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Dead End


 

 
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Joule
Erklärbär


Beiträge: 1



BeitragVerfasst am: 15.01.2017 16:30    Titel: Dead End eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo,

ich dachte, es wird mal Zeit für meinen Einstand. Es ist eine kleine, kurze Geschichte, die mir vor kurzem durch den Kopf gegangen ist und die ich zu Papier bringen wollte.


Dead End

Ich hatte keine Kontrolle mehr. Keinerlei Einfluss mehr auf die Richtung, die mein Wagen nun von alleine einschlug. Das Lenkrad bewegte sich völlig frei zwischen meinen Fingern.
Ich schluckte schwer und versuchte nicht in Panik zu geraten. Unaufhaltsam schob sich mein Wagen in den finsteren, nassen Schlund.
Es wurde immer dunkler und dann kam das Wasser. Erst in dünnen Fäden, doch mir war klar, das war erst der Anfang. Ich hatte keinerlei Chance meinem Schicksal zu entrinnen. Aus dem anfänglich schüchternen Rieseln wurden nun stürmische Wassermassen. Dann sah ich sie. Die riesigen dunklen Brocken, die sich auf mich zuschoben. Mein Wagen erbebte unter ihrem Einschlag. Das Getöse war unsagbar laut, aber nichts konnte meinen Herzschlag übertönen, der hektisch in meinen Ohren pulsierte. Meine Hände verkrampften sich. Ich hielt mich verzweifelt an meinem Sitz fest, meine Beine zitterten. Die Panik war nun da. Nichts konnte sie mehr zurückhalten.
Leise entrangen sich ängstliche Schreie meiner Kehle. Von allen Seiten schlug es nun gegen meinen Wagen. Und als ich dachte, es könnte nicht mehr schlimmer werden, erblickte ich ... mein Ende. Ein riesiges metallenes Hindernis versperrte meinen Weg. Mein Wagen schob sich unaufhaltsam darauf zu. Ich wollte raus, aber die Türen ließen sich nicht öffnen. Immer näher kam die monströse Barriere, an der ich zerschellen würde. Ich konnte mein Herz im ganzen Körper schlagen spüren… ich schloss die Augen und begann zu schreien, mich meinem Schicksal ergebend.
Dann ein neues Geräusch. Leise und zurückhaltend gegenüber dem Getöse, das bis eben noch geherrscht hatte. Es war ein Klopfen. Ein Klopfen an meine Seitenscheibe. Vorsichtig öffnete ich die Augen und sah einen leicht genervt blickenden Mann neben meiner Autotür. „Entschuldigung“, rief er mir durch die geschlossene Scheibe zu, „aber wären Sie so freundlich Ihren Wagen zu starten und aus der Waschstraße raus zu fahren?“

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kioto
Geschlecht:männlichEselsohr

Alter: 68
Beiträge: 346
Wohnort: Rendsburg


BeitragVerfasst am: 15.01.2017 18:01    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Joule,
Finde ich gut, die Geschichte. Als meine Kinder noch kleiner waren, bin ich mit Ihnen durch die Waschstrasse gefahren. War für sie ein echtes Abenteuer.
Gruß Werner


_________________
Stanislav Lem: Literatur versucht, gewöhnliche Dinge ungewöhnlich zu beschreiben, man erfährt fast alles über fast nichts.
Phantastik beschreibt ungewöhnliche Dinge (leider m.M.) meist gewöhnlich, man erfährt fast nicht über fast alles.

Gruß, Werner am NO-Kanal
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NikCe
Eselsohr


Beiträge: 261



BeitragVerfasst am: 15.01.2017 22:18    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Joule,

ein nettes kurzes Stück hast du da, mit einer sehr guten Pointe, die allerdings nicht so richtig zum Wirken kommt.

Kurze Vorbemerkung: Englische Titel, noch dazu bei einer Kürzestgeschichte, müssen nicht unbedingt sein, es gäbe so schöne deutsche Alternativen, die meiner Meinung nach noch besser die Doppeldeutigkeit der Geschichte zum Wirken bringen würden.

Sind wir auch schon bei der Doppeldeutigkeit. Deine Geschichte lebt davon, dass heftige Emotionen durch ein scheinbar gravierendes Erlebnis evoziert werden. Ich hätte mir gewünscht, dass du, bevor es herauskommt, dass es sich um eine Waschstraße handelt, ein expliziteres Bild von einer richtigen Gefahr zeichnest. z.B. der Kontrollverlust auf einer überfluteten/vereisten Fahrbahn, etwas in diese Richtung, damit die Leserschaft annehmen kann, die Ängste und Verzweiflung sind berechtigt. So spulst du nur klischeehafte Phrasen ab, die zwar einen Eindruck davon geben, welche Stimmung dir vorschwebt, aber keine dieser Emotionen wird zu mir transportiert. Ich hätte gern ein Gefühl gehabt wie "Oh nein, gleich ist es um die Person geschehen!", das sich in einer Erleichterung auflöst "Na geh bitte, darauf bin ich jetzt reingefallen? Ist doch nur eine Waschstraße, was für eine Memme!"

Du erzählst außerdem wahnsinnig distanziert, die ständigen Einschübe von "nun", "dann" zementieren einen fixen Ablauf einer Handlung, die vom Erzähler geschildert, aber nicht erlebt wird. Des weiteren bedienst du dich eines ziemlich monotonen Satzbaus, sodass auch da nicht recht Spannung auftaucht.

Im Ganzen, eine nette Idee, der es aber noch in der Ausführung mangelt.
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Rodge
Geschlecht:männlichKlammeraffe


Beiträge: 662
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 16.01.2017 07:15    Titel: Antworten mit Zitat

Moin, moin,

für meinen Geschmack zu viele Plattitüden, z. B. "Ich schluckte schwer und versuchte nicht in Panik zu geraten". Wenn du nicht verstehst, was ich meine:
- Wie schluckt man denn schwer?
- Wie versucht man, nicht in Panik zu geraten?

Schön wäre, wenn nicht nur die Geschichte ungewöhnlich wäre.

Grüße
Rodge
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gruen
Geschlecht:männlichLeseratte

Alter: 32
Beiträge: 141



BeitragVerfasst am: 16.01.2017 13:15    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Moin, moin,

für meinen Geschmack zu viele Plattitüden, z. B. "Ich schluckte schwer und versuchte nicht in Panik zu geraten". Wenn du nicht verstehst, was ich meine:
- Wie schluckt man denn schwer?
- Wie versucht man, nicht in Panik zu geraten?

Schön wäre, wenn nicht nur die Geschichte ungewöhnlich wäre.

Grüße
Rodge


@Rodge Das dir zu viele Plattitüden vorhanden sind ist ja eine Sache. Deine Begründung allerdings ist meiner Meinung nach sehr unzureichend.
Was mit schwer schlucken gemeint ist, war mir gleich klar.
Und man kann sehr wohl gegen drohende Panik ankämpfen. Techniken hierfür findest du beim Herrn Google smile.

Ich fand die Geschichte sehr gut. Ich war bildlich dabei bis ich am Ende erkennen musste, dass das komplette Kopfkino falsch gewesen war.
Sehr schön.
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Uwe Helmut Grave
Geschlecht:männlichOpa Schlumpf

Alter: 65
Beiträge: 1027
Wohnort: Wolfenbüttel


BeitragVerfasst am: 16.01.2017 13:31    Titel: Antworten mit Zitat

Flott geschrieben, keine Überlänge, überraschender Plot - keine Zeitverschwendung für mich als Leser, vielmehr animiert es mich, öfter mal in die Einstandsaustern hineinzuschauen, dort verbirgt sich so manche kleine Leseperle.

_________________
U.H.G. - Freude am Lesen
"Wie sind des Kaisers neue Kleider unvergleichlich!" - "Aber er hat ja gar nichts an!" (Hans Christian Andersen) - Die Welt ist anders(en) als sie es dir erzählen.
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lupus
Geschlecht:männlichPapiertiger

Alter: 52
Beiträge: 4172
Wohnort: wien



BeitragVerfasst am: 16.01.2017 21:42    Titel: Re: Dead End Antworten mit Zitat

Servus Joule,

hm, ich werd so gar nicht warm mit deinem kleinen Text. Zum einen finden sich da mE einige Redundanzen, die besonders bei einem kurzen Text auffallen. Entweder sie sind dir nicht aufgefallen oder du hast dich nicht wirklich getraut zu streichen, weil ja der Text ohnehin schon kurz ist.

Außerdem ist das ja doch ziemlich tellig. Ich bin kein großer Anhänger des permanenten 'show don't tell'. Hier allerdings - du willst ja so etwas wie Spannung erzeugen, wäre es schon angebracht. Oder aber es müsste sprachlich auf extrem hohem Niveau sein. Letztes scheinst du gar nicht zu beabsichtigen, weshalb eigentlich nur bleibt, noch viel tiefer in das PI ein zu tauchen.


Joule hat Folgendes geschrieben:
Hallo,

Dead End

Ich hatte keine Kontrolle mehr. Keinerlei Einfluss mehr auf die Richtung, die mein Wagen nun das 'nun' ist überflüssig, alles was passiert ist 'nun', außer du wechselst in die ZUkunft oder ins PQP   von alleine zunächst ist das ein bisserl umgangssprachlich; außerdem ist es überflüssig, weil wir schon über den Kontrollverlust bescheid wissen einschlug. Das Lenkrad bewegte sich völlig frei zwischen meinen Fingern  und hier hebst du alles auf, was du vorhin geschrieben hast - wenn das Lenkrad sich frei bewegt, hat das PI das Lenkrad los gelassen, d.h. den Kontrollverlust absichtlich herbeigeführt - mir ist somit auch nicht klar, was der Erzähler sagen will.

Hier steht also 3x dasselbe, ohne inhaltlichen oder sprachlichen Zusatznutzen. Und im letzten Teil ist dann noch ein Logikfehler.


Ich schluckte schwer und versuchte nicht in Panik zu geraten. sehr tellig, fast berichtartig - Gefühl jedenfalls will bei mir keines ankommen

Unaufhaltsam schob sich mein Wagen in den finsteren, nassen Schlund.
Es wurde immer dunkler und dann kam das Wasser.

Un wieder: 2x dasselbe, sogar in einem Parallelismus

Erst in dünnen Fäden, doch mir war klar, das war erst der Anfang. Ich hatte keinerlei Chance meinem Schicksal zu entrinnen. Aus dem anfänglich schüchternen Rieseln wurden nun stürmische Wassermassen. Dann sah ich sie.

ab jetzt beschränk ich mich auf die Markierung von Adjektive. Wieder: nix gegen Adjektive, aber hier dienen sie mehr der Ablenkung als der Vertiefung und Präzisierung. Und es sind dann doch zu viele. Außerdem sind da einige Formulierungen drin, die sehr plattitüdenhaft erscheinen.

Die riesigen dunklen Brocken, die sich auf mich zuschoben. Mein Wagen erbebte unter ihrem Einschlag. Das Getöse war unsagbar laut, aber nichts konnte meinen Herzschlag übertönen, der hektisch in meinen Ohren pulsierte. Meine Hände verkrampften sich. Ich hielt mich verzweifelt an meinem Sitz fest, meine Beine zitterten. Die Panik war nun da. Nichts konnte sie mehr zurückhalten. wieder 2x dasselbe und da sein is nicht gerade die schönste Formulierung
Leise entrangen sich ängstliche Schreie leise Schreie?meiner Kehle. der Satz ist ein bisserl gar verschwurbelt, passt so gar nicht zum bisherigen StilVon allen Seiten schlug es nun gegen meinen Wagen. Und als ich dachte, es könnte nicht mehr schlimmer werden, erblickte ich ... mein Ende. Ein riesiges metallenes Hindernis versperrte meinen Weg. Mein Wagen schob sich unaufhaltsam siehe: Unaufhaltsam schob sich mein Wagen darauf zu. Ich wollte raus, aber die Türen ließen sich nicht öffnen. Immer näher kam die monströse Barriere, an der ich zerschellen würde. Ich konnte mein Herz im ganzen Körper schlagen spüren… ich schloss die Augen und begann zu schreien, mich meinem Schicksal ergebend.
Dann ein neues Geräusch. Leise und zurückhaltend gegenüber dem Getöse, das bis eben noch geherrscht hatte. Es war ein Klopfen. Ein Klopfen an meine Seitenscheibe. Vorsichtig öffnete ich die Augen und sah einen leicht genervt blickenden Mann neben meiner Autotür. „Entschuldigung“, rief er mir durch die geschlossene Scheibe zu, „aber wären Sie so freundlich Ihren Wagen zu starten und aus der Waschstraße raus zu fahren?“


Die Idee allerdings ist nett.

am Text müßte noch intensiv gearbeitet werden. Den Titel kann ich auch nicht einordnen. Sackgasse??

lgl


_________________
lg Wolfgang

gott ist nicht tot noch nicht aber auf seinem rückzug vom schlachtfeld des krieges den er begonnen hat spielt er verbrannte erde mit meinem leben

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"Ich bin leicht zu verführen. Da muss nur ein fremder Mann herkommen, mir eine Eiskugel kaufen und schon liebe ich ihn, da bin ich recht naiv. " (c) by Hubi
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peterbone
Geschlecht:männlichGänsefüßchen


Beiträge: 21



BeitragVerfasst am: 16.01.2017 23:19    Titel: Antworten mit Zitat

Die Geschichte beruht auf einer einzigen Idee, wirkt dabei recht verkopft, und der Kopfsteuerung wird alles unterworfen. Diese Art von Umsetzung mit dieser Art von Clou habe ich schon öfter erlebt. Irgendwie reicht das noch nicht, irgendwie fehlt da noch etwas, aber wir sollten nicht vergessen, dass dies ein Einstand ist, ein Anfang, und dass da sicher noch viel mehr und immer Besseres nachkommen wird! Ich finde es jedenfalls mutig, dass der Autor sich vorgewagt hat und meinen Beifall hat er.
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