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schoele
Geschlecht:männlichSchneckenpost

Alter: 18
Beiträge: 5
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 18.06.2020 21:37    Titel: Das Etwas eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Die S-Bahntür öffnete sich automatisch, ich ging hinein und Carmèn folgte mir. Die Tür schloss sich wieder, ich lehnte mich ans Fenster und blickte hinaus, wie ich es immer tat, egal womit und wohin ich fuhr. Meistens hatte ich ein Buch dabei, wenn ich längere Fahrten antreten musste aber ich las sie nie, weil ich lieber aus dem Fenster schaute. Meine Augen nahmen die ganze Umgebung auf, die Eindrücke füllten mich und ich hab mich eine Zeit lang nicht mehr gespürt.
Carmèn redete mit mir, ihre Worte waren wie ein Lied, was mich umtanzte, nicht zu mir gelangte, und aus einer fremden Sprache kam. Ich wand mein Blick vom Fenster ab, schaute sie an, in ihre braunen Augen mit grünen Punkten, gerahmt von vollen Wimpern. Ich verstand nichts von dem, was sie sagte, und gab ein „Aha“ oder „Ok“ von mir in periodischen Abständen. Sie wusste, dass ich keine Lust hatte mit ihr zu reden aber sie besäuselte mich unbeirrt weiter mit ihrem Lied aus einer anderen Sprache, zu der ich keinen Zugang hatte.
Wir kamen an der Endstation an, verließen die S-Bahn, liefen den Bahnsteig hinunter. Beim Verabschieden huschte mir ein schnelles „HDGDL“ über die lächelnden Lippen, welche weiße gerade Zähne hervorbrachten, ein liebevoller Blick kam von Carmèn zurück, dann ging sie zu ihrem Bus, der unten auf sie wartete, wie eine Mutter mit Essen auf ihr Kind wartet. Meine Augen folgten ihr bis sie den Bus erreichte, einstieg und einen Platz einnahm. Ein Winken aus dem Bus erreichte mich, am Handgelenk winkte mir ein goldenes Bettelarmband zu.
Ich lief los, ich fühlte mich träge und schwitzte. Ich wollte nur noch nachhause. Musik lief auf meinen Ohren, „Leash Called Love“ von The Sugarcubes.

Ich ging die Treppen hoch, mir fiel es sehr schwer. Noch erschöpfter als vorher, erreichte ich die Tür und schloss sie auf. Keiner war da, sie war nicht da. Ich ging hinein und schloss die Tür zu und ließ den Schlüssel stecken. Ich trat meine Schuhe ab und ging schnurstracks in mein Zimmer. Beim vorbeigehen warf ich ein kurzen Blick in die Küche; auf dem Herd stand Essen. Ich hatte keinen Hunger.
Angekommen in meinem Zimmer, fielen meine Klamotten und meine Fassade zu Boden. Ich blickte kurz meinen schwitzenden dünnen Körper hinab, nur noch bekleidet von einer Unterhose. Ich schaute mich in meinem Zimmer um, sah viele Bücher, nur von mir gelesen, und zog meinen Bademantel an. Auf meinem Schreibtisch lag ein Buch von Sylvia Plath, was ich zum zweiten Mal las. Ich warf mich auf mein Bett, ungemacht und mit weißer frischer Leinenbettwäsche bezogen. Mir fiel auf, dass ich alleine mit mir selbst bin und dem kleinem Etwas in mir. Eine Schwere zog mich ins Bett, ich schlief ein.

Ich wachte auf, vergaß was ich träumte. Mir war so, als ob ich nasse Sachen trug, die mich runterzogen. Ich versuchte sie abzustreifen, war dann nackt aber das Gefühl blieb. Ich ging zum Bad.
Ich blickte in den Spiegel und sah meine Brust an. Das Auge, eingerahmt von Rosen, starrte alles an außer mich.
Ich ging in die hintere Ecke des Bades, wo die Dusche war.
Ich stieg hinein, hob das eine Bein, das andere folgte. Meine Hand öffnete den Hahn, es lief und schloss die Tür. Ich fühlte mich wohl, so allein in der dunklen Ecke, als sei ich wieder in der Geborgenheit meiner Mutter. Unberührt wie eine Jungfrau. Ich sehnte mich danach und nach ihr.
Die kleinen Küsse prasselten auf meinen Körper, sie wärmten ihn. Sie umarmten ihn und nahmen bei jeder Berührung etwas vom Gefühl mit. Stück für Stück sammelten sie etwas auf, die Wärme gelang bis zu meiner Haut. Alles löste sich, lief herunter wie dicker, schwarzer Sirup. Der Abfluss fing jeden Tropfen auf, trank genüsslich. Das Gefühl war trotzdem da, es war eigentlich in mir. Ich wartete in der Hoffnung, dass ich mich auflöse. Ich wartete in der Hoffnung, dass ich und das Gefühl vom Abfluss verschlungen werden und wir für eine Zeit verdünnisiert sind; ich komme wieder und werde zu mir, das Gefühl bleibt vom Abfluss verschlungen und sie ist auch wieder da.
Die schönen, warmen Berührungen der Wassertropfen herzten mich. Das vertraute aber entfernte Gefühl erreichte mich in der Leibesmitte meiner liebenden Hälfte zu sein. Eingenommen von der Liebe, genährt von der Liebe, alleine mit der Liebe im Schoße meiner Mutter. Es herrscht aber kein Gefühl von ihrer Liebe in mir, ich war gefüllt von Leere und einen Quäntchen von dem Etwas, was zu meiner Mutter gehört. Ich fühlte mich beinahe so rein, als ob ich aus einer Mikwe komme.
Ich trocknete mich in weißer Baumwolle, hüllte mich in weißem Frottee, benutze weiße Creme. Das Auge auf meiner Brust, eingehüllt von Weiß, erblickte mich noch immer nicht. Ich sehnte mich nach seinem Blick, nach seinem wachenden, liebkosenden Blick.

Als sie mich verließ, wie jedes Mal, wenn sie mich verließ, ließ sie etwas zurück, was zu ihr gehörte; Mich, das kleine Etwas, was irgendwann zu mir gehören wird und die Frage, ob sie wiederkommt. Dieses Etwas raubte mir etwas, gab es ihr. Trübsinn wuchs von Zeit zu Zeit in mir, starb dann wieder. Ich machte sie dafür verantwortlich, sie hat mich gebärt, mich genährt und erzogen. Ich trank nur einmal von ihrer Brust, nahm es dort auf und trank nie wieder von ihr. Anscheinend genügte das eine Mal. War es Liebe, die sie mir gab und das Etwas forderte sie von mir wieder ein?
Mir wurde was genommen, was ich immer besitzen sollte, was ich immer wollte aber mir genommen wurde. Ich war immer in Angst gebettet.

Ich lag auf weißem Leinen, schaute an die Decke, Hunger machte sich breit. Ich schlug das Buch auf, suhlte mich auf den Seiten in den Absätzen, Zeilen, Sätzen, Wörtern und in den Buchstaben. Der Hunger wurde gestillt, die Sattheit bereitete sich aus. Goldener Honig füllte mich, genau wie das goldene Licht neben mir den Raum füllte. Umhüllt und gefüllt von Gold. Ich fühlte mich wie ein Schmuckstück. Ich war träge. Der Schlaf übermannte mich, legte seine großen Hände über mich, drückte mich ins Weiß. Ich fiel ins Schwarze.

Mama las mir viel vor, ich las ihr viel vor. Sie gab mir etwas und ich gab ihr etwas; wie eine Symbiose zwischen Algen und Pilze, die eigentlich obligat ist aber nur fakultativ war. Meinen älteren Geschwistern las sie nie vor, nur mir. Vielleicht lag es daran, dass sie sich in mir gesehen hat.
Als sie mir vorlas, nahm ich alles in mir auf, behütete alles wie ein Schatz, den jeder haben und mir wegnehmen wollte.
Ich schaute sie an als sie mir vorlas, liebte sie als sie mir vorlas, da sie mir was Gutes gab, was ich behalten durfte.
Ihre Worte tropften wie süßer Honig auf mich, während ich eingepackt war von den wärmenden Daunen, die mich und meine kalten Füße wärmten. Meine Füße wurden immer eisig vom ganzen Warten auf den kalten Fliesen in meinem alten Zimmer, bevor sie kam, um mir vorzulesen.
Jeder Tropfen vom zuckersüßen Honig rann in meinen Schlund, der geöffnet war, wie der von Küken, wenn sie auf ihre Mutter warteten, die sie fütterte. Ich ließ jeden Tropfen vom köstlichen Honig jeden Winkel meines gierigen Schlundes erkunden. Die Wärme der Daunen, die vorgelesenen Worte, Gespräche, Personen und Welten, die Stimme und der Geruch von Mama luden mich ein für immer zu bleiben. Ihre Worte bezirzten mich, ich fiel in den Schlaf. Ich spürte ihr Lippen auf meiner Stirn, ein „Ich hab dich lieb“ in meinen Ohren. Sie schloss die Tür. Ich wollte bei ihr bleiben und mehr von ihrem Honig, der mir besser bekam als ihre Brust.

Die Sonne ging auf, ergoss sich über den Pflanzen auf dem Fensterbrett. Ihre Strahlen trafen auf ihre Blätter, sie produzierten süßen Zucker, der alsbald wieder weg war.
Sie brach durch den Spalt zwischen den weißen Tücher, umhüllte mich mit ihren Liebkosungen. Mein Körper hatte ihre Wärme aufgenommen und löste ein unmerkliches Gefühl von Seligkeit unter der dicken Schicht schwarzem Etwas aus. Ihre Wärme gesellte sich zu dem Honig, der Melasse wurde. Dunkel, zäh und ein Rückstand von etwas viel Süßerem.
Ich erhob mich aus meinem Bett, was mich bei sich behalten wollte. Mein weißer Bademantel war auf, ich band das Band zu. Meine warmen Füße berührten den harten Teppichboden. Ich ging zur Türe meines Zimmers, wartete. Ich wartete, aber meine Füße wurden nicht kalt.
Meine Hand öffnete die Tür zum Flur, meine Beine setzen sich in Bewegung und hielten den Rest meines Körpers mit aller Kraft vom Boden entfernt. Die Schlafzimmertür war halb offen, das riesige Bett gemacht. Ihre Kissen waren groß und voll, luden einen ein es sich bequem zu machen. Die Lichterketten leuchteten nur noch unbedeutend, die Batterien hätten mal gewechselt werden müssen. Mama hätte das gemacht, wäre sie hier gewesen.
Meine Beine trugen mich weiter den Flur entlang. Ich sah kurz in den Spiegel und sah ein Gespenst, völlig formlos und eine Ansammlung von Nichts, was genau so weiß war wie mein Bademantel.
Ich erreichte das Wohnzimmer, die Tür war offen, genauso wie die Schlafzimmertür. Ich trat nicht hinein, aus der Tür war alles ersichtlich. Die Couch war gemacht, überall lagen Bücher rum und ein Buch, was ich ihr geschenkt hatte. Die Vorhänge waren zu, wie immer, und die Sonne wurde von ihnen zurückgehalten. Ihr Bettdeck, was auf der Couch lag - sie schlief oft auf der Couch, weil es bequemer war für sie - war gemacht und unberührt. Ich ging hinein ins Zimmer, saß mich auf die Couch. Ich sank in ihre Decke, legte mich hin und ein kleines Flüstern ihres Geruches tanzte in meine Nase hinein, gesellte sich zu den Erinnerungen. Trübnis wuchs in mir heran. Ihr Etwas wurde zu meinem Etwas, einem Parasiten, der hungrig nach Liebe ist. Ich wollte mich über ihr ergießen, ihr mein Leid mitteilen, es zu ihrem machen, wie sie ihr Leid zu meinem machte.
Jemand klingelte plötzlich an der Tür.
War sie es?

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Calvin Hobbs
Geschlecht:männlichLeseratte


Beiträge: 179
Wohnort: Deutschland


BeitragVerfasst am: 19.06.2020 18:56    Titel: Re: Das Etwas Antworten mit Zitat

Hallo smile
Für meinen Geschmack sind Rechtschreibung und Grammatik okay und die Idee hinter dem Text erkennbar. Auch findest Du, wenn auch (noch) blasse Bilder.
Meine Kritikpunkte wären z.B. ein nötiges Eindampfen des Textes um ca. 1/3, sowie der Tip, sich den Text laut selbst vorzulesen, um herauszufinden, an welchen Stellen die Erzählerstimme gut funktioniert und wo es hakt.
Hier einige Vorschläge zur Straffung und möglichen Veränderung des Text/Leseflusses:

schoele hat Folgendes geschrieben:
Die S-Bahntür öffnete sich automatisch, ich ging hinein und Carmèn folgte mir. (und ich folgte Carmen.)Die Tür schloss sich wieder, ich lehnte mich ans Fenster und Ans Fenster gelehnt, blickte ich hinaus, wie ich es immer tat, egal womit und wohin ich fuhr. Meistens hatte ich ein Buch dabei, wenn ich längere Fahrten antreten musste aber ich las sie nie, weil ich lieber aus dem Fenster schaute. Diesen Absatz würde ich komplett überarbeiten, da zu viele "ich's" sich auf engstem Raum drängeln.
Meine Augen nahmen die ganze Umgebung auf, die Eindrücke füllten mich und ich hab mich eine Zeit lang nicht mehr gespürt. Welche Eindrücke? Was hast Du gespürt/nicht gespürt?
Carmèn redete mit mir, ihre Worte waren wie ein Lied, was mich umtanzte, nicht zu mir gelangte, und aus einer fremden Sprache kam. Ich wand mein Blick vom Fenster ab, schaute sie an, in ihre braunen Augen mit grünen Punkten, gerahmt von vollen Wimpern. Ich verstand nichts von dem, was sie sagte, und gab ein „Aha“ oder „Ok“ von mir in periodischen Abständen. Sie wusste, dass ich keine Lust hatte mit ihr zu reden Komma aber sie besäuselte mich unbeirrt weiter Komma mit ihrem Lied aus einer anderen Sprache, zu der ich keinen Zugang hatte.
Wir kamen an der Endstation an, verließen die S-Bahn, liefen den Bahnsteig hinunter. Beim Verabschieden (an der Endstation/als wir den Zug verlassen hatten) huschte mir ein schnelles „HDGDL“ über die lächelnden Lippen, welche weiße gerade Zähne hervorbrachten, ein liebevoller Blick kam von Carmèn zurück, dann ging sie zu ihrem Bus, der unten auf sie wartete, wie eine Mutter mit Essen auf ihr Kind wartet. Meine Augen folgten ihr bis sie den Bus erreichte, einstieg und einen Platz einnahm. Ein Winken aus dem Bus erreichte mich, am Handgelenk winkte mir ein goldenes Bettelarmband zu.
Ich lief (rannte/stiefelte/schlich) los, ich fühlte mich träge und schwitzte. (Show don't tell) Ich wollte nur noch nach Hause. Musik lief auf meinen Ohren, „Leash Called Love“ von The Sugarcubes.

Ich ging die Treppen hoch, mir fiel es sehr schwer. (Wieso? Zu alt? Zu krank? 35.Etage?)
Noch erschöpfter als vorher, erreichte ich die (meine) Tür und schloss sie auf. Keiner war da, sie war nicht da. (Wenn Du Carmen meinst, dann natürlich nicht, da sie mit dem Bus woanders hingefahren ist.)
Ich ging hinein und schloss die Tür zu und ließ den Schlüssel stecken. Ich trat meine Schuhe ab und ging schnurstracks in mein Zimmer. Beim vorbeigehen warf ich ein kurzen Blick in die Küche; auf dem Herd stand Essen. (Kochst Du selbst? Wohnst Du bei Mutti? Magie?) Ich hatte keinen Hunger.
Angekommen In meinem Zimmer, fielen meine Klamotten und meine Fassade zu Boden. Ich blickte kurz meinen schwitzenden dünnen Körper hinab, nur noch bekleidet von einer Unterhose. Ich schaute mich in meinem Zimmer um, sah viele Bücher, nur von mir gelesen, und zog meinen Bademantel an. Auf meinem Schreibtisch lag ein Buch von Sylvia Plath, was ich zum zweiten Mal las. Ich warf mich auf mein Bett, ungemacht und mit weißer frischer Leinenbettwäsche bezogen. Mir fiel auf, dass ich alleine mit mir selbst bin und dem kleinem Etwas in mir. (1.Da stimmt etwas mit der Zeit nicht und 2.was ist das kleine Etwas? Bist Du schwanger?)Eine Schwere zog mich ins Bett, ich schlief ein.

Ich wachte auf, vergaß was ich träumte. (Zeit?) Mir war so, als ob ich nasse Sachen trug, die mich runterzogen. Ich versuchte sie abzustreifen, war dann nackt aber das Gefühl blieb. Ich ging zum Bad.
Ich blickte in den Spiegel und sah meine Brust an. Das Auge, eingerahmt von Rosen, starrte alles an Komma außer mich. (Eine Tätowierung?)
Ich ging in die hintere Ecke des Bades, wo die Dusche war.
Ich stieg hinein, hob das eine Bein, das andere folgte. Meine Hand öffnete den Hahn, es (?) lief und schloss die Tür. (Das Wasser fließt und schließt die Tür?) Ich fühlte mich wohl, so allein in der dunklen Ecke, als sei ich wieder in der Geborgenheit meiner Mutter. Unberührt wie eine Jungfrau. Ich sehnte mich danach und nach ihr.
Die kleinen Küsse prasselten auf meinen Körper, sie wärmten ihn (mich). Sie umarmten ihn (mich) und nahmen bei jeder Berührung etwas vom Gefühl (Welchem Gefühl? Wo kommt es her? Wo geht es hin?) mit. Stück für Stück sammelten sie etwas auf, die Wärme gelang bis zu meiner Haut. Alles löste sich, lief herunter wie dicker, schwarzer Sirup. Der Abfluss fing jeden Tropfen auf, trank genüsslich. Das Gefühl (Welches Gefühl?) war trotzdem da, es war eigentlich in mir. Ich wartete in der Hoffnung, dass ich mich auflöse.(Zeit?) Ich wartete in der Hoffnung, dass ich und das Gefühl vom Abfluss verschlungen werden und wir für eine Zeit verdünnisiert (Ich glaube, dass ist der falsche Zusammenhang für dieses Wort) sind; ich komme wieder und werde zu mir, das Gefühl bleibt vom Abfluss verschlungen und sie (Wer ist sie?) ist auch wieder da.
Die schönen, warmen Berührungen der Wassertropfen herzten mich. Das vertraute Komma aber entfernte Gefühl Komma erreichte mich in der Leibesmitte meiner liebenden Hälfte zu sein.(???) Eingenommen von der Liebe, genährt von der Liebe, alleine mit der Liebe im Schoße meiner Mutter. Es herrscht aber kein Gefühl von ihrer Liebe in mir, ich war gefüllt von Leere und einen Quäntchen von dem Etwas, was zu meiner Mutter gehört. Ich fühlte mich beinahe so rein, als ob ich aus einer Mikwe komme. (Zeit? Mikrowelle?)
Ich trocknete mich in weißer Baumwolle, hüllte mich in weißem Frottee, benutze weiße Creme. Das Auge auf meiner Brust, eingehüllt von Weiß, erblickte mich noch immer nicht. Ich sehnte mich nach seinem Blick, nach seinem wachenden, liebkosenden Blick.(Die Wortwiederholungen kann man eines Tages als Stil verkaufen, aber leider können so etwas nur die Allerbesten.)


Wie gesagt, es sind nur Vorschläge smile
MfG


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schoele
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Alter: 18
Beiträge: 5
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 19.06.2020 20:12    Titel: Re: Das Etwas pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Calvin Hobbs,

Vielen Dank für Deine Antwort smile
Einige Sachen, die Du angemerkt hast, kann ich sehr gut nachvollziehen, weshalb du sie angemerkt hast aber andere wiederum nicht.


Zitat:
Beim vorbeigehen warf ich ein kurzen Blick in die Küche; auf dem Herd stand Essen. (Kochst Du selbst? Wohnst Du bei Mutti? Magie?)


Die Frage wird dem Leser später beantwortet. Eigentlich wurde schon ein Hinweis auf die Antwort geliefert, bei der Stelle, als Carmèn in den Bus einstieg: „[...] dann ging sie zu ihrem Bus, der unten auf sie wartete, wie eine Mutter mit Essen auf ihr Kind wartet.“

Zitat:
Ich stieg hinein, hob das eine Bein, das andere folgte. Meine Hand öffnete den Hahn, es [color=red](?) lief und schloss die Tür. (Das Wasser fließt und schließt die Tür?) Ich fühlte mich wohl, so allein in der dunklen Ecke, als sei ich wieder in der Geborgenheit meiner Mutter. Unberührt wie eine Jungfrau. Ich sehnte mich danach und nach ihr.
Die kleinen Küsse prasselten auf meinen Körper, sie wärmten ihn (mich). Sie umarmten ihn (mich) und nahmen bei jeder Berührung etwas vom Gefühl (Welchem Gefühl? Wo kommt es her? Wo geht es hin?) mit.


Der zweite Satz im Zitat, stellt eigentlich eine Anreihung von Sätzen dar, die von Kommas getrennt werden und der Satz nach dem „und“ ist eine Ellipse für „Ich schloss die Tür bzw. Sie (die Hand) schloss die Tür.“
Weiterhin benenne ich die ganze Zeit Körper, Hand etc. als diese und nicht als „ich“, „mich“ usw. da die Hauptfigur sich von ihnen abtrennt; der Körper wird gewärmt und nicht das „Ich“.

Zu dem Gefühl: eine Frage für den Leser smile

Zitat:
Ich [/color]wartete in der Hoffnung, dass ich und das Gefühl vom Abfluss verschlungen werden und wir für eine Zeit verdünnisiert (Ich glaube, dass ist der falsche Zusammenhang für dieses Wort) sind; ich komme wieder und werde zu mir, das Gefühl bleibt vom Abfluss verschlungen und sie (Wer ist sie?) ist auch wieder da.


Wer „sie“ ist, soll ja der Leser eigentlich herausfinden, oder wäre es dort empfehlenswert genauer darauf einzugehen? Bis zum Ende findet ja auch der Leser heraus wer „sie“ ist.

Ich denke, dass ich verdünnisiert richtig verwendet hab, es aber nicht ganz beschreibt, was ich beschreiben wollte. Verdünnisiert bedeutet, laut Duden, sich unauffällig entfernen bzw. sich heimlich davon zu machen.


Zitat:
Ich fühlte mich beinahe so rein, als ob ich aus einer Mikwe komme. (Zeit? Mikrowelle?)


Eine Mikwe ist, laut Wikipedia, im Judentum das Tauchbad, das der Reinigung von ritueller Unreinheit durch Ablution dient.

Generell hab ich den Leser ziemlich viele Fragen offen gelassen, aber ob sie implizit beantwortbar sind, ist nochmal eine andere Sache, die man kritisieren könnte. Eigentlich wird ja bei einer Kurzgeschichte relativ wenig erzählt und der Rest soll sich erdacht werden.

Jedenfalls vielen Dank für dein Feedback. Es wird mir sehr weiterhelfen, wenn ich die Geschichte weiterentwickle und ausarbeite smile

Viele Grüße
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Gast







BeitragVerfasst am: 28.06.2020 05:36    Titel: Re: Das Etwas Antworten mit Zitat

Ein kleines Detail:
Zitat:
Die Frage wird dem Leser später beantwortet. Eigentlich wurde schon ein Hinweis auf die Antwort geliefert, bei der Stelle, als Carmèn in den Bus einstieg: „[...] dann ging sie zu ihrem Bus, der unten auf sie wartete, wie eine Mutter mit Essen auf ihr Kind wartet.“


Persönlich finde ich "wie die Mutter mit Essen auf ihr Kind wartet." als solchen Hinweis besser geeignet. In der Rolle als Analogie ist dabei diese Variante kaum unterscheidbar oder sogar auch da eine Spur besser, weil es näher an die Redewendung kommt.

Zwei zufällig herausgepickte Redewendungen, wo auch anstelle des "eine" das "die" verwendet wird:

wie die Jungfrau zum Kind
wie die Faust aufs Auge
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CIPO86
Geschlecht:weiblichEselsohr

Alter: 34
Beiträge: 219



BeitragVerfasst am: 12.07.2020 19:39    Titel: Antworten mit Zitat

Hast du die Wiederholungen bewusst gesetzt? Also bspw. bei „sie las mir vor, ich las ihr vor...“ und weiter...
Wenn ja, erscheint es mir nicht gänzlich gekonnt.

Zudem fällt mir insb. hier, aber auch im restlichen Texte  auf, dass die Satzstruktur immer sehr ähnlich, also eintönig ist. Auch das mag gewollt seien, wirkt für mich aber nicht gekonnt.

Zitat:
Ich ging die Treppen hoch, mir fiel es sehr schwer. Noch erschöpfter als vorher, erreichte ich die Tür und schloss sie auf. Keiner war da, sie war nicht da. Ich ging hinein und schloss die Tür zu und ließ den Schlüssel stecken. Ich trat meine Schuhe ab und ging schnurstracks in mein Zimmer. Beim vorbeigehen warf ich ein kurzen Blick in die Küche; auf dem Herd stand Essen. Ich hatte keinen Hunger.
Angekommen in meinem Zimmer, fielen meine Klamotten und meine Fassade zu Boden. Ich blickte kurz meinen schwitzenden dünnen Körper hinab, nur noch bekleidet von einer Unterhose. Ich schaute mich in meinem Zimmer um, sah viele Bücher, nur von mir gelesen, und zog meinen Bademantel an. Auf meinem Schreibtisch lag ein Buch von Sylvia Plath, was ich zum zweiten Mal las. Ich warf mich auf mein Bett, ungemacht und mit weißer frischer Leinenbettwäsche bezogen. Mir fiel auf, dass ich alleine mit mir selbst bin und dem kleinem Etwas in mir. Eine Schwere zog mich ins Bett, ich schlief ein.


Den Vorschlägen und meiner Anmerkungen meiner Vorschreiber kann ich mich ansonsten größtenteils anschließen, und ich würde mir an deiner Stelle überlegen sie umzusetzen.
Denn Potenzial hat die Geschichte durchaus, finde ich. Aber sie müsste imho sprachlich noch etwas geschliffen werden.
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