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Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig Die Geschichten, die der Regen schrieb


 

 
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Myrtana222
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Wohnort: Biberach an der Riss, Baden-Württemberg


BeitragVerfasst am: 06.08.2013 21:26    Titel: Die Geschichten, die der Regen schrieb eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hey nach einer längeren Pause bin ich wieder mit einer neuen Idee hier. Da ich auch vorher schon anregende Kritik erhalten habe, möchte ich diese Geschichte unter großem Einfluss eurer Kritiken und Anstöße entstehen lassen. Insofern ist die Handlung noch weitgehend offen.


Ungewöhnlich dunkel war dieser Herbstabend. Der Regen goss in Strömen über die ausgedörrten Stoppelfelder. Der alte Bauer hatte viele Jahre gesehen, doch nur selten war ein Unwetter derart schnell über dem Land aufgezogen. Mühsam schleifte er seine Füße vorwärts, der raue Schlamm, der durch seine abgewetzten Schuhe drang, rieb zwischen seinen Zehen. Seine Finger deckten das schmerzende, klaffende Loch ab, das einmal sein Ohr gewesen war.
Stöhnend sank er unter einer Trauerweide zusammen, seine Knochen trugen ihn nicht mehr. Keine Meile weit entfernt sah er die Lichter der Burg, sein Ziel, doch seine Beine waren müde.
„Oh Götter! Hier soll es enden?“ Der alte Mann begann zu schluchzen.  „Meinem Schicksal nur entronnen zu sein, um hier zu sterben? Das kann es nicht sein!“ Die Entschlossenheit gab ihm die Kraft, sich aufzurichten, stolpernde Schritte zu gehen. Noch einmal sah er zu der Burg, deren Zinnen hinter den Regenschleiern verschwanden, und das einzige was er sah- war ein Junge auf der Straße.
„Heda, Junge, hilf mir! Es geht um Leben und Tod! Für mich zu deinem Herrn, ich habe eine Botschaft für ihn!“
Der Junge starrte ihn aus seltsam trüb-glasigen Augen an, nein, eher starrte er durch ihn hindurch.
„Junge, ich bitte dich! Meine Beine tragen mich nicht länger.“
Gemächlichen Schrittes war der Junge nun zu ihm herangetreten, und erst jetzt flackerten seine Augen auf, als wäre er gerade aus tiefstem Schlaf geweckt worden. Verwirrt betrachtete er den alten, seine Lippen waren von der Kälte blau, er zitterte.
„Was machen wir hier draußen, alter Mann?“
„Bring mich zu deinem Herrn. Ich komme von einem Dorf nicht unweit von hier. Wir wurden überfallen. Wenn dein Herr nicht bald eingreift, werden sie jeden Mann und jede Frau töten!“
Entschlossen nickte der Junge, stützte den Mann mit erstaunlicher Kraft und ging vorsichtig den schmalen Pfad entlang.
„Sorgt Euch nicht, der Herr ist für seine Anteilname bekannt, und mein Bruder gilt als der beste Kämpfer im Süden.“

Die Arme des alten Mannes zitterten, als er den Löffel mit er dünnen Suppe zum Mund führte. Mehr hatte man zu so später Stunde nicht mehr auftreiben können, doch dem Alten reichte die Wärme, die nun in seine Glieder floss. Draußen tobte weiter das Unwetter, doch vor ihm saß der Burgherr persönlich, sein schulterlanges Haar und seine bildhübschen, anmutigen Züge ließen ihn wie einen Edelmann aus einem Märchen wirken.
„Mein... Mein Name ist Dan. Der alte Dan werde ich genannt. Ich komme aus Rorich, das ist keine fünf Meilen südlich von hier.“
Der Adlige nickte. „Ich kenne Rorich, auch wenn es nicht zu meinen Lehen gehört. Erzähl weiter.“
„Ja Mylord. Gegen Mittag wurden wir von einer Gruppe aus grob zwei dutzend ausgemergelter Gestalten überfallen, sie erschlugen ein paar Männer, die sich wehren wollten und forderten uns auf, Vorräte herzuschaffen, über die sie dann wie Heuschrecken herfielen.“
In eben jenem Moment trat ein anderer Mann herein. Er war größer, gröber und etwas kräftiger, doch auch er hatte etwas knabenhaft schönes an sich.
„Und was wollten diese Männer von dir?“, fragte er.
„Sie wollten, dass ich Mylord eine Nachricht überbringe, und als ich mich weigerte, schlugen sie mir das Ohr ab.“ Die Hand des Alten berührte sacht dem Schorf, der die Wunde bedeckte.
„Dann fand mich dieser Junge, als ich nicht mehr weitergehen konnte, dieser...“
Der größere Mann hob den Kopf. „Somnambul. Er heißt Somnambul und ist mein Bruder und abgesehen davon Mondsüchtig.“
„Oh ja, dieser Somnambul hat mich gefunden und zu Euch gebracht.“
„Gut, und wie lautet Eure Nachricht? Ist es eine Lösegeldforderung?“
„Nein mein Herr. Sie sind bereit, alle vor Euch die Waffen zu strecken und sich kampflos zu ergeben.“

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Leseloewin
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling

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BeitragVerfasst am: 06.08.2013 21:58    Titel: Re: Die Geschichten, die der Regen schrieb Antworten mit Zitat

Ungewöhnlich dunkel war dieser Herbstabend. Der Regen goss in Strömen über die ausgedörrten Stoppelfelder. <<<Hier würde ich einfügen, wie der Regen langsam in die Felder versickert.<<<Der alte Bauer hatte viele Jahre gesehen, doch nur selten war ein Unwetter derart schnell über dem Land aufgezogen. Mühsam schleifte er seine Füße vorwärts, der raue Schlamm, <<<wie kann der Schlamm rau sein, würde ich noch näher darauf eingehen!<<<der durch seine abgewetzten Schuhe drang, rieb zwischen seinen Zehen. Seine Finger deckten das schmerzende, klaffende Loch ab, das einmal sein Ohr gewesen war.<<<Hier stellt sich für mich als Leser die Frage, warum ihm ein Ohr fehlt<<<<<<<
Stöhnend sank er unter einer Trauerweide zusammen, seine Knochen trugen ihn nicht mehr. Keine Meile weit entfernt sah er die Lichter der Burg, sein Ziel, doch seine Beine waren müde.
„Oh Götter! Hier soll es enden?“ Der alte Mann begann zu schluchzen.  „Meinem Schicksal nur entronnen zu sein, um hier zu sterben? Das kann es nicht sein!“ Die Entschlossenheit gab ihm die Kraft, sich aufzurichten, stolpernde Schritte zu gehen. Noch einmal sah er zu der Burg, deren Zinnen hinter den Regenschleiern verschwanden, und das einzige was er sah- war ein Junge auf der Straße.
„Heda, Junge, hilf mir! Es geht um Leben und Tod! Für mich zu deinem Herrn, ich habe eine Botschaft für ihn!“
Der Junge starrte ihn aus seltsam trüb-glasigen Augen an, nein, eher starrte er durch ihn hindurch.
„Junge, ich bitte dich! Meine Beine tragen mich nicht länger.“
Gemächlichen Schrittes war der Junge nun zu ihm herangetreten, und erst jetzt flackerten seine Augen auf, als wäre er gerade aus tiefstem Schlaf geweckt worden. Verwirrt betrachtete er den alten<<Großschreibung oder alten Mann<<<, seine Lippen waren von der Kälte blau, er zitterte.
„Was machen wir hier draußen, alter Mann?“
„Bring mich zu deinem Herrn. Ich komme von einem Dorf nicht unweit von hier. Wir wurden überfallen. Wenn dein Herr nicht bald eingreift, werden sie jeden Mann und jede Frau töten!“
Entschlossen nickte der Junge, stützte den Mann mit erstaunlicher Kraft und ging vorsichtig den schmalen Pfad entlang.
„Sorgt Euch nicht, der Herr ist für seine Anteilname<<<hier ist dir ein Rechtschreibfehler unterlaufen: Anteilnahme<< bekannt, und mein Bruder gilt als der beste Kämpfer im Süden.<<<ist für mich nicht ganz schlüssig, ist der Herr auch gleichzeitig sein Bruder?<<<

<<<Jetzt folgt mir ein zu großer zeitlicher Sprung, würde noch näher beschreiben, wie sie zur Burg gelangen. Und beispielsweise schreiben sie das sie die Burg durch das Burgtor betreten und ob dieses erst geöffnet wird für die Besucher<<<

Die Arme des alten Mannes zitterten, als er den Löffel mit er dünnen Suppe zum Mund führte. Mehr hatte man zu so später Stunde nicht mehr auftreiben können, doch dem Alten reichte die Wärme, die nun in seine Glieder floss. Draußen tobte weiter das Unwetter, doch vor ihm saß der Burgherr persönlich, sein schulterlanges Haar und seine bildhübschen, anmutigen Züge ließen ihn wie einen Edelmann aus einem Märchen wirken.
„Mein... Mein Name ist Dan. Der alte Dan werde ich genannt. Ich komme aus Rorich, das ist keine fünf Meilen südlich von hier.“
Der Adlige nickte. „Ich kenne Rorich, auch wenn es nicht zu meinen Lehen gehört. Erzähl weiter.“
„Ja Mylord. Gegen Mittag wurden wir von einer Gruppe aus grob zwei dutzend ausgemergelter Gestalten überfallen, sie erschlugen ein paar Männer, die sich wehren wollten und forderten uns auf, Vorräte herzuschaffen, über die sie dann wie Heuschrecken herfielen.“<<<Wer ist wir?<<<
In eben jenem Moment trat ein anderer Mann herein. <<<Hat er gelauscht oder wie hat er das Gespräch mitbekomme?<<<Er war größer, gröber und etwas kräftiger, doch auch er hatte etwas knabenhaft schönes an sich.
„Und was wollten diese Männer von dir?“, fragte er.
„Sie wollten, dass ich Mylord eine Nachricht überbringe, und als ich mich weigerte, schlugen sie mir das Ohr ab.“ Die Hand des Alten berührte sacht dem <<den<<Schorf, der die Wunde bedeckte.
„Dann fand mich dieser Junge, als ich nicht mehr weitergehen konnte, dieser...“
Der größere Mann hob den Kopf. „Somnambul. Er heißt Somnambul und ist mein Bruder und abgesehen davon Mondsüchtig.“
„Oh ja, dieser Somnambul hat mich gefunden und zu Euch gebracht.“
„Gut, und wie lautet Eure Nachricht? Ist es eine Lösegeldforderung?“
„Nein mein Herr. Sie sind bereit, alle vor Euch die Waffen zu strecken und sich kampflos zu ergeben.“


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"Ein Dichter ist eine Welt, eingeschlossen in einen Menschen"
- Victor Hugo -
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Myrtana222
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BeitragVerfasst am: 07.08.2013 12:57    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vielen Dank Leseloewin für deine schnelle und gute Kritik. Ich überarbeite die erste Seite noch einmal. Zwischendurch poste ich aber noch die Fortsetzung der Geschichte. Kritik und Tipps sind wie immer Willkommen:


Milde lag der Rauchgeruch der Kochstellen in der Luft. Der Morgennebel lichtete sich langsam, doch noch kondensierte der Atem der Pferde in der kalten Luft.
Auf dem Dorfplatz knieten an die zwanzig Männer, die Hände hinter dem Rücken zusammengeschnürt, die Köpfe gebeugt. Kein einziger hatte sich gewehrt, doch einige zeigten Blessuren durch die groben Misshandlungen der Häscher.
Der Fürst schritt an jedem Mann vorbei und betrachtete ihre eingefallenen Gesichter. Danach winkte er einer Bäuerin zu.
„He, junge Dame. Erzählt mir bitte noch einmal, was sich gestern Abend hier zugetragen hat.“
Schüchtern trat die Bäuerin vor.
„Gestern tobte ein Sturm, und mit dem Sturm kamen diese Männer und forderten uns gewaltsam auf, ihnen Lebensmittel und Unterkünfte zu überlassen.“
„Das ist eine Lüge.“ Einer der verschnürten Männer hatte sich aufgerichtet.
„Kaum das wir in ihrem Dorf standen, haben uns diese Hurensöhne angegriffen. Wir konnten nicht einmal von den Pferden steigen.“
„Wir hielten sie für Räuber! Was sollten wir auch anderes glauben mit den Waffen an ihren Halftern!“
Der Fürst schritt zu dem Gefangenen. „Ihr seid der Anführer Eurer Meute?“
Der Gefangene nickte. „Ich bevorzuge es, sie Gefolgsmänner zu nennen, Mylord. Man nennt mich Senan.“
„Das Volk nennt mich den jungen Nathan, Burgherr von Kaltenfels. Es heißt, ihr habt fünf Männer erschlagen, doch in Eurem Gefolge scheint es keine Toten zu geben. Erklärt mir nochmal, wie Euch dann diese Bauern überfallen haben sollen?
„Meine Männer wissen mit ihren Waffen besser umzugehen als dieser blutdürstige Mob mit Keulen und Mistgabeln.“
Eine Wache hieb Senan den Schaft einer Lanze an den Hinterkopf und zwang ihn auf die Knie.
„Genug!“, rief Nathan. „Lasst ihn ausreden.“
„Seit sechs Wochen reiten wir durch das Land, vom Süden her. Vor zwei Wochen mussten wir die Rationen auf ein Minimum kürzen, vorgestern haben wir die letzte Ration ausgeteilt. Das ist das erste Dorf, das wir in diesen sechs Wochen zu sehen bekommen haben.“
„Das ist richtig, südlich von hier gibt es nur Wildnis. Woher kommt Ihr?“
„Im Süden ist nicht nur Wildnis, weit, weit im Süden leben noch Menschen. Von daher kommen wir.“
„Und was hat euch in den Norden getrieben?“
„Das, Mylord, ist nicht für gemeine Ohren bestimmt, sondern nur für Eure. Ich bitte Euch, hört mich ungestört an.“
Nathan schnaubte. „Bevor ich Euch anhöre, bespreche ich mich noch mit meinem Ratgeber. Neben Eurem Schicksal gibt es noch mehr zu besprechen.“ Wortlos nickte er dem Mann zu, mit dem er schon den alten Dan verhört hatte. Gemeinsam betraten sie eines der Bauernhäuser und setzten sich an einen roh gezimmerten Tisch.
„Was hältst du von diesen Männern, Aidan?“
„Sie sind verdächtig. Sie sind aus dem Süden? Ich glaube kaum, dass sie die Wahrheit sagen, wir sind das letzte Fürstentum im Süden und darüber hinaus erstreckt sich nur Wildnis.“
„Doch was ist, wenn sie die Wahrheit sagen? Sie haben sich nicht einmal zur Wehr gesetzt. Ich will wissen, was er zu sagen hat. Und das wird er dir sagen, Bruder.“
Aidan lachte auf. „Dir ist also auch ihr Wappen aufgefallen.“
Nathan nickte. „Ja. Es ist das Selbe, dass das Wickelzeug und das Hemd zweier Brüder zierte, die man zusammen vor den Toren von Kaltenfels fand, der eine ein Säugling und der andere gerade einmal um die fünf Jahre alt. Dich und Somnambul.“

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Jean-Marie
Sonntagsschreiber


Beiträge: 16



BeitragVerfasst am: 11.08.2013 13:07    Titel: Antworten mit Zitat

Ich mag die düstere Stimmung, die dein Text beschreibt, sehr!

Auch den lateinischen Namen "Somnambul" finde ich für einen mondsüchtigen sehr treffend gewählt.

Spielt die Geschichte denn im europäischen Mittelalter? In einer Fantasiewelt sind lateinische Namen natürlich etwas unauthentisch, aber in eine
mittelalterlichen Kulisse fügen sie sich natürlich gut ein!

Ansonsten würde ich wirklich gar nicht viel ändern, ich würde diese düstere Atmosphäre auf jeden Fall beibehalten und ggf. noch etwas verdichten.

Zitat:
Milde lag der Rauchgeruch der Kochstellen in der Luft. Der Morgennebel lichtete sich langsam, doch noch kondensierte der Atem der Pferde in der kalten Luft.

Dies ist z.B. eine Stelle, die mir das ganze Szenario sehr bildreich vor Augen führt. Da kann man die Atmosphäre förmlich greifen. Das sagt mir sehr zu.

Zitat:
Mühsam schleifte er seine Füße vorwärts, der raue Schlamm, der durch seine abgewetzten Schuhe drang, rieb zwischen seinen Zehen. Seine Finger deckten das schmerzende, klaffende Loch ab, das einmal sein Ohr gewesen war.
Stöhnend sank er unter einer Trauerweide zusammen, seine Knochen trugen ihn nicht mehr. Keine Meile weit entfernt sah er die Lichter der Burg, sein Ziel, doch seine Beine waren müde.


Ist auch eine Stelle, die mir aufgrund der bildreichen Sprache sehr zusagt! Sehr treffende Adjektive und die Partizipien fungieren als Adverbiale vortrefflich!
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Myrtana222
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BeitragVerfasst am: 11.08.2013 17:24    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vielen Dank Jean-Marie!
Die Geschichte wird sehr an das europäische Mittelalter angelehnt sein, ist aber doch reine Fantasy. Es wird also auch Kreaturen geben, die nicht existieren, die ich aber dem mittelalterlichen Aberglauben entnehmen werde. Ich möchte hierbei aber gleich Klischees ausschließen- Ich will keine strahlende Disney-Fantasy mit heroischen Superhelden, die gegen Drachen ins Feld ziehen. Ich versuche, auch weniger bekannte Sagengestalten aufzunehmen und die Charaktere etwas menschlicher und fehlerbehaftet zu gestalten.
In dieser Welt gibt es natürlich auch kein Latein... Oder vielleicht löse ich diesen Widerspruch doch noch irgendwie logisch. Ich verwende sonst auch lieber irische und schottische Vornamen, die es in dieser Welt natürlich auch nicht geben dürfte, was das ganze natürlich unauthentisch macht. Der Name Somnambul hat mir aber so gefallen, dass ich ihn einfach nicht fallen lassen konnte...
Die Fortsetzung lässt aus Zeitgründen leider etwas auf sich warten, ich hoffe aber, bald neues posten zu können.

lg
Manuel
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Myrtana222
Geschlecht:männlichSchreiberassi

Alter: 25
Beiträge: 50
Wohnort: Biberach an der Riss, Baden-Württemberg


BeitragVerfasst am: 12.08.2013 17:15    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hier ist endlich eine weitere Seite aus meiner Geschichte. Auf dieser und folgenden Seiten wird der Grundstein für die Geschichte gelegt, grundlegende Anstöße und Vorschläge sind deshalb mehr denn je willkommen!

„Willst du ihn nur deshalb verhören? Mir wäre lieber, Somnambul würde hiervon nichts mitbekommen...“
„Deshalb fragst du ihn auch hier aus, auch wenn wir es nicht vor Somnambul verheimlichen dürfen. Ihr habt beide ein Anrecht auf eure Wurzeln, nur weil du kein Interesse daran zeigst, kannst du sie deinem Bruder nicht vorenthalten. Und nein, ich muss wissen, was ihn hergebracht hat, und wenn es eine Lüge ist.“
„Knüpf seine Männer auf und lass die Streckbank für dich sprechen. Er ist ein Verbrecher und kein Lord.“
„Nein, Aidan, dieser Fremde hat etwas ehrliches an sich. Das ist kein Mann, der sich mit Gesetzlosen abgibt. Ich bitte dich, verhöre ihn nach bestem Wissen und Gewissen. Du bist flinker mit der Zunge als ich und mich rufen andere Pflichten.“
„Ein Nein gibt es hier wohl nicht. Ich werde mir anhören, was er zu sagen hat.“
„Ich danke dir.“
Mit diesen Worten stand Nathan auf und bedeutete Aidan, ihm zu folgen. Auf dem Platz hatte sich nun das ganze Dorf versammelt und umringte die Dorflinde und die gefesselten Männer. Ein Bauer hatte bereits Stricke zur Seite gelegt.
Nathan trat in ihre Mitte.
„Hört mir zu, ihr braven Leute. Eure Männer, Väter und Söhne sind tot, daran kann ich leider nichts ändern. Sie sollen beigesetzt und in den Klöstern sollen Messen für sie abgehalten werden. Doch die Bestrafung dieser Männer muss noch warten! Noch ist nicht der genaue Umstand ihrer Tat bekannt und somit nicht das Maß der Strafe.“
Ein leises, wütendes Raunen lief durch die Menge. Angesichts der Wachen des Fürsten blieben jedoch Taten und Worte aus.
„Des weiteren gebe ich bekannt, dass ich mit eurem Fürsten um dieses Dorf verhandeln werde. Ihr seid näher an meinem Sitz als an dem seinen, und somit wird es mir leichter fallen, euch vor Räubern zu schützen als ihm. Außerdem ersetze ich euch eure Lebensmittel aus meinen eigenen Vorratskammern. Und Ihr,“ Nathan deutete auf Senan, „folgt meinem Mann und werdet ihm jede seiner Fragen beantworten.“
„Mit Verlaub, Mylord, aber meine Worte sind nur für Eure Ohren bestimmt und nicht für die eines anderen Mannes.“
„Aidan ist mein Ziehbruder und ich vertraue ihm mehr als jedem anderen. Ihr werdet mit ihm vorlieb nehmen müssen, während ich die Schäden bereinige, die Ihr und Eure Männer verursacht habt.“
„Bindet ihm die Hände vor dem Bauch zusammen. Wir werden spazieren gehen.“
Die Wache löste Senans Fesseln, um sie ihm wie gewünscht neu anzulegen. Danach rief Aidan zwei Wachen zu sich.
„Achtet darauf, dass uns keiner folgt und begleitet uns außerhalb eurer Hörweite. Ich möchte nicht von rachsüchtigen Bauern überfallen werden.“ Gemeinsam verließen sie das Dorf.
„Ich kann nicht ehrlich sagen, beruhigt zu sein, wenn mich ein Mann, der meinen Tod wünscht, aus dem Dorf begleitet.“ Senan öffnete und schloss während dem Reden seine gefesselten Hände.
„Ich habe nie gesagt, dass ich Euren Tod wünsche.“
„Euer Blick sagt es. Nach den Bauern seid ihr der Mann, der mich am liebsten mit einem Seil um den Hals an einem Ast baumeln sehen würde.“
„Da habt Ihr nicht ganz unrecht. Dennoch will mein Bruder, dass ich Euch verhöre.“
„Ihr scheint nicht glücklich darüber zu sein.“
„Mein Bruder ist zu weich. Er hätte Männer schicken sollen, um euch einen Kopf kürzer zu machen, statt dessen wird er euch allen vergeben. Vielleicht glaubt er noch, euch durch Arbeit sühnen lassen zu können.“
„Meine Männer tun und lassen, was ich sage. Wenn ich ihnen sage, sie sollen für Euren Fürsten arbeiten, werden sie das so lange tun, bis ich sie wieder in meine Dienste nehme. Ihr habt mein Wort.“
„Das Wort eines Verbrechers zählt so wenig wie der Dreck unter Euren Fingernägeln. Durch seine Milde macht er sich unnötig Feinde.“
„Milde ist für einen Herrscher keine schlechte Eigenschaft.“
„Ich wünsche mir für Euch mehr die Milde, welche Ihr den Bauern gezeigt habt.“
„Meine Männer waren am Verhungern. Lange hätten sie die Bauern nicht zurückhalten können, ohne Tote auf unserer Seite zu riskieren.“
„Dann erklärt mir mal den Alten, dem ihr ein Ohr abgeschlagen und in dieses Gewitter hinaus gejagt habt. Er wäre auf dem Weg beinahe gestorben.“
„Er hat mir keine Wahl gelassen, so heftig wie er sich gewehrt hat. Wir dachten uns, wenn schon jemand in diesem Unwetter sein Leben riskieren soll, dann dieser alte Teufel.“ Senan spuckte aus.
„Nun gut. Was ich eigentlich von Euch wissen will, ist wer Ihr seid und woher Ihr kommt. Euer Wappen zeigt einen Vogel auf blauem Hintergrund, kein Fürst der Welt trägt dieses Wappen.“
„Das ist, weil wir unter keinem Fürsten dienen. Unser Wappentier ist der Sperber und genau so nennen wir uns.“
„Ihr sagt, Ihr stammt aus dem Süden, doch im Süden gibt es nur Wildnis und unbewohntes Ried.“
„Wie ich das bereits sagte, hinter diesem Gürtel aus Sumpf und Wildnis hinter das sich keiner eurer Fürsten wagt, leben Menschen. Zugegeben, es sind wenige und diese überqueren diesen Gürtel auch nur selten. Doch glaubt nicht, dass Euer seltsames Königreich den letzten verbliebenen Rest der Menschheit beherbergt. Weit im Osten leben immer noch Menschen.“

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Xhex
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BeitragVerfasst am: 12.08.2013 18:00    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Myrtana,

deine Geschichte  beinhaltet zwei Dinge, die sie für mich interessant macht.
Es ist eine Fantasygeschichte und sie beginnt schön düster.
Ein paar Kleinigkeiten sind mir aufgefallen, ansonsten ein wirklich schöner Einstieg in deine Geschichte. Vor allem mag ich deinen Schreibstil.

Myrtana222 hat Folgendes geschrieben:
Die Arme des alten Mannes zitterten, als er den Löffel mit er (der)dünnen Suppe zum Mund führte.


Myrtana222 hat Folgendes geschrieben:
Draußen tobte weiter das Unwetter, doch vor ihm saß der Burgherr persönlich, sein schulterlanges Haar und seine bildhübschen, anmutigen Züge ließen ihn wie einen Edelmann aus einem Märchen wirken.

Ist sicher Geschmacksache, aber ich würde das Erwähnen des Unwetters und die Beschreibung des Burgherrn je einen Satz verwenden.
Und würde ein Mann seines Alters beim Anblick eines Burgherrn wirklich denken, dass dieser bilschön ist, anmutige Züge besitzt und wie ein Edelmann aus einem Märchen wirkte? Kann ich mir nicht wirklich vorstellen.

Myrtana222 hat Folgendes geschrieben:
„Ja(Komma einfügen) Mylord. Gegen Mittag wurden wir von einer Gruppe aus grob zwei dutzend ausgemergelter Gestalten überfallen, (Hier besser einen Punkt als das Komma) sie erschlugen ein paar Männer, die sich wehren wollten und forderten uns auf, Vorräte herzuschaffen, über die sie dann wie Heuschrecken herfielen.“


Myrtana222 hat Folgendes geschrieben:
„Sie wollten, dass ich Mylord eine Nachricht überbringe, und als ich mich weigerte, schlugen sie mir das Ohr ab.“ Die Hand des Alten berührte sacht dem Schorf, der die Wunde bedeckte.

Ist der Überfall nicht gerade erst gewesen? Gut, um 5 Meilen zu Fuß zurückzulegen, braucht ein alter Mann gewiss eine Weile, aber doch nicht so lange, dass sich schon Schorf an der Wunde gebildete hat.

Myrtana222 hat Folgendes geschrieben:
„Nein(Komma einfügen) mein Herr. Sie sind bereit, alle vor Euch die Waffen zu strecken und sich kampflos zu ergeben.“


Liebe Grüße
Xhex


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Myrtana222
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BeitragVerfasst am: 14.08.2013 10:50    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vielen Dank, Xhex, für das Lob und die Korrekturen. Egal wie, ich überlese doch immer irgendwelche Fehler smile
Um das Problem mit der Beschreibung der Figuren muss ich mich ebenfalls noch kümmern, ich hatte auch schon befürchtet, die Charaktere zu farblos für die Erzählung zu beschreiben. Ich finde dort im moment nur keinen Ausweg.

Im folgenden Abschnitt habe ich große Schwierigkeiten mit den leider sehr schnellen Dialogen. Irgendwie muss ich den Erschluss vieler Zusammenhänge dem Leser überlassen, da zu viel Erklärungen das Gespräch irgendwie unauthentisch machen. Dafür fehlt jetzt aber der Fluss im Gespräch und viele Leser dürften ohne Hintergrundwissen hier aussteigen. Hat jemand vielleicht eine Idee, wie ich diese Dialoge etwas entwirre?


„Da erzählt Ihr mir nichts neues. Die Händler legen schon seit Jahren an der Küste im Osten an.“
„Ich rede nicht von ein paar einsamen Fischerdörfern, sondern von ganzen Ländern! Länder, die nicht von einem schwachen König regiert werden, den seine Fürsten nach belieben absetzen können, um einem neuen debilen Pechvogel die Krone aufs Haupt zu setzen.“
„Ihr scheint überraschend viel über den Norden zu wissen.“
„Es ist nicht das erste Mal, dass ich den Todesstreifen überquere. Doch zum ersten Mal bin ich dabei auf der Flucht.“
„Und wovor flieht Ihr? Ich habe keine Männer gesehen, die euch verfolgen.“
„Bin ich sechs Wochen geritten, um auf eine Horde blinder und tauber Männer zu stoßen? Riecht ihr nicht die Bedrohung in der Luft? Oder hört ihr nicht mehr die Geschichten, die er Regen leise wispert? Ich schwöre Euch, noch bevor ich meine Heimat verließ, hatte ich ein Drittel meiner Männer verloren.“
„Was ich sehe ist ein Irrer, der nichts als Schwachsinn redet. Riechen kann ich ihn im übrigen auch.“
„Spottet nur. Aber ich bitte Euch, helft uns. Mir und meiner ganzen Sippe.“
„Deine Sippe? Du meinst die Sperber, oder? Wer oder was seid ihr eigentlich genau.“
„Ihr würdet es einen Orden nennen, aber das trifft es nicht genau. Wir sind eine Gemeinschaft aus Männern, die den alten Riten nachgeht und sich dem Schutz der Menschen verschrieben hat.“
Aidan schnaubte. Zorn funkelte in Senans Augen auf.
„Was, verehrt man im Norden etwa nicht mehr die Götter? Geht niemand mehr den alten Riten nach?“
„Abergläubische Bauern, Kräuterweiber und Mönche. Der Rest besitzt eine gewisse Vernunft.“
„Also haltet Ihr den Glauben an Götter für Schwachsinn?“
„Ich sage so viel: Allem Anschein nach halten sich die Götter aus den Geschicken der Menschen heraus. Kein Bauer erntet Frucht, ohne zu sähen, und was er erntet hängt vom Wetter und von seinem Geschick ab. Da gibt es nichts göttliches. Der eine betet, der andere nicht, auf sein Leben hat es keinen Einfluss. Nein, ich glaube nicht an die Götter.“
„Ob Ihr an die Götter glaubt oder nicht; den alten Riten wohnt macht inne, das schwöre ich.“
„Genug der Schwüre. Ich verstehe nicht, wobei wir Euch helfen sollen.“
„Schickt eine Taube zu eurem König und warnt ihn; bittet ihn um Truppen, die den Süden schützen, oder die Menschheit steht vor dem Rande ihrer zweiten Auslöschung.“
„Das geht über meine Befugnisse, außerdem sehe ich keinen Anlass. Ihr werdet doch mit dem Fürsten persönlich sprechen müssen, ich habe nichts mehr übrig für Eure Spukgeschichten.“
Mit diesen Worten machte Aidan kehrt, im Begriff zu den Wachleuten zu gehen und ins Dorf zuückzukehren.
„Aidan! Ich sehe, dass Euch noch eine Frage auf der Zunge brennt. Stellt sie, sie könnte wichtig sein.“
Verunsichert blieb Aidan stehen. Früher oder später musste er fragen.
„Mein Bruder, also mein leiblicher Bruder und ich, wir wurden als Kinder in diesem Fürstentum zurückgelassen. Das Wickelzeug meines Bruders und mein Wams trugen Euer Wappen.“
Kurz zeigte das Gesicht des Fremden verblüffen, doch dann fasste er sich wieder.
„Helft mir, und ich tue alles, was in meiner Macht steht, um das Geheimnis eurer Herkunft auf die Spur zu kommen.“
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Myrtana222
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BeitragVerfasst am: 18.08.2013 18:48    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Die Sonne stand im Zenit. Senan hatte seinen Männern eingeschärft, den Befehlen Nathans folge zu leisten, und so wurden ihnen für den Ritt mit Ausnahme Senans die Fesseln abgenommen. Dennoch trug jede Wache eine gespannte Armbrust, die nur darauf wartete, auf einen Fliehenden gerichtet zu werden.
Erst das helle Tageslicht zeigte alle Spuren der Entbehrung, die die Fremden auf ihrem Ritt erdulden mussten. Abgemagerte Körper unter dünner, zerfetzter Kleidung und eingefallene Wangen zeugten von den knappen Rationen. Ihre Züge zeigten tiefste Erschöpfung, ihre weit aufgerissenen Augen schauten dumpf, tiefe Löcher voller düsterer Geheimnisse, erkaltet von den Schrecken, die sie erblicken mussten.
Senan hatte ihnen eingeprägt, nicht mit den Wachen zu reden; ihre Odyssee sollte vorerst vor dem gemeinen Volk geheim bleiben. Und so schwiegen die Männer auf ihrem Ritt, bis auf die gelegentliche Bitte nach Wasser.
Auf dem Burghof herrschte reges Treiben, als die Männer auf den Burghof ritten. Die Stallknechte und weitere Bedienstete hatten die Rückkehr ihres Herren und seiner Männer bereits erwartet und mit Verwundeten gerechnet, jedoch nicht mit so vielen unbekannten Reitern, die nebenbei versorgt werden mussten.
Nathan stieg ab, warf sein Reitwams und die Handschuhe in den Dreck und ging zügig auf den Burgeingang zu.
„Kocht heißes Wasser auf, versorgt die Wunden dieser Männer und gebt ihnen Essen und Kleidung“, rief er einigen Mägden zu, „und sagt den Knechten, sie sollen sich um die Pferde kümmern.“ Mit diesen Worten verschwand er im Inneren.
„Hat es Euer Ziehbruder immer so eilig?“ Senan war neben Aidan getreten und rieb seine Handgelenke, nachdem ihm nun endlich auch die Fesseln abgenommen worden waren.
„Er hat eine leichte Form der Gicht. Zum Glück wissen wir, wie wir sie behandeln müssen. Trotzdem fallen ihm gerade lange Ausritte schwer. Er möchte vor seinen Männern keine Schwäche zeigen, deshalb zieht er sich oft sofort zurück und verschafft sich Linderung.“
„Ich wusste nicht, dass es eine Behandlung für die Gicht gibt.“
„Nicht viele kennen sie, ja. Selbst ich weiß nicht genau, was die Heiler mit ihm machen.“
„Euer Bruder ist ein guter Mann. Es ist traurig, dass gerade er mit dieser Krankheit geschlagen wurde. Er könnte im Feld als Heerführer wichtig sein.“
„Selbst seine Männer folgen ihm nicht halb so diszipliniert wie Euch die Euren.“
„Das hat nichts mit meinen Führungsqualitäten zu tun. Ein Sperber folgt dem Mann, dem er als Gefolgsmann zugeteilt wurde, ob er nur ein junger Schweinehirte oder ein erfahrener Krieger ist.“
„Erzählt mir ein anderes Mal von Eurer Sippe.“ Aidan hatte eine vertraute Gestalt an einem der Fenster vorbeihuschen sehen. „Ich lasse Euch rufen, wenn Nathan Euch sprechen will.“
Aidan hastete einige Treppen hinauf und bog in einen dunklen Gang ab, bevor er in einem Erker stehen blieb.
„Somnambul, was...“. Somnambul saß kreidebleich und mit geröteten Augen in einer Ecke des Erkers, seine Augen starr hinaus durch das große Fenster auf das Treiben unter ihm gerichtet.
„Diese Männer! Ich habe sie gesehen, in meinem Traum. Sie waren hell und trugen Federn, doch hinter ihnen tobte eine Wand aus Schwärze! Ich hatte nie so Angst wie in diesem Moment Aidan, noch nie! Lass sie bitte fortgehen!“
„Es tut mir leid. Es ist wichtig, dass diese Männer hier sind. Sie werden nicht ohne weiteres gehen können.“
„Aber wir sind in Gefahr! Etwas folgt ihnen, und bald ist es auch bei uns.“
„Somnambul, schau mich an!“ Langsam lösten sich die verweinten Augen von dem Fenster.
„Egal, was da kommen mag: Ich lass nicht zu, dass uns irgendwer bedroht oder fortnimmt. Bei meinem Leben. Das schwöre ich dir.“
Danach warf sich sein heulender Bruder in seine Arme.

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Myrtana222
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BeitragVerfasst am: 30.08.2013 19:52    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

„Es ist weitaus ernster, als ich gedacht habe.“
Sie standen in Nathans Arbeitszimmer. Das letzte Licht der Abendsonne fiel durch die hohen Fenster und ließ den Staub in der Luft aufleuchten. Nathan saß nachdenklich an seinem Schreibtisch und rieb eine Salbe in seine geröteten Knöchel ein. Während Nathans nachdenklichem Schweigen schweifte Aidans Blick über Siegel, Karten, alte Folianten und Briefpapier.
„Somnambuls Träume sind als dunkle Boten ernst zu nehmen, das hat die Vergangenheit erwiesen. Doch vergiss nicht, Aidan, genauso gut könnte es bedeuten, dass die Gefahr auch von diesen Männern ausgeht!“
„Ich habe mit Senan gesprochen. Es wirkt nicht, als wäre er gefährlich, auch wenn ich nicht glaube, dass er uns die volle Wahrheit erzählt. Er hält etwas zurück und scheint erpicht darauf zu sein, nur dir persönlich davon zu berichten.“
„Was er dir erzählt hat, widerstrebt jedem gesunden Menschenverstand. Menschen im Süden und Osten? Seit zweihundert Jahren hat niemand die Wildnis durchschritten, geschweige denn hat es jemand versucht, dort zu leben!“
„Das hat auch niemand nötig. Wer hier neuen Grund und Boden sucht, findet ihn. Wir haben immer noch mehr Land, als jedes Fürstentum verwalten kann.“
„Dann erkläre mir doch, was zwanzig Mann oder gar ein ganzes Dorf, wie es dieser Fremde schildert, weit im Süden zu suchen haben?“
„Er meinte, er beschützt die Menschen. Vor wem oder was weiß ich selber nicht, ich hatte auch nicht das Gefühl, als möchte er es mir erzählen. Woher kommt auf einmal deine Feindseligkeit?“
„Ich bin überfordert, Aidan. Ich habe geglaubt, es mit ein paar Strauchdieben zu tun zu haben, die die Not in den Süden getrieben hat. Ich dachte mir, es sei nichts falsch daran, diesen Menschen zu helfen. Doch Somnambuls Traum wirft dieses Bild völlig um. Das ist das erste Mal seit der Regierungszeit meines Vaters, dass es nötig ist, das Volk zu schützen, und ich kann nicht sehen, wer der Feind ist.“
„Dann hör ihn an! Er wird dir mehr erzählen als mir. Egal wie, auf uns wartet Gefahr.“
Nathan winkte ab. „Du hast recht. Lass ihn rufen und wir werden sehen, was er zu erzählen hat. Wenn ich glaube, er verschweigt uns etwas, wird der Folterknecht der nächste sein, dem er seine Geschichten erzählen kann.“
Kurze Zeit darauf betrat Senan das geräumige Arbeitszimmer. Mittlerweile zierten dunkle Blutergüsse und aufgeschürfte Haut die Handgelenke, an denen er gefesselt worden war.
„Ihr habt mich lange warten lassen, Mylord.“
„Ich wollte Euch und Euren Männern ein paar Stunden Ruhe gönnen nach Eurer Reise. Setzt Euch!“ Nathan deutete auf eine Karaffe Wein. Der Sperber setzte sich, ließ den Wein aber dennoch unangerührt.
„Mein Ziehbruder erzählte mir, was Euch widerfahren ist. Doch dennoch verstehe ich Euch nicht ganz. Ihr sagt, Ihr und Eure Männer nennt euch Sperber und Ihr beschützt die Menschen. Doch vor wem und was?“
Senan rutschte unbehaglich auf seinem Stuhl umher.
„Was ich Euch sage wird sich in Euren Ohren wie ein Märchen anhören, doch ich bitte Euch: Nehmt mich ernst. Es steht viel auf dem Spiel und ihr seid der letzte Mensch, an den ich mich noch wenden kann. Euer Handeln wird das Schicksal der gesamten Menschheit beschließen.“
„Ich kann Euch nicht versprechen, Euren Worten zu glauben, wenn ich nicht einmal weiß, was Ihr mir sagen wollt.“
Senan holte tief Luft. „Ein paar Tage vor unserer... Abreise sammelten wir im Osten unserer Festung einige Leichen auf. Es waren Männer, Frauen und Kinder aus dem Osten. Einige wenige hatten noch gelebt, diese pflegten wir, bis sie uns berichten konnten, was sie in den Westen getrieben hat.
Wir nennen uns Sperber und sind eine Sippe des Greifvogelbunds. Vor den Kriegen gab es mehrere Sippen dieses Bundes auf der ganzen Welt, wir sind der jüngste und westlichste Ableger, deshalb haben wir die Kriege und das Chaos vor gut zweihundert Jahren überlebt, von den anderen Greifvögeln wissen wir nichts. Der Bund wurde ursprünglich gegründet, um sich den Nekromanten entgegenzustellen.“
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