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Paul Tobias Dahlmann
Geschlecht:männlichAbc-Schütze

Alter: 44
Beiträge: 6
Wohnort: Bochum


BeitragVerfasst am: 13.12.2013 12:38    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, stimmt weitgehend...
Natürlich entwirft der Dichter ein metrisches Grundgerüst. (Das sollte er dann auch einhalten.)
Aber: Die Wahrnehmung des Lesers materialisiert sich nicht plötzlich aus dem Weltraum. Sie folgt seiner kulturellen und sprachlichen Ausrichtung. Ohne zum reinen Determinist zu werden, kann man da doch als Dichter mit logischen Erwartungen (für die Muttersprache) ans Schreiben gehen.

Ja, der Vers ist genau, was ich meinte.
... durch ... (Partikel)
... lief- ... (Verbstamm)
... warn ... (Verbstamm)
...-en ... (blödsinniger Ablaut)

Das ist plötzlich eine gesprochene Hebung auf einer unbetonten Silbe.
Liegt das an den vorherigen, betonten Silben auf der selben Position in den vorangegangenen Versen, an der Rhythmik oder an beidem? Ich vermute letzteres...
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firstoffertio
Geschlecht:weiblichFlachmann-Preisträger


Beiträge: 6052
Wohnort: Irland
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BeitragVerfasst am: 13.12.2013 21:14    Titel: Antworten mit Zitat

Mich wuerde interessieren, wie ihr diese Strophe metrisch x-eln wuerdet:

Wenn die Sahne auf dem Tisch steht
und der Vater an ihm sitzt,
bringt die Mutter noch den Kaffee,
und der Kuchen wird verputzt.
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Harald
Geschlecht:männlichFlachmann-Preisträger

Alter: 71
Beiträge: 5234
Wohnort: Schlüchtern


BeitragVerfasst am: 13.12.2013 21:21    Titel: Antworten mit Zitat

Mein Vorschlag:

Wenn die Sahne auf dem Tisch steht
....X......x.....X..x....X....x......X......X
und der Vater an ihm sitzt,
..X....x....X...x...X...x......X
bringt die Mutter noch den Kaffee,
..X......x.....X....x.....X......x....X...X
und der Kuchen wird verputzt.
..X....x.....X....x.....X.....x.....X


 Wink


_________________
Liebe Grüße vom Dichter, Denker, Taxi- Lenker

Harald

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Harald
Geschlecht:männlichFlachmann-Preisträger

Alter: 71
Beiträge: 5234
Wohnort: Schlüchtern


BeitragVerfasst am: 13.12.2013 21:28    Titel: Antworten mit Zitat

Paul Tobias Dahlmann hat Folgendes geschrieben:

...-en ... (blödsinniger Ablaut)
.


Es geht um das Wort hier —>

Zwei Mädchen tollten durch die Heide,
vergnügt und barfuß liefen beide.
Der einen Füße warn zerstochen,
und die der anderen, die rochen.

Ab hier kein Kommentar mehr zu diesem User …

 Rolling Eyes


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Harald

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Gast







BeitragVerfasst am: 13.12.2013 21:36    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Firstoffertio!

firstoffertio hat Folgendes geschrieben:
Mich wuerde interessieren, wie ihr diese Strophe metrisch x-eln wuerdet


Frag sowas den Metricaliser, der kann das ...

Gruß,

Ferdi
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firstoffertio
Geschlecht:weiblichFlachmann-Preisträger


Beiträge: 6052
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BeitragVerfasst am: 13.12.2013 21:42    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo ferdi,

dein link funktioniert bei mir nicht. Crying or Very sad
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Gast







BeitragVerfasst am: 13.12.2013 21:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo nochmal!

Meine Schuld, war schon ewig nicht mehr da ... Also:

http://www.metricalizer.de/

(Nicht "-liser", Ferdi. Du Depp.)

Verbessernden Grußes,

Ferdi
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firstoffertio
Geschlecht:weiblichFlachmann-Preisträger


Beiträge: 6052
Wohnort: Irland
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BeitragVerfasst am: 13.12.2013 21:57    Titel: Antworten mit Zitat

Ich wusste, dass das enttäuschend sein wird. 08/15.

Noch andere Vorschläge?
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Gast







BeitragVerfasst am: 13.12.2013 22:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Firstoffertio!

das ist eigentlich gar nicht enttäuschend - so werden dir zehn von zehn Menschen den Text "metrisieren". Und hätten recht damit, denn einem deutschen Reimtext liegt in erster Annahme ein alternierendes Metrum zugrunde; das erfüllt deine Strophe, auf die Silbe genau und ohne jede Abweichung.

Wenn du jetzt ein anderes Metrum drüberschriebest, auf dem sich diese Silbenfolgen bewegen, dann könnte man den Text auch anders lesen. Am ehesten so:

v v — v, v v — —
v v — v, v v —
v v — v, v v — —
v v — v, v v —

Geht. Aber: Das ist der eigentlichen Betonung der Silben nicht wirklich entsprechend. "Tisch" hat mehr Gewicht als "steht"; "bringt" hat sehr viel mehr als "die". Die Unterschiede sind aber insgesamt nicht so groß, dass diese Möglichkeit nicht gegeben wäre! Du schaffst halt Spannung zwischen "Metrum" und Sprache"?!

Außerdem kann man noch fragen: Wenn du in diesem Vers ...

Wenn die Sahne auf dem Tisch steht


... die Silben in "schwere" und "leichte" einteilst, was kommt raus? Antwort:

"Schwer" sind "Sah-", "Tisch", "steht", leicht sind "Wenn", "die", "-ne", "auf", "dem".

Also: v v — v, v v — —.

Aber wie gesagt: Das musst du drüberschreiben. Sonst liest das wirklich jeder über einem alternierenden Metrum. Was, wohlgemerkt, nicht dasselbe ist, wie es alternierend zu lesen!

Gruß,

Ferdi
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firstoffertio
Geschlecht:weiblichFlachmann-Preisträger


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BeitragVerfasst am: 13.12.2013 22:32    Titel: Antworten mit Zitat

Okay, schreibe ich mal ein anderes Metrum darüber. Wer kann es so lesen?

   x                          X
Wenn die Sahne auf dem Tisch steht

   x               X
und der Vater an ihm sitzt,

  x                        X
bringt die Mutter noch den Kaffee,

  x                    X
und der Kuchen wird verputzt
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Gast







BeitragVerfasst am: 13.12.2013 23:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Firstoffertio!

Hm, klar kann ich das so lesen, ich kann alles irgendwie lesen; nur wäre das vollständig sprachwidrig. Eine Silbe wie (Sah-)"ne" gehört zu den schwächsten Silben, die das Deutsche kennt; sie ist viel schwächer als die Präposition "auf" und unendlich viel schwächer als die Stammsilbe eines Substantivs, hier sogar noch eines mit langem Selbstlaut! Du kannst "ne" nicht auf die gleiche Stärke heben wie "Sah-", nicht mal annährend; und du kannst genausowenig "ne" stark gegen "auf" werden lassen und "auf" schwach gegen "ne". Das ist ... falsch.

Da gibt es kein Vertun: Wenn man wirklich so etwas wie "x x X X" im Deutschen versuchen will, dann stehen sämtliche (und das sind viele und wichtige!) Worte desselben Aufbaus wie "Sahne" erst einmal nicht zur Verfügung. Was ziemlich genau der Grund ist, warum sich niemand die Mühe gemacht hat, sich mit sowas rumzuplagen ... "und der Vater" kannst du als "dritten Päon", x x X x (auf dessen Grundlage hat Klopstock übrigens auch einen schönen Vers gestaltet) auffassen oder als Doppeltrochäus, XxXx; aber bei all meiner Liebe zu metrischen Spielereien - etwas anderes kommt einfach nicht in Frage.

Bedauernden Grußes,

Ferdi

PS - Immer noch eine wunderbare Einführung in diese Fragen ist Moritz' "Versuch einer deutschen Prosodie"; wenn das wen kümmert, kann ich da auch mal eine Zusammenfassung schreiben. Hilft bei 90% aller Fragen auch nach 250 Jahren noch zuverlässig weiter. -F.
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firstoffertio
Geschlecht:weiblichFlachmann-Preisträger


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BeitragVerfasst am: 14.12.2013 21:25    Titel: Antworten mit Zitat

ferdi,

ja, mach das mal, wenn du dazu kommen solltest.

Ich habe mir die letzten Tage überlegt: Ich habe ja nur so ein Flüchtlingsschwäbisch, dennoch werden da im Süden ja die meisten dieser e-Silben verschluckt. Wenn ich die dann standardmäßig laut ausspreche, kommen mir vielleicht deshalb diese e-Silben betont vor?

Dennoch nochmal zu meiner vorgeschlagenen Metrisierung:

Ich meine, so liest sich das weniger als bloße Beschreibung, und mehr so, als ob darüber stünde:

Genau dann,...

also: die Sahne (und nicht etwas anderes), der Vater (und nicht jemand anders) etc.

(Wenn die Sahne aufm Tischteht
undr Vattr an ihm sitzt,
bringdie Muttr no den Kaffee,
undr Kuchn wird verbutzt.)
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