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schoele
Geschlecht:männlichSchneckenpost

Alter: 19
Beiträge: 11
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 13.10.2021 23:00    Titel: Noch kein Titel eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Das war unsere x-te Begegnung, die ich mit ihm hatte. Er hatte mich in einem gewissen Maß versetzt, denn er musste noch arbeiten und setzte unser Treffen für später an. Ich saß schon in der Bahn, als ich seine Nachricht gesehen hab, dass es später wird. Er hat sich mehrmals entschuldigt, aber ich verstand es irgendwie nicht ganz. Entschuldigte er sich dafür, dass er mich warten ließ? Oder weil ich schon in der Bahn saß? Ich verstehe es noch immer nicht genau.
Ich war froh ihn zusehen und ich war froh, dass es später wurde. Das Wetter zu dieser Zeit war in aller Altweibersommer-Manier und sehr wechselhaft. Ich wusste nie, was ich anziehen soll. Mal war es eine Jacke, die dünn war, in der ich aber schwitzte, weil sie nicht atmete oder eine Regenjacke an einem sonnigen Tag, in der ich aber ganz gut gegen potenzielle Kälte geschützt war, am Ende war mir trotzdem Kalt. Während ich meinen Arm, der teils eingehüllt war in Decke und Regenjackenstoff, auf dem Tisch abstütze, um meinen Kopf auf meiner Hand abzulegen, saß ich eingeschmuschelt in einer Decke auf dem Stuhl und tastete sein Gesicht mit meinen Augen ab, während er mir antwortete auf Fragen über die ich simmelierte. Er hätte mich gerne, egal auf welcher Art und Weise, in seinem Leben. Ich nippte an meinem Milchkaffee und musste berührt lächeln.
An dem Tag war aber meine Wahl perfekt. Mir war zu keinem Zeitpunkt zu warm oder zu kalt. Ihm war kalt. Er saß mir, eingemuschelt in einer Decke, gegenüber. Ich hätte gerne neben ihm gesessen und mich an ihn gelehnt. Bei unserem ersten Treffen schenkte er mir ein Buch, ich fragte mich wieso genau dieses Buch. Er hatte es mir geschenkt, weil wir mal darüber geredet haben, ich kann mich aber nicht daran erinnern. Ich hab mich trotzdem gefreut. Immer wenn wir uns sehen, gehen wir meistens essen, ich esse, rede viel dabei, hab dann kein Hunger mehr, esse nie auf, er bezahlt immer. Er ist aufmerksam, gießt erst mir ein, dann sich selbst. Ich mag das sehr an ihm, ich mag ihn. Ich hab schon wieder die Käsespätzle nicht aufgegessen, hab’s mir einpacken lassen. Während wir aßen, hat er mit Kollegen telefoniert. Fast hätte er los gemusst, hätte arbeiten müssen, ich fand’s nicht schlimm aber er hat mich lange und ernst angeguckt als er das sagte. Ich war ok damit, er musste aber nicht gehen, ich war froh darüber. Ich hab nämlich geplant ihn zu küssen, weil ich am nächsten Tag abgereist bin, um mein Studium zu beginnen. Bald werd ich’s abbrechen.
Gerade ist mir wieder kalt. Ich sitze auf einer Bank, in einem durchschnittlichen Park für den man Eintritt bezahlen muss. Der Park ist umgeben von einem breiten Wassergraben. Am anderen Ufer steht schon länger eine Frau, komplett in schwarz gekleidet und mit wasserstoffblonden Haaren, ich beobachte sie. Während ich sie beobachte, bemerkte ich, wie ich die Seiten meines Buch streichle, als wäre es eine Hand. Ich dachte dabei an ihn.
Ich glaube sie sucht ihren Hund aber ich kann keinen Hund sehen. Ich bemerke nur wie eine kleine grüne Spinne auf meiner Hose sitzt, sie hat halt gemacht. Neben mir krabbeln einige Marienkäfer. Ich sehe wie die ominöse Frau Enten und Gänse füttert. Ein Mann fährt auf den Fahrradweg am Ufer, wo auch die Frau steht. Er hat irgendwas zu ihr gerufen, er klang wie eine Krähe. Offenbar kennen sie sich. Mir fällt auf wie ich friere, ich denke die ganze Zeit an ihn. Jetzt kam noch eine Frau dazu, ich blicke nicht mehr durch. Kennen sich die Leute? Die Frau, mit wasserstoffblonden Haaren, wirft der Frau, die gerade dazu gekommen ist, Brot zu, womit sie eine weiße Gans füttert. Sie wendet sich wieder ab von den beiden Leuten, die zu ihr gekommen sind, füttert die Gans weiter, klatscht der Gans zu, als wäre sie ein Hund. Sie geht zu den Leuten, redet mit ihnen. Jetzt füttert die Frau, die dazu gekommen ist, die Enten und Gänse, mit Brot. Die armen Tiere. Auf einmal waren es jetzt vier. Ich will rüber schwimmen und wissen wieso sie so spontan zusammen gekommen sind. Ich hab mein Buch ganz vernachlässigt.
Als ich nachhause lief, sah ich ein Mann auf einem E-Roller mir entgegen kommen. Er sah aus wie ein schlechtes Double von ihm. Kleiner, schmaler, unsicher. Wäre er es bloß gewesen.
Kurz bevor wir uns verabschiedeten, von unserer x-ten Begegnung, wollte ich ihn küssen. Wir saßen auf der Bank an der S-Bahn-Station, warteten auf meine S-Bahn, für neun Minuten. In neun Minuten werde ich ihn geküsst haben. Wir redeten über mein erstes Date mit einem Mann, ich bin damals weggerannt vor Aufregung, ich hab mich nicht getraut. Jetzt werde ich mich aber getraut haben. Wir standen auf, liefen zur Bahn, wir umarmten uns eng und er streichelte meinen Rücken. Eigentlich streichelte er immer meinen Hinterkopf. Ich hatte schon meine Maske auf, er dreht sein Kopf leicht zu mir, als wollte er mir einen Kuss auf die Wange geben. Ich bewegte mein Gesicht zu seinem Gesicht, meine Maske war noch auf, ich bewegte mein Gesicht wieder zurück, nahm sie ab, musste peinlich lachen. Dann setzt ich an zum Kuss.
Kennst du die ersten Sekunden von einem ersten Kuss? Man muss erst ein Gefühl für die Lippen des anderen bekommen, sich anpassen, um die Lippen des anderen zu küssen, danach küsst man sich gut. Bei mir blieb es bei den ersten paar Sekunden, es war unbeholfen, meine Bahn hat mich gehetzt, die Türen schlossen sich als ich in die Bahn steigen wollte. Als ich in der Bahn saß, schämte ich mich, dass ich so unbeholfen war. Ich hab ihm das auch gesagt, er fand es sehr süß. Ich mochte es als sein Bart an meinem Gesicht spüren konnte. Ich mag sein Bart, ich mag ihn. Ich vermisse ihn. Das nächste Mal küsse ich ihn richtig.

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Ribanna
Geschlecht:weiblichKlammeraffe

Alter: 58
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BeitragVerfasst am: 14.10.2021 13:21    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

tut mir Leid, aber ich finde, hieran musst du noch arbeiten. Ganz abgesehen von grammatikalischen Fehlern und mangelnder Interpunktion - der Geschichte fehlt es an Spannung. Da sind so viele Nebensächlichkeiten, die erzählt werden, aber nichts scheint wichtig.

Überleg mal, was genau du ausdrücken willst? Nur die Beschreibung dieses Kusses?

Nicht böse sein, mir gefällt der Text so, wie er ist, nicht.


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Ralphie
Geschlecht:männlichForenonkel

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BeitragVerfasst am: 14.10.2021 13:44    Titel: Antworten mit Zitat

Also, ich fand es gut - wenn du auch nicht verrätst, wer er ist!
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Kojote
Geschlecht:männlichACME Buchstabenfabrikant

Alter: 31
Beiträge: 982
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BeitragVerfasst am: 14.10.2021 14:08    Titel: Re: Noch kein Titel Antworten mit Zitat

Moinsen, Schoele!

Was mir vor allem an deinem Text gefällt: Er ist schön kurz, gerade die Hälfte des empfohlenen Maximums. Gut gemacht. So bekommst du noch eher Kritiken und man wird nicht vom Pensum abgeschreckt.

Ich setze mal meine Kommentare in bunt hinter das, was mir auffällt. Hoffe ich kann dir damit helfen.

schoele hat Folgendes geschrieben:
Das war unsere x-te Begegnung, die ich mit ihm hatte. Unsere Begegnung kann man nicht mit ihm haben. Das ist ein Perspektivenfehler. Er hatte mich in einem gewissen Maß versetzt, denn er musste noch arbeiten und setzte unser Treffen für später an. Ich saß schon in der Bahn, als ich seine Nachricht gesehen hab Zeitfehler!, dass es später wird. Er hat sich mehrmals entschuldigt, aber ich verstand es irgendwie nicht ganz. Entschuldigte er sich dafür, dass er mich warten ließ? Oder weil ich schon in der Bahn saß? Ich verstehe es noch immer nicht genau.
Ich war froh ihn zusehen Autsch! und ich war froh, dass es später wurde. Das klingt sehr ungelenk. Abgesehen davon, wieso bist du froh, ihn zu sehen und gleichzeitig, dass es später wird? Das ergibt doch keinen Sinn. Das Wetter zu dieser Zeit war in aller Altweibersommer-Manier und sehr wechselhaft. Ich wusste nie, was ich anziehen soll sollte. Mal war es eine Jacke, die dünn war, in der ich aber schwitzte, weil sie nicht atmete oder eine Regenjacke Hier beginnst du einen Nebensatz völlig falsch an einem sonnigen Tag, in der ich aber ganz gut gegen potenzielle Kälte geschützt war, am Ende war mir trotzdem Kalt Adjektive werden kleingeschrieben. Insgesamt ist der gesamte Absatz überflüssig. Die Kleidungsbeschreibung tut weder etwas zur Sache, noch hat sie was mit dem Charakter deiner Figur zu tun, noch trägt sie zur Spannung bei. Während ich meinen Arm, der teils eingehüllt war in Decke und Regenjackenstoff, auf dem Tisch abstütze, um meinen Kopf auf meiner Hand abzulegen, saß ich eingeschmuschelt eingewas? in einer Decke auf dem Stuhl und tastete sein Gesicht mit meinen Augen ab, während er mir antwortete auf Fragen über die ich simmelierte. Unter "Simmelieren" verstehe ich das Lesen eines Buches von Johannes Mario Simmel. Meinst du nicht eher "sinnieren"? Er hätte mich gerne, egal auf welcher Art und Weise, in seinem Leben. Ich nippte an meinem Milchkaffee und musste berührt lächeln.


Soweit das detaillierte Feedback. Die zweite Hälfte des Textes übergehe ich, denn die Kritik daran lässt sich einfach pauschal festnageln:

1. Es ist eine pure Aneinanderreihung von Beschreibungen zum Wetter, zur Bekleidung, zum Sitzen im Kaffeehaus. Ich sehe nirgends einen Konflikt. Ohne Konflikt keine Story. Ohne Story keine Kurzgeschichte.
2. Du benutzt zu viele schwache Adjektive und unnötige Füllwörter.
3. Du solltest noch an Rechtschreibung und Grammatik feilen.

Soweit meine Kommentare. Bei Fragen einfach fragen.


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"To be, or not to be." (William Shakespeare)
"Doobedoobedoo." (Frank Sinatra)
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Elisa
Leseratte


Beiträge: 114



BeitragVerfasst am: 14.10.2021 14:57    Titel: Re: Noch kein Titel Antworten mit Zitat

Hallo Schoele,

danke für deinen Einstands-Text, den ich gerne gelesen habe.
Etwas anstrengend beim Lesen sind die vielen Fehler (Rechtschreibung, Kommas, falsche Zeiten usw.), die du noch verbessern kannst.
Ich finde, der Text eignet sich sehr gut als "Arbeitsgrundlage" zum Üben, und ich fände es toll, würdest du daran arbeiten und eine verbesserte Version mit uns teilen.
Vielleicht fällt dir auch noch ein "Konflikt" ein, der deine Geschichte spannender macht. Sie könnten sich z.B. verfehlen, weil die Uhrzeit nicht klar abgemacht war, oder dein Ich-Erzähler hat Angst, dass es das letzte Treffen sein könnte. Dir fällt bestimmt etwas ein!
Ich habe jetzt beispielhaft nur ein paar Stellen rot markiert, aber diese Fehler ziehen sich durch den ganzen Text.

Viele Grüße
Elisa
 
schoele hat Folgendes geschrieben:
Ich war froh Komma ihn zusehen zu sehen Komma und ich war froh, dass es später wurde. Das Wetter zu dieser Zeit war in aller Altweibersommer-Manier und sehr wechselhaft.
(Falscher Ausdruck: Altweibersommer ist eine Phase gleichmäßiger Witterung im Herbst, also stabil und nicht wechselhaft)

Ich wusste nie, was ich anziehen soll sollte. Mal war es eine dünne Jacke, die dünn war, in der ich aber schwitzte, weil sie nicht atmete oder eine Regenjacke an einem sonnigen Tag, in der ich aber ganz gut gegen potenzielle Kälte geschützt war, am Ende war mir trotzdem Kalt. (warum? Vor Aufregung?)
Rot: Der Satz ergibt so keinen Sinn.

Während ich meinen Arm, der teils eingehüllt war in Decke und Regenjackenstoff, auf dem Tisch abstütze, um meinen Kopf auf meiner Hand abzulegen, saß ich eingeschmuschelt (meinst du eingekuschelt?) in einer Decke auf dem Stuhl und tastete sein Gesicht mit meinen Augen ab musterte ihn, während er mir auf Fragen antwortete auf Fragen Komma über die ich simmelierte.
Simmelieren ist Umgangssprache und bedeutet: grübeln, sinnieren, intensiv nachdenken. Ich bin auch darüber gestolpert. Vielleicht ein anderes Wort nehmen?
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schoele
Geschlecht:männlichSchneckenpost

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BeitragVerfasst am: 14.10.2021 17:05    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Viele Dank für das zahlreiche Feedback, ich habs gerade in die Tat umgesetzt und werde gleich eine verbesserte Version hochladen smile
Zum Wort simmelieren: wunderbar, dass jemand die Bedeutung herausgefunden hat. Ich hab das Wort im Text gelassen, jedoch an einer Stelle, wo es offensichtlicher ist, was simmelieren bedeutet.
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schoele
Geschlecht:männlichSchneckenpost

Alter: 19
Beiträge: 11
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 14.10.2021 17:26    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Das war die x-te Begegnung, die ich mit ihm hatte. Er hatte mich in einem gewissen Maß versetzt, denn er musste noch arbeiten und setzte unser Treffen für später an.
Ich saß schon in der Bahn, als ich seine Nachricht gesehen hab, dass es später wird. Er hat sich mehrmals entschuldigt aber ich war einfach froh, ihn zu sehen. Ich war auch froh, dass es später wurde, denn mir war Gewiss, dass es kalt sein wird. Das Wetter zu dieser Zeit war in aller Altweibersommer-Manier aber manchmal war es trotzdem unvorhersehbar kalt.
Ich wusste nie, was ich anziehen sollte. Mal war es eine dünne Jacke, in der ich aber schwitzte, weil sie nicht atmete oder ich trug eine Regenjacke an einem sonnigen Tag, in der ich aber ganz gut gegen potenzielle Kälte geschützt gewesen wäre. Am Ende war das Wetter und mir kalt.
An dem Regenjackentag war ich unsicher, ich hab mir den Kopf zerbrochen, habe viel simmeliert. Ich wollte ihn was fragen, ich wollte was wissen, ich wollte mich einordnen und ihn einordnen. Ich musste mich auf der Bahnfahrt an eine Aussage aus dem Heptameron erinnern: „Was ist besser? Reden oder sterben?“. Ich wollte nicht sterben, zumindest nicht so.
Wir trafen uns, aßen etwas, redeten über seine Reisen. Danach wollte er noch in ein Café, ich wusste nicht, wann ich es ansprechen soll, ob ich mich überhaupt trauen werde. Während ich meinen Arm, an dem sich die Decke wie eine Schlange umwickelte, die um meinen Schultern hing, auf dem Tisch abstütze, lag mein Kopf auf meiner Hand. Dabei musterte ich sein Gesicht, so gründlich und genau wie ein Blinder, der das Gesicht seines Gegenübers abtastet, als ob ich es vergessen könnte. Vielleicht war ich blind, oder bin es noch immer.
Mag er mich? Was sind seine Absichten? Will er mich, egal in welcher Hinsicht? Ich fragte ihn. Er antwortete: er hätte mich gerne, egal auf welcher Art und Weise, in seinem Leben. Ich nippte an meinem Milchkaffee und musste schüchtern und berührt lächeln. An dem Tag streichelte er auch meinen Hinterkopf, als wir uns verabschiedeten. Vielleicht hab ich mich erschrocken dabei, aber ich mochte es sehr.
An dem Tag war aber meine Wahl perfekt. Mir war zu keinem Zeitpunkt zu warm oder zu kalt, ich hatte ein Gefühl der Sicherheit. Ihm war kalt. Er saß mir, eingekuschelt in einer Decke, gegenüber. Ich hätte gerne neben ihm gesessen und mich an ihn gelehnt.
Bei unserem ersten Treffen schenkte er mir ein Buch, ich fragte mich wieso genau dieses Buch. Er hatte es mir geschenkt, weil wir mal darüber geredet haben, ich kann mich aber nicht daran erinnern. Ich hab mich trotzdem gefreut. Ich hab mich schwer getan bei der Entscheidung, welches Buch ich ihm schenken sollte. Es wurde "Was ich sonst noch verpasst habe" von Lucia Berlin.
Wenn wir uns sehen, gehen wir meistens essen. Ich esse, rede viel dabei, hab dann kein Hunger mehr, esse nie auf, er bezahlt immer. Er ist aufmerksam, gießt erst mir ein, dann sich selbst. Ich mag das sehr an ihm, ich mag ihn.
Ich hab schon wieder mein Essen nicht gegessen, die Käsespätzle hab ich mir einpacken lassen. Während wir aßen, hat er mit Kollegen telefoniert. Fast hätte er los gemusst, hätte arbeiten müssen, ich fand’s nicht schlimm aber er hat mich lange und ernst angeguckt, als er das sagte. Ich war ok damit, dass er gehen musste, wenigstens hab ich ihn kurz gesehen. Er musste aber nicht gehen, ich war froh darüber. Ich hab nämlich geplant ihn zu küssen, weil ich am nächsten Tag abgereist bin, um mein Studium zu beginnen. Bald werde ich’s abbrechen.
Gerade ist mir wieder kalt. Ich fühle mich unsicher. Ich sitze auf einer Bank, in einem durchschnittlichen Park, genauso durchschnittlich wie die Stadt in der ich gerade bin, für den man Eintritt bezahlen muss. Der Park ist umgeben von einem breiten Wassergraben. Am anderen Ufer steht schon länger eine Frau, komplett in schwarz gekleidet mit Lederjacke und mit langen wasserstoffblonden Haaren, ich beobachte sie. Während ich sie beobachte, bemerkte ich, wie ich die Seiten meines Buches streichle, als wäre es eine Hand oder ein Gesicht. Ich dachte dabei an ihn. Ist er noch da, wenn ich wiederkomme? In ein paar Monaten oder in sechs Jahren?
Ich glaube sie sucht ihren Hund aber ich kann keinen Hund sehen. Ich bemerke nur wie eine kleine grüne Spinne auf meiner Hose sitzt, sie hat halt gemacht. Neben mir krabbeln einige Marienkäfer. Ich sehe wie die ominöse Frau Enten und Gänse füttert. Ein Mann fährt auf den Fahrradweg am Ufer, wo auch die Frau steht. Er hat irgendwas zu ihr gerufen, er klang wie eine Krähe. Offenbar kennen sie sich. Mir fällt auf wie ich friere, ich denke die ganze Zeit an ihn.
Jetzt kam noch eine Frau dazu, ich blicke nicht mehr durch. Kennen sich die Leute? Die Frau, mit wasserstoffblonden Haaren, wirft der Frau, die gerade dazu gekommen ist, Brot zu, womit sie eine weiße Gans füttert. Sie wendet sich wieder ab von den beiden Leuten, die zu ihr gekommen sind, füttert die Gans weiter, klatscht der Gans zu, als wäre sie ein Hund. Sie geht zu den Leuten, redet mit ihnen. Jetzt füttert die Frau, die dazu gekommen ist, die Enten und Gänse, mit Brot. Die armen Tiere. Auf einmal waren es jetzt vier. Ich will rüber schwimmen und wissen wieso sie so spontan zusammen gekommen sind. Ich hab mein Buch ganz vernachlässigt. Ich las "Was wirst du tun, wenn du gehst?" von Lucia Berlin.
Als ich nachhause lief, sah ich ein Mann auf einem E-Roller mir entgegenkommen. Er sah aus wie ein schlechtes Double von ihm. Kleiner, schmaler, unsicher. Das Gesicht stimmte aber. Wäre er es bloß gewesen.
Kurz bevor wir uns verabschiedeten, von unserer x-ten Begegnung, wollte ich ihn küssen. Wir saßen auf der Bank an der S-Bahn-Station, warteten auf meine S-Bahn, für neun Minuten. In neun Minuten werde ich ihn geküsst haben. Wir redeten über mein erstes Date mit einem Mann, ich bin damals weggerannt vor Aufregung, ich hab mich nicht getraut. Jetzt werde ich mich aber getraut haben. Wir standen auf, liefen zur Bahn, wir umarmten uns eng und er streichelte meinen Rücken. Eigentlich streichelte er immer meinen Hinterkopf. Ich hatte schon meine Maske auf, er dreht sein Kopf leicht zu mir, als wollte er mir einen Kuss auf die Wange geben. Ich bewegte mein Gesicht zu ihm, meine Maske war noch auf, ich bewegte mein Gesicht wieder zurück, nahm sie ab, musste peinlich lachen. Dann setzt ich an zum Kuss. Kennst du die ersten Sekunden von einem ersten Kuss? Man muss erst ein Gefühl für die Lippen des anderen bekommen, sich anpassen, um die Lippen des anderen zu küssen, danach küsst man sich gut, denke ich zumindest. Bei mir blieb es bei den ersten paar Sekunden, es war unbeholfen.
Als ich in der Bahn saß, schämte ich mich, dass ich so unbeholfen war. Ich mochte es als sein Bart an meinem Gesicht gerieben hat. Ich mag sein Bart, ich mag ihn. Ich es vermisse ihn zu sehen, mit ihm zu reden, sein Gesicht und seine Stimme. Wenn wir uns irgendwann wiedersehen, küsse ich ihn richtig.
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RAc
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BeitragVerfasst am: 14.10.2021 18:12    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo schoele.

das erste, was (unangenehm) auffällt, sind die z.T. extrem langen Schachtelsätze - im Zusammenhang mit der scheinbar willkürlichen Zeichensetzung (die Stellen der falsch gesetzten und der fehlenden Kommata) ist das f+r mich ein ziemlicher Abtörner.

Dann Sätze wie dieser hier:

"Ich sitze auf einer Bank, in einem durchschnittlichen Park, genauso durchschnittlich wie die Stadt in der ich gerade bin, für den man Eintritt bezahlen muss."

Den muss man erst ein paar Mal lesen, und die beabsichtigte Struktur dahinter zu verstehen und die Satzteile im Kopf in die richtige Ordnung zu bringen.

wenn man vom nsprachlichen absieht: Ich stimme mit meinen Vorschreibern darin überein, dass hier der "Spannungsbogen" sehr sehr flach ist. Das kann man machen, z.B. um abzubilden, wie wichtig und schillernd "er" und wie unbedeutend und grau die Stadt dagegen deinem Erzähler sind, aber das müßte m.M. nach sprachlich viel besser umgesetzt werden. Ich glaube, dass ich weiß, was Du ausdrücken willst: Dein Erzähler fühlt sich mit "ihm" lebendig in einer ansonsten toten Welt. Damit ist aber im Prinzip Alles gesagt (außer einer der vielen Handlungsstränge bekommt später noch eine Bedeutung). Die Wortmalerei müßte nun viel intensiver und üppiger sein, um die Ausdehnung dieser einen Aussage auf die gesamte Länge zu rechtfertigen.

Macht das Sinn?
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schoele
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BeitragVerfasst am: 15.10.2021 11:23    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hey RAc,

danke für deine Rückmeldung smile
Es ist schon mal gut, dass rüberkommt, was ich unter anderem Vermitteln will. Ich hab nochmal am Text gearbeitet und versucht mehr Spannung und Unsicherheit reinzubringen, vielleicht ist es mir jetzt besser gelungen. Inzwischen gibt es auch ein Titel, der etwas ulkig ist, aber das soll er sein. Der Titel soll lauten: Der Simmelant. Also jemand, der viel denkt, grübelt. Vielleicht, weil er unsicher ist oder genau das Grübeln macht ihn unsicher.

Weiterhin hab ich etwas an der Sprach gefeilt, ich hoffe genügend gut smile
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schoele
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BeitragVerfasst am: 15.10.2021 11:31    Titel: Der Simmelant pdf-Datei Antworten mit Zitat

Das war die x-te Begegnung, die ich mit ihm hatte. Wir kannten uns schon länger, aber seit kurzem gibt es da was Neues: wir sehen uns und hören uns. Er hatte mich in einem gewissen Maße versetzt, denn er musste noch arbeiten und unser Treffen fand später statt. Es war mein letzter offizieller Tag zuhause und es lag mir am Herzen ihn zu sehen.
Ich saß schon in der Bahn, als ich seine Nachricht gesehen hab, dass es später wird. Er hat sich dafür entschuldigt aber ich war einfach froh, ihn zu sehen. Ich war auch froh, dass es später wurde, denn ich war mir sicher, dass es kalt sein wird. Das Wetter zu dieser Zeit war in aller Altweibersommer-Manier aber manchmal war es trotzdem unvorhersehbar kalt.
Ich wusste nie, was ich anziehen sollte. Mal war es eine dick-dünne Jacke, die mich zum schwitzen brachte, denn sie atmete nicht oder ich trug eine Regenjacke, in der ich ganz gut gegen potenzielle Kälte geschützt gewesen wäre, aber es war ein sonniger Tag, eigentlich sollte es regnen. Am Ende war das Wetter und mir kalt.
An dem Regenjackentag war ich unsicher, ich hab mir den Kopf zerbrochen, habe viel simmeliert. Ich wollte ihn was fragen, ich wollte was wissen, ich wollte mich einordnen und ihn einordnen. Ich musste mich auf der Bahnfahrt an eine Aussage aus dem Heptameron erinnern: „Was ist besser? Reden oder sterben?“. Ich wollte nicht sterben, zumindest nicht so.
Wir trafen uns, aßen etwas, redeten über seine Reisen und mein Studium. Danach wollte er noch in ein Café, ich wusste nicht, wann ich es ansprechen soll, ob ich mich überhaupt trauen werde. Mag er mich? Was sind seine Absichten? Will er mich, egal in welcher Hinsicht? Ich fragte ihn. Er antwortete. Ich lauschte ihm.
Mir war kalt, aber zum Glück lag eine Decke auf meiner Lehne und wickelte sie um mich. Ich stütze meinen Arm auf dem Tisch und mein Kopf auf meinem Arm. Dabei tastete ich sein Gesicht mit meinen Augen ab, so gründlich, wie ein Blinder es mit den Fingern tut, als ob ich es vergessen könnte. Gerade fällt es mir schwer mich an sein Gesicht zu erinnern. Inzwischen aber liest seine Stimme seine Nachrichten in meinem Kopf.
Nachdem ich ihn zuhörte, nippte ich an meinem Milchkaffee und musste unbeholfen und berührt lächeln. Ich war erleichtert. An dem Tag streichelte er auch meinen Hinterkopf, als wir uns verabschiedeten. Vielleicht hab ich mich erschrocken dabei, aber ich mochte es sehr. Berührungen sind etwas komisches für mich, sie fühlen sich deplatziert an, eigentlich. Seine Berührungen aber mochte ich, sie hatten etwas festes, ruhiges und behagliches. Er wusste, dass ich da komisch bin.
An meinem letzten Tag war aber meine Jacken-Wahl perfekt. Mir war zu keinem Zeitpunkt zu warm oder zu kalt, es war angenehm. Ihm war kalt. Er saß mir, eingekuschelt in einer Decke, gegenüber. Ich hätte gerne neben ihm gesessen und mich an ihn gelehnt.
Bei unserem ersten Treffen schenkte er mir ein Buch, ich fragte mich wieso genau dieses Buch. Er hatte es mir geschenkt, weil wir mal darüber geredet haben, ich kann mich aber nicht daran erinnern. Ich hab mich trotzdem gefreut. Ich hab mich schwer getan bei der Entscheidung, welches Buch ich ihm schenken sollte. Es wurde "Was ich sonst noch verpasst habe" von Lucia Berlin. Ich schenkte es ihm an meinem letzten Tag.
Wenn wir uns sehen, gehen wir meistens essen. Ich esse, rede viel dabei, hab dann kein Hunger mehr, esse nie auf, dabei bezahlt er immer. Er ist aufmerksam, gießt erst mir ein, dann sich selbst, nimmt mir meine Jacke ab. Ich mag das sehr an ihm, ich mag ihn.
Ich hab schon wieder mein Essen nicht gegessen, die Käsespätzle hab ich mir einpacken lassen. Während wir aßen, wurde er von Kollegen angerufen. Fast hätte er los gemusst, hätte arbeiten müssen. Ich fand’s nicht schlimm aber er hat mich lange und ernst angeguckt, als er das sagte. Ich war ok damit, dass er gehen musste, wenigstens hab ich ihn kurz gesehen. Schließlich musste  er nicht gehen, ich war irgendwie erleichtert. Ich plante ihn zu küssen, weil ich am nächsten Tag abgereist  seien werde, um mein Studium zu beginnen. Bald werde ich’s abbrechen. Die Leute im Vorlesungssaal öden mich an, so wie die meisten Leute das tun. Sie sehen sogar alle gleich aus, wenn man nicht genau hinschaut.
Gerade ist mir wieder kalt. Ich fühle mich unsicher, ich zerbreche mir schon wieder den Kopf. Eigentlich wollte ich lesen. Ich frag mich, ob ich zu viel bin, ob ich mir zu viel erhoffe, ob ich überhaupt hoffen sollte. Das, was ich mir erhoffe, ist ihn in meinem Leben zu haben, egal auf welcher Art und Weise. Könnte man das zu viel nennen? Denke ich zu viel? Irgendwie fühle ich Scham in mir. Sobald ich ihn sehe, ist dieser Haufen Scham und Unsicherheit verschwunden. Die Fragen kommen aber immer wieder, egal ob sie schon beantwortet wurden oder nicht.
Ich sitze auf einer Bank, in einem durchschnittlichen Park, genauso durchschnittlich wie die Stadt in der ich gerade bin. Der Park ist umgeben von einem breiten Wassergraben. Am anderen Ufer steht schon länger eine Frau, komplett in schwarz gekleidet mit Lederjacke und mit langen wasserstoffblonden Haaren, ich beobachte sie. Während ich sie beobachte, bemerkte ich, wie ich die Seiten meines Buches streichle, als wäre es eine Hand oder ein Gesicht. Ich dachte dabei an ihn. Ist er noch da, wenn ich wiederkomme? In ein paar Monaten oder in sechs Jahren?
Ich glaube sie sucht ihren Hund aber ich kann keinen Hund sehen. Ich blicke kurz hinunter und bemerke nur wie eine kleine grüne Spinne auf meiner Hose sitzt, sie hat halt gemacht. Neben mir krabbeln einige Marienkäfer. Ich sehe wie die ominöse Frau Enten und Gänse füttert. Ein Mann fährt auf den Fahrradweg am Ufer, wo auch die Frau steht. Er hat irgendwas zu ihr gerufen, er klang wie eine Krähe. Offenbar kennen sie sich. Mir fällt wieder auf wie ich friere, ich denke wieder an ihn.
Jetzt kam noch eine Frau dazu, ich blicke nicht mehr durch. Kennen sich die Leute? Die Frau, mit wasserstoffblonden Haaren, wirft der Frau, die gerade dazu gekommen ist, Brot zu, womit sie noch gerade eine weiße Gans fütterte. Sie wendet sich wieder ab von den beiden Leuten, die zu ihr gekommen sind, füttert die Gans weiter, klatscht der Gans zu, als wäre sie ein Hund. Sie geht zu den Leuten, redet mit ihnen. Jetzt füttert die Frau, die dazu gekommen ist, die Enten und Gänse mit Brot. Die armen Tiere. Auf einmal waren es jetzt vier. Ich will rüber schwimmen und wissen wieso sie so spontan zusammen gekommen sind. Jeder kam aus einer anderen Richtung und jetzt saßen sie gemeinsam am Ufer und ich alleine auf der anderen Seite, auf einer Bank, unter einer großen Allee. Ich hab mein Buch ganz vernachlässigt, hab ganz vergessen, wo ich war, habe kurz nicht gedacht. Ich las "Was wirst du tun, wenn du gehst?" von Lucia Berlin.
Als ich nachhause lief, sah ich ein Mann mit Brille auf einem E-Roller mir entgegenkommen. Er sah aus wie ein schlechtes Double von ihm. Kleiner, schmaler, unsicher. Das Gesicht ähnelte ihm. Wäre er es bloß gewesen.
Kurz bevor wir uns verabschiedeten, von unserer x-ten Begegnung, wollte ich ihn küssen. Wir saßen auf der Bank an der S-Bahn-Station, warteten auf meine S-Bahn, für neun Minuten. In neun Minuten werde ich wissen, ob ich mich getraut hab.
Wir redeten über mein erstes Date mit einem Mann, ich bin damals weggerannt vor Aufregung, ich hab mich nicht getraut. Jetzt werde ich mich aber getraut haben. Wir standen auf, liefen zur Bahn, die gerade einfuhr. Wir standen kurz da und umarmten uns dann eng und fest. Ich konnte seine Hände ganz genau spüren. Eigentlich streichelte er immer meinen Hinterkopf, ich habe es gemisst. Ich hatte schon meine Maske auf, er dreht sein Kopf leicht zu mir, als wollte er mir einen Kuss auf die Wange geben, ich spürte schon seinen Bart an meiner Wange. Ich bewegte mein Gesicht zu ihm, meine Maske war noch auf, ich bewegte mein Gesicht wieder zurück und ich nahm sie ab, schmunzelte peinlich berührt - wenige Augenblick später, musste ich zu meiner Bahn rennen, sie stand schon da und hat auf mich gewartet. Die Türen waren gerade dabei sich zu schließen, aber ich schaffte es noch.
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BeitragVerfasst am: 15.10.2021 16:54    Titel: Antworten mit Zitat

Da liegt noch ein Haufen Arbeit an.

Auf fällt mir dieser Satz, der überhaupt keinen Sinn ergibt: Mir war kalt, aber zum Glück lag eine Decke auf meiner Lehne und wickelte sie um mich.
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Elisa
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BeitragVerfasst am: 16.10.2021 11:32    Titel: Re: Der Simmelant Antworten mit Zitat

Hallo Schoele,

schön, dass du an deinem Text weiterarbeitest.
Ich habe die neue Version noch nicht ganz gelesen, weil mir heute die Zeit dazu fehlt, aber ich wollt dir doch ein kurzes Feedback dalassen.

Bei vielen deiner Sätze muss ich überlegen, was du eigentlich damit ausdrücken möchtest. Du solltest versuchen, sie klarer zu formulieren
(siehe Beispiel blauer Text unten).

Viele Grüße
Elisa
schoele hat Folgendes geschrieben:
Das war die x-te Begegnung, die ich mit ihm hatte. Wir kannten uns schon länger, aber seit kurzem gibt es da was Neues: wir sehen uns und hören uns.
Habe ich den Satz richtig verstanden? Ich formuliere mal um:
Wir kannten uns schon länger vom Sehen, aber seit kurzem gab es da etwas Neues: Wir verabredeten uns.


Er hatte mich in einem gewissen Maße versetzt, denn er musste noch arbeiten und unser Treffen fand später statt. Es war mein letzter offizieller Tag zuhause und es lag mir am Herzen ihn zu sehen.
Vorschlag:
An diesem Nachmittag hatte er mich versetzt. Ich saß schon in der Bahn, als ich  seine Nachricht sah. Er musste länger arbeiten, und deshalb fand unser Treffen später statt. Da es mein letzter Tag in der Stadt war, lag es mir am Herzen, ihn zu sehen.


Ich saß schon in der Bahn, als ich seine Nachricht gesehen hab, dass es später wird. Er hat sich dafür entschuldigt aber ich war einfach froh, ihn zu sehen. Ich war auch froh, dass es später wurde, denn ich war mir sicher, dass es kalt sein wird (Dieser Satz ergibt keinen Sinn. Warum ist man froh, dass es kalt sein wird?)
Das Wetter zu dieser Zeit war in aller Altweibersommer-Manier aber manchmal war es trotzdem unvorhersehbar kalt.
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schoele
Geschlecht:männlichSchneckenpost

Alter: 19
Beiträge: 11
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 17.10.2021 14:16    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hey Elisa,

vielen Dank für deine Rückmeldung smile
Zur ersten Anmerkung: ich hab’s extra so formuliert, so dass man sich fragt „Woher kennen sie sich?“, vielleicht aus dem Internet oder so ;0

Zur zweiten Anmerkung: das hab ich inzwischen besser formuliert.

Zur dritten Anmerkung: die Aussage macht Sinn in den folgenden Zeilen, aufgrund des Jackendilemmas. Immer zieht der Ich-Erzähler eine falsche oder unzureichende Jacke an, weil das wetter eben so wechselhaft ist.

Ich hoffe auf weiteres Feedback von dir, ich würde mich sehr darüber freuen.
Viele Grüße smile
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Elisa
Leseratte


Beiträge: 114



BeitragVerfasst am: 19.10.2021 10:15    Titel: Re: Der Simmelant Antworten mit Zitat

Hallo Schoele,

ich habe noch ein paar Stellen rot angemerkt, ich hoffe, es hilft dir.

Die Geschichte ist ein bisschen durcheinander:
1. Es gibt ein Treffen am Regenjackentag (xte-Begegnung)
2. Ein letztes Treffen vor der Abreise
3. Zuletzt, aus der Ferne, die Erinnerung an IHN
Das könntest du besser herausarbeiten, damit es leichter verständlich wird, wann, was passiert. Es reicht ja schon der Hinweis: Bei unserem letzten Treffen vor meinem Weggehen / Vier Wochen später saß ich auf einer Bank im Park ... oder so ähnlich. Und neuer Absatz.

Zusätzlich zum Schreiben (+ viel Lesen) sind Schreibratgeber nützlich, um sich das "Schreib-Handwerk" anzueignen, aber vielleicht machst du das ja schon.
Mir hilft es  immer wieder, in meiner "Schreib-Bibel" zu blättern.

Viele Grüße
Elisa
schoele hat Folgendes geschrieben:
An dem Regenjackentag war ich unsicher, ich hab mir den Kopf zerbrochen, habe viel simmeliert.
Es gibt 3 Vergangenheitsformen und du springst oft hin und her. Ich würde versuchen, beim Präteritum zu bleiben. Also:
An dem Regenjackentag war ich unsicher, zerbrach mir den Kopf, simmelierte viel.

Ich wollte ihn was etwas fragen, ich wollte was eine Menge wissen, ich wollte mich einordnen - und ihn einordnen. Ich musste mich auf der Bahnfahrt an eine Aussage aus dem Heptameron erinnern: „Was ist besser? Reden oder sterben?“. Punkt weg Ich wollte nicht sterben, zumindest nicht so.
Wir trafen uns, aßen etwas, redeten über seine Reisen und mein Studium. Danach wollte er noch in ein Café, Punkt ich Ich wusste nicht, wann ich es ansprechen soll sollte, und ob ich mich überhaupt trauen werde. würde.
Mag er mich? Was sind seine Absichten? Will er mich, egal in welcher Hinsicht? (Falsche Zeit)
Besser: Was waren seine Absichten? Mochte er mich? Wollte er mich, und wenn ja, in welcher Hinsicht?
Ich fragte ihn. Er antwortete.
Ich lauschte ihm. [color=red]seinen Worten
[/color] Oder: Ich hörte ruhig zu.
Mir war kalt, aber zum Glück lag eine Decke auf meiner Lehne und ich wickelte sie um mich.
Vorschlag: Mir war kalt, aber zum Glück lag eine Decke auf meiner Lehne. Ich wickelte mich fest darin ein.
Ich stütze meinen Arm auf dem den Tisch und mein meinen Kopf auf meinem Arm darauf.
Der Satz klingt komisch: Man stützt den Kopf mit der Hand. Oder den Ellenbogen auf den Tisch, oder?
Also: Ich legte meinen Arm auf den Tisch und ....
  
Dabei tastete ich sein Gesicht mit meinen Augen ab, so gründlich, wie ein Blinder es mit den Fingern tut, (Das gefällt mir !) als ob ich es vergessen könnte.

Gerade fällt es mir schwer mich an sein Gesicht zu erinnern. Inzwischen aber liest seine Stimme seine Nachrichten in meinem Kopf.
Das passt nicht an dieser Stelle, oder? Noch sitzen sie ja beieinander.

Nachdem ich ihn zuhörte, ihm zugehört hatte, nippte ich an meinem Milchkaffee Punkt. Ich war erleichtert und lächelte. Oder: Ich lächelte, erleichtert und froh.
und musste unbeholfen und berührt lächeln. Ich war erleichtert. An dem Tag streichelte er auch meinen Hinterkopf, als wir uns verabschiedeten. Vielleicht habe ich mich erschrocken dabei, aber ich mochte es sehr.
Zuerst erschrak ich, aber ich mochte es sehr.
Berührungen sind waren etwas komisches für mich, oft sie fühlten sie sich deplatziert an, eigentlich. Seine Berührungen aber mochte ich, sie hatten etwas festes, ruhiges und behagliches. Er wusste, dass ich da komisch bin. war.
Absatz
Hier deutlicher machen: Es ist das letzte Treffen vor der Abreise:
An meinem letzten Tag Am letzten Tag vor meiner Abreise / Zu unserem letzten Treffen war aber meine Jacken-Wahl perfekt. Mir war Zu keinem Zeitpunkt war mir zu warm oder zu kalt, es war angenehm (oder: genau richtig). Dieses Mal war ihm jedoch kalt. Ihm war kalt.Er saß mir gegenüber, eingekuschelt in einer eine Decke, gegenüber. Ich hätte gerne neben ihm gesessen und mich an ihn gelehnt.
Jetzt kommt eine andere Vergangenheitsform: "Vor-Vergangenheit".
Bei unserem ersten Treffen schenkte er mir ein Buch hatte er mir ein Buch geschenkt, und ich hatte ihn gefragt, wieso gerade dieses Buch., ich fragte mich wieso genau dieses Buch. Wir hätten einmal darüber geredet, hatte er gesagt, aber ich konnte mich nicht mehr daran erinnern.

Er hatte es mir geschenkt, weil wir mal einmal darüber geredet haben  sprachen, ich kann konnte mich aber nicht mehr daran erinnern. Ich hab hatte mich trotzdem gefreut. Danach wollte ich ihm auch ein Buch schenken.
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