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TheSpecula
Geschlecht:männlichSchreiberling

Alter: 25
Beiträge: 250
Wohnort: Großalmerode


BeitragVerfasst am: 12.11.2011 19:52    Titel: Teaser zu meinem neuen Projekt eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hulllo! Was sagt ihr dazu? Smile
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Fette Nebelschwaden tanzten vor der Windschutzscheibe des Willys MB umher und versperrten uns die Sicht gen Norden. Der Motor verstummte und ich vernahm nun das Trommeln des Regens.
Ich sah einen jungen Rekruten aus seinem Unterstandshäuschen hervortreten und er klopfte an unsere Scheibe. Franko stieß die Fahrertür auf und kalter Wind zischte durch den Innenraum.
„Ihre Papiere, Sir!“ Ohne den Blick vom Lenkrad abzuweichen zückte Franko Irgendetwas aus seiner Brusttasche. Es musste unser Passierschein gewesen sein.
„Danke sehr“, sagte der Franzose und eilte aus dem Regen, zurück in sein Häuschen.
Dann war es eine gefühlte Ewigkeit still. Der Wisch hatte anscheinend einige Unterschriften zu wenig, als es der neue Katalog vorsah.
„Das geht nicht gut, Gilpins. Verdammt, das geht nicht gut…“
„Das hat gut zu gehen!“, sagte ich und warf einen Blick auf den rechten Straßenrand. Im Schutz einer Wellblechpappe montierte ein Soldat seine Waffe.
„Und wenn nicht? Was ist, wenn nicht, Gilpins?“
„Franko“ Ich las ihm die Verzweiflung von Lippen ab. „Ich weiß es nicht.“
 ¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬
„Sie können hier nicht passieren, Sir.“, rief uns der Kontrolleur mit französischem Akzent zu.
„Was? Warum? Warum können wir hier nicht passieren", fragte Franko energisch und stemmte sich aus dem Wagen.
„Sie haben zwar gewiss die Genehmigung, nach Carentan zu fahren.“ Er trat aus der Hütte hinaus auf uns zu. „Doch nur über Rennes. Das hier ist Combourg.“
„Ist doch scheißegal ob wir über Rennes oder Combourg fahren! Die E50 ist komplett verstopft“, krächzte Ich vom Beifahrersitz.
„Verstopft?“ Der Soldat zu meiner Rechten trat unter seiner Wellblechpappe hervor.
„Die Franzosen retten ihre Ärsche nach Spanien! Das sollten Sie auch am Besten!“
„Und was verschlägt sie dann nach Carentan“, fragte nun der Soldat, welcher jetzt neben dem Anderen stand und einen Blick auf den regendurchtränkten Zettel warf. Seine Maschinenpistole war geladen.
„Sie werden hier nicht bezahlt um dumme Fragen zu stellen. Lassen sie uns passieren! SOFORT!“, fuhr Franko ihn an.
„Sir, ich verstehe ja ihre Erregung, doch…“
„ÖFFNEN SIE DIESE SCHRANKE“, brüllte er und startete den Motor.
„So verstehen sie mich! Ich habe den ausdrücklichen Befehl…“ Doch schon merkte ich mein Rückgrat in die harte Plastikschale des Willys gepresst. Der Motor heulte auf - Dann ertönte dieses Geräusch. Dieses altbekannte, metallene Schnalzen. Scheiße.

12Wie es weitergeht »




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Wir hassen die Bösen nicht, weil sie uns schaden, sondern weil sie böse sind.
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Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein.
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ricochet
Geschlecht:männlichHobbyautor

Alter: 63
Beiträge: 403
Wohnort: Graz


BeitragVerfasst am: 13.11.2011 07:54    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Morgen!

An sich recht schwungvoll geschrieben, aber man merkt, dass du noch nie beim Heer gewesen bist. Wachsoldaten lassen sich auf keine Diskussionen ein.  Wink  Insofern solltest du bei diesem Projekt besonders gut recherchieren.

LG

rico


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Ich schreibe, also bin ich.
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MosesBob
Geschlecht:männlichGehirn²

Administrator
Alter: 38
Beiträge: 20027

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BeitragVerfasst am: 13.11.2011 10:05    Titel: Re: Teaser zu meinem neuen Projekt Antworten mit Zitat

Moin!

Das Tempo ist dir schon ziemlich gut gelungen. Die Geschichte bekommt einen Hauruck-Start, die Dialoge kommen Schlag auf Schlag. Was mir weniger gut gefällt, ist die sprachliche Umsetzung. Was das angeht, fehlt dir entweder das sprachliche Feingefühl, oder aber es handelt sich um einen Text, der in einem Rutsch durchgeschrieben wurde, weil du von der Idee, von der Sezene gewissermaßen überrannt wurdest und versucht hast, die Welle zu reiten, solange sie noch rollt. Das Ergebnis ist ein actionreicher Start, der sprachlich leider hinterherhumpelt. Ein paar Beispiele:

TheSpecula hat Folgendes geschrieben:
Fette Nebelschwaden tanzten vor der Windschutzscheibe des Willys MB umher und versperrten uns die Sicht gen Norden. Der Motor verstummte und ich vernahm nun das Trommeln des Regens.

Wenn du von fetten Nebelschwaden sprichst – vom Ausdruck her übrigens gewagt, weil Umgangssprache –, funktioniert das Verb "Tanzen" nicht. "Fett" drückt etwas Plumpes und Massiges aus, fette Nebelschwaden sind eine Wand, ein Wall. Die tanzen nicht. "Tanzen" ist ein sehr aktives Verb, geradezu hektisch in einer metaphorischen Verwendung.

Darüber hinaus bremst das ungeschlachte Verb "vernehmen" dein Tempo. Das einfache "Hören" kommt da deutlich flotter.

TheSpecula hat Folgendes geschrieben:
Doch schon merkte ich mein Rückgrat in die harte Plastikschale des Willys gepresst.

Mal ehrlich: Wie liest sich das?

Solche Szenen meinte ich mit sprachlichem Feingefühl. Jetzt kommt der Satzbau.

TheSpecula hat Folgendes geschrieben:
Der Motor verstummte und ich vernahm nun das Trommeln des Regens.
Ich sah einen jungen Rekruten aus seinem Unterstandshäuschen hervortreten und er klopfte an unsere Scheibe. Franko stieß die Fahrertür auf und kalter Wind zischte durch den Innenraum.

Im Text sind mir neben einigen grammatikalischen Patzern, auf die wir aber erstmal nicht weiter einzugehen brauchen, einige Satzkonstellationen negativ aufgefallen, insbesondere das Aneinanderkoppeln mit "und" (oben ein besonders auffälliges Beispiel, da lupenreiner Hattrick) sowie die Begleitungen der wörtlichen Reden, die bisweilen abgehackt, überflüssig und missverständlich sind. Als Beispiel nehmen wir diesen Ausschnitt:

TheSpecula hat Folgendes geschrieben:
„Was? Warum? Warum können wir hier nicht passieren", fragte Franko energisch und stemmte sich aus dem Wagen.
„Sie haben zwar gewiss die Genehmigung, nach Carentan zu fahren.“ Er trat aus der Hütte hinaus auf uns zu. „Doch nur über Rennes. Das hier ist Combourg.“
„Ist doch scheißegal ob wir über Rennes oder Combourg fahren! Die E50 ist komplett verstopft“, krächzte Ich vom Beifahrersitz.

Dass Franko energisch fragt, ergibt sich praktisch schon aus der wörtlichen Rede. Dieses "fragte Franko energisch" ist überflüssig und wirkt am Ende der wörtlichen Rede wie ein Anhängsel. Schreib nicht, dass er energisch fragt – zeig, dass er energisch fragt. Wenn du eine Redebegleitung haben möchtest, ist das Verb "fragen" viel zu lasch dafür. Eigentlich reicht der darauffolgende Satz zur Versinnbildlichung voll und ganz ... aber nur eigentlich, denn ich kann mir nicht so recht vorstellen, wie weit und wie genau sich Franko aus dem Wagen stemmt, schließlich tritt er unmittelbar darauf schon das Gaspedal bis zum Bodenblech durch. Überhaupt erscheint mir seine Reaktion, sich aus dem Auto zu stemmen, leicht widersprüchlich. Bislang hatte ich eher angenommen, dass er derjenige war, der unsicher ist, was den Erfolg dieser Flucht anbelangt ("Ich las ihm seine Verzweiflung von den Lippen ab."). In der Szene dort oben jedoch wirkt es, als tauschten er und Gilpins die Rolle. Denn während Frank energisch wird, die Franzosen anfährt und sie anbrüllt, dass sie die Schranke öffnen sollen, krächzt Gilpins vom Beifahrersitz aus eine Rechtfertigung. "Krächzen" verbreitet einen jämmerlichen, weinerlichen Klang. Das funzt so net.

Inwieweit die Franzosen sich überhaupt verbal so niedermachen lassen, sei nun einfach mal dahingestellt. Das ist genre-abhänig. Außerdem hat da wohl Hollywood seine Fingerchen mit im Spiel. Unglaubwürdig klingt das aber allemal. Die haben ja überhaupt keinen Schneid, kein Rückgrat und keinen Stolz! Die reden wie zwei Versicherungsvertreter, die in einem Rhetorik-Kurs für Laien auf Deeskalation getrimmt wurden. Das kaufe ich dir unter Umständen ab, wenn Arnold Schwarzenegger und Sylvester Stallone mit freien Oberkörpern in dem Wagen sitzen, aber so ... nee.

Fazit: Arbeite an deiner Sprache. Die Action hast du schon drauf.

Beste Grüße,

Martin


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TheSpecula
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BeitragVerfasst am: 13.11.2011 11:28    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke! Das hilft mir schonmal sehr weiter! Smile

Habt ihr was dagegen, wenn ich die neue Version die Tage mal hier poste?


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TheSpecula
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BeitragVerfasst am: 20.11.2011 13:26    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Kapitel 1.)

Meine Finger zitterten, wie sie es dass letzte Mal während dem PLR-Attentat in Neu-Jersey getan hatten. Ich hörte die Maschinen aufheulen und wir drehten uns langsam in Richtung Startbahn. Das Ruckeln der Turbinen nahm besitz von meinem Körper und nach einer schier endlosen Zeit begannen wir zu rollen. Meine Fingerkuppen tief in die Armlehnen gepresst spürte ich: Wir flogen.
Rechts neben mir saß Tammo, ein hohlwangiger Kerl, Mitte Zwanzig. Ich wollte ihn eigentlich noch vor dem Abheben fragen, ob wir die Plätze tauschen könnten, denn ich saß auf der Seite des Bullauges. Doch ehe mir sein Name eingefallen war, steckte er sich bereits seine zwei Stöpsel in die Ohren und schloss die Augen. Nur wenige Minuten später vernahm ich sein selbstgefälliges Schnarchen. Dumpfe Technomusik ertönte aus seinen Kopfhörern.
Deshalb drehte ich meinen Kopf zum Fenster und versuchte abzuschalten. Ein durchaus schwieriges Unterfangen, denn die Landschaften zischten vor meinem Auge vorbei wie ein D-Zug. Dann durchstießen wir die Wolkendecke. Endlich, dachte ich und atmete tief durch. Ich flog nämlich überhaupt nicht gerne. Alleine die Vorstellung, unter meinen Füßen etliche Tausend Meter an leerem Raum zu haben... Grauenhaft. Oder lag es gar nicht daran? Es war echt seltsam. Eine der ersten Sachen, die ich bei der Army lernte, war die Nähe des Todes. Wir hatten es Alle akzeptiert und auch unterschrieben. Wir hatten auch wie vor jedem Einsatz unser Testament abgesegnet. Und doch wohnte mir nun ein so mulmiges, elendes Gefühl bei. Ich glaubte, es war diese Situation. Nicht die braunen, tristen Plastikverkleidungen des Jets. Nicht das poröse Ruckeln der Turbinen und auch nicht die Tatsache, wieder auf meine M-16 zählen zu müssen. Es war die Gewissheit, dass die Welt nur noch am seidenen Faden dieser Flugzeugbesatzung hing. Es war einfach nur Wahnsinn. Meine Hände vielen über meinem Kopf zusammen. Und als dann aus Tammos IPod heraus das Lied ‚Illusion’ angestimmt wurde, brach die Verzweifelung über mich herein.
Vielleicht hatte ich kurz geschlafen oder nur intensiv weitergedacht. Jedenfalls flogen wir bereits über dem Pazifik, als ich plötzlich von einem erdigen und sogleich süßlichen Parfum (Irgendetwas zwischen Moschus und Patschuli) ins Hier und Jetzt zurückgerufen wurde.
Ich sah nach meinem Nebenmann und stellte fest, dass er immer noch faszinierend genüsslich schlief. Die Anderen Drei saßen hinter und neben uns, auf der anderen Seite des Flugzeugs. Im Gegensatz zu meinem Nachbarn sahen sie sehr bedächtig drein und ich hörte seit dem Start nicht auch nur ein gesprochenes Wort von ihnen. Lediglich Tammo wechselte einmal die Seite seines Frottékopfkissens und brabbelte irgendetwas Unverständliches. Eine neue Wolke seines widerwärtigen Hippie-Parfums stieß zu mir vor. Und irgendwie war ich sogar froh darüber. Froh, wenigstens für den Moment abgelenkt zu sein, von den abscheulichen Taten die wir noch vollbringen sollten.

„Aufwachen, Männer!“ Es war Captain Elias. Er war gerade aus der Fahrerkabine herausgetreten und ließ sich nun an einem großen Tisch nieder, welcher mit dicken Bolzen an den Plastikboden der Maschine befestigt war. Er breitete eine vergilbte Karte auf der wuchtigen Holzplatte aus und beschwerte sie mit zwei Tellermagazinen einer alten Typ 88. Erst vorsichtig, dann kräftiger versuchte ich Tammo aus seinen scheinbar süßen Träumen zu wecken. Langsam öffneten sich seine Lider.
„Privat Gardner! Träumen können sie noch genug im Himmel!“ So hieß Tammo also. Gardner. Er war der Letzte, von dem ich den Namen noch nicht gewusst hatte. Der Kerl, der gerade auf dem Stuhl gegenüber dem Captains die Arme verschränkte, war Daniel Franko. Ein ungefähr gleichaltriger Mann mit prägnantem Kinn und Dreitagebart. Unserem kurzen Gespräch vor dem Start nach zu Folge, war er auf mich nicht gut zu sprechen. Neben ihm hatte jetzt Hartewick platz genommen. Bisher war er mir noch am sympathischsten. Sein Lächeln wirkte während des Flugs zwar immer leicht falsch, jedoch war ich überzeugt, in ihm eine gute Seele finden zu können. Sein schlaksiger Oberkörper ließ ihn mitgenommen und zerbrechlich wirken.
„Geht’s ihnen nicht gut, Wick“, fragte der Captain und fuhr mit seinem Finger die E50 Schnellstraße auf der Landkarte hinab. Das Magazin verdeckte zwar die Details der Karte, doch ich wusste dass sie Frankreich zeigte.
„Nein, nein“, hustete Hartewick. „Es ist nur... Die Höhe bekommt mir nicht.“
„Wenn sie kotzen müssen: Wir haben auf die Schnelle nur diese alte Karte aus dem Jahre 1991 aufgabeln können. Es wäre also nett, würden sie vorher das WC aufsuchen.“
„Es geht schon.“ Er lächelte wieder.
„Ich kann es nicht fassen, dass wir nur deinetwegen hier sind. Wegen deinen Scheiß Ammenmärchen, Gilpins.“
„Lass den Scheiß, Franko!"
„Ich lass den Scheiß eben nicht sein. Wenn an deiner Story nichts dran ist, Gilpins, lynch ich dich höchstpersönlich.“
„Es ist wahr!"
„Vielleicht haben wir auch Glück und bekommen gleich eine Kugel in den Kopf gejagt. Oder kommen in die Gummizelle.“
„In die Gummizelle? Franko, du redest Schwachsinn. Wir können bei der Sache ganz groß rauskommen“, sagte Tammo und steckte sich eine Pall-Mall an. Gelassen paffte er an ihr und stieß den Rauch in die Kabine.
„Ganz groß rauskommen?“, fuhr der Captain dazwischen und schlug ihm die Zigarette aus dem Mundwinkel „Dies ist kein Privatvergnügen! Ich habe ernsthafte Zweifel, dass dein Russe die Wahrheit erzählt hat, Gilpins, oder ob du nicht einfach an Paranoia leidest. Aber sollte der Mist auch nur im Entferntesten wahr sein. Dann stecken wir kilometerweit in der Scheiße. Und zwar Alle!“ Er räusperte sich und strich mit der Linken durch sein verworrenes, langes Haar.
„Wichtig ist jetzt, dass wir Dima finden. Wie hieß der Ort nochmal, Gilpins?“ Er sah mich erwartungsvoll an und unsicher beugte ich mich über die Karte.
„Er sagte, er warte in Carentan auf uns. In der ‚Rue du quai a caliqny’“ Ich tippte auf die Stelle, wo ich den Platz vermutete.
„Bitte wo?“
„Wirklich. Die Straße liegt direkt an einer Anlegestelle. Wenn ich ihn richtig verstanden habe, ist die Straße sogar die Anlegestelle.“
„Hätte sich der Idiot nicht noch tiefer im PLR-Gebiet niederlassen können“, fluchte Franko.
„Da hat Franko leider Recht“, sagte Elias. Durch seine tiefe Narbe (sie erstreckte sich von seinem rechten Ohr bis zum Kinn) machte er einen sehr erfahrenen Eindruck. Ich hoffte, dass ich mich nicht täuschte. „Carentan ist von Unten bis Oben mit PLR-Truppen besiedelt. Vielleicht ist es sogar das PLR-Mekka Frankreichs.“ Er nahm einen Schluck Kaffee.
„Daher springt ihr in Audeville ab.“ Er tippte auf die Karte. Audeville schien direkt am ‚Celtic Sea’ zu liegen. So stand es zumindest auf dieser beinahe historischen Karte. Carentan konnte höchstens zwei Stunden mit dem Auto entfernt liegen.
„Ist das nicht zu nah dran“, fragte ich.
„Doch ist es“, bestätigte der Captain und holte tief Luft.
„Und warum“, wollte Tammo mit nicht mehr ganz so hochmütiger Stimme wissen.
„Wir können davon ausgehen, dass über den Seeweg bereits einige Flak-Geschütze in die Hände der PLR gelangt sind. Deshalb fliegen wir bei Nacht.“
„Es ist aber nicht Nacht, Captain!“
„Sie wird sein, wenn wir ankommen. Hoffen wir aber auf eine dichte Wolkendecke! Die PLR mag zwar nur ein Trupp wildgewordener Terroristen sein. Doch wir müssen mir hochentwickelter Unterstützung aus dem fernen Osten rechnen.“
Ich warf kurz einen Blick aus dem Bullauge. Eine handvoll winziger Inseln wog in den zwergenhaften Wellen. Die Wolkendecke hatte sich wieder gelöst.
„Was passiert, wenn wir abgeschossen werden“, fragte Franko und drückte mit seinem Fuß die Zigarre aus, welche mittlerweile ein großes Brandloch im Industrieteppich hinterlassen hatte.
„Dass kann ihnen herzlich egal sein!“
Franko richtete sich auf. Unter seinen Ärmeln lugten seine stark behaarten Arme hervor.
„Das ist es mir aber nicht! Ich habe nicht vor, mein Leben auf’s Spiel zu setzen, nur wegen so einem paranoidem Spinner!“
Ich bebte und nur unter größter Anstrengung schaffte ich es, nicht aufzustehen und...

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