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Requiem


 

 
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Pantoffeltier
Geschlecht:weiblichErklärbär

Alter: 35
Beiträge: 2
Wohnort: Tübingen


BeitragVerfasst am: 17.11.2012 17:02    Titel: Requiem eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo ihr Lieben,

nachdem es sich zieht wie Kaugummi dieses blöde Manuskript zu überarbeiten und ich immer mehr ins Zweifeln komme, dachte ich, ich poste mal den Prolog, oder eher den halben Prolog. Natürlich kann man anhand von den paar Seiten jetzt keine Rückschlüsse auf den Rest ziehen, aber ich brauche mal ein bisschen Objektivität.
Das Ganze ist ein Fantasyroman, eher Young Adult. Bei dem Abschnitt jetzt handelt es sich um eine Traumsequenz.
Ich würde mich über Meinungen freuen!


Dunkelheit. Sie hätte sich in einer Kiste befinden können, oder in einer Abstellkammer. Auch wenn sie das starke Gefühl hatte, dass dem nicht so war.
Grobkörniger Boden unter den Füßen, rings um sie herum ein endloses, finsteres Nichts- kein Schatten, kein Licht, keine noch so kleine Unebenheit in der Schwärze, die unerbittlich auf sie eindrückte. Sie wusste nicht, wo sie war oder wie sie dort hingekommen war, wo auch immer das sein mochte. Sie hatte das Bedürfnis sich zu verstecken, aber sie hätte nicht gewusst, wo, nicht gewusst vor wem oder was- aber sie hatte Angst, Angst und ein Déjà-vu.
Sie war schon einmal hier gewesen, hier in der Unwirklichkeit, in der es kein Licht und kein Leben gab; sie wusste es, auch wenn sie keine Erinnerungen daran hatte. Und sie wusste, dass sie allen Grund hatte, Angst zu haben, dass der Ort, an dem sie sich befand, nicht ungefährlich war- und doch hatte sie ein Verlangen in sich, ein Verlangen, das so stark war, dass sie nicht hätte rennen können, wenn sie es versucht hätte- es war das Verlangen nach jemandem, nach einem Menschen, den sie kannte- nein: den sie hätte kennen sollen. Der ihr so nah und vertraut war, als wäre er ein Teil von ihr und der gleichzeitig doch so weit weg und so fremd war, dass sie ihn fürchtete.
Er wird kommen, schoss es ihr durch den Kopf. Bald.
Sie sah sich um, desorientiert. Wie lang war sie schon hier?
Vorsichtig tastete sie den Boden ab, schob prüfend ihre Füße darüber. Sie ging langsam ein paar Schritte in eine Richtung, die Arme schützend vor sich gestreckt, beinahe blind in der Finsternis. Sie durfte keine Panik aufkommen lassen, nicht die Nerven verlieren, auch wenn diese Option ziemlich verlockend erschien in ihrer bizarren Situation. Beruhig dich… Für einen Moment schloss sie ihre Augen, atmete tief durch, sog kratzend die trockene Luft ein- und ohne jegliche Vorwarnung begann es hinter ihren geschlossenen Lidern zu flackern, als wäre ihre Umgebung in Flammen aufgegangen. Sie riss die Augen auf; in noch weiter Ferne sah sie eine Karawane, eine langgezogenes Fleckchen oranges Licht, das sich zuckend voran bewegte, wie ein alter, seit Jahrzehnten nicht mehr angesehener Film auf einer verstaubten Spule. Unzählige Menschen mit Fackeln. Und sie kamen näher, kamen auf sie zu, schneller als ihr lieb war.
Ihr Herz schlug ihr bis zum Hals.
Das ist er, er kommt! Ihr Kopf glühte, ihre Gefühle kollidierten miteinander- Freude, unbändige Freude. Und unbezwingbare Angst.
Sie stand wie festgewurzelt und starrte die Menschenmasse an, die sich unaufhörlich auf sie zu bewegte. Sie musste hier weg, so schnell sie konnte, sie musste aus ihrer Reichweite, wenn sie sie fanden… sie wusste nicht, was dann passieren würde. Aber sie legte auch keinen gesteigerten Wert darauf, es herauszufinden.
Fieberhaft begann sie, im heller werdenden Licht der Fackeln ihre Umgebung abzusuchen, nach etwas, hinter dem sie sich verstecken konnte, etwas, das ihr einen vorübergehenden Schutz bieten, sie vor seinen Blicken verbergen würde. Ihre Augen hefteten sich an einen Fleck, an dem sich die Dunkelheit zu verdichten schien. Langsam krochen die Ausläufer des sich nähernden Fackelscheins darüber- ein Fels, beinahe in Spuckweite, zu ihrer Rechten. Sie sah noch einmal in die Richtung der auf sie zu kommenden Menschen und stellte erschrocken fest, dass sie an Geschwindigkeit zugelegt hatten, die Distanz zwischen ihr und ihnen schrumpfte. Ob sie sie bereits sehen konnten? Wohin waren sie unterwegs? Wer waren sie? Ihre Gedanken überschlugen sich, und doch konnte sie den Blick nicht von ihnen abwenden, paralysiert; sie war das Karnickel und die Karawane war ihre Schlange.
Und auf einmal rannte sie los, stolpernd, ihre Schritte dröhnten in ihren Ohren, machten zu viel Lärm in der Stille. Sie rannte so schnell sie konnte auf den Felsen zu, schlitterte hinter ihn und hielt die Luft an, um sich nicht durch ihren lauten Atem zu verraten, der sich protestierend in ihre Lungen und wieder hinaus kämpfte. Sie schlug sich mit einem Klatschen die Hand vor den Mund; in diesem Moment passierte die Karawane die Stelle, an der sie eben noch gestanden hatte, die äußeren Reihen waren deutlich zu erkennen- und beinahe hätte sie vor Entsetzen geschrien.
Du hast das alles gewusst… ihre Gedanken schwammen. Die Gestalten, die sich dunkel abzeichneten, waren keine Menschen- und gleichzeitig waren sie es doch. Ihre Füße schienen kaum den Boden zu berühren, während ihr endloser Zug in einer einzigen, fließenden Bewegung an ihr vorbeizog; die Flutwelle, die das Land überschwemmte und keinen am Leben ließ. Wie gebannt hing ihr Blick an der Schauerszene, als sie ihn sah. Ihr Herz machte einen Sprung und sie schnappte vor Schreck nach Luft, er würde sie sehen, sie entdecken- aber sie konnte sich nicht bewegen. Sie starrte ihn an, sah seine eingefallenen Wangen, sein verfilztes braunes Haar, seine hochgewachsene, magere Gestalt – und plötzlich, ruckartig drehte er seinen Kopf zu ihr und Sara sah seine Augen.
Ihre Augen.

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Wolfi
Geschlecht:männlichKlammeraffe


Beiträge: 611
Wohnort: München


BeitragVerfasst am: 17.11.2012 18:29    Titel: Antworten mit Zitat

Pantoffeltier,

werde mal versuchen das Ganze etwas abzurunden. Der Text ist jedenfalls zu überarbeiten. Nichts für ungut.

Zitat:
ich poste mal den Prolog, oder eher den halben Prolog

Ein Prolog ist ein Vorwort, eine Einleitung. Glaubst Du schon dass Du da richtig bist?

Zitat:
Sie hätte sich in einer Kiste befinden können, oder in einer Abstellkammer.

Du solltest Dich schon entscheiden. Entweder Kiste oder Abstellkammer, oder in der Kiste, die in einer Abstellkammer steht. Beides klingt unrund.

Zitat:
Grobkörniger Boden unter den Füßen, rings um sie herum ein endloses, finsteres Nichts- kein Schatten, kein Licht, keine noch so kleine Unebenheit in der Schwärze, die unerbittlich auf sie eindrückte.


Grobkörniger Boden unter den Füßen Punkt Rings um sie herum ein endloses, finsteres Nichts Punkt Kein Schatten, kein Licht, keine noch so kleine Unebenheit in der Schwärze, Dunkelheit, die unerbittlich erbarmungslos auf sie eindrückte.

Sie wusste nicht, wo sie war oder wie sie dort hingekommen war,
Sie wußte nicht wie sie dort hingekommen ist.

aber sie hätte nicht gewusst woPunkt nicht gewusst vor wem oder was Punkt Aber sie hatte Angst, Angst und ein Déjà-vu.

Warum denn ständig die Mamutsätze. Muß doch nicht sein!

Sie war schon einmal hier gewesenPunkt Hier in der Unwirklichkeit, in der es kein Licht und kein Leben gabPunkt Sie wusste es, auch wenn sie keine Erinnerungen daran hatte.

Und wieder der nächste Mamutsatz.

Und sie wusste, dass sie allen Grund hatte, Angst zu habenPunkt dass der Ort, an dem sie sich befand, nicht ungefährlich warPunkt und doch hatte sie ein Verlangen in sich, ein Verlangen, das so stark war, dass sie nicht hätte rennen können, wenn sie es versucht hättePunkt es war das Verlangen nach jemandem, nach einem Menschen, den sie kannte- ,nein, den sie hätte kennen sollen?würde ich streichen!

Zitat:
Der ihr so nah und vertraut war, als wäre er ein Teil von ihr und der gleichzeitig doch so weit weg und so fremd war, dass sie ihn fürchtete.


Der ihr so nah und vertraut war, als wäre er ein Teil von ihr Punkt und der gleichzeitig doch so weit weg und so fremd war, dass sie ihn fürchtete.

Zitat:
Vorsichtig tastete sie den Boden ab, schob prüfend ihre Füße darüber.


Mit was tastet sie den Boden ab, mit den Händen?

Zitat:
Sie durfte keine Panik aufkommen lassen, nicht die Nerven verlieren, auch wenn diese Option ziemlich verlockend erschien in ihrer bizarren Situation.


Sie durfte keine Panik aufkommen lassenPunkt nicht die Nerven verlieren, auch wenn diese Option ziemlich verlockend erschien in ihrer bizarren Situation?
Was ist denn bizarr an dieser Situation?

Der nächste Mamutsatz

Zitat:
Für einen Moment schloss sie ihre Augen, atmete tief durch, sog kratzend die trockene Luft ein- und ohne jegliche Vorwarnung begann es hinter ihren geschlossenen Lidern zu flackern, als wäre ihre Umgebung in Flammen aufgegangen


Für einen Moment schloss sie ihre AugenPunkt Sie atmete tief durch, sog kratzend die trockene Luft einPunkt und ohne jegliche Vorwarnung begann es hinter ihren geschlossenen Lidern zu flackern, als wäre ihre Umgebung in Flammen aufgegangen

Der nächste Mamutsatz

Zitat:
Sie riss die Augen auf; in noch weiter Ferne sah sie eine Karawane, eine langgezogenes Fleckchen oranges Licht, das sich zuckend voran bewegte, wie ein alter, seit Jahrzehnten nicht mehr angesehener Film auf einer verstaubten Spule.


Sie riss die Augen aufPunkt in noch weiter Ferne sah sie eine KarawanePunkt eine langgezogenes Fleckchen oranges LichtPunkt das Es bewegte sich zuckend voran bewegte, wie ein alter, seit Jahrzehnten nicht mehr angesehener Film auf einer verstaubten SpulePunkt

Zitat:
Ihr Kopf glühte, ihre Gefühle kollidierten miteinanderPunkt Freude, unbändige Freude.


Zitat:
Sie musste hier weg, so schnell sie konnte, sie musste aus ihrer Reichweite, wenn sie sie fanden… sie wusste nicht, was dann passieren würde


Sie musste hier weg, so schnell sie konntePunkt sie musste aus ihrer Reichweite, wenn sie sie fanden… sie wusste nicht, was dann passieren würde, wenn man sie aufspürt.

Mamutsatz

Zitat:
Fieberhaft begann sie, im heller werdenden Licht der Fackeln ihre Umgebung abzusuchen, nach etwas, hinter dem sie sich verstecken konnte, etwas, das ihr einen vorübergehenden Schutz bieten, sie vor seinen Blicken verbergen würde.


Fieberhaft begann sie, im heller werdenden Licht der Fackeln ihre Umgebung abzusuchen, nach etwas, hinter dem sie sich verstecken konntePunkt etwas, das ihr einen vorübergehenden Schutz bieten, sie vor seinen Blicken verbergen würdePunkt

Langsam krochen die Ausläufer des sich nähernden Fackelscheins darüberPunkt ein Fels, beinahe in Spuckweite, zu ihrer Rechten
Zu ihrer rechten ein Fels, beinahe in Spukweite.

Zitat:
Sie sah noch einmal in die Richtung der auf sie zu kommenden Menschen und stellte erschrocken fest, dass sie an Geschwindigkeit zugelegt hatten, die Distanz zwischen ihr und ihnen schrumpfte.


Sie sah noch einmal in die Richtung der auf sie zu kommenden Menschen und stellte erschrocken fest, dass sie an Geschwindigkeit zugelegt hattenPunkt die Distanz zwischen ihr und ihnen schrumpfte

Zitat:
Wohin waren sie unterwegsKomma wer waren sie?


paralysiertPunkt

Zitat:
Sie rannte so schnell sie konnte auf den Felsen zu, schlitterte hinter ihn und hielt die Luft an, um sich nicht durch ihren lauten Atem zu verraten, der sich protestierend in ihre Lungen und wieder hinaus kämpfte.


Sie rannte so schnell sie konnte auf den Felsen zuPunkt
Zitat:
schlitterte hinter ihn?
hinter wem?, wer ist ihn? und hielt die Luft an, um sich nicht durch ihren lauten Atem zu verraten, der sich protestierend in ihre Lungen und wieder hinaus kämpfte

Wieder ein Mamutsatz

Zitat:
Sie schlug sich mit einem Klatschen die Hand vor den Mund?

Sie schlug die Hand auf den MundPunkt

in diesem Moment passierte die Karawane die Stelle, an der sie eben noch gestanden hatte, die äußeren Reihen waren deutlich zu erkennen- und beinahe hätte sie vor Entsetzen geschrien.

in diesem Moment passierte die Karawane die Stelle, an der sie eben noch gestanden hattePunkt die äußeren Reihen waren deutlich zu erkennenPunkt [/color]und beinahe hätte sie vor Entsetzen geschrien.

Du hast das alles gewusst [color=red]nur 1 Punkt, nicht drei
ihre Gedanken schwammen.

Zitat:
Die Gestalten, die sich dunkel abzeichneten, waren keine Menschen- und gleichzeitig waren sie es doch.


Die Gestalten, die sich dunkel abzeichneten, waren keine MenschenPunkt und gleichzeitig waren sie es doch
sie sahen aus wie ...?

Zitat:
Ihre Füße schienen kaum den Boden zu berühren, während ihr endloser Zug in einer einzigen, fließenden Bewegung an ihr vorbeizog; die Flutwelle, die das Land überschwemmte und keinen am Leben ließ.


Ihre Füße schienen kaum den Boden zu berühren, während ihr endloser Zug? was ist ihr endloser Zug, da stimmt etwas nicht in einer einzigen, fließenden Bewegung an ihr vorbeizogPunkt die Flutwelle, die das Land überschwemmte und keinen am Leben ließ.

Zitat:
Wie gebannt hing ihr Blick an der Schauerszene,

Was bitte ist eine Schauerszene?

Ihr Herz machte einen Sprung und sie schnappte vor Schreck nach LuftPunkt er würde sie sehen, sie entdeckenKomma aber sie konnte sich nicht bewegen

Mamutsatz

Zitat:
Sie starrte ihn an, sah seine eingefallenen Wangen, sein verfilztes braunes Haar, seine hochgewachsene, magere Gestalt – und plötzlich, ruckartig drehte er seinen Kopf zu ihr und Sara sah seine Augen.


Sie starrte ihn an, sah seine eingefallenen Wangen, sein verfilztes braunes Haar, seine hochgewachsene, magere GestaltPunkt und plötzlich, ruckartig drehte er seinen Kopf zu ihr und Sara sah seine Augen.


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Falls Gott die Welt geschaffen hat, war seine Hauptsorge sicher nicht, sie so zu machen, dass wir sie verstehen können.
(Albert Einstein)
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Papagena
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Ei 8


BeitragVerfasst am: 17.11.2012 19:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Pantoffeltier!

Zunächst finde ich, dass sich's gut lesen lässt. Die langen Sätze machen mir persönlich nicht zu schaffen. Rechtschreibung & Co. sitzen. Was auffällt: dort, wo Gedankenstriche hingehören, sitzen meist nur Bindestriche ohne Leerzeichen am letzten Wort. Ganz am Ende ist's irgendwo mal richtig. Außerdem gehört ein Leerzeichen zwischen Wort und darauffolgende Auslassungspunkte, wenn das Wort vollständig ist. Kein Leerzeichen, wenn das Wort nicht ausgeschrieben wird.
Ich sag das nur, weil der Text sonst so hübsch aussieht; da sollten die Krümel auch noch getilgt werden. ^^

Zum Inhalt … es finden sich Gegensätzlichkeiten, die stören und mich daran hindern, ins Geschehen einzutauchen. Ich geh mal am Text entlang.

Pantoffeltier hat Folgendes geschrieben:


Dunkelheit. Sie hätte sich in einer Kiste (Kiste klingt sehr klein; gleich fängt sie an Schritte zu tun <– da stoß ich mich dran) befinden können, oder in einer Abstellkammer. Auch wenn sie das starke Gefühl hatte, dass dem nicht so war.
Grobkörniger Boden unter den Füßen, rings um sie herum ein endloses, finsteres Nichts- kein Schatten, kein Licht, keine noch so kleine Unebenheit in der Schwärze, die unerbittlich auf sie eindrückte. Sie wusste nicht, wo sie war oder wie sie dort hingekommen war, wo auch immer das sein mochte. Sie hatte das Bedürfnis sich zu verstecken, aber sie hätte nicht gewusst, wo, nicht gewusst vor wem oder was- aber sie hatte Angst, Angst und ein Déjà-vu. (Dieser zweite Absatz ist quasi eine Wiederholung des ersten, wenn du mal genau guckst. Ich kann aus Abschnitt 1 bereits entnehmen, dass sie nichts sehen kann, keine Ahnung hat, wo sie ist. Du schriebst im ersten Absatz: „Auch wenn sie das starke Gefühl hatte, […]" Das drückt die Bedrohung schon aus. Absatz 1 und 2 zu einem machen. Redundanzen rausnehmen, was Infos betrifft. Wiederholungen nur, wenn sie der Spannung dienen und auch bitte dann nur spärlich und bewusst)
Sie war schon einmal hier gewesen, (Ach, eben wusste sie noch gar nicht, wo sie ist. Das klingt widersprüchlich (wenn auch halbwegs klar, was gemeint).) hier in der Unwirklichkeit, in der es kein Licht und kein Leben gab; sie wusste es, auch wenn sie keine Erinnerungen daran hatte. (Vielleicht „wusste“ gegen „ahnte“ tauschen? Wissen scheint doch unangebracht, find ich.)Und sie wusste, dass sie allen Grund hatte, Angst zu haben, dass der Ort, an dem sie sich befand, nicht ungefährlich war- und doch hatte sie ein Verlangen in sich, ein Verlangen, das so stark war, dass sie nicht hätte rennen können, wenn sie es versucht hätte- es war das Verlangen nach jemandem, nach einem Menschen, den sie kannte- nein: den sie hätte kennen sollen(Etwas verschwurbelt. Außerdem ist ein Verlangen nach vertrauter Person kein Widerspruch dazu, dass sie von diesem Ort weg will –> „[...] und doch hatte sie ein Verlangen [...]“). Der ihr so nah und vertraut war, als wäre er ein Teil von ihr und der gleichzeitig doch so weit weg und so fremd war, dass sie ihn fürchtete.
Er wird kommen, schoss es ihr durch den Kopf. Bald.
Sie sah sich um (impliziert, dass sie was sehen kann; eben war es noch stockdunkel), desorientiert. Wie lang war sie schon hier?
Vorsichtig tastete sie den Boden ab, schob prüfend ihre Füße darüber. (Beide Satzteile sagen quasi das Gleiche aus. Bitte solcherlei Redundanzen im ganzen Text killen!) Sie ging langsam ein paar Schritte in eine Richtung, die Arme schützend vor sich gestreckt, beinahe blind in der Finsternis. („beinahe blind“?!) Sie durfte keine Panik aufkommen lassen, nicht die Nerven verlieren, auch wenn diese Option ziemlich verlockend („verlockend“ ist wohl kaum das richtige Wort) erschien in ihrer bizarren Situation. Beruhig dich… Für einen Moment schloss sie ihre Augen, atmete tief durch, sog kratzend die trockene Luft ein- (sie sog bestimmt nicht „kratzend“ die Luft ein; die Luft mag sie gekratzt haben) und ohne jegliche Vorwarnung begann es hinter ihren geschlossenen Lidern zu flackern, als wäre ihre Umgebung in Flammen aufgegangen. Sie riss die Augen auf; in noch weiter Ferne sah sie eine Karawane, eine langgezogenes Fleckchen oranges Licht, das sich zuckend voran bewegte, wie ein alter, seit Jahrzehnten nicht mehr angesehener Film auf einer verstaubten Spule. (Die Beschreibung des Lichtfleckens scheint die sehr deutliche Wahrnehmung der Karawane zu negieren. Mich verwirrt das. Wenn ich ne Karawane sehe, halte ich mich im nächsten Gedanken doch nicht mehr damit auf, die Beschaffenheit eines Lichtflecks zu umschreiben ...) Unzählige Menschen mit Fackeln. Und sie kamen näher, kamen auf sie zu, schneller als ihr lieb war.
Ihr Herz schlug ihr bis zum Hals.
Das ist er, er kommt! Ihr Kopf glühte, ihre Gefühle kollidierten miteinander- Freude, unbändige Freude. Und unbezwingbare Angst.
Sie stand wie festgewurzelt und starrte die Menschenmasse an, die sich unaufhörlich auf sie zu bewegte. Sie musste hier weg, so schnell sie konnte, sie musste aus ihrer Reichweite, wenn sie sie fanden… sie wusste nicht, was dann passieren würde. Aber sie legte auch keinen gesteigerten Wert darauf, es herauszufinden.
Fieberhaft begann sie, im heller werdenden Licht der Fackeln ihre Umgebung abzusuchen, nach etwas, hinter dem sie sich verstecken konnte, etwas, das ihr einen vorübergehenden Schutz bieten, sie vor seinen Blicken verbergen würde. (Hier wieder die gleiche Info in anderem Gewand wiederholt.) Ihre Augen hefteten sich an einen Fleck, an dem sich die Dunkelheit zu verdichten schien. Langsam krochen die Ausläufer des sich nähernden Fackelscheins darüber- ein Fels, beinahe in Spuckweite, zu ihrer Rechten. Sie sah noch einmal in die Richtung der auf sie zu kommenden Menschen und stellte erschrocken fest, dass sie an Geschwindigkeit zugelegt hatten, die Distanz zwischen ihr und ihnen schrumpfte. Ob sie sie bereits sehen konnten? Wohin waren sie unterwegs? Wer waren sie? Ihre Gedanken überschlugen sich, und doch konnte sie den Blick nicht von ihnen abwenden, paralysiert; sie war das Karnickel und die Karawane war ihre Schlange.
Und auf einmal rannte sie los, stolpernd, ihre Schritte dröhnten in ihren Ohren, machten zu viel Lärm in der Stille. Sie rannte so schnell sie konnte auf den Felsen zu, schlitterte hinter ihn und hielt die Luft an, um sich nicht durch ihren lauten Atem zu verraten, der sich protestierend (Wortwahl) in ihre Lungen und wieder hinaus kämpfte. Sie schlug sich mit einem Klatschen die Hand vor den Mund; in diesem Moment passierte die Karawane die Stelle, an der sie eben noch gestanden hatte, die äußeren Reihen waren deutlich zu erkennen- und beinahe hätte sie vor Entsetzen geschrien.
Du hast das alles gewusst… ihre Gedanken schwammen. Die Gestalten, die sich dunkel abzeichneten, waren keine Menschen- und gleichzeitig waren sie es doch. Ihre Füße schienen kaum den Boden zu berühren, während ihr endloser Zug in einer einzigen, fließenden Bewegung an ihr vorbeizog; die Flutwelle, die das Land überschwemmte und keinen am Leben ließ. Wie gebannt hing ihr Blick an der Schauerszene, als sie ihn sah. Ihr Herz machte einen Sprung und sie schnappte vor Schreck nach Luft, er würde sie sehen, sie entdecken- aber sie konnte sich nicht bewegen. Sie starrte ihn an, sah seine eingefallenen Wangen, sein verfilztes braunes Haar, seine hochgewachsene, magere Gestalt – und plötzlich, ruckartig drehte er seinen Kopf zu ihr und Sara sah seine Augen.
Ihre Augen.


Ich hätte auch einfach schreiben können: Bitte kürzen! Allerdings kannst du eventuell Anhaltspunkte brauchen, die sich allgemein auf deine Schreibe beziehen.

Ich entnehme: das Mädchen ist durch den Wind, aber diese ganzen Widersprüchlichkeiten wecken nur bedingt Interesse und schmeißen mich persönlich eher aus dem Text. Sie weiß nix; hat Ahnungen; redet von einem, der kommt und ihr Angst macht, und dann spricht sie von einer Vertrauensperson und die beiden scheinen ein und dieselbe Person zu sein?! Sie war schon mal da, aber erinnert sich nicht. Und es ist quasi wie ne Kiste, aber sie kann drin laufen. Und es ist dunkel und sie ist aber nur beinahe blind. Und dann kommen die Leute, und sie verspürt Angst und Freude ... Das ist zu viel Widerspruch, um aus Achtlosigkeit des Autors entstanden zu sein; aber zu viel, um einen Lesefluss aufkommen zu lassen. Ich merke schon, du willst mysteriös sein, aber so klappt das meiner Meinung nach nicht. Allerdings – und das sollte ich dazu sagen – lese ich gar keine Fantasy. Vielleicht „darf“ das in dem Genre ja so?! Blink
Du magst jetzt argumentieren: „Das ist ja auch nur ein Traum!“, aber das weiß ich ja als Leser nicht. Und das hier soll ein Prolog werden, der mich zum Weiterlesen animieren soll? Nee, das stell ich zurück ins Regal (ich persönlich wäre am Regal komplett vorbei, aber gut). Ich weiß ja dann noch nicht, wie der Rest des Buches aussieht.

Ich wiederhole meine Ansage: Bitte kürzen. Bitte genauer/treffender formulieren. Bitte weniger verschwurbelt.

Nichts für ungut.
Ach, und herzlich willkommen im DSFo (das klingt an dieser Stelle, als meinte ich es ironisch, aber das ist ein nett gemeintes Hallo! Ehrlich. smile )!

Gruß
Papagena smile


_________________
"Die Technik allein macht's nicht."
-Johnny Castle in Dirty Dancing-
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Pantoffeltier
Geschlecht:weiblichErklärbär

Alter: 35
Beiträge: 2
Wohnort: Tübingen


BeitragVerfasst am: 18.11.2012 16:49    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hey ihr zwei,

zunächst: ja, die Mammutsätze. Das stand schon in der Grundschule immer neben meinen Aufsätzen, eigentlich sollt ichs langsam wissen wink . Danke hierfür. Ich schreibe immer lieber lange Sätze (offensichtlich), muss aber gestehen, mich damit beim erneuten Lesen manchmal selber zu verwirren... Also: Sätze kürzen.

Und Papagena, ich find nicht, dass dein Willkommensgruß am Ende ironisch klingt! Ich wollte ja Kritik und ich finde deine sehr gut. Also: vielen Dank fürs herzliche Willkommen und noch mehr Dank für deine Gedanken zum Text. Was du ansprichst sind Dinge, die sehe ich selber nicht mehr, das hilft weiter.

Zitat:
redet von einem, der kommt und ihr Angst macht, und dann spricht sie von einer Vertrauensperson und die beiden scheinen ein und dieselbe Person zu sein


Diese Widersprüchlichkeit ist schon gewollt. Das sollte vorausdeuten, weil eben die Sache mit ihr und diesem Kerl noch eine Rolle spielen wird. Die übrigen Widersprüchlichkeiten, bezüglich der Formulierungen etc., die du angesprochen hast: point taken. Das muss verbessert werden.
Dann kürzen und Wiederholungen rausnehmen, okay. Ich fand das ganze auch zu wenig prägnant, konnte aber nicht mehr so richtig sagen, warum (wenn man was geschrieben und dann noch x mal wieder gelesen hat...).

Also: vielen Dank an euch! Das hilft mir doch schon mal weiter.

Soweit - liebe Grüße!
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