuer sich auf das Bett hochgefressen hatte. Von der Türe war die Stimme des Gutsherrn zu hören. "Wir holen besser den Banner."
Amea sah zu ihrer Mutter, die nur kopfschüttelnd zurückblickte. "Sein Kind. Von den Haaren bis zur Haltung, seins." sagte sie, dabei nestelte sie an einem Beutelchen herum, das sie um den Hals trug.
"Mutter ..." setzte Amea zu sprechen an, doch die schüttelte nur den Kopf.
"Du holst den Banner, Ruwes." sagte der Gutsherr gerade, als ihre Mutter herumfuhr. Sie zog die Finger aus dem Beutel und pustete darauf. Eine seltsame Wolke bildete sich und wuchs in Windeseile zu erstaunlicher Größe heran. Alle, die sie berührten erstarrten.
Eilig fuhr sie wieder herum und packte Elaira bei den Schultern. "Es bleibt nicht viel Zeit, also hör zu", herrschte sie ihre Tochter an. "Du gehst ins Dorf und dort in die Tenne hinter dem Gasthof. Dort findest du Tarok. Du kennst ihn. Du sagst ihm nur  "Aleora braucht dich". Sie sah Elaira ernst an.
"Aber Amea ..." Es klatschte laut. Elaira rieb sich die Wange. "Jetzt. Wenn sie Banner Parson erstmal geholt haben, wird er dafür sorgen, dass sie brennt. Los!" Damit schob sie Elaira in Richtung Türe.
"Sie werden gleich wieder aufwachen" erklärte sie Amea. "Sie werden nichts bemerken. Du musst nach Weldenberg. Dort kannst du ... kannst du lernen damit umzugehen." Wieder schüttelte sie den Kopf. "Ein Werg!" , sie schnaufte. "Wahrscheinlich weißt du noch nicht mal, was du getan hast. Dabei bist du noch nicht mal zehn ...du kommst eindeutig nach deinem Vater. Weldenberg ... dort wirst du alles lernen." Sie schniefte. "Ach, noch etwas. Das ist wichtig, Amea. Niemand, hörst du, niemand in Weldenberg darf deinen Namen wissen.
Verwirrt sah sie ihre Mutter an. "Ich darf nicht sagen, dass ich Amea heiße?"
"Nein, Thaner. Du darfst nicht sagen, dass du Thaner heißt, weil..."
Ein Knecht nieste und unterbrach das Gespräch. Die Starre wich und Ruwes machte sich auf den Weg.
Der Gutsherr schickte alle hinaus und befahl Gero und Narvil vor dem Fenster Wache zu halten. Der Riegel klapperte und Amea war mit Ijam alleine.
Sie stand da und zum ersten Mal in ihrem Leben fühlte Amea sich vollkommen hilflos. Nach einer Weile fiel ihr Blick auf das geschwärzte, nasse Bettzeug. Sie zog ein Kissen vom Fußende des Bettes hervor, das neben der schwarzen Decke und dem durchweichten Laken seltsam unberührt war. Sie legte es auf den Boden und setzte sich darauf. Sie wollte nicht weinen, doch die Tränen ließen sich einfach nicht verdrängen. Ijam sprang fiepend auf ihren Schoß und versuchte die Tränen abzuschlecken. Sie schob ihn weg. "Du stinkst, Ijam."
Er grollte und sah Amea mit heruntergezogenen Brauen und hängenden Ohren an.
Jetzt musste sie lachen. Kurz nur, doch sie fühlte sich ein wenig besser. Sie war nicht alleine.

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