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Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig Palästina


 
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Alogius
Geschlecht:männlichKinnbeber

Alter: 42
Beiträge: 3643

Die Goldene Bushaltestelle Goldene Feder Prosa (Anzahl: 2)


Vom Verschwinden der Muse
BeitragVerfasst am: 18.06.2009 23:26    Titel: Palästina eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Palästina

Der Hradschin stand bereits in seinem schwebenden Licht. Es spiegelte sich weiter als die Sonne am Tag und der Mond in der Nacht es je taten. Das Licht trug sich selbst hinaus in die Alte Schloßstiege, verfing sich kurz im angrenzenden Fürstenberg Garten, kroch Ecke Waldstein Gasse und Klarow Gasse westlich und südlich davon, vergnügte sich mit den Strahlen kleiner Laternen des westlichen Kleinseitner Rings und des südlichen Drazitzer Platzes, spielte verwegen durch die Brücken Gasse, fiel vor lauter Übermut fast schon die Karlsbrücke hinab, spiegelte sich  in den Wellen der Moldau, auf die der junge Moritz Brum schaute.
Moritz Brum stand an der Ostseite der Karlsbrücke. In seinen Augen erkannten die letzten Spaziergänger die schweren Gedanken, die ihn beschäftigten. Es waren Gedanken, die an einen fernen Ort reisten, in die weite Vergangenheit.

Pläne

Eine Unterredung mit Ella hatte auch keine neuen Ergebnisse gebracht: Gestern hatte er ihr telegrafiert, um für den Freund die Türe ein wenig weiter zu öffnen. Aber Ella wußte nur wenig von ihrer Schwester zu berichten. Sie sei ein wenig eingeschüchtert, sagte sie ihr. Josefs Briefe hätten sie wohl sehr schockiert, hieß es dann weiter im Telegramm aus Berlin. Moritz Brum hatte schon viele Tage damit verbracht, mit der Familie Bergen in Berlin Kontakte zu knüpfen –immer mit dem Ergebnis, dass zu den vielen Unklarheiten immer neue hinzukamen. Seinem Freund sollte er wohl besser von dem letzten Telegramm nicht berichten. Ohnehin machte er sich schon genug Sorgen. Dabei war für keinen abzusehen, dass sich überhaupt ein Kontakt zwischen Josef und Frieda entwickeln würde:
Eher flüchtig traf man sich an einem späten Abend in der Wohnung von Brums Eltern. Diese waren lang schon schlafen, als Moritz und Josef ihren Plan, ein paar Manuskripte zu lesen und zu ordnen, unterbrachen, denn das Fräulein Frieda Bergen aus Berlin schien andere Ideen zu haben. Man sprach über eine gemeinsame Palästinareise, machte sogar richtige Pläne. Josef versicherte sich der Durchführbarkeit der Reise mittels eines Handschlags, den er von Moritz und Frieda verlangte. So freudig hatte Moritz Brum seinen Freund Josef Kandra lang schon nicht mehr gesehen. Zu diesem Zeitpunkt glaubte Moritz aber keinesfalls daran, dass Josef Frieda schon nach einigen Wochen einen Brief schreiben würde, in dem er sich nochmals höflich vorstellte, da er in seiner Bescheidenheit annahm, sie hätte ihn bereits vergessen.
In diesem Brief hatte Josef noch einmal die Reise nach Palästina zur Sprache gebracht. Eine solche Sicherheit kannte Moritz von seinem besten Freund nicht. Brum beobachtete den Briefwechsel zwischen Frieda und Josef also sehr erfreut, denn sie schien die Rettung für Josef zu sein.

Josef Kandra

Josef Kandra und Moritz Brum trafen sich das erste Mal unwissentlich im Gymnasium am Kinsky-Palais. Während Brum ein aufgeweckter und strebsamer Schüler war, hatte Kandra in seiner sehr stillen Art zwar ebenso gute Zeugnisse, zeigte jedoch immer deutlich, dass er eine Abneigung gegen seine Mitschüler und Lehrer hatte. Diese Abneigung machte er nicht durch Äußerungen oder sichtbares Verhalten deutlich, man bemerkte an Josef immer ein Lächeln, das mal gelangweilt, mal verloren aussah, verbunden mit mitleidiger Anteilnahme. Begegnet waren sich Moritz und Josef dort nie.
Das erste wissentliche Treffen fand nach einem Vortrag Brums über Nietzsche statt. Brum griff die Gedankenwelt des von vielen verehrten Nietzsche förmlich an, so dass Kandra, der dem Vortrag schweigend wie immer folgte, ihm in ihrer ersten Unterhaltung seine anderen Ansichten klarzumachen versuchte. Das Gespräch verlief sich, aber beide hatten einen Freund gefunden.
In den folgenden Monaten ging Josef oft zu den Vorträgen seines Freundes. Man lernte noch andere kennen, die gleiche Interessen hatten, und es bildete sich ein kleiner Kreis aufstrebender Denker und Dichter. Moritz und die anderen lasen viel öffentlich, während man von Josef lange Zeit nicht wußte, dass auch er schrieb. Im Gegensatz zu Moritz aber ließ er keinen teilhaben an seinen Werken, von denen er die wenigsten für würdig hielt, nicht im Kaminfeuer brennen. Hin und wieder trieb Moritz ihn an, ein Buch zu veröffentlichen, aber der Widerwillen war groß. Und einige Zeit später, die Freunde kannten einander gut, kam es zur Begegnung in der Wohnung der Brums.

Niklasstraße 36

Die Briefe von Josef an Frieda wurden immer mehr, so dass sie selbst mit den Antworten kaum nachkommen konnte. Immer wieder beschwor Josef sie, ihm nicht mehr zu schreiben, denn das Warten auf einen Brief ertrug er nicht. War ein Brief Friedas unterwegs, so schrieb er schon einen Brief, in dem er sich fragte, wie lang er noch warten mußte.
Moritz erfuhr auf Umwegen von der Anziehung, die Frieda besaß, wenn es um Josef ging: Ihre Schwester Ella, ebenfalls eine Freundin der Familie Brum, kam eines Tages aus Berlin. Sie besuchte die Familie und berichtete Moritz von den zerstörerischen Briefen seines Freundes an ihre Schwester. Der alarmierte Freund versuchte ein Gespräch mit Josef zu führen. Josef hingegen fühlte die Unvereinbarkeiten zwischen seinem Leben mit dem Schreiben und  dem möglichen Leben mit Frieda. Damit glich diese Verbindung zwischen den beiden der für Josef ebenso unpassenden Verbindung Bureau und Schreiben. Da war ein Widerspruch, an dem er scheitern würde, dachte Josef.
Kurz nach dem Kennenlernen von Frieda gelang es ihm, in einer einzigen Nacht diesen Widerspruch für gewisse Zeit auszulöschen:
Josef Kandra saß am Schreibtisch. Das Schnarchen des übergroßen Vaters, der weder eine Verwendung für seinen Sohn noch Verständnis für dessen Literatur hatte, stieß wie ein Dolch in seine Ohren. Aber anstatt zu sterben griff er die Feder und vereinte sie in der Einsamkeit des dünn beleuchteten Zimmers mit den Oktavheften seiner Tagebücher. Die Nacht in der Niklasstraße 36 wurde lang für Josef. Die Schiffe, die am Kronprinz Rudolph Quai vorbei fuhren, waren nicht mehr zu hören, denn in Kandras Zimmer tobte ein großer Sturm. Gedanken an Moritz, Gedanken an Frieda und Gedanken an den Vater vereinten sich in der Geschichte, die er niederschrieb. Um den Sohn kreiste alles in der Erzählung. Der Freund eine Verbindung beider, die Verlobte ein Ausweg, der zur Falle wurde. Ein Zimmer, ein Hinterzimmer, in der wirklichen Wohnung das Klosett, als Heim für den alten Vater. Rechtfertigungen, Angriffe, Verteidigung, Intrigen, ein aufrechter Vater. Kein Freund in St. Petersburg. Größer denn je der Vater, das Urteil, der unendliche Verkehr.
Die Feder trieb Josef durch die unsichtbaren Zeilen des Papiers. In wahnsinniger Schnelle eilte sie von selbst geführt, jagend den nächsten Buchstaben, das nächste Wort, den nächsten Satz, den Absatz, dem unerträglichen Ende entgegen, wachsend, schimmernd, in Blut und Schleim aufkeimend.
In den Tagen nach der Erzählung war Josef immer noch benommen. Moritz war voller Glück, denn sein Freund nutzte die Gabe seiner Bestimmung. Einige Lesungen und eine spätere Veröffentlichung würden folgen, aber der Zwiespalt Frieda blieb wie eh und je.
In seinen Briefen bewunderte Josef ihre bürgerliche Standhaftigkeit, ihr praktisches Denken und ihr Geschick –von allem schien er selbst kaum etwas zu haben. Im Bureau kannte man ihn als stillen, aber geschickten Mitarbeiter. Dass er dies alles nur schien, um in Ruhe die Stunden der Arbeit zu schaffen, das wußte niemand außer Moritz und Frieda, denn sein Klagen um sich selbst nahm kein Ende mehr.
So schrieb Frieda an Moritz. Und Moritz schrieb an Frieda. Aufklärung der Lage und ein paar klare Worte von Josef wollte sie. Denn obwohl sie sich schon hunderte von Briefen geschrieben hatten, kannte sie den Mann dahinter nicht. Obwohl er Unendliches von dem Bureau, von den verständnislosen Eltern und den Schwestern schrieb, kannte sie nichts davon richtig. Obwohl er stets von Literatur schrieb, hatte sie noch kein Buch von ihm im Geschäft gesehen. Ihre Eltern hätten gern gewußt, wer der junge Mann aus Prag war, mit dem sie bekannt wurde. Aber da kam nichts.
Und als etwas kam, da war es im größten Teil eine Rechtfertigung des eigenen Unvermögens, verbunden mit einer langweiligen Beschreibung seines Arbeitsplatzes als Mitarbeiter der halbstaatlichen Arbeiter-Unfall-Versicherungsanstalt des Königreichs Böhmen. Moritz malte sich die sich in Grenzen haltende Begeisterung der Eltern Friedas aus. Er beriet seinen Freund so gut er selbst konnte (bei ihm selbst drohte eine Heirat), aber es half nichts. Josef hatte einen Weg beschritten: Er kannte den Kampf, der in seinem Herzen ausgefochten wurde zwischen der Liebe zu Frieda –von dem Wort sprach er selten- und der Literatur. Eine Blüte wuchs in Josef heran, welche einzig und allein Literatur war. Aber weil sein Schreiben so sehr sein Leben war, konnte nichts gut genug sein für ihn (die eine Geschichte aus der langen Nacht ausgenommen). Er wollte Frieda und wollte sie nicht. Das Unvermögen zu Wollen, das Nichtkönnen des Wollens schien alles zu zerstören. Eine Entscheidung mußte her.

Weg nach Askanien

In einem langen Brief schrieb Josef an Frieda seinen Heiratsantrag. Aber weil auch diese klare Entscheidung keine wirkliche war, schrieb er ein paar Tage später, wie wenig er sich als Ehemann denken konnte. Frieda, die das alles überlas, schlug ein Treffen vor.
Josef war wenig begeistert. Moritz redete auf ihn ein, denn immerhin war es wohl ein wenig merkwürdig, dass zukünftig Verlobte einander kaum sahen. Josef aber zögerte es lang hinaus, denn das Schreiben brauchte diese Entschuldigung. Als es dann zum Treffen kam, da war es zu einer ungünstigen Zeit: Der Verlobte Ellas war in der Familie Bergen sehr geliebt, denn er war für die jüngere Schwester Friedas ein guter Fang. Seine Stimme war sehr gewaltig, was für den empfindlichen Josef ein zusätzliches Problem wurde. Abgesehen davon kümmerte man sich wenig über den zwar großen, aber immer leicht gebeugten, schlanken Herrn aus Prag, mit den dunklen Augen, den scharfen Wangen und dem seltsamen Lächeln in jeder Lage. So fuhr er tatenlos und ergebnislos zurück nach Prag. Zweifel und vergebliches Abraten, sowie die Hoffnung, in Berlin keinen Eindruck hinterlassen zu haben, brachten ihm nichts: Es wurde verlobt.
Moritz Brum erkannte die Zweifel und die Angst, welche diese Verlobung in seinem Freund begleiteten. Im Augenblick aber war nichts aufzuhalten. Was sollte denn geschehen ?
In den Kaffeehäusern war Josef kaum noch zu sehen, man traf sich immer seltener, das Theater sah Kandra kaum noch. Für Josef war es nur noch eine Frage der Zeit, bis aus der Verlobung das Schlimmste würde: Heirat.
Ein paar Male noch versuchte er abzuraten, dann wurden die Briefe weniger und man sah sich auch nicht. Der Gedanke, bald nie mehr allein sein zu können, versetzte Josef in Angst. Ins Karolinum, in der Nähe des Obstmarktes, war er auch schon lang nicht mehr gegangen, um den zionistischen Vorträgen Brums und anderer zu lauschen. Palästina war auch kein Gedanke mehr.
Eines Tages, in dieser Zeit der Kälte, erschien in Prag eine junge Frau aus Berlin. Ihr Name war Margaretha Glock. Es sollte ihre Aufgabe sein, zwischen Josef und Frieda zu vermitteln, eine neue Brücke zwischen Berlin und Prag zu errichten. Sie führte lange Unterhaltungen mit Josef, und bald schon schrieben sie einander. Es war nun so, dass er in Fräulein Glock mehr Verstehen finden konnte als je in Frieda, die er zwar stets liebte, die aber ihm so fremd war (sie hatte übrigens ihm Fremdheit vorgeworfen). Kandra behielt zwar das Taktgefühl, so etwas nicht zu sagen, aber hinter den Zeilen seiner Briefe klang es an. Zum Beispiel nannte er sich  Frieda gegenüber nur noch „J“ am Ende eines Briefes, während er am Ende eines Briefes an Fräulein Glock ihr alle guten Wünsche und seinen vollen Namen schenkte. Aber Fräulein Glock, die ihrerseits großes persönliches Interesse an Josef hatte, machte einen Fehler: Sie übergab Frieda einige von Josefs Briefen, in denen er vor allem die Zweifel an Frieda selbst und an Familie Bergen beschrieb.
Josef Kandra erhielt eine Einladung nach Berlin. Kalt kündigte man ihm an, dass man sich im Hotel „Askanischer Hof“ treffen würde. Im Hotel saß er den Frauen gegenüber. In diesem Nebenraum wurde er angeklagt. Ihm ging auf, was geschehen war, er sagte nichts. Er hegte keinen Groll gegen die Frauen, er sah ein und am Ende ging er allein, während Frieda allein im Hotel blieb. Das war der Prozeß.

Das Unzerstörbare

Ein weiteres Mal noch hatten sich Josef und Frieda verlobt, dann wieder entlobt. Josef schrieb weiter wollte wenig veröffentlichen, den Weg aus Prag heraus konnte er erst am Ende schaffen, als er krank wurde. Seine Lungenwunde nahm er weinend und lachend zugleich hin, er sah sie als Folge seines Kampfes. Seinen Eltern riet er ab, ihn auf dem Sterbebett zu besuchen. Richard Mahlstock, ein ungarischer Arzt und Freund, war bei ihm. „Gehen Sie nicht fort“, sagte Josef zu ihm, der sich nur um eine Spritze kümmern wollte. Richard sagte ihm, dass er nicht fortgehen wollte. „Aber ich gehe fort“, sagte Josef.
Moritz war nicht anwesend. In all den Jahren sah er fortwährend den Kampf seines Freundes gegen sich selbst, gegen andere, um das Unzerstörbare in sich selbst zu finden.
Der Kampf wurde zu einem Krieg, dann aber gingen die Lichter aus.
Heute kam ein anderer Krieg.
Moritz lief nun über den Großen Ring, er wollte rechtzeitig seine Helfer treffen, die ihn begleiten würden. Hinter ihm verschwanden die Lichter vom Hradschin. Die Deutschen kamen. Moritz mußte Prag verlassen. Wohin gehen?
Moritz ging nach Osten. Er trug die Erinnerungen und Werke seines Freundes mit sich.
Er nahm Josef mit, endlich nach Palästina.

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Gast







BeitragVerfasst am: 19.06.2009 08:51    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Alogius

weder hast du ein paar Worte zu deiner Person, noch zu deiner Schreibabsicht verloren. Ein, zwei Worte zum Text wären auch hilfreich gewesen, um eine Vorstellung zu bekommen, worauf man sich einlässt.

Mit anderen Worten, du bist ein Neutrum und hast dann einfach mal den Text rein gehaueh. Sollen die doch machen? ich bin über dern ersten Absatz nicht hinaus gekommen, weil ich mit den Schilderungen nichts anfangen konnte und werde auch keine Rezension schreiben, bis du wenigstens ein paar Worte fallen gelassen hast.


Grüße

Bobbi
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SIH
Geschlecht:männlichSchreiberling


Beiträge: 261



BeitragVerfasst am: 19.06.2009 09:33    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Alogius!
Leider bin auch ich nicht über den ersten Absatz hinaus gekommen. Allerdings bin ich auch pingelig.

Für mich ist dieser erste Absatz zu abstrakt. Ich habe das Gefühl, Du möchtest originell sein. Versuch das nicht. Vor allem nicht in den ersten Sätzen. du verlierst Deine Leser schneller, als Du 'abc' schreiben kannst.

Im Übrigen stimme ich Bobbi zu. Sollen wir Deinen Text rezensieren? Oder nur lesen? Oder wie?

Beste Grüße,
Sven
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Alogius
Geschlecht:männlichKinnbeber

Alter: 42
Beiträge: 3643

Die Goldene Bushaltestelle Goldene Feder Prosa (Anzahl: 2)


Vom Verschwinden der Muse
BeitragVerfasst am: 19.06.2009 12:23    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo,

ich habe in den Goldenen Regeln nichts gefunden, das darauf hinweist, aber entschuldige mich für den offenbaren 'Überfall', den ich begangen habe...
Jedenfalls habe ich einen Eindruck gewinnen können, was einen hier erwartet. wink

Und ja:
Ich bin davon ausgegangen -weil ich auch nachgefragt habe, wo man seine Texte zur Rezension reinsetzt- dass hier auch rezensiert wird bzw. wünsche mir das auch.

Zum ersten Absatz:
Hier geht es nicht darum, originell zu sein (bzw. das ist nicht der Zweck des ersten Absatzes); es geht vielmehr um eine Beschreibung einer Situation, in der sich der 'Erinnernde' befindet. Ein Zeitpunkt der Reflexion, vor dem Aufbruch. Es sind nicht die in den späteren Absätzen folgenden Erinnerungen, die ihn dazu bringen werden, den beschriebenen Ort zu verlassen, denn diese Entscheidung ist bereits getroffen.
Doch was bzw. wen er mitnimmt und wieso, würde in den folgenden Abschnitten geschildert werden.
Der Hradschin und die anderen Ortsangaben sind existent (was Ihr wohl wissen werdet) und befinden sich in Prag.
Das Abstrakte soll lediglich darstellen, wie es um den 'Erinnernden' bestellt ist. Ein Ruhepunkt, der keiner ist. Ein Punkt, der nach all den Jahren ereicht wurde. Eine Art Wendepunkt vielleicht.

Zur Geschichte als solche:
Unschwer würde es, bei weiterem Lesen, zu erkennen sein, dass die Figuren darin realen Vorbildern entsprechen und dass ich die Namen nur sehr vage verändert habe (wie ja auch die Orte real sind).
Da scheinbar erwünscht:
Es handelt sich um eine Darstellung gewisser Lebensstationen von Franz Kafka und Max Brod, hier und da komprimiert, damit der Umfang wie auch die Geschichte selbst besser oder passender zum Ende hin funktionieren -wo sich der Kreis schließen wird und die Beschreibungen des ersten Absatzes ihre Erklärung finden, d.h. ihre situative Entsprechung.

Zu meiner Person:
Ich arbeite derzeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter, bin 32 Lenze jung und mein Name ist Tom. wink
Und nein, veröffentlicht in kommerzieller Weise habe ich noch nicht.

Tja, also, wenn noch Fragen sind, stellt sie.
Ansonsten würde ich, wie erwähnt, mich über etwas mehr Kommentare als diese freuen.

Danke und Lg,
Tom
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Ana
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling

Alter: 58
Beiträge: 92



BeitragVerfasst am: 19.06.2009 12:41    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Tom,

ich schließe mich den anderen an. Der erste Absatz hat mich regelrecht abgestoßen. Aus lauter *Verzweiflung* habe ich dann die anderen angefangen zu lesen. Aber ist leider nicht mein Ding. Für mich viel zu statisch und zu trocken, einfach zu *wissenschaftlich/nüchtern*. Ich liebe halt Stories mit bildhaften Szenen und Dialoge, die einfach irgendwie lebendig sind.

Daher kann ich auch nicht sagen, ob dein Text gut oder schlecht ist. Für mich ist er halt nichts  Sad


_________________
Liebe Grüße

Ana
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Alogius
Geschlecht:männlichKinnbeber

Alter: 42
Beiträge: 3643

Die Goldene Bushaltestelle Goldene Feder Prosa (Anzahl: 2)


Vom Verschwinden der Muse
BeitragVerfasst am: 19.06.2009 12:57    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Du musst da kein 'leider' anbringen...

Mir ist sehr bewusst, dass dieser Text speziell ist, einen übrigens anderen Stil verfolgt als ich sonst habe (wie ich selbstkritisch anmerken will).
Die Nüchternheit ist allerdings bewusst so gewählt.

Aber verzweifeln lassen will ich keinen!  Cool
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Hardy-Kern
Kopfloser

Alter: 69
Beiträge: 4948
Wohnort: Deutschland


BeitragVerfasst am: 19.06.2009 13:20    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Alogius,
leider hast du dir diesen Text selbst zerstört. Ich habe mich mal durchgelesen und finde irgendwie den Zusammenhang nicht.
Grund: eine Einleitung sollte her. Jetzt nach diesen Kommentaren werden wohl nur noch wenige den Text lesen wollen. Aber vielleicht hast du noch eine Fortsetzung oder was anderes im Angebot? Smile

Schreibstilmäßig finde ich es ordentlich.

Mal noch ein Tipp: Es gibt viele gute Leute in diesem Forum und man sollte sehr vorsichtig sein, mal so auf die Schnelle Lari-Fari reinzuschreiben. Die merken das sofort! Smile

Hardy
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Alogius
Geschlecht:männlichKinnbeber

Alter: 42
Beiträge: 3643

Die Goldene Bushaltestelle Goldene Feder Prosa (Anzahl: 2)


Vom Verschwinden der Muse
BeitragVerfasst am: 19.06.2009 13:32    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Auf die Schnelle?

Ähm... jetzt fehlen mir die Worte.
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JonathanFabrizius
Sonntagsschreiber


Beiträge: 28



BeitragVerfasst am: 19.06.2009 14:42    Titel: Antworten mit Zitat

Also wirklich.

Man kann von dem Text halten was man will, er ist bestimmt nicht etwas für "jeden" (was in der Natur der Sache liegt), der Stil ist nicht 100% durchgehalten, mit Kafka daherkommen ist sowieso immer so eine Sache usw.

Was der Text aber mit Sicherheit NICHT ist, ist ein "auf die Schnelle" reingesteller "Lari-Fari"-Text. Da steckt viel Arbeit drin, was ihn vielleicht schon fast überambitioniert macht und da steckt doch das Angreifbare und gleichzeitig Spannende drin.

Ich finde das sprachlich und von der Idee her sehr gut, wobei sprachlich nie alles perfekt ist, auch das liegt in der Natur der Sache.

Zitat:
Das Schnarchen des übergroßen Vaters, der weder eine Verwendung für seinen Sohn noch Verständnis für dessen Literatur hatte, stieß wie ein Dolch in seine Ohren. Aber anstatt zu sterben griff er die Feder und vereinte sie in der Einsamkeit des dünn beleuchteten Zimmers mit den Oktavheften seiner Tagebücher.


Der übergroße Vater ist total gut! Die Vereinigung von Feder und Oktavheft finde ich dann allerdings etwas zu doll... usw.

Was wirklich überhaupt nicht aufkommt ist Spannung, Lesen wird hier durchaus zur Arbeit, man muß sich "durchquälen" könnte man auch sagen, wenn man es negativ ausdrücken will. Aber ganz so denkfaul wie SIH ist nun nicht jeder auf dieser Welt, diese "Arbeit am Text" kann ja auch Spass machen, mir zumindest beim Lesen.


"Ich habe das Gefühl, Du möchtest originell sein. Versuch das nicht."


HA! Den merk ich mir!

Grüße,

JF
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Alogius
Geschlecht:männlichKinnbeber

Alter: 42
Beiträge: 3643

Die Goldene Bushaltestelle Goldene Feder Prosa (Anzahl: 2)


Vom Verschwinden der Muse
BeitragVerfasst am: 19.06.2009 16:14    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke! Denn das Ganze war ganz sicher kein Dahinwerfen auf die Schnelle...

Mir ist übrigens sehr bewusst, dass dieser Text keinerlei Spannungselement besitzt. Und, wird sich jetzt wie Schleim lesen, war auch nicht so gedacht, zumindest nicht in Form einer Entwicklung, eines Konfliktes usw.
Tatsächlich ist es ja zB so, dass der (im realen Vorbild) ausgetragene Konflikt im Askanischen Hof elementar war -den auszuführen hätte sicherlich seinen Reiz (oder hat ihn), aber passte eben nicht zur Idee.

Zum Stil kurz:
Richtig, der wird nicht stets eingehalten, das sehe ich auch so. Zum Teil weil es schwierig war, die berichtende Nüchternheit zu befolgen, die ich mir dabei selbst auferlegt habe. Zum anderen weil der "innere Effekt" in Kandra, der in der Niklasstraße aufgetreten ist, eine solche Nüchternheit wiederum behindert hat.
Ich stimme in der Hinsicht aber dennoch, oder gerade deshalb, zu.

Danke...

Gruß,
Tom
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Hardy-Kern
Kopfloser

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BeitragVerfasst am: 19.06.2009 16:56    Titel: Antworten mit Zitat

Smile Nun reg dich mal nicht auf die Schnelle auf. Ich weiß, trotzdem ich es noch mal gelesen habe nicht, wo ich die Geschichte hinstecken soll.
Nicht mal eine Jahresangabe, die den Leser in eine betimmte Richtung locken kann.

Ist dir überhaupt bewusst, dass es sich um Geschichte handelt, jüdische Geschichte. Nicht jeder weiß gleich um was es geht, weil es sehr lange her ist und viele junge Leser damit wenig anzufangen wissen.

Für diese Thematik ist diese Geschichte viel zu kurz angelegt.
Was wird mit den jungen Leuten die über Osteupopa nach Palästina wollen. Was ist Palästina, wo liegt es, warum wollen sie dorthin?
Haben sie schon was von der Massenvernichtung der Juden gehört?
Außerdem gibt es heute kein Palästina, oder nur in Wunschdenken.
Das muss man erklären, wenn man über dieses Genre schreibt. Smile

Dieses Wissen vorauszusetzen, geht nicht. Dazu muss man vorher etwas erklären und dazu muss man sich sehr kundig machen. Und das ist für mich Lari-Fari, weil ungenügend, garnicht erklärt.

Natürlich steckt in dieser Geschichte viel Arbeit drin, aber der Leser soll es doch auch begreifen. Und es ist auch sehr viel Stoff drin einen vielleicht guten Roman zu schreiben. Buch  Daumen hoch

Hardy
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Gast







BeitragVerfasst am: 19.06.2009 19:26    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Alogius,

nun hab ich den Text dreiviertel gelesen und abgebrochen. Ich hatte das Gefühl daran abzuprallen. Der Text ist abgehandelt wie ein Bericht, es fehlt die Tiefe. Dem Leser wird nichts geboten, was die Fantasie anspricht, Bilder entstehen lässt. Weder Ort noch Zeit, noch Räume, die Namen scheinen im luftleeren Raum zu schweben. Die Charakter sind in der Tat nur Namen ohne Leben, ohne Aura, Gedanken oder Stimme.

Einzig der Satzbau ist stimig, hilft aber nichts, wenn dem Inhalt die Dynamik fehlt. Der erste Absatz war exemplarisch. Du hast vermutlich fließend drauf los geschrieben -, aber leider vergessen die Leser mit zu nehmen. Sie gilt es im Auge zu behalten.

Grüße

Bobbi
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Hardy-Kern
Kopfloser

Alter: 69
Beiträge: 4948
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BeitragVerfasst am: 19.06.2009 19:42    Titel: Antworten mit Zitat

Der Hradschin, einer der geschichtsträchtigsten Bauwerke in Europa wird
sträflich vernachlässigt. Da muss doch die Sehnsucht der Jugendlichen beschrieben werden die ihre Lieblings- und Heimatstadt verlassen müssen. Wo bleibt das Herzblut zur Heimat?

Versuche es noch mal. Smile

Hardy
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Alogius
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Alter: 42
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Die Goldene Bushaltestelle Goldene Feder Prosa (Anzahl: 2)


Vom Verschwinden der Muse
BeitragVerfasst am: 19.06.2009 20:03    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ich danke, ganz ohne Ironie, für die diversen Anregungen/Anmerkungen dazu, möchte dennoch Stellung nehmen:

Zitat:
Der Hradschin, einer der geschichtsträchtigsten Bauwerke in Europa wird
sträflich vernachlässigt. Da muss doch die Sehnsucht der Jugendlichen beschrieben werden die ihre Lieblings- und Heimatstadt verlassen müssen. Wo bleibt das Herzblut zur Heimat?


Es geht in der Erzählung aber ganz sicher nicht um die Sehnsüchte der Jugendlichen, die ihre Heimatstadt verlassen müssen. Es geht lediglich um den MOMENT, mehr nicht.
Wie schon, auch von mir, angemerkt, ist der Stil so gehalten, dass eben KEINE solchen Gefühle oder Bilder Platz haben. Das ist bewusst so gemacht. Sorry.

Zitat:
Weder Ort noch Zeit, noch Räume, die Namen scheinen im luftleeren Raum zu schweben. Die Charakter sind in der Tat nur Namen ohne Leben, ohne Aura, Gedanken oder Stimme.


Exakt. Ich fasse das als richtige Umschreibung auf.

Zitat:
Nicht mal eine Jahresangabe, die den Leser in eine betimmte Richtung locken kann.


Ja, genau. Hätte Dir 1939 mehr geholfen, Deine ohnehin richtigen Schlussfolgerungen zur Situation zu komplettieren?

Zitat:
Ist dir überhaupt bewusst, dass es sich um Geschichte handelt, jüdische Geschichte.


Mich das zu fragen, das fasse ich mal als merkwürdigen Scherz auf oder etwas in der Art. Dennoch kann ich Dir mehr als nur versichern, dass mir schon bewusst ist, wovon ich schreibe oder wo dieses zeitlich anzusiedeln ist.
(Abgesehen davon befasse ich mich mit jüdischer Geschichte und Brauchtum schon naturgemäß, befinden sich doch in meiner eigenen Familie diese Wurzeln.)

Zitat:
Für diese Thematik ist diese Geschichte viel zu kurz angelegt.
Was wird mit den jungen Leuten die über Osteupopa nach Palästina wollen. Was ist Palästina, wo liegt es, warum wollen sie dorthin?
Haben sie schon was von der Massenvernichtung der Juden gehört?
Außerdem gibt es heute kein Palästina, oder nur in Wunschdenken.
Das muss man erklären, wenn man über dieses Genre schreibt


Es geht mir aber weder um die Massenvernichtung, noch geht es mir darum, dem Leser etwas über den Exodus oder Palästina bzw. die Umstände hier und dort zu erzählen -wie oft muss ich das noch erwähnen?
Entschuldige, aber wenn ich eine Abhandlung oder eine Erzählung zu DEM Thema hätte schreiben wollen, dann wäre die Textgestalt sicher eine andere. Weiter oben, irgendwo in diesem Thread, habe ich erwähnt, worum es geht...

Alles in allem bin ich dennoch überrascht, dass dieser Text derart Wellen schlägt in den Gemütern, und was für Erwartungshaltungen entstehen, wenn man das Wort 'Palästina' oder 'Hradschin' in einen Text setzt...
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Telani
Geschlecht:weiblichHobbyautor

Alter: 32
Beiträge: 439



BeitragVerfasst am: 19.06.2009 21:05    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn ich mal meinen Senf dazugeben darf:
es wäre sehr hilfreich wenn du uns sagst in welche Richtung wir deinen Text kritisieren bzw. unter die Lupe nehmen sollen. Dann ersparst du und wir uns vielleicht unnötigen Ärger über diverse Kommentare.

Denn ehrlich gesagt, ich gebe immer gerne Hilfe, doch thematisch und gefühlsmäßig scheinst du die nicht haben zu wollen. Auch nicht welche Gedanken einem kommen beim Erstlesen. Also frage ich mich was du willst? Sollen wir den Text sprachlich durchmustern, oder warst du einfach gespannt auf welche Reaktionen dein Text stößt.

Alogius schrieb:
Zitat:
es geht vielmehr um eine Beschreibung einer Situation, in der sich der 'Erinnernde' befindet. Ein Zeitpunkt der Reflexion, vor dem Aufbruch.

 und

Hardy schrieb:
Zitat:
Da muss doch die Sehnsucht der Jugendlichen beschrieben werden die ihre Lieblings- und Heimatstadt verlassen müssen. Wo bleibt das Herzblut zur Heimat?


widersprechen sich doch nicht oder? Was ist denn Erinnerung als erneut empfundenes Gefühl? Wenn du dich erinnerst, siehst du dann nur Bilder aneinander vorbei ziehen oder spürst du in dem Moment auch die Gefühle des damaligen Momentes?
Oder willst du die Gefühle bewusst in der Erinnerung ausblenden, weil der Prota sie an der Stelle einfach nicht verkraftet (dann würde ich das auch irgendwo reinbringen). Sonst verwirrst du den Leser nur.
Willst du den Leser verwirren? Na dann war das ein schönes Experiment. Aber ich warne dich vor:


Zitat:
Alles in allem bin ich dennoch überrascht, dass dieser Text derart Wellen schlägt in den Gemütern, und was für Erwartungshaltungen entstehen, wenn man das Wort 'Palästina' oder 'Hradschin' in einen Text setzt...


denn dann würde ich das hier nicht so stehen lassen, denn es ist einfach nicht richtig. Das was du unter Erwartungshaltung verstehst hat jetzt mal gar nichts mit Palästina oder Hradschin zu tun, sondern damit das Interesse eines Leser gefangen zu nehmen. Und wenn ein Text flach, eindimensional und gefühlslos ist (bitte das sag ich jetzt nur so, nicht ausschließlich bezogen auf deinen Text), dann wird der Leser ihn nicht lesen, ganz egal ob er von Weltkriegen, Massenmorden, Erinnerungen oder Kaugummis handelt.

Kein User bis auf Einem (und das war Ed Hardy) hat sich erwartet, dass du dieses Thema mit der Sehnsucht und der Geschichte weiter ausbaust. Und das tat er glaub ich nur als Vorschlag dir zu liebe und nicht weil ihm so sehr an der Thematik liegt.

Also, ich will dich jetzt nicht kränken, aber ich mags einfach nicht wenn jemand seinen Text hier reinstellt ohne zu sagen was er will und dann sobald er Kritik bekommt glaubt er muss jetzt in den Boxring um sein Werk eisern zu verteidigen.
Klar hast du dich bedankt, aber hast du wirklich auch nur einen der vorgebrachten Vorschläge angenommen? Natürlich ist es deine Sache, vielleicht reagiere ich ja auch nur über, aber in der letzten Zeit passiert dass hier im Forum mit Neulingen soo oft und es nervt allmählich.

At all: ich hab wirklich gar nichts gegen dich, echt nicht und wenn du mir auch sagst zu welchem Bezug der Geschichte du gerne Kritik hättest, dann bin ich auch gerne dazu bereit mir deinen Texte durchzusehen und dir weiterzuhelfen,

so long
 Wink Telani!


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Hardy-Kern
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BeitragVerfasst am: 19.06.2009 21:16    Titel: Antworten mit Zitat

Ich gebe doch keine diversen Anregungen. Das sind Bemerkungen, welche dem Inhalt geschuldet sind. Schade, dass du aus deinem wissenschaftlichen- trockenen Stil nicht rauskannst.

Weißt du, mich erinnert das an Penäler, die sich schämen einmal ihre Mutti im Leben an die Hand gefasst und Danke, Mutti gesagt zu haben.  Sad

Hardy
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Alogius
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Vom Verschwinden der Muse
BeitragVerfasst am: 19.06.2009 21:33    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Der Text 'Kinder', den ich hier reingestellt habe, ist, wie ich vermute, stimmiger, was vielleicht Gefühl und Atmosphäre angeht -soll es doch im vorliegenden Text nicht darum gehen, wie ich erwähnte.

Es fällt mir schwer, jemandem vorzuschreiben, WIE er kritisieren soll, woran er sie festlegen soll und was bitteschön er besonders hervorheben soll / worauf er achtgeben soll. Das vorab...

Zum Ärgernis:
Ich rege mich gewiss nicht über (sachliche) Kritik auf. Nicht etwa weil meine Texte mir unwichtig wären, sondern weil so ein Verhalten kleinkindhaft wäre. Das zum Boxring.^^
Was mich aber ärgert, sind Anmerkungen, die sich darauf beziehen, bis wohin ein Text gelesen wurde -nämlich über den Beginn nicht hinaus. Nicht weil ich kritiklos wäre, was den Anfang eines Textes betrifft, sondern weil ich daraus, wie jemand hier schon angemerkt hat, Denkfäule lese und nichts anderes. Sorry, ist nicht von mir, nehme ich aber so an.
Was mich ärgert, wenn wir gerade dabei sind, ist, wenn eine Kritik sich auf Themen oder Fragen bezieht, die im Text nichtmal angedeutet werden. Zum Beispiel bezogen auf den Massenmord. Das hat mich wirklich sehr irritiert, und -egal ob neu hier oder nicht- dazu senfe ich dann auch entsprechend.

Zur Kritik:
Ich denke, mit einer textbezogenen, immanenten Kritik bin ich zufrieden, egal wie sie ausfallen mag. Solange sie sich, siehe oben, auch auf Punkte bezieht, die im Text und für den Text relevant sind. Das Thema Exodus oder gar politische reale Zusammenhänge bzgl. Palästina zum Beispiel sind nicht wirklich (nämlich gar nicht!) Ambitionen meinerseits, was den Text und seinen 'Grund' betrifft.

Was und wo soll kritisiert werden?
Eine interessante wie schwierige Frage, wie ich schon angemerkt habe...
Nun:
Über die Gedanken des Erstlesens hinaus, das ist klar.
Doch wie auch die Sprache (die meinem Ansinnen entweder entgegen kommt oder nicht) natürlich auch die Wirkung.
Es ist so:
In meiner Absicht lag es, einen nüchternen Bericht über eine eigentlich gefühlvolle und sozusagen 'relevante' Freundschaft und ein ebensolches Leben zu schreiben. Dass Moritz am Ende (1939 übrigens) nach Palästina geht, weil es ein Lebenstraum der beiden war, ist natürlich, wie mir bewusst ist, etwas, das auszuführen sinnvoll wäre. In einer längeren Erzählung oder in einem Roman.
Aber war es meine Intention?
Nein. Intention war 'nur', eine Art Bericht, möglichst gefühlsarm mit möglichst formelhaften 'leeren' Namen zu schreiben, um einzig und allein die äußere, nicht die innere Welt zu zeigen. Welt bezogen auf die Figuren, nicht die Umgebung.

Zuletzt:
Wenn man mich am Anfang fragt, ob der Text rezensiert werden soll, dann frage ich:
Ist das hier nicht üblich?

Verzeiht diese deutlichen Worte, aber ich muss hier was missverstanden haben, was mir den Einstieg hier versaut hat...
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Alogius
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Vom Verschwinden der Muse
BeitragVerfasst am: 19.06.2009 21:36    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hardy-Kern hat Folgendes geschrieben:
Ich gebe doch keine diversen Anregungen. Das sind Bemerkungen, welche dem Inhalt geschuldet sind. Schade, dass du aus deinem wissenschaftlichen- trockenen Stil nicht rauskannst.

Weißt du, mich erinnert das an Penäler, die sich schämen einmal ihre Mutti im Leben an die Hand gefasst und Danke, Mutti gesagt zu haben.  Sad

Hardy


Sorry, Hardy kam mir zuvor, darum noch dies dazu:

Kannst Du Deine Bemerkung erklären? Ich vermute, dass ich fähig bin, verschiedene Stile zu testen/schreiben, doch mir scheint, dass ein anderer Dir hier gelegener wäre.
Ist das so?
Oder anders: Was willst Du mir mit diesem Vergleich nun sagen?
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Telani
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BeitragVerfasst am: 19.06.2009 21:53    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Verzeiht diese deutlichen Worte, aber ich muss hier was missverstanden haben, was mir den Einstieg hier versaut hat...


Na schau mal,...es gibt keine Regeln wie man hier einsteigen soll. Die meisten stellen sich kurz im Thread "Roter Teppich und Check in" vor. Wo sie eben meistens drüber reden warum sie schreiben, wie lange schon...kA irgendeine Einleitung, die uns schon mal den Zugang erleichtert.
Dann fügen viele auch noch kurz vor ihrem Text eben um Verwirrungen zu vermeiden ein kleines Statement hinzu.
Sowas wie das wäre schön gewesen:
Zitat:
In meiner Absicht lag es, einen nüchternen Bericht über eine eigentlich gefühlvolle und sozusagen 'relevante' Freundschaft und ein ebensolches Leben zu schreiben.


Weißt du es ist manchmal schwierig einen Text ohne Statement, von jemanden, der zu dir noch kein Wort geschrieben hat zu rezensieren. Für viele Leute ist ihr Text, ihr Baby und ich frage dann lieber nach ob und welche Kritik überhaupt erwünscht ist.

Welche Kritik: naja ich würde schon sagen, dass du das schon ziemlich genau weißt. Wie obiges Zitat von dir beschreibt, willst du nur einen nüchternen Bericht schreiben und nicht Gefühle erzeugen. Punkt. Dann weiß ich, gut dann brauch ich hier drum, dass der Text so steril wirkt gar net mehr reden weil ich eh weiß, dass es von dir absichtlich so gewählt wurde.
verstehen'se was ich mein  Wink ?

So und jetzt da ich weiß, dass dir dein Sprachstil bewusst und auch bewusst gewählt war (viele schreiben lahm und glauben sie schreiben spannend) kann ich diese Frage stellen:

Zitat:
Nein. Intention war 'nur', eine Art Bericht, möglichst gefühlsarm mit möglichst formelhaften 'leeren' Namen zu schreiben, um einzig und allein die äußere, nicht die innere Welt zu zeigen. Welt bezogen auf die Figuren, nicht die Umgebung.


Warum? Warum grade sowas wie Erinnerung und Abschied leer und gefühlsarm? Ist es als eine Art Gefühlsstarre gedacht?
Weißt du wenn ich die zwei Dinge auf einen Nenner bringe, widersprechen sie sich. Ich stoß da dran. Aber da muss doch ein Gedanke dahinterstecken, warum man so einen Bericht so nüchtern verfasst. Oder?


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Hardy-Kern
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BeitragVerfasst am: 19.06.2009 21:59    Titel: Antworten mit Zitat

ohh Alogius, jetzt mal Moment, bitte. Meine Hinweise beziehen sich auf
Palästina und nicht auf Kinder. Nun mal nicht so hastig und nicht alles durcheinander werfen. Das habe ich noch nicht gelesen, aber morgen habe ich etwas Zeit. Weißt du, mein Großer, habe auch noch andere Dinge, wie z.B. mal Rasieren oder was essen zu tun. lol

Hardy
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JonathanFabrizius
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BeitragVerfasst am: 19.06.2009 22:02    Titel: Antworten mit Zitat

Äh, vielleicht wollte Hardy sagen dass er jetzt so was wie deine Mutti sein und du mal besser auf sie hören sollst?

In der Tat eine rätselhafte Bemerkung...

Nochmal zu deinem Text: Die IDEE, zwei historische, literarisch relevante Persönlichkeiten in einem Text zu bearbeiten ist doch wunderbar, das hat Daniel Kehlmann auch gemacht und es lief bekanntlich nicht übel.
(Wobei ein Roman in dem Stil nun wirklich etwas heftig wäre, aber es ist ja in diesem Fall auch keiner.)

Problematisch ist: der Text ist in jedem Fall "schwäääre Kost" (W. Klitschko) und macht es dem Leser nicht einfach. Da schadet es schon nicht, ein paar einleitende Worte zu sagen, was den Leser erwartet, denn die Erwartungen steuern auch die Art und Weise, wie der Text gelesen wird. Wer gerne spannende Unterhaltungsliteratur liest und rezensiert und dann mit so einen Text konfrontiert wird, ist naturgemäß überfordert und abgeschreckt.

Also mußt du das besser anmoderieren, ohne dem Leser alles fertig aufbereiten, was nicht so ganz einfach ist.

Viel Glück!
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Alogius
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Vom Verschwinden der Muse
BeitragVerfasst am: 19.06.2009 22:05    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ja, exakt: Ich habe ihn bewusst so gewählt. Nur deshalb kam es mir seltsam vor, dies als sozusagen Kriterium bewertet zu sehen.
(Dass dies allerdings mein Fehler war, es nicht vorher angemerkt zu haben, ist wohl wahr und ich entschuldige mich dahingehend...)

Wenn Du -oder wer auch immer- 'Kinder' liest, wirst Du eventuell einen anderen Stil vorfinden. Kühl, ja, doch gerade in der Kühle könnte hier der gewollte Kontrast zur Tragik des Protagonisten liegen, dessen Schuld ihm nur halb bekannt sein dürfte. Ich schweife aber ab, geht ja nun um diese Sache hier...

Meine Absicht war es, den Text (wie in Lyrik ebenso) für sich sprechen zu lassen, eben NICHT vorher mit eigenen Anmerkungen dazu oder auf meine Person bezogen zu kommen.
War ein Fehler, wie es aussieht.

Zum Text nun endlich:

Warum der nüchterne Stil im Kontrast zu allen anderen weitaus gefühlvoller wirkenden Möglichkeiten?

Weil genau diese Starre, eine am Ende eines großen Lebensabschnittes, es ist, die hervorzuheben meine Grundidee war.
Weil der Stil Kafkas, um den es hier am Rande geht, auf den Leser ebenso nüchtern wirkt (auch wenn in den berühmten 'zwischen den Zeilen' etwas anderes schlummert).
Weil eben er selbst, zB in seinen Tagebüchern, gerade große oder wichtige Ereignisse (zB auch den Kriegsausbruch, WW1) total lakonisch in Nebensätzen abhandelt.
Eben darum.

Ein falscher Weg?
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