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Helen


 
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Existerman
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BeitragVerfasst am: 04.10.2013 20:47    Titel: Helen eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Die grün leuchtenden Ziffern des digitalen Weckers erleuchteten den Raum. Zwei Minuten noch. Nichts. Denk nach, Helen, denk nach! Deine Handschellen waren ein Kinderspiel, aber wie kommst du hier raus? Wieder und wieder nichts. Ideen flossen in Strömen durch ihr Bewusstsein, eine dümmer als die andere. Rational denken, beschwor sie sich. Wo bist du überhaupt? Der Lichtschein veränderte sich minimal. Helen zuckte zusammen und blickte auf den Wecker. Er hatte seine Position verändert. Der Raum wiegte sich hin und her. Aber in was? Wohl kaum in sich selbst. Erinnerungen an ihn quollen in ihr auf. Verschwommen klangen Fetzen seiner Worte in ihren Ohren nach. Irgendetwas von viereinhalb Minuten Zeit. Warum viereinhalb? Warum nicht fünf? Was ist denn das für eine Zahl?  Fieberhaft tastete ihr Blick den Boden nach dem Handy ab. Sie rückte ein wenig nach links, doch ein Surren aus dem nirgendwo ließ sie abrupt erstarren. Wo ist diese verdammte Überwachungskamera?  Sie rutschte weiter, bis sie auf die Wand traf, an der angelehnt sie aufgewacht war. Eine Lichtreflexion zog ihre Aufmerksamkeit auf sich. Das ist es!  Das Telefon schien sie bedrohlich zu mustern. Eingeschaltet diente es ihr als zweite Lichtquelle. Kurz leuchtete sie zum Wecker, was aber gar nicht nötig gewesen wäre. Noch 1:17. Die Nachricht dauerte 20 Sekunden. Abhören, entschied sie. Bitte lass es nicht umsonst sein. Es tönte aus dem Lautsprecher: „Guten Tag, Helen. Sei bitte so freundlich und drücke auf den Knopf oben rechts am schwarzen Gerät in der Mitte des Raumes. Das ist deine einzige Überlebenschance. Sei nicht skeptisch.“ Warum habe ich den verdammten Befehl auch noch befolgt? „Schön. In genau viereinhalb Minuten bist du tot. Es sei denn, du entkommst aus dem Raum.“ Na toll. Schlauer bin ich jetzt nicht.
Ein Pfeifen ließ sie erneut zusammenzucken. Der Klingelton! Ein Anruf! Ohne zu überlegen nahm sie ab und hörte die selbe schaurige Stimme reden. „Mach, dass du wegkommst. Ich kann dich sehen. Oder bist du zu dumm?“ Die Stille beantwortete ihr die Frage, ob lauter Protest sich lohnte. Wieder ein Seitenblick auf den Wecker. 0:43. 42. 41. In vierzig Sekunden bin ich tot. Aber wie? Eine Bombe? Ich muss entkommen! Sie sprang auf und suchte alle Wände nach einer eventuellen Klappe ab. Alles fühlte sich ebenmäßig gleich an. Wäre auch zu schön gewesen. 0:27. Verdammte scheiße!  „Hilfe!“, schrie sie, mit ihren Fäusten an der Wand imaginäre Dellen verursachend, „bitte hört mich.“ Schluchzend sank sie zusammen. 0:14. Das Licht des Weckers zog sich wie das des Monds über dem Meer als ein Streifen über den Boden hinweg. Im grünlichen Schein konnte Helen ein in den Boden eingeritztes Quadrat erkennen. Ist das eine Falltür? 0:08. Worauf wartest du noch? Lauf! Mit aller Kraft sprang sie auf das Viereck. Na los, gib schon nach! 0:04. 0:03. Ein letztes Mal stampfte sie auf und spürte, dass sie fiel. Während sie nach unten glitt, sah sie noch, wie der Timer bei 0:00 stoppte. Sie schloss ihre Augen.[/i]

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madrilena
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BeitragVerfasst am: 04.10.2013 22:45    Titel: Antworten mit Zitat

Ich bin ziemlich müde, deshalb nur eine kurze Rückmeldung und kein genaues Eingehen auf Deinen Text. Ich finde ihn gut geschrieben, spannend, wirklich Klasse. Aber ich würde ihm unbedingt einen anderen Titel geben. Mir fiel sofort der Film mit der Bleibtreu und der Herzsprung ein "4 Minuten" und Wolfram  Fleischhauer "3 Minuten bis zur Wirklichkeit".
Ansonsten schau ich mir die Kurzgeschichte morgen genauer an.
LG madrilena
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Vogel
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Goldene Neonzeit


BeitragVerfasst am: 04.10.2013 23:09    Titel: Re: Viereinhalb Minuten Antworten mit Zitat

Hi.
Die Geschichte ist spannend, schnell und knapp. Ohne lange Erklärungen ein schneller Kick, gruselig, beweist die Fähigkeit, mit Worten Spannung zu erzeugen. Die Geschichte wirft viele Fragen auf und beantwortet nur wenig. Es ist sicherlich so gedacht, aber für meinen Geschmack ist die Balance etwas zu sehr zu den Fragen als zu den Antworten gekippt. Das liegt vor allem daran, dass man sich ziemlich tief im Kopf der Protagonistin findet, nicht so sehr von außen beobachtet. Die Protagonistin müsste aber zumindest einige Informationen darüber haben, wie sie dahin gelangt ist, wer ihr Peiniger ist, etc (oder zumindest darüber nachdenken, wo sie zuletzt war, wann sie ohnmächtig wurde, was um alles in der Welt das hier soll...). Daher kommt es mir etwas konstruiert vor, dass man als Leser so wenig darüber erfährt. Wie gesagt, offene Fragen erzeugen Spannung und Neugier, aber zu wenig Antworten frustrieren auch den Leser.

Sprachliche Details:

Zitat:
Denk nach, Helen, denk nach! Deine Handschellen waren ein Kinderspiel, aber wie kommst du hier raus?

Unklar, ob das "Deine" sich auf den Peiniger bezieht oder auf Helen. Wenn Peiniger, dann wechselt die Ansprache (Denk nach). Wenn Helen, finde ich es etwas unpassend, weil sie sich mit den Handschellen nicht als ihr Besitz identifizieren wird (es sei denn, es sind wirklich ihre, dann müsste es aber deutlicher sein). Außerdem fragt man sich, wieso Handschellen zu lösen ein Kinderspiel sein sollte, auch dazu gibt es noch nicht mal einen Hinweis.

Zitat:
Erinnerungen an ihn quollen in ihr auf.

Quellende Erinnerungen finde ich eine sehr schöne Formulierung.

Zitat:
Verschwommen klangen Fetzen seiner Worte in ihren Ohren nach.

Verschwommen würde ich hingegen eher für optische Reize reservieren.

 
Zitat:
Irgendetwas von viereinhalb Minuten Zeit.

Wörter mit "irgend" finde ich persönlich immer etwas lapidar. "Etwas" würde eleganter das gleiche sagen.

Zitat:
Sie rutschte weiter, bis sie auf die Wand traf, an der angelehnt sie aufgewacht war.

Bin mir gerade nicht sicher, müsste es nicht "an die angelehnt" heißen? Und ich glaube, es würde runder klingen, wenn das "sie" vor "angelehnt" käme

Zitat:
Eine Lichtreflexion zog ihre Aufmerksamkeit auf sich.

Ein sperriger Satz mit der Passivkonstruktion und zwei sperrigen Substantiven. Passt nicht zum direkten Stil des Textes.

 
Zitat:
Eingeschaltet diente es ihr als zweite Lichtquelle.

Noch so ein ähnlicher Satz.

Zitat:
Kurz leuchtete sie zum Wecker, was aber gar nicht nötig gewesen wäre.

Ich finde, das klingt unfreiwillig komisch. Warum überhaupt erwähnen, wenn es unnötig ist? Bzw. klingt es wie ein Kommentar eines Beobachters, während sonst alles aus Innensicht geschieht.

Zitat:
Sei bitte so freundlich und drücke auf den Knopf oben rechts am schwarzen Gerät in der Mitte des Raumes. Das ist deine einzige Überlebenschance. Sei nicht skeptisch.

Der schwarze Kasten bleibt völlig unklar. Kann sie ihn sehen? Muss sie ihn nicht suchen? Sie scheint sofort zu drücken, aber das wird nur indirekt deutlich, obwohl es eine sehr wichtige Handlung zu sein scheint.

Zitat:
Na toll. Schlauer bin ich jetzt nicht.

Klingt nach einer trotzigen Reaktion und nicht nach Lebensgefahr.

Zitat:
Die Stille beantwortete ihr die Frage, ob lauter Protest sich lohnte.

Verstehe ich nicht.


Zitat:
Das Licht des Weckers zog sich wie das des Monds über dem Meer als ein Streifen über den Boden hinweg.

Ist ein schönes Bild. Dennoch klingt mir der Satz zu kompliziert, zieht sich zu lang (das Licht... des Weckers... des Mondes... über dem Meer... als Streifen.. über den Boden - 6 Substantive und ein Verb).

Zitat:
Ein letztes Mal stampfte sie auf und spürte, dass sie fiel.

Da fehlt mir ein Zwischenschritt, irgendwas muss nachgeben oder so.


Gruß
Vogel


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Existerman
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BeitragVerfasst am: 05.10.2013 00:21    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Guten Abend, madrilena und Vogel!
Vielen Dank für Lob und Kritik.
Vogel, mit deinen Einwänden bin ich fast komplett einverstanden. Den Mondvergleich am Ende würde ich trotzdem gerne beibehalten. Und zur Erklärung: Das schwarze Gerät ist der Timer. Sie löst den Countdown erst aus, in dem sie das Gerät bedient! Deswegen schilt sie sich ja auch in Gedanken dafür.
Erklärung Nr.2: Die Stille antwortete ihr insofern, dass er aufgelegt hat und es sich deshalb nicht lohnt, lautstark zu fluchen oder beleidigen.
Noch mal zu Nr.1: Eigentlich wollte ich diesen sadistischen Humor am Ende noch deutlicher machen, in dem sie sieht, dass sie 100 Meter fallen und sterben wird, als ich dann aber das quasi offene Ende hatte, gefiel mir das so sehr, dass ich nichts plumpes mehr ranhängen wollte. smile
Euer (noch) Inko
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Existerman
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BeitragVerfasst am: 05.10.2013 00:24    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Verdammt, ich sehe gerade, ich habe im Text einige Kursiveinstellungen vergessen. Naja, alles, was Präsens und Ich-Perspektive ist, gehört kursiv...
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Vogel
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Goldene Neonzeit


BeitragVerfasst am: 05.10.2013 18:36    Titel: Antworten mit Zitat

Der Wecker und der Timer sind nicht identisch?
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Existerman
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BeitragVerfasst am: 06.10.2013 23:31    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Doch.Madrilena, ich hoffe immer noch auf deine Kritik!
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Existerman
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BeitragVerfasst am: 08.10.2013 03:39    Titel: Version 2.0 - Titel noch ungewiss pdf-Datei Antworten mit Zitat

Die grün leuchtenden Ziffern des digitalen Weckers erleuchteten den Raum. Zwei Minuten noch. Nichts. Denk nach, Helen, denk nach! Die Handschellen waren ein Kinderspiel, aber wie kommst du hier raus? Wieder und wieder nichts. Ideen flossen in Strömen durch ihr Bewusstsein, eine dümmer als die andere. Rational denken, beschwor sie sich. Wo bist du überhaupt? Der Lichtschein veränderte sich minimal. Helen zuckte zusammen und blickte auf den Wecker. Er hatte seine Position verändert. Der Raum wiegte sich hin und her. Aber in was? Wohl kaum in sich selbst. Erinnerungen an ihn quollen in ihr auf. Fetzen seiner Worte klangen in ihren Ohren nach. Etwas von viereinhalb Minuten Zeit. Warum viereinhalb? Warum nicht fünf? Was ist denn das für eine Zahl? Fieberhaft tastete ihr Blick den Boden nach dem Handy ab. Sie rückte ein wenig nach links, doch ein Surren aus dem nirgendwo ließ sie abrupt erstarren. Wo ist diese verdammte Überwachungskamera? Sie rutschte weiter, bis sie auf die Wand traf. Hier bin ich aufgewacht. Aber was war vorher? Im Augenwinkel bemerkte sie eine Lichtreflexion. Das ist es! Das Telefon schien sie bedrohlich zu mustern. Schnell war es eingeschaltet. Noch eine Lichtquelle. Gut. Kurz leuchtete sie zum Wecker. Noch 1:17. Die Nachricht dauerte 20 Sekunden. Erneut abhören, entschied sie. Bitte lass es nicht umsonst sein. Es tönte aus dem Lautsprecher: „Guten Tag, Helen. Sei bitte so freundlich und drücke auf den Knopf oben rechts am digitalen Timer in der Mitte des Raumes. Das ist deine einzige Überlebenschance. Sei nicht skeptisch.“ Warum habe ich den verdammten Befehl auch noch befolgt? „Schön. In genau viereinhalb Minuten bist du tot. Es sei denn, du entkommst aus dem Raum.“ 20 verschwendete Sekunden, schalt sie sich.
Ein Pfeifen ließ sie erneut zusammenzucken. Der Klingelton! Ein Anruf! Ohne zu überlegen nahm sie ab und hörte die selbe schaurige Stimme reden. „Mach, dass du wegkommst. Ich kann dich sehen. Oder bist du zu dumm?" Lauter Protest lohnte sich nicht, denn er hatte bereits aufgelegt. Wieder ein Seitenblick auf den Wecker. 0:43. 42. 41. In vierzig Sekunden bin ich tot. Aber wie? Eine Bombe? Ich muss entkommen! Sie sprang auf und suchte alle Wände nach einer eventuellen Klappe ab. Alles fühlte sich ebenmäßig gleich an. Wäre auch zu schön gewesen. 0:27. Verdammte scheiße! „Hilfe!“, schrie sie, mit ihren Fäusten an der Wand imaginäre Dellen verursachend, „bitte hört mich.“ Schluchzend sank sie zusammen. Soll es das etwa gewesen sein? 0:14. Das Licht des Weckers zog sich wie das des Monds über dem Meer als ein Streifen über den Boden hinweg. Im grünlichen Schein konnte Helen ein in den Boden eingeritztes Quadrat erkennen. Ist das eine Falltür? 0:08. Worauf wartest du noch? Lauf! Mit aller Kraft sprang sie auf das Viereck. Na los, geh schon auf! 0:04. 0:03. Ein letztes Mal stampfte sie auf, spürte das nachgeben der Fläche und fiel. Während sie nach unten glitt, sah sie noch, wie der Timer bei 0:00 stoppte. Sie schloss ihre Augen.[/spoiler]
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dürüm
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BeitragVerfasst am: 08.10.2013 06:40    Titel: Antworten mit Zitat

Hm.
Überzeugt mich nicht so, wie meine Vorposter. Das Bild ist zu ausgelutscht und es geht zu schnell. Ich fühle nicht mir Helen, die Panik bleibt farblos.

Um hier wirklich mitzufiebern würde ich mehr Vorgeschichte brauchen. So funktioniert die Geschichte für mich nicht.

Gruß
Kerem
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Existerman
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BeitragVerfasst am: 14.10.2013 20:38    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ich erhoffe mir weiterhin noch hilfreiche konstruktive Kritik.
Ernst gemeinte, bitte.
Gruß I
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MosesBob
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BeitragVerfasst am: 15.10.2013 11:28    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Maskenmensch!

Inkognito hat Folgendes geschrieben:
Die grün leuchtenden Ziffern des digitalen Weckers erleuchteten den Raum.

Vorschlag, um die unnötige Wortdopplung zu vermeiden: „Die grünen Ziffern des Digitalweckers erleuchteten den Raum.“

Inkognito hat Folgendes geschrieben:
Wo ist diese verdammte Überwachungskamera?

Woher weiß sie eigentlich, dass es sich um eine Überwachungskamera handelt? Weiß sie es überhaupt, oder ist es eine Vermutung?

Inkognito hat Folgendes geschrieben:
Ideen flossen in Strömen durch ihr Bewusstsein, eine dümmer als die andere.

Klingt ungelenk. Vorschlag: „Ideen rasten durch ihr Bewusstsein, eine dümmer als die andere.“

Inkognito hat Folgendes geschrieben:
Erinnerungen an ihn quollen in ihr auf. Fetzen seiner Worte klangen in ihren Ohren nach.

Hier klingt zum einen das „Quellen“ ungeschickt. Zum anderen wäre beispielsweise an dieser Stelle interessant zu wissen, ob sie bereits weiß, von wem hier die Rede ist. Kennt sie ihn? Und was sind es für Erinnerungen, die da aufquellen? Es wäre dem Tempo der Geschichte mit Sicherheit nicht dienlich, sich hier lang und breit in Beschreibungen zu ergießen. Ich möchte halt nur auf demselben Level sein wie die Frau, damit ich nicht den Zugang zur Geschichte verliere, und genau das ist zu diesem Zeitpunkt bereits passiert.

Inkognito hat Folgendes geschrieben:
Das Licht des Weckers zog sich wie das des Monds über dem Meer als ein Streifen über den Boden hinweg.

Sprachlich etwas holprig, findest du nicht?


Fazit: Spannend geschrieben ist der Text. Helens Gedankeneinschübe, so entsetzlich klischeehaft sie auch sein mögen, beschleunigen das Tempo zusätzlich. Ich habe nur Probleme, den Ereignissen logisch zu folgen. Das Tempo drückt auf die Verständlichkeit und somit auch auf die empathische Leitung zur Protagonistin. Handelt es sich um den Anfang einer Geschichte, oder ist es ein Ausschnitt von „irgendwo mittendrin“? Ist letzteres der Fall, dann kann die Szene bis auf ein paar Ausnahmen so funktionieren. Ist es der Anfang einer Geschichte, sehe ich die Gefahr, dass der Leser aussteigt, weil er sich an der Nase herumgeführt fühlt und zugunsten der Spannung, die der Text für mich ganz klar besitzt, künstlich für dumm verkauft wird.

Lass mal hören, was du mit diesem Ausschnitt vorhast. smile

Beste Grüße,

Martin


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Vogel
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Goldene Neonzeit


BeitragVerfasst am: 15.10.2013 13:26    Titel: Antworten mit Zitat

Also Fazit aller Kommentare scheint mir: mehr Vorgeschichte/Erklärung!
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MosesBob
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BeitragVerfasst am: 15.10.2013 14:38    Titel: Antworten mit Zitat

Vogel hat Folgendes geschrieben:
Also Fazit aller Kommentare scheint mir: mehr Vorgeschichte/Erklärung!

In meinem Fall nicht unbedingt. Zumindest eine Vorgeschichte wäre mit Sicherheit der Todesstoß für diese Art von Spannung. Es ist absolut in Ordnung, den Leser ins kalte Wasser einer solchen Szene hineinzuschmeißen und ihm nicht mehr Wissen mitzugeben, als auch der Protagonistin zur Verfügung steht. Aber bitte auch nicht weniger. Wenn es sich hier also tatsächlich um einen Anfang handelt, dem nichts mehr vorangestellt ist, dann ist lediglich auf die Kausalität und die Plausibilität bzw. Nachvollziehbarkeit zu achten.


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Existerman
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BeitragVerfasst am: 15.10.2013 14:58    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Es handelt sich hierbei weder um den Anfang noch den Mittelteil einer geschriebenen Geschichte. Es ist ein Einschnitt ins Geschehen. Ich weiß zwar, was vorher und nachher passiert, aber ich schreibe es nicht auf. Werde mich dann mal an die nächste Überarbeitung machen und versuche, dem
Leser Helens wissen zu vermitteln.
Zitat:
Aber bitte auch nicht weniger.

Ihr wollt es, ich versuche es.
Lg
Der Maskenmensch
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MosesBob
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BeitragVerfasst am: 15.10.2013 15:01    Titel: Antworten mit Zitat

Inkognito hat Folgendes geschrieben:
Es handelt sich hierbei weder um den Anfang noch den Mittelteil einer geschriebenen Geschichte. Es ist ein Einschnitt ins Geschehen.

Nicht, dass wir uns hier falsch verstehen: Deine Leseprobe ist doch mit Sicherheit Teil einer längeren Geschichte. An welcher Stelle steht sie dort?


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BeitragVerfasst am: 15.10.2013 15:27    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Nein, ist sie nicht. Sie trägt die Bezeichnung "Kurzgeschichte". Und meine Kurzgeschichten halte ich immer sehr kurz.
I
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BeitragVerfasst am: 15.10.2013 16:33    Titel: Antworten mit Zitat

Oha. Für welches Publikum schreibst du?

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Vogel
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Goldene Neonzeit


BeitragVerfasst am: 15.10.2013 17:27    Titel: Antworten mit Zitat

Mit Vorgeschichte meine ich keine Rückblenden oder langen Erläuterungen, sondern eben diese Informationen, die Prota auch haben muss: wer hat sie entführt oder warum oder wenigstens wo war  sie vorher etc.
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MosesBob
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BeitragVerfasst am: 15.10.2013 17:46    Titel: Antworten mit Zitat

Auch das würde ich nicht als erforderlich erachten. Laughing Zumindest dann nicht, wenn die Leseprobe hier Teil einer längeren Geschichte wäre. In vielen Thrillern wird zum Beispiel der erste Mord eines Psychopathen (oder auch ein späterer) in einer Fassung beschrieben, die der unseres Maskenmenschen nahekommt. Das ist dann halt eine packende Einleitung oder ein Zwischenspiel, das zeigt, dass der Mörder mal wieder zugeschlagen hat. Wesentlich mehr Info darüber, wer das Opfer ist, wo es sich aufhält und woher es kommt, kommt dabei nicht zwangsläufig rüber. Klar, es gibt solche und solche Autoren. Der eine mag es ausführlicher, der andere fasst sich kurz. Weil der vorliegende Text aber für sich allein funktionieren soll, ohne (weitere) Handlung, stellt sich für mich nun erstmal die Frage nach Publikum und Zielgruppe.

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BeitragVerfasst am: 15.10.2013 19:06    Titel: Antworten mit Zitat

Also ich finde deine Geschichte super, Inkognito, aber...

Ich muss dürüm schon zustimmen, ich konnte ebenfalls nicht wirklich Helens Panik fühlen. Schade eigentlich, denn in so einer Situation sollte man sie spüren (ich sage nicht, dass ich es viel besser mache).

Egal. Viel Glück weiterhin mit dem Schreiben.

Easy

P.S. Geht die Geschichte weiter? Wenn ja, würde ich mich über die Fortsetzung sehr freuen.
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Existerman
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BeitragVerfasst am: 15.10.2013 21:15    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Zitat:
Oha. Für welches Publikum schreibst du?

Nun, um ehrlich zu sein, ist dieser Text noch keinem zu Augen gekommen, Außer euch natürlich. Publikum, fragst du? Ich bin mir nicht sicher. Jugendliche? Kinder wohl eher nicht.
Easy_Read
Wenn du so fragst: Natürlich geht die Geschichte weiter. Aber ich glaube, ich werde sie nicht aufschreiben. Oder meint ihr etwa, das könnte ein gutes Exposé abgeben? Ich denke grad selber drüber nach. Du kannst hoffen, Easy.
Danke für euer Lob.
Ihr stimmt irgendwie alle in einem Punkt überein: Der Text ist hier und da schrecklich klischeehaft. Das liegt wahrscheinlich daran, dass mich eine Szene aus "Saw" dazu inspiriert hat.
I
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MosesBob
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BeitragVerfasst am: 15.10.2013 21:31    Titel: Antworten mit Zitat

Inkognito hat Folgendes geschrieben:
Es handelt sich hierbei weder um den Anfang noch den Mittelteil einer geschriebenen Geschichte. Es ist ein Einschnitt ins Geschehen. Ich weiß zwar, was vorher und nachher passiert, aber ich schreibe es nicht auf.

Inkognito hat Folgendes geschrieben:
Nein, ist sie nicht. Sie trägt die Bezeichnung "Kurzgeschichte". Und meine Kurzgeschichten halte ich immer sehr kurz.
I

Inkognito hat Folgendes geschrieben:
Wenn du so fragst: Natürlich geht die Geschichte weiter. Aber ich glaube, ich werde sie nicht aufschreiben.

Confused


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