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KittyCate
Geschlecht:weiblichSonntagsschreiber

Alter: 22
Beiträge: 10
Wohnort: Leipzig


BeitragVerfasst am: 01.07.2015 14:23    Titel: Heaven and Earth ~ Geteiltes Leid eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Das sind der Prolog und das erste Kapitel des Bandes Nummer 1 meiner Fantasy-Trilogie. Ich schreibe momentan schon an Band 2 und würde es wahnsinnig toll finden, wenn ich irgendwann meine Bücher veröffentlichen könnte.
Aber da steht mir noch ein langer Weg bevor! Laughing Bitte kommentiert, kritisiert und verbessert, was das Zeug hält, ich will unbedingt mein Ziel erreichen und ein guter Autor werden Smile
Wenn euch diese Geschichte anspricht und ihr mehr davon wollte, dann seid bitte so nett und lasst es mich wissen, es würde mich sehr freuen!

Liebe liebe Grüße an alle da draußen ~ KittyCate



Prolog
Im Jenseits:

“Einst hatten dem Himmel unvorstellbare Weiten gehört. Er hatte keine Grenzen gekannt. Für Jüngere war es eine Zaubergegend gewesen, für die Älteren ein Paradies.
Doch heute ist das nicht mehr so. Alles hat sich verändert. Damals sind wir Cherubim des Tages noch von der Sonne geweckt worden. Heute ist es die Angst. Die Angst vor der Dunkelheit, die das Jenseits Stück für Stück für sich gewinnt...”
“Was sagst du dazu?”, fragte DonCielle ihre jüngere Schwester. “Es interessiert mich nicht. Ich kann damit nichts anfangen, jetzt kommt schon!” “Wie kann dich das nur nicht interessieren? Es geht um unser Reich, unser Leben, unser geliebtes Paradies, es wird von der Dunkelheit heimgesucht!”
Der junge Cherub starrte auf Diamanto, der Seraphim (was soviel wie ein höher gestellter Engel bedeutete), die soeben einen Vortrag angefangen hatte. Cherubim waren geflügelte Wesen, die im himmlischen Reich des Jenseits lebten und etwa der Gestalt eines Engels gleichkamen.
“...Seht nicht zu, wie die Finsternis euch verschlingt! Helft mir Brüder und Schwestern! Damit...”
DonCielle schloss die Augen. Die Worte der Göttin saßen tief in ihr. Auch sie hatte Angst den Himmel und damit ihr Zuhause und das von Millionen anderen Engeln zu verlieren. Doch was konnten sie tun?
“Jetzt komm doch endlich, Cielle, du hast mir versprochen, dass du mit mir spielst!”
“Ich weiß, was du unter 'spielen' verstehst!”, gab jene gereizt zurück. Eigentlich hatte sie versucht ihrer Anführerin zuzuhören und den Sinn ihrer Worte zu verstehen. Doch ihre Schwester war 200 Jahre jünger als sie und somit noch zu klein, um die Situation richtig aufzunehmen.
DonCielle spürte den drängenden Griff ihrer Schwester, die sie wegzuzerren versuchte. Widerwillig ließ sie es geschehen und bekam gerade noch die letzten Worte Diamantos mit: “Es wird der Tag kommen, da wird nichts mehr so sein wie früher...”

Kapitel 1

DonCielle blickte sich um. Sie sah erleichtert auf, als sie feststellte, dass das Paradies, ihr Haus und ihr Bett noch immer existierten. Sie freute sich ein weiteres Mal die warme Bettdecke, die nur aus Federn bestand zu spüren, die Kühle, Frische und Geborgenheit der Kristallwände ihres Hauses wahrzunehmen, und die heilige Atmosphäre des Jenseits in ihre Seele eindringen zu lassen.
Jedes Mal, wenn sie abends schlafen ging und die Cherubim der Nacht ihre Arbeit  begannen, fürchtete sie sich vor der Ungewissheit der Zukunft. Sie wusste nicht, ob die Kräfte der Dunkelheit in der Nacht sie und ihr Haus heimsuchen würden. Jede Nacht könnte ihr Ende sein. Vielleicht würde sie morgen schon gar nicht mehr aufwachen. Sie wäre verschwunden. Einfach weg. Niemand wusste, was mit einem Engel geschah, den die Finsternis ergriffen hatte. Er fiel vom Himmel und war weg. Auf der Erde. Oder in der Unterwelt. Keiner konnte es so genau sagen.
Wenn DonCielle aufwachte fiel ihr erster Blick immer auf das Bett ihrer Schwester. Sanft in Federn eingehüllt schlummerte sie vor sich hin. Ihre kleinen goldenen Flügel dicht in ihren Körper geschmiegt.
Der Cherub fuhr sich durch ihre goldblonden Haare, die äußerlich wie Stroh aussahen, aber so weich wie Seide waren. Ihre Finger glitten über ihre kreisrunden Ohrringe, die sie nie auszuziehen pflegte, selbst im Schlaf behielt sie sie an.
DonCielle rieb sich ihre grauen Augen und erhob sich. Sie strich ihr langes weißes Gewand glatt und band sich ihren braunen Gürtel um die Taille.
Was stand heute an? Was sollte sie tun? Sich um ihre Schwester kümmern? Wie jeden Tag, den sie noch erleben durfte? Nun gut, dachte sie. Was soll man denn auch machen, wenn man weiß, dass man jeden Moment verschwinden kann? Sterben gab es bei den Geflügelten nicht. Diesen Begriff kannten sie von den Menschen her. Doch im Jenseits gab es keinen Tod. Jeder lebte ewig. Doch wer einmal das Paradies verließ, oder durch die schwarzen Arme der Dunkelheit hinab gezogen wurde, verlor seine Unsterblichkeit und seine Mitgliedschaft als Engel.
In der Legende des Himmels hieß es: Wer die Tore des Paradieses schließt, der möge niemals heimkehren!
Schlagartig berührte DonCielle das Amulett, das um ihren Hals hing, um sich zu vergewissern, dass es noch da war. Jeder Cherub, den das Jenseits neu erschuf, besaß ein Amulett, welches sein Aufnehmen in den Himmel als Engel und seine Unsterblichkeit sicherte. Dieses bestand aus einem weißen leuchtenden Kristall, der mit silbernen Flügeln besetzt war, aus einem Material, das keine Menschenseele und auch kein Cherub weder bearbeiten noch zu finden vermochte. Ein Geschenk des Paradieses.
Sie drehte sich um zu dem Bett ihrer Schwester DonÉtoiles. Gedanken der Angst vor dem Verlieren ihrer Schwester, quälten sie mindestens genau so viel wie die Angst um sich selbst. Sie konnte die Vision nicht unterdrücken, dass DonÉtoiles mitten im Schlaf von dunklen Mächten aus dem früheren Paradies gerissen wird. Sie würde alles tun, um dies von der Wirklichkeit abzuhalten.
Man soll immer positiv bleiben, hatte ihr mal jemand gesagt, an den sie sich nicht mehr erinnern konnte. Jedoch trifft das nicht in meinem Fall zu, dachte DonCielle.
Durch eines der wenigen Löcher, die so etwas wie ein Fenster darstellen sollten, drang zart die Wärme der ersten Sonnenstrahlen dieses neuen ungewissen Tages hindurch, während neben dem Licht heutzutage die Dunkelheit schlummerte. Die Häuser im Jenseits bestanden nur aus Kristall und so war das Anbringen von Fenster unmöglich, denn durch die Kraft dieses Materials, wäre es nicht möglich, das Fenster weder zu öffnen noch zu schließen. So hatte man kleine Löcher eingeschlagen, die die Lichtstrahlen der Morgensonne ungehindert hinein trugen. Es herrschte ein mildes angenehmes Klima, sodass es im Himmel nie kalt oder warm war, sondern immer die Temperatur, die die Seele benötigte.
Die Tür war ebenfalls ein großes Loch, wobei jeder Cherub mühelos in ein anderes Haus eindringen konnte. Doch da sich die Himmelsbewohner alle gegenseitig als eine Familie betrachteten, stellte dies noch nie ein Problem dar, jeder kannte sich.
Eine ganze Weile beobachtete sie das schlafende kleine Mädchen. Sie lächelte im Schlaf und sah furchtbar süß aus, fand DonCielle. Sie konnte sich noch genau erinnern wie sie vor ungefähr 200 Jahren allein unter einem Kristallbaum saß und sich schrecklich einsam fühlte, obwohl es so viele andere Engel in ihrem Alter gab. Da hatte ihr der Jenseits nach langem Beten eine kleine Schwester geschenkt. Sie war einfach da gewesen. Auf der Erde würde sie dem Alter von 12 Jahren entsprechen. Und so war sie auch zu ihrer zukünftigen Schwester gesandt worden.
Der Himmel selbst entscheidet wer mit wem verwandt sein soll. Man kann ihn nicht sehen, aber spüren. Sein Segen liegt auf einem jeden. Es gibt auch keinen Alterungsprozess. Die Macht des Jenseits legt bei der Entstehung eines neuen Cherub unter anderem auch das Alter fest und so bleibt es ewig. Man wird älter, jedoch die Haut gleicht immer dem Aussehen, welches derjenige ganz am Anfang hatte.
Ich werde dich immer beschützen, solange ich hier bleibe, versprach DonCielle ihr still. Dann weckte sie ihre jüngere Schwester sanft mit einem Kuss auf die Stirn.
“Komm! Lass uns zu unserer Herrin gehen. Alle werden sich heute noch bei ihr treffen.” DonÉtoiles verdrehte die Augen. Sie hatte diese langatmigen Reden, die ihre Schwester bevorzugte, langsam satt.
“Muss das sein? Ich mag ihre Reden nicht!” DonCielle schaute sie ganz fest an. Irgendein Gefühl, das sie nicht beschreiben konnte, wirbelte ihr in diesem Moment durch den Kopf.
“Und warum nicht?”
“Weil sie entmutigend sind. Ich verstehe sie noch nicht mal!”, meinte ihre Schwester. Jene setzte eine traurige Miene auf. Sie probierte DonÉtoiles' Worte mit dem Verstand eines Kindes ihres Alters aufzunehmen. Manche Dinge kann man nur nachvollziehen, wenn man sein Herz dafür öffnet! , diesen Satz hatte Diamanto mehrmals wiederholt in ihren Vorträgen. DonCielle wünschte sich nichts sehnlicher, als eine große Würde zu gewinnen und weise Sprüche im Gedächtnis zu haben. Leider war sie noch weit davon entfernt. Sie führte das Gespräch ganz normal fort, nachdem sie gemerkt hatte, dass die weisen Gedanken, die sie begehrte zu besitzen, zu ihrem Bedauern, eher in einem anderen Kopf waren als in ihrem.
“Manche Dinge muss man nicht verstehen und es ist gut, dass du es nicht musst, denn dann entgehst du der Angst, die viele von uns täglich mitmachen.”
“Welche Angst?”, hakte DonÉtoiles nach. Sie glaubte nicht an den Untergang des Paradieses und an den “Tod” der Geflügelten. Schon gar nicht daran, dass sie Angst hatten.
“Die Angst jeden Moment ergriffen zu werden von den dunklen Mächten, die seit kurzem nun auch nicht vor dem herrlichen Reich des Himmels zurückschrecken. Aber du musst dich nicht fürchten. Noch nicht.” wieder bemühte sich DonCielle einen gewissen Respekt zu ergattern.
“Und warum nicht?” wollte DonÉtoiles wissen, die immer noch fest davon überzeugt war, dass ihre Schwester und die anderen Cherubim allesamt fantasierten.
DonCielle unterdrückte ein Schluchzen und nahm DonÉtoiles schnell schützend in die Arme, um sie von dem Blick in ihr trauriges Gesicht abzuhalten. Der Philosoph verschwand und hervor kam wieder die ängstliche, emotionale DonCielle.
“Weil ich dich beschützen werde, solange ich...” ihre Stimme senkte sich vorsichtshalber. “...solange ich noch da bin.”

“Entschuldigung? DonRiche? Wo ist die Seraphim? Ich dachte, sie redet!” fragte DonCielle als sie im Getümmel von Engeln einen ihrer Freunde gefunden hatte.
“Sie redet auch, warte nur! Ah! Da kommt sie!”
Der Höflichkeitsapplaus zur Ehre der Seraphim Diamanto war schon seit einiger Zeit gedämpfter geworden. Die Engel hatten kaum noch Hoffnung auf das weitere Bestehen ihres Reiches. Jede Nacht verschwand mindestens ein Cherub. Alle wurden sie im Schlaf überrumpelt.
“Meine Kinder des Lichts! Meine Brüder und Schwestern! Helft mir! Zusammen müssen wir die Dunkelheit besiegen! Denn sonst wird die Dunkelheit uns besiegen! Und das dürfen wir nicht zulassen!” begann die Seraphim. In ihren Augen lag Verunsicherung.
DonCielle zog ihre Schwester neben sich. Sie quengelte, weil sie nicht zuhören wollte. DonRiche stellte sich dazu und flüsterte DonCielle ins Ohr: “Ich gebe euch einen Tipp. Bleibt nachts möglichst nah bei den Dendoxa und niemals alleine ohne einen anderen Engel. Dann sind euch wenigstens die nächsten Wochen gesichert!” Die Angesprochene nickte dankend.
Dendoxa waren die Cherubim der Nacht. DonCielle und der Rest der Engel, der Diamanto zuhörte, gehörten zu den Cherubim des Tages. Bei Einbruch der Dämmerung auf der Erde, wurde es auch im Jenseits langsam dunkel. Dendoxa waren folglich sogenannte Nachtwachen. Sie beschützten die übrigen Engel vor der Schwärze. Allerdings handelte es sich hierbei nicht um lebende Wesen, sondern Seelenkreaturen, die nur das Handwerk des Schützens verstanden. Und so konnte ihnen auch niemand etwas antun und umgekehrt auch nicht. Sie waren schwer zu beschreiben, da sie fast niemand jemals genau gesehen hatte.
DonCielle wollte den vorigen Rat gerade ihrer Schwester weitergeben, als sie plötzlich verblüfft feststellen musste, dass die Kleine sich schon wieder davon gemacht hatte.
DonCielle wurde allmählich sauer und ängstlich zugleich. Sofort folgte sie DonÉtoiles, ohne sich von DonRiche zu verabschieden.

Jetzt war es passiert! Sie war tatsächlich an den vertrauten Wohngegenden vorübergegangen und war nun weit draußen. Sie blickte in ein unendliches Weiß, nur der hellblaue Himmel unterschied sich von der eintönigen Landschaft.
Nirgendwo mehr Kristallhäuser, kein Cherub weit und breit. Hier war die Gegend des vegetationslosen Bodens, wie der Engel pflegte zu sagen. Keine heiligen Kräuter oder Pflanzen erblühten hier, da der saftige Wolkenboden nicht vorhanden war. Nur einige Kristallbäume schlugen ein paar Meilen entfernt ihre Wurzeln, denn sie benötigten keinerlei Nährstoffe um zu wachsen.
Ungefähr vor einer Viertelstunde Fußmarsch hatte sie auf dem Weg das Armband der Ausreißerin gefunden, welches sie ihr einmal geschenkt hatte, als Zeichen der tiefen Freundschaft, die die beiden miteinander verband.
DonÉtoiles war definitiv weiter weg, als sie zugeben wollte. Sie lief weiter, so schnell sie konnte. Ihre silbernen Flügel trieben sie wie ein Flugzeug schneller vorwärts.
Was sollte sie nur tun, um ihre Schwester davon zu überzeugen, dass es besser sei, sich NICHT von den anderen zu entfernen? Aus einem Grund, den sie sich nicht erklären konnte, war ihr auf einmal alles egal. Warum rannte sie ihrer Schwester überhaupt noch nach? Sie hätte sie auch einfach verschwinden lassen können, ohne etwas dagegen zu unternehmen. Gefühle der Wut und des Trotzes machten sich in ihr breit, jedoch nur für die paar Sekunden, in denen sie von der täglichen Furcht befreit war. Dann überkam sie wieder das Alltagsgefühl.
Endlich sah sie ihre DonÉtoiles unter einem Kristallbaum sitzen. Sie hatte eine der kostbaren Früchte gepflückt und war gerade dabei sie zu verspeisen. Sie strich sich eine Strähne ihrer kurzen braunen Haare hinters Ohr, um ungestört weiter zu essen. Glitzernde Früchte von einem eisglatten Kristallbaum waren ihre Spezialität.
“Da bist du!” Meckerte DonCielle ihre kleine Schwester an und warf ihr das blau glitzernde Armband in den Schoß. “Was hast du dir dabei gedacht einfach abzuhauen?! Es ist nicht mehr sicher hier, verstehst du das nicht endlich?! Wir alle fürchten um unser Dasein!” Sie merkte gar nicht, dass sie schrie. DonÉtoiles zuckte zusammen und legte den Arm um sie.
“Ist ja gut, ich werde es nicht wieder machen!” beruhigte sie DonCielle. Sie hatte ja keine Ahnung, dass ihre große Schwester völlig im Recht lag.
“Bitte...bitte versprich mir...” DonÉtoiles unterbrach ihre Schwester abrupt und wies sie an nach hinten zu gucken. DonCielle tat wir ihr geheißen und wurde auf einmal ganz still. Ihre Augen wurden zu schmalen Schlitzen, sie hatte eine Vermutung. Nicht jetzt, noch nicht jetzt, es ist zu früh!, schoss es ihr durch den Kopf.
Sie stand auf. DonÉtoiles griff sofort nach ihrer Hand, doch DonCielle schüttelte sie ab. “Ich werde alleine dorthin gehen! Du bleibst hier!” Klare Entschlüsse waren ihre Stärke. Wenn sie nur immer richtig sein würden...
“Aber man soll niemals allein irgendwohin gehen. Das hast du mir selber gesagt, Cielle!” widersprach ihre Schwester. Wenn sie auch die ganze Geschichte von der Dunkelheit übertrieben fand, war sie grundsätzlich gegen Risiken.
“Bitte, komm wieder zurück!” ihrer Stimme mischte sich ein kläglicher Unterton bei. Sie schluckte schwer. Wieder zog sie ihre Schwester beim Ärmel.
“Bitte, Cielle, komm wieder zurück! Bitte, ich hab Angst!”
Ihre Schwester ging in die Hocke und streichelte ihr über die verweinten Wangen. Sie wischte mit dem Zeigefinger eine Träne aus ihren hellblauen Augen.
“Nach dem, was ich tun werde, musst du nie mehr Angst haben.” versprach sie und ließ die kleine, unschuldige Hand ihrer Schwester für immer los. Doch darüber war sie sich nicht im Klaren gewesen.

Ihre Pupillen weiteten sich schlagartig als sie die neue Sphäre betrat, vor der DonÉtoiles sich so gefürchtet hatte, obgleich sie bis vor Kurzem noch nicht an diese Angst geglaubt hatte. Der Wolkenboden unter ihren Füßen war feucht und fühlte sich unangenehm an. Er war nicht so warm und weich wie gewohnt.
Dunkelheit! Dies hier ist ein dunkler Bereich, der Bereich des Bösen!, dachte DonCielle, nachdem sie sich ein erstes Bild gemacht hatte.
Dunkle Sphären tauchten auf wann und wo sie wollten. Sie waren ein Zeichen dafür, dass der Feind in der Nähe war und sein Werk verrichtete.
Doch der junge Cherub wollte sich nicht davon abbringen lassen wieder ein Lächeln in das Gesicht der Engel zu zaubern. Sie wollte die Engel und ihre Schwester retten. Auf eigene Faust. Leider wusste sie nicht, wie dies enden sollte...
“Ich bin hier!” schrie sie mit ausgebreiteten Armen. Inzwischen war es schon so dunkel geworden, dass sie meinte inmitten einer dicken, schwarzen Regenwolke zu stehen. Der Boden unter ihren Füßen war nicht mehr weich und warm. Es wurde feucht und matschig.
“Zeig dich, damit ich dir dein böses Antlitz mit der Kraft des Lichtes zerreiße!” brüllte sie voller Hass gegenüber dem Erzfeind des Paradieses. Chaos, der Gott der Unterwelt.
“Hör auf, deine Handlanger zu schicken und trete uns Himmelsbewohnern gegenüber, wie ein ehrenvoller Gegner.
Ich...”
“...Cielle?” Die Betroffene drehte sich ruckartig um. DonÉtoiles stand zwei Meter hinter ihr. Sie hielt ihr leuchtendes Amulett weit nach oben, um überhaupt noch etwas zu erkennen. DonCielle sah sie betroffen an. “Wieso bist du mir gefolgt?” ihr selbstloser Plan war hiermit ruiniert.
“Weil ich dich nicht allein lassen wollte!” gab DonÉtoiles kleinlaut zu.
DonCielle lief zu ihr und nahm sie in den Arm. “Was hast du nur gemacht? Du bist in höchster Gefahr, du musst so schnell wie möglich von hier fliehen!” riet sie DonÉtoiles.
“Dazu ist es jetzt zu spät! Hahahahaha!” eine düstere Stimme erhob sich aus den Tiefen der Finsternis.
Mutig trat DonCielle eine Schritt vor und entgegnete: “Niemals hast du eine Chance gegen die Kraft des Lichtes und des Himmels. Du wirst niemals dazu fähig sein, die Herrlichkeit des Jenseits zu zerstören!” mit diesen Worten riss sie ihr Amulett vom Hals und hob es in die Höhe.
“Ahahaha! Ihr habt keine Ahnung zu was ich alles fähig bin!” erwiderte die Stimme.
In diesem Augenblick bereute DonCielle alles, was sie gesagt hatte. Weil sie auf Heldin spielen wollte, hatte sie das Leben ihrer Schwester in Gefahr gebracht.
Der Boden unter ihnen fing an zu ruckeln, plötzlich öffnete sich ein großes Loch von Richtung Erde und heraus kam ein gelber Strahl geschossen, der direkt auf DonÉtoiles gerichtet war. Ohne lang zu überlegen warf DonCielle sich schützend vor ihre Schwester und wehrte den Strahl von ihr ab. DonÉtoiles war gerettet, die Stimme verklang, doch sie selbst spürte nichts mehr. Nicht einmal mehr den verzweifelten Ruf ihres Namens aus dem Mund ihrer weinenden Schwester bekam sie mit.
Von zwei unsichtbaren Armen nach unten gezogen, weg von ihrer Heimat, verlor sie die letzten Tage, die sie vielleicht noch im Paradies hätte verbringen können.



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BeitragVerfasst am: 01.07.2015 17:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Kitty,

so schnell schon im Einstand, freut mich. Ich habe mir die Zeit genommen, ein paar Anmerkungen zu deinem Text zu machen.

Zitat:
Prolog
Im Jenseits:

“Einst hatten dem Himmel unvorstellbare Weiten gehört. Er hatte keine Grenzen gekanntkannte keine Grenzen. Für Jüngere war es eine Zaubergegend gewesen, für die Älteren ein ParadiesDemnach ist eine Zaubergegend etwas Schlechtes? Nur eine Frage.
Doch heute ist das nicht mehr so. Alles hat sich verändert. Damals sind wir Cherubim des Tages ein anderes Wort für Gott? In diesem Fall durch zwei Kommata abgrenzen noch von der Sonne geweckt worden. Heute ist es die Angst. Die Angst vor der Dunkelheit, die das Jenseits Stück für Stück für sich gewinnt...”
“Was sagst du dazu?”, fragte DonCielle ihre jüngere Schwester. “Es interessiert mich nicht. Ich kann damit nichts anfangen,evtl. durch einen Punkt abgrenzen jetzt kommt schon!” “Wie kann dich das nur nicht interessieren? Es geht um unser Reich, unser Leben, unser geliebtes Paradiesdemnach gehören die beiden zu den Älteren? , es wird von der Dunkelheit heimgesucht!”
Der junge Cherub starrte auf Diamanto, der Seraphim (was soviel wie ein höher gestellter Engel bedeutete) das fällt unter Infodump, so etwas ist tunlichst zu vermeiden, die soeben einen Vortrag angefangen hatte. Cherubim waren geflügelte Wesen, die im himmlischen Reich des Jenseits lebten und etwa der Gestalt eines Engels gleichkamen.
“...Seht nicht zu, wie die Finsternis euch verschlingt! Helft mir Brüder und Schwestern!KOMMA Damit...”
DonCielle schloss die Augen. Die Worte der Göttin saßen tief in ihr. Auch sie hatte Angst den Himmel und damit ihr Zuhause und das von Millionen anderen Engeln zu verlieren. Doch was konnten sie tun?
“Jetzt komm doch endlich, Cielle, du hast mir versprochen, dass du mit mir spielst!”
“Ich weiß, was du unter 'spielen' verstehst!”, gab jene gereizt zurück. Eigentlich hatte sie versucht ihrer Anführerin zuzuhören und den Sinn ihrer Worte zu verstehen. Doch ihre Schwester war 200 Jahre jünger als sie und somit noch zu klein, um die Situation richtig aufzunehmen.
DonCielle spürte den drängenden Griff ihrer Schwester, die sie wegzuzerren versuchte. Widerwillig ließ sie es geschehen und bekam gerade noch die letzten Worte Diamantos mit: “Es wird der Tag kommen, da wird nichts mehr so sein wie früher...”

Kapitel 1

DonCielle Wieso sprichst du sie ständig mit vollen Namen an, ihre Schwester verwendete doch bereits das Kürzel. Dieser permanente Nutzen. Dies hat eine distanzierende Wirkung blickte sich um. Sie sah erleichtert auf, als sie feststellte, dass das Paradies, ihr Haus und ihr Bett noch immer existierten. Sie freute sich ein weiteres Mal die warme Bettdecke, die nur aus Federn bestand KOMMA zu spüren, evtl durch ; ersetzen die Kühle, Frische und Geborgenheit der Kristallwände ihres Hauses wahrzunehmen, und die heilige Atmosphäre des Jenseits in ihre Seele eindringen zu lassen.
Jedes Mal, wenn sie abends schlafen ging und die Cherubim der Nacht ihre Arbeit  begannen, fürchtete sie sich vor der Ungewissheit der Zukunft. Sie wusste nicht, ob die Kräfte der Dunkelheit in der Nacht sie und ihr Haus heimsuchen würden. Jede Nacht könnte ihr Ende sein. Vielleicht würde sie morgen schon gar nicht mehr aufwachen. Durch ? ersetzen Sie wäre verschwunden. Einfach weg. Niemand wusste, was mit einem Engel geschah, den die Finsternis ergriffen hatte. Er fiel vom Himmel und war weg. Auf der Erde. Oder in der Unterwelt. Keiner konnte es so genau sagen.
Wenn DonCielle aufwachte KOMMA fiel ihr erster Blick immer auf das Bett ihrer Schwester. Sanft in Federn eingehüllt KOMMA schlummerte sie vor sich hin. Ihre kleinen goldenen Flügel dicht in an ihren Körper geschmiegt.
Der Cherub fuhr sich durch ihre goldblonden Haare, die äußerlich wie Stroh aussahen die aussahen wie Stroh, aber so weich wie Seide waren. Ihre Finger glitten über ihre kreisrunden Ohrringe, die sie nie auszuziehen pflegte, selbst im Schlaf behielt sie sie an.
DonCielle rieb sich ihre grauen Augen und erhob sich. Sie strich ihr langes weißes Gewand glatt und band sich ihren braunen Gürtel um die Taille.
Was stand heute an? Was sollte sie tun? Sich um ihre Schwester kümmern? Wie jeden Tag, den sie noch erleben durfte? Nun gut, dachte sie. Was soll man denn auch machen, wenn man weiß, dass man jeden Moment verschwinden kann? Sterben gab es bei den Geflügelten nicht. Diesen Begriff kannten sie von den Menschen her kannst du streichen. Doch im Jenseits gab es keinen Tod. Jeder lebte ewig. finde ich überflüssigDoch wer einmal das Paradies verließ, oder durch die schwarzen Arme der Dunkelheit hinab gezogen wurde, verlor seine Unsterblichkeit und seine Mitgliedschaft dieses Wort ist unglücklich gewählt, das klingt so sehr nach Abonement als Engel.
In der Legende des Himmels hieß es: Wer die Tore des Paradieses schließt, der möge niemals heimkehren! Ist überflüssig, das geht schon aus vorigem Satz hervor
Schlagartig berührte DonCielle das Amulett, das um ihren Hals hing, um Wortwiederholungsich zu vergewissern, dass es noch da war. Jeder Cherub, den das Jenseits neu erschuf, besaß ein Amulett, welches sein Aufnehmen in den Himmel als Engel und seine Unsterblichkeit sicherte. Dieses bestand aus einem weißen leuchtenden Kristall, der mit silbernen Flügeln besetzt war, aus einem Material, das keine Menschenseele und auch kein Cherub weder bearbeiten noch zu finden vermochte. Ein Geschenk des Paradieses.
Sie drehte sich um zu dem Bett ihrer Schwester zu dem Bett ihrer Schwester um DonÉtoiles. Gedanken der Angst vor dem Verlieren ihrer Schwester, quälten sie mindestens genau so viel wie die Angst um sich selbst Sie zu verlieren, quälte Cielle mindestens genau so sehr, wie die Angst um sich selbst . Sie konnte die Vision nicht unterdrücken, dass DonÉtoiles mitten im Schlaf von dunklen Mächten aus dem früheren Paradies du verwendest dieses Wort zu häufiggerissen wird. Sie würde alles tun, um dies von der Wirklichkeit abzuhalten.
Man soll immer positiv bleiben, hatte ihr mal jemand gesagt, an den sie sich nicht mehr erinnern konnte. Jedoch trifft das nicht in meinem Fall zu, dachte DonCielle.
Durch eines der wenigen Löcher, die so etwas wie ein Fenster darstellen sollten, drang zart die Wärme der ersten Sonnenstrahlen dieses neuen ungewissen Tages des neuen Tages (ein neuer tag birgt immer Ungewissheit, sofern Cielle nicht in die Zukunft zu schauen vermaghindurch, während neben dem Licht heutzutage die Dunkelheit schlummerte. Die Häuser im Jenseits bestanden nur aus Kristall und so war das Anbringen von Fenster unmöglich, denn durch die Kraft dieses Materials, wäre es nicht möglich klingt beim Lesen sehr stark nach Wortwiederholung, das Fenster weder zu öffnen noch zu schließen. So hatte man kleine Löcher eingeschlagen, die die Lichtstrahlen der Morgensonne ungehindert hinein trugen. Es herrschte ein mildes KOMMA angenehmes Klima, sodass es im Himmel nie kalt oder warm war, sondern immer die Temperatur, die durch welche ersetzen die Seele benötigte.
Die Tür war ebenfalls ein großes Loch, wobei jeder Cherub mühelos in ein anderes Haus eindringen konnte. Doch da sich die Himmelsbewohner alle gegenseitig als eine Familie betrachteten, stellte dies noch nie ein Problem dar, jeder kannte sich.
Eine ganze Weile beobachtete sie das schlafende kleine Mädchen. Sie lächelte im Schlaf und sah furchtbar süß aus, fand DonCielle. Sie konnte sich noch genau erinnern KOMMA wie sie vor ungefähr 200 Jahren allein unter einem Kristallbaum saß und sich schrecklich einsam fühlte, obwohl es so viele andere Engel in ihrem Alter gab. Da hatte ihr der Jenseits nach langem Beten eine kleine Schwester geschenkt. Sie war einfach da gewesen. Was bedeutet das, sie war einfach da gewesen? Auf der Erde würde sie dem Alter von 12 Jahren entsprechen. Und so war sie auch zu ihrer zukünftigen Schwester gesandt worden.
Der Himmel selbst entscheidet wer mit wem verwandt sein soll. Man kann ihn nicht sehen, aber spüren. Sein Segen liegt auf einem jeden. Es gibt auch keinen Alterungsprozess. Die Macht des Jenseits legt bei der Entstehung eines neuen Cherub unter anderem auch das Alter fest und so bleibt es ewig. Man wird älter, jedoch die Haut gleicht immer dem Aussehen, welches derjenige ganz am Anfang hatte. Ganz schwerer Infodump!
Ich werde dich immer beschützen, solange ich hier bleibe, versprach DonCielle ihr still. Dann weckte sie ihre jüngere man weiß bereits, dass es ihre jüngere Schwester ist Schwester sanft mit einem Kuss auf die Stirn.
“Komm! Lass uns zu unserer Herrin gehen. Alle werden sich heute noch bei ihr treffen.” DonÉtoiles verdrehte die Augen. Sie hatte diese langatmigen Reden, die ihre Schwester bevorzugte, langsam satt. Ein Perspektivenwechsel ist immer gefährlich, vorsicht!
“Muss das sein? Ich mag ihre Reden Wortwiederholung nicht!” DonCielle schaute sie ganz fest an. Irgendein Gefühl, das sie nicht beschreiben konnte, wirbelte ihr in diesem Moment durch den Kopf.
“Und warum nicht?”
“Weil sie entmutigend sind. Ich verstehe sie noch nicht mal!”, meinte ihre Schwester. Jene Siesetzte eine traurige Miene auf. Sie Cielle probierte DonÉtoiles' Worte mit dem Verstand eines Kindes ihres Alters aufzunehmen (hier wechselst du wieder die Perspektive, das verwirrt. Manche Dinge kann man nur nachvollziehen, wenn man sein Herz dafür öffnet! , diesen Satz hatte Diamanto mehrmals wiederholt in ihren Vorträgen mehrmals in ihren Vorträgen wiederholt. DonCielle wünschte sich nichts sehnlicher, als eine große Würde zu gewinnen und weise Sprüche im Gedächtnis zu haben. Leider war sie noch weit davon entfernt. Sie führte das Gespräch ganz normal fort, nachdem sie gemerkt hatte, dass die weisen WortwiederholungGedanken, die sie begehrte zu besitzen, zu ihrem Bedauern, eher in einem anderen Kopf waren als in ihrem.
“Manche Dinge muss man nicht verstehen und es ist gut, dass du es nicht musst, denn dann entgehst du der Angst, die viele von uns täglich mitmachen.”
“Welche Angst?”, hakte DonÉtoiles nach. Sie glaubte nicht an den Untergang des Paradieses und an kann weg den “Tod” der Geflügelten. Schon gar nicht daran, dass sie Angst hatten.
“Die Angst jeden Moment ergriffen zu werden von den dunklen Mächten, die seit kurzem nun auch nicht vor dem herrlichen Reich des Himmels zurückschrecken. Aber du musst dich nicht fürchten. Noch nicht.” wieder bemühte sich DonCielle einen gewissen Respekt zu ergattern.
“Und warum nicht?” wollte DonÉtoiles wissen, die immer noch fest davon überzeugt war, dass ihre Schwester und die anderen Cherubim allesamt fantasierten. Hier schon wieder der Wechsel auf die Schwester. Bleib am besten bei der von Cielle.
DonCielle unterdrückte ein Schluchzen und nahm DonÉtoiles ewig diese Titel; es ist ihre Schwester, du schreibst aus Cielles Sicht; die Erwähnung des Titels wirkt einfach zu distanziert schnell schützend in die Arme, um sie von dem Blick in ihr trauriges Gesicht abzuhalten. Der Philosoph verschwand und hervor kam wieder die ängstliche, emotionale DonCielle.
“Weil ich dich beschützen werde, solange ich...” ihre Stimme senkte sich vorsichtshalber. “...solange ich noch da bin.”

“Entschuldigung? DonRiche? Wo ist die Seraphim? Ich dachte, sie redet!” fragte DonCielle als sie im Getümmel von Engeln einen ihrer Freunde gefunden hatte.
“Sie redet auch, warte nur! Ah! Da kommt sie!”
Der Höflichkeitsapplaus zur Ehre der Seraphim Diamanto war schon seit einiger Zeit gedämpfter geworden. Die Engel hatten kaum noch Hoffnung auf das weitere Bestehen ihres Reiches. Jede Nacht verschwand mindestens ein Cherub. Alle wurden sie im Schlaf überrumpelt. Erneuter Infodump
“Meine Kinder des Lichts! Meine Brüder und Schwestern! Helft mir! Zusammen müssen wir die Dunkelheit besiegen! Denn sonst wird die Dunkelheit uns besiegen! Und das dürfen wir nicht zulassen!” begann die Seraphim. In ihren Augen lag Verunsicherung.
DonCielle zog ihre Schwester neben sich. Sie quengelte, weil sie nicht zuhören wollte. DonRiche stellte sich dazu und flüsterte DonCielle ins Ohr: “Ich gebe euch einen Tipp. Bleibt nachts möglichst nah bei den Dendoxa und niemals alleine ohne einen anderen Engel. Dann sind euch wenigstens die nächsten Wochen gesichert!” Die Angesprochene nickte dankend.
Dendoxa waren die Cherubim der Nacht. DonCielle und der Rest der Engel, der Diamanto zuhörte, gehörten zu den Cherubim des Tages. Bei Einbruch der Dämmerung auf der Erde, wurde es auch im Jenseits langsam dunkel. Dendoxa waren folglich sogenannte Nachtwachen. Sie beschützten die übrigen Engel vor der Schwärze. Allerdings handelte es sich hierbei nicht um lebende Wesen, sondern Seelenkreaturen, die nur das Handwerk des Schützens verstanden. Und so konnte ihnen auch niemand etwas antun und umgekehrt auch nicht. Sie waren schwer zu beschreiben, da sie fast niemand jemals genau gesehen hatte. Erneut spricht der Autor zum Leser
DonCielle wollte den vorigen Rat gerade ihrer an ihreSchwester weitergeben, als sie plötzlich verblüfft feststellen musste, dass die Kleine sich schon wieder davon gemacht hatte.
DonCielle wurde allmählich sauer und ängstlich zugleich. Sofort folgte sie DonÉtoiles, ohne sich von DonRiche zu verabschieden.

Jetzt war es passiert! Sie war tatsächlich an den vertrauten Wohngegenden vorübergegangen und war nun weit draußen. Sie blickte in ein unendliches Weiß, nur der hellblaue Himmel unterschied sich von der eintönigen Landschaft.
Nirgendwo mehr Kristallhäuser, kein Cherub weit und breit. Hier war die Gegend des vegetationslosen Bodens, wie der Engel pflegte zu sagen. Keine heiligen Kräuter oder Pflanzen erblühten hier, da der saftige Wolkenboden nicht vorhanden war. Nur einige Kristallbäume schlugen ein paar Meilen entfernt ihre Wurzeln, denn sie benötigten keinerlei Nährstoffe um zu wachsen. Ich weiß, es handelt sich hier um Fantasy, jedoch versuchst du hier, logische Aspekte - so wie wir sie kennen - auf eine fiktive Wirtschaft im Reich der Himmel zu übertragen. Zuerst ein saftiger Wolkenboden, dann die Erwähnung von nicht vorhandenen Nährstoffen. Rationalisierungen dieser Art sind auch gefährlich, denn Wolken sind ja nichts weiter als ein Aerosol bestehend aus kleinen Wassertröpfchen und Luft, da kann man auch nur schwer von Nährstoffen reden.
Ungefähr vor einer Viertelstunde Fußmarsch hatte sie auf dem Weg das Armband der Ausreißerin gefunden, welches sie ihr einmal geschenkt hatte, als Zeichen der tiefen Freundschaft, die die beiden miteinander verband.
DonÉtoiles war definitiv weiter weg, als sie zugeben wollte. Sie lief weiter Wortwiederholung, so schnell sie konnte. Ihre silbernen Flügel trieben sie wie ein Flugzeug schneller vorwärts.
Was sollte sie nur tun, um ihre Schwester davon zu überzeugen, dass es besser sei, sich NICHT für Hervorhebungen dieser Art, epmfiehlt es sich, das Wort kursiv zu setzen von den anderen zu entfernen? Aus einem Grund, den sie sich nicht erklären konnte, war ihr auf einmal alles egal. Warum rannte sie ihrer Schwester überhaupt noch nach? Sie hätte sie auch einfach verschwinden lassen können, ohne etwas dagegen zu unternehmen Diesen Satz verstehe ich nicht so recht. Gefühle der Wut und des Trotzes machten sich in ihr breitWut und Trotz machten sich in ihr breit, jedoch nur für die paar Sekunden, in denen sie von der täglichen Furcht befreit war. Dann überkam sie wieder das Alltagsgefühl.
Endlich sah sie ihre DonÉtoiles unter einem Kristallbaum sitzen. Sie hatte eine der kostbaren Früchte darunter vermag ich mir nichts vorzustellen. Beschreibe doch kur ihr Aussehen gepflückt und war gerade dabei sie zu verspeisen. Sie strich sich eine Strähne ihrer kurzen braunen Haare hinters Ohr, um ungestört weiter zu essen. Glitzernde Früchte von einem eisglatten Kristallbaum waren ihre Spezialität.
“Da bist du!” Meckerte DonCielle ihre kleine Schwester an dieser Satz ist für mich kein Meckern. Dem Meckern folgen meist längere, ausholendere Worteund warf ihr das blau glitzernde Armband in den Schoß. “Was hast du dir dabei gedacht einfach abzuhauen?! Es ist nicht mehr sicher hier, verstehst du das nicht endlich?! Wir alle fürchten um unser Dasein!” Das ist Meckern! Sie merkte gar nicht, dass sie schrie. DonÉtoiles zuckte zusammen und legte den Arm um sie.
“Ist ja gut, ich werde es nicht wieder machen!” beruhigte sie DonCielle. Sie hatte ja keine Ahnung, dass ihre große Schwester völlig im Recht lag.
“Bitte...bitte versprich mir...” DonÉtoiles unterbrach ihre Schwester abrupt und wies sie an nach hinten zu gucken. DonCielle tat wir ihr geheißen und wurde auf einmal ganz still. Ihre Augen wurden zu schmalen Schlitzen, sie hatte eine Vermutung. Nicht jetzt, noch nicht jetzt, es ist zu früh!, schoss es ihr durch den Kopf.
Sie stand auf. DonÉtoiles griff sofort nach ihrer Hand, doch DonCielle schüttelte sie ab. “Ich werde alleine dorthin gehen! Du bleibst hier!” Klare Entschlüsse waren ihre Stärke. Wenn sie nur immer richtig sein würden...
“Aber man soll niemals allein irgendwohin gehen. Das hast du mir selber gesagt, Cielle!” widersprach ihre Schwester. Wenn sie auch die ganze Geschichte von der Dunkelheit übertrieben fand, war sie grundsätzlich gegen Risiken. Wieder Perspektivenwechsel
“Bitte, komm wieder zurück!” ihrer Stimme mischte sich ein kläglicher Unterton bei. Sie schluckte schwer. Wieder WW zog sie ihre Schwester beim Ärmel.
“Bitte, Cielle, komm wieder zurück! Bitte, ich hab Angst!”
Ihre Schwester ging in die Hocke und streichelte ihr über die verweinten Wangen. Sie wischte mit dem Zeigefinger eine Träne aus ihren hellblauen Augen.
“Nach dem, was ich tun werde, musst du nie mehr Angst haben.” versprach sie und ließ die kleine, unschuldige Hand ihrer Schwester für immer los. Doch darüber war sie sich nicht im Klaren gewesen. Hmm? Nun wechselst du zum allwissenden Erzähler?

Ihre Pupillen weiteten sich schlagartig als sie die neue Sphäre betrat, vor der DonÉtoiles sich so gefürchtet hatte, obgleich sie bis vor Kurzem noch nicht an diese Angst geglaubt hatte. Der Wolkenboden unter ihren Füßen war feucht und fühlte sich unangenehm an. Er war nicht so warm und weich wie gewohnt.
Dunkelheit! Dies hier ist ein dunkler Bereich, der Bereich des Bösen!, dachte DonCielle, nachdem sie sich ein erstes Bild gemacht hatte.
Dunkle Sphären tauchten auf wann und wo sie wollten. Sie waren ein Zeichen dafür, dass der Feind in der Nähe war und sein Werk verrichtete. Hier zum Beispiel, hast du den Infodump fein dosiert. Man bekommt als Leser nicht das Gefühl, ein Sachbuch zu lesen.
Doch der junge Cherub wollte sich nicht davon abbringen lassen wieder ein Lächeln in das Gesicht der Engel zu zaubern. Sie wollte die Engel WWund ihre Schwester retten. Auf eigene Faust. Leider wusste sie nicht, wie dies enden sollte...
“Ich bin hier!” schrie sie mit ausgebreiteten Armen. Inzwischen war es schon so dunkel geworden, dass sie meinte inmitten einer dicken, schwarzen Regenwolke zu stehen. Der Boden unter ihren Füßen war nicht mehr weich und warm. Es wurde feucht und matschig.
“Zeig dich, damit ich dir dein böses Antlitz mit der Kraft des Lichtes zerreiße!” brüllte sie voller Hass gegenüber dem Erzfeind des Paradieses. Chaos, der Gott der Unterwelt. Evtl. anders formulieren ... brüllte sie Chaos, dem Erzfeind des Paradieses, an.
“Hör auf, deine Handlanger zu schicken und trete uns Himmelsbewohnern gegenüber, wie ein ehrenvoller Gegner. stell dich uns gegenüber!
Ich...”
“...Cielle?” Die Betroffene drehte sich ruckartig um. DonÉtoiles stand zwei Meter hinter ihr. Sie hielt ihr leuchtendes Amulett weit nach oben, um überhaupt noch etwas zu erkennen. DonCielle sah sie betroffen an. “Wieso bist du mir gefolgt?” ihr selbstloser Plan war hiermit ruiniert.
“Weil ich dich nicht allein lassen wollte!” gab DonÉtoiles kleinlaut zu.
DonCielle lief zu ihr und nahm sie in den Arm. “Was hast du nur gemacht? Du bist in höchster Gefahr, du musst so schnell wie möglich von hier fliehen!” riet sie DonÉtoiles.
“Dazu ist es jetzt zu spät! Hahahahaha!” Aber Zeit ihr gegenüber in den Arm zu schließen, hatte Cielle noch? eine düstere Stimme erhob sich aus den Tiefen der Finsternis.
Mutig trat DonCielle eine(n) Schritt vor und entgegnete: “Niemals hast du eine Chance gegen die Kraft des Lichtes und des Himmels. Du wirst niemals dazu fähig sein, die Herrlichkeit des Jenseits zu zerstören!” Das klingt sehr künstlich. Evtl so: Der Macht des Lichtes und des Himmels kannst du dich nicht stellen! (Na gut, wahrscheinlich auch nicht perfekt, aber ich hoffe, du verstehst was ich meine) mit diesen Worten riss sie ihr Amulett vom Hals und hob es in die Höhe.
“Ahahaha! Ihr habt keine Ahnung zu was ich alles fähig bin!” erwiderte die Stimme.
In diesem Augenblick bereute DonCielle alles, was sie gesagt hatte. Weil sie auf die Heldin spielen wollte, hatte sie das Leben ihrer Schwester in Gefahr gebracht.
Der Boden unter ihnen fing an zu ruckelnzittern, plötzlich öffnete sich ein großes Loch von Richtung Erde plötzlich tat sich ein großes Loch in der Erde auf und heraus kam ein gelber Strahl geschossen, der direkt auf DonÉtoiles gerichtet war ein gelber Strahl schoss direkt auf Etoiles zu. Ohne lang zu überlegen warf DonCielle sich schützend vor ihre Schwester und wehrte den Strahl von ihr ab. DonÉtoiles war gerettet, die Stimme verklang, doch sie selbst spürte nichts mehr. Nicht einmal mehr den verzweifelten Ruf ihres Namens aus dem Mund ihrer weinenden Schwester bekam sie mit.
Von zwei unsichtbaren Armen nach unten gezogen, weg von ihrer Heimat kannst du streichen, verlor sie die letzten Tage, die sie vielleicht noch im Paradies hätte verbringen können.



Das größte Problem deines Textes scheint mir der permanente Infodump zu sein. Versuche doch, den Leser feindosierter in die Bräuche, Gegebenheiten und die Umwelt deiner Welt eintauchen zu lassen, ohne dass du diese wie in einem Sachbuch herunterratterst.

Insgesamt aber eine Geschichte, welche neugierig auf mehr macht.

LG
AC


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Catalano
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BeitragVerfasst am: 01.07.2015 20:10    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo KittyCate

ich habe versucht, die Geschichte durchzulesen, konnte mich aber irgendwie nicht richtig auf das Geschehen konzentrieren und habe die Story nicht so ganz verstanden.

Es kann daran liegen, dass solche Themen mit Übersinnlichem, was physisch nicht greifbar ist, manchmal schwer zu beschreiben sind. Oft wirken solche Engelsgeschichten dabei albern, oder uninteressant. (Für mich zumindest, und hier ist es wieder eine Geschmacksfrage).

Du hast aber eine sehr gute Art, zu erzählen. Besonders zum Ende hin wird deine Story interessanter, fließender, lebendiger (das scheint bei vielen Storys der Fall zu sein).

Es gab ein paar Grammatikfehlerchen, ein paar ungünstige Formulierungen, aber dazu hat dir Ashcloud schon einiges beschrieben.

Ich denke, wenn du über ein anderes Thema schreiben würdest, dann könntest du sehr hübsche Geschichten schreiben, denn vom handwerklichen her fand ich es deinem Alter entsprechend sehr gut.
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KittyCate
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BeitragVerfasst am: 01.07.2015 21:46    Titel: Heaven and Earth ~ Geteiltes Leid pdf-Datei Antworten mit Zitat

Prolog

Im Jenseits:

“Einst hatten dem Himmel unvorstellbare Weiten gehört. Er kannte keine Grenzen. Für Jüngere wie für Ältere stellte unser Jenseits ein Ort dar, in dem weder Leid noch Schrecken Fuß fasst.
Doch heute ist das nicht mehr so. Alles hat sich verändert. Damals sind wir Cherubim des Tages noch von der Sonne geweckt worden. Heute ist es die Angst. Die Angst vor der Dunkelheit, die das Jenseits Stück für Stück für sich gewinnt...”
“Was sagst du dazu?”, fragte DonCielle ihre jüngere Schwester.
“Es interessiert mich nicht. Ich kann damit nichts anfangen.“, nörgelte sie.
“Wie kann dich das nur nicht interessieren? Es geht um unser Reich, unser Leben, unser geliebtes Paradies, es wird von der Dunkelheit heimgesucht!”
Der junge Cherub starrte auf Diamanto, die Seraphim, die soeben einen Vortrag angefangen hatte. Cherubim waren geflügelte Wesen, die im himmlischen Reich des Jenseits lebten und etwa der Gestalt eines Engels gleichkamen.
“Seht nicht zu, wie die Finsternis euch verschlingt! Helft mir Brüder und Schwestern, damit...”
Cielle schloss die Augen. Die Worte der Göttin saßen tief in ihr. Auch sie hatte Angst, den Himmel und damit ihr Zuhause und das von Millionen anderen Engeln zu verlieren. Doch was konnten sie tun?
“Jetzt komm doch endlich, Cielle, du hast mir versprochen, dass du mit mir spielst!”
“Ich weiß, was du unter 'spielen' verstehst!”, gab jene gereizt zurück. Eigentlich hatte sie versucht ihrer Anführerin zuzuhören und den Sinn ihrer Worte zu verstehen. Doch ihre Schwester war 200 Jahre jünger als sie und somit noch zu klein, um die Situation richtig aufzunehmen.
Cielle spürte den drängenden Griff ihrer Schwester, die sie wegzuzerren versuchte. Widerwillig ließ sie es geschehen und bekam gerade noch die letzten Worte Diamantos mit: “Es wird der Tag kommen, da wird nichts mehr so sein wie früher...

Kapitel 1

Pallevi'han. Unendliche Weiten. Ob heiß, in Vulkangegenden, Wüsten; ob kalt, im Eisgebirge, oder Wasserfälle umringt von Schnee; ob Wald oder Großstadt, Pallevi'han hatte alles. Man sagte, dieser Planet sei mit unbegrenzten Vorstellungen beschenkt. Alles, was man sich wünschen konnte, fand man hier, in dieser Welt. Auf Pallevi'han.
Der Planet bestand aus vier Teilen, die man dort ''Partum'' nannte. Sie waren wie ein Quadrat geordnet, allerdings ohne Verbindung. Der Haupt-Fluss verlief wie ein großes Kreuz am Rande der vier Partum, sodass sie voneinander getrennt wurden. Die Geschichte dieses Planeten war eine alte lehrreiche Geschichte, die die Kinder in den heutigen Schulen von ihren Lehrern oder den Eltern erzählt bekamen.
Die Entstehung von Pallevi'han reichte bis vor fünftausend Jahren zurück. Der Planet ist eine einzige Legende, die allerdings nie vollendet wurde. Keiner ist in der Lage das Ende der Legende zu erzählen, da die Geschichte dieser Welt immer weiter gehen wird...

Zu den Partum gehörten zum einen Andora, die Eisgegend, wo nichts außer Eis und Schnee war; links von Andora lag Vounale, der Partum der Elfen mit Gebirge und Wäldern; darunter war die heißeste Gegend von allen, mit Vulkanen noch dazu, dies nannte sich Zesta'chora und zu allerletzt der Haupt-Partum: Juvien, die Industriegegend.
Die Hauptstadt von Juvien hieß Terastia. Von dem terastianischen Palast wurde der Planet gesteuert. Die Regierung hatte ihren Sitz hier. In einer modernisierten Stadt. Unter ''modernisiert'' verstanden die Bewohner in dieser Welt, eine Stadt, die mit einem ausgebildeten Militär mit richtigen Schusswaffen ausgerüstet war; dass man mit Luftmobilen, mit einem Propeller betrieben, durch den Ort transportiert werden konnte, anstatt zu laufen; und, dass die Häuser bis zu sechs Stöcke hatten und aus Stein gebaut waren, nicht so, wie die Zelte, die man bei den elfen gebrauchte.
Außerdem verlangten die Bewohner von Juvien eine ausgezeichnete Schutzorganisation. Und so hatte die Regierung vor zwanzig Jahren beschlossen, ihr Militär einzuteilen: Einmal das Angriffsmilitär, eine Armee mit Bodenkämpfern, Kampf-Luftschiffen und einem Chocobo-Heer. Und zum anderen die Schutzpartei, welche aus Soldaten bestanden, die nur im Notfall angriffen zur Verstärkung und ansonsten die Bewohner beschützten, den Palast bewachten und sogar gleichmäßig an den Stadtmauern verteilt waren. Diese modernen Erfindungen machte Terastia zu der sichersten Stadt im ganzen Land.
Trotz alledem hatte die Hauptstadt etwas Unverändertes. Den Palast. Er existierte schon länger als dreitausend Jahre und wurde schon von unerschöpflichen Generationen des menschlichen Geschlechts bewohnt. Man sagte die vier Götter der Elemente hätten diesen Palast erbaut und so war es jedem verboten das Gebäude zu beschädigen oder umzubauen. Dieses Erbaute war das einzige, das so erhalten war, wie es die Götter vor dreitausend Jahren errichtet hatten, wenn man nach der Legence ging.
Terastia war eine kreisrunde Stadt umringt von Stadtmauern, was es dem Feind schwer machte dort  einzudringen. Es gab einen Haupteingang und mehrere kleine.
Am Haupttor waren jeweils zwei Wachtürme mit darin vier postierten Wachen, also musste dieser ein ordentliches Stück groß und breit sein. Um in die Stadt zu gelangen, war es eine Voraussetzung Stadtbürger zu sein. Denn jeder Bürger, der in dieser Stadt geboren wurde, erhielt einen Pass, mit dem er beliebig hinein und hinaus konnte. Auf diese Weise beabsichtigte die Regierung die Stadt nur mit Menschen bewohnen zu können. Elfen waren hier gewöhnlich nicht zugelassen und mit Monstern wurde hier kurzer Prozess gemacht, ehe sie überhaupt in der Lage waren einen Schritt in die Nähe Terastias zu wagen.
Vom Haupteingang aus verlief eine breite, mit Luftmobilen befahrene Straße, an deren Seite sich unzählig viele Häuserreihen befanden, die sich nach rechts und links immer weiter erstreckten bis zur Stadtmauer. Hindurch zogen sich einige kleinere Wege und dünne Pfade.
Doch ein breiter Weg führte direkt an das Ende der Stadt, wo der mächtige, altertümliche Palast stand. Er blitzte und blinkte und leuchtete in all seiner Pracht, als schien er das Licht der Sonne zu reflektieren, um damit alle Häuser mit seiner Helligkeit zu übertrumpfen.

Zurzeit hatten der König und die Königin allerhand zu tun. Nicht nur das Jenseits war befallen von der entsetzlichen Plage der Dunkelheit, die sich immer weiter ausbreitete, um dem Planeten Einhalt zu gebieten.
Denn leider gab es zu all dem Trubel auch eine Unterwelt, genannt Inferum. Das, was die Bewohner von Pallevi'han seit den letzten zehn Jahren in Angst und Schrecken versetzt hatte, war niemand anders als der Unterweltgott Chaos. Er war der Inbegriff des Bösen und hatte die Macht Lebewesen von der Oberwelt zu sich hinunter zu ziehen, im wahrsten Sinne des Wortes.
Im ganzen Land waren Kämpfer unterwegs, vor allem Paladine, um gegen Chaos anzutreten und dem Leid ein Ende zu bereiten. Doch keiner wusste den eigentlichen Weg in die Unterwelt. Das war der Haken an der Sache: Chaos konnte bestimmte Menschen beeinflussen und sie hypnotisieren, ohne sich vom Fleck zu bewegen. Es wäre nur zu schön gewesen, wenn die Bewohner dasselbe auch mit ihm tun könnten. Dies war eine große Sorge, die das ganze Land beschäftigte und die Bewohner von Juvien, sowie auch die Königsfamilie bekümmerte.

Im Palast von Juvien ging es laut zu, obwohl es bereits Nacht war. König Traiand Prekolumn III war ein Mensch, hatte jedoch die temperamentvolle Hochelfe Melithian Direnou Lasandra-Prekolmn aus dem Gebirge geheiratet, weshalb es bei kleinen Meinungsverschiedenheiten, immer etwas lauter als gewöhnlich zuging.
Das Volk der Elfen war bekannt für seine langen Namen. Dies basierte auf der Geschichte dieses Stamms, die ungefähr zwanzig-mal so alt wie der Planet war, da Elfen durch ihre Unsterblichkeit ein sehr langes Leben verbrachten.
Das zweite der drei Königskinder, der 19-jährige Legence, war die anstrengenden Diskussionen schon gewöhnt. Aber nicht, wenn es um seinen älteren Bruder Vyron ging.
Zu dieser Zeit lag Legence für gewöhnlich schon in aufregenden Träumen. Er träumte davon ein Held zu sein, ein großer König, dem das Militär gehorchte, so wie sein Vater. Das Fenster gegenüber von seinem Bett stand offen und leichter Wind drang in das Zimmer ein, schweifte umher und verstrich. Trotz der frischen Brisen, die ab und zu auftauchten, war es ein angenehmes Klima im Inneren des Palastes, wie auch draußen.
Legence starrte das Regal mit den Büchern der Geschichte von Pallevi'han an, die sein Lehrer ihn bis zu seinem 18. Lebensjahr noch gelehrt hatte. Vor zwei Monaten war er an Herzversagen von ihnen gegangen. Er war zu alt gewesen, in so einer Situation konnte kein Heilzauber mehr etwas bewirken.
Auch diese Kunst verstand Legence. Er war ein ausgebildeter Paladin geworden und wartete auf Abenteuer, oder besser gesagt: auf seinen Einsatz. Doch bis dahin musste er sich noch mit der regelmäßigen Jagd auf Monster, die sich überall tummelten, begnügen.
Mit verschränkten Armen stand er gegen die Wand seines Zimmers, neben der angelehnten Tür und horchte. Es ging um die Thronnachfolge, doch Vyron konnte es einfach nicht akzeptieren, dass er erst in fünf Jahren loslegen durfte. Seine Eltern waren strikt dagegen.
“Du bist zu jung und zu unerfahren!” schnauzte König Traiand seinen trotzigen Sohn an. Er strich sich über seinen Bart und setzte sich wieder auf seinen Thron, um erst einmal tief ein- und wieder auszuatmen.
“Dein Vater hat Recht! Sieh uns doch erst mal zu, anstatt hier große Reden zu schwingen!”, beschwichtigte die elfische Königin. Sie sah ihren Mann wehmütig an. Dieser Blick bedeutete so viel wie: Gegen ihn haben wir kaum noch etwas zu sagen. Seit kurzem war er einfach nicht mehr zu stoppen mit seinen Einfällen, er musste seinen Willen immer durchsetzen. Der König und die Königin waren schier am verzweifeln. Zu ihrem Nachteil hatte der junge Thronfolger ihr Temperament geerbt und verstand damit umzugehen, und es einzusetzen.
“Ich werde euch nicht enttäuschen! Gebt mir nur ein Zepter in die Hand und ich leite das Land, wie nie einer zuvor!”, beteuerte er. Jetzt ging seine Mutter auf ihn zu. Sie schaute ihm fest in die Augen. Der König sah auf und beobachtete die beiden. Sein Sohn erwiderte den Blick stolz. In ihm steckt nichts als Eitelkeit, stellte er fest. Dann hob er die Hand.
“Lass es sein, Melithian! Er wird sich nicht ändern!” Vyron zuckte keinesfalls mit der Wimper als er die Worte seines Vaters zu Ohren bekam. Er macht ja doch, was er will, dachte die Hochelfe und wendete sich schweigend ab. Sie hob ihr schweres Samtkleid an, um die Treppen zu ihrem Gemach hinaufzusteigen. Es war ein mühseliger Gang, den ihr Sohn ihr dazu noch beschwert hatte. Von Sorgen umhüllt fand sie keinen Schlaf mehr. Ihr Gemahl machte wieder und wieder den Versuch, seinem eigensinnigen Sohn Vernunft beizubringen. Doch das Testament und die Belege waren schon beschrieben. Ändern konnte man die Thronfolge nicht mehr.
Vyron kniete sich nieder vor dem König und verlangte stumm den Segen des Landes. Der König kochte innerlich. Er war außer sich vor Zorn und Enttäuschung. Sein eigener Sohn, der einst in Kühnheit und Weisheit den Thron besteigen wollte, saß auf Knien nun vor ihm und bat mit seinen schmutzigen Händen und den hochmütigen Gedanken auch noch um den Segen des Vaters. Was für eine Schande des Königshauses!
Der König fühlte sich in seiner Rolle als Vater als Versager. Einerseits war er stolz auf seine Kinder doch andererseits hätte er niemals gedacht, dass er sich in Vyron so täuschen würde. Sachlich gesehen hatte sich Vyron schlecht entwickelt, aber unglücklicherweise, und das bedrückte König Traiand am meisten, führte dieses Verhalten auf eine misslungene Erziehung zurück.
Seine Frau versuchte ihn immer wieder aufzumuntern, doch er verbitterte Tag für Tag und man konnte es an seinem Aussehen erkennen. Glanzlose, graue Haare, eingefallene, traurige Augen und hilflose Bewegungen. Vyron aber schien seine Bitte nicht im geringsten zu bereuen. Voller Egoismus wartete er hartnäckig mit vor Begierde triefenden Augen auf das Erfüllen seines Willens.
Jener aber senkte nur den Kopf und machte eine traurige Geste.
“Wenn deine Zeit gekommen ist, dann Gnade dir Gott!”
Rums! Bei diesen Worten knallte Legence die Tür seines Zimmers zu und lief hinaus auf den Gang, in den Garten. Dort wo er seinen wütenden Bruder erwartete, nachdem dieser schnaubend und gekränkt den Thronsaal verlassen hatte.
Und tatsächlich fand er Vyron zornig an einem der vielen Gartenteiche stehen, wo er seine Wut an den Statuen seines Vaters ausließ. Eine nach der anderen stieß er mit dem Ellbogen oder der geballten Faust um, ohne dabei auch nur einmal vor Schmerz aufzuschreien.
Legence stellte sich lässig gegen eine der Säulen, die den Balkon des Königsgemachs trugen und starrte auf die Bruchstücke, die vor kurzer Zeit noch das Gesicht seines Vaters geformt hatten.
Er hatte vor zu lernen einen eisernen Blick zu entwickeln und kühl und gelassen zu wirken, um anderen Angst und gezwungenen Respekt einzuflößen, er hielt dies für wichtig.
Als Vyron seinen Blick auffing wurde er still und erwiderte ihn verlegen. Dann ließ er sich auf eine Bank nieder mit gesenktem Kopf und den Rücken zu seinem Bruder.
Diese Gelegenheit nutzte Legence, im Glauben darin, er habe etwas bei Vyron bewirkt und zum Reden gebracht. Ohne böse Vorahnungen bewegte er nur einen Fuß auf ihn zu und schreckte sofort zurück, bei seines Bruders barschen Ton.
“Lass mich in Ruhe!”
Wenn Vyron so sprach, bedeutete dies Unsicherheit, Ärger und Unentschlossenheit. Hätte er in diesem Moment sein Gesicht gesehen, so hätte er seinen Zustand als beklommen und zutiefst unzufrieden beschrieben. Andererseits konnte Vyron aus diesem zornigen Verhalten auch ganz schnell in Gewalt und Hass übergehen, wäre Legence nicht sein Bruder gewesen. Selbst, wenn Vyron fünf Jahre älter war als er, achtete er sein Fleisch und Blut.
Legence zögerte. Die leichte Brise strich ihm um die Wangen und durch die Haare und die laue Nachtluft bereitete ihm Wohlgesinnen. Ihm schien so, als wolle sie ihm Trost spenden, denn er fühlte sich schon wieder ganz nahe dem psychischen Absturz. Gar nichts hatte er gewirkt bei seinem Bruder,
und wenn er vor einigen Minuten noch so überzeugt von sich gewesen war.
Obwohl er fast schon einen Drang verspürte Vyron zu trösten, ihm Mut zu machen, ließ er es schließlich sein, da er den vorigen Ausruf seines Bruders respektierte. Einen weiteren Grund, nämlich die Flucht vor der vernichtenden, hasserfüllten Stimme Vyrons, dessen Wut ihn schon zu oft getroffen hatte, verdrängte er. Alles was ich will, ist helfen, dachte er. Doch allmählich wurde ihm klar, dass es in dieser Welt keine Hilfe mehr gab, weil sie niemand mehr annahm. Das Volk war zu stolz geworden. Und sein Bruder war einer von ihnen.
Und er verließ den heimischen Garten, in dem alles offen stand, der Freiheit und Wohlsein versprach und war wieder in seinem Zimmer. Alles war dunkel. Der Mond war in dieser Nacht nicht zu sehen.
Noch einmal lauschte er nach den Stimmen seines Vaters, doch der Thronsaal blieb still.
Plötzlich spürte er eine sanfte Hand an seiner Schulter. Er liebte dieses Gefühl, da es sich dabei um niemand anderen handelte, als um seine Zwillingsschwester Chaide. Auch, wenn er und Vyron sehr oft verschiedener Ansichten waren, zu oft; hatten sie eines gemeinsam: Sie liebten ihre Schwester von ganzem Herzen. Sie war nicht wie andere Mädchen, sie war einzigartig.
Ihr Herz bestand nur aus Gutmütigkeit und Barmherzigkeit, sie würde niemanden verletzen können, nie! Doch leider hatten die guten Wesen dieser Welt sie um eine Sache nicht drum herum bringen können. Von Kindesbeinen an, hatte sie eine schwere Krankheit, die man noch nicht zu heilen gelernt hatte.
Es war eine seltene Krankheit, die sich durch ständiges Husten und Atembeschwerden bemerkbar machte. Das Königshaus bemühte sich, sie auf Trab zu halten, doch wussten sie nicht, wie lange ihr das Leben noch diente auf dieser Welt. Warum?, fragte sich Legence, Warum wird die Reinheit eines so zarten Wesens mit Unehre beschmutzt? Das einzige, was ihn beruhigte war, dass Vyron vor langer Zeit etwas versprochen hatte. Legence erinnerte sich zurück an den Tag seines zwölften Geburtstages und der seiner Schwester natürlich. Als die beiden Brüder einen kurzen Moment für sich fanden, sagte Vyron einen Satz, den Legence nie vergessen hatte, bis heute nicht: “Was auch immer passiert, was auch immer zwischen uns geschehen mag; die Liebe zu unserer Schwester wird uns wieder versöhnen!”
In letzter Zeit hatte sich Chaides Zustand sehr verschlechtert. Ihr Körper wurde von Monat zu Monat schwächer. Dennoch versuchte sie ihre Beschwerden zu unterdrücken und übte Fröhlichkeit auf die anderen aus. Legence wunderte sich immer wieder, wie ein Mensch, der sein ganzes Leben mit diesen Leiden teilte, nur so fröhlich sein konnte. Wie gut, dachte er, dass sie in dieser Familie nichts als Liebe erfahren hat.
Chaide fragte nach dem Grund für das späte Aufbleiben. Legence streichelte ihr über das strähnige aprikosenfarbene Haar, welches zart nach Vanilleöl duftete. Ihre lieblichen Augen musterten ihn mit einem unschuldigen Blick, in dem ein wenig Verwirrtheit steckte.
“Vyron wird die Thronfolge streitig gemacht. Unsere Eltern denken, er habe nicht das Zeug dazu, unser Land zu regieren.” Tief im Inneren teilte Legence diese Meinung.
“Und was denkst du?”
“Ich weiß es nicht.” Das war gelogen. Er wollte seine Schwester bewusst schützen.
“Hättest du denn das Zeug dazu?”, fragte seine Schwester, ohne Vyron beleidigen zu wollen, doch Legence winkte ab.
“Dazu möchte ich nichts sagen, es steht mir nicht zu, so über unseren Bruder zu reden. Ich sollte ihn eigentlich unterstützen.” Wieder sagte er nicht genau das, was er beabsichtigte.
“Warum tust du es dann nicht?” Jetzt hatte sie ihn erwischt.
Legence seufzte. Seine Schwester war genau so alt wie er, jedoch nahm sie den Krieg mit Monstern und Dunkelheit und die Schwierigkeiten im Volk und der Königsfamilie nicht wahr. Sie lebte in ihrer Welt, weil sie nichts anderes gesagt bekam. Und eigentlich war es auch gut so.
Er fuhr ihr noch einmal fürsorglich durchs lange Haar, dann schickte er sie ins Bett. Betroffen beobachtete er wie Chaide mit schnellem leichten Schritt aus seinem Zimmer hinausging.
Als die Tür sich schloss, schloss sich damit ein weiteres Gespräch, worin Chaide nicht schlau wurde. Obzwar sie die ständigen Verschwiegenheiten gegenüber ihr akzeptierte, wünschte sie sich etwas wie Teilnahme. Und am allermeisten bedauerte Legence, dass er ihr nicht helfen konnte. Wie sollte er seine Versprechen sie wieder gesund zu machen jemals einlösen? All das, was er begehrte zu sein, brachte ihn um keinen Punkt weiter, weil er es einfach nicht war. Mehr und mehr begann er zu verstehen, weshalb seine Eltern Vyron und nicht ihn zum Thronfolger ernannt hatten.
Darum kämpfte er um Anerkennung bei seinen Eltern. Er wollte raus aus dieser Stadt und sein Leben aufs Spiel setzen, um gegen Chaos vorzugehen.
Und falls er danach noch lebend ins Reich Juvien zurückkehrte, fände er bestimmt eine Lösung, um die Krankheit seiner Schwester zu heilen. Nur so, glaubte er, hätte er eine Möglichkeit sich bei seinen Eltern zu rechtfertigen und sie stolz zu machen. Davon handelten seine Träume. Unter anderem auch von Chaide.
Sie ist noch so unerfahren, dachte er, ehe er nach seiner gepackten Tasche griff und in den Thronsaal marschierte. Ein langer roter Teppich mit blauen Enden lag ausgerollt auf dem Boden vom Eingang des Saals aus bis zum Thron, der sich durch ein 15m² großes Podest um etwa dreißig Zentimeter erhob, um den König und seine Königin von den übrigen zu unterscheiden durch sichtbare Höhe. Der Thron, der einst glänzte vor Schönheit, war mit einem Schleier von Unbesonnenheit umgeben und das Gold, welches den Thron zierte, war schon längst verblasst. Ab und zu viel das Licht der riesigen vergoldeten Fenster auf den Thron und den Teppich und für einen Moment, dachten die innen aufgestellten Wachen an die alten Zeiten, in denen noch Fröhlichkeit im Palast herrschte.
Legence war gerade dabei daran vorüber zu gehen, weg von den fesselnden Pflichtgesprächen zwischen ihm und seinem Vater, als ihn plötzlich die Stimme des Königs zu sich rief.
Mit einem genervten Gesicht kniete er vor ihm nieder und verlangte nach einer Erklärung.
“Weshalb habt Ihr mich zurückgerufen Vater, Ihr wisst, dass ich nicht mehr lang unter eurem Antlitz weilen werde!”    
Der König schnipste zweimal und seine Diener und Wachen entfernten sich.          
“Mein Sohn, ich möchte dich nicht so einfach gehen lassen, so frage ich dich noch einmal...”
Er investierte all seine Kraft und sein Mitgefühl, um Legence vom Gegenteil zu überzeugen. König Traiand wirkte wie ein stolzer Feldherr auf die anderen. Innerlich aber musste er, seiner Ansicht nach, seine fehlende Erfahrung bei der Erziehung seiner Kinder durch zwei eigensinnige Söhne und eine kranke Tochter einbüßen.
Königin Melithian war die eine der wenigen, die verstand, was in ihm vorging. Leider war sie nicht in der Lage etwas dagegen zu unternehmen, weil sie sich darüber im Klaren war, dass nichts mehr zu ändern sei, da es zu spät war. Sie wusste, dass Vyron seine verweigerte Zulassung als Thronfolger nicht akzeptierte. Und trotzdem wird er genau aus diesem Grund schon in kurzer Zeit auf dem Thron sitzen.
“Erspart mir eure Reden, Vater! Ihr wollt, dass ich mich gegen meinen Bruder Vyron stelle, ist es nicht so? Nur weil ihr nicht zufrieden mit ihm seit! Aber ich gehe meinen Weg! Wie kann ich hier drinnen in Prunk und Herrlichkeit leben, wenn draußen die Dunkelheit vor nichts zurückschreckt! Wollt Ihr mich davon abhalten, das Blut meines Freundes zu rächen! Geranic ist tot, Vater! Begreift ihr das nicht?!” Vor ungefähr drei Wochen hatte Legence seinen Freund Geranic bei einer Jagd auf Monster verloren, doch nicht etwa durch die Monster - sie waren ausgezeichnete Kämpfer und verstanden die Kunst des Schwertes. Das, was Geranics Leben ein Ende bereitet hatte, war eine dunkle Sphäre, die schon ein Drittel der gesamten Bevölkerung ausgelöscht hatten. Wo sie auftauchten, war niemand mehr sicher. Man wurde hinein gesogen und war verloren. Die alten Weisen und Gelehrten vermuteten, dass diese armen Personen in die Unterwelt gezogen wurden und dort Chaos dienen mussten. Doch das war nur ein Gerücht.
Jedenfalls war sein Freund nie wieder aufgetaucht, was nur den Tod bedeutete.
Legence kam sich wie ein Verräter vor. Zum einen, ärgerte er sich, dass er Geranic nicht hatte helfen können und wünschte die Zeit noch einmal zurückzudrehen, zum anderen aber, hoffte er diesen Vorfall so schnell wie möglich in eine der hintersten Ecken seines Gedächtnisses zu verbannen.
Sein Vater wollte gerade etwas erwidern, da betrat seine Frau den Saal. Hilflos wendete er sich nach ihr um, er wollte diesen Sohn nicht auch noch verlieren.
“Melithian, bring ihn doch mal zur Vernunft!”, bat er die Königin. Zu seinem Nachteil war sie keine Frau, die sich alles gefallen ließ, nein, die gebürtige Vounalerin tat, was sie für richtig hielt.
Dies galt im Palast als Methode, um Maßstäbe im Volk zu setzen und das Gleichgewicht zu halten, was  sogar funktionierte. Wiewohl die meisten Gelehrten und Priester zu Beginn gegen die Hochzeit des jetzigen Königspaares waren, hatte das Temperament der Hochelfin einen gewissen Ausgleich unter den Terastianern gebracht.
Legence schnappte nach Luft. Er ließ seine Tasche sinken, als seine Mutter das Wort erhob: “Was gedenkst du zu tun, Legence? Du bist ein Königssohn...”, fing die Königin mit ihrer ruhigen Stimme an.
“Ja, aber nicht der Thronfolger, so kann ich tun, was ich...”
Eine Königin unterbricht man nicht. Obwohl sie es bei Legence gewohnt war, bereitete es ihr Unbehagen und sie fühlte einen Hauch von Nutzlosigkeit, auch, wenn er es nicht so meinte.
Ihre Nation verschaffte Melithian Respekt. Ihre langen schwarzen Haare waren nun mit einem dunklen Band zu einer hochgesteckten Frisur zusammengebunden und mit Haarnadeln befestigt. In ihren prächtigen Kleidern konnte sie sich kaum bewegen. Ihr silbernes Geschmeide funkelte und die großen Ohrringe die an ihren Ohrläppchen baumelten, erschienen Legence zu schwer, als, dass sie für Schmuck geeignet wären. Sie bewegte sich nicht, als sie mit einem sanften Lächeln geduldig die Augen für einen Moment schloss. So als würde sie nur darauf warten den Einspruch ihres Mannes zu hören.
“Schweig still, wenn deine Mutter redet!”, unterbrach König Traiand und gab das Wort wieder an seine Frau weiter. Die Elfe näherte sich ihrem Sohn, hob seine Tasche auf und drückte sie ihm in die Hand.
“Dann geh!” Er blickte in ihre schwarzen Augen. Eine Elfe weint nicht. Aber Legence kannte seine Mutter genau und er wusste, wann seine Mutter weinte, auch, wenn man es äußerlich nicht sah. Sie musste es innerlich zerrissen haben ihren Sohn gehen zu lassen, da sie ihn sehr liebte. Vielleicht sogar noch mehr, als Vyron und seine Schwester. Die Königin drückte ihn an sich und schien ihn nicht mehr loslassen zu wollen.
Legence war entschlossen und wollte sich nicht mehr abhalten lassen, und das hatte er erreicht. Sein Vater schüttelte nur mit dem Kopf. Schließlich aber gab er ihm doch den Reisesegen. Ihm war, als ob er auch diesen Sohn für immer verloren hätte. In ihm machte sich ein unendlicher See aus Trauer und Verzweiflung breit.
“Viel Glück, mein Sohn, möge Terra dich segnen!”
Mit diesen Worten ließ Melithian ihren Sohn los und damit endgültig. So schnell würde sie ihn nicht wieder sehen, das konnte sie sich denken. Solch eine Reise war gefährlich, jedoch ehrenvoll. Allerdings hatte der König eigentlich eine andere Aufgabe für Legence ausgesucht als diese. Doch es hieß in den heiligen Schriften der vier Elementgötter: Den eisernen Willen eines Jünglings solle man nicht brechen, denn er verspricht Erlösung. Das Königspaar hoffte sehnlichst, dass dieser Spruch auch auf ihren Legence zutraf.
Bevor Legence das Haus seiner Kindheit für eine lange Zeit hinter sich lassen würde, wollte er sich noch von seinen Geschwistern verabschieden. Schon war er im Gemach seiner Schwester angelangt und sah ihr beim Schlafen zu, ehe er sie weckte.
“Legence...” hauchte sie. “Ist es jetzt soweit?” Sie beide wussten, was nun zu tun war. Die Zeit des  Abschieds war gekommen. Das leise Weinen Chaides wurde von einem starken Hustenanfall übertönt, doch Legence hielt sie fest und streichelte ihr über den Rücken. In diesem Augenblick hatte er nicht den leisesten Schimmer, was sich in seinem Kopf abspielte. Tausende von Gefühlen, Bildern und Sätzen bildeten einen großen Knoten in seinem Hals. Er schluckte.
Dann wich er von ihr. “Halte durch, bis ich wieder zurückkomme, Chaide!” Die weißen Vorhänge der offenstehenden Terrassentür umwehten seinen Körper und zeichneten seine Figur, die ansonsten von Schatten umhüllt war. Nach einer Weile fügte er noch ein leises: “Bitte.” hinzu. Denn er hatte keine Vorstellungen, zu welchen Dingen er fähig sein würde, wenn er zurückkäme und seine geliebte Schwester nicht mehr auffinden würde.
Sie lächelte ihm liebevoll zu und ihre zufallenden Augen, wünschten ihm eine gute Reise, bevor sie wieder der Schlaf übermannte. Sie glich einem Engel, wie sie so da lag. In der Hülle der Nacht von wehenden weißen Vorhängen umgeben, dem Tod so nahe.
Mit einem großen Schritt trat er hinaus in den Garten, wo er Vyron gegen eine einzige Statue lehnen fand, die ihm noch nicht zum Opfer gefallen war. Er sah auf mit seinem trotzigen Blick.
“Du verschwindest jetzt wohl?”, nuschelte er vor sich hin und senkte wieder den Kopf.
“Ja! Ich schätze, du wirst mich so schnell nicht wieder sehen.” meinte Legence als Abschiedsgruß.
Sein Bruder nickte nur, da er eine Umarmung scheute. Jener schwang sich geschickt und behände über das Geländer, das den Garten und den Weg zur Pforte des Palastes von einander abgrenzte und verschwand im Schutz der Nacht, ungesehen von Wachen oder Spitzeln des Volkes.
Er zog los, um seinen Freund zu rächen, um dem Volk Frieden zu bereiten und für seine Schwester.
Doch eines war da, dass den jungen Abenteurer in Unruhe versetzte.
Irgendetwas sagte Legence, dass er keine Minute des Zögerns verschwenden durfte, er wusste noch nicht, was passieren würde, doch er hatte ein Gefühl, welches ihm sagte, dass er keine Minute zu spät sein durfte, wenn es darauf ankam. Und der Gedanke an seine Schwester und ihre Reinheit würden ihm Stärke verleihen auf seinen Reisen.


Kapitel 2

Cielle blickte sich um. Sie sah erleichtert auf, als sie feststellte, dass das Paradies, ihr Haus und ihr Bett noch immer existierten. Sie freute sich ein weiteres Mal die warme Bettdecke, die nur aus Federn bestand, zu spüren; die Kühle, Frische und Geborgenheit der Kristallwände ihres Hauses wahrzunehmen, und die heilige Atmosphäre des Jenseits in ihre Seele eindringen zu lassen.
Jedes Mal, wenn sie abends schlafen ging und die Cherubim der Nacht ihre Arbeit  begannen, fürchtete sie sich vor der Ungewissheit der Zukunft. Sie wusste nicht, ob die Kräfte der Dunkelheit in der Nacht sie und ihr Haus heimsuchen würden. Jede Nacht könnte ihr Ende sein. Vielleicht würde sie morgen schon gar nicht mehr aufwachen. Sie wäre verschwunden. Einfach weg. Niemand wusste, was mit einem Engel geschah, den die Finsternis ergriffen hatte. Er fiel vom Himmel und war weg. Auf der Erde. Oder in der Unterwelt. Keiner konnte es so genau sagen.
Wenn Cielle aufwachte, fiel ihr erster Blick immer auf das Bett ihrer Schwester. Sanft in Federn eingehüllt schlummerte sie vor sich hin. Ihre kleinen goldenen Flügel dicht in ihren Körper geschmiegt.
Der Cherub fuhr sich durch ihre goldblonden Haare, die aussahen wie Stroh, aber so weich wie Seide waren. Ihre Finger glitten über ihre kreisrunden Ohrringe, die sie nie auszuziehen pflegte, selbst im Schlaf behielt sie sie an.
Cielle rieb sich ihre grauen Augen und erhob sich. Sie strich ihr langes weißes Gewand glatt und band den braunen Gürtel um ihre Taille, den sie jede Nacht auszog.
Was stand heute an? Was sollte sie tun? Sich um ihre Schwester kümmern? Wie jeden Tag, den sie noch erleben durfte? Nun gut, dachte sie. Was soll man denn auch machen, wenn man weiß, dass man jeden Moment verschwinden kann? Sterben gab es bei den Geflügelten nicht. Diesen Begriff kannten sie von den Menschen, doch im Jenseits gab es keinen Tod.
Aber wer einmal das Paradies verließ, oder durch die schwarzen Arme der Dunkelheit hinab gezogen wurde, verlor seine Unsterblichkeit und seine Zugehörigkeit als Engel.
In der Legende des Himmels hieß es: Wer die Tore des Paradieses schließt, der möge niemals heimkehren!
Schlagartig berührte Cielle das Amulett, das um ihren Hals hing, da sie sich vergewissern wollte, dass es noch da war. Jeder Cherub, den das Jenseits neu erschuf, besaß ein Amulett, welches sein Aufnehmen in den Himmel als Engel und seine Unsterblichkeit sicherte. Dieses bestand aus einem weißen leuchtenden Kristall, der mit silbernen Flügeln besetzt war, aus einem Material, das keine Menschenseele und auch kein Cherub weder bearbeiten noch zu finden vermochte. Ein Geschenk des Paradieses.
Sie drehte sich zu dem Bett ihrer Schwester Étoiles um. Sie zu verlieren quälte sie mindestens genau so sehr wie die Angst um sich selbst. Sie konnte die Vision nicht unterdrücken, dass Étoiles mitten im Schlaf von dunklen Mächten aus dem früheren Paradies gerissen wird. Sie würde alles tun, um dies von der Wirklichkeit abzuhalten.
Man soll immer positiv bleiben, hatte ihr mal jemand gesagt, an den sie sich nicht mehr erinnern konnte. Jedoch trifft das nicht in meinem Fall zu, dachte Cielle.
Durch eines der wenigen Löcher, die so etwas wie ein Fenster darstellen sollten, drang zart die Wärme der ersten Sonnenstrahlen dieses neuen Tages hindurch, während neben dem Licht heutzutage die Dunkelheit schlummerte. Die Häuser im Jenseits bestanden nur aus Kristall und so war das Anbringen von Fenstern undenkbar, denn durch die Kraft dieses Materials, wäre es nicht möglich, das Fenster weder zu öffnen noch zu schließen.
So hatte man kleine Löcher eingeschlagen, die die Lichtstrahlen der Morgensonne ungehindert hinein trugen. Es herrschte ein mildes, angenehmes Klima, sodass es im Himmel nie kalt oder warm war, sondern immer die Temperatur, welche die Seele benötigte.
Die Tür war ebenfalls ein großes Loch, wobei jeder Cherub mühelos in ein anderes Haus eindringen konnte. Doch da sich die Himmelsbewohner alle gegenseitig als eine Familie betrachteten, stellte dies noch nie ein Problem dar, jeder kannte sich.
Eine ganze Weile beobachtete sie das schlafende kleine Mädchen. Sie lächelte im Schlaf und sah furchtbar süß aus, fand Cielle. Sie konnte sich noch genau erinnern wie sie vor ungefähr zweihundert Jahren allein unter einem Kristallbaum saß und sich schrecklich einsam fühlte, obwohl es so viele andere Engel in ihrem Alter gab. Da hatte ihr der Jenseits nach langem Beten eine kleine Schwester geschenkt. Geboren aus der heiligen Quelle des Lebens, einem Wassertropfen entsprungen, aus dem geweihten Brunnen, direkt vor den Toren des Jenseits war Étoiles – so wie jeder andere Cherub auch – bestimmt, ewig zu leben.
Cherubim verbrachten ihr Dasein in Symbiose mit dieser Welt, dem Himmel, welcher im Gegensatz zur Erde allem Vergänglichen trotzte. Bäume, Sträucher, Wiesen und Wälder sprossen ungezähmt empor, ja sogar die Tiere strotzten vor Energie, erlagen zu keiner Zeit der Erschöpfung.
Als Gegenleistung für das ewige Leben, welches den Wesen des Himmels beschert worden war, versprachen sie aufeinander Acht zu geben. Dies schloss nicht nur die Wahrung ihrer idyllischen Heimat, sondern auch den Schutz der irdischen mit ein, die von Menschen, Elfen und anderen sterblichen Wesen bevölkert war.
Leider aber geriet das Wissen um die scheinbar so profane Welt der Sterblichen immer weiter in Vergessenheit und die Seraphim musste trotz all ihrer Bemühungen zusehen, wie die Erde ihr geflügeltes Volk zunehmend befremdete.
Ich werde dich immer beschützen, solange ich hier bleibe, versprach Cielle ihrer Schwester still. Dann weckte sie sie sanft mit einem Kuss auf die Stirn.
“Komm! Lass uns zu unserer Herrin gehen. Alle werden sich heute noch bei ihr treffen.” Étoiles verdrehte die Augen. Anscheinend hatte sie die langatmigen Reden, die ihre Schwester bevorzugte, langsam satt.
“Muss das sein? Ich mag ihre Vorträge nicht!” Cielle schaute sie ganz fest an. Irgendein Gefühl, das sie nicht beschreiben konnte, wirbelte ihr in diesem Moment durch den Kopf.
“Und warum nicht?”
“Weil sie entmutigend sind. Ich verstehe sie noch nicht mal!”, meinte ihre Schwester. Sie setzte eine traurige Miene auf und probierte Étoiles' Worte mit dem Verstand eines Kindes ihren Alters aufzunehmen.
Manche Dinge kann man nur nachvollziehen, wenn man sein Herz dafür öffnet! , diesen Satz hatte Diamanto mehrmals wiederholt in ihren Vorträgen. Cielle wünschte sich nichts sehnlicher, als eine große Würde zu gewinnen und allgültige Sprüche im Gedächtnis zu haben. Leider war sie noch weit davon entfernt. Sie führte das Gespräch ganz normal fort, nachdem sie gemerkt hatte, dass die weisen Gedanken, die sie begehrte zu besitzen, zu ihrem Bedauern, eher in einem anderen Kopf waren als in ihrem.
“Manche Dinge muss man nicht verstehen und es ist gut, dass du es nicht musst, denn dann entgehst du der Angst, die viele von uns täglich mitmachen.”
“Welche Angst?”, hakte Étoiles nach. Sie glaubte nicht an den Untergang des Paradieses und den “Tod” der Geflügelten. Schon gar nicht daran, dass sie Angst hatten.
“Die Angst jeden Moment ergriffen zu werden von den dunklen Mächten, die seit kurzem nun auch nicht vor dem herrlichen Reich des Himmels zurückschrecken. Aber du musst dich nicht fürchten. Noch nicht.” wieder bemühte sich Cielle einen gewissen Respekt zu ergattern.
“Und warum nicht?” wollte Étoiles wissen, die offenbar immer noch fest davon überzeugt war, dass ihre Schwester und die anderen Cherubim allesamt fantasierten.
Cielle unterdrückte ein Schluchzen und nahm Étoiles schnell schützend in die Arme, um sie von dem Blick in ihr trauriges Gesicht abzuhalten. Der Philosoph verschwand und hervor kam wieder die ängstliche, emotionale Cielle.
“Weil ich dich beschützen werde, solange ich...” ihre Stimme senkte sich vorsichtshalber. “...solange ich noch da bin.”

“Entschuldigung? DonRiche? Wo ist die Seraphim? Ich dachte, sie redet!”, fragte Cielle als sie im Getümmel von Engeln einen ihrer Freunde gefunden hatte.
“Sie redet auch, warte nur! Ah! Da kommt sie!”
Der Höflichkeitsapplaus zur Ehre der Seraphim Diamanto war schon seit einiger Zeit gedämpfter geworden. Die Engel hatten kaum noch Hoffnung auf das weitere Bestehen ihres Reiches. Jede Nacht verschwand mindestens ein Cherub. Alle wurden sie im Schlaf überrumpelt.
“Meine Kinder des Lichts! Meine Brüder und Schwestern! Helft mir! Zusammen müssen wir die Dunkelheit besiegen! Denn sonst wird die Dunkelheit uns besiegen! Und das dürfen wir nicht zulassen!” begann die Seraphim. In ihren Augen lag Verunsicherung.
Cielle zog ihre Schwester neben sich. Sie quengelte, weil sie nicht zuhören wollte. Riche stellte sich dazu und flüsterte Cielle ins Ohr: “Ich gebe euch einen Tipp. Bleibt nachts möglichst nah bei den Dendoxa und niemals alleine ohne einen anderen Engel. Dann sind euch wenigstens die nächsten Wochen gesichert!” Die Angesprochene nickte dankend.
Dendoxa waren die Cherubim der Nacht. Cielle und der Rest der Engel, der Diamanto zuhörte, gehörten zu den Cherubim des Tages. Bei Einbruch der Dämmerung auf der Erde, wurde es auch im Jenseits langsam dunkel. Dendoxa waren folglich sogenannte Nachtwachen. Sie beschützten die übrigen Engel vor der Schwärze. Allerdings handelte es sich hierbei nicht um lebende Wesen, sondern Seelenkreaturen, die nur das Handwerk des Schützens verstanden. Und so konnte ihnen auch niemand etwas antun und umgekehrt auch nicht. Sie waren schwer zu beschreiben, da sie fast niemand jemals genau gesehen hatte.
Cielle wollte den vorigen Rat gerade an ihre Schwester weitergeben, als sie plötzlich verblüfft feststellen musste, dass die Kleine sich schon wieder davon gemacht hatte.
Cielle wurde allmählich sauer und ängstlich zugleich. Sofort folgte sie Étoiles, ohne sich von Riche zu verabschieden.

Jetzt war es passiert! Sie war tatsächlich an den vertrauten Wohngegenden vorübergegangen und war nun weit draußen. Sie blickte in ein unendliches Weiß, nur der hellblaue Himmel unterschied sich von der eintönigen Landschaft.
Nirgendwo mehr Kristallhäuser, kein Cherub weit und breit. Hier war die Gegend des vegetationslosen Bodens, wie der Engel pflegte zu sagen. Keine heiligen Kräuter oder Pflanzen erblühten hier, da der saftige Boden, welchen die Wolken hoch am Himmel trugen, nicht vorhanden war. Nur einige Kristallbäume schlugen ein paar Meilen entfernt ihre Wurzeln, denn sie benötigten keinerlei Nährstoffe um zu wachsen.
Ungefähr vor einer Viertelstunde Fußmarsch hatte sie auf dem Weg das Armband der Ausreißerin gefunden, welches sie ihr einmal geschenkt hatte, als Zeichen der tiefen Freundschaft, die die beiden miteinander verband.
Étoiles war definitiv weiter weg, als sie zugeben wollte. Sie lief, so schnell sie konnte, ihre silbernen Flügel trieben sie wie ein Flugzeug schneller vorwärts.
Was sollte sie nur tun, um ihre Schwester davon zu überzeugen, dass es besser sei, sich nicht von den anderen zu entfernen? Aus einem Grund, den sie sich nicht erklären konnte, war ihr auf einmal alles egal. Warum rannte sie ihrer Schwester überhaupt noch nach? Sie hätte sie auch einfach weglaufen lassen können, ohne etwas dagegen zu unternehmen. Wut und Trotzes machten sich in ihr breit, jedoch nur für die paar Sekunden, in denen sie von der täglichen Furcht befreit war. Dann überkam sie wieder das Alltagsgefühl.
Endlich sah sie ihre Étoiles unter einem Kristallbaum sitzen, dessen Äste sich unter der Pracht von kreisrundem, saftigem Obst bogen. Anhand der kräftigen gelben Farbe war zu erkennen, dass es reif war.
Étoile hatte eine der kostbaren Früchte gepflückt und war gerade dabei sie zu verspeisen. Sie strich sich eine Strähne ihrer kurzen braunen Haare hinters Ohr, um ungestört weiter zu essen. Glitzernde Früchte von einem eisglatten Kristallbaum waren ihre Spezialität.
“Da bist du, du kleiner Ausreißer!”, meckerte Cielle ihre Schwester an und warf ihr das blau glitzernde Armband in den Schoß. “Was hast du dir dabei gedacht, einfach abzuhauen?! Es ist nicht mehr sicher hier, verstehst du das nicht endlich?! Wir alle fürchten um unser Dasein!” Sie merkte gar nicht, dass sie schrie.
Étoiles zuckte zusammen und legte entschuldigend den Arm um sie.
“Ist ja gut, ich werde es nicht wieder machen!”, beruhigte sie Cielle. Sie hatte ja keine Ahnung, dass ihre große Schwester völlig im Recht lag.
“Bitte...bitte versprich mir...”
Étoiles unterbrach ihre Schwester abrupt und wies sie an nach hinten zu gucken. Cielle tat wir ihr geheißen und wurde auf einmal ganz still. Ihre Augen wurden zu schmalen Schlitzen, sie hatte eine Vermutung. Nicht jetzt, noch nicht jetzt, es ist zu früh!, schoss es ihr durch den Kopf.
Sie stand auf. Étoiles griff sofort nach ihrer Hand, doch Cielle schüttelte sie ab.
“Ich werde alleine dorthin gehen! Du bleibst hier!” Klare Entschlüsse waren ihre Stärke. Wenn sie nur immer richtig sein würden...
“Aber man soll niemals allein irgendwohin gehen. Das hast du mir selber gesagt, Cielle!”, widersprach ihre Schwester. Wenn sie auch die ganze Geschichte von der Dunkelheit übertrieben fand, war Étoiles grundsätzlich gegen Risiken, das merkte Cielle.
“Bitte, komm wieder zurück!” Ihrer Stimme mischte sich ein kläglicher Unterton bei. Sie schluckte schwer. Wieder zog sie ihre Schwester beim Ärmel.
“Bitte, Cielle, komm wieder zurück! Bitte, ich habe Angst!”
Ihre Schwester ging in die Hocke und streichelte ihr über die verweinten Wangen. Sie wischte mit dem Zeigefinger eine Träne aus ihren hellgrünen Augen.
“Nach dem, was ich tun werde, musst du nie mehr Angst haben.” versprach sie und ließ die kleine, unschuldige Hand ihrer Schwester los.

Ihre Pupillen weiteten sich schlagartig als sie die neue Sphäre betrat, vor der DonÉtoiles sich so gefürchtet hatte, obgleich sie bis vor Kurzem noch nicht an diese Angst geglaubt hatte. Der Wolkenboden unter ihren Füßen war feucht und fühlte sich unangenehm an. Er war nicht so warm und weich wie gewohnt.
Dunkelheit! Dies hier ist ein dunkler Bereich, der Bereich des Bösen!, dachte Cielle, nachdem sie sich ein erstes Bild gemacht hatte.
Dunkle Sphären tauchten auf wann und wo sie wollten. Sie waren ein Zeichen dafür, dass der Feind in der Nähe war und sein Werk verrichtete.
Doch der junge Cherub wollte sich nicht davon abbringen lassen wieder ein Lächeln in das Gesicht der Engel zu zaubern. Sie träumte davon, ihre Schwester und alle Cherubim zu retten, auf eigene Faust! Leider wusste sie noch nicht, wie dies enden sollte...
“Ich bin hier!”, schrie sie mit ausgebreiteten Armen. Inzwischen war es schon so dunkel geworden, dass sie meinte inmitten einer dicken, schwarzen Regenwolke zu stehen. Der Boden unter ihren Füßen war nicht mehr weich und warm. Es wurde feucht und matschig.
“Zeig dich, damit ich dir dein böses Antlitz mit der Kraft des Lichtes zerreiße!”, brüllte sie voller Hass gegenüber Chaos, dem erbitterten Erzfeind des Paradieses.
“Hör auf, deine Handlanger zu schicken und stell dich uns Himmelsbewohnern gegenüber, wie ein ehrenvoller Gegner. Ich...”
“...Cielle?”
Die Betroffene drehte sich ruckartig um. Étoiles stand zwei Meter hinter ihr. Sie hielt ihr leuchtendes Amulett weit nach oben, um überhaupt noch etwas zu erkennen. Cielle sah sie betroffen an. “Wieso bist du mir gefolgt?” ihr selbstloser Plan war hiermit ruiniert.
“Weil ich dich nicht allein lassen wollte!” gab DonÉtoiles kleinlaut zu.
Cielle lief zu ihr und packte sie hastig bei den Schultern. “Was hast du nur gemacht? Du bist in höchster Gefahr, du musst so schnell wie möglich von hier fliehen!”, drängte sie Étoiles.
“Dazu ist es jetzt zu spät! Hahahahaha!” Eine düstere Stimme erhob sich aus den Tiefen der Finsternis.
Mutig trat Cielle eine Schritt vor und entgegnete: “Du wirst niemals dazu fähig sein, die Herrlichkeit des Jenseits endgültig zu zerstören!” Mit diesen Worten riss sie ihr Amulett vom Hals und hob es in die Höhe.
“Ahahaha! Ihr habt keine Ahnung zu was ich alles fähig bin!”, erwiderte die Stimme.
In diesem Augenblick bereute Cielle alles, was sie gesagt hatte. Weil sie die Heldin spielen wollte, hatte sie das Leben ihrer Schwester in Gefahr gebracht.
Der Boden unter ihnen fing an zu beben, plötzlich tat sich ein großes Loch von Richtung Erde auf und heraus schoss ein grellgelber Strahl, der direkt auf Étoiles gerichtet war.
Ohne lang zu überlegen warf Cielle sich schützend vor sie und wehrte das gleißende Licht von ihr ab. Étoiles war gerettet, die Stimme verklang, doch sie selbst spürte nichts mehr. Sie bekam nicht einmal mehr den verzweifelten Ruf ihres Namens aus dem Mund ihrer weinenden Schwester mit.
Von zwei unsichtbaren Armen nach unten gezogen, weg von ihrer Heimat, verlor sie die letzten Tage, die sie vielleicht noch im Paradies hätte verbringen können.


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KittyCate
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BeitragVerfasst am: 01.07.2015 21:54    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Ashcloud und Catalano!
Vielen Dank Ashcloud für deine Kritik, ich habe fast alle Verbesserungen vorgenommen, es hat mir sehr weitergeholfen!
(Die neue Version ist unten angehängt)
Noch eine Frage zum Perspektivenwechsel: Im ersten Kapitel geht es ja nur um Cielle, doch später habe ich mehrere Hauptcharakter und möchte deswegen zum allwissenden Erzähler wechseln. Es ist nicht erlaubt, innerhalb eines Kapitels zu wechseln, aber darf ich es immer NACH jedem Kapitel tun? Also quasi ab Kapitel 2 oder 3?  

Zu Catalano:
Du hast recht, es ist schwer, sich in dieser Welt einzufinden, allerdings ist mind. genauso schwer, das ewige Leben, so wie man es aus der Bibel kennt, zu beschreiben, findest du nicht auch?
Nun, ich kann dich trösten, denn das Hauptgeschehen spielt auf der Erde (d.h. auf Pallevi'han).
Da der Einstieg aber trz schwer ist, habe ich mir erlaubt eine kleine Änderung vorzunehmen und habe das zweite Kapitel zum ersten umbenannt und umgekehrt. So steigt der Leser als erstes mit der irdischen Welt ein, welche viel realistischer und authentischer ist.
Vielleicht versuchst du nochmal, die Geschichte durchzulesen?

Würde mich freuen!
LG KittyCate
--> Hier eine Grafik zur besseren Vorstellungskraft:


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ink_in_mind
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BeitragVerfasst am: 02.07.2015 00:30    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Kitty,

freut mich, dass du mit meinen Vorschlägen etwas anfangen konntest. Zu deiner Frage: Ein Perspektivenwechsel ist nicht verboten, er ist nur sehr schwer einzusetzen, da er oft Verwirrung nach sich zieht ... Herr Martin setzt es, meiner Meinung nach, sehr geschickt ein, doch auch dies empfinde ich auf Dauer als störend. INNERHALB einer Szene, welche in möglichst all seinen Details beschrieben werden möchte, ist er allerdings mehr schlecht als recht. Das sieht aber jeder Leser anders.

EDIT: schönes Cover smile


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Constantine
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Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 07.07.2015 20:18    Titel: Re: Heaven and Earth ~ Geteiltes Leid Antworten mit Zitat

Hallo KittyCate,

an dieser Stelle heiße ich dich herzlich willkommen im DSFo und danke dir für deinen Einstand. Aufgrund der Textmenge, die du eingestellt hast, gehe ich erstmal nur auf deinen Prolog ein.

Der biblische Himmel. Zwei Cherubim-Geschwister hören sich den Vortrag einer Seraphim an, über die drohende Gefahr der Dunkelheit, die sich ausbreitet. Cielle macht sich Sorgen, fragt sich, was dagegen getan werden kann, ihrer jüngeren Schwester ist der Vortrag zu uninteressant, zu fern, und möchte stattdessen "spielen". Soweit ok.
Mit einigen Dingen tue ich mich schwer, sei's vom Vokabular der Protagonisten, der Mythologie oder an manchen Stellen deinen Stil betreffend.

Zum Prolog:
KittyCate hat Folgendes geschrieben:
Prolog

Im Jenseits: <-- bereits am Titel bleibe ich hängen. Das "Jenseits" ist mMn ein irdischer Begriff, eine andere Realität, geprägt von Esoterik, Mythologie, Religion, abseits vom Diesseits. Ich frage mich, würden Engel ihre "himmlische" Welt als Jenseits bezeichnen? MMn nicht.

“Einst hatten dem Himmel unvorstellbare Weiten gehört. Er kannte keine Grenzen. Für Jüngere wie für Ältere stellte unser Jenseits <-- Die Seraphim spricht und verwendet ein irdisch geprägtes Wort für ihre Heimat. Für mich passt das nicht. MMn würde ein Engel nicht sagen, er lebe im Jenseits. Für einen Engel ist seine Welt keine andere Realität, sondern vielleicht die einzig wahre Realität. Dahingehend wäre zu überlegen, ob du die Jenseits-Begrifflichkeit nicht überdenken solltest. einen Ort dar, in dem weder Leid noch Schrecken Fuß fasst. <-- "Fuß fasst" empfinde ich als eine unpassende Formulierung des Sachverhaltes und vom Sprachgebrauch einer Seraphim. Vielleicht: auftreten, (vor-)herrschen, Oder den Satz umformulieren: "... stellte unsere Heimat einen Ort ohne Leid und Schrecken dar."
Doch heute ist das nicht mehr so. Alles hat sich verändert. <-- Es wäre zu überdenken, ob du hierauf nicht verzichten könntest. Für mich ist das recht schwammig formuliert, dafür, dass ein Vortrag über die Veränderungen im Himmel gehalten wird und nicht konkret erwähnt wird, was sich mit "alles" verändert hat. Die Dunkelheit war anscheinend verbannt gewesen und durch irgendwelche Ereignisse oder Aufbrechen mancher Verbannnungssiegel wurde sie befreit und breitet sich erneut aus. Damals sind wir Cherubim des Tages noch von der Sonne geweckt worden. Heute ist es die Angst. Die Angst vor der Dunkelheit, die das Jenseits Stück für Stück für sich gewinnt...”
“Was sagst du dazu?”, fragte DonCielle ihre jüngere Schwester.
“Es interessiert mich nicht. Ich kann damit nichts anfangen.(kein Punkt, wenn nach der direkten Rede ein Beisatz folgt.)“, nörgelte sie.
“Wie kann dich das nur nicht interessieren? Es geht um unser Reich, unser Leben, unser geliebtes Paradies, es wird von der Dunkelheit heimgesucht!”
Der junge Cherub starrte auf Diamanto, die Seraphim, die soeben einen Vortrag angefangen hatte. Cherubim waren geflügelte Wesen, die im himmlischen Reich des Jenseits lebten und etwa der Gestalt eines Engels gleichkamen. <-- Für wen ist dieser Satz gedacht? Vom Kontext her passt er mMn überhaupt nicht hierher und wofür diese Info gedacht ist, weiß ich nicht. Ich würde ihn weglassen und von seiner Richtigkeit bin ich nicht überzeugt. Soweit ich mich erinnere sich Cherubim ursprünglich Chimären aus Tierkörper und Menschengesicht und entsprechen nicht unbedingt dem Standardaussehen eines herkömmlichen Engels, wie ihn sich Menschen vorstellen. Erst in neueren Epochen z.B. der Kunstgeschichte wurden Cherubim vermenschlicht dargestellt und stehen Synonym für Engel.
“Seht nicht zu, wie die Finsternis euch verschlingt! Helft mir Brüder und Schwestern, damit...” <-- Schade, dass du hier den Vortrag plötzlich abbrichst. Gerade, was jetzt gesagt werden könnte, empfände ich als Leser als wichtiges Spannungsmoment und würde dem Interesse und der Motivation von Cielle entsprechen. Stattdessen machst du daraus ein Geheimnis.
Cielle <-- Frage: Sie heißt DonCielle oder Cielle? Im weiteren Textverlauf verwendest du nur Cielle und vielleicht könntest du es vereinheitlichen. schloss die Augen. Die Worte der Göttin <-- Ich tue mich schwer, dass Cielle in der Seraphim Diamanto eine Göttin sieht. Ist das so? Oder ist das eine irdische Sichtweise der Menschen auf die höchsten Engel als gottgleiche Wesen, als Götter? Cherubim gehören selbst zu den zweihöchsten Engeln und ob sie sich und Seraphim als Götter ansehen, ist fraglich und passt mMn nicht. saßen tief in ihr. Auch sie hatte Angst, den Himmel und damit ihr Zuhause und das von Millionen anderen Engeln zu verlieren. Doch was konnten sie tun?
“Jetzt komm doch endlich, Cielle, du hast mir versprochen, dass du mit mir spielst!”
“Ich weiß, was du unter 'spielen' verstehst!”, gab jene gereizt zurück. Eigentlich hatte sie versucht ihrer Anführerin <-- Zuvor "Göttin", nun Anführerin. Anführerin deutet auf eine Gruppierung oder Vereinigung hin, zu der Cielle und ihre Schwester gehören, vielleicht eine Art Partei oder Truppe. Ich denke, die Anführerin hat konkrete Vorstellungen, wie zu handeln ist. zuzuhören und den Sinn ihrer Worte zu verstehen.<-- kurz zuvor schreibst du, dass Diamantos Worte tief in Cielle sitzen, hier nun Unverständnis, was Diamanto sagt. Das verstehe ich nicht und es wird mir unmöglich gemacht, weil der Vortrag von Diamanto abgebrochen worden ist. Ich kann nicht nachvollziehen, warum Cielle den Vortrag oder das Anliegen von Diamanto nicht versteht.  Doch ihre Schwester war 200 Jahre jünger als sie und somit noch zu klein, um die Situation richtig aufzunehmen. <-- ist damit die Gefahr der Dunkelheit gemeint oder der Inhalt von Diamantops Rede? Die Frage ist, ob Cielle die Situation erfasst hat oder nicht weiss, was Diamanto meint und vorhat.
Cielle spürte den drängenden Griff ihrer Schwester, die sie wegzuzerren versuchte. Widerwillig ließ sie es geschehen und bekam gerade noch die letzten Worte Diamantos mit: “Es wird der Tag kommen, da wird nichts mehr so sein wie früher. <-- Laut Diamantos Rede ist nichts wie früher, alles hat sich im Vergleich zu damals verändert. Sie sagte "Doch heute ist das nicht mehr so. Alles hat sich verändert." Insofern frage ich mich, was mir dieser letzte Satz sagen möchte, was ich nicht schon weiß. Spannung baut er nicht auf und wirkt eher aufgesetzt. ..


Vielleicht ist etwas Hilfreiches unter meinen Anmerkungen dabei.

LG,
Constantine
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KittyCate
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BeitragVerfasst am: 07.07.2015 20:52    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Constanstine,

danke, dass du dir Zeit genommen hast.
Viele deiner Bemerkungen sind mir eingeleuchtet, ich werde mich gleich dran setzen und mein Manuskript verbessern smile

Lg ~ KittyCate


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Constantine
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Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 09.07.2015 18:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo KittyCate,

dein erstes Kapitel habe ich mittlerweile gelesen und die Ausgangsprämisse und Konflikte der Charaktere sind gegeben: enttäuschte König und Königin, ungeduldiger Thronfolger-Sohn, todkranke Schwester, abenteuerlustiger Paladin-Sohn mit einigen offenen Rechnungen.

Allerdings sehe ich einige Groß-Baustellen in deinem Kapitel.
Die Größte dürfte diese Passage sein:
Zitat:
Pallevi'han. Unendliche Weiten. Ob heiß, in Vulkangegenden, Wüsten; ob kalt, im Eisgebirge, oder Wasserfälle umringt von Schnee; ob Wald oder Großstadt, Pallevi'han hatte alles. Man sagte, dieser Planet sei mit unbegrenzten Vorstellungen beschenkt. Alles, was man sich wünschen konnte, fand man hier, in dieser Welt. Auf Pallevi'han.
Der Planet bestand aus vier Teilen, die man dort ''Partum'' nannte. Sie waren wie ein Quadrat geordnet, allerdings ohne Verbindung. Der Haupt-Fluss verlief wie ein großes Kreuz am Rande der vier Partum, sodass sie voneinander getrennt wurden. Die Geschichte dieses Planeten war eine alte lehrreiche Geschichte, die die Kinder in den heutigen Schulen von ihren Lehrern oder den Eltern erzählt bekamen.
Die Entstehung von Pallevi'han reichte bis vor fünftausend Jahren zurück. Der Planet ist eine einzige Legende, die allerdings nie vollendet wurde. Keiner ist in der Lage das Ende der Legende zu erzählen, da die Geschichte dieser Welt immer weiter gehen wird...

Zu den Partum gehörten zum einen Andora, die Eisgegend, wo nichts außer Eis und Schnee war; links von Andora lag Vounale, der Partum der Elfen mit Gebirge und Wäldern; darunter war die heißeste Gegend von allen, mit Vulkanen noch dazu, dies nannte sich Zesta'chora und zu allerletzt der Haupt-Partum: Juvien, die Industriegegend.
Die Hauptstadt von Juvien hieß Terastia. Von dem terastianischen Palast wurde der Planet gesteuert. Die Regierung hatte ihren Sitz hier. In einer modernisierten Stadt. Unter ''modernisiert'' verstanden die Bewohner in dieser Welt, eine Stadt, die mit einem ausgebildeten Militär mit richtigen Schusswaffen ausgerüstet war; dass man mit Luftmobilen, mit einem Propeller betrieben, durch den Ort transportiert werden konnte, anstatt zu laufen; und, dass die Häuser bis zu sechs Stöcke hatten und aus Stein gebaut waren, nicht so, wie die Zelte, die man bei den elfen gebrauchte.
Außerdem verlangten die Bewohner von Juvien eine ausgezeichnete Schutzorganisation. Und so hatte die Regierung vor zwanzig Jahren beschlossen, ihr Militär einzuteilen: Einmal das Angriffsmilitär, eine Armee mit Bodenkämpfern, Kampf-Luftschiffen und einem Chocobo-Heer. Und zum anderen die Schutzpartei, welche aus Soldaten bestanden, die nur im Notfall angriffen zur Verstärkung und ansonsten die Bewohner beschützten, den Palast bewachten und sogar gleichmäßig an den Stadtmauern verteilt waren. Diese modernen Erfindungen machte Terastia zu der sichersten Stadt im ganzen Land.
Trotz alledem hatte die Hauptstadt etwas Unverändertes. Den Palast. Er existierte schon länger als dreitausend Jahre und wurde schon von unerschöpflichen Generationen des menschlichen Geschlechts bewohnt. Man sagte die vier Götter der Elemente hätten diesen Palast erbaut und so war es jedem verboten das Gebäude zu beschädigen oder umzubauen. Dieses Erbaute war das einzige, das so erhalten war, wie es die Götter vor dreitausend Jahren errichtet hatten, wenn man nach der Legence ging.
Terastia war eine kreisrunde Stadt umringt von Stadtmauern, was es dem Feind schwer machte dort  einzudringen. Es gab einen Haupteingang und mehrere kleine.
Am Haupttor waren jeweils zwei Wachtürme mit darin vier postierten Wachen, also musste dieser ein ordentliches Stück groß und breit sein. Um in die Stadt zu gelangen, war es eine Voraussetzung Stadtbürger zu sein. Denn jeder Bürger, der in dieser Stadt geboren wurde, erhielt einen Pass, mit dem er beliebig hinein und hinaus konnte. Auf diese Weise beabsichtigte die Regierung die Stadt nur mit Menschen bewohnen zu können. Elfen waren hier gewöhnlich nicht zugelassen und mit Monstern wurde hier kurzer Prozess gemacht, ehe sie überhaupt in der Lage waren einen Schritt in die Nähe Terastias zu wagen.
Vom Haupteingang aus verlief eine breite, mit Luftmobilen befahrene Straße, an deren Seite sich unzählig viele Häuserreihen befanden, die sich nach rechts und links immer weiter erstreckten bis zur Stadtmauer. Hindurch zogen sich einige kleinere Wege und dünne Pfade.
Doch ein breiter Weg führte direkt an das Ende der Stadt, wo der mächtige, altertümliche Palast stand. Er blitzte und blinkte und leuchtete in all seiner Pracht, als schien er das Licht der Sonne zu reflektieren, um damit alle Häuser mit seiner Helligkeit zu übertrumpfen.

Ich würde sie komplett weglassen und nach und nach in deine Geschichte einfließen lassen.
Nicht nur, dass sie sprachlich teilweise recht ungelenk wirkt, ich gehe von einem auktorialen Erzähler aus, bin mir aber seiner "Identität" nicht zu 100% sicher, weil er mir viel zu oft umgangssprachlich erzählt und eine recht umständlich, locker-unpräzise Art hat, sondern auch inhaltlich eine Fülle an im Augenblick unwichtigen oder schon vieles vorwegnehmenden Infos erwähnt werden. Bereits im ersten Kapitel erklärst du, dass es eine Unterwelt gibt und der Unterweltgott Chaos im Königreich Radau macht. Ist das Inferum auch ein Partum von Pallevi'han?
Du zeigst im ersten Kapitel die Konflikte innerhalb der Königsfamilie auf, dazu noch der ellenlange Einführungseinstieg mit vielen Erklärungen, die ich als Leser als zu viel sehe, dein Kapitel ist überfüllt mit Infos. Hier könntest du vieles nach und nach einfließen lassen, anstelle einen Bericht über Pallevi'han zu bringen.

Was das sprachliche angeht, einige Anmerkungen zu den ersten Passagen als Beispiel:
Zitat:
Pallevi'han. Unendliche Weiten. Ob heiß, in Vulkangegenden, Wüsten; ob kalt, im Eisgebirge, oder von Schnee umringten Wasserfällen umringt von Schnee; ob Wälder oder Großstadt, Pallevi'han hatte alles. Man sagte, dieser Planet sei mit unbegrenzten Vorstellungen <-- an dieser Formulierung bleibe ich hängen. Ein Planet, der mit unbegrenzten Vorstellungen beschenkt ist - Dieser Satz klingt für mich inhaltlich sehr "schief".  beschenkt. Alles, was man sich wünschen konnte, fand man hier, in dieser Welt. Auf auf Pallevi'han.
Der Planet bestand aus vier Teilen, „Partum“ genannt, die vom kreuzförmig verlaufenden Hauptfluss voneinander getrennt waren.  die man dort ''Partum'' nannte. Sie waren wie ein Quadrat geordnet, allerdings ohne Verbindung. Der Haupt-Fluss verlief wie ein großes Kreuz am Rande der vier Partum, sodass sie voneinander getrennt wurden. Die Geschichte dieses Planeten war eine alte lehrreiche Geschichte, die die Kinder in den heutigen Schulen von ihren Lehrern oder den Eltern erzählt bekamen.
Die Entstehung von Pallevi'han reichte bis vor fünftausend Jahren zurück. Der Planet ist eine einzige Legende, die niemand zu Ende erzählen kann, da die Geschichte dieser Welt immer weiter geht …  allerdings nie vollendet wurde. Keiner ist in der Lage das Ende der Legende zu erzählen, da die Geschichte dieser Welt immer weiter gehen wird...


Zitat:
Zu den Partum gehörten zum einen Andora, die Eisgegend, wo nichts außer Eis und Schnee war; links westlich von Andora lag grenzte der Partum Vounale, der Partum wo der Elfen mit in Gebirgen und Wäldern lebten; darunter im Süden war befand sich die heißeste Gegend von allen, mit Vulkanen noch dazu, dies nannte sich Zesta'chora(Komma) und zu allerletzt der Haupt-Partum: Juvien, die Industriegegend.
Die Hauptstadt von Juvien hieß Terastia. Von dem terastianischen Palast aus wurde der Planet regiert gesteuert. Die Regierung hatte ihren Sitz hier. In einer modernisierten Stadt. Unter ''modernisiert'' verstanden die Bewohner in dieser Welt, eine Stadt, als Beispiel: die militärisch auf neuestem Stand ausgerüstet war mit einem ausgebildeten Militär mit richtigen Schusswaffen <-- gibt es auch nicht richtige Schußwaffen? Für mich liest sich vieles unfreiwillig komisch und an manchen Stellen kann ich den Erzähler nicht ernst nehmen, so wie hier zum Beispiel. Den gesamten Nebensatz finde ich ziemlich "naiv" formuliert. Für mich ist ein Militär schon in sich ausgebildet, außer es ist eine provisorische Armee oder Ähnliches. ausgerüstet war; dass man sich mit Luftmobilen, mit einem Propeller betrieben, fortbewegte, durch den Ort transportiert werden konnte, anstatt zu laufen; und, dass die Häuser bis zu sechs Stöcke hatten und aus Stein gebaut waren, nicht so, wie die Zelte, die man bei den elfen Elfen gebrauchte.
Außerdem verlangten die Bewohner von Die Schutzmaßnahmen Juviens waren eine ausgezeichnete organisiert Schutzorganisation: . Und so hatte die Regierung vor zwanzig Jahren beschlossen, ihr Militär einzuteilen: Einmal Einerseits offensiv mit das Angriffsmilitär, einer Armee mit Bodenkämpfern, Kampf-Luftschiffen und einem Chocobo-Heer. Und zum anderen Andererseits durch die Schutzpartei, welche aus Soldaten bestanden, die zur Verstärkung nur im Notfall angriffen zur Verstärkung, gleichmäßig an den Stadtmauern verteilt waren, die Bevölkerung beschützten und ansonsten die Bewohner beschützten, den Palast bewachten und sogar gleichmäßig an den Stadtmauern verteilt waren. Diese modernen Erfindungen <-- an der Formulierung bleibe ich hängen. Eine Armee oder verschiedene militärische Einrichtungen als moderne Erfindungen zu bezeichnen, ist für mich erneut unfreiwillig komisch. machte Terastia zu der sichersten Stadt im ganzen Land.


So zieht es sich durch deinen Text. Teilweise für mich unpassende Formulierungen, z.B. "links" und "drunter", anstelle "westlich" und "südlich", und hier und da falsche Satzstellungen mancher Verben oder Präpositionen.

Du hast viele Ideen und du hast eine spannende, facettenreiche Welt erschaffen. Aber an der Dosis und der Verwebung der Ideen in die Handlung, müsstest du mMn noch einiges optimieren und überdenken.

Soweit meine Eindrücke.

LG,
Constantine
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KittyCate
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BeitragVerfasst am: 09.07.2015 21:56    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Constantine,

hm ja, ich hab ja schon von Ashcloud mitbekommen, dass ich definitiv zu viele Infodumps gebe. Ich möchte halt um jeden Preis genug beschreiben, dass der Leser die Welt vor Augen hat. Aber ja, vllt sollte ich das schleichender machen, um den Leser nicht damit zu erschlagen^^

Nein Inferum ist eigentlich eine Art tiefer gelegene Ebene, was jedoch erst im Laufe der Geschichte bekannt gegeben wird.

Ich werde die Eingangspassage auf jeden Fall überarbeiten und mächtig kürzen.

Eine Frage: Abgesehen vom Anfang - hat dir der Rest des Kapitel zugesagt, also war das vom Schreibstil usw. okay?

Lieben Dank für die Mühen ~ KittyCate


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Constantine
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Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 10.07.2015 09:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo KittyCate,

KittyCate hat Folgendes geschrieben:
Hallo Constantine,

hm ja, ich hab ja schon von Ashcloud mitbekommen, dass ich definitiv zu viele Infodumps gebe. Ich möchte halt um jeden Preis genug beschreiben, dass der Leser die Welt vor Augen hat. Aber ja, vllt sollte ich das schleichender machen, um den Leser nicht damit zu erschlagen^^

Wenn es dir zu Beginn so wichtig ist, könntest du dir überlegen - als eine Idee - z.B. den König auf dem Balkon seines Palastes stehen lassen und auf die Hauptstadt blicken lassen und ein wenig sinnieren. Die ganze Unterteilung Pallevi'hans in Partum und die Beschreibungen der unterschiedlichen Partum würde ich deutlich später bringen. Im ersten Kapitel würde vielleicht nur die Hauptstadt und der Bezug des Königs zu seinem Königreich genügen. Die Bedrohung durch Chaos könntest du im Gespräch zwischen dem König und seinem Sohn Vyron einfließen lassen. Das müsstest du ausprobieren, wie du versucht den Leser in deine Welt zu führen.

KittyCate hat Folgendes geschrieben:

Nein Inferum ist eigentlich eine Art tiefer gelegene Ebene, was jedoch erst im Laufe der Geschichte bekannt gegeben wird.

Ok. also sind Partum nur die Oberflächen von Pallevi'han. Die Unterwelt wird für sich nicht als eine Welt angesehen, oder?

KittyCate hat Folgendes geschrieben:

Ich werde die Eingangspassage auf jeden Fall überarbeiten und mächtig kürzen.

Eine Frage: Abgesehen vom Anfang - hat dir der Rest des Kapitel zugesagt, also war das vom Schreibstil usw. okay?

Ich fand das restlichen Kapitel teilweise zu sprunghaft und unsortiert und auch etwas überladen mit erklärenden Infos. Z.B. beginnst du mit dem König und seiner Frau und dass es eine Meinungsverschiedenheit gibt, springst dann kurz zu den Elfen (Infodump), dann zu Legence und einigem blabla (Infodumop) über ihn, dann wieder zurück zum eigentlichen: dem Gespräch zwischen Königspaar und Vyron.

Zitat:

Im Palast von Juvien ging es laut zu, obwohl es bereits Nacht war. König Traiand Prekolumn III war ein Mensch, hatte jedoch die temperamentvolle Hochelfe Melithian Direnou Lasandra-Prekolmn aus dem Gebirge geheiratet, weshalb es bei kleinen Meinungsverschiedenheiten, immer etwas lauter als gewöhnlich zuging. <-- der Satz versucht viele Infos über König und Königin zu vermitteln, wirkt aber auf mich zu gewollt und irreführend, denn die Meinungsverschiedenheit basiert nicht darauf, dass er ein Mensch und sie eine temperamentvolle Elfin ist, sondern auf den etwas spät beschriebene Konflikt zwischen Vyron und seinen Eltern. Anstelle bei der Szene zwischen den dreien zu bleiben, verlierst du deine Charaktere, schaffst keine Atmosphäre, was den Konflikt angeht, weil du dem Leser Details lieferst, die gerade nicht interessieren (ob die Königin aus dem Gebirge kommt oder nicht, ist beim Streit mit Vyron mMn grad unwichtig.), oder wie lang elfische Namen sind und wie alt sie für gewöhnlich werden. Interessiert grad nicht.
Das Volk der Elfen war bekannt für seine langen Namen. Dies basierte auf der Geschichte dieses Stamms, die ungefähr zwanzig-mal so alt wie der Planet war,<-- wie geht das? Der Planet ist 5000 Jahre alt, die Geschichte der Elfen 20x5000 Jahre. da Elfen durch ihre Unsterblichkeit ein sehr langes Leben verbrachten.
Das zweite der drei Königskinder, der 19-jährige Legence, war die anstrengenden Diskussionen schon gewöhnt. Aber nicht, wenn es um seinen älteren Bruder Vyron ging.
<-- würde ich weglassen. Diese Infos lenken zu sehr von der eigentlichen Szene ab.
Anstelle beim Konflikt zwischen König und Vyron zu bleiben, schwenkst du zu Legence und mischt zwischen äußeren Beschreibungen auch einiges über Legence mit ein.
Zu dieser Zeit lag Legence für gewöhnlich schon in aufregenden Träumen. Er träumte davon ein Held zu sein, ein großer König, dem das Militär gehorchte, so wie sein Vater. Das Fenster gegenüber von seinem Bett stand offen und leichter Wind drang in das Zimmer ein, schweifte umher und verstrich. Trotz der frischen Brisen, die ab und zu auftauchten, war es ein angenehmes Klima <-- Formulierung. Sagt man das, dass ein Raum oder das Innere eines Gebäudes ein angenehmes Klima hat? Der Raum kann klimatisiert sein, (durch eine Klimaanlage), aber ein Klima an sich hat ein Raum mMn nicht angenehm im Inneren des Palastes, wie auch draußen.
Legence starrte das Regal mit den Büchern der Geschichte von Pallevi'han an, die sein Lehrer ihn bis zu seinem 18. Lebensjahr noch gelehrt hatte. Vor zwei Monaten war er an Herzversagen von ihnen gegangen. Er war zu alt gewesen, in so einer Situation konnte kein Heilzauber mehr etwas bewirken. <-- hier ein kurzer Exkurs zum Lehrer von Legence, der im Augenblick auch nicht interessiert. Vor allem frage ich mich, was ich als Lese rmit dieser Info grad anfangen soll, während sich wichtigeres in einem anderen Raum abspielt.
Auch diese Kunst verstand Legence. Er war ein ausgebildeter Paladin geworden und wartete auf Abenteuer, oder besser gesagt: auf seinen Einsatz. Doch bis dahin musste er sich noch mit der regelmäßigen Jagd auf Monster, die sich überall tummelten, begnügen.
Mit verschränkten Armen stand <-- liegt er oder steht er? er gegen die Wand seines Zimmers, neben der angelehnten Tür und horchte. Es ging um die Thronnachfolge, doch Vyron konnte es einfach nicht akzeptieren, dass er erst in fünf Jahren loslegen <-- Formulierung. durfte. Seine Eltern waren strikt dagegen. <-- hier springst du plötzlich von Legence zurück zum König. Ich als Leser habe noch keinen richtigen Eindruck vom König und dem Konflikt mit Vyron, weil mich das Informationsspringen aus der eigentlichen Szene herausreißt. Und so geht es meist das ganze Kapitel über.


Was für mich etwas übereilt kam, war Legence Abreise. Du bringst die Info mit dem verschollenen Freund und der Unterwelt und dann macht sich Legence, nach dem er sich von allen verabschiedet, auf dem Weg ihn zu suchen.

Im ersten Kapitel gibt es viele Szenen, viele Wechsel. An sich ist das nicht schlimm, aber ich vermisse eine Linie in alle dem. Was ist grad wichtig. Vyron will auf den Thron, der Konflikt mit seinen Eltern, oder die Beziehung der Geschwister untereinander, oder Legence, der abenteuerlustige Paladin, der aufbrechen und gegen das Chaos handeln möchte.

Sprachlich müsstest du mMn nochmal gründlich den Text durchgehen. Da sind viele Füllwörter drin und viele umgangssprachliche oder schiefe Formulierungen, die es zu überdenken gilt.
Z.B.:
Zitat:
“Du bist zu jung und zu unerfahren <-- Doppelgemoppelt, oder? Impliziert das eine nicht auch das andere? !”(Komma) schnauzte König Traiand seinen trotzigen Sohn an. Er strich sich über seinen <-- klar, dass es seiner ist. Wessen sonst? den Bart und setzte sich wieder auf seinen Thron , um erst einmal und atmete tief ein- und wieder auszuatmen.
“Dein Vater hat Recht! Sieh uns doch erst mal zu, anstatt hier große Reden zu schwingen!”, beschwichtigte rief die elfische Königin. Sie sah ihren Mann wehmütig an. Dieser Blick bedeutete so viel wie: Gegen ihn haben wir kaum noch etwas zu sagen. Seit kurzem war er einfach nicht mehr zu stoppen mit seinen Einfällen, er musste seinen Willen immer durchsetzen. Der König und die Königin verzweifelten waren schier am verzweifeln. Zu ihrem Nachteil hatte der junge Thronfolger ihr Temperament geerbt und verstand damit umzugehen, und es einzusetzen. <-- ist das nicht doppeltgemoppelt?
“Ich werde euch nicht enttäuschen! Gebt mir nur ein das Zepter in die Hand und ich leite das Land, wie nie einer zuvor <-- was soll das heißen? Ich denke, er könnte etwas pathetisch sagen: und ich führe das Land zur gebührenden Stärke und grenzenlosen Reichtümern !”, beteuerte er. Jetzt Seine Mutter ging seine Mutter auf ihn zu. Sie schaute ihm fest in die Augen. Der König sah auf und beobachtete die beiden. Sein Sohn erwiderte stolz den Blick stolz. In ihm steckt nichts als Eitelkeit, stellte er fest. Dann hob er die Hand.
“Lass es sein, Melithian! Er wird sich nicht ändern!” Vyron zuckte keinesfalls <-- Formulierung. mit der Wimper(Komma) als er die Worte seines Vaters zu Ohren bekam.<-- Formulierung.  Er macht ja doch, was er will, dachte die Hochelfe und wendete sich schweigend ab. Sie hob ihr schweres Samtkleid an, um die Treppen zu ihrem Gemach hinaufzusteigen. Es war ein mühseliger Gang, den ihr Sohn ihr dazu noch beschwert erschwert hatte. Von Sorgen umhüllt fand sie keinen Schlaf mehr. <-- jetzt im Augenblick oder generell? Ihr Gemahl machte wieder und wieder den Versuch, seinem eigensinnigen Sohn Vernunft beizubringen. Doch das Testament und die Belege waren schon beschrieben. Ändern konnte man die Thronfolge nicht mehr. <-- ich finde, du entfernst dich hier wieder zu sehr von der Szene und springst von Gemach zu Schlaf zu Gemahl zu Testament.


Anhand von Beispielen wollte ich dir meinen Leseeindruck aufzeigen. Schiefe Formulierungen und Sprunghaftigkeit durchzieht dein Kapitel. Du weißt, wohin du möchtest und ich finde, dein Setting an sich spannend und interessant, aber mich als Leser packt dein erstes Kapitel aufgrund der Sprunghaftigkeit in den verschiedenen Szenen leider nicht.
Vielleicht konnte ich dir mit meinen Anmerkungen und Beispielen helfen.

LG,
Constantine
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KittyCate
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BeitragVerfasst am: 10.07.2015 16:32    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Constantine,

gut ich habe meine Kernprobleme in diesem Kapitel verstanden und aufgebessert. Meine vielen Informationen werde ich wohl nicht ganz weglassen können, aber ich habe mir deine Ideen zu Herzen genommen und es versucht, irgendwie unbemerkter einfließen zu lassen.

Und nein, Inferum ist keine eigene Welt, wie gesagt, es ist eine Art Ebene einige hundert Meter tiefer unter Erdkruste. Wie das möglich ist, erfahren die Protagonisten erst viel später.

Der Anfang ist mir mit am schwersten gefallen, da eben meist zu Beginn die ganzen Erklärungen folgen und ich noch nicht so firm darin bin, die ganze Sache etwas galanter zu gestalten.
Aber da ich weiß, dass ich in späteren Kapiteln weit bessere Arbeit geleistet habe und du meintest, dass die Story und das Setting an sich gut sind, gibt mir das Auftrieb.

Solange ich die Kapitel verbessern kann, gebe ich nicht auf smile

LG ~ KittyCate


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tokidoki
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BeitragVerfasst am: 11.07.2015 01:02    Titel: Re: Heaven and Earth ~ Geteiltes Leid Antworten mit Zitat

Hallo Kittycate

Puh, ich bin mit dem Lesen endlich durch. Eins vorweg, 2  Kapitel und der Prolog auf einmal ist viel zu viel. Mit so viel Text vergraulst du dir deine Leser und potentiellen Kritiker in diesem Forum. Besser in homöopathischen Dosen servieren, dann kann man auch besser auf einzelne Stellen eingehen. So weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll.

Also zuerst einmal, ich mag deine Geschichte und dein Schreibstil ist auch ziemlich gut. Wäre da nicht die Sache mit dem ganzen infodump, wie Constantine und ashcloud schon treffend angemerkt haben.

KittyCate hat Folgendes geschrieben:
Prolog

Kapitel 1

Pallevi'han. Unendliche Weiten. Ob heiß, in Vulkangegenden, Wüsten; ob kalt, im Eisgebirge, oder Wasserfälle umringt von Schnee; ob Wald oder Großstadt, Pallevi'han hatte alles. Man sagte, dieser Planet sei mit unbegrenzten Vorstellungen beschenkt. Alles, was man sich wünschen konnte, fand man hier, in dieser Welt. Auf Pallevi'han.
Der Planet bestand aus vier Teilen, die man dort ''Partum'' nannte. Sie waren wie ein Quadrat geordnet, allerdings ohne Verbindung. Der Haupt-Fluss verlief wie ein großes Kreuz am Rande der vier Partum, sodass sie voneinander getrennt wurden. Die Geschichte dieses Planeten war eine alte lehrreiche Geschichte, die die Kinder in den heutigen Schulen von ihren Lehrern oder den Eltern erzählt bekamen.
Die Entstehung von Pallevi'han reichte bis vor fünftausend Jahren zurück. Der Planet ist eine einzige Legende, die allerdings nie vollendet wurde. Keiner ist in der Lage das Ende der Legende zu erzählen, da die Geschichte dieser Welt immer weiter gehen wird...

Zu den Partum gehörten zum einen Andora, die Eisgegend, wo nichts außer Eis und Schnee war; links von Andora lag Vounale, der Partum der Elfen mit Gebirge und Wäldern; darunter war die heißeste Gegend von allen, mit Vulkanen noch dazu, dies nannte sich Zesta'chora und zu allerletzt der Haupt-Partum: Juvien, die Industriegegend.
Die Hauptstadt von Juvien hieß Terastia. Von dem terastianischen Palast wurde der Planet gesteuert. Die Regierung hatte ihren Sitz hier. In einer modernisierten Stadt. Unter ''modernisiert'' verstanden die Bewohner in dieser Welt, eine Stadt, die mit einem ausgebildeten Militär mit richtigen Schusswaffen ausgerüstet war; dass man mit Luftmobilen, mit einem Propeller betrieben, durch den Ort transportiert werden konnte, anstatt zu laufen; und, dass die Häuser bis zu sechs Stöcke hatten und aus Stein gebaut waren, nicht so, wie die Zelte, die man bei den elfen gebrauchte.
Außerdem verlangten die Bewohner von Juvien eine ausgezeichnete Schutzorganisation. Und so hatte die Regierung vor zwanzig Jahren beschlossen, ihr Militär einzuteilen: Einmal das Angriffsmilitär, eine Armee mit Bodenkämpfern, Kampf-Luftschiffen und einem Chocobo-Heer. Und zum anderen die Schutzpartei, welche aus Soldaten bestanden, die nur im Notfall angriffen zur Verstärkung und ansonsten die Bewohner beschützten, den Palast bewachten und sogar gleichmäßig an den Stadtmauern verteilt waren. Diese modernen Erfindungen machte Terastia zu der sichersten Stadt im ganzen Land.
Trotz alledem hatte die Hauptstadt etwas Unverändertes. Den Palast. Er existierte schon länger als dreitausend Jahre und wurde schon von unerschöpflichen Generationen des menschlichen Geschlechts bewohnt. Man sagte die vier Götter der Elemente hätten diesen Palast erbaut und so war es jedem verboten das Gebäude zu beschädigen oder umzubauen. Dieses Erbaute war das einzige, das so erhalten war, wie es die Götter vor dreitausend Jahren errichtet hatten, wenn man nach der Legence ging.
Terastia war eine kreisrunde Stadt umringt von Stadtmauern, was es dem Feind schwer machte dort  einzudringen. Es gab einen Haupteingang und mehrere kleine.
Am Haupttor waren jeweils zwei Wachtürme mit darin vier postierten Wachen, also musste dieser ein ordentliches Stück groß und breit sein. Um in die Stadt zu gelangen, war es eine Voraussetzung Stadtbürger zu sein. Denn jeder Bürger, der in dieser Stadt geboren wurde, erhielt einen Pass, mit dem er beliebig hinein und hinaus konnte. Auf diese Weise beabsichtigte die Regierung die Stadt nur mit Menschen bewohnen zu können. Elfen waren hier gewöhnlich nicht zugelassen und mit Monstern wurde hier kurzer Prozess gemacht, ehe sie überhaupt in der Lage waren einen Schritt in die Nähe Terastias zu wagen.
Vom Haupteingang aus verlief eine breite, mit Luftmobilen befahrene Straße, an deren Seite sich unzählig viele Häuserreihen befanden, die sich nach rechts und links immer weiter erstreckten bis zur Stadtmauer. Hindurch zogen sich einige kleinere Wege und dünne Pfade.
Doch ein breiter Weg führte direkt an das Ende der Stadt, wo der mächtige, altertümliche Palast stand. Er blitzte und blinkte und leuchtete in all seiner Pracht, als schien er das Licht der Sonne zu reflektieren, um damit alle Häuser mit seiner Helligkeit zu übertrumpfen.


Das würd ich alles komplett streichen. Als Leser interessiert es noch nicht, wie das Land beschaffen ist und sich aufteilt. Sollte irgendetwas von diesen Infos für den späteren Verlauf wichtig sein, dann schreib es dahin. Der Leser wird es bis dahin sowieso wieder vergessen haben. Du kannst doch zeichnen, setz dem Text einfach eine Karte voraus, dann sieht man die geografischen Gegebenheiten.

Mich persönlich stört auch die Erzählperspektive. Klar kann das jeder Autor halten, wie er will, aber ich mag keinen auktorialen Erzähler in einer Fantasygeschichte. Gerade solche Romane leben von der Spannung und dem Ungewissen. Ein Allwissender Erzähler wirkt da meiner Meinung nach fehl am Platz. Und muss man denn alles und aus jeder Perspektive wissen? Ich glaub das ist mit das Problem bei deinem Text, dass du so noch mehr unnötige Infos unterbringst und den Leser förmlich erschlägst. Z.b.

KittyCate hat Folgendes geschrieben:
Prolog
Mit verschränkten Armen stand er gegen die Wand seines Zimmers, neben der angelehnten Tür und horchte. gedanklich ist man also bei legence im Zimmer
Es ging um die Thronnachfolge, doch Vyron konnte es einfach nicht akzeptieren, dass er erst in fünf Jahren loslegen durfte. Seine Eltern waren strikt dagegen.
“Du bist zu jung und zu unerfahren!” schnauzte König Traiand seinen trotzigen Sohn an. Er strich sich über seinen Bart und setzte sich wieder auf seinen Thron, um erst einmal tief ein- und wieder auszuatmen. Hier schwenkt das Bild dann in den Thronsaal um, aber auf den ersten Blick wirkt dies verwirrend mMn
“Dein Vater hat Recht! Sieh uns doch erst mal zu, anstatt hier große Reden zu schwingen!”, beschwichtigte die elfische Königin. Sie sah ihren Mann wehmütig an. Dieser Blick bedeutete so viel wie wirkt irgendwie wie eine Analyse deines eigenen Textes : Gegen ihn haben wir kaum noch etwas zu sagen. Seit kurzem war er einfach nicht mehr zu stoppen mit seinen Einfällen, er musste seinen Willen immer durchsetzen. Der König und die Königin waren schier am verzweifeln. Zu ihrem Nachteil hatte der junge Thronfolger ihr Temperament geerbt und verstand damit umzugehen, und es einzusetzen. irgendwie wirkt das mMn auch überflüssig. Wieso schreibst du nicht einfach, die Verzweiflung war ihm deutlich anzuhören o.ä.
“Ich werde euch nicht enttäuschen! Gebt mir nur ein Zepter in die Hand und ich leite das Land, wie nie einer zuvor!”, beteuerte er. Jetzt ging seine Mutter auf ihn zu. Sie schaute ihm fest in die Augen. Der König sah auf und beobachtete die beiden. Sein Sohn erwiderte den Blick stolz. In ihm steckt nichts als Eitelkeit, stellte er fest. Dann hob er die Hand. rascher Wechsel von Sohn zu Mutter zu Vater zu Sohn zu Vater --> mMn nach entsteht hier eine Hektik, die dem Verständnis nicht wirklich gut tut
“Lass es sein, Melithian! Er wird sich nicht ändern!” Vyron zuckte keinesfalls mit der Wimper als er die Worte seines Vaters zu Ohren bekam. Er macht ja doch, was er will, dachte die Hochelfe und wendete sich schweigend ab.


Das kann man beliebig so fort setzen.

KittyCate hat Folgendes geschrieben:
Prolog

Durch eines der wenigen Löcher, die so etwas wie ein Fenster darstellen sollten, drang zart die Wärme der ersten Sonnenstrahlen dieses neuen Tages hindurch, während neben dem Licht heutzutage die Dunkelheit schlummerte. Wie kann man sich das vorstellen? Ist hell und dunkel vermischt, also grau, oder hast du dunkle Stellen im Licht, als Art Säule?
Die Häuser im Jenseits bestanden nur aus Kristall und so war das Anbringen von Fenstern undenkbar, denn durch die Kraft dieses Materials, wäre es nicht möglich, das Fenster weder zu öffnen noch zu schließen. Das klingt unfreiwillig komisch. Was hat das Material mit dem Öffnen eines Fensters zu tun? Wenn das Fenster öffnen kann, muss man es auch schließen können, eins von beiden ist redundant
So hatte man kleine Löcher eingeschlagen, die die Lichtstrahlen der Morgensonne ungehindert hinein trugen. Die Häuser sind aus Kristall? Ist ein Kristall nicht immer Lichtdurchlässig? In deiner Zeichnung ist er es jedenfalls
 Es herrschte ein mildes, angenehmes Klima, sodass es im Himmel nie kalt oder warm war, sondern immer die Temperatur, welche die Seele benötigte.
Die Tür war ebenfalls ein großes Loch, wobei jeder Cherub mühelos in ein anderes Haus eindringen konnte. Naja, wenn ein Loch in der Wand ist, warum sollte man dort nicht durch kommen?
 Doch da sich die Himmelsbewohner alle gegenseitig als eine Familie betrachteten, stellte dies noch nie ein Problem dar, jeder kannte sich. Was hat das mit dem Problem der offenen Tür zu tun? Oder meinst du, keiner würde unaufgefordert das Haus des Anderen betreten?  
Eine ganze Weile beobachtete sie das schlafende kleine Mädchen. Sie lächelte im Schlaf und sah furchtbar süß aus, fand Cielle. Sie konnte sich noch genau erinnern wie sie vor ungefähr zweihundert Jahren allein unter einem Kristallbaum saß und sich schrecklich einsam fühlte, obwohl es so viele andere Engel in ihrem Alter gab. Da hatte ihr der Jenseits nach langem Beten eine kleine Schwester geschenkt. Geboren aus der heiligen Quelle des Lebens, einem Wassertropfen entsprungen, aus dem geweihten Brunnen, direkt vor den Toren des Jenseits war Étoiles – so wie jeder andere Cherub auch – bestimmt, ewig zu leben. Wieso ist es dann ihre Schwester?
Hier folgt jetzt wieder ein laaanger Infodump
Cherubim verbrachten ihr Dasein in Symbiose mit dieser Welt, dem Himmel, welcher im Gegensatz zur Erde allem Vergänglichen trotzte. Bäume, Sträucher, Wiesen und Wälder sprossen ungezähmt empor, ja sogar die Tiere strotzten vor Energie, erlagen zu keiner Zeit der Erschöpfung.
Als Gegenleistung für das ewige Leben, welches den Wesen des Himmels beschert worden war, versprachen sie aufeinander Acht zu geben. Dies schloss nicht nur die Wahrung ihrer idyllischen Heimat, sondern auch den Schutz der irdischen mit ein, die von Menschen, Elfen und anderen sterblichen Wesen bevölkert war.
Leider aber geriet das Wissen um die scheinbar so profane Welt der Sterblichen immer weiter in Vergessenheit und die Seraphim musste trotz all ihrer Bemühungen zusehen, wie die Erde ihr geflügeltes Volk zunehmend befremdete.


Das soll für heute erst mal reichen, ich würde dir raten, die beiden Kapitel noch einmal gründlich zu überarbeiten. Ich denke, es lohnt sich, denn deine Geschichte scheint wirklich gut zu sein.

Nicht aufgeben Wink

lg


P.s. Bei dem Begriff chocobo Armee musste ich schmunzeln. Generell würde ich mit so was aber aufpassen, ich glaube square enix hat sich den Namen schützen lassen.
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KittyCate
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BeitragVerfasst am: 16.07.2015 12:32    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hey tokidoki,

erstmal danke für deine Bewertung!
Ich habe mich inzwischen darauf eingerichtet, die Erzählperspektive zu ändern auf personaler Erzähler. Allerdings wechseln die Kapitel anfangs öfter die Protagonisten. Denkst du, es ist ein Problem, wenn die ersten Kapitel verschiedene Protagonisten haben, aus deren Sichtweise erzählt wird?
(Später dann wird nur noch aus der Perspektive von Legence berichtet)

Das mit den Infodumps ist wirklich zu viel, ich habe bereits eine Lösung dafür gefunden und es woanders eingebaut smile

Lg ~ KittyCate

PS: Die "Chocobo-Armee" war zunächst Absicht, da ich schon immer davon geträumt habe, ein eigenes FF-Videospiel zu verwirklichen, nach meiner Buchvorlage.
Aber inzwischen denke ich, dass das sowieso utopisch ist, den Namen werde ich noch ändern wink


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tokidoki
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BeitragVerfasst am: 19.07.2015 14:26    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Kitty,

Perspektivwechsel an sich sollten kein Problem sein, solange du dann auch konsequent in der Perspektive deines Protas bleibst wink
Zu dem Thema gibt es hier auch übrigens mehrere Beiträge, einer wär z.B. dieser hier:

http://www.dsfo.de/fo/viewtopic.php?t=52631&highlight=perspektivwechsel

Hoffe, das hilft dir weiter
lg
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