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UND DIE ZEIT STAND STILL

 

 
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madrilena
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BeitragVerfasst am: 15.06.2013 08:06    Titel: UND DIE ZEIT STAND STILL eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

UND DIE ZEIT STAND STILL

Hallo an alle, die sich hier versammeln - heute möchte ich mein drittes Buch "und die Zeit stand still" vorstellen und natürlich Werbung dafür machen. Deshalb fange ich mal mit einer Kritik aus der Mainzer Zeitung und aus dem Wiesbadener Kurier an:


Mainzer Zeitung
Hilde Möller entführt uns in ihrem dritten Roman in das Cremona Antonio Stradivaris, des berühmten Geigenbauers. Und doch haben wir keinen historischen Roman vor uns. Auf überaus packende Weise sind Gegenwart und Vergangenheit miteinander verwoben durch die zentrale Figur der Paula, einer Musikpädagogin, die nach Italien fährt und in einem Antiquariat in Cannobio ein altes Medaillon entdeckt. Als sie es wie unter Zwang öffnet, erblickt sie eine Miniatur, die ihr wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Auf der Suche nach ihrem Ebenbild, gerät sie immer tiefer in dieses andere Leben hinein, kann sich nicht entziehen, auch nicht, als sie ihre Suche abbricht. Im Gegenteil... unausweichlich bewegen sich zwei Menschen aufeinander zu - ihre Schicksale sind miteinander verkettet. Und am Ende stehen die Schuldigen wie die Unschuldigen mit leeren Händen da, nur die Musik bleibt. „Und die Zeit stand still“ ist ein Roman, den man nicht aus der Hand legen kann, schnörkellos in der Sprache, klar, fast ein wenig atemlos, drängend und dann wieder sanft wie der feine Ton einer Geige. Es ist ein Buch vom Geborenwerden und Sterben, vom Lieben und Leiden, vom Habenwollen, vom Besitzen und Verlieren, vom Leben in seinen verschiedenen Facetten, vom Glauben an das Schicksal und von der Freiheit des Individuums. Man erfährt von der schmerzhaften und beglückenden Suche nach dem eigenen Ich, von einer Reise zu sich selbst, eingebettet und erst möglich durch das Erfahren anderer Städte und Landschaften, durch die Begegnung mit anderen Menschen. Es sind Menschen, die letztlich scheitern, weil sie ihr Lebensglück egoistisch an sich reißen wollen ohne zu bedenken, wie verletzlich das geliebte Gegenüber ist.

Wiesbadener Kurier
Im italienischen Cannobio am Lago Maggiore entdeckt die Musikpädagogin Paula ein altes Medaillon. Darin findet sie das Bildnis einer jungen Frau, die ihre Züge trägt. Vor 300 Jahren hat diese Paula in Cremona, der "Stadt der Geigen", gelebt. Also begibt sich Paula aus Frankfurt auf die Suche nach der anderen Frau, eine Spurensuche, die ihr Leben verändern wird.

Geschickt verwebt Hilde Möller gleich mehrere Handlungsstränge: Paulas Suche nach Paula, deren Liebe zur Geige ihr Schicksal besiegeln sollte. Doch es gibt auch die Geschichte des jungen spanischen Geigers Miguel, der beim Notenstehlen in Madrid dem einstigen Geigenvirtuosen Don Manuel begegnet. Dieser hat verkrüppelte Finger, noch eine Geschichte, die Möller in "Und die Zeit stand still" erzählt. So endet ihre Lesung mit der Begegnung von Paula und Miguel, der an der Frankfurter Hauptwache Geige spielt. Doch damit beginnt erst die Liebesgeschichte.



UND HIER DIE ERSTE TEXTPROBE
PROLOG
Mit heißen, trockenen Fingern streicht er über den goldgelben Lack des Instruments. Zeichnet die vollendeten Proportionen der Geige nach. Hebt sie unters Kinn, die rechte Hand greift nach dem Bogen. Er legt ihn auf die G-Saite, zieht ihn mit festem Strich vom breiten Ende bis zur Spitze durch. Der volle Ton schwingt durch das spärlich möblierte Zimmer. Dringt in den Spieler. Bricht ihn von innen auf.
Er beginnt das Adagio aus der ersten Violinsonate von Bach zu spielen - die Töne quellen aus dem glänzenden Leib der Stradivari. Die Saiten vibrieren unter dem fordernden Strich. Die Melodie steigt im Zimmer empor, füllt es aus, lässt Wände und Mauern zurückweichen. Bis er meint, unter freiem Himmel zu stehen, weit weg vom engen Wohnviertel im Frankfurter Ostend, im Norden Spaniens, am Strand von Berria. Hört die Stimme seiner Mutter "Miguel, komm doch!“ Sieht einen Jungen durch die sonnenwarmen Dünen rennen. Hartes Dünengras sticht in seine nackten Füße.
Er vernimmt das Rauschen des Atlantiks. Das Gurgeln, wenn sich die hintereinander herlaufenden Wellen am Felsengestein brechen, zurückbrandend in die heranjagende See. Hoch über ihm wirft sich eine Möwe steil aufsteigend dem Sonnenlicht entgegen. Ihr kreischender Schrei im klaren Blau des Himmels.
In dem Jungen die Sehnsucht nach Musik, nach der Empfindung klarer Töne und dem Himmel vor Sonnenaufgang.
Zitternd lässt er die Violine sinken. Streicht mit dem Handrücken der rechten Hand, die noch immer den Bogen durch die Luft führt, wirres dunkles Haar aus der Stirn.
Durch das gardinenlose Fenster leuchten die letzten Strahlen der untergehenden Sonne. Von der Straße Geräusche der Großstadt.
Er hört die schweren Schritte auf der Treppe, noch bevor stürmisch an der Tür der Wohnung geläutet wird.
Der schrille Ton der Klingel zerreißt die Erstarrung. Durchzuckt den lauschend vorgebeugten Körper.
Der Mann schaut sich gehetzt um.
Flucht? Zu spät....[/b]



_________________
Bücher im Alkyon Irmgard Keil Verlag/Marbach "Schatten umarmen" Kranichsteiner Literaturverlag.
1. "den Himmel mit Händen fassen" ISBN
10:3934136303
2. "Schatten umarmen ISBN 10:3929265133
3. "...und die Zeit stand still" ISBN 10: 3934136311
4."leben" ISBN 10:3934136656
Erhältlich bei Amazon über buchimport Peter Reimer + in Buchhandlungen
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madrilena
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Alter: 83
Beiträge: 676



BeitragVerfasst am: 15.06.2013 08:11    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Und weil es vielleicht nach dem Lesen des Prologs Lust auf "mehr" gibt, hier gleich das erste Kapitel aus meinem Lesetext, den ich so, wie ich ihn hier reinstellen werde, auf Lesungen verwende. Viel Spaß
madrilena


1. Kapitel nach dem Prolog
Einige Tage später war Markttag in Cannobio. Paula betrat eine kleine schummrige Werkstatt. Im Raum hing der Geruch nach Alter und Staub. Ein weißhaariger Mann - gebückt unter dem runden Schein einer hellen Lampe - eine Lupe vors Auge geklemmt, betrachtete ein altes Schmuckstück.
Er blickte kaum auf, als Paula eintrat. Ziellos schaute sie sich um, nahm hier eine mit Perlen besetzte Dose in die Hand, griff dort nach einem Mörser aus Messing.
Unversehens fiel ihr Blick auf ein fein ziseliertes, altsilbernes Medaillon, das scheinbar achtlos zwischen Broschen, Armreifen und langen Ketten auf einem Bord in einer Vitrine lag. Etwas - ging von ihm aus, das sie anzog und gleichzeitig packte sie eine sonderbare Unruhe.
Blödsinn! das ist nur ein simples Schmuckstück, versuchte sie sich zu beruhigen. Sie wandte sich ab, doch wie magisch angelockt drehte sie sich wieder zu der Vitrine um. Das Silber schimmerte schwach im Schein der spärlichen Beleuchtung des Ladens. Sie streckte die Hand aus, berührte vorsichtig das Medaillon, hielt inne, doch dann nahm sie es entschlossen in die Hand.
Ohne seine Arbeit zu unterbrechen, sagte der Mann, den sie längst vergessen hatte: „Sie haben einen sicheren Griff, dieses Medaillon ist aus einem wertvollen Familienbesitz.“
Die Rückseite des Schmuckes war glatt und schmiegte sich kühl in Paulas Handfläche, während es ihr selbst unerträglich heiß wurde.
Sie hob das Medaillon dicht an ihre Augen, als fiele ihr plötzlich das Sehen schwer. Eingehend betrachtete sie die verzierte Vorderseite, entdeckte ein großes P. Zögernd versuchte sie, den Deckel zu öffnen. Er widerstand ihrem Versuch. Hilflos schaute sie zu dem alten Mann, als sie auch schon seine knarrende Stimme hörte:
„Es lässt sich nicht öffnen.“
P! Warum trägt es gerade ein P?
Wem hat es gehört?
Wer hat es wann getragen?
Der Alte ließ ihr keine Zeit, darüber nachzudenken. Er trat dicht an sie heran, murmelte: „Es ist eine Arbeit aus dem 17. Jahrhundert.“
Paula schloss fest die Hand um das Medaillon. Zaudernd fragte sie nach seinem Preis, erschrak über die Höhe der Summe. Wenn sie so viel dafür ausgab, konnte sie sich eine Woche ihres Urlaubs streichen. Sie wollte handeln, gab es auf. Sie musste es besitzen, gleichgültig was es kostete, es war wie ein Zwang, gegen den sie sich vergeblich wehrte. Sie griff nach einer silbernen Kette, hielt mitten in der Bewegung inne. Sie konnte sich nicht vorstellen, das Medaillon einfach um den Hals zu tragen.
Aber warum denn nicht?
Sie hatte sich einen Schmuck gekauft, nichts weiter. Und doch war da etwas Fremdes, Bedrohliches.
Der Alte beobachtete die junge Frau aufmerksam. Langsam breitete sich auf seinem über und über mit Runzeln bedeckten Gesicht ein warmes Lächeln aus:
„Dieses Schmuckstück hat auf Sie gewartet.“
Paula zuckte zusammen. War der Alte verrückt geworden? Alles in ihr spannte sich, war Abwehr. Am liebsten würde sie schnell die dämmrige Werkstatt verlassen, aber der Mann hielt sie noch einen Augenblick am Arm fest:
„Der Verschluss ist nicht kaputt, irgendwann lässt er sich öffnen - irgendwann.“
Sie ballte die Hand mit dem Medaillon zur Faust, blickte zweifelnd auf den Mann. Was wollte er ihr sagen? Oder war er vielleicht nur einfach verwirrt?
Langsam öffnete sie die Faust und schrie leise auf, als plötzlich der Deckel des Schmuckstücks aufsprang. Sie erstarrte - das Medaillon war nicht leer. Es barg das winzige, ovale Bild einer jungen Frau. Kurze dunkelblonde Locken rahmten ein schmales Gesicht, große braune Augen, ein sinnlicher Mund, das Gesicht strahlte eine wundersame Lebendigkeit aus. Paula zitterte, fast wäre ihr das Medaillon aus der Hand gerutscht.
Das Bild!
Das war sie selbst!
Jemand hatte sie gemalt!
Erschrocken starrte sie auf das kleine Porträt. Empfand nur atemlose Bestürzung über die verblüffende Ähnlichkeit.
Hilflos wandte sie sich dem Mann zu, er stand regungslos mit geschlossenen Augen hinter dem niedrigen Ladentisch.
Paula spürte eine unheimliche Spannung im Raum. Etwas ungeheuer Lebendiges, Unfassbares schwang in dem Laden, seine Kraft drohte sie zu verschlingen.
Sie schaute wieder auf das Bild, versuchte behutsam, es aus seinem Rahmen zu lösen. Fürchtete, es würde zu Staub zerfallen. Als sie es endlich in Händen hielt, überfiel sie wieder dieses Zögern. Wovor hatte sie nur so schreckliche Angst?
Vorsichtig wendete sie das kleine Porträt um, las ‘Per Paola’ und dazu die Jahreszahl 1697.
Paola - Paula!
Entsetzen packte sie und einen Augenblick lang stürzten Gegenwart und Vergangenheit ineinander: diese Ähnlichkeit, der gleiche Name...
Sie drehte und wendete das Medaillon hin und her, hielt es ins Licht der Nachmittagssonne und fand noch etwas. Jemand hatte irgendwann winzige Buchstaben ins Silber der Innenseite des Schmuckes gekratzt. Sie entzifferte Paola Cederna.
Sie wandte sich dem alten Mann zu, wunderte sich über die liebevolle Besorgnis, die sie in seinen nun weit geöffneten Augen zu entdecken glaubte.
„Woher haben Sie es?“ Ihre Stimme zitterte vor Erregung. Leise fügte sie hinzu: „Bitte, ich muss es wissen.“
Der Alte sah Paula fragend an: „Kennen Sie Italien gut?“
„Ich kenne es gar nicht.“
„Fahren Sie nach Cremona!“
„Cremona?“
„Ja, in die Stadt der Geigen, in ihre Stadt.“
Wen meinte er? Wusste er, dass sie Geige spielte? Oder sprach er von dieser fernen Paola?
Drängend beschwor sie ihn: „Was wissen Sie von diesem Medaillon?“
Statt einer Antwort murmelte er nur: „Gehen Sie jetzt, gehen Sie! Und - passen Sie auf sich auf, Sie sind in Gefahr.“


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1. "den Himmel mit Händen fassen" ISBN
10:3934136303
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Paradigma
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BeitragVerfasst am: 15.06.2013 08:31    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Madrilena,

herzliche Glückwünsche zur Veröffentlichung. Du schreibst wirklich wunderschön, und Prolog und erstes Kapitel lesen sich toll.

Hm, für mich hätte es übrigens gereicht, wenn Paula nur einfach das Medaillon mit "ihrem Bild" findet - ohne mystische Vorahnung und geheimnisvolles "Nicht öffnen und dann doch". Aber das liegt vermutlich nur daran, das ich so eine schrecklich prosaische Person bin - ein anderer wird vielleicht gerade das lieben.

Behältst du diesen etwas mystischen Ton im gesamten Roman bei, oder findet sich das nur im ersten Kapitel?

Ein wenig erinnert mich die Buchbeschreibung an zwei sehr schöne Fime, die ich gesehen habe:

"Die rote Violine"
http://de.wikipedia.org/wiki/Die_rote_Violine

"Briefe an Julia"
http://de.wikipedia.org/wiki/Briefe_an_Julia

Vielleicht gibt es ja bald auch noch einen Film mit dem Titel "UND DIE ZEIT STAND STILL " Smile


_________________
Schreib den ersten Satz so, dass der Leser unbedingt auch den zweiten lesen will.

William Faulkner
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madrilena
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BeitragVerfasst am: 15.06.2013 09:13    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Paradigma - danke für Dein feedback.
Ein bisschen mysteriös bleibt es schon, denn ich gehe ja ein paar Mal 300 Jahre zurück. Und schon in den ersten Kapiteln soll ja irgendwie die Richtung des Romans zu spüren sein. Jedenfalls geht es mir so. Ich lese eigentlich prinzipiell immer die erste Seite eines Buches und wenn mich die anspricht, wenn sie meine Neugier weckt, wenn sie gut und auch fehlerlos!! (was heute nicht mehr so selbstverständlich ist) geshrieben ist, kaufe ich das Buch. Manchmal bin ich schon reingefallen, aber meistens stimmte der erste Eindruck.

Und ändern kann ich hier ja nichts mehr, der Roman ist seit 2004 veröffentlicht nach meinen Büchern "den Himmel mit Händen fassen" und "Schatten umarmen". 2008 dann mein viertes Buch "leben" und seither schreibe ich sehr sehr langsam an meinem neuen Buch, weil ich so beschäftigt bin mit Lesungen, mit Musikvorträgen und außerdem Werbung machen möchte für meine Bücher. Meine Verlage sind beide gut, aber leider klein und haben kein Geld, also liegt die Werbung bei mir. Das ist zeit- und geldraubend, aber ich empfinde meine Bücher als meine geistigen Kinder und möchte "fast" alles für sie tun.
Übrigens liebe ich Deine Kritiken, die ich ja jetzt sehr gut bei Gamone und ihrem Fantasy-Roman beobachten kann.
Also nochmals danke
und ein schönes Wochenende wünscht Dir
madrilena
Vielleicht interessiert Dich mal meine hp: www.hillaseven.de


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madrilena
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Alter: 83
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BeitragVerfasst am: 16.06.2013 10:12    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hier ein bisschen Sonntagslektüre
LG madrilena


Szenenwechsel
Der Onkel hob sein Glas: „Salud, mein Junge. Alles Gute zu deinem neunzehnten Geburtstag.“
Miguel ergriff sein Glas, prostete dem Onkel und der Tante zu: „Wisst ihr, dass ich schon acht Jahre bei Euch bin?“  
„War manchmal schwer für dich,“ die Tante blickte ihn liebevoll an.
„Hm,“ Miguel nickte, „Madrid ist halt nicht Berria. Aber eigentlich vermisse ich das Kaff nicht mehr.“
Er dachte, es war aber nicht immer so. Oft hatte er in seinem kleinen Hinterzimmer gesessen, zwischen den Häusern der Serrano brandete der Lärm des Autoverkehrs und Miguel träumte von der einsamen Freiheit, die das Meer versprach, von der der Vater so oft erzählt hatte. Er meinte in der Enge der Stadt ersticken zu müssen. Spürte die Sehnsucht nach dem weiten Strand, dem Geräusch der Wellen. Nach den bizarren Felsen oder dem Gefängnisfriedhof.
Bis er merkte, dass er sich nach einem Traum sehnte - in Spanien war es nirgends mehr einsam. Die Touristen überschwemmten das Land und machten auch nicht vor dem Norden halt.
Das Fischerhaus, das ihm als Kind so riesig vorgekommen war, erschien ihm heute klein und eng. Seine Geschwister waren ihm entfremdet. Und in Gegenwart der Mutter schwieg er.
Damals, vor acht Jahren, als sie ihn in der Wohnung des Onkels zurückgelassen hatte, war die enge Beziehung zwischen ihnen zerrissen. Wie konnte er der Mutter, die ihn geliebt und sich dennoch von ihm getrennt hatte, noch vertrauen?
Seit dieser Zeit misstraute er jeder Beziehung. Liebe? Freundschaft? Ja... aber gleichzeitig zerstörte er jede aufkommende Nähe. Achte: „Ich bin derjenige, der bestimmt, wie nah mir jemad kommen soll.’ Nie mehr wollte er einen solchen Schmerz empfinden wie bei der Trennung von der Mutter.
Aber… an eines glaubte er, an die Faszination der Macht. Macht über Menschen. Macht über die Musik, die das Wichtigste in seinem Leben war. Es war Besessenheit, die ihn antrieb.  
Auf der Universität besuchte er jeden Kurs, versäumte keine einzige Stunde, bemühte sich, bei seinen Professoren bekannt zu werden. Seine Geige und er, das sollte zu einem einzigen Begriff verschmelzen. Aber nicht nur während seines Studiums. Berühmt wollte er werden. Und ins Ausland wollte er und die erste Station sollte Deutschland sein.
Doch das lag noch in weiter Ferne. Wirklich wichtig war ihm allein die Musik. Wenn er seine Geige in die Hand nahm, spürte er sich ganz. Ihr Ton durchdrang ihn bis ins Herz, bis in die kleinste Zelle seines Körpers. Trieb ihm Tränen in die Augen, Tränen der Lebenslust und der Freude. Der Musik vertraute er. Sie allein gab ihm das Empfinden zu leben.
Allerdings trübte ein Gedanke seine Freude an der Musik: Die Noten waren für ihn einfach viel zu teuer. Oft sah er keinen anderen Ausweg, als sich die Noten zu stehlen. Und… das hatte er sich auch für heute wieder vorgenommen.   
Der Laden, den er diesmal auswählte, lag in der Gran Via, einer der Hauptstraßen von Madrids Innenstadt. Er würde um diese Zeit voller Menschen sein. Möglichst unauffällig näherte sich Miguel einem der vielen Gestelle, auf denen die Noten lagen.  Wie suchend blätterte er in den Notenbergen, blickte sich dabei vorsichtig um, ob ihn jemand beobachtete. Diese Noten hier waren alphabetisch nach Komponisten geordnet. S! Welche Komponisten interessierten ihn im Augenblick am meisten? Welche sollte er nur wählen? Hastig griff er nach dem Violinkonzert in d - Moll von Sibelius und dem Violinkonzert von Strawinsky, außerdem nach den Zigeunerweisen von Sarasate. Unauffällig stellte er seine Tasche auf den Tisch, dann stopfte er rasch die Notenblätter hinein. Seine Hände zitterten – immer diese Angst!
Aber was sollte er anderes machen?
Sein Onkel bezahlte die Schule und sogar einmal in der Woche den Musiklehrer Fernando, zu mehr reichte es aber nicht. Ein Genie war Fernando nicht, aber er hatte ihm die Grundbegriffe der Musik beigebracht.
Gehetzt klemmte sich Miguel die Tasche unter den Arm und dachte gerade, wieder mal gut gegangen, als sich schwer eine Hand auf seine Schulter legte.
„Na, junger Mann, du hast wohl vergessen zu bezahlen.“
Miguel zuckte zusammen. Spürte, wie ihm der Schweiß aus allen Poren brach. Wie der Schreck die Kehle zuschnürte. Es hatte doch immer geklappt, warum hatten sie ihn ausgerechnet heute erwischt?
Gerade als er sich, zur Flucht entschlossen, losreißen wollte, hörte er die Stimme eines Mannes.
„Lassen Sie nur, Roberto, der junge Mann gehört zu mir.“
„Oh, Don Manuel, entschuldigen Sie, das konnte ich nicht wissen,“ versicherte der mit Roberto Angesprochene in einem fast unterwürfigen Ton in Richtung der Stimme, während er Miguel unsanft zur Seite stieß und zischte: „Mieser kleiner Dieb, das nächste Mal erwisch ich dich.“
Unsäglich erleichtert wandte sich Miguel dem Mann zu, der ihm verschmitzt zulächelte. Er mochte zwischen fünfzig und sechzig Jahre alt sein, vielleicht auch viel älter, denn sein braungebranntes Gesicht war von tiefen Falten gezeichnet, die nicht recht zu den jugendlichen Augen zu passen schienen. Sein Haar war schlohweiß, die Gestalt gebückt und als er in seinem Portemonnaie nach Geld suchte und gleichzeitig zu dem wie gelähmt dastehenden Miguel gewandt fragte, „was hast du dir denn diesmal ausgesucht?“ ,fielen dem jungen Mann die verkrüppelten Finger an beiden Händen auf, die nur mühsam den Geldschein, den sie hervorzogen, fassen konnten.
Erst nachdem Miguel und der mit Don Manuel Angeredete gemeinsam den Laden verlassen hatten, fand Miguel seine Sprache wieder.
Beschämt stotterte er: „Danke… Señor, danke….“
Mühsam schluckte er. Sein Mund war ausgetrocknet von dem gerade überstandenen Schrecken. Stammelnd fragte er:
„Aber warum... warum haben Sie mir da drin geholfen,“ und er deutete auf den Laden.  
Statt einer Antwort, sagte der Mann: „Ich heiße Manuel Cuello,“ was  für Miguel keine Erklärung war.
Immer noch ganz erschüttert, sagte er: „Ich bin Miguel, Miguel Pérez Aguilar. Señor Cuello, warum haben Sie das für mich getan? Ich wollte doch wirklich etwas klauen.“
Manuel Cuello hatte aufgehorcht, als Miguel seinen Namen nannte, sagte aber nur: „Ich weiß,“ und fast grimmig fuhr er fort: „Hätten sie dich irgendwo sonst erwischt, hätte ich dir auch nicht geholfen, das kannst du mir glauben. Aber wenn jemand Noten klaut,“ er zögerte, schaute Miguel nachdenklich an, „na ja, dann muss er die Musik schon sehr lieben, kann sie sich aber nicht leisten.“
Miguel nickte. Fühlte, dass eine Erklärung nötig war, deshalb sagte er: „Mein Onkel zahlt alles für mich. Taschengeld kann er mir nicht auch noch geben. Aber manchmal brauche ich einfach neue Noten.“
Und wie nebenbei fügte er hinzu: „Ich spiele Geige.“
Cuello nickte: „Jetzt wirst du staunen, ich weiß nämlich ziemlich viel von dir. Dein Fernando war mal mein Schüler.“
Er lächelte listig vor sich hin: „Und der ist ganz begeistert von dir.“
„Sie kennen Fernando?“ Miguel war verwirrt, das gab es doch nicht, so klein war Madrid auch wieder nicht. „Und… und Sie selbst spielen auch Geige?“
Manuel Cuello meinte sarkastisch: „Wundert mich nicht, dass du mich nicht kennst.“
Er hielt Miguel seine beiden verkrüppelten Hände hin: „Das da, das ist der Grund, dass heute niemand mehr von mir spricht, dem einstmals berühmten Geigenvirtuosen. Das war einmal anders. Aber wahrscheinlich warst du damals noch gar nicht geboren.“ Verbittert starrte er auf seine deformierten Finger.
Miguel wagte nicht, auf die Hände zu schauen, wusste auch nicht, was er sagen sollte.
Cuello zog seinen  Mantel eng um die mageren Schultern und murmelte: „Verfluchter Wind, bläst noch ganz schön kalt.“ Sie gingen schweigend weiter, bis Cuello wieder die Stille unterbrach und sich fragend an Miguel wandte.
 „Willst du mir irgendwann einmal vorspielen?“
„Ich? Ihnen?“ Miguel strahlte. „Natürlich, aber fast alles, was ich kann, habe ich mir selbst beigebracht.“
Cuello überhörte, was Miguel gesagt hatte: „Hast du… morgen etwas vor? Morgen hätte ich Zeit!“ Und er sagte nicht, dass er eigentlich immer Zeit hatte. Es gab niemanden mehr, der sie in Anspruch nahm.
Nachdem Miguel sich die Adresse aufgeschrieben hatte, trennten sie sich. Er schaute dem Mann lange nach, wie er, gebückt und ein Bein leicht nachschleifend, zur Bushaltestelle ging. Rasch rief er hinter ihm her: „Und nochmals danke,“ aber Manuel Cuello drehte sich nicht mehr um. Winkte nur ein letztes Mal über die Schulter mit seiner verkrüppelten Hand.
 


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1. "den Himmel mit Händen fassen" ISBN
10:3934136303
2. "Schatten umarmen ISBN 10:3929265133
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madrilena
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BeitragVerfasst am: 16.06.2013 17:52    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ein bisschen Lesestoff für den Sonntag Abend?

[b]Szenenwechsell[/b]
Paula kündigte ihr Zimmer, kaufte sich einen Stadtführer von Cremona und fuhr in Richtung Mailand, Menschenleere Dörfer. Verstummt unter flimmernder Hitze. Vorüber an chemiegedüngten Feldern. Ein Flußlauf, glitzernd in der Sonne. Klöster und Kirchen, hinterlassen von Pilgern, die in vergangenen Jahrhunderten entlang dieser Straßen Zeugnisse ihres Glaubens ablegten… Und Landschaft. Weite, offene Ebene, in der Paula das Gefühl beschlich, verloren zu gehen.
Unvermittelt ragten die Kirchtürme von Cremona auf, der spitze Turm der Kathedrale.
Paula richtete sich im Gewirr der Straßen immer wieder nach der Spitze des Torrazzo, dem Glockenturm neben der Kathedrale. Bis sie zur Piazza del Comune kam.
Sie parkte ihr Auto. Stand fasziniert vor dem lombardischen Gotendom mit seinem überwältigenden Hauptportal.
Ihr war nicht danach, die Kirche zu besichtigen. Was heißt hier überhaupt besichtigen, dachte sie fast ängstlich. Das ist nicht mehr meine Reise. Alles ist irgendwie anders geworden seit gestern…. Sie suchte nach dem Medaillon, das sie in ein Taschentuch gewickelt in ihrer Rocktasche trug. Fast wünschte sie sich, es verloren zu haben, wünschte sich, dass der gestrige Tag nur ein Traum gewesen wäre. Doch dann fühlte sie das harte Metall durch das dünne Tuch hindurch, war erleichtert und auch wieder nicht. Konnte sie denn plötzlich keiner ihrer Empfindungen mehr trauen?
Wieder blickte sie am Dom hoch. Ob er zum Leben Paolas dazugehört hat…? Wird wohl so sein, falls die Worte des alten Mannes etwas bedeuteten. Sie brauchte einfach Zeit. Spürte Beklemmung, die sich ausdehnte, das Geheimnis ignorieren wollte und sich dennoch in ihm festkrallte.
Unter dem spitzbogigen Säulengang des Gemeindepalastes lag gegenüber der mächtigen Fassade der Kathedrale das Informationsbüro.
Ein junger Mann überfiel Paula mit einem Schwall italienischer Sätze. Sie wehrte lachend ab. Fragte auf Englisch nach einer billigen Pension, nach Hotelplan und Kunstführer. War froh, dass Lorenzo, so hatte sich der Mann vorgestellt, sie verstand..
Sie trat aus der dunklen Kühle der Arkaden in das Sonnengeflimmer des Domplatzes. Suchte nach einem Café. Wollte die Stimmung der Stadt in sich aufnehmen, still im Schatten eines weißen Sonnenschirmes.
Cremona, der Name klang nach Musik, obgleich ihr erster Eindruck ‚Provinzstadt‘ und ‚kleinbürgerlich‘ war.
Wenn nicht dieser beunruhigende Schatten einer unbekannten Vergangenheit jede Stimmung überlagert hätte.
Wer war Paola?
Eine Zeichnung…? Ein fremder Name…? Eine Berührung…, herübergeweht aus einer unbekannten Ferne?
Gleich am nächsten Morgen ging sie wieder zum Domplatz. Es war ein trüber Tag. Feuchter Nebel hüllte den Campanile des Doms in graue Schleier..
Sie kehrte dem Platz den Rücken und ging ins Informationsbüro. Sie hoffte, dass Lorenzo da wäre. Er lächelte ihr strahlend entgegen. Sie erzählte ihm von ihrem Interesse an Antonio Stradivari, seinen Geigen und der Zeit damals.
Er zeigte ihr den Weg ins Museo Civico. Sie schritt durch weite, kalte Säle. Stand vor ein paar alten Instrumenten, vor Handwerkszeug, Ziffern und geometrischen Zeichen der Amati, Stradivari und Guarneri und hoffte, die verstummten Stimmen aus dem Leben Antonio Stradivaris wieder zu finden.
In dieser Zeit musste jene Paola gelebt haben. Aber - was hatte sie mit Geigen zu tun? Es gab nur die Worte des Alten: In die Stadt der Geigen, in ihre Stadt.
Es wurde allmählich zum Zwang, die Spur zu Paola zu finden. Gelang das über das Leben Stradivaris?
Sie lächelte spöttisch über ihre Gedanken. Ihre Suche grenzte fast an Besessenheit. Sie gestand sich endlich ein, dass es nichts anderes mehr gab als das kleine ovale Bild und ein Name.


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1. "den Himmel mit Händen fassen" ISBN
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Sabine1986
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling

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Wohnort: Mittelfranken


BeitragVerfasst am: 16.06.2013 19:43    Titel: Antworten mit Zitat

Herzlichen Glückwunsch (auch wenn der Roman ja schon länger erhältlich ist)!  
Das klingt nach einem Roman nach meinem Geschmack, der gleich mal auf der Wunschliste gespeichert wird.   Smile


_________________
Grüße
Sabine

"Ein Herz und eine Handvoll Asche" (AllAge 2013)
"Mipu - Die Geschichte eines kleinen Helden" (Ab 10 Jahren, 2013)
"Die ersten Schritte als Autor" (noch nicht erschienen, Sieben-Verlag 2013)
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madrilena
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BeitragVerfasst am: 16.06.2013 21:11    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke für's feedback und ich würde mich sehr freuen, wenn Dein Wunschzettel bald in Erfüllung ginge.
LG madrilena


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madrilena
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BeitragVerfasst am: 17.06.2013 07:22    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Einen wunderschönen sonnigen Sommermorgen wünsche ich allen. Wie geht es bei Paula weiter - wie wird sie vorgehen? Welche Spuren wird sie finden? Hier ein nächstes Kapitel aus meinem Lesungstext.
LG madrilena

Szenenwechsel
Tage später fand sie im Archiv des Doms, zu dem sie mit Lorenzos Hilfe Zutritt bekommen hatte, die erste Spur. Lorenzo hatte darauf bestanden, sie zu begleiten. Paula blätterte in den alten Büchern, aus denen der Geruch nach Staub und Vergangenheit aufstieg. Sie wollte gerade müde und ziemlich hoffnungslos das dicke, in rissiges Leder gebundene Buch zuschlagen, als sie leise aufschrie:
„Lorenzo, schauen Sie doch nur, schauen Sie, hier steht sie.“
„Wer sie?“
War es verwunderlich, dass Lorenzos Stimme allmählich etwas gelangweilt klang.
„Paola natürlich!“
„Wer ist denn Paola, ich dachte, Sie suchen Daten über Antonio Stradivari?“
„Das erkläre ich Ihnen später. Schauen Sie, was ich gefunden habe,“ und Paula deutete auf eine Zeile, in der in säuberlicher, klarer Schrift stand: Paola Cederna, getauft Juli 1677.
„Und warum suchen Sie nach dieser Paola Cederna und woher wollen Sie wissen, dass diese Cederna diejenige ist, die Sie suchen?“
„Ich weiß es einfach,“ war ihre schlichte Antwort, und es war ihr völlig gleichgültig, dass diese Worte kaum ein glaubwürdiges Argument waren.
Doch… dann dachte sie, dass es Lorenzo gegenüber ziemlich unhöflich sei, ihm gar nichts von ihrer Suche zu erzählen.
Erschöpft ließ sie sich auf einen Stuhl sinken: „Lorenzo, bitte, haben Sie Geduld mit mir, ich erkläre Ihnen alles, nur im Moment kann ich noch nicht.“
Er lächelte Paula an und meinte: „Ich bin nur geduldig, wenn Sie Sonntagabend mit mir essen gehen.“
Auch das noch!!! Nach Abenteuer stand ihr nun wirklich nicht der Sinn. Sie sah Lorenzo zögernd an, er lächelte noch breiter:
„Ich bringe Loretta, meine Frau mit. Ihre Schwester wird schon auf unsere Francesca aufpassen können.“

Es wurde einer der seltenen Abende, wo alles stimmte – das Gefühl von Zugehörigkeit zu völlig fremden Menschen, die Stimmung im Lokal, das Essen und sogar die Verständigung, denn alle drei sprachen sie ein ausgezeichnetes Englisch.
Loretta war eine moderne Frau, wahrscheinlich genauso alt wie Paula. Lachend sagte sie zu Paula:
„Hoffentlich haben Sie sich nicht die typische italienische Mama vorgestellt. Schreckliches Klischee! Ich arbeite in einem Reisebüro und meine Mutter und die Schwester passen auf Francesca auf!“
Sie schaute Paula aufmerksam an. Mit welchen Erwartungen war diese junge Deutsche nach Cremona gekommen? Sie lächelte Paula zu, als sie weitersprach: „Sie werden wahrscheinlich ganz rasch bei ihren Gängen durch Cremona merken, dass Vergangenheit und Gegenwart in dieser Stadt nicht zu trennen sind. Aber... lassen wir die Stadt. Die interessiert Sie eh doch nicht so, oder? Lorenzo sagt, Sie spielen Geige und lehren Musik?“
Paula nickte, wartete, was kommen würde und Loretta fuhr fort: „Die Zeit Stradivaris wollen Sie kennen lernen und vielleicht sein Leben. Warum ausgerechnet Stradivari?“ Paula zögerte und Loretta blickte sie unsicher an: „Bin ich zu neugierig?“
„Nein, nein, es ist nur…, ach, ich weiß doch selbst nicht, wie ich es erklären soll. Mich haben bis vor ein paar Tagen weder Cremona noch Stradivari sonderlich interessiert.“
Sie hatte plötzlich das Bedürfnis, Loretta von dem seltsamen Schmuckgeschäft und dem Alten zu erzählen. Mit einer heftigen Bewegung nestelte sie das Medaillon unter ihrer Bluse hervor, wo sie es nun doch an einer Kette um den Hals trug, um es nicht zu verlieren. Ihre Hand zitterte, als sie Loretta das geöffnete Medaillon hinhielt, nachdem sie ihr zuerst das P auf der Oberseite des Schmuckes gezeigt hatte.
„Auf dem Bild hier, das bin ich,“ sie stockte, sagte dann etwas ruhiger, „jedenfalls sieht mir die Frau unheimlich ähnlich.“
Wieder packte sie die Erregung, die sie im Laden in Cannobio empfunden hatte. Aber… auch Angst. Es konnte doch nicht alles Einbildung sein! Herausfordernd schaute sie Loretta an.
Diese hatte vorsichtig das Medaillon in die Hand genommen, sah von dem kleinen Bild zu Paula, entzifferte den Namen ‚Paola Cederna‘ und war bleich geworden…Verwundert schüttelte sie immer wieder den Kopf, aufgeregt stotterte sie: „Das ist – das ist unglaublich, einfach unglaublich. Jetzt wundert es mich wirklich nicht mehr, dass Sie hierher kommen mussten.“ Sie schwieg, blickte wieder auf das kleine Bild, fragte dann: „Wo wollen Sie mit Ihrer Suche beginnen?“
Lorenzo atmete den Rauch seiner Zigarette durch die Nase wieder aus und sagte: „Wir haben heute morgen eine Eintragung im Taufregister gefunden.“
„Und das sagst du jetzt erst!“ Loretta schien zu ihrer bisherigen Munterkeit zurückzufinden und lachte Paula an:
„Ich arbeite zwar in einem Reisebüro, nach meinem Studium habe ich so schnell nichts Besseres gefunden. Aber … studiert habe ich Geschichte und Sprachen.“
Erregt rief Paula: „Soll das heißen, dass Sie, ach was, dass du, einverstanden?“ Loretta nickte lächelnd, und Paula fragte weiter, „dass du in jedes Archiv kannst? Dass du herausfinden kannst, wo ich was suchen muss?“
„Möglich. Mach dir aber nicht zu viele Hoffnungen,“ sie fegte ein paar Brotkrümel vom Tisch.
„Warum nicht?“
„Nun ja, wenn diese Paola nicht irgendeine wichtige Rolle gespielt hat, wirst du außer der Taufeintragung nicht mehr viel finden.“
„Woher weiß ich nur, dass sie irgendwann wichtig gewesen sein muss,“ murmelte Paula.[/i


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Bücher im Alkyon Irmgard Keil Verlag/Marbach "Schatten umarmen" Kranichsteiner Literaturverlag.
1. "den Himmel mit Händen fassen" ISBN
10:3934136303
2. "Schatten umarmen ISBN 10:3929265133
3. "...und die Zeit stand still" ISBN 10: 3934136311
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madrilena
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BeitragVerfasst am: 17.06.2013 12:19    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Sorry, das war ungewollt und ich weiß nicht, wie ich ihn löschen kann. Habe seit einer halben Stunde versucht, den Text auf alle möglichen Arten rauszubekommen - aber ich weiß nicht wie.
LG madrilena


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Gamone
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BeitragVerfasst am: 17.06.2013 13:44    Titel: Antworten mit Zitat

Du kannst Boro oder einen Moderator bitten den Post zu entfernen. Diesen hier gleich mit Wink

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***

... du solltest öfters vom Dach springen ...
*Lapidar*
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madrilena
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BeitragVerfasst am: 17.06.2013 15:58    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

danke mein Schutzengel

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madrilena
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BeitragVerfasst am: 18.06.2013 12:32    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Wir gehen jetzt einfach mal 300 Jahre zurück. Geht Ihr mit?
LG madrilena



Szenenwechsel "und die Zeit stand still"

Wie vertraut ihr dieser Teil der Stadt früher war. Die engen Gassen. Über dem Eingang einer Trattoria wucherten Weinlaub und Kaskaden blauer Glyzinien. Katzen dösten faul in den Fenstern der niedrigen Häuser. In der Luft sonnige Stille.
Paola raffte ihre Röcke auf, ihre Schuhe machten zu viel Lärm auf dem Kopfsteinpflaster der Straße. Sollte sie sie ausziehen? Sie kicherte. Und was würde Giorgio dazu sagen, wenn sie barfuß zu einer Beerdigung ging? Wenn sie an Frau Francesca, Meister Stradivaris Frau dachte, schämte sie sich ihrer frivolen Gedanken.
Erst kürzlich hatte Caterina aufgeregt erzählt: „Du Paola, Papa hat durch das neue Geigenmodell endlich viele Aufträge.“
Eifrig hatte sie hinzugefügt: „Erinnerst du dich an das neue Modell?“ Und dann verlegen lächelnd: „Er… er  hat es dir an jenem Nachmittag damals gezeigt!“
Aber Paola wollte sich nicht an diesen bewussten Nachmittag erinnern lassen.
Und nun war Francesca, Caterinas Mutter, tot. Paola fröstelte trotz der sommerlichen Wärme. Dachte an die Stunden im Haus Antonio Stradivaris. Manchmal hatte sie sich schon als sechstes Geschwister unter den fünf Stradivarikindern gefühlt.
Bis Giorgio kam.
Sie erinnerte sich, wie sie Giorgio vor einem Jahr wieder getroffen hatte. Als Kinder hatten sie zusammen gespielt. Erst als sie größer wurden, trennten sich ihre Wege. Sie kam in die nahe gelegene Klosterschule.
Bei Giorgio war es anders. Er musste er sich den Wünschen seines Vaters beugen, als beschlossen wurde, dass er in einem der angesehenen Jesuitenkollegien seine Schule beenden und anschließend die Juristerei studieren sollte. Paola wusste, dass sein Traum die Musik war, wie gern wäre er Geiger geworden.     
Sie lächelte, als sie in Gedanken noch einmal ihr Wiedersehen mit Giorgio beim Karneval 1697 erlebte. Sie hatten sich mit einer solchen Heftigkeit ineinander verliebt, dass ihnen jeder Gedanke, jemand anderen zu heiraten, absurd erschien.’
Verstohlen berührte sie das Medaillon, das er ihr vor einem Jahr geschenkt hatte. Er hatte ein kleines Bild von ihr gemalt, mit einer feinen Nadel den Namen seiner Verlobten „Paola Cederna“ ins Silber des Medaillons geritzt und auf das Bild mit zierlichen Buchstaben „Per Paola, 1697“ geschrieben. Nie sollte sie vergessen, dass sie von nun an nur noch ihm gehörte.
Dieses Besitzdenken machte Paola zwar stutzig, doch als er hinzufügte:  „Ich liebe dich, nichts darf mehr zwischen uns stehen,“ vergaß sie ihren Unwillen.
Aber dann sagte er noch: „Auch nicht dein Geigenspiel!“
Verwirrt starrte sie ihn an. Wollte aufbegehren, ihm entgegenhalten: ‘Was hat denn meine Geige mit unserer Liebe zu tun?’
Doch sie schwieg. Ahnte, dass er vielleicht gar nicht so Unrecht hatte. Ihre Geige war neben ihrer Liebe zu Giorgio das Wichtigste in ihrem Leben. Wenn sie spielte, vergaß sie ihre Umgebung, vergaß Verabredungen und Zeit..  
Manchmal konnte Giorgio furchtbar wütend werden. Die Anlässe waren nichts sagend, ein Blick, der nicht ihm galt, ein Lächeln für jemand anderen oder auch nur ihre Freude, wenn ihr ein Stück auf der Geige besonders gut gelungen schien. Nie wusste sie genau, wie er reagieren würde. Und… bei der Geige hatte sie das Empfinden, als hätte er sie zu seiner Feindin erklärt.
Ungeduldig schob Paola alle Ängste beiseite. Vertraute fest darauf, dass er sich ändern würde, wenn sie erst verheiratet wären.
Wenn… sie allerdings an den Nachmittag zurückdachte, den Caterina so nebenbei erwähnt hatte... !
Sie war mit der Freundin verabredet. Bevor sie loszogen,wolle sie noch schnell Meister Stradivari begrüßen. Es war schon so lange her, dass sie nicht mehr in der Werkstatt war. Sie vermisste den Geruch nach Holz und Lack. Wollte endlich wieder einmal den Händen Stradivaris zuschauen.
Sie kletterte die schmalen Treppenstufen zur Werkstatt hoch. Stradivari lächelte ihr strahlend entgegen: „Nanu, welch seltener Gast, ich dachte schon, du hättest uns völlig vergessen,“ neckte er Paola.
Der jungen Frau war es, als wäre sie in diesen Räumen mehr zu Hause als bei ihren Eltern. Sie kannte jeden Gesellen, hatte oft den Söhnen Stradivaris kleine Handreichungen machen dürfen, von dem Zusammensein mit Antonio Stradivari ganz zu schweigen.  
 „Paola, schau mal!“
Die junge Frau drehte sich zu Meister Stradivari um. „Ja?“  
„Wie gefällt dir dieses neue Modell?“
Neugierig trat Paola näher, als Stradivari den Corpus einer Geige in die Höhe hielt.
In diesem Augenblick wurde die Tür zur Werkstatt aufgerissen, und Giorgio stürmte in den Raum. Er packte Paola wütend am Arm und zischte: „Wie oft muss ich dir noch sagen, dass es mir nicht passt, wenn du dich hier herumtreibst?“
Paola schrie entsetzt auf… was  war nur mit Giorgio los? Blitzschnell durchfuhr sie die Erinnerung an den Tag, als er ihr das Medaillon geschenkt hatte: ‘Also hat er das damals wirklich gemeint, er muss mich besitzen, um glücklich zu sein!’
Wütend entwand sie sich dem harten Griff Giorgios.  Wie konnte er sie so demütigen!!! Hilfe suchend schaute sie sich nach ihrem alten Freund um.  
Dieser trat an Giorgio heran und sagte ruhig: „Mach dich nicht lächerlich, Giorgio, Paola hat sich mit mir unterhalten.“
Giorgio beruhigte sich und, eine Entschuldigung murmelnd, bewegte er sich wieder auf die Tür zu. „Kommst du mit,“ rief er Paola noch zu.
Die junge Frau war sehr bleich geworden. Sie schaute von Stradivari zu Giorgio, der Meister lächelte ihr ermutigend zu:
„Geh Paola, es ist vielleicht nicht der richtige Augenblick. Aber du kannst jederzeit wiederkommen.“
Am liebsten hätte sie in seinem Arm Schutz gesucht, ihr Gesicht an seine lederne Schürze gepresst und Giorgio zum Teufel geschickt. Später hatte Giorgio sich weinend bei ihr entschuldigt. Aber solche Entschuldigungen hatte sie schon so oft von ihm gehört. Anfangs war sie gerührt über seine Einsicht, allmählich aber überwog der Ärger über seine Unbeherrschtheit.
Seit diesem Nachmittag in Stradivaris Werkstatt war sie eine geheime Angst nicht mehr losgeworden...
Und zu Stradivari war sie auch nicht mehr gegangen.
Bis.. ja bis


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BeitragVerfasst am: 19.06.2013 08:27    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Bleiben wir noch ein wenig in der Zeit Stradivaris. Im Buch selbst ist es natürlich viel ausführlicher - das ist nur der Text, den ich bei Lesungen vorstelle
Ich wünsche einen schönen Tag
LG madrilena



Und die Zeit stand still

Szenenwechsel
Wie bedrückend das Haus in seiner Leere und Dunkelheit wirkte. Paola zog den Mantel frierend enger um sich. War denn niemand da, der wenigstens die Lichter angezündet hätte? Paola betrat zögernd das Haus. Sie spürte eine seltsame Bedrohung die von den hohen, kalten Räumen auszugehen schien.
Niccolo Lucca fasste in Worte, was sie nur gedacht hatte: „Wie lebendig es eben noch bei den Stradivaris war.“
Giorgio, der im dunklen Wohnzimmer saß, war aufgesprungen. Wollte zur Tür… Hielt inne…, als er Paola sagen hörte: „Niccolo, Ihr könnt gehen.“
Giorgio riss die Tür auf: „Nein, Lucca, du kannst noch nicht gehen. Wo, hast du gesagt, kommt ihr her?“
Niccolo Lucca, dem Paola nicht ausdrücklich vom Verbot ihres Mannes gesprochen hatte, sagte ahnungslos: „Wir waren erst einkaufen, dann haben wir die Tochter von Meister Stradivari getroffen und sind mit ihr nach Hause gegangen, das neue Baby von Meister Stradivari  zu bewundern.“
Paola starrte ihren Mann erschrocken an. „Du... du bist schon zu Hause!“
Sie wandte sich hastig an Lucca: „Geht jetzt,“ und zu Giorgio sagte sie: „Ich ziehe mich nur rasch um, dann können wir gleich mit dem Abendessen beginnen,“ und schon lief sie zu ihrem Zimmer und zog die Tür hinter sich zu.
Sie lächelte, als sie sich an die Überraschung von Antonio Stradivari erinnerte. Es war wie ein Heimkommen. Sie hatte heimlich über die Werkbank gestrichen. Die Geige berührt, die auf ihr Stimmholz wartete und dabei Stradivaris Fragen beantwortet.
Während sie noch an die vergangenen Stunden dachte, zog sie ungeduldig die Stiefel aus. Schleuderte sie in eine Ecke des Zimmers. Wühlte in ihrem Kleiderschrank. Heute wollte sie sich besonders schön anziehen. Dieses ausgeschnittene rote Kleid mochte Giorgio am liebsten. Das würde ihn auch mit ihrem Ungehorsam versöhnen. Schließlich, was hatte sie denn schon verbrochen?
Sie trat vor den großen Spiegel, um sich die Perlenkette umzulegen,  als ihre Zimmertür ungestüm aufgerissen wurde und Giorgio ins Zimmer stürmte.
„Hab ich dir nicht...,“ seine Wut benahm ihm den Atem. Er keuchte, alles war auf einmal gegenwärtig. Seine Eifersucht. Seine Feigheit den Eltern gegenüber. Der Neid auf Paolas Geigenspiel.
Er schaute sich im Raum um, was er in seinem Zorn zuerst zerschmettern könnte.
Paola lief auf ihn zu, schrie: „Giorgio, nicht, ich habe doch nur...!“ Ihr Schrei gellte durchs Haus. Übertönte das Splittern und Krachen, als Giorgio Paolas Geige am Bettpfosten zertrümmerte.
Paola hatte sich an seine Arme geklammert. Mit einer wütenden Geste schleuderte er sie von sich...
„Giorgio... NEIN“
Und alles um sie herum versank in schwarzer Finsternis.


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BeitragVerfasst am: 20.06.2013 12:02    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hier der Anfang der letzten Szene meines Lesungstextes aus meinem Buch
"und die Zeit stand still"
LG madrilena



Szenenwechsel

Miguel zog seinen Mantel an, nahm seinen Geigenkasten und streifte abschließend mit einem kurzen Blick das Zimmer. Tisch, Bett, Stuhl und Kleiderschrank. Ein billiger. Ein Fenster, zu hoch, um auf die Straße schauen zu können. Dafür gewährte es den Ausblick auf ein Stückchen Himmel.
Manchmal fühlte er sich einsam, dachte an das lebendige Treiben in Madrids Straßen, spürte die Wärme einer spanischen Sommernacht auf der Haut, hörte das laute Stimmengewirr aus überfüllten Bars, und von fern den erregenden Rhythmus eines Flamenco.
Ärgerlich wischte er solche Gedanken beiseite. Sentimentalitäten! ‚Ich habe doch kein Heimweh’, schalt er sich und hängte an die Wände seiner Wohnung Bilder von Madrid und dazwischen auch eine Aufnahme von Manuel. Noch heute erschien ihm der Tod Manuels wie ein Alptraum.
Drei Monate war Miguel schon in Frankfurt. Tag für Tag machte er sich mit seinem Geigenkasten in die Innenstadt auf. Er wollte nicht als Straßenmusikant enden, war aber irgendwo fest davon überzeugt, dass er nur auf diesem Weg eines Tages entdeckt würde.
Er spielte mit einer Inbrunst und Leidenschaft, wie er auch in einem Konzertsaal spielen würde. Die Menschen blieben stehen. Lauschten der Intensität seines Spiels. Wie Wellen übertrugen sich oftmals seine und ihre Gefühle. Spürten sie seine Trauer, antworteten sie mit ihrer Ergriffenheit. Und er war dankbar.


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BeitragVerfasst am: 21.06.2013 12:32    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hier jetzt das letzte Kapitel meines Lesetextes zusammengestellt für Lesungen aus meinem Buch "und die Zeit stand still" . Sollte sich jemand für das Buch interessieren, es ist in allen Buchhandlungen zu bekommen, sofern man auf das VlB hinweist, ebenso  über Peter Reimer Amazon und natürlich direkt bei mir.
LG madrilena

Szenenwechsel
Paula blieb trotz ihrer Eile abrupt stehen. Sie war durch die Passagen an der Frankfurter Hauptwache mehr gerannt als gegangen, als der Ton einer Geige wie magisch ihren Schritt anhielt. Verwirrt schaute sie sich um. Ein Mann rempelte sie leicht an und meinte gutmütig spottend, na, was Wichtiges vergessen?
Nein, sie hatte nichts vergessen. Nicht einen Augenblick lang. Wenn sie auch schon lange wieder in Deutschland war..
Damals, vor zwei Jahren, nach dem Besuch im Kloster San Sigismondo und der Entdeckung des Bildes von Giorgio hatte sie sich noch am gleichen Abend von ihren Freunden Loretta und Lorenzo verabschiedet. Rasch hatte sie ihren Entschluss gefasst, nicht länger in Cremona zu bleiben, sondern zurück nach Deutschland zu fahren. Sie brauchte den Schutz ihres Alltags und Zeit, um all das zu überdenken, was ihr in den letzten Wochen geschehen war.

Paula schaute sich überrascht in der hell erleuchteten B-Ebene unter der Hauptwache um. Woher kam nur dieses wunderbare Geigenspiel? Ein Ton, so klar, rein und ergreifend, dass er sie aus ihrer Eile herausriss? Er schwang sich hoch. Schwebte als Melodie in verzauberter Stille inmitten des Getöses der B-Ebene.
Paula bemühte sich unbewusst, leise aufzutreten. Wollte keinen Augenblick der Musik verlieren.
Und dann sah sie ihn – er stand, umgeben von einer andächtig lauschenden Menschengruppe, ganz in sein Spiel versunken neben dem Eingang des Kaufhofs. Er schien die Gegenwart um sich herum gar nicht zu bemerken…
Paula war es, als bildeten er, seine Geige eine Einheit, wie sie sie überzeugender niemals zuvor erlebt hatte. Sie konnte den Blick nicht von dem Mann lösen. Wie in Trance umklammerte sie ihren Geigenkasten. Schritt durch die Menschenmenge, die ihr Platz machte, sich teilte und eine Gasse bildete, durch die Paula auf den Fremden zuging. Entgeistert starrte sie ihn an.
Das kleine Ölgemälde dieses Giorgios in San Sigismondo – die gleiche Kopfhaltung, die gleichen langen dunklen Haare, der südländische Teint des schmalen Gesichts. Am erstaunlichsten die blauen Augen, die sie jetzt unsicher musterten.
Paula hielt mitten in der Bewegung inne. Wollte zurückweichen. Fliehen, fort von hier. Aber die Menge hatte sich wieder hinter ihr geschlossen. Sie stand gefangen zwischen den Menschen hinter ihr und dem Geigenspieler vor ihr.
„Giorgio?“ Fragend… leise. Doch obgleich sie die Worte nur geflüstert hatte, drang der Klang in ihr Bewusstsein. Weckte sie aus ihrer Erstarrung.
Blödsinn! Wie sollte dieser junge Mann Giorgio sein, aufgetaucht aus der Vergangenheit. Noch dazu in der Frankfurter Innenstadt...
Wann endlich würde sie Paolas Vergangenheit loslassen?
Und doch schwang zwischen ihr und dem Mann da vorne eine seltsam fremde Vertrautheit. Auch er schien sie zu spüren.
Er hatte sein Spiel beendet. Ließ die Geige sinken, ohne den Blick von Paula zu wenden. Wer war die Frau mit dem Geigenkasten, die ihn so anstarrte…? Die Worte flüsterte, die er nicht verstand...
Er packte die Geige in ihren Kasten. Entspannte ein wenig den Bogen. Befestigte ihn im Deckel. Alles gewohnte Gesten. Keinen Augenblick ließ er die Frau aus den Augen. Sie war schön... Eine unbewusste Schönheit. Wie alt mochte sie sein…? Miguel schätzte sie auf Mitte 30.
Die Zuhörer merkten nichts von der gespannten Atmosphäre zwischen der Frau und dem Mann. Nachdem der Applaus verklungen war, löste sich die Menge auf.
Paula trat auf Miguel zu. Streckte ihm die Hand entgegen. Stellte sich vor und meinte: „Sie spielen wunderbar Geige. Warum hier? Warum nicht in einem Orchester? Oder… darf ich das nicht fragen?“
Miguel lächelte: „Weiß nicht! Sagen Sie mir, warum es Sie interessiert,“ antwortete er, als er ihre Hand wieder losließ.
„Ich bin Musikpädagogin – da müssen Sie mir auffallen.“
Miguel horchte auf. War das der ersehnte Augenblick? Sollte sich wiederholen, was ihm damals mit Manuel  geschehen war?
Als er an den Freund dachte, durchzuckte ihn ein Schmerz, den er seit Monaten zu leugnen versuchte. „Ich bin schuld an seinem Tod!“
Rasch wischte er diesen Gedanken beiseite. Wandte sich an die Frau vor ihm.
Wie hatte sie sich vorgestellt? Paula Kramer! Er sollte sie ernst nehmen, deshalb antwortete er rasch.
„Ich heiße Miguel, bin Spanier und habe in Madrid Musik studiert. Seit meiner Kindheit spiele ich Geige.“
Und fügte noch hinzu: „Ich habe es meinem Vater versprochen, als ich ein Junge war, dass ich einmal berühmt würde.“
„Und, was sagt Ihr Vater dazu, dass Sie hier auf der Straße spielen?“
„Nichts! Mein Vater ist schon lange tot.“
„Verzeihung! Das konnte ich nicht wissen,“ und dann wiederholte
Paula ihre Frage:
„Warum spielen Sie auf der Straße?“
„Noch hat mich kein Orchester genommen. Ich verdiene damit Geld und warte. Und Sie? Wo spielen Sie Geige?“ Er deutete auf ihren Geigenkasten.
Sie schien seine Frage nicht gehört zu haben. Meinte stattdessen zögernd: „Waren Sie… schon einmal… in Italien?“
„Ich? Nein. Warum?“
„Ach – nur so! Haben Sie Lust, nächste Woche aufs Konservatorium in Frankfurt zu kommen? Ich habe vor, ein Jugendorchester zu gründen. Vielleicht… eine Chance für Sie?“
Miguel schaute Paula fragend an. „Sie kennen mich doch gar nicht!“
„Das möchte ich ja gerade ändern. Außerdem habe ich Sie spielen gehört, das reicht.“
Sie wandte sich zum Gehen. Drehte sich noch einmal um.
„Miguel und… wie noch, Sie heißen doch nicht nur Miguel.“
„Nein. Miguel Pérez Aguilar. Um genau zu sein, Miguel Jorge Pérez Aguilar.“
„Jorge…?“
„Georg auf Deutsch - Jorge auf Spanisch – Giorgio auf Italienisch. Gefällt Ihnen der Name?“


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BeitragVerfasst am: 22.06.2013 07:48    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

So, das war der Lesetext, den ich bei meinen Lesereisen vortrage. Irgendwie muss ja die Spannung erhalten bleiben, und die kann ich nicht bei den Lesungen schon auflösen. Denn wie reagiert Paula, wie wird das Verhältnis zwischen Miguel und ihr, und was stürzt sie selbst dann auch ins Unvermeidliche.
Falls jemand das Buch kaufen möchte, dann bitte in den Buchhandlungen auf das Verzeichnis lieferbarer Bücher hinweisen, in Amazon verkauft es Peter Reimer und von mir kann man es auch bekommen - ohne Porto!
LG madrilena


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1. "den Himmel mit Händen fassen" ISBN
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BeitragVerfasst am: 17.08.2013 10:38    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Und die Zeit stand still
 Lesung in der Buchhandlung Frauenzimmer in Wien:


Wer ist Paula wirklich? Bis zu ihrem Urlaub in Italien war sie sich sicher, die Musikpädagogin Paula Kramer aus Frankfurt zu sein. Doch am Lago Maggiore verändert sich ihr bisheriges Leben völlig, als sie in einem Antiquariat in Cannobio ein altes Medaillon erstand. Beim Öffnen des Schmuckes entdeckt sie ihr eigenes Bild, gemalt vor dreihundert Jahren und einer Paola gewidmet. Die Besessenheit, dieser Vergangenheit auf die Spur zu kommen, lässt sie nicht mehr los, zerstört ihre Liebe zu Miguel und führt schließlich....


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BeitragVerfasst am: 15.09.2013 09:36    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Die Schriftstellerin Hilke Müller schrieb eine Rezension meines Buches "und die Zeit stand still", erschienen im Alkyon Verlag. Es war eine sehr gute Lesung gewesen.
Einen schönen Sonntag wünsche ich allen
madrilena
www.hillaseven.de


Lesung im Höerhof in Idstein
Spannung bis zur letzten Minute
Rezension der Kulturbeauftragten Hilke Müller des Kulturkreises Idstein
Das Medaillon in Paulas Hand ist 300 Jahre alt und doch gleicht ihr die junge Frau, die darin abgebildet ist, aufs Haar. Ein Zufall? Einbildung? Oder kann ein längst gelebtes Leben schicksalhaft in die Gegenwart eingreifen? Die junge Geigerin Paula spürt dem Geheimnis nach und gerät dabei immer tiefer in den Bann ihrer Ängste und Ahnungen.
Wenn Hilde Möller aus ihrem Buch „und die Zeit stand still“ liest, kann man die berühmte Stecknadel fallen hören. Kaum ein Zuhörer kann sich der Erzählkraft dieser Autorin entziehen, die ihre Figuren so lebendig erschafft, dass man mit ihnen hofft und leidet, sie zu kennen glaubt wie sich selbst. Wo ist die Grenze zwischen Liebe und Abhängigkeit, zwischen Hingabe und Selbstaufgabe? Auf der Spur eines fremden Schicksals trifft Paula mit Miguel, einem jungen Geiger, zusammen, der für sie die große Liebe sein könnte. Aber immer wieder stehen ihre Ängste und Vorahnungen zwischen ihr und dem Geliebten
Ein Abend, der mehr war als eine Lesung. Ein spannendes Hörerlebnis, komponiert aus Musik, Landschaft und menschlichen Schicksalen.


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Bücher im Alkyon Irmgard Keil Verlag/Marbach "Schatten umarmen" Kranichsteiner Literaturverlag.
1. "den Himmel mit Händen fassen" ISBN
10:3934136303
2. "Schatten umarmen ISBN 10:3929265133
3. "...und die Zeit stand still" ISBN 10: 3934136311
4."leben" ISBN 10:3934136656
Erhältlich bei Amazon über buchimport Peter Reimer + in Buchhandlungen
Schatten umarmen auch über Libri.
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