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Sachtext mysteriöse Stollenanlage im Eulengebirge


 

 
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Thomas74
Geschlecht:männlichKlammeraffe

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BeitragVerfasst am: 25.02.2019 21:38    Titel: Sachtext mysteriöse Stollenanlage im Eulengebirge eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Schau mal bitte jemand drüber, ob die Schlüssigkeit des Artikels gegeben ist. Ich schreibe das diesmal auch für ein anderes Magazin. Zur bildlichen Unterstützung kommen noch drei Fotos und ein Lageplan dazu.

"Das Projekt RIESE gehört bis heute zu den mysteriösesten Hinterlassenschaften des Dritten Reiches.
Im schlesischen Eulengebirge/Gory Sowie wurden in den letzten Kriegsmonaten unter riesigem technologischen und personellen Aufwand an mehreren Orten zugleich gigantische Stollensysteme ins Gebirge getrieben. Rund um die Uhr bohrten, meisselten und sprengten Zwangsarbeiter aus dem Konzentrationslager Groß Rosen unter schrecklichsten Arbeitsbedingungen tausende Kubikmeter Gestein aus dem Massiv. Mehrere Tausend starben an den unmenschlichen Lebensbedingungen, durch die schlechte Ernährung, bei Arbeitsunfällen und Epidemien.
Beendet wurden die Arbeiten erst durch das unaufhaltsame Näherrücken der Roten Armee im Frühjahr 1945.
Nach dem fluchtartigen Verlassen der Baustellen blieben mehrere Kilometer unfertiger Stollensysteme, begonnene Betonbauten im Wald und Unmengen an Baumaterialien zurück. Sämtliche Pläne und Bauzeichnungen gelten seit 1945 als verschollen. So gibt es bis heute keine Aufklärung über die augenscheinliche Diskrepanz zwischen dem Personaleinsatz, den angeforderten Baumaterialien und den heute reell vorhandenen Bauleistungen. Schon Albert Speer bemerkte in seinen „Erinnerungen“, dass der Bau in Schlesien mehr Beton verbraucht hätte, als die anderen Führerhauptquartiere zusammen. Allerdings-von einigen Barackenfundamenten und drei, vier ausbetonierten Stollen abgesehen, scheinen diese Betonmassen bis heute spurlos verschwunden zu sein. Umso hartnäckiger halten sich die Gerüchte, die von bisher unentdeckten unterirdischen Anlagen in einem weit fortgeschrittenen Bauzustand sprechen. Von großen Hallen voller Maschinen ist die Rede, von bezugsfertigen, holzgetäfelten Wohnräumen, ja, über geheime Hangare voller Wunderwaffen wird spekuliert.
Die heutigen Museen fördern natürlich diese Mythen, so steht vor der Stollenanlage in Walim, dem früheren Wüstewaltersdorf, der Nachbau einer A4-Rakete, welche natürlich keinen historischen Bezug hat.
Einer der Orte, die die heftigsten Spekulationen auslösten, war bislang die sogenannte Stufe, in polnischen Publikationen als Uskok bezeichnet, in der Anlage Säuferhöhen/Osówka. Hier schien ein Schuttberg einen Durchgang in eine verborgene Etage zu verbergen. Unterstützt wurden die Gerüchte durch einen Schwall von Grubenwasser, welches aus diesem Schuttberg strömte. Jahrelang wiegelten die Museumsbetreiber eine Freilegung der Stelle ab. Zu groß war die Furcht vor einem Wassereinbruch aus einem hypothetischen vollgelaufenen Stollensystem.
Viele Forscher, insbesondere deutsche „Experten“ unterstellten der Museumsleitung Vertuschung, den Vorenthalt von wissenschaftlichen Erkenntnissen, ja, komplette Verschwörungstheorien geisterten durch die Szene. Angebliche Augenzeugen meinten sich zu erinnern, halb konspirative Hobbyforscher wollten riesige Hohlräume detektiert haben. In diesem Winter beschloss man seitens des Museums, die Gerüchte auszuräumen. In mühsamer Handarbeit wurde der Schuttberg abgetragen. Und man fand, zum allgemeinen Erstaunen, nichts. Hinter dem Geröll wartete eine massive Felswand auf die enttäuschten Forscher. Nur einige alte Holzstufen und Klammern längst vergangener Grubenhölzer konnten aus dem Schutt geborgen werden.
Zwar ernüchterte das Ergebnis, aber eine weitere nebulöse Theorie konnte damit durch handfeste Fakten widerlegt werden."

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V.K.B.
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Das bronzene Niemandsland Die lange Johanne in Silber
Goldene Gabel


BeitragVerfasst am: 26.02.2019 02:59    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Allerdings-von einigen Barackenfundamenten und drei, vier ausbetonierten Stollen abgesehen, scheinen diese Betonmassen bis heute spurlos verschwunden zu sein.
Wenn du einen Gedankenstrich setzt (btw, nimm den richtigen, nicht das Minus Zeichen) würde ich aus dem Komma auch einen machen. So etwa:

Allerdings – von einigen Barackenfundamenten und drei, vier ausbetonierten Stollen abgesehen – scheinen diese Betonmassen bis heute spurlos verschwunden zu sein.

Hab ansonsten nichts auszusetzen gefunden. Und – interessantes Thema!

Beste Grüße,
Veith


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Thomas74
Geschlecht:männlichKlammeraffe

Alter: 46
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BeitragVerfasst am: 26.02.2019 06:49    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke!
Stimmt natürlich mit dem Gedankenstrich, da sollte ursprünglich auch einer hin...betriebsblind... Cool
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Catalina
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BeitragVerfasst am: 26.02.2019 09:42    Titel: Antworten mit Zitat

Ich würde die Superlative und die "natürlich"s rausnehmen. Für mich ist es sonst zu reißerisch und wirkt wenig seriös. Aber das ist natürlich Geschmackssache...
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Thomas74
Geschlecht:männlichKlammeraffe

Alter: 46
Beiträge: 673
Wohnort: Annaburg


BeitragVerfasst am: 26.02.2019 11:07    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Die Superlative sind Teil des Stils und beabsichtigt. Es ist keine wissenschaftliche Publikation, sondern eine populärwissenschaftliche Zeitschrift.
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Calvin Tower
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Alter: 35
Beiträge: 138



BeitragVerfasst am: 27.02.2019 12:40    Titel: Re: Sachtext mysteriöse Stollenanlage im Eulengebirge Antworten mit Zitat

Hallo Thomas,

vielen Dank, dass du mich auf dieses Thema aufmerksam gemacht hast. Klingt spannend.

Zum Text:
Thomas74 hat Folgendes geschrieben:


"Das Projekt RIESE gehört bis heute zu den mysteriösesten Hinterlassenschaften des Dritten Reiches.
Im schlesischen Eulengebirge/Gory Sowie wurden in den letzten Kriegsmonaten unter riesigem [enormem] technologischen und personellen Aufwand an mehreren Orten zugleich gigantische Stollensysteme ins Gebirge getrieben. Rund um die Uhr bohrten, meisselten [meißelten] und sprengten Zwangsarbeiter aus dem Konzentrationslager Groß Rosen unter schrecklichsten [ungeheuren] Arbeitsbedingungen tausende Kubikmeter Gestein aus dem Massiv. Mehrere Tausend starben an den unmenschlichen Lebensbedingungen, durch die schlechte Ernährung, bei Arbeitsunfällen und Epidemien.
Beendet wurden die Arbeiten erst durch das unaufhaltsame Näherrücken der Roten Armee im Frühjahr 1945.
Nach dem fluchtartigen Verlassen der Baustellen blieben mehrere Kilometer unfertiger Stollensysteme, begonnene Betonbauten im Wald und Unmengen an Baumaterialien zurück. Sämtliche Pläne und Bauzeichnungen gelten seit 1945 als verschollen. So gibt es bis heute keine Aufklärung über die augenscheinliche Diskrepanz zwischen dem Personaleinsatz, den angeforderten Baumaterialien und den heute reell vorhandenen Bauleistungen. Schon Albert Speer bemerkte in seinen „Erinnerungen“, dass der Bau in Schlesien mehr Beton verbraucht hätte, als die anderen Führerhauptquartiere zusammen. Allerdings- [vielleicht ein Doppelpunkt anstatt Bindestrich?] von einigen Barackenfundamenten und drei, vier ausbetonierten Stollen abgesehen, scheinen diese Betonmassen bis heute spurlos verschwunden zu sein. Umso hartnäckiger halten sich die Gerüchte, die von bisher unentdeckten unterirdischen Anlagen in einem weit fortgeschrittenen Bauzustand sprechen. Von großen Hallen voller Maschinen ist die Rede, von bezugsfertigen, holzgetäfelten Wohnräumen, ja, über geheime Hangare [ich musste googlen, weil Hangare so seltsam in meinen Ohren klang. Laut Duden lautet der Plural Hangars . Aber auch das klingt seltsam. Liegt wahrscheinlich an meinen Ohren.] voller Wunderwaffen wird spekuliert.
Die heutigen Museen fördern natürlich diese Mythen, so steht vor der Stollenanlage in Walim, dem früheren Wüstewaltersdorf, der Nachbau einer A4-Rakete, welche natürlich keinen historischen Bezug hat.
Einer der Orte, die die heftigsten Spekulationen auslösten, war bislang die sogenannte Stufe, in polnischen Publikationen als Uskok bezeichnet, in der Anlage Säuferhöhen/Osówka. Hier schien ein Schuttberg einen Durchgang in eine verborgene Etage zu verbergen. Unterstützt wurden die Gerüchte durch einen Schwall von Grubenwasser, welches aus diesem Schuttberg strömte. Jahrelang wiegelten die Museumsbetreiber eine Freilegung der Stelle ab. Zu groß war die Furcht vor einem Wassereinbruch aus einem hypothetischen vollgelaufenen Stollensystem.
Viele Forscher, insbesondere deutsche „Experten“ unterstellten der Museumsleitung Vertuschung, den Vorenthalt von wissenschaftlichen Erkenntnissen, ja, komplette Verschwörungstheorien geisterten durch die Szene. Angebliche Augenzeugen meinten sich zu erinnern, halb konspirative Hobbyforscher wollten riesige Hohlräume detektiert haben. In diesem Winter beschloss man seitens des Museums, die Gerüchte auszuräumen. In mühsamer Handarbeit wurde der Schuttberg abgetragen. Und man fand, zum allgemeinen Erstaunen, nichts. Hinter dem Geröll wartete eine massive Felswand auf die enttäuschten Forscher. Nur einige alte Holzstufen und Klammern längst vergangener Grubenhölzer konnten aus dem Schutt geborgen werden.
Zwar ernüchterte das Ergebnis, aber eine weitere nebulöse Theorie konnte damit durch handfeste Fakten widerlegt werden."


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alexa68
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BeitragVerfasst am: 27.02.2019 13:47    Titel: Antworten mit Zitat

Interessantes Thema.

Ich persönlich würde statt "nebulöse Theorie" einfach "Hypothese" schreiben. Ein Theorie kannn m.E. nach nicht nebulös sein.
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Thomas74
Geschlecht:männlichKlammeraffe

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BeitragVerfasst am: 27.02.2019 14:10    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Nein. Hypothesen basieren auf Fakten, nebulöse Theorien auf viel Phantasie der Verschwörungstheoretiker.

Trotzdem danke für die Hinweise.
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V.K.B.
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BeitragVerfasst am: 27.02.2019 14:22    Titel: Antworten mit Zitat

Thomas74 hat Folgendes geschrieben:
Nein. Hypothesen basieren auf Fakten, nebulöse Theorien auf viel Phantasie der Verschwörungstheoretiker.
Nein, das stimmt schon, "nebulöse Theorien" gibt es überhaupt nicht, da ist das Wort falsch benutzt. Theorien sind in sich geschlossene, wissenschaftlich fundierte Denkmodelle, sie sind falsifizierbar und beschreiben einen bestimmten Sachverhalt mit ausreichender Genauigkeit, die können gar nicht nebulös sein. Hypothesen sind wissenschaftlich fundierte Annahmen, die aber noch zu beweisen sind.

Alles andere sind aus der Luft gegriffene Vermutungen, schlichweg Unsinn oder bestenfalls Pseudowissenschaft (wenn eine Theorie zwar in sich schlüssig ist und etwas erklärt, aber keinen Realitätsbezug hat, weil sie von seltsamen, sinnlosen oder schlichtweg falschen Prämissen ausgeht (z.B. Homöopathie, intelligent Design, etc.)).

Ich warne immer davor, "Theorie" und "aus der Luft gegriffene Behauptung" auf eine Stufe zu stellen, auch im populärwissenschaftlichen Bereich. Sonst dürfen Intelligent Design Anhänger bald auch hier in die Lehrpläne der Schule einziehen, weil Evolutionstheorie ist ja auch nur eine Theorie. In Amerika in manchen Bundesstaaten bereits passiert.


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Thomas74
Geschlecht:männlichKlammeraffe

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BeitragVerfasst am: 27.02.2019 14:37    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ok, verstehe...
Hab ich soweit noch nie betrachtet...
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