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Der alte Mann und der Fremde

 
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Leene
Autor


Beiträge: 725



BeitragVerfasst am: 05.11.2010 20:00    Titel: Der alte Mann und der Fremde eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Der alte Mann und der Fremde

Er saß am Esstisch, die runzligen Hände zusammengefaltet und starrte seit Stunden in das dunkler werdende Zimmer, während das klare Licht des Herbsttages aus dem Raum wich und alle Farben mit sich nahm. Auf dem Fensterbrett stand ein ausgehöhlter Kürbis, dessen ungeschickt geschnitzte Fratze durch das Flackern eines Teelichtes erhellt wurde. Doch die Kerze war zu schwach, um mehr als eine Idee des Lichtes zu geben. In den Ecken, zwischen den Schränken und unter den Möbeln, formten sich wohlbekannte graue Schatten, überlagerten sich, wanderten durch das Haus, übernahmen die Regie, wissend, dass ihre Jahreszeit nahte.

Als es klingelte, zuckte der alte Mann zusammen. Mit lahmen Schritten stolperte er zur Tür. Draußen stand ein Fremder, mit einem speckigen Kleppermantel und einem altmodischen Hut bekleidet.
 „Was willst du, Fremder?“, fragte der alte Mann müde.
„Ich mache Hausbesuche, alter Mann“, antwortete der Fremde.
„Dann komm herein. Ich kann dir jedoch nichts anbieten bis auf meine Gesellschaft.“
„Mehr will ich nie, alter Mann. Du hast mich gerufen?“
„Dich? Ich kenne dich nicht einmal.“
Der alte Mann setzte sich ächzend auf einen Holzstuhl und seufzte.
„Wozu dann das Licht im Fenster?“, fragte der Fremde lauernd.
„Es ist die Nacht vor Allerheiligen, Fremder. Die Nacht der verstorbenen Seelen. Ich warte.“
„Du wartest?“, fragte der Fremde gedehnt.
„Auf meine verstorbene Frau. Ich warte schon so lange.“
Hämisch sah sich der Fremde im Raum um. „Sie ist nicht da.“
Der alte Mann schluckte und sah plötzlich sehr verloren aus.
 „Sie wird kommen.“
„Um dich zu holen?“
Der Fremde begann, im Zimmer auf und ab zu gehen. Als er wieder sprach, spiegelte sich das flackernde Licht der Kerze in seinen Augen.
„Sie wird nicht kommen, alter Mann. Die Tore zur Unterwelt öffnen sich immer nur in eine Richtung. Lustig seid ihr, mit euren Kürbissen.  –  Aber ich kann dich mitnehmen, alter Mann. Ich bringe dich zu ihr.“ Er lachte kehlig.
„Ich weiß, wer du bist, Fremder“, sagte der alte Mann leise. „Du bist der Tod.“
Er räusperte sich, bevor er fortfuhr. „Wenn ich das Tor passiere, möchte ich beide Arme voller Wiesenblumen haben, nach Sonne und Kraut duftend, wie meine Lisbeth es mag. Ich gehe noch nicht mit dir. Ich warte auf den Sommer, Tod.“
Das faltige Gesicht des alten Mannes klärte sich, während er sprach, und in seinen Augen glänzte das neue Feuer alter Liebe. Er hörte es nicht, als der Tod sein Haus verließ.

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derSibirier
Dichter und Denker


Beiträge: 1309



BeitragVerfasst am: 05.11.2010 21:17    Titel: Antworten mit Zitat

Eine gute Geschichte. Schade finde ich nur, dass du aus dem Schluss nicht mehr gemacht hast.

derSibirier grüßt
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Old
Geschlecht:männlichHobbyautor

Alter: 64
Beiträge: 431
Wohnort: Georgien


BeitragVerfasst am: 05.11.2010 22:51    Titel: Antworten mit Zitat

Die Erneuerung bezogen auf Samhain, das alte keltische Fest, kommt nicht zur Geltung.
Die Geschichte ist sonst gut erzählt und gefällt mir auch vom Inhalt. Nur eben ein wenig weit weg von der Aufgabenstellung. Ich gebe aber trotzdem noch 5 Punkte.

LG
Old
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Susanne2
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 720
NaNoWriMo: 53854



BeitragVerfasst am: 05.11.2010 23:15    Titel: Antworten mit Zitat

Very Happy

Mir gefällt die Geschichte wirklich.

Aber - ich finde, sie hat das Thema nicht richtig erreicht. Wo ist die Erneuerung?
Hier wird doch nur der Tod auf später vertröstet und lediglich der Kürbis deutet die Verbindung an. Im Gespräch erwähnt, aber nicht echt erarbeitet im Inhalt.
Der „Fremde“ wird mir zu oft wiederholt.

Weil mir die Art des Dialoges gefallen hat, vergebe ich dennoch ein paar Federchen. ^^


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Das Leben geht immer weiter - bis zum Tod.
(S.E.- BJ 1959)

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Wer seinen Kopf verliert, beweist damit noch lange nicht, dass er vorher einen gehabt hat ...
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The Brain
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger

Alter: 61
Beiträge: 2363
Wohnort: Over the rainbow


BeitragVerfasst am: 05.11.2010 23:30    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo lieber Autor/ liebe Autorin,

ein erfreulich anderer Text, der mir gut gefallen hat. Zum Ende hätte ich mir vielleicht(?) etwas mehr gewünscht? (Vierhundert Worte sind vierhundet Worte ...)

Liebe Grüße


Brain


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Scritoressa
Geschlecht:weiblichGraue Hexe

Alter: 25
Beiträge: 776



BeitragVerfasst am: 06.11.2010 00:45    Titel: Antworten mit Zitat

schönes Ende.

nur: Ich wusste schon beim Titel auf was du hinauswillst, ist etwas zu offensichtlich und nichts wirklich neues.


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Nina
Geschlecht:weiblichBestseller-Autor


Beiträge: 4462



BeitragVerfasst am: 06.11.2010 01:17    Titel: Antworten mit Zitat

eine ruhig erzählte geschichte. gefällt mir, auch wenn mir von anfang an klar war, dass es der tod war, der den alten mann besuchte. das ende finde ich auch gut.

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Rheinsberg
Geschlecht:weiblichécrivaine émigrée

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Bronzenes Messer


BeitragVerfasst am: 06.11.2010 10:36    Titel: Antworten mit Zitat

Gut gelöst. Ein Text, den ich gerne selbst geschrieben hätte. Ich habe so eine Ahnung, wer da die Autorin sein könnte, die von mir hier gut befedert wird (Verschreiber gelöscht: hatte doch glatt "gefedert" geschrieben!).

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Hardy-Kern
Kopfloser

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BeitragVerfasst am: 06.11.2010 12:51    Titel: Antworten mit Zitat

Ich bin wütend. So eine gute Geschichte und du machst sie selbst kaputt.
Warum erwähnst du den Gevatter Tod? Weiß doch jeder, der seine Hose nicht mit der Sense anzieht. In Zukunft etwas aufpassen. Trotzdem gut.Smile

Hardy
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Gast







BeitragVerfasst am: 06.11.2010 18:30    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, uff. Das gefällt mir. Ein Aufatmen. Eine in sich geschlossene Geschichte. Vielleicht schon oft erzählt, aber kein Grund, sie nicht wieder zu erzählen, und dass der alte Mann, "auf den Sommer, Tod" wartet, ist ein schöner Gedanke.
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Mardii
Stiefmütterle

Alter: 60
Beiträge: 1838



BeitragVerfasst am: 07.11.2010 00:10    Titel: Antworten mit Zitat

So, der Tod macht also Hausbesuche. Nach dem zeitlos anmutenden Einstieg,

Zitat:
Er saß am Esstisch, die runzligen Hände zusammengefaltet und starrte seit Stunden in das dunkler werdende Zimmer, während das klare Licht des Herbsttages aus dem Raum wich und alle Farben mit sich nahm. Auf dem Fensterbrett stand ein ausgehöhlter Kürbis, dessen ungeschickt geschnitzte Fratze durch das Flackern eines Teelichtes erhellt wurde. Doch die Kerze war zu schwach, um mehr als eine Idee des Lichtes zu geben. In den Ecken, zwischen den Schränken und unter den Möbeln, formten sich wohlbekannte graue Schatten, überlagerten sich, wanderten durch das Haus, übernahmen die Regie, wissend, dass ihre Jahreszeit nahte.


klingelt der Tod an der Haustür und lässt sich auf ein Scharadenspiel mit seinem Opfer in Spe ein. Und wirklich trägt dieses einen Etappensieg davon. Erinnert mich vage an die Fiebervision Iwan Karamassovs, in der ihm der Teufel erscheint.

Gut geschrieben.


_________________
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Ridickully
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Dienstwerk
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

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BeitragVerfasst am: 07.11.2010 03:43    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Autor!

Folgende Kriterien habe ich diesmal für meine Bewertungen zugrundegelegt:
- Thema getroffen?
- Stimmung allgemein
- Idee/Sinn
- Text/Qualität/RS etc.

Thema: 9 Pkt.
Hier stimmt alles!

Stimmung: 8 Pkt.
Der Text zieht mich nach unten und treibt mich zugleich nach oben. Angenehm mitreißend!

Idee: 8 Pkt.
ja ok, nicht neu - aber gut umgesetzt.

Text: 8 Pkt.
Sehr stimmige Dialoge. Jedoch: Wissende Schatten? Kleppermantel?

Gesamt: 8,25 Pkt.

Eine der besseren Geschichten, definitiv! Befederung kann noch nach oben oder unten korrigiert werden...

LG, Ana
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Rote Wölfin
Geschlecht:weiblichHobbyautor

Alter: 60
Beiträge: 370



BeitragVerfasst am: 07.11.2010 13:14    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo ...

interessant und flüssig geschrieben.
Thema Erneuerung - ist mir nicht klar genug formuliert.
Auch ist mir nicht klar, ob der alte Mann noch lebte, oder nicht.
Das er nicht hörte, dass der Tod das Haus verließ, muss nicht heißen, dass er tot ist.

Liebe Grüße von der Wölfin


_________________
Das Schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle. (Albert Einstein)

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MadameMimm
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 45
Beiträge: 635
Wohnort: Schwabenland


BeitragVerfasst am: 07.11.2010 15:34    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

deine Geschichte hat mir sehr gefallen! Du schaffst mit deiner Eingangsbeschreibung erst eine düstere Stimmung, dann klingelt es an der Tür, und von diesem Moment an, spinnst du einen so feinsinnigen Humor in den folgenden Dialog ein, dass ich aus dem Schmunzeln nicht mehr heraus gekommen bin. Allein die Tatsache, dass der TOD klingelt - köstlich!
Und wie du in charakterlich darstellst: Er möchte gerne unheimlich und furchteinflößend sein, aber der Starrsinn und die Reaktion seines Gegenübers lassen ihn letztendlich hilflos und tolpatschig wirken.
Auf mich jedenfalls...  Wink
Einzig wie man "mit lahmen Schritten stolpert" kann ich mir nicht vorstellen.

Fazit: Spitzenidee, klasse Umsetzung!


_________________
Hexliche Grüße von Tanja
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Aknaib
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 60
Beiträge: 746
Wohnort: Dresden
DSFo-Sponsor Lezepo IV


BeitragVerfasst am: 07.11.2010 16:20    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Unbekannte(r),

für eine ausführliche Beurteilung, sind es nun doch zu viele Beiträge.
Daher beschränke ich mich in erster Linie auf die Erfüllung des Wettbewerbsthema.

Bezug zu  Samhain: ja
Zerfall: ja
Erneuerung: ja
Zusatzpunkt für Bildeinbeziehung: nein

Umsetzung:
Das Thema ist erfüllt.
Die Handlung nicht spektakulär und der Verlauf vorhersehbar; findet jedoch trotzdem meine Anerkennung.

Die Umsetzung umfasst stringent eine kurzen Zeitraum; dass ist sehr gut.
Das angedeute Ende ist genau richtig.   

Herzliche Grüße
Bianka
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Gast3
Autor


Beiträge: 890
Wohnort: BY


BeitragVerfasst am: 07.11.2010 19:19    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe/r Autor/in von "Der alte Mann und der Fremde",

für mich hat die Geschichte etwas vom "Brandner Kaspar und das ewig' Leben". Aber da mir diese Geschichte schon immer sehr gut gefallen hat, egal in welcher Verfilmung, ist es wohl nur natürlich, dass mir deine auch gefällt, auch wenn es ein bisserl weniger "alte Mann" hätte sein können.

Das hier ist einfach nur schön:
  „Wenn ich das Tor passiere, möchte ich beide Arme voller Wiesenblumen haben, nach Sonne und Kraut duftend, wie meine Lisbeth es mag. Ich gehe noch nicht mit dir. Ich warte auf den Sommer, Tod.“

Lieben Gruß
schneestern


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Sich vergleichen, ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.
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Myrine
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Alter: 31
Beiträge: 515
Wohnort: München


BeitragVerfasst am: 07.11.2010 21:29    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe/r Teilnehmer/in,

da mir leider die Zeit fehlt, angemessen ausführlich auf jeden Beitrag einzugehen, werde ich vorläufig eher schematisch bewerten und genauere Kritik gegebenenfalls nachliefern - falls gewünscht.

Zur Federnvergabe: Federn wird es auf die Umsetzung der Themen geben und auf die Sprache, Logik und den Aufbau der Geschichte. Außerdem wird das total subjektive Kriterium eine Rolle spielen, wie sehr mir die Geschichte gefällt…

Schön. Kurz und bündig: schön.

9 Federn von mir.


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Schläft ein Lied in allen Dingen,
die da träumen fort und fort,
und die Welt hebt an zu singen,
triffst du nur das Zauberwort.
(Joseph Freiherr von Eichendorff)
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Maria
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Beiträge: 7729

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Ei 4


BeitragVerfasst am: 08.11.2010 13:18    Titel: Antworten mit Zitat

Eine wunderbare Geschichte.
Alleine der erste Absatz ist ein Prachtstück. Der Dialog der beiden Alten humorvoll. Und das Ende rührend.
Sprachlich spricht es mich wirklich an.
Empfehle ich auch in das fiktive Samhain-Buch. Apropos Samhain. Kommt ja mal so garnicht vor, nicht? Tja.
Was mach ich da bloß.

Für mich mit ein Highlight im Wettbewerb.

wink


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BeitragVerfasst am: 08.11.2010 13:23    Titel: Antworten mit Zitat

Salut!

Geschrieben ist die Geschichte gar nicht schlecht, aber auch hier findet sich leider nicht viel mehr als eine Ansammlung von Klischees. Ich hätte mir gewünscht, dass im Allgemeinen das Thema etwas offener interpretiert worden wäre. Überall lese ich von Untoten oder heimkehrenden Geistern – und auch den Dialog mit dem Tod selbst hat es schon zu oft gegeben. Wegen dieser Abgedroschenheit hat mich der Text deshalb auch nicht berührt oder überrascht. Dass der alte Mann den Fremden einfach so hereinlässt, ist zudem etwas fadenscheinig, weil er ja schlecht wissen kann, dass es sich bei ihm um den Tod handelt. Das kann ja auch irgendwer sein. Dafür aber insgesamt nicht schlecht geschrieben, wie gesagt.
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lady-in-black
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Der goldene Käfig Extrem Süßes!


BeitragVerfasst am: 08.11.2010 15:12    Titel: Antworten mit Zitat

Einige Geschichten habe ich mir bis zum Schluss aufgehoben, weil ich einfach nicht wusste, wie ich sie einordnen bzw. kommentieren sollte.
Diese gehört dazu  Rolling Eyes
Stilistisch wirklich gut ... hier scheint Jemand zu sein, der das Handwerk beherrscht.

Und genau deshalb kann ich nicht so ganz nachvollziehen, warum das Thema nicht stärker herausgearbeitet wurde. Es gibt einen erwähnten Kürbis und einmal das Wort Allerheiligen. Und damit könnte es m.E. rein theoretisch eine Geschichte sein, die bereits fertig und ausgereift vorlag und nur durch geringfügige Veränderungen dem Thema angepasst wurde.

Ich kann leider nichts daran ändern, dass sie so auf mich wirkt, sorry  Embarassed

Für den wirklich guten Gesamteindruck gibt es von mir 7 Federn. Über den Rest möge die Meinung der Mehrheit entscheiden  Cool


_________________
- Ich würde mich gerne geistig mit Dir duellieren ... aber ich sehe Du bist leider unbewaffnet.
- Nein, Stil ist nicht das Ende vom Besen.
- Ich spreche fließend ironisch, auch im sarkastischen Dialekt.
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Pony
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 64
Beiträge: 282
Wohnort: NRW


BeitragVerfasst am: 08.11.2010 20:25    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo

Eine schöne Geschichte. Mir gefällt der Dialog des alten Mannes mit dem Tod. Durch das Gespräch erfährt der Leser alles was wichtig ist, ohne durch Informationen erschlagen zu werden. Locker und wie nebenbei entrollt sich die Sehnsucht des alten Mannes. Wirklich gut gemacht.
Das Thema Samhain ist erfüllt, denn nur in dieser Nacht ist es möglich, ein Zwiegespräch mit dem Tod zu führen, oder auf eine(n) Verstorbene(n) zu warten. Die Erneuerung dagegen kommt nicht so recht durch.
Wenn du jetzt sagst, es ist das neue Feuer der alten Liebe, dass die Erneuerung darstellen soll, so bin ich nicht ganz damit einverstanden. So wie ich das sehe, hat der alte Mann nie aufgehört, seine Lisbeth zu lieben. Das Feuer der Liebe ist nie erloschen.
Aber das tut der Geschichte keinen Abbruch und andere mögen das vielleicht auch anders sehen.
Störender fand ich dagegen die häufige Wiederholung von „alter Mann“ und „Fremder“. Beides kommt so oft vor, dass ich glaube, es ist so gewollt. Dennoch nervte es beim sounsovielten Mal.  

Gruß
Pony


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Manche Kommentare sind wie Fisherman's Friends: Sind sie zu stark, bist du zu schwach
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gepuzzelt
Schreiberling


Beiträge: 297
Wohnort: Australien


BeitragVerfasst am: 08.11.2010 22:42    Titel: Antworten mit Zitat

Ein bisschen Herzschmerz und solides Schreibhandwerk.
Stilistisch fällt mir allerdings das "Regie übernehmen" heraus.

Allerdings kommt mir die Szene bekannt vor. Ähnlich beginnt ein Coen-Brothers Film.
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