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Altair von Habsburg- Prolog


 

 
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Shiraha
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Alter: 18
Beiträge: 9



BeitragVerfasst am: 30.12.2017 13:36    Titel: Altair von Habsburg- Prolog eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Wie bereits erwähnt, ist hier der Anfang meines ersten Werkes.
Es ist erstmal nur der Prolog, Kapitel 1 und 2 sind bereits fertig, ich würde aber erstmal gerne ein paar Meinungen dazu hören, jegliche Kritik ist erwünscht. Mir ist bewusst, dass manche der Sätze recht lang sind und ein paar Kommas eventuell fehlen.

Viel Spaß beim Lesen

Prolog

Es war ein kühler Abend und die Sichel des Mondes stand hoch am Himmel. Eine leichte Brise wehte und lies das Laub der Bäume der rascheln, das Mondlicht erhellte die Umgebung und die Schatten sahen aus wie groteske Figuren, die im nächsten Moment einen Mord in der Stille der Nacht verüben würden. Das Gras erinnerte an ein Wellenmeer, in den Händen des Windes und ungestört.

Eine schöne Szenerie, doch kaum ertragbar für Siegfried der mit letzten Kräften sich an der Wand festhielt um nicht vom Balkon in den Tod zu stürzen. Blut floss in Strömen aus seiner Bauchwunde, alles verschwamm vor seinen Augen und Hände sowie Knie wurden immer weicher. Sein Verstand konnte nicht begreifen wie alles sich so verändern konnte, einige Stunden zuvor hatte ihm eine wunderbare Zukunft entgegengestrahlt, er kannte keine Sorgen und war sich seiner glücklichen Zukunft gewiss. Alles war wie ein fragiles Kunstwerk aus Glas in kleinste Teile zerborsten als er hinauf kam um etwas frische Luft zu schnappen und die wunderschöne Landschaft zu betrachten. Der Fluss in der Ferne mit den kleinen Fischerhäuschen, die weiten Felder voll von Weizen der silbrig im Mondlicht glänzte und die Lagerfeuer in den Dörfern der machten einen derartig idyllischen Eindruck von der Festung aus. In der Betrachtung völlig versunken, war sie plötzlich neben ihm. Ihre Stimme war wie ein Eishauch der seinen ganzen Körper erstarren ließ. Angst und Entsetzen übermannten ihn, nichts hatte ihm in seinem gesamten Leben so erschreckt wie diese Stimme:
„Guten Abend, Siegfried. Ein ganzes Weilchen ist es her seit wir uns gesehen haben, meinst du nicht auch? Natürlich weiß ich dass du sehr beschäftigt bist, du musst schließlich bald die Aufgaben deines Vaters übernehmen, du wirst ein großes Vermögen erben und in den höchsten Kreisen des kaiserlichen Hofes dinieren. Eine wunderschöne Vorstellung, aber was ist denn? Du siehst so bleich aus, geht es dir etwa nicht gut? Du weißt doch, dass deine Gesundheit äußerst wichtig ist, was wäre wenn der künftige Graf von Reglant sich hier erkältet? Eine Katastrophe, nicht war, nicht wahr?“

Die Ironie in ihrer Stimme war so deutlich hörbar und ihr ganzes Verhalten wirkte so komisch, dass er hätte laut loslachen können, wenn er nicht wüsste, dass dies vielleicht die letzten Augenblicke seines Lebens wären. Das Mädchen neben ihm betrachtete neugierig sein Gesicht, und wirkte wie eine Göttin, die der Erde einen kurzen, flüchtigen Besuch abstatten wollte. Jedenfalls solange man nur ihr Gesicht betrachtete, ihr schneeweißes, leicht lockiges Haar hing ihr bis zur Hüfte und ihre violetten Augen strahlten eine ominöse Aura aus und sie hatte sehr feine Gesichtszüge. Im Kontrast dazu trug sie einen feinen Anzug und darüber einen schweren offenen Mantel, beides in purem schwarz mit goldenen Knöpfen und Rändern. Mit dem weißen, seidenen Halstuch, ihren dunklen Stiefeln und der schwarzen Hose wirkte sie äußerst elegant, als ob es das einzige wäre, was sie überhaupt tragen würde. Die männliche Bekleidung passte ihr perfekt und ihre noble Aura wurde noch weiter verstärkt. Als der Wind erneut leicht blies und der Mantel sich etwas bewegte, erhaschte er einen Blick auf einen silbernen Degen der an ihrer linken Seite hing, der Griff war äußerst kunstvoll verarbeitet, der Schutz der Hand nach vorne hin bestand aus vielen kleinsten verwobenen Metallfäden. Die Waffe kam ihm bekannt vor, wusste aber nicht wo er sie zuvor gesehen hatte, klar war jedoch, dass es besser wäre, wenn der Degen an seinem Platz bliebe.

Leider konnte sich Siegfried nicht über den Anblick freuen, er erinnerte sich an ihr letztes Treffen vor über drei Jahren und seine erste Reaktion war niederzuknien, und zu flehen: „Altair, bitte verschone mich! Ich tue alles was du willst, ich kenne meine Sünden und weiß, dass ich Fehler begangen habe, aber gib mir doch eine Chance.“
Sie lachte und antwortete: „Meine Güte, die Jahre haben dich scheinbar doch etwas schlauer gemacht. Ich könnte fast meinen, dass du ernsthaft Reue zeigst. Steh aber erstmal auf, ich hasse es mit Leuten zu reden die so herumheulen, ich könnte dich glatt enthaupten, wenn du weitermachst.“

Altairs Worte ließen Siegfried in Schweiß ausbrechen, er stand sofort auf und sah sie ängstlich an, schließlich wusste er, dass es alles andere als eine leere Drohung war. Widerstand war zwecklos in dieser Situation, selbst mit Dutzenden von Wachen hätte er nicht die geringste Chance gegen Altair. Er hatte zwar immer mit Stolz über seine magischen Fähigkeiten geredet, doch gegen sie, eine Existenz eines völlig anderen Niveaus, könnte er so viel ausrichten, wie eine Eimer Wasser gegen einen Waldbrand und das selbe galt für den Unterschied in der Schwertkunst. Während er so über die Ausweglosigkeit seiner Situation dachte, fragte Altair ihn plötzlich:
„Und, wie waren die letzten Jahre für dich? Ich nehme an du hattest eine Menge Spaß.“
Er dachte krampfhaft darüber nach wie er antworten sollte, doch es kam ihm keine gute Antwort in den Sinn und er nickte nur leicht merklich in der Hoffnung sie würde ihn nicht direkt umbringen. Während sie ihn weiter betrachtete, fuhr sie fort: „Dann verstehst du auch bestimmt, dass aller Spaß ein Ende haben muss, letztlich hast du ihn dir nicht verdient, sondern nur einen Kredit aufgenommen und heute erfolgt die Rückzahlung. Ich nehme an, du kannst dir denken, womit du zahlen musst?“
Es bestand kein Zweifel darüber, dass sein Leben diese Schuld begleichen würde, doch bevor er flehen konnte hatte sie bereits ihren Degen gezogen und seinen Bauch durchstoßen, er spürte den grässlichen Schmerz doch brachte nicht einen Ton hervor.

Während er so über diese letzten, absurden Momente seines Lebens nachdachte, sagte Altair mit verspielter Stimme: „Keine Sorge, du wirst nicht der letzte sein, der an dieser Klinge verenden wird. Deine Freunde werden alle in den Genuss kommen, schließlich steht meine Rache erst am Anfang und bis ich fertig bin, wird so viel Blut fließen, dass Landstriche einen neuen Anstrich bekommen werden. Du denkst dir sicher, dass wenn du damals anders gehandelt hättest, würde dein Leben heute kein so klägliches Ende nehmen, stimmts? Ich kann dir darin nur absolut zustimmen, schließlich würde ich, Altair von Habsburg, niemals jemand Unschuldigen einfach töten. Du weißt, dass ich meine Verbündeten mit großem Respekt behandele und meine Feinde … nun das Resultat kennst du ja jetzt selber.“

Er wollte etwas darauf antworten, doch ihm fehlte die Kraft und so sank er langsam die Mauer herab und schloss die Augen. Altair sah seinen Leichnam an und fragte sich, ob es sich lohnen würde eine kleine Nachricht über ihre Rückkehr für die restlichen Besucher der Festung zu hinterlassen, doch entschied sich dagegen und sprang die dutzende Meter hohe Mauer hinab, unten landete sie weich wie eine Feder und spazierte langsam und gemäßigt auf der Landstraße, ohne auch nur die geringste Not zu kennen, in Richtung Norden.
Einige Minuten später sahen Wachen nach wo den ihr junger Herr sei, der bereits seit einiger Zeit nich auf dem Fest zu sehen war und entdeckten mit Schrecken seinen Leichnam auf dem Balkon des Turmes, vom Mörder keine Spur. Die Wachen schlugen Alarm doch die Verantwortliche hatte sich bereits entfernt und wäre wohl in jedem Fall kein möglicher Gegner für die Soldaten der Festung gewesen.

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Mermaid
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Pokapro 2015


BeitragVerfasst am: 07.01.2018 17:46    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Shiraha,

der märchenhafte Schreibstil, der hier und da zutage tritt, gefällt mir, auch die eine oder andere Beschreibung.

Aber: Wenn Du lebensgefährlich verletzt wärst und beinahe von einer Festung stürzen würdest – würdest Du (oder der Erzähler) dann die Landschaft betrachten? Siegfried hängt da und Du verwendest eine Rückblende, um das dramatische Geschehen zu erzählen. Ich glaube, es würde mich als Leser viel betroffener machen und viel mehr in die Geschichte hinein ziehen, wenn Du nicht rückblickend, sondern direkt erzählen würdest. Sinngemäß: Siegfried steht auf dem Turm und ist in den Anblick der Landschaft versunken … Plötzlich taucht Altair auf, er ist zu Tode erschrocken. (Hat er sie nicht kommen hören? Warum versucht er nicht einmal, sich zu wehren?) …

Anscheinend ist Altair auf einem Rachefeldzug, Du machst viele Worte, die möglicherweise geheimnisvoll sein sollen, doch schlussendlich erfahre ich zu wenig darüber, um was es geht, um wirklich gefesselt zu sein.

Ich weiß ja nicht, wie die Geschichte weiter gehen soll und mit welchem Zeitsprung sie nun weiter erzählt wird. Braucht sie überhaupt einen Prolog? Wenn ja, wäre dann vielleicht das, was vor drei Jahren geschah und Altairs Rache nach sich zieht, passender als Prolog, weil er dann wichtige Informationen enthielte?

Ist die Namensgleichheit mit den „echten“ Habsburgern gewollt und für Deinen Stoff (ich nehme an: Fantasy) geeignet?

Alles in allem ganz gerne gelesen, ich denke, es könnte sich lohnen, weiter an dem Text zu arbeiten.

Viele Grüße
Mermaid
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Shiraha
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BeitragVerfasst am: 07.01.2018 22:45    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Erstmal vielen Dank für die Antwort

Es freut mich, dass der Text erstmal einen positiven Eindruck macht.
Um etwas auf die Fragen/ Bemerkungen einzugehen, der Prolog ist relativ "spontan" entstanden, was natürlich keine Ausrede ist, aber seine teils ungewöhnliche Art erklären soll.
Der Prolog findet ca. 4,5 Jahre nach dem Beginn der eigentlichen Geschichte statt, weswegen ich mich auch für diesen Moment in der Handlung entschieden habe. Natürlich würde das angesprochene letzte Treffen mehr Informationen liefern, aber auch gleichzeitig zu viel Spannung herausnehmen, denn man wüsste was genau am Ende der 1,5 Jahre Handlung passieren würde und auch viele Charaktere der Handlung wären völlig uninteressant, wenn man ihre Absichten schon durch den Prolog kennen würde. Der Einwand ist natürlich verständlich, die Wahl dieses Zeitpunktes hat aber im größeren Kontext schon einen Sinn, jedenfalls in meinen Überlegungen schien er am sinnvollsten.
Außerdem Altair ist zum Zeitpunkt des Prologs 17 Jahre alt und zu Beginn von Kapitel 1 erst zwölf. Der Sprung ist natürlich groß und zwischen Anfang und Prolog liegen (wenn ich die Geschichte vollständig schreiben werde und alle Ideen umsetze) ca. 400-700 Seiten, andererseits wäre es uninteressant direkt mit ihrer Kindheit zu beginnen, da diese natürlich vergleichsweise deutlich friedlicher ist.
Die Position des Er-Erzählers war mir persönlich lieber, denn Altair wird erst langsam im Verlauf der Handlung immer weiter in den Mittelpunkt rücken, davor werden ihre Familienmitglieder und andere Charaktere der Geschichte noch betrachtet, deswegen wollte ich nicht aus der Ich-Perspektive schreiben.
Siegfrieds Reaktion sollte sich mit ihrer erwähnten "Kampfkraft/ Macht" erklären, "ein Eimer Wasser gegen einen Waldbrand" sollte die Sinnlosigkeit von Widerstand deutlich machen. Natürlich hätte er kämpfen können, aber die Situation wäre ja auch langweilig, wenn sie ihn sofort ermordet hätte.

Bezüglich des Namens "von Habsburg", er ist nicht in Relation zur österreichischen Kaiserdynastie zu sehen. Ich habe mich bewusst für eine europäische Dynastie entschieden, aber ich hätte auch die Hohenzollern oder
jede andere Familie nehmen können. Die Geschichte ist nicht für eine richtige Veröffentlichung vorgesehen, deswegen ist der Name einfach gewählt worden ohne besondere Hintergedanken, weil er schön klang.

Ich hoffe die Antwort klingt nicht abweisend, es ist nur mein Versuch den Prolog hier und da in seiner Form zu rechtfertigen. Ich würde mich über eine Antwort zu der Erklärung freuen, vor allem ob es sich stimmig für dich anhört.
Wenn Interesse besteht kann hier das erste Kapitel gelesen werden, welches sich vom Prolog recht deutlich unterscheidet und bei dem ich mir recht unsicher bin:

Kapitel 1- Die Jagd

Hoch im Norden des Daralith Imperiums befand sich die Stadt Dayr-el-Eddir, eine Bastion gegen die nordischen Nomadenvölker, welche oft im Krieg mit dem Imperium lagen. Die Stadt gehörte mit fast fünfzigtausend Einwohnern zu den größten der Welt und war Sammelpunkt für alle Arten von Menschen. Besonders bekannt war die Stadt aber für die große Zahl an Gruppen die in ihr verweilten, Sekten, Gilden und Söldnergruppen. Trotz des eisigen Klimas war die Stadt ein äußerst wichtiges Zentrum und der Kaiser schickte häufig enge Berater dorthin um auf keinen Fall die Kontrolle über die dortigen Geschehnisse zu verlieren, denn einige der dortigen Sekten gehörten zu der gefährlichen Sorte und versuchten immer wieder die Stadt als ihr religiöses Zentrum zu etablieren, dabei kam es einige Male zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen und das Resultat war eine sehr hohe militärische Präsenz in der Stadt.

Im Frühling des Jahr 832 nach dem Kalender der Verkündigung des Propheten Dreus, befand sich die Familie von Habsburg ebenfalls in der Stadt. Die Familie kam ursprünglich aus dem Süden des Imperiums und gehörte zum kaiserlichen Orden der Offenbarung, dessen Teil zwei weitere Familien waren. Gemeinsam waren sie der oberste Adel des Südens und die engen Vertrauten des Kaisers. Außerdem war das jeweilige Familienoberhaupt auch Anführer einer Armee und sorgte damit für Recht und Ordnung in Friedenszeiten und gab militärische Unterstützung im Krieg. Doch da die Lage im Süden sehr entspannt war und der Norden dafür umso mehr brodelte erhielt das Familienoberhaupt der von Habsburg, Fürst Johann Adolf von Habsburg, vom Kaiser den Befehl sich nach Dayr-el-Eddir zu begeben und dem dortigen Orden der Heiligen Schrift zu helfen. Im Süden blieb der älteste Sohn Gregor, der die Verwaltung des Gebiets übernehmen würde, sein jüngerer Bruder Friedrich und seine Schwester Altair hingegen würden mit in den Norden kommen um auch etwas Kampferfahrung zu sammeln. Gregor war bereits achtzehn Jahre alt und verlobt, die Hochzeit war bereits in Planung. Friedrich hingegen war vierzehn und Altair erst zwölf, Katharina, ihre Mutter, war sich nicht sicher, ob es für Altair nicht zu früh wäre, aber da Johann darauf bestand, dass es von absoluter Notwendigkeit sei, früh Erfahrung zu sammeln und sie vor allem auch großes Talent zeigte, sowohl in der Magie als auch im Schwertkampf, kam sie letztlich mit. Nach mehr als zwei Monaten der Reise kam die Familie im Sommer des Jahres 831 ohne größere Zwischenfälle in Dayr-el-Eddir an.

Altair war äußerst aufgeregt als sie die imposanten Stadtmauern erreichten, welche aus einem speziellen grauen Stein bestanden, der äußerst resistent gegen magische Angriffe war und Desmanalith genannt wurde. Sie stieg aus der Kutsche aus und bestieg eines der freien Pferde um neben ihrem Vater durch die Stadttore reiten zu können. Ihr Bruder schaute zu ihr hinüber und fragte: „Schon aufgeregt? Hier werden wir eine ganze Weile leben und auch unsere ersten Kämpfe austragen.“ Altair antwortete stolz: „Natürlich nicht, eine Stadt wie alle anderen. Außerdem werden die Kämpfe kein Problem sein, schließlich besiege ich schon Erwachsene mit Leichtigkeit, während du, Gregor, immer noch Probleme bei jedem Kampf hast.“ Sie kicherte danach nur, als er ihr einen bösen Blick zu warf. Er antwortete bissig: „Mag sein, dass du stärker bist, aber deine Aufregung musst du gar nicht erst verstecken, so zappelig wie du auf dem Pferd sitzt.“

Während die beiden miteinander so zankten, waren die Soldaten neben ihnen in höchster Alarmbereitschaft. Alle trugen ihre schweren Rüstungen, die zusätzlich Teil eines magischen Zirkels waren und so einen Schutzschild um die Familie bildeten. Die Kolonne war insgesamt sehr lang, denn fast viertausend Soldaten der habsburgischen Armee waren mitgekommen um die geforderte militärische Hilfe zu leisten. Viele waren Veteranen, die bereits unzählige Schlachten in den vergangenen Kriegen geschlagen hatten. Allen war die Wichtigkeit der beiden Hauptaufgaben für diese Mission bekannt, die Zerschlagung allen Widerstandes durch religiöse Fanatiker und sonstige anti-imperiale Gruppen, sowie der Schutz der Familie von Habsburg, denn obwohl die beiden Kinder an den Kämpfen teilnehmen würden, wäre es wahnsinnig sie in das erstbeste Gemetzel zu schicken und die Gefahr durch Attentäter war ebenfalls präsent, sodass für den Moment die gesamte Aufmerksamkeit auf die Umgebung gerichtet wurde um ankommende Feinde sofort erkennen zu können. So näherte sich die massive Kolonne langsam den Stadttoren. Der Vater der beiden ließ sich etwas in der Formation zurückfallen um neben seinen beiden Kindern zu sein, denn Altair hatte im Eifer des Gesprächs ihre ursprüngliche Absicht völlig vergessen. Ihr Vater sagte zu den beiden: „Passt auf, wir kommen in die Stadt. Als Gesandte des Kaisers und Mitglieder unserer glorreichen Familie müsst ihr einen bestmöglichen Eindruck hinterlassen. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit eines Angriffes sehr hoch, unsere Informanten in der Stadt haben bereits berichtet, dass der Anführer der Sekte Lisin, Antares, unser Kommen als Vorboten eines drohenden Unheils deutet und dazu aufgerufen hat, alle Mitglieder unserer Familie zu töten.“ Die beiden Kinder wurden blass, als sie die Warnung hörten und nickten sofort ihrem Vater zu. Altair fragte danach: „Werden wir Antares und die Mitglieder seiner Sekte töten?“ Ihr Vater erwiderte: „Natürlich, sonst werden wir nicht nur einer konstanten Bedrohung ausgesetzt, sondern würden auch den Befehl des Kaisers nur unzureichend ausführen.“ Altair nickte darauf nur und ihr Vater war zwar recht zufrieden damit, dass sie es scheinbar so leicht aufnahm, wunderte sich aber, woher sie immer wieder plötzlich diese Ruhe hernahm. Seine Tochter war meistens fröhlich, lachte viel und hatte einen offenen Charakter. Sie sprach gerne mit neuen Leuten und war alles andere als verschlossen, im Kampf war sie äußerst talentiert, besonders im Umgang mit der Magie. Sie hatte die selben violetten Augen und schneeweißen Haare wie die restlichen Kinder der Familie von Habsburg, denn ein Habsburg hatte nicht viele Möglichkeiten was die Heirat anging, damit die Blutlinie erhielten blieb und entsprechend blieben diese charakteristischen Merkmale erhalten. Jedoch nur bei der Hauptlinie, die Nachkommen der Nebenlinien verloren diese, sodass es sehr einfach war einen direkten Nachkommen der Habsburg zu erkennen. Immer wieder zeigte sie aber auch eine andere Seite, plötzlich wurde sie sehr ruhig und schien alle Kindlichkeit verloren zu haben, als ob sie etwas gesehen hätte, was nicht für die Augen von Kindern bestimmt war. So war er für einige Momente in Gedanken versunken, als Altairs Stimme ihn zurück in die Realität holte: „Bekomme ich einen Bogen Vater? Ich glaube wir werden in der Stadt ein paar Leute jagen müssen und der Bogen ist ideal für die Jagd, meinst du nicht?“ Er sah sie erstaunt an und hakte nach: „Meinst du jetzt gleich? Warum glaubst du das?“ Sie zuckte die Schultern und erwiderte: „Intuition“. „Verstehe, dann sollst du den Bogen haben, ich bin sehr gespannt, ob deine Intuition richtig liegt“, sagte ihr Vater und reichte einen Bogen, der fast so groß war wie sie selber, sowie einen Köcher mit Pfeilen. Außerdem gab er den Wachen um sie herum Bescheid, dass sie Vorrang bei der Bekämpfung des Feindes haben sollte. Er selbst blieb einige Meter vor ihr, um im Notfall sofort helfen zu können. Sie trug im Gegensatz zu den Wachen keine Rüstung, sondern eine schwarze Uniform und Soldatenstiefeln. Die Uniform bestand aus einem Waffenrock mit zwei Knopfreihen, Hose und Waffenrock waren beide schwarz und sie trug einen roten Stoffgürtel diagonal über dem Waffenrock, dazu hatte sie goldene Schulterstücke und Uniformkragen. Außerdem trug sie an ihrer rechten Hüfte einen silbernen Degen, welcher ihr zwar eine gewisse Präsenz verlieh, doch in Anbetracht ihres Alters etwas fehl am Platz wirkte.

Zwar war auch die Uniform magisch verstärkt worden, trotzdem bot sie bei weitem nicht so viel Schutz wie die Metallrüstungen der Soldaten. Er wusste aber auch, dass eine Rüstung ihre Mobilität nur unnötig einschränken würde, denn erst ab einer gewissen Dicke würde sie genügend Schutz erhalten und an dem Punkt könnte sie sich nur noch mit größter Mühe bewegen oder müsste sich konstant mithilfe von Magie verstärken, da das Gewicht zu groß wäre. Friedrich hingegen trug eine Rüstung, was natürlich damit zusammenhing, dass er bereits älter, aber auch kräftiger gebaut war. Vor allem war Friedrich aber niemand, der wie Altair eine sehr große Selbstsicherheit hatte, er wusste, dass sich Friedrich nicht einfach aus dem Verband lösen würde, bei Altair war er sich alles andere als sicher. Er hatte sie so oft ermahnt, aber während sie kämpfte, schien es als lebe sie in ihrer eigenen Welt.

Als sie dann endlich durch das Stadttor ritten, riss er sich zusammen und fokussierte erneut seine Aufmerksamkeit auf die Umgebung. An den Straßenrändern waren Wachen postiert und das Emblem der Familie war auf Flaggen gehisst, ein Adler mit dem Sternenhimmel über ihm, der aufsteigenden Sonne im Hintergrund und einer Festung auf der Erde. Viele Schaulustige waren versammelt um die Besucher aus dem Süden des Reiches zu sehen und einige jubelten als sie die Kolonne sahen. So ritten sie fast zwei Minuten lang, bis die Straße etwas breiter wurde und sie an eine erste größere Kreuzung kamen. Im Moment als Altair um die Ecke eines Hauses herumritt, zog sie ihren Bogen legte einen Pfeil auf und schoss ihn fast vierzig Meter in die rechte Straßenabzweigung. Dort stand eine Gruppe von Personen, die dunkelrote Kutten trugen und den vorbeiziehenden Zug betrachteten. Auf ihren Kutten war ein grüner Skorpion zu sehen und alle Wachen erkannten sofort die Anhänger der Sekte von Antares, einer von ihnen hatte einen Pfeil im Kopf stecken und lag im Boden, erstaunlich war nicht nur die Präzision des Schussen von einem sich bewegenden Pferd aus, sondern auch die unglaublich schnelle Reaktion, als ob sie bereits wüsste, wo der Gegner erscheinen würde. Sofort preschten mehrere Soldaten vor und Altair setzte einen weiteren Pfeil der ebenfalls sein Ziel fand, innerhalb weniger Augenblicke war die gesamte Gruppe von Gegnern entweder tot oder schwer verwundet und kampfunfähig. Johann pfiff deutlich hörbar und sagte: „Also deine Intuition möchte ich haben. Woher wusstest du, dass genau hier der Gegner sein wird? Es gibt einige weitere Stellen an denen ein Angriff deutlich mehr Sinn macht.“ Altair sah ihn einen Moment verwundert an und antwortete lachend: „Ich hatte ja auch nicht gesagt, dass das alles war. Ich nehme an, dass noch mehrere solcher Gruppen auf uns warten. Ich glaube die wollten uns nicht mal angreifen, sondern waren nur eine Vorhut. Du hast doch selber immer gesagt, Informationen sind auf dem Schlachtfeld von enormer Wichtigkeit, ich nehme an, sie waren im Kontakt mit den eigentlichen Kampfgruppen.“  „Meine Güte, was für ein toller Anfang in dieser Stadt, ich hatte gehofft es würde nicht ganz so schlimm werden“, seufzte Friedrich, welcher neben den beiden stand und starrte den Boden etwas verärgert, sichtbar unzufrieden, dass Altair wieder einmal das Lob erhielt. Die nebenstehenden Soldaten gaben die Information weiter und die Formation wurde in mehrere kleinere Kavalleriegruppen aufgeteilt, welche durch die Gassen preschten und die Anhänger von Antares jagten. In der Zwischenzeit setzte die Familie ihren Weg fort und auch Katharina kam aus der Kutsche und ritt nun, da es innerhalb der Kutsche nicht nur unglaublich langweilig war, wenn man alleine darin saß, sondern auch die Sicherheit schien nicht allzu groß zu sein, da die Kutsche trotz der magischen Barriere ein großes Ziel für alle Arten von Angriffen war. Katharina trug eine identische Uniform wie Altair und passte zwar gut in die Formation, doch Altair wirkte dadurch leicht komisch im Vergleich. Schließlich war sie nicht nur viel kleiner und fragiler als ihre Mutter, sondern hatte den überdimensionierten Bogen mit sich, welcher der Szene eine gewisse Absurdität verleite.

Katharina ritt den restlichen Weg direkt neben Altair und fragte sie direkt am Anfang: „Meinst du, dass der Aufenthalt in einer Stadt mit solchen Wahnsinnigen wirklich notwendig ist? Ich war ja von Anfang an dagegen dich hierher mitzunehmen, aber dein Vater meinte ja etwas anderes.“ Sie erntete aber nur einen verwirrten Blick ihrer Tochter und fügte schnell hinzu: „Ich weiß, dass deine Fähigkeiten im Kampf hervorragend sind, trotzdem ist die konstante Bedrohung durch solche Fanatiker eine andere Sache als die Duelle, die du von zu Hause kennst. Es ist unmöglich immer perfekt vorbereitet zu sein und du bist schließlich kein Veteran, sondern ein zwölfjähriges Mädchen, wenn auch eines mit viel Talent.“ Etwas verlegen antwortete Altair: „Also, eigentlich ist es ja ganz spannend bisher. Und auf der Reise haben wir ja einige tolle Sachen gesehen, vor allem die Berge im Westen bei Latakia und die Wasserfälle und diese uralten Wälder in der Nähe von Rodburg.“ Als Altair anfing über die unterschiedlichen Wegpunkte auf der Reise zu schwärmen, war ihrer Mutter klar, dass es keinen Sinn gab das Gespräch weiterzuführen und sie hörte einfach der begeisterten Altair zu, die gar nicht aufhören konnte die ganzen Orte aufzuzählen. Nach einigen Minuten ritt einer der Trupps, die vorher ausgeschwärmt waren zu ihnen heran und der Kommandant Heinrich flüsterte Johann zu:

„Wir haben mehrere Kleingruppen von ihnen aufgerieben, mehr als zwanzig Gefangene und mehr als doppelt so viele Tote.“

Johann antwortete: „Hört sich gut an. Was ist die schlechte Nachricht?“

„Zwei unserer Trupps wurden vernichtet, die Orte sahen danach ziemlich widerlich aus. Die Körper waren in kleinste Teile zerrissen, es schien als die Rüstungen absolut keinen Schutz geboten haben. Vom Gegner keine Spur und um ehrlich zu sein, würde ich keinen unserer normalen Soldaten gegen sowas kämpfen lassen, es scheint als ob nicht nur das einfache Fußvolk beim Gegner kämpft."

„Es war zwar zu erwarten, dass ein paar höherrangige Mitglieder dabei waren, aber das ist etwas unerwartet. Ich erinnere mich gar nicht daran, dass Lisin außer Antares starke Mitglieder hat. Sowieso stand Lisin nicht auf meiner Prioritätenliste, die waren doch die meiste Zeit nur ein kleiner Haufen von Spinnern ohne echten Einfluss. Wenn man sich die Zahlen ansieht, dann sind es aber ziemlich viele Leute die wir erwischt haben. Was haben unsere Leute in der Stadt überhaupt gemacht?! So etwas hätte bekannt sein müssen!“

„Herr, ich weiß es nicht, aber es scheint, als ob wir mehr Probleme haben werden als ursprünglich erwartet.“

„Ich werde mit Fürst Leon del Seville sprechen, er müsste wissen, was hier los ist, schließlich ist er mit dieser verdammten Stadt schon fast fünfzehn Jahre beschäftigt. Informiere alle Gruppen, dass die Jagd abzubrechen ist. Wir werden uns neugruppieren müssen, die meisten sind noch nicht für die großen Brocken vorbereitet und unnötige Verluste sind um jeden Preis zu verhindern, vor allem, weil die eigentlichen Probleme noch nicht mal in Angriff genommen wurden.“

„Ja Herr, ich werde Euren Befehl sofort weitergeben. Soll ich unsere stärkeren Magier in der Nähe Eurer Familie halten? In dieser Situation scheint es töricht zu sein, denn Gegner zu unterschätzen.“

„Ich hätte es auch selbst gesagt, aber gut dass du mitdenkst Heinrich. In den kommenden Schlachten wird die richtige Reaktion von größter Bedeutung sein und als Resultat sich schnell ändernder Situationen kann stures Befolgen von Befehlen äußerst kontraproduktiv sein. Also, ordere die Einheiten zurück, aber löse auf keinen Fall Panik aus. Unser Ruf steht auf dem Spiel und ich würde mich nur ungern vor den Mitgliedern des Ordens der Heiligen Schrift blamieren.“

„Jawohl, Herr.“

Mit diesen Worten wandte sich Heinrich um und gab die Befehle an die Kommunikationskompanie der Magier weiter, welche die Befehle an die jeweiligen Soldaten sendeten. Er sah sich besorgt um und konnte nur hoffen, dass die Familie seines Herren nicht Opfer der zukünftigen Entwicklungen werde, die sich anzubahnen schienen. Auch Katharina merkte, dass sich Johanns Gesichtsausdruck sehr verändert hatte und ließ die Augen nicht von ihren Kindern. Mit einem mulmigen Gefühl setzten sie so ihren Weg in Richtung Stadtmitte fort, wo sie vom Bürgermeister der Stadt empfangen werden sollte. Danach sollten sie in die größte Zitadelle von Dayr-el-Eddir einquartiert werden, wo sie die nächste Zeit wohnen würden. Die Jagd jedenfalls hatte sich als eine wenig erfreuliche Angelegenheit entpuppt, denn niemand hatte mit solchen Verlusten am ersten Tag gerechnet, vor allem nicht gegen eine Sekte wie Lisin.
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Mermaid
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BeitragVerfasst am: 08.01.2018 00:02    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Shiraha,

Du stellst Behauptungen auf ("ein Eimer Wasser gegen einen Waldbrand"), aber Du lässt es mich nicht erleben.

Beim Prolog ist Altair 17 Jahre alt, im ersten Kapitel 12? Vielleicht bin ich altmodisch - für mich ist ein Prolog immer noch etwas, das vor der eigentlichen Handlung stattfindet.

Aber: Es ist Deine Geschichte, Du entscheidest.

Zu Kapitel 1: Ich bin nach den beiden ersten Absätzen ausgestiegen. Diese Absätze erzählen nichts, sie wirken wie Einträge in einem Lexikon oder Geschichtsbuch. Lass mich die Geschichte erleben. Wenn ich eine Dokumentation lesen will, greife ich zu einem Sachbuch.

Viele Grüße
Mermaid
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Shiraha
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BeitragVerfasst am: 08.01.2018 13:17    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Mermaid,

erstmal danke für deine Meinung.
Bezüglich der Behauptung "Eimer Wasser gegen Waldbrand", natürlich ist es unmöglich alles sofort zu präsentieren. Um ein adäquates Bild der Fähigkeiten eines Charakters wie Altair zu geben, müsste ich eine mehrseitige Kampfszene schreiben, um dich diese Art von Unterschied wirklich "erleben" zu lassen.

Ich weiß nicht, was für Bücher du im Normalfall liest, aber ich habe nur selten Werke gelesen, in denen jede Behauptung sofort mit entsprechenden Beweisen unterstrichen wird, vor allem nicht wenn man sich in einem zweiseitigen Prolog befindet, der Teil einer vergleichsweise sehr großen Geschichte ist. Ich schreibe schließlich keine Kurzgeschichte, die nach wenigen Seiten zu Ende ist und damit alles sehr kompakt und schnell zeigen muss.

Um auf die "Lexikon"-Absätze zu sprechen zu kommen. Ich verstehe durchaus, dass nicht jeder unglaublich interessiert in diesen Teilen einer Geschichte ist. Trotzdem sind solche Teile meines Wissens nach absolut notwendig. Wir befinden uns nicht in der Realität, in Hamburg im Jahre ...., sondern in einer fantastischen Welt, von der der Leser erstmal keinerlei Ahnung hat. Natürlich ist die Menge an Hintergrundwissen, von Autor zu Autor und Werk zu Werk sehr unterschiedlich, aber alle Bücher des Genre "Fantasy" besitzen solche Ausführungen, denn ohne sie entsteht keinerlei Immersion in diese Welt. Ein Großteil des Charmes des Genres liegt schließlich darin, dass alles (oder vieles) völlig anders ist, als in der uns bekannten Realität. Würde ich nur Handlung schreiben, dann hätte niemand eine Ahnung wo man sich befindet, warum man sich dort befindet, welche Rolle dieser Ort spielt und so weiter. Die Behauptung die Abschnitte würden "nichts erzählen" muss ich von meinem Standpunkt aus, als falsch bezeichnen. Das Wissen ist zwingend notwendig um die folgende Handlung zu verstehen.

Ganz abgesehen davon beginnt die "Handlung" im dritten Absatz, wobei ich aber hier sagen muss: Wenn Hintergrundwissen, Beschreibungen und Erklärungen zur Welt dich nicht im geringsten interessieren, dann ist diese Geschichte nichts für dich.
Ich habe immer großen Wert als Leser darauf gelegt, dass ein möglichst vollständiges Bild der Umstände durch den Autor erzeugt wird. Wenn ich einfach irgendeine Handlung schreiben würde, dann müsste ich mir keine Mühe damit machen, Kontinente, Länder, politische Umstände, Religion und die weiteren Facetten der Welt zu durchdenken und dann Stückweise einfließen zu lassen.

Letztlich kann ich nur sagen, dass eine Geschichte im Umfang mehrerer hundert Seiten nicht nur aus purer "Action" bestehen kann und ich hätte keine Interesse daran so etwas zu schreiben. Für mich liegt ein Hauptaspekt des Genres Fantasy in den Gedanken, welche die Welt und ihre Gesetzmäßigkeiten im Detail ausmachen. Es ist für mich ein Großteil der Arbeit, die das Genre ausmacht.
Ich nehme gerne Kritik an, wenn ich höre, dass es an Kohärenz fehlt, der Kontext nicht klar ist, etwas keinen Sinn macht, der Schreibstil schlecht ist oder es andere Mängel dieser Art gibt.
Aber zu sagen, man hat keine Lust eine Erläuterung zu lesen ist hier für mich schlichtweg unangebracht. Wenn, dann ist man einfach nicht geeignet für das Genre. Schließlich nutzen auch Bücher wie Herr der Ringe, Eragon und etc. einen guten Teil der Seiten mit Ausführungen solcher Art und diese Bücher wären nicht so beliebt, wenn sie keine vollständige Welt hätten in der die Geschichte sich abspielt.

Man muss mir nicht zustimmen, aber das ist meine generelle Position. Ich würde auch nicht das Werk einer anderen Person dafür kritisieren, dass jemand versucht einen Überblick über die Situation zu schaffen.

Grüße Shiraha
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RememberDecember59
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BeitragVerfasst am: 08.01.2018 14:10    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Shiraha,
Kritik tut manchmal weh, ziemlich oft sogar, und ganz besonders am Anfang, wenn man seine Texte zum ersten Mal Fremden präsentiert. Nimm das, was hier gesagt wird, bitte nicht persönlich, denn das ist es nicht. Mermaid sagt dir, was sie beim Lesen gestört hat, und das ist auch schon alles. Solches Feedback ist wertvoll, denn du als Autor nimmst deine Texte ganz anders wahr als andere. Solange du nur für dich schreibst, ist das kein Problem, aber die meisten wünschen sich ja doch, dass ihre Sachen auch mal früher oder später gelesen werden und dabei gut ankommen. Hier kannst du sehen, über welche Stellen unvoreingenommene Leser stolpern und warum. Was du mit dem Wissen anfängst, bleibt dir überlassen. smile

Shiraha hat Folgendes geschrieben:

Ich hoffe die Antwort klingt nicht abweisend, es ist nur mein Versuch den Prolog hier und da in seiner Form zu rechtfertigen.
 

Das ist so ein bisschen das Problem: der spätere Leser wird deine Rechtfertigung ja nicht zu sehen bekommen. Wenn man dem Leser das, was man geschrieben hat, erst erklären muss, ist irgendwas schief gelaufen. Der Text sollte sich selbst erklären.
Ich sehe es ähnlich wie Mermaid, der Prolog ist eigentlich interessant und ich finde die ganze Idee um die mörderische Atair auf ihrem Rachefeldzug gut, aber die Szene ist irgendwie nicht so gut für einen Prolog geeignet. Was mich vor allem auch gestört hat, ist, dass es damit anfängt, dass er schon am sterben ist, dann geht’s zurück auf die Begegnung mit dem Mädchen und dann wieder vor auf die Stelle, wo er stirbt. Warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht. Wink

Das Kapitel habe ich auch nur angelesen, ein bisschen weiter zwar, aber es hat mir auch nicht gut genug gefallen, um fertig zu lesen.
Ich habe nicht prinzipiell was gegen ausführliche Beschreibungen, aber dann nicht so. Es liest sich irgendwie lieblos hingeschrieben, einfach, um den Leser mit Infos zu überschütten, die man eigentlich auch nach und nach bringen könnte. Was anderes wäre es für mich, wenn die Beschreibung der Stadt zum Beispiel dazu dienen würde, Atmosphäre zu schaffen. Dann aber sprachlich liebevoller und, so dass Bilder vor dem inneren Auge entstehen. Ich habe letztens in einem Buch über eine Seite lang eine Beschreibung von Venedig im 16. Jhd. gelesen – und mit Genuss, denn da konnte man sich richtig vorstellen, mittendrin zu sein. Aber so, wie du die beiden ersten Abschnitte geschrieben hast, waren mir das tatsächlich auch schon zu viele Sätze.


_________________
Bartimäus: "...-was ist das?"
Kobold: "Hätte mich das jemand anders gefragt, o Herr, der ihr Schrecklich und Unübertrefflich seid, hätte ich ihn einen Dummkopf genannt, bei Euch jedoch ist diese Frage ein Zeichen jener entwaffnenden Schlichtheit, welche der Born aller Tugend ist. ..."

Bartimäus I (Jonathan Stroud)
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Mermaid
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Pokapro 2015


BeitragVerfasst am: 08.01.2018 14:51    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Shiraha,

schade, wenn Du mich als unqualifzierte Fantasy-Leserin einstufst.

Shiraha hat Folgendes geschrieben:

Aber zu sagen, man hat keine Lust eine Erläuterung zu lesen ist hier für mich schlichtweg unangebracht. Wenn, dann ist man einfach nicht geeignet für das Genre.


Vor allem, weil ich gar nicht geschrieben habe, ich hätte keine Lust auf Erläuterungen. Und gut gemachte Beschreibungen lese ich sogar sehr gern.

Natürlich ist es wichtig, sich als Leserin in einer unbekannten Welt zurechtzufinden. Selbstverständlich sind dafür Erläuterungen nötig. Aber doch bitte nicht derart mit der Brechstange wie in den beiden ersten Absätzen. Schreibe Szenen, lass Figuren handeln und denken, ihre Umwelt wahrnehmen, lass die Informationen einfließen, ZEIGE mir, wie diese Welt funktioniert, welche Gesetzmäßigkeiten herrschen, welche Rolle Religion und vielleicht Magie spielen - und wenn dafür viele Seiten nötig sind, dann gestalte sie so, dass sie spannend sind. Aber eben nicht wie einen Lexikon-Eintrag.

Ich weiß, dass das schwer ist.

Ich habe den Eindruck, dass Du Dich stark mit Deiner Welt und deren inneren Zusammenhängen auseinandergesetzt hast, dass die Idee Potenzial hat, dass es Dir mit dem Schreiben ernst ist und dass es sich lohnt, an dem Text weiter zu arbeiten. Aber er hat mich als Leserin nicht gepackt. Ich habe versucht zu erklären, warum. Dem Text zuliebe. Das ist alles. Wenn Du mit meiner Meinung nichts anfangen kannst - kein Problem. Es ist DEIN Text. Deine Verantwortung den Lesern gegenüber.

Viele Grüße
Mermaid
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BeitragVerfasst am: 08.01.2018 14:53    Titel: Antworten mit Zitat

Ich probier mich mal in einer Rezension.
Zunächst mal: Du schreibst noch nicht lange, oder? Man merkt es der Qualität des Textes an. Da mangelt es noch an vielem. Aber Kopf hoch - Schreiben ist Übungssache und schließlich bist du hier, weil du die Qualität deiner Texte verbessern willst.
Vorab:
Was im Text (u.a.) nicht funktioniert ist das Hüpfen zwischen den Zeiten, das du mangelhaft und ein wenig nach Gutdünken umsetzt, ohne dir darüber bewusst zu sein, ob sie deinen Text bereichern oder ihm schaden. Letzteres ist der Fall. Dem Text fehlt es an Ordnung, die einen problemlosen und kontinuierlichen Lesefluss ermöglicht.
Solange du noch nicht über genügend Erfahrung verfügst, rate ich dir, dich ausschließlich chronologisch fortzubewegen.
Weiteres schreibe ich dir unten direkt in den Text. Ebenso die Passagen, an denen dein Zeitenspringen nicht funktioniert.

So. Nun tief durchatmen, einmal schlucken und die folgende Kritik als das verstehen, als was sie gemeint ist - eine konstruktive Hilfestellung.

Hier kommt dein Text:

Prolog

Es war ein kühler Abend und die Sichel des Mondes stand hoch am Himmel. Eine leichte Brise wehte und lies das Laub der Bäume der rascheln, das Mondlicht erhellte die Umgebung und die Schatten sahen aus wie groteske Figuren, die im nächsten Moment einen Mord in der Stille der Nacht verüben würden. Das Gras erinnerte an ein Wellenmeer, in den Händen des Windes und ungestört. Eine schnöde Landschaftsbeschreibung ist kein geeigneter Einstieg in eine Geschichte. Der erste Satz (oder spätestens einer der darauf folgenden) muss zünden, neugierig machen auf eine Figur oder auf eine Handlung, Fragen aufwerfen, überraschen.

Eine schöne Szenerie
und hier widersprichst du dir selbst. Eine "schöne Szenerie". Gerade eben hieß es noch, die Schatten sähen aus, als würden sie im nächsten Moment einen Mord verüben - was ist daran eine schöne Szenarie?
, doch kaum ertragbar schwammige Ausdrucksweise.   für Siegfried der mit letzten Kräften sich an der Wand festhielt grammatikalisch falsch um nicht vom Balkon in den Tod zu stürzen. Blut floss in Strömen aus seiner Bauchwunde, alles was ist den "alles" - setze deine Worte präzise verschwamm vor seinen Augen und Hände sowie Stil - "sowie" ist furchtbar. Knie wurden immer weicher.  unpräszise und schwache Ausdrucksweise. Sparsam mit Adverben und Adjektiven. "Seine Knie wurden weich".
Zum Absatz an sich muss man sagen, dass er keine Spannung erzeugt. Das liegt vor allem an deiner ausschweifenden Ausdrucksweise. Kurze Sätze steigern das Tempo, lange Sätze reduzieren es. Dein Text ist geradezu schneckenhaft, die Landschaftsbetrachtung passt nicht in den Kontext und verlangsamt das Tempo. Und sie trägt nichts zur Geschichte bei. Und alles, was nichts zur Geschichte beiträge gehört gestrichen. Mein Ratschlag: Streiche das und beginne direkt mit dem Mord, geschrieben in kurzen, gern auch abgehackten Passagen und vergleiche den Unterschied.
Alternativ kannst du Siegfried auch die Landschaft betrachten lassen und ihn dann schockgefrieren lassen, wenn plötzlich die Stimme (weiter unten) neben ihm auftaucht und Unheil verkündet - hier hättest du dann ein Spannungselement: Eine unheilvolle Begegnung, die anschließend tödlich endet.  


Sein Verstand konnte nicht begreifen wie alles sich so verändern konnte, einige Stunden zuvor hatte ihm eine wunderbare Zukunft entgegengestrahlt, er kannte keine Sorgen und war sich seiner glücklichen Zukunft gewiss. Alles war wie ein fragiles Kunstwerk aus Glas in kleinste Teile zerborsten als er hinauf kam um etwas frische Luft zu schnappen und die wunderschöne Landschaft zu betrachten. Der Fluss in der Ferne mit den kleinen Fischerhäuschen, die weiten Felder voll von Weizen der silbrig im Mondlicht glänzte und die Lagerfeuer in den Dörfern der machten einen derartig idyllischen Eindruck von der Festung aus. Das passt wiederum nicht in die Stimmung, da er gerade abgestochen wurde. Da ist kein Platz für Melancholie und quakende Frösche.

In der Betrachtung völlig versunken, war sie plötzlich neben ihm. Ihre Stimme war wie ein Eishauch der seinen ganzen Körper erstarren ließ. Das klingt abgedroschen. Angst und Entsetzen übermannten ihn, nichts hatte ihm in seinem gesamten Leben so erschreckt wie diese Stimme:
Hier hast du nun deutlich das Problem, dass dein Text zu sehr springt. Als Leser muss ich nun die Vorgänge (Landschaftsbeschreibung, Mord aus heiterem Himmel, dann wieder zurück zur Landschaftsbeschreibung, als nichts auf den Mord hinwies, und jetzt, die Vorgeschichte zum Mord) chronologisch ordnen. Das ist aber dein Job!

„Guten Abend, Siegfried. Ein ganzes Weilchen ist es her seit wir uns gesehen haben, meinst du nicht auch? Natürlich weiß ich dass du sehr beschäftigt bist, du musst schließlich bald die Aufgaben deines Vaters übernehmen, du wirst ein großes Vermögen erben und in den höchsten Kreisen des kaiserlichen Hofes dinieren. Hier verlierst du dich in Erklärbärtext. Du zeigst deutlich, dass du hier mit Gewalt Infos vermitteln willst. Leider wirkt das gestellt. Und niemand würde das in einer mündlichen Rede so sagen.

Eine wunderschöne Vorstellung, aber was ist denn?
Du siehst so bleich aus, geht es dir etwa nicht gut? Du weißt doch, dass deine Gesundheit äußerst wichtig ist, was wäre wenn der künftige Graf von Reglant sich hier erkältet? Eine Katastrophe, nicht war, nicht wahr?“
Der Dialog ist lahmarschig und überzeugt mich überhaupt nicht. Klingt wie aus nem billigen Hollywood-Streifen

Die Ironie in ihrer Stimme war so deutlich hörbar ... dass du das hier nicht nochmal zu erwähnen brauchst.

und ihr ganzes Verhalten gibt es auch halbes Verhalten? wirkte so komisch auch hier wieder schwach und unpräzise. Schleife an deinen Formulierungen. Jedes Wort muss wie der Nagel auf den Kopf treffen, jedes Wort eine Bedeutung tragen. Präzision unterscheidet den Autor vom Schreiberling , dass er hätte laut loslachen können, wenn er nicht wüsste, dass dies vielleicht die letzten Augenblicke seines Lebens wären.  umständlich formuliert und leer, nichtssagend
Das Mädchen neben ihm betrachtete neugierig sein Gesicht, und wirkte wie eine Göttin, abgedroschene Phrase die der Erde einen kurzen, flüchtigen Besuch abstatten wollte. kurz und flüchtig sind ein und dasselbe. Dopplungen vermeiden und mit adjektiven und Adverben so sparsam wie möglich umgehen. Sie schwächen deinen Text. In den Verben liegt die Kraft.
Jedenfalls solange man nur ihr Gesicht betrachtete, ihr schneeweißes, leicht lockiges Haar hing ihr bis zur Hüfte und ihre violetten Augen strahlten eine ominöse Aura aus und sie hatte sehr feine Gesichtszüge. Im Kontrast dazu trug sie einen feinen Anzug und darüber einen schweren offenen Mantel, beides in purem schwarz mit goldenen Knöpfen und Rändern. Mit dem weißen, seidenen Halstuch, ihren dunklen Stiefeln und der schwarzen Hose wirkte sie äußerst elegant, als ob es das einzige wäre, was sie überhaupt tragen würde.
Ok, das ist einer der kapitalsten Anfängerfehler. Eine Person charakterisiert man anhand einer (oder einer begrenzten Auswahl) an hervorstehenden Merkmalen, die für sie typisch ist und sie von anderen unterscheidet. Das hier ist eine Täterbeschreibung für einen polizeilischen Suchbefehl. Ich kenne zwar jetzt den ganzen Inhalt ihres Kleiderschranks, weiß aber nichts über sie.
Die männliche Bekleidung Kleidung ist weder feminin noch maskulin. Kleidung ist einfach nur Kleidung.   passte ihr perfekt und ihre noble Aura leere Phrase wurde noch weiter verstärkt. noch weiter? Ich kann mich nicht entsinnen, dass ich zuvor eine noble Aura verspürt hätte. Du hast keine Hinweise darauf gebracht. Und auch jetzt fühle ich keine noble Aura, nur weil du erwähnst, dass da eine sein soll. Wenn du eine noble Aura vermitteln willst, dann ZEIGE sie. An der Stelle, wo du vom Hut bis zu den Socken jedes Kleidungsstück aufgezählt hast, wäre dafür Platz. Überlege dir, woran du als Leser eine noble Aura festmachen würdest. Ist es ihr Auftreten? Streckt sie den Rücken zu gerade durch? Oder hat ihr Näschen einen aristokratischen Zug? Oder ihr Mundwinkel?
Als der Wind erneut leicht blies wann hat er denn vorher geblasen?
und der Mantel sich etwas bewegte, erhaschte er einen Blick auf einen silbernen Degen der an ihrer linken Seite hing, der Griff war äußerst kunstvoll verarbeitet, der Schutz der Hand nach vorne hin bestand aus vielen kleinsten verwobenen Metallfäden. warum schreibst du nicht einfach: Ein Windhauch blähte den Mantel und gab den Blick frei auf einen Degen? Die Details zur Waffe sind an der Stelle überflüssig und sogar deplatziert. Denn der Blick auf die Waffe löst sicher eine Reaktion, eine Emotion aus - und ich glaube nicht, dass er sich in die Betrachtung der Details verliert, so nach dem Motto: Uuui, darf ich mal sehn? Denn er betrachtet ihre Anwesenheit als unheilverkündend und gefährlich. Und dass sie bewaffnet ist, wird dieses Gefühl wohl kaum entschärfen. Deine Worte müssen das auch wiedergeben, zur Stimmung passen.

Die Waffe kam ihm bekannt vor, wusste aber nicht wo er sie zuvor gesehen hatte, klar war jedoch, dass es besser wäre, wenn der Degen an seinem Platz bliebe.
Bandwurmsatz. Zerlege den in mehrere Hauptsätze. Oder besser: Streiche den ganzen Part. Der sagt nichts aus. Außer, es ist wichtig, dass er die Waffe schon mal gesehen hat. Dann solltest du geschickter darauf hinweisen, ihn fieberhaft drüber nachdenken lassen, woher er sie kannte. So liest es es sich eher wie: Kenn ich die von irgendwoher? Na egal.  

Leider konnte sich Siegfried nicht über den Anblick freuen
hier springst du wieder. Über welchen Anblick?
, er erinnerte sich an ihr letztes Treffen vor über drei Jahren und seine erste Reaktion war niederzuknien, und zu flehen: „Altair, bitte verschone mich! Ich tue alles was du willst, ich kenne meine Sünden und weiß, dass ich Fehler begangen habe, aber gib mir doch eine Chance.“
Und das ist jetzt nicht nur wieder in der Zeit gesprungen, sondern völlig aus dem Thema, deplatziert, obendrein flach und lächerlich und blumig geschrieben. Er sieht sie zum erste Mal und geht sofort auf die Knie und bettelt um sein Leben? Aaaah ja. Ich nehme doch an, da gab es noch andere Begleitumstände. Die müsstest du bringen, sonst bist du unglaubwürdig und die Handlung ist unmotiviert. Das Problem an der Sache: Du hast hier keinen Platz, um ausschweifend zu erklären, warum, wieso, weshalb. Also lass es ganz bleiben.

Sie lachte und antwortete: „Meine Güte, die Jahre haben dich scheinbar doch etwas schlauer gemacht. Ich könnte fast meinen, dass du ernsthaft Reue zeigst. Steh aber erstmal auf, ich hasse es mit Leuten zu reden die so herumheulen, ich könnte dich glatt enthaupten, wenn du weitermachst.“
Und der nächste platte Dialog. Oder sollte ich sagen: Blanke Phrasendrescherei? Deine Dialoge klingen wie die Sonntagspredigt in der Kirche. Genauso lang und genauso spannend.

Altairs Worte ließen Siegfried in Schweiß ausbrechen,
so. Wo genau steckst du jetzt zeitlich? In der Gegenwart? In der Rückblende? Oder innerhalb der Rückblende von der Rückblende? Kein Mensch weiß mehr, wo du dich jetzt befindest. Und das ist genau der Grund, warum du dich chronologisch in der Zeit fortbewegen solltest. Rückblenden sollten man sparsam und vor allem gekonnt platzieren, so gut getarnt, dass man sie am besten gar nicht wahrnimmt.

er stand sofort sofort ist ein überflüssiges Füllwort. Streichen. auf und sah sie ängstlich an, schließlich wusste er, dass es alles andere als eine leere Drohung war. ersetze "alles andere als" durch "keine"
Widerstand war zwecklos in dieser Situation, selbst mit Dutzenden von Wachen hätte er nicht die geringste Chance gegen Altair. Er hatte zwar immer mit Stolz über seine magischen Fähigkeiten geredet, doch gegen sie, eine Existenz eines völlig anderen Niveaus, könnte er so viel ausrichten, wie eine Eimer Wasser gegen einen Waldbrand und das selbe galt für den Unterschied in der Schwertkunst.
Und hier kommt Papa Erklärbär und erzählt uns Geschichten, die keinen interessieren. Informationen, die du vermitteln MUSST, verwebe unauffällig in den Text. Auf alles andere kannst du getrost verzichten.
Während er so über die Ausweglosigkeit seiner Situation dachte
es heißt "nachdachte" und der ganze Satz ist überflüssig.

, fragte Altair ihn plötzlich: "plötzlich" streichen
„Und, wie waren die letzten Jahre für dich? Ich nehme an du hattest eine Menge Spaß.“
lahmer Dialog. Dialoge brauchen vor allem eines: Konflikt! Die deinen plätschern lahm und sinnlos dahin. Hauptsache, es wird etwas gesagt. Komm weg von der Prägung langweiliger Fernseh-Dialoge, die irgendein drittklassiker Drehbuchautor unter Zeitdruck auf Papier gedroschen hat. Außerdem habe ich keine Ahnung, ob ich noch in der Rückblende von der Rückblende stecke oder ob dieser Dialog jetzt beim Frischluftschnuppern auf Balkonien stattfindet, kurz bevor er abgestochen wird
Er dachte krampfhaft darüber nach wie er antworten sollte, doch es kam ihm keine gute Antwort in den Sinn und er nickte nur leicht merklich in der Hoffnung sie würde ihn nicht direkt umbringen.
Er schwieg. Spart dir ganze 32 überflüssige Wörter.
Während sie ihn weiter betrachtete, fuhr sie fort: „Dann verstehst du auch bestimmt, dass aller Spaß ein Ende haben muss, letztlich hast du ihn dir nicht verdient, sondern nur einen Kredit aufgenommen und heute erfolgt die Rückzahlung. Ich nehme an, du kannst dir denken, womit du zahlen musst?“
Der Pfarrer hat wieder gesprochen. Aber das mal außen vor: Wenn du deine Dialoge betrachtest fällt eines auf: Im Wortwechsel zwischen ihm und ihr ist nach jeder Dialogzeile eine Lücke, die du füllst, indem du sie irgendwas denken und machen lässt. Das nennt man "Beat". Man muss wissen, wann man Beats einsetzt und wann nicht. Beats verlangsamen den Ablauf. Außerdem unterstreichen sie Pointen. Bringt beispielsweise ein Charakter gegenüber einem anderen eine spitze Bemerkung, macht es Sinn, auf diese sofort zu kontern, ohne Unterbrechnung. Womm, die Antwort sitzt - jetzt folgt ein Beat, um die Würze in diesem Wortwechsel zu betonen. Quasi wie eine rhetorische Pause. Oder um eine Geschehen in die Länge zu ziehen. Beispielsweise um die Spannung zu erhöhen, indem man die Antwort nicht sofort gibt, oder um Zeit zu schaffen, um über einen Antwort nachzudenken. Für den Anfang kann es hilfreich sein, aus einem Text alle Beats zu entfernen und die Dialogzeilen direkt aneinander zu ketten. Beim Lesen fällt dann meist schnell auf, wo eine Pause hingehört und wo nicht. Probiere ein wenig herum, indem du Beats löschst oder umsetzt und schau, wie sich das Resultat ändert.

So, den ganzen Rest vom Text spare ich mir. Er bringt keine neuen Erkenntnisse für die Überarbeitung.

Zusammengefasst möchte ich sagen:
- Leider verliert sich die Handlung deiner Geschichte komplett in einem Wirrwarr aus Rückblenden. Das nimmt deinen Text jede Effizienz und unterbindet Handlungsaufbau und Spannungsbogen. Ordne deinen Text chronologisch an. Beispielsweise beginnend beim unbekümmerten Frischluftschnuppern (nicht zu ausufernd), dann der Schreckmoment - die unheilvolle Begegnung, gefolgt von einem grundlegend überarbeiteten Dialog, dessen Spannung in der Luft knistert und dann der Mord.

- Überprüfe deinen Text auf überflüssige Füllwörter, schwammige Formulierungen und unpräzise Wortwahl.
- Kürze deinen Text radikal um alles, was nicht ins Stimmungsbild passt oder keine wichtigen Erkenntnisse und Stimmungsbilder vermittelt. Straffe ihn, um das Erzähltempo anzukurbeln.
- überprüfe deine Beats
- arbeite an deinem Stil (Grammatik auch)! In Hauptsätzen liegt die Kraft, vorzugsweise mit Subjekt und Prädikat beginnen, zwischengeschobene Nebensätze vermeiden (Im Idealfall folgt der Nebensatz einem Hauptsatz), Verben den Vorzug geben, komplexe und langatmige Substantive vermeiden (klingen umständlich), Adjektive und Adverbien gnadenlos auf den Prüfstand stellen. In meinen Texten streiche ich sie probehalber aus dem Text und sehe dann, welche davon ich wieder einfügen muss. Im unsicheren Fall lieber darauf verzichten.
- arbeite an der Charakterisierung deiner Personen. Nach der Szene weiß ich überhaupt nichts - weder über den Mörder, noch über das Opfer. Aber ich denke, dir als Autor geht es nicht anders - Hand aufs Herz! Es ist aber gerade die Charakterisierung, die einen guten von einem schlechten Text unterscheidet. Wenn ich einen Charakter nicht kenne, mich in ihn nicht hineinversetzen, mit ihm mitfühlen kann - was juckt mich dann die Geschichte, die er zu erzählen hat?
 
Ich hoffe, ich konnte helfen.
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Shiraha
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BeitragVerfasst am: 08.01.2018 18:28    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo an alle die geantwortet/ kommentiert/ geschrieben haben.

Um allen in der richtigen Reihenfolge zu antworten.
Erstmal an RememberDecember59, danke für die Rückmeldung. Ich fühle mich keineswegs angegriffen durch Kritik, ich habe den Text schließlich mit der Absicht veröffentlicht Kritik zu erhalten. Entsprechend bedanke ich mich, mich hat an Mermaids Antwort nicht gestört, dass ihr der Anfang nicht gefallen hat. Was ich als störend empfand, war die Abwesenheit einer Begründung oder wenigstens einer Erklärung, die nicht die Beschreibung als solche kritisiert. Deine Meinung dazu "lieblos hingeschrieben" gibt mir wenigstens eine Idee davon, wo etwas zu verbessern wäre, was bei ihrer Antwort für mich leider nicht möglich war. Ich kann mir also für die Zukunft merken, dass die Beschreibung lebendiger und "interessanter" sein sollte (auch wenn interessant natürlich von Person zu Person variiert).

An Mermaid,
wie ich bereits gesagt hatte, ich bin keineswegs gegen Kritik und die erste Antwort hat durchaus gezeigt, wo etwaige Schwachpunkte sind. Im Bezug auf meine (zweite) Antwort kann ich nur sagen, dass ich dich keineswegs als unqualifiziert einstufe. Jedoch war die Äußerung bezüglich des "Lexikoneintrages" relativ offen in den Raum gestellt und wenn du nicht weiter ausführst, was genau dich stört (Satzlänge, mangelnde Lebendigkeit, oder sonst etwas), dann sieht es wie eine prinzipielle Kritik an der Beschreibung/ Erläuterung aus, weniger daran wie es geschrieben wird.
Wenn du es so hinschreibst:
"Zu Kapitel 1: Ich bin nach den beiden ersten Absätzen ausgestiegen. Diese Absätze erzählen nichts, sie wirken wie Einträge in einem Lexikon oder Geschichtsbuch. Lass mich die Geschichte erleben. Wenn ich eine Dokumentation lesen will, greife ich zu einem Sachbuch. "
Dann sehe ich persönlich nicht was ich verbessern soll, warum es wie ein Lexikoneintrag für dich wirkt, oder ob dich Beschreibungen einfach im Allgemeinen stören. Ich nehme gerne Kritik an, aber bitte detaillierter ausgeführt, sonst ist es für mich schwer etwas zu verbessern (eher wie in deiner dritten Antwort, hier verstehe ich durchaus was zu verbessern ist).

An Moni1980, vielen Dank für die viele Mühe, es sieht nach einiger Arbeit aus das Ganze so detailliert durchzugehen. Vor allem wenn es um die chronologische Reihenfolge geht stimme ich absolut darin zu, dass hier der Teil verändert werden muss.
Um kurz auf die Dauer meiner Schreibtätigkeit zu kommen, dieser Prolog ist wortwörtlich der erste Text den ich ernsthaft in meiner Freizeit geschrieben habe (mit Ausnahme von Essays, Erläuterungen und anderen Textsorten, mit denen ich im Unterricht mehr zu tun habe). Entsprechend habe ich keinen Anspruch darauf, dass der Text wahnsinnig gut ist, sonst gäbe es keinen Grund nach Kritik zu fragen.

Die Rezension hat mir durchaus geholfen und ist sehr verständlich (wenn ich auch an ein paar Stellen eine andere Meinung habe, aber so etwas lässt sich nicht vermeiden, jeder hat letztlich seine eigene Meinung). Ich bedanke mich noch einmal herzlich für die Mühe, ich werde die Korrekturvorschläge im Kopf behalten.
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Gast







BeitragVerfasst am: 08.01.2018 19:26    Titel: Antworten mit Zitat

Gern geschehen.  Du kannst natürlich gern anderer Meinung sein.  Kritik soll schliesslich nur Vorschläge und Anreize bringen.  Dass es geholfen hat freut mich sehr.  Denn das entschädigt für Zeit und Mühe.  Texte zu überarbeiten ist immer zeitraubend.  Man schleift erst das grobe und dann muss man Wort für Wort, Satz für Satz nochmal auf den Prüfstand stellen.  Ist das besser so rum oder so rum?  Dieses Wort oder jenes Wort?  Soll ich das hier kürzen oder doch lieber nicht?  Wichtig ist nur, nicht zu viel des guten auf einmal.  Überarbeiten, sacken lassen und Abstand gewinnen.  Dann nochmal ran.
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Mermaid
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Pokapro 2015


BeitragVerfasst am: 08.01.2018 21:39    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Shiraha,

ich bin's noch mal. Mit der Kurzform "Lass mich die Geschichte erleben" konntest Du offenbar nichts anfangen, deshalb versuche ich es noch mal ausführlicher.

Die ersten beiden Absätze Deines ersten Kapitels sind wichtig. Aber in dieser Form nur für Dich, den Autor. Sie enthalten Zahlen, Daten, Fakten, wie sie in einem Geschichtsbuch oder einem Lexikon stehen könnten. Oder in Deinen Notizen zu den Fakten. Die Absätze enthalten keine Geschichte. Das sind nur aneinander gereihte Worte.

Die Familie kommt nach mehr als zwei Monaten (!) endlich in dieser Stadt an. Atair muss doch unglaublich froh sein, aus der Kutsche heraus zu kommen. Lass mich die Freude spüren. Hat sie ihr Pferd vermisst? Sie sieht eine der größten Städte der Welt (!) mit eigenen Augen. Was sieht sie? Was hört sie? Kann sie die Stadt überhaupt mit einem Blick erfassen?

Können sich die Konflikte, die sich im Großen um die Stadt abspielen, möglicherweise im Kleinen zeigen, in einer Szene, die Atair beobachtet, einem Streit unter Passanten?

Vielleicht hat ihr Bruder sie die ganze Zeit damit aufgezogen, dass sie eigentlich noch viel zu jung ist - und jetzt will sie ihm endlich beweisen, dass sie kein Kind mehr ist. Auf jeden Fall braucht sie neue Kleider. Oder? (Sie ist immerhin ein Mädchen.) Ihr ist nicht entgangen, dass ihre Mutter sie immer öfter besorgt angeschaut hat, je näher sie der Stadt gekommen sind, sie musste sich dem Willen ihres Mannes beugen, aber so what? Endlich sind sie da! Ist Altair euphorisch? Von der legendären Stadtmauer hat sie gehört, am liebsten würde sie sie heimlich anfassen, als sie hindurch fahren, aber sie traut sich nicht. Diese Steine halten magische Angriffe ab, heißt es, was würde passieren, wenn sie sie mit der Fingerspitze berührt? ...

All das soll Dir sagen: Mach es lebendig. Streu die Fakten geschickt ein, am besten durch Handlung und immer nur so viel wie wirklich zu dem Zeitpunkt nötig.

Viele Grüße
Mermaid
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Shiraha
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BeitragVerfasst am: 09.01.2018 19:27    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Mermaid,

danke für diese sehr verständliche Kritik.

Anhand des Beispiels verstehe ich absolut wo du die Mängel siehst, ich hoffe meine zweite Antwort war nicht zu schroff, es war keine persönliche Kritik an deiner Person, ich habe schlichtweg deinen Kommentar in der Form als wenig hilfreich aufgenommen, deswegen die lange Ausführung meinerseits.

Ich schätze natürlich die Mühe, welche du mit Lesen und Kommentieren aufwendest, das sollte klar sein.
Wie bereits gesagt ist die Erklärung bei dieser Antwort sehr deutlich für mich, ich werde versuchen die Geschichte lebendiger zu gestalten und keine reinen "Erklärbereiche" zu verwenden, sondern es mit der Handlung zu verweben oder einen Charakter (wie z.B. ihren Bruder oder ihre Eltern) die Informationen erzählen lassen und nicht so viel auf einmal, sondern in kleineren Portionen.
Natürlich soll die Geschichte kein Geschichtsbuch und auch keine "Chronik" sein, sondern dem Leser Spaß beim Lesen bereiten.
Ich nehme einfach mal an, dass ich einer der wenigen bin, die solche Sachtext-ähnlichen Bereiche gerne lesen.
Nochmal danke für das Kommentar.

Grüße Shiraha
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Shiraha
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BeitragVerfasst am: 10.01.2018 21:18    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo allerseits,

ich habe den Prolog vollständig überarbeitet und dabei versucht die Korrekturvorschläge von Moni1980 einzubeziehen. Die neue Fassung ist immer noch die selbe Szene und sollte sein/haben:
-in ordentlicher chronologische Reihenfolge ohne verwirrende Sprünge
-Kürzere Sätze
-Bessere Charakterisierung von Altair und Siegfried
-Dynamischere Dialoge (wobei ich hier immer noch nicht 100%-ig sicher bin)
(Hört sich an wie Patchnotizen für ein neues Update).

Ich habe versucht die Korrekturvorschläge umzusetzen, ob das Ergebnis bereits befriedigend ist, ist eine andere Frage. Ich hatte außerdem eine kleine Diskussion zum Prolog und es gibt zwei alternative Möglichkeiten ihn zu schreiben:
1. Der Prolog ist aus Sicht von Altair. Damit wird er später in der eigentlichen Geschichte entweder gedoppelt oder alternativ aus Sicht von Siegfried sein.
2. Der Mord ist nicht Teil des Prologs bzw. es steht nicht fest ob er letztlich stirbt. Die Frage ist, ob damit mehr Spannung aufgebaut wird, ich persönlich finde es mit dem Mord besser, kann als Autor aber meinen eigenen Text auch schlechter beurteilen.

Würde mich freuen wenn ihr etwas zu den beiden alternativen Möglichkeiten schreiben könntet. Ohne weitere Kommentare ist hier die neue Fassung, viel Spaß beim Lesen.

Siegfried stieg die alte Steintreppe zum Balkon des Turmes herauf. Ihm war sehr schwül und er sehnte sich nach etwas frischer Luft und einem Moment der Ruhe. Auf dem Fest in der Halle war es stickig und viel zu viele Leute waren zusammengequetscht. Eigentlich war es ja ein Fest zu seinen Ehren, er war endlich volljährig. Ein Moment auf den er lange gewartet hatte, trotzdem hatte er das Gefühl Klaustrophobie zu entwickeln, wenn er noch länger dort bleiben müsste, es war schlichtweg unerträglich. Vor allem das ganze niedere Gesindel regte ihn auf, alle wollten sie an seiner glorreichen Zukunft teilhaben. In Gedanken schwelgend betrat er den Balkon und atmete die frische und kühle Luft ein. Erleichterung überkam und er lehnte sich an die Wand. Nach einigen Momenten lief er zum Geländer und lies den Blick über die Landschaft schweifen. Das Mondlicht tauchte die Felder in ein milchiges weiß. Ein Meer aus Ähren, mit welchem der Wind zu spielen schien. Der Fluss in einiger Entfernung glitzerte im Mondschein und die nebenstehenden Häuser der Fischer und Bauern erweckten ein Gefühl von Idylle. Siegfried genoss den Moment von ganzem Herzen.

Dann hörte er ein merkwürdiges, leises Geräusch, eine Art Pfeifen. Er sah in alle Richtungen, verstärkte seine Augen und Ohren mit Magie und konnte doch nicht feststellen, woher das Geräusch kam. Plötzlich riss der Ton ab, er spürte ein Luftzug der von hinten kam. Halb zu Tode erschrocken, sah Siegfried zum Balkonausgang. Tatsächlich, dort stand nun ein Mädchen, dessen Anblick ihm sehr bekannt vorkam. Er wollte einen Schritt zurückweichen, doch erinnerte sich an das Geländer und brachte erstmal etwas Abstand zwischen sich und den Abgrund. Als das Mädchen seine Reaktion sah, lachte sie. Sie machte einen arroganten Eindruck, das Kinn leicht angehoben. Auf ihrem Gesicht war zu sehen, dass sie äußerst amüsiert von seiner Reaktion war und auf Siegfried herabsah. Ihre violetten Augen funkelten schelmisch und das lange schneeweiße Haar schien im Mondlicht zu leuchten. Siegfried war für einen Moment gebannt und konnte seine Augen nicht von ihr losreißen. Sie sah ihn mit fragendem Blick an und seufzte: „Also Siegfried, du könntest ja wenigstens hallo sagen. Ich meine, man sich nicht so oft und wir kennen uns ja doch schon ein ganzes Weilchen.“

Ihre Worte rissen Siegfried aus seinem Bann und er riss sich zusammen. Seine Hand wanderte zu seinem Degen und er antwortete in einem kühlen Ton:

„Sieh einer an. Fräulein Altair von Habsburg ist zu Besuch. Ich könnte meinen du willst auch einen Platz im Grab bekommen. War deine Familie nicht genug? Oder ist die Lust am Leben vergangen?“

„Harte Worte für einen Schwächling. Ist dir der Alkohol zu Kopf gestiegen? Vielleicht zu viele Schmeicheleien gehört? Es sieht so aus, als ob du vergessen hast, wer von uns beiden in einer problematischen Situation steckt.“

Altairs Gesicht hatte sich verfinstert. Sie sah Siegfried mit Verachtung an und war sichtbar unzufrieden mit seiner Reaktion. Ihre linke Hand schob ihren schwarzen, langen Mantel etwas zur Seite und sie legte sie auf den Knauf ihres Degens.

„Die Gottheit spricht. Vielleicht sollte ich noch mein Gebet abgeben, wo du schon da bist. Schließlich sind deine Besuche von uns niederen Sterblichen keine Häufigkeit“, erwiderte Siegfried sarkastisch. Ihm war die Problematik der Situation bewusst. Altair lag absolut richtig, er hatte keine Chance gegen sie. Die schmerzhafte Erinnerung vergangener Duelle ging ihm durch den Kopf. Trotzdem würde er auf keinen Fall auch nur einen Schritt zurückgehen. Er hasste sie und ihre Erniedrigung vor drei Jahren war wahrscheinlich der größte Triumph seines Lebens. Das sie damals überlebt hatte, ließ ihn einige Monate nicht schlafen. Und ausgerechnet jetzt wo alles so gut lief, tauchte sie wieder auf.

„Von Reue keine Spur. Hatte ich zwar nicht wirklich erwartet, aber das macht es dafür umso befriedigender. Letzte Worte? Irgendwelche Wünsche oder Abschiedsgedanken?“, fragte Altair ihn und zeigte ein grausamen Lächeln. Ihre rechte Hand umschloss den Degen fest und sie zog ihn langsam aus der Scheide.

Das Schleifgeräusch verursachte Gänsehaut bei Friedrich und er überlegte frenetisch wie er der Situation entkommen sollte. Ein direkter Kampf gegen Altair? Auf keinen Fall, dann ein Sprung vom Balkon? Sie würde ihn noch im Fall töten. Ausweichen zur Seite und Flucht über die Dächer der Festung? Noch schlimmer als vom Balkon zu springen. Er merkte, dass er keine Optionen hatte. Keine Wache würde schnell genug kommen können, geschweige denn ihm Unterstützung im Kampf leisten.

Altair merkte, dass von Siegfrieds Selbstsicherheit nicht mehr viel übrig war. Sie trat zwei Schritte vor und die Spitze ihres Degens war innerhalb eines Augenblickes an seiner Kehle. Das Lächeln auf ihrem Gesicht wurde breiter als sie ihn mitleidig ansah und sagte: „Die Reue scheint doch zu kommen. Ich sehe doch, dass du Angst hast. Große Worte benötigen große Taten und die kommen nur von Leuten, die etwas können. Du hingegen, bist nichts als ein Häufchen Schande. Und dein Tod wird genau so erbärmlich sein, wie deine Person.“

Siegfried wollte Altair ins Gesicht spucken als er ihre Worte hörte, doch er kam nicht dazu. Sie stieß die Spitze ihres Degens wenige Millimeter neben seiner Halsschlagader hinein. Der Degen war nur wenige Millimeter tief. Zorn wütete in ihm, doch die Angst und der Schmerz verhinderten, dass er etwas tat. Zufrieden blickte Altair ihm in die Augen und zog ihren Degen zurück. Sie ließ ihn geschmeidig in die Scheide zurückgleiten und Siegfried atmete tief durch. Schweißperlen waren auf seinem ganzen Gesicht. Er raffte sich zusammen und fragte:

„Was willst du eigentlich Altair? Einfach nur herumspielen und mich am Ende töten? Ich hätte mehr von dir erwartet. Du warst schließlich immer diejenige, die so viel von Moral und der Verantwortung des Adels geredet hat. Jetzt, da sich die Situation geändert und du nicht mehr auf deinem hohen Ross sitzt, passt dir der Kram nicht mehr?“

„Welch Wunder!“, rief Altair aus und verdrehte die Augen, „plötzlich erinnerst du dich an meine Worte. Ich könnte dich das selbe fragen. Du hast doch noch nie etwas von Moral und Ehre gehalten. Und jetzt, in den letzten Momenten fällt dir ein, dass es sowas gibt. Im nächsten Mal, welches es für dich nicht geben wird, empfehle ich dir zuerst zu denken und dann den Mund aufzumachen.“

In dem Moment wusste Siegfried, dass es alles oder nichts war. Er zog den Degen und vollführte eine Stichbewegung in Richtung von Altairs Bauch. Sie stieß aber seinen Degen mit ihrem eigenen mit Leichtigkeit zur Seite. Er nutzte den Schwung um jetzt zu einem Angriff in Richtung Kopf anzusetzen. Doch in dem selben Moment spürte Siegfried einen grässlichen Schmerz. Er verlor das Gefühl in den Beinen und fiel zu Boden. Altair hatte seinen Bauch durchstoßen. Ihr Degen kam aus seinem Rücken wieder heraus und hatte dabei seine Wirbelsäule entzwei geteilt. Sie zog ihn wieder aus ihm heraus, bevor er zusammenbrach. Die silbrige Klinge war das letzte was Siegfried sah bevor sein Gesicht auf den Boden auftraf. Der allgegenwärtige Schmerz füllte Siegfrieds ganzes Wesen. Er wusste nicht mehr wo unten oder oben war, wie er hieß oder welcher Tag es war. Sein einziger Gedanke war die Hoffnung, dass es aufhören würde. In seinen letzten Momenten drang Altairs Stimme an den Rand seines Bewusstseins: „Dein Tod wird der Anfang einer neuen Ära sein. Den Tag an dem euch Abschaum der Gedanke kam solch eine Schandtat zu begehen, werdet ihr bereuen. Das Leid, den Schmerz, die Hoffnungslosigkeit. Ihr werdet alles zurückbekommen."

Altair betrachtete einige Momente lang die Leiche von Siegfried. Mit einem letzten verächtlichen Gesichtsausdruck sprang sie von den Mauer und landete federweich auf dem Boden, welcher fast vierzig Meter tief war. Sie begab sich in Richtung Norden, wo ihre Rache erst wirklich anfangen würde.
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RememberDecember59
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BeitragVerfasst am: 13.01.2018 18:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Shiraha,
ich hab ein bisschen überlegt, ob ich wirklich nochmal was dazu schreiben soll. Das liegt daran, dass ich die aktuelle Fassung eigentlich weniger mag als die ursprüngliche und ich aber nicht will, dass sich die Diskussion im Kreis dreht und du am Ende gar nicht mehr weißt, was jetzt zu tun ist. Aber jetzt schreibe ich doch nochmal, auch wenn dir das vielleicht nichts bringt.

Gut finde ich, dass da jetzt keine Zeitsprünge mehr drin sind und das Ganze chronologisch ist. Aber was ich total schade finde, ist, dass von der mystischen Aura von Altair jetzt gar nichts mehr zu spüren ist. In der ersten Fassung war sie meiner Meinung nach viel interessanter. Sie wirkte kindlich, verspielt und dabei doch gefährlich und absolut tödlich - eine wirklich spannende, faszinierende Mischung. Siegfried hat von vornherein gewusst, dass er keine Chance hat - das hat diesen Eindruck verstärkt. Jetzt diskutiert er mit ihr und greift sie an, dadurch wirkt sie nicht mehr so gefährlich und weniger "magisch". Weißt du, was ich meine? Dadurch verliert die Begegnung irgendwie voll an Atmosphäre.
Die Dialoge aus der ersten Fassung fand ich besser, man hätte sie etwas knapper ausfallen lassen können (ein paar Füllwörter weglassen). Die Dialoge hier gefallen mir irgendwie gar nicht mehr.


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Bartimäus: "...-was ist das?"
Kobold: "Hätte mich das jemand anders gefragt, o Herr, der ihr Schrecklich und Unübertrefflich seid, hätte ich ihn einen Dummkopf genannt, bei Euch jedoch ist diese Frage ein Zeichen jener entwaffnenden Schlichtheit, welche der Born aller Tugend ist. ..."

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Shiraha
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BeitragVerfasst am: 16.01.2018 18:50    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo RememberDecember59,

danke für die Antwort. Um ehrlich zu sein, werde ich den Prolog erstmal ruhen lassen und an den ersten Kapiteln arbeiten, da habe ich etwas mehr Ideen im Moment.

Im Bezug auf Altair und die Dialoge, ich habe versucht sie im Sinne von Moni1980 Korrekturvorschlag umzuschreiben, es ist aber keine finale Fassung was ich jetzt geschrieben habe. Die beiden Versionen werden erstmal parallel bestehen und ich werde mich zu einem späteren Zeitpunkt wieder daran setzen. Es freut mich natürlich, dass dir die genannten Punkte in der ersten Fassung gefallen haben, leider steht das in einem starken Kontrast zu einer anderen Kritik, weswegen ich jetzt nicht wirklich sagen kann, wohin der Prolog sich bewegen soll. Wie gesagt, erstmal wird der Prolog ruhen und die Geschichte selbst wird weiter geschrieben. (Tut mir leid für die späte Antwort, hatte meine E-Mails nicht kontrolliert)

Grüße Shiraha
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RememberDecember59
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BeitragVerfasst am: 16.01.2018 21:32    Titel: Antworten mit Zitat

Vielleicht schaut hier ja auch nochmal der ein oder andere rein und laesst seine Meinung da. Ansonsten denke ich, machst du es schon richtig: erstmal ruhen lassen. smile

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PhilipS
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BeitragVerfasst am: 24.01.2018 20:05    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Shiraha,

der Titel des Threads hat meine Neugier geweckt, und ich habe einfach draufgeklickt. Wie ich das sehe, gibt es zur Zeit zwei verschiedene Versionen. Ich habe gerade leider keine Zeit, sie zu vergleichen. Ich würde das gerne nachholen, wenn ich dazu komme. Ich habe Dir aber ein paar Anmerkungen zur zweiten Fassung geschrieben. (Nicht erschrecken, wenn jetzt nur Verbesserungsvorschläge kommen; ich kommentiere für gewöhnlich nicht, wenn ich glaube, dass nichts verbessert werden muss.)

Zitat:
Das Schleifgeräusch verursachte Gänsehaut bei Friedrich

Hier er nicht Siegfried?

Zitat:
Altair merkte, dass von Siegfrieds Selbstsicherheit nicht mehr viel übrig war.

Da die ganze Passage aus Siegfrieds Perspektive geschrieben ist, stoße ich mich an diesem Wechsel. Vielleicht schreibst Du etwa "Altair musste gemerkt haben" oder "hatte anscheinend gemerkt". Dann ist klar, dass Siegfried das aus ihrem Verhalten entnimmt, und wir nicht plötzlich eine andere Perspektive haben.

Zitat:
Sie stieß die Spitze ihres Degens wenige Millimeter neben seiner Halsschlagader hinein. Der Degen war nur wenige Millimeter tief.
Du hast hier zweimal Millimeter geschrieben. Es mag Wörter geben, die man unproblematisch wiederholen kann, aber das scheint mir nicht dazuzugehören. Außerdem passiert hier etwas, das mich bei Fantasy oft stört. Nämlich dass unsere Maßeinheiten benutzt werden. Das metrische System wurde nach der französischen Revolution eingeführt, weil es mit seiner Zehner-Basiertheit als vernünftig galt. Davor waren Systeme üblich, die mit dem menschlichen Körper arbeiteten. Vielleicht so etwas wie "stieß die Spitze um Haaresbreite neben seiner Halschlagader hinein. Der Degen war nur den Bruchteil eines Zolls eingedrungen." (Es ist klar, dass Du mit "der Degen war tief" meinst, dass er tief in der Haut war. Es ist aber dennoch keine glückliche Formulierung, wie ich finde.)

Zitat:
Zorn wütete in ihm
Dass Du eine Wendung, die man oft bei Naturgewalten benutzt, auf seine Gefühle überträgst, gefällt mir zwar, aber zu sagen, dass der Zorn wütet, klingt redundant.

Zitat:
passt dir der Kram nicht mehr?
Finde ich zu salopp, wenn man bedenkt, dass es um zwei adelige geht.

Zitat:
Im nächsten Mal, welches
Warum "welches", wenn man auch "das" sagen kann? (Ich finde, "welche/r/s" als Relativpronomina sollte man vermeiden, wann immer möglich. Ich kann das nicht weiter begründen. Wenn Du das anders siehst, kannst Du diese Anmerkung getrost ignorieren.

Zitat:
Er wusste nicht mehr wo unten oder oben war, wie er hieß oder welcher Tag es war.
Du willst klar machen, wie übel es Siegfried geht. Leider wirkt diese Schilderung ausgesprochen nüchtern. Es fehlt etwas, das deutlich macht, wie seine ganze Persönlichkeit und bewusstes Denken vom Schmerz verdrängt wird.

Zitat:
sprang sie von den Mauer und landete federweich auf dem Boden, welcher fast vierzig Meter tief war.
Auch hier wieder: Warum "welcher", wenn man "der" sagen kann.

Edit, 25. 1.:
Ich habe mir die erste Fassung durchgelesen und möchte mich der Einschätzung von RememberDecember anschließen. In der ersten Fassung wirkt Altair gruseliger und interessanter, weil sie so zwischen verspielt und erbarmungslos oszilliert. Vielleicht lässt sich ihre Beschreibung im dritten Absatz übernehmen? Und ihre Art zu reden?


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Shiraha
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BeitragVerfasst am: 19.07.2018 11:33    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke für den Beitrag PhilipS,

tut mir leid, dass ich das erst jetzt lese. Ich war einige Zeit lang praktisch nicht online aufgrund anderweitiger Prioritäten (hähm Abitur) und habe wohl die Benachrichtigung übersehen.
Einige Monate später beim Durchlesen fällt es mir auch sehr auf, dass Altair in der ersten Fassung deutlich stärker den Charakter und die Ausstrahlung besitzt, die ich ihr auch geben wollte.
Ich glaube zwar, dass die zweite Fassung an ein paar Stellen abgerundeter ist (vor allem sprachlich), aber tatsächlich das Kernelement verloren hat, welches die Exposition von Altairs Charakter ist, der ja in einem möglichst extremen Kontrast zu ihrem Auftreten in Kapitel 1 stehen soll und somit das Leserinteresse wecken.

Nochmals danke für die Rückmeldung und meine Entschuldigung für die späte Antwort
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