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Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig Buchanfang - wie gewöhnlich Anrgeung und Kritik bes. Dialog


 

 
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Fingolf
Geschlecht:männlichAbc-Schütze

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Beiträge: 9
Wohnort: Bonn


BeitragVerfasst am: 27.11.2012 02:59    Titel: Buchanfang - wie gewöhnlich Anrgeung und Kritik bes. Dialog eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Also habe mal meine erste Kurzgeschichte zu einem etwas unkonventionellen Roman umgeschrieben. Hoffe es gefällt.
Würde mich freuen wenn ich ne Kritik bekommen würde und bezüglich des DIalogs auch Anregungen- DAnke schonmal im Voraus smile

Der erste Teil ist praktisch identisch mit meiner ersten Kurzgeschichte, deshalb können die die sie schon kennen bereits mit dem 2. Abschnitt anfangen, wenn sie wollen wink

Ein Toter erinnert sich

Wissen Sie, ich war eigentlich nie jemand, der besonders aufgefallen ist, weder positiv noch negativ. Ich habe gelegentlich wichtigen Persönlichkeiten die Hand geschüttelt, wenn ich sie zufällig auf der Straße getroffen habe beispielsweise, aber, abgesehen von diesen kurzen Momenten, in denen der Glanz der Reichen und Schönen auch für einen Augenblick auf mich abfärbte, habe ich Zeit meines Lebens nie etwas besonders Spannendes oder für die Öffentlichkeit Interessantes erlebt oder vollbracht.
Ich war ein ganz normaler Kerl, der vor sich hin lebte, mit einem sicherem Arbeitsplatz, einer kleinen, feinen Wohnung und gelegentlich einer Freundin an seiner Seite. Dennoch hatten mein Todesfall und seine Folgen einen regelrechten Aufschrei in der Gesellschaft hervorgerufen.
Man sprach von Mord, Dummheit, Zufall und Missgeschick. Eine Debatte über Vorsatz und Absicht war entbrannt, darüber, ob man Entscheidungen, die getroffen wurden, ohne deren Tragweite zu kennen, überhaupt bestrafen darf, ob man vielleicht nicht einfach den Mantel des Schweigens über solche Vorfälle legen sollte, ob die Erkenntnis nicht schon Strafe genug gewesen war und ob man Dummheit richten konnte oder gar musste.
Ich selbst bin der Meinung, dass meine Todesursache, nüchtern betrachtet, sehr wohl Ausdruck menschlicher Ignoranz und fehlendem Interesse an seinen Mitbürgern gewesen war, doch schicke ich mir nicht an ein Urteil darüber zu fällen, obwohl es doch eigentlich nur in meiner Hand liegt. Die Sache ist mir jedoch zu delikat und differenziert zu betrachten. Ein Urteil müsste sowohl Moralisches, als auch Rationales verbinden, dürfte nicht zu grausam, aber auch nicht zu lasch sein, zudem auch nicht als ein Exempel missbraucht werden. Ein solches kann ich aber beim besten Willen hierfür nicht finden.
Wie ich gestorben bin fragen Sie sich? Wieso das Ableben eines offensichtlich so unbedeutenden Mannes ein solches Interesse nach sich zog?
Nun es wäre unhöflich von mir, Sie nun nach all diesen Andeutungen und meiner allgemeinen Geheimnistuerei im Dunkeln über die genauen Umstände meines Todes zu lassen und so will ich Ihnen die tragische Geschichte erzählen, wie ich zu meinem zweifelhaften Ruhm gelangte, welche die größten Literaten sich wahrscheinlich nicht besser hätten ausdenken können:
Ich hatte jenen Abend mit einigen Bekannten in einer Bar zugebracht, hatte das gute Bier, die angenehmen Gespräche und meinen unverfänglichen Flirt mit der Bardame genossen, bis ihr werter Gatte mich nachdrücklich bat zu gehen.
Eine klirrende Kälte hatte mich sogleich empfangen, als ich die wohltuende Wärme meiner Taverne notgedrungen verlassen und auf die Straße getreten war.
Ich weiß noch, wie ich auf meinem Heimweg gedankenverloren in den Himmel geblickt und diesen wie in Kindheitstagen nach dem großen und dem kleinen Wagen abgesucht hatte. So sehr hatte ich mich darin vertieft, dass ich meine Umgebung vollends ausblendete, ein Fehler, der mir teuer zu stehen kommen sollte.
In meinen schwarzen Mantel war ich schwerlich von einem langen Schatten zu unterscheiden und so kann man dem Fahrer des ebenso dunklen Ford Fiestas nicht wirklich einen Vorwurf machen, mich schlichtweg übersehen zu haben.
Das Auto erfasste mich, als es gerade um die Ecke bog und schleifte mich noch gefühlte hundert Meter mit, bevor es schließlich zum Stehen kam und ich mich endlich in die weniger schmerzvollen Gefilde der Ohnmacht retten konnte.
Obwohl nur sehr knapp, gelang es mir dennoch durch die Hilfe fähiger Ärzte und den Erkenntnissen der modernen Medizin dem Tod noch ein letztes Mal von der Schippe zu springen.
Glimpflich kam ich allerdings nicht davon. So gut wie jeder Knochen in meinem Leib war gebrochen und viele meiner inneren Organe schwer verletzt. Man sprach von einem Wunder, dass ich überhaupt überlebt hatte, versprach mir aber auch sogleich, dass ich nach einigen Monaten wieder gesund sein würde. Bis dahin hatte ich allerdings komplett eingegipst und an eine Lebenserhaltungsmaschine gekoppelt in einem stickigem Krankenzimmer auszuharren.
Nicht einmal das Sprechen war mir möglich, geschweige denn jegliche Bewegung.
Den einzigen Laut den ich unter größten Anstrengungen von mir geben konnte, war ein leises Brummen gewesen.
So lag ich da also und erwartete sehnsüchtig den Tag meiner Entlassung oder wenigstens den Tag, an dem ich nicht mehr an diese grauenhafte Maschine angeschlossen sein würde und mich wieder frei bewegen könnte.
Ich war auf dem besten Weg der Genesung, aber wie so oft hatte mir das Schicksal dann doch noch einen Strich durch die Rechnung gemacht, diesmal in Form einer unachtsamen Putzfrau.
Man hatte mich einen Tag zuvor in ein neues Zimmer verlegt, da der Platz für einen anderen Patienten gebraucht wurde und meine Wenigkeit sich schon soweit erholt hatte, dass sie nicht ständiger Beobachtung benötigte.
Ich hatte gerade auf den kleinen Röhrenfernseher an der Decke des schäbigen Krankenzimmers die Nachrichten gesehen, als die Putzfrau das Zimmer betrat. Geschäftig war sie mit ihrem Staubsauger überall hingegangen, bis sie schließlich bemerkt hatte, dass für die letzte Ecke des Raumes das Kabel nicht mehr reichen würde.
Einige Menschen hätten sicher diesen einen Quadratmeter ausgelassen, ihm keine Beachtung geschenkt, nicht so aber diese ältere Dame.
Nein, sie nahm ihren Job offensichtlich so ernst, dass sie auch den Rest des Raumes hatte putzen wollen, gleichgültig, was es auch kosten möge.
In diesem Fall war der Preis für ihren beruflichen Ehrgeiz nichts Geringeres als mein Leben, da dummerweise die einzige Steckdose in dem Zimmer schon besetzt war und zwar von dem Gerät, das mir seit Kurzem sowohl Lunge, Leber, Herz als auch Niere ersetzte.
Pragmatisch, wie diese Frau augenscheinlich veranlagt war, sah diese aber in dessen Kabel nur ein Hindernis an ihrer Arbeit und nicht den seidenen Faden, an dem mein Leben hing. Sie zog es also kurzerhand heraus und schloss stattdessen ihr Arbeitsutensil an.
Natürlich habe ich versucht sie darauf aufmerksam zu machen, aber meine Verständigungsversuche gingen schlicht in dem Lärm des Staubsaugers unter, und auch meine geweiteten, angsterfüllten Augen wurden einfach übersehen. Vielleicht hätte ich diese unliebsame Begebenheit doch noch überlebt, hätte sie den Stecker meiner Maschine nach getaner Arbeit wieder eingesteckt, aber die gute Frau hatte offenbar Feierabend, denn sie beeilte sich, das Zimmer zu verlassen, nicht aber ohne noch ein erleichtertes Lächeln aufzusetzen, offenbar um ihren Stolz über die gewissenhaft und termingerecht erledigte Arbeit auszudrücken.

Sie werden sich jetzt sicher fragen, was für ein Roman mit dem Tod des Hauptcharakters beginnt und ich habe wirklich lange überlegt, ob ich nicht doch noch ein paar Worte über meine Kindheit verlieren, über prägende Erlebnisse berichten oder einfach nur ein paar traurige Szenen schildern soll, um Ihnen die Hauptperson – mich -  sympathischer zu gestalten. Ich hätte auch nicht wenig zu erzählen und vielleicht komme ich später noch einmal darauf zurück, aber für den Moment aber sollten die wenigen Worte, die ich bereits über mein sterbliches Dasein verloren habe, ausreichen, meiner Geschichte folgen zu können.
Nebenbei, wenn Sie imstande sind aus der Erzählung eine Lehre zu ziehen, irgendwelche Metaphern herauszulesen oder eine Intention dahinter zu erkennen, freut mich das für Sie, aber ich habe keine Nachricht, keine Philosophie, keine Kritik zwischen meinen Zeilen versteckt. Ich erzähle nur, wie sie damit umgehen, liegt ganz bei Ihnen.
Doch bevor ich anfange, möchte ich noch das Schicksal meiner mutmaßlichen Mörderin zur Sprache bringen, denn wie sich später herausstellte war ich unglücklicherweise weder der Erste noch der Letzte, der Opfer des Putzwahns dieser Reinigungskraft wurde und es hatte sowohl Mediziner, als auch Kriminalisten immer wieder vor ein Rätsel gestellt, warum genau in diesem Zimmer regelmäßig Patienten in ähnlicher Verfassung eines mysteriösen Todes starben. Wie bei vielen anderen unklaren Vorkommnissen auch, entwickelte sich unter dem Krankenhauspersonal rasch der Aberglaube eines Fluches, der sich hartnäckig hielt, bis eines Tages ein junger Pfleger zufällig die ganze Szene beobachtete.
Selbstverständlich wurde der Frau der Prozess gemacht, aber was würden Sie für ein Urteil fällen, wenn nicht einmal ein Funke Boshaftigkeit in den Absichten dieser alten Damen lagen? Ist nicht eigentlich das Wissen um die negativen Spätfolgen eigener, zunächst so banal wirkender Entscheidungen schlimmer als jede Strafe, die man auferlegt bekommen könnte?
Die Fragen, obgleich oder auch weil sie lange im Fokus zahlloser öffentlicher und privater Debatten standen, blieben allesamt umstritten. Die Frau wurde freigesprochen, weniger aus juristischen, als aus populistischen Gründen, denn dem Druck der Öffentlichkeit ausgesetzt, konnten die Politiker schlecht eine Siebzigjährige zum Tode verurteilen oder auch nur ins Gefängnis stecken, wollten sie doch wiedergewählt werden.
Mir persönlich war das Schicksal jener Frau immer herzlichst gleichgültig gewesen. Ich hatte niemals Angst vor dem Tod gehabt, habe nie an irgendwelchen religiösen Vorstellungen festgehalten, aber auch nie das Verlangen verspürt Menschen zu verurteilen, die so etwas taten. Jede dieser Meinungen war in meinen Augen genauso stichhaltig und unhaltbar wie die Andere.
So war ich auch wenig verwundert, als sich mir der Tod als etwas offenbarte, dass sich gänzlich von jedweder gepredigten Vorstellung unterschied: Als gealterter Exzentriker mit einem Faible für schottischen Whisky.
Doch ich greife etwas vor, kommen wir also zurück zu dem Punkt als ich mutterseelenallein im Krankenzimmer zurückgelassen wurde und ich meinem Ende entgegenblickte:
Denn nach einem letzten Aufbäumen, einem letzten erfolglosen Versuch dem Tod doch noch zu entrinnen, verließen mich schließlich meine Kräfte und ich fügte mich dem Unvermeidlichen.
Das Krankenzimmer verfinsterte sich langsam vor meinen Augen, es wurde still um mich herum. Während die Dunkelheit langsam über mich hereinbrach, ließ ich mein Leben noch einmal Revue passieren, dachte an vertane Chancen und begangene Fehler, an Dinge, die ich verpassen und an solche, die ich nie erleben würde.
Meine Gedanken rankten sich um das Heiraten, das Vaterwerden, das Großvaterwerden und allerhand anderen kitschigen Kram, dem man sich doch irgendwo von ganzem Herzen wünscht. Eine einzelne Träne lief mir noch die Wange hinunter, dann erlosch der letzte Funke Leben in meinen Körper und die Dunkelheit umschloss mich.
Einige Augenblicke schwebte ich in dieser völligen Leere, unfähig auch nur einen klaren Gedanken zu fassen.
Eine nie gekannte Unbefangenheit durchströmte mich. Es war schlichtweg faszinierend, wie unglaublich gleichgültig mir alles und jeder mit einem Schlag geworden war. Ich hätte wohl ewig in dieser völligen Finsternis verweilen, mich an ihrer Nüchternheit und Emotionslosigkeit ergötzen können, doch plötzlich mischten sich Gefühle in diese vollkommene Leere.
Trauer, Neid, Wut, Verzweiflung, Enttäuschung, Selbstmitleid, aber auch Stolz, Freude und Liebe bestimmten in wahllos wechselnder Reihenfolge meinen Gemütszustand und trieben mich beinahe in den Wahnsinn.
Erneut durchlebte ich mein Leben, doch dieses Mal war es nicht das bloße nostalgische Schwelgen in Erinnerungen eines Sterbenden der guten Gewissens in den Tod gehen wollte, sondern wie es sich tatsächlich zugetragen hatte.
Unfähig etwas an seinem Verlauf zu ändern, aber dazu verdonnert zu zusehen, begann ich mich selbst dafür zu hassen, was meine Taten und meine Versäumnisse anderen und letztlich mir selbst zugefügt hatten.
Je länger ich meine Handlungen verfolgte, je älter ich in dieser Rückblende wurde, desto mehr keimte in mir der Wunsch auf, eine zweite Chance zu erhalten, eine Möglichkeit meine Fehler auszubügeln, noch einmal von vorne zu beginnen. So stark wurde dieses Verlangen, dass ich mich schließlich selbst dabei ertappte, wie ich alle mir bekannten Götter um Vergebung bat und mich verzweifelt an die lächerliche Hoffnung klammerte, dies sei alles nur ein böser Traum und ich läge in Wirklichkeit in aller Ruhe schlafend in meinem Krankenbett.
Doch unerklärlicherweise beruhigte ich mich mit der Zeit wieder und hatte schließlich als mich erneut der schwarze Ford Fiesta erfasste und ich völlig eingegipst im wohlbekannten Krankenzimmer aufwachte, wenigstens die Tatsache anerkannt und akzeptiert, dass ich tot war.
Abermals beobachtete ich, wie die Putzfrau in ihre Arbeit versunken das Zimmer betrat und wieder wurde der fehlende Quadratmeter mir zum Verhängnis.
Doch diesmal erwartete mich nach meinem erneuten Ableben, nicht die völlige Dunkelheit, wie beim ersten Mal, sondern ein helles Licht.
Zuerst dachte ich an das viel besungene Licht am Ende des Tunnels, an die leuchtende Pforte des Himmels oder ähnlichen Schnickschnack. Voller Erwartung öffnete ich also die Augen, nur um mir sogleich geblendet die Hände schützend vors Gesicht zu halten. Meine Knochenbrüche und inneren Verletzungen waren offenbar verheilt. Ich fühlte mich sogar gesünder und agiler als zu Lebzeiten, dennoch dauerte es eine Weile, bis ich mich an die Helligkeit gewöhnte und so konnte ich anfangs nur schemenhaft die Konturen von Möbeln erkennen, die Armlehnen des Stuhls, auf dem ich saß, den Lederfilm des hölzernen Schreibtisches vor mir.
Das Licht rührte von einer schlichten, etwas altmodischen Glühbirne an der Decke eines mit historischen Artefakten geradezu vollgestopften Arbeitszimmers her.
Gerade als ich dazu imstande war die kunstvollen Schnitzereien auf den Möbeln genauer in Augenschein zu nehmen und zudem erstaunt erkannte, dass ich eine weiße Tunika trug, ertönte hinter mir das Klirren von Gläsern.
Eschrocken sprang ich auf und wirbelte herum.
Ungefähr zwei Schritte von mir entfernt stand ein Mann und füllte sich in aller Ruhe Whisky in sein Glas, meine plötzliche Bewegung keines Blickes würdigend. Er trug einen pechschwarzen Smoking, dazu eine ebenso dunkle Krawatte und weißes Hemd, dass sich eigenartig von der etwas gräulichen Haut absetzte. Sein kurzes schwarzes Haar wies trotz seines augenscheinlich sehr fortgeschrittenen Alters nicht eine graue Strähne auf. So angezogen und distanziert hätte man ihn für einem betagten Manager oder eine ehemalige politischen Größe halten können, würde er nicht so eigenartig vertraut wirken. Diese doch sehr ehrwürdige Erscheinung, wurde noch durch einen prunkvollen Spazierstock ergänzt, auf dessen Ende etwas thronte, was an einen langen, krummen, aber sehr dünnen Schnabel erinnerte.
„Na endlich, Sie haben sich ja ganz schön Zeit gelassen. Auch einen Drink?“, begrüßte mich der Fremde, die Augen weiterhin auf das nun beinah volle Glas Whisky gerichtet. Er hatte eine raue, aber doch sehr einnehmende, weise klingende Stimme, die mir zusammen mit seinem Auftritt schlicht die Sprache verschlug. Ich fühlte mich anfangs neben ihm unerklärlicherweise so unglaublich klein, unbedeutend und schwach, dass ich einfach nicht klar denken konnte.
Und so konnte ich mich anfangs selbst zu einem zögerlichen: „Nein, danke.“ nur schwer durchringen.
 „Sind sie sicher?“, erkundigte sich der Fremde und präsentierte mir stolz die Flasche, offenbar in der Hoffnung meine Meinung dadurch ändern zu können „Das ist ein 64 Jahre alter Macallan. Ein wunderbarer schottischer Whisky, ich glaube einer von denen ist für einige hunderttausend vor kurzem versteigert worden. Gut das ich mir damals eine Flasche gesichert habe.“
„Nein, nein schon gut“, stammelte ich und hob unsicher lächelnd die Hände. Eine solche Kostbarkeit wollte ich nicht anrühren.
„Sie wissen ja gar nicht, was sie verpassen“, schnaubte der Alte tadelnd, „Aber nun ja, wenn Sie so wollen.“
Er stellte die Flasche zurück, und ergriff sein nun gut gefülltes Glas. Ich beobachtete wie er genüsslich an seinem Getränk roch und vor Vorfreude bereits mit der Zunge schnalzte. Rasch schüttelte ich den Kopf, um der eigenartigen Anziehung zu entgehen, die von dem Whiskyschwenkendem Alten ausging.
„Wer sind Sie?“, entfuhr es mir, kurz bevor der penetrante Geruch des Alkohols mir in die Nase stieg.
„Ich?“, fragte der Fremde, als wäre es abwegig die Antwort nicht auf Anhieb zu wissen. Er genehmigte sich einen kräftigen Schluck Whisky und blickte mir direkt in die Augen. Sein Blick hatte etwas Endgültiges, etwas Unabwendbares, dass mir einen Schauer über den Rücken trieb.
„Ich habe viele Name. Früher war ich noch der dunkler Fürst, der schwarzer Prinz, der verfluchte Fährmann oder der letzte Gast, aber heute nennt ihr mich nur noch schlicht den Tod.“, sagte er. Für einen Moment glaubte ich so etwas wie Trauer oder Bedauern in den tiefblauen Augen des Alten zu sehen, bevor dieser rasch den Blick abwandte und mit Whiskyglas und Spazierstock bewaffnet zielstrebig zu seinem Schreibtisch schritt.
Während mein Gastgeber sich in den viktorianischen Sessel fallen ließ, der ihm als Schreibtischstuhl diente, versuchte ich, den Fremden prüfend anblickend, den Wahrheitsgehalt seiner Worte zu ergründen.
Ich wusste zwar, dass ich tot war, aber dass der leibhaftige Tod existierte und das als antiquitätensammelnder, alter Anzugträger auftrat, sprengte dann doch auch meine Weltanschauung.
Und doch konnte ich nicht umhin den Worten des Fremden Glauben zu schenken. Es war als würde eine innere Stimme, eine Eingebung, wenn nicht sogar schlicht ein purer animalischer Instinkt mir eintrichtern, dieser Alte sei wirklich der leibhaftige Tod.
„Ich kann verstehen, dass das für sie ein Schock ist. Die meisten erwarten eine Himmelspforte oder das Fegefeuer, wenn sie sterben und nicht einen Raum vollgepackt mit Artefakten aus Zehntausenden von Jahren menschlicher Geschichte.“, sagte er und grinste, „Ich werde mich dennoch nicht mit Ihnen streiten, wer oder was ich bin. Sie können mir glauben oder auch nicht, aber das ändert nichts an den Tatsachen, die auch Sie erkannt haben müssten.“
„Dass ich tot bin!“, beendete ich den Gedankengang, worauf das Grinsen breiter wurde.
„Setzen Sie sich doch bitte“, forderte er mich höflich auf und deutete auf den Stuhl, von dem ich eben so abrupt aufgesprungen war, „Ich denke Sie haben eine Menge fragen und ich möchte mein Bestes tun um sie zu beantworten.“
Obgleich mir sein gönnerhafter Ton missfiel, folgte ich seinem Wunsch, in der Hoffnung mehr über diesen Ort zu erfahren und was nun mit mir geschehen würde.
Der Tod genehmigte sich einen weiteren Schluck Whisky und stieß ein erleichtertes Seufzen aus.
„Nun gut“, sagte er, als er sein Glas wieder wegstellte und erwartungsvoll die Hände in seinem Schoß faltete, „ Was soll ich Ihnen als Erstes beantworten?“
Ich zögerte einen Moment. Das plötzliche Interesse an meiner Person machte mich stutzig. Erneut musterte ich meinen Gegenüber, der mich seinerseits prüfend anschaute. Konnte ich ihm trauen?
Schließlich obsiegte meine Neugier und ich fragte: „Was ist das hier für ein Ort?“
„Nun ja das hier“, er machte eine machte eine gestikulierende Bewegung, „ ist mein Büro, aber ich denke Ihre Frage bezieht sich mehr auf meine ganze Behörde.“
Ich nickte, dem Wunsch nach Anerkennung für diesen platten Witz ignorierend.
„Meine Behörde befindet sich einer Zwischenwelt, auch Archeron genannt. Jede Seele passiert diesen Ort, ehe sie ins Jenseits übertritt. Was dort mit ihnen geschieht, kann selbst ich nicht sagen. Meine Aufgabe ist es lediglich den vorbeiziehenden Toten die Verträge anzubieten.“
„Was für Verträge?“, fragte ich stirnrunzelnd.
„Jeder Verstorbene hat die Wahl zwischen diesen beiden Verträgen“, erklärte der Tod und zog aus einer Schublade zwei Blatt Pergament hervor. In kunstvollen Schriftzeichen stand auf dem einem gut leserlich Wissen, auf dem anderen Nostalgie. Der Rest des Pergaments, war aber so dicht bedruckt, dass es einer Lupe bedürft hätte das Kleingedruckte zu entziffern, aus dem die beiden Verträge praktisch nur zu bestehen schienen.
„Warum bieten Sie sie überhaupt an?“, erkundigte ich mich verwundert.
„Wieso nicht?“, entgegnete der Tod achselzuckend. Ich überlegte einen Moment, es sprach nichts dagegen, also fragte ich nach dem Inhalt der Verträge.
„Ich dachte Sie würden erst einmal wissen wollen, was nun mit Ihnen geschieht, aber im Prinzip kommt das auf dasselbe hinaus.“, schmunzelte er und zog geschäftig einen Vertrag heran, „Diesen Vertrag nennen wir Nostalgie, weil er Ihnen das Recht einräumt einen noch beliebigen noch lebendem Menschen im Traum zu erscheinen, um ihm noch etwas Wichtiges mitzuteilen beispielsweise. Die einzige Bedingung, die diese Person erfüllen muss, ist dass sie beide sich persönlich kennen müssen. Sie können sich also nicht mit irgendwelchen Stars oder Ähnlichem in Verbindung setzen, nur um ihnen mitzuteilen, was für ein großer Fan Sie sind.“
Skeptisch zog ich eine Augenbraue hoch, doch bevor ich etwas sagen konnte, erläuterte der Tod: „Wenn Sie wüssten, wie viele Menschen statt ihren Familien oder Freunden eine letzte Nachricht zukommen zu lassen, lieber diese Gelegenheit nutzten würden, einem halbstarkem Sänger zu sagen, wie sehr sie ihn lieben, dann wüssten Sie wovon ich rede.“
Oh ja, Eltern auf der ganzen Welt hat mit diesem Hype zu kämpfen, dass er soweit gehen würde, wunderte mich auch nicht mehr.
Der Tod wandte sich nun dem zweiten Vertrag zu: „Dieser hier wiederrum ermöglicht es Ihnen, ein Gespräch mit einer bereits verstorbenen Person zu führen. Hier können Sie wählen, wen auch immer sie wollen, egal ob Sie ihn persönlich kennen oder nicht. Die einzige Bedingung bei diesem hier ist, dass sie nicht über das Jenseits sprechen dürfen, verstanden?“
Ich nickte. Dieser Vertrag erschien mir damals der Vernünftigere der beiden, nicht zuletzt, weil ich nicht wirklich einen so guten Freund hatte oder einen Verwandten, der mir so viel bedeutete, als dass ich ihm noch etwas zu sagen hätte. Der zweite Vertrag hingegen beflügelte meine Phantasie. Ich sah mich bereits beim Teetrinken mit Charles Darwin, beim Schach mit Albert Einstein oder beim romantischen Dinner mit Grace Kelly. Vor allem letztere Option erweckte in mir ein gewisses Interesse und möglicherweise hätte ich diese auch wahrgenommen, wäre mir nicht noch ein anderes Angebot unterbreitet worden.
Denn während ich in Gedanken bereits Wein und Hauptgang aussuchte, präsentierte mir der Tod einen dritten Vertrag:„Wie Sie sehen können habe ich hier noch einen drittes Stück Pergament. Der Vertrag trägt den schönen Titel Unsterblichkeit.“
Und mit einem Mal galt meine Aufmerksamkeit wieder dem Alten und nicht mehr der wunderschönen Blondine. Ich ignorierte sogar, dass es der dritte von zwei Verträgen war, der mir hier angeboten wurde, so eingenommen hatte mich die Aussicht auf Unsterblichkeit.
Der Tod lachte, als er bemerkte, wie meine Aufmerksamkeit mit einem Male zurückkehrte, schickte sich jedoch nicht an das bereits gesagte zu wiederholen, sondern fuhr unvermittelt fort: „Es kann Ihnen nämlich zu genau dem verhelfen.“
„Wie?“, fragte ich betont lässig, doch gleichzeitig gierig auf das Stück Pergament glotzend, dass noch dichter bedruckt als seine Vorgänger von den gespreizten, grauen Fingern des Todes auf den Lederfilm des Schreibtisches gepresst wurde.
„Sie werden mein Angestellter“, sagte der Tod ruhig.
„Wie bitte?“
„Nun ja, ich kann Sie ja nicht einfach so nicht ins Jenseits schicken. Das werden Sie wohl doch verstehen?“, erklärte mir der Tod in einem Ton der eines Paten würdig gewesen wäre, „Ich biete Ihnen an für mich zu arbeiten, dafür dürfen Sie einmal im Monat als Mensch auf die Erde zurückkehren, mit anderer Identität versteht sich, sonst würde man ja Fragen stellen.“
„Was muss ich tun?“, fragte ich argwöhnisch.
„Nichts besonderes“, beschwichtige mich der Tod, „Sie müssen nur das tun, was ich bei Ihnen getan habe: Verstorbenen Verträge unterbreiten.“
„Wo ist der Hacken?“
„Es gibt keinen“, entgegnete der Tod etwas zu überrascht, „ Sie arbeiten für mich und dafür erhalten Sie den entsprechenden Lohn, wie bei einem gewöhnlichem Beruf auch. Es gibt natürlich Regeln, an die Sie sich halten müssen, zum Beispiel niemanden von ihrer Arbeit zu erzählen, sollte er nicht selbst einer meiner Angestellten sein.“
„Es gibt noch andere?“, wunderte ich mich.
„Oh ja“, sagte der Tod, „etwa zweitausend. Manche von Ihnen sind sogar so alt, dass sie den Bau der Cheops Pyramide miterlebt haben, andere haben ihn sogar vorangetrieben. Es sind aber auch einige wichtige historische Persönlichkeiten unter meinen Angestellten.“
„Wer denn beispielsweise?“
„Ach das ein oder andere Genie, aber das sollten Sie selbst herausfinden.“, riet mir der Tod augenzwinkernd.
Mein Argwohn war inzwischen zu tiefem Misstrauen umgeschlagen. Obwohl die Aussicht auf ein ewiges Leben interessant war, konnte ich nicht umhin zu glauben, hinter dem Ganzen stecke mehr. Was hatte der Tod davon Einzelnen das Jenseits zu ersparen? Vielleicht war es dort gar nicht einmal so übel? Möglicherweise war der Tod einfach nur neidisch, dass er es nicht betreten konnte und wollte schlicht so viele wie möglich ebenfalls daran hindern? Oder es war ein Test, das eine Art Urteil nach sich zog?
Obgleich ich mich in immer wirreren Theorien verstrickte, in der Hoffnung die Absichten meines Gegenübers ergründen zu können, war meine Entscheidung bereits gefallen, noch ehe ich in diesem Raum meine Augen aufgeschlagen hatte. Ich musste sie nur noch bestätigen.
Unter dem wachsamen, aber sich um Neutralität und Gelassenheit bemühendem Blick meines Gastgebers traf ich also meine Wahl. Die Unsterblichkeit sollte es sein, wie ich mir damals vorgaukelte, um herauszufinden, was wirklich hinter den Verträgen steckte, doch in Wirklichkeit allein um meinem Narzissmus genüge zu tragen, mir ein Leben aufzubauen, auf das ich jederzeit mit Zufriedenheit blicken konnte.
Ich zog also den Vertrag heran und nahm die bereits mit Tinte durchtränkte Feder entgegen.
Unbarmherzig kratzte sie über das Pergament. Die Glühbirne über meinem Kopf flackerte unheilvoll. Der Gestank von Whisky trat mir erneut in die Nase. Mir wurde schlecht davon, doch ich würde nicht aufhören. Schweiß lief meine Stirn hinunter. Meine Hände zitterten, als wollten sie mir den Dienst verweigern. Ich biss die Zähne zusammen, um durchzuhalten. Warum musste ich auch so einen langen Namen haben? Letztes Wort, letzter Buchstabe, ein Schlenker noch, dann war mein Schicksal besiegelt.
Mir wurde schwarz vor Augen.
Vielleicht hätte ich doch lieber mit Einstein eine Party Schach spielen sollen?
Zu spät, grinste der Tod und schaute zu, wie die Tinte in die getrocknete Tierhaut einzog.

Ich bitte bei etwaigen orthografischen Fehlern drüber hinwegzusehen, bzw. wenn möglich sogar zu korrigieren. ( Bevor jemand kritisiert, dass nur fertige Texte reingestellt werden sollen: Es sind manche Flüchtigkeitsfehler und nicht mehr  und es gibt ja auch Lektoren smile )



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Harald
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BeitragVerfasst am: 27.11.2012 09:02    Titel: Re: Buchanfang - wie gewöhnlich Anrgeung und Kritik bes. Dia Antworten mit Zitat

Hallo mein Lieber,

diesen Satz hier solltest Du schleunigst vergessen, wenn Du unter Prosa -> Prosa hier einstellst, denn solche Texte sollten "verlegefertig" (= fehlerfrei) sein:

Fingolf hat Folgendes geschrieben:

Ich bitte bei etwaigen orthografischen Fehlern drüber hinwegzusehen, bzw. wenn möglich sogar zu korrigieren. ( Bevor jemand kritisiert, dass nur fertige Texte reingestellt werden sollen: Es sind manche Flüchtigkeitsfehler und nicht mehr  und es gibt ja auch Lektoren smile )


Wenn das nicht so ist ->

Prosa -> Werkstatt

Bez. korrigieren, das sprang mich geradezu an:

Fingolf hat Folgendes geschrieben:

„Wo ist der Hacken?“


Ich glaube übrigens die Flüchtigkeitsfehler weniger, der ganze Text hat - dankenswerterweise - ein Korrekturprogramm durchlaufen, die noch vorhandenen Fehler kann das beste Programm nicht aufspüren, die muss man selber ausmerzen!



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Antago
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BeitragVerfasst am: 27.11.2012 10:08    Titel: Antworten mit Zitat

Da Du den Text in die Prosa-Prosa eingestellt hast, nehme ich an, dass Dir an schonungsloser Kritik gelegen ist. Hier kommt sie:

Es tut mir leid, aber nachdem die Putze den Stecker rausgezogen hatte, bin ich ausgestiegen.

Am Anfang würde ich massiv kürzen. Da ist so viel Blabla, das wohl Spannung erzeugen soll, aber im Endeffekt das Gegenteil tut. Mehr als einmal habe ich gedacht: "Komm zur Sache, Heini!"

Dass er den Unfall wider Erwarten überlebt, fand ich gelungen, hier spielst Du recht effektiv mit den Erwartungen des Lesers.

Aber dann die Putze. Tschuldige, aber das ist SO klischeehaft und doof, dass es einfach total unglaubwürdig ist. Keine Putzfrau würde so etwas tun, selbst dann nicht, wenn sie nicht einmal im Krankenhaus putzt, sondern bei Privatleuten. Sie würde immer nachsehen, was sie da eigentlich rauszieht. Und in einem Spital erst recht. Abgesehen davon bin ich ziemlich sicher, dass diese Maschinen auch einen Stromausfall ohne Funktionseinschränkung eine Zeitlang überbrücken können.

Ich hab dann noch ein Weilchen den Text überflogen, er wurde wieder sehr langatmig ("Mann, Alter: Komm zu Potte!") - und dann erfuhr ich, dass es nicht das erste Mal gewesen sei, dass Putzi den Stecker gezogen hatte - und da reichte es mir. Mediziner und Kriminalisten stünden vor einem Rätsel? Sind die allesamt genauso inkompetent wie die Reinemachefrau? Und da reichte es mir endgültig.
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Harald
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BeitragVerfasst am: 27.11.2012 11:06    Titel: Antworten mit Zitat

Antago hat Folgendes geschrieben:
Abgesehen davon bin ich ziemlich sicher, dass diese Maschinen auch einen Stromausfall ohne Funktionseinschränkung eine Zeitlang überbrücken können.


Im Roman "Hochspannung" von Arthur Hailey aus dem Jahr 1978 überbrückte eine Batterie die Ausfallzeit von mehreren Stunden.

Im Krankenhaus wird jede Unterbrechung/Unregelmäßigkeit der Überwachungsmedien sofort visuell und akkustisch angezeigt, ein Stromausfall, egal, aus welchem Grund, bleibt nicht unbemerkt!

(Du musst das Personal mal rennen sehen, wenn die entsprechenden Signale zu hören sind.)

(Ich habe in den sechziger Jahren in einer Firma meine Ausbildung gehabt, in der Überwachungsgeräte gebaut wurden. Schon damals war es rein elektro-mechanisch so geschaltet, dass eine Notstromversorgung incl, zuschaltbarem Alarm Standard war.)

 Wink


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Fingolf
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BeitragVerfasst am: 27.11.2012 11:32    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Also erstmal bezüglich Orthografie ist die Kritik berechtigt - werde ich heute nochmals nachbessern ( Hacken ist mir wirklich peinlich habe ich einfach übersehen.)
Zum Inhalt:
Bei der langatmigkeit muss ich vllt noch etwas ändern, dass kann ich nur schwer einschätzen. Bei der Thematik allerdings wird dir eine kurze Googelsuche zeigen, dass dieser Fall tatsächlich stattgefunden hat wink
Zugeben er ist nicht mehr aktuell ( ich meine 20 Jahre), aber eine Zeitangabe habe ich bisher nirgendwo geschrieben und auch keine Ortsangabe.
Bevor man mir eine schlechte Darstellung der Putzfrau vorwirft: Das soll eine liebenswerte, senile, alte Frau sein mehr nicht, weder doof, noch grausam, sondern einfach nur etwas zerstreut. das werde ich nachbessern.
Zu dem realitätsfernen Charakter: Die ganze Geschichte ist Fiktion wie oben getitelt und abgesehen davon muss doch ein Roman nicht immer alles wahrheitsgemäß wiedergeben ( vor allem wenn er erstens eine Erzählung eines lyrischen ich's ist und zweitens sowieso bei Fantasy angesiedelt sein soll). Du hast sicher den Roman Mario und der Zauberer gelesen - ist in dem nicht ebenso viel literarische Freiheit und Unwahrheit enthalten. Auch in der Blechtrommel findet man diese Fiktion ( Hauptcharakter kann Glas zersingen).
Ich will mich qualitativ nicht mit einem dieser Werke auf eine Stufe ( das kann ich auch gar nicht ), aber die enthalten ebenfalls inhaltliche Widersprüche.


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Eimerian
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BeitragVerfasst am: 27.11.2012 15:25    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Ich bitte bei etwaigen orthografischen Fehlern drüber hinwegzusehen, bzw. wenn möglich sogar zu korrigieren. ( Bevor jemand kritisiert, dass nur fertige Texte reingestellt werden sollen: Es sind manche Flüchtigkeitsfehler und nicht mehr und es gibt ja auch Lektoren smile )

Lektoren sind für die Fehler da, die man selber nach mehreren Überarbeitungen nicht gefunden hat. Sie sind keine Ausrede auf Rechtschreibung und Grammatik nicht achten zu müssen.

Und wieso Flüchtigkeitsfehler? Bist du gezwungen worden, diesen Text so bald wie möglich hier reinzustellen? Ist dir dieser Text nicht wichtig genug, dass du ihn korrigierst? Wieso sollen wir uns dann damit beschäftigen?


Ein paar Tipps gegen Langatmigkeit:
Nichtsagende Füllwörter weg.
eigentlich, besonders, allerdings, wirklich, gar, sogar, sogleich, sehr wohl, schließlich...

Präsenspartizipien, den Leser sonst langweilend, weg.
Zitat:
... meine plötzliche Bewegung keines Blickes würdigend.


Unnötiger Plusquamperfekt weg.
Zitat:
Ich hatte gerade auf den kleinen Röhrenfernseher an der Decke des schäbigen Krankenzimmers die Nachrichten gesehen, als die Putzfrau das Zimmer betrat. Geschäftig war sie mit ihrem Staubsauger überall hingegangen, bis sie schließlich bemerkt hatte, dass für die letzte Ecke des Raumes das Kabel nicht mehr reichen würde.

Du hast ja "betrat" im letzten Satz, also passiert das im "Hier und Jetzt" der Handlung. => Die Putzfrau ging hin und bemerkte.

Unnötige Schnöselformulierungen weg.
Zitat:
und ich mich endlich in die weniger schmerzvollen Gefilde der Ohnmacht retten konnte.

Zitat:
Ich selbst bin der Meinung, dass meine Todesursache, nüchtern betrachtet, sehr wohl Ausdruck menschlicher Ignoranz und fehlendem Interesse an seinen Mitbürgern gewesen war, doch schicke ich mir nicht an ein Urteil darüber zu fällen, obwohl es doch eigentlich nur in meiner Hand liegt. Die Sache ist mir jedoch zu delikat und differenziert zu betrachten. Ein Urteil müsste sowohl Moralisches, als auch Rationales verbinden, dürfte nicht zu grausam, aber auch nicht zu lasch sein, zudem auch nicht als ein Exempel missbraucht werden. Ein solches kann ich aber beim besten Willen hierfür nicht finden.

Niemand spricht so! Und erfolgreiche Autoren schreiben auch nicht so.
Ich versteh dich ja. Man will einen Roman in gehobener Sprache schreiben.
Aber guter Stil ist simpel und direkt.
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nebenfluss
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BeitragVerfasst am: 27.11.2012 16:12    Titel: Re: Buchanfang - wie gewöhnlich Anrgeung und Kritik bes. Dia Antworten mit Zitat

Fingolf hat Folgendes geschrieben:
Es sind manche Flüchtigkeitsfehler und nicht mehr  und es gibt ja auch Lektoren smile )


Willst du damit sagen, dass deiner Meinung Lektoren dafür da sind, faulen Autoren ihre vermeidbaren Rechtschreibfehler zu korrigieren?

Da wirst du aber enttäuscht werden. Der Lektor sitzt nämlich am längeren Hebel.
In Publikumsverlagen sind es sowieso nicht die Lektoren, sondern die Korrektoren, die sich um Orthografie-Fehler kümmern. Und das Korrektorat wird erst bemüht, wenn dein Roman das Lektorat passiert hat. Was hier nicht geschehen würde, denn der Lektor sieht die ganzen Schlampigkeiten und den Aufwand, die zu beheben und schmeißt dein Manuskript in den Müll.
Da zuckt der nicht mit der Wimper, heutzutage kriegst du evtl. nicht mal mehr ein Ablehungsschreiben.
Alternative: Zuschuss-Verlag. Da zahlst du dann für diese Dienstleistung, und zwar kräftig.

Die Putz- bzw. Stormausfall-Szene ist ja im ersten Thread schon intensiv diskutiert worden, ähnlich wie hier. Offenbar bist du aber so verliebt in die Idee, dass du sie unbeirrt dringelassen hast.
Du hattest, wenn ich mich nicht irre, auf einen Vorfall in einem afrikanischen Krankenhaus verwiesen. Mag sein, dass dort so etwas vorkommen kann, aber das ist den Lesern hier offensichtlich egal, und einen Hinweis auf Afrika finde ich auch nicht. Was bringt es, aus der Ich-Perspektive eines Toten zu schreiben, wenn der Tod als plot-technisch ultrawichtiges Ereignis nicht geglaubt wird?

LG
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Antago
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BeitragVerfasst am: 27.11.2012 16:31    Titel: Antworten mit Zitat

Fingolf hat Folgendes geschrieben:
Die ganze Geschichte ist Fiktion wie oben getitelt und abgesehen davon muss doch ein Roman nicht immer alles wahrheitsgemäß wiedergeben ( vor allem wenn er erstens eine Erzählung eines lyrischen ich's ist und zweitens sowieso bei Fantasy angesiedelt sein soll).


Ich glaube, Du verwechselst da etwas: Fantasy bedeutet nicht, dass die Handlung an den Haaren herbeigezogen werden kann.

Ein Roman - egal welcher - muss seiner inneren Logik folgen. Egal, aus welchem Genre er stammt. Beispiel: Wenn in einem Fantasyroman ein Elf mit Pfeilen schießt, kann er nicht plötzlich, nur weil er keine Pfeile mehr hat, aus seinem Köcher ein Maschinengewehr basteln und weiterballern.

Er kann natürlich auf phantastischen Grundannahmen aufbauen (siehe Oskar und die Blechtrommel), aber danach muss er seiner inneren Logik treu bleiben, wenn Du nicht willst, dass das Buch voller Was-zum-Teufel-Elemente steckt.

Dein Roman spielt - wovon ich ausgehe, da nichts Gegenteiliges erwähnt wird - in unserer Welt, vermutlich sogar in Deutschland. Keine Putzfrau würde einfach so einen Stecker irgendwo herausziehen, ohne sich zu vergewissern, dass sie damit keinen Schaden anrichtet - nicht in einem Privathaus und schon gar nicht in einem Krankenhaus.

Selbst wenn doch - die Maschinen würden die stromlose Zeit überbrücken können, wie Harald bestätigt hat.

Du hast also mindestens zwei Logikbrüche in dem Text: Inkompetente Putzfrau und defekte, weil ausfallende Maschine. Beide Brüche löst Du nicht auf, sondern fügst sogar noch einen dritten dazu - inkompetentes Personal, inkompetente Polizei, die die Fälle nicht aufklären kann.

Da musst Du Dir etwas einfallen lassen, wie Du dem Leser begreiflich machst, wieso dies eben doch passieren konnte (Aushilfsputzfrau in Vertretung, defekter Akku am Apparat, was weiß ich).

Aber einfach zu schreiben, es ist pure Fiktion, das reicht nicht.
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Harald
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BeitragVerfasst am: 27.11.2012 16:54    Titel: Antworten mit Zitat

Gut,

die Lösung wäre:

Putzfrau zieht Stecker raus, Anlage jodelt los, Putzfrau steckt wieder ein, huscht aus Zimmer.

Personal kommt, findet keinen Fehler, zwei, drei Werte sind kurzfristig im Keller gewesen, man spritzt ein Mittel zur Stützung, das ganze evtl. zweimal hintereinander vorkommen lassen, dann noch mal nach Schichtwechsel und mit doppelter Dosis - und man hat den Patienten "vorsichtshalber" in den Tod gespritzt!



 Wink


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Antago
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BeitragVerfasst am: 27.11.2012 17:50    Titel: Antworten mit Zitat

Harald hat Folgendes geschrieben:
Gut,

die Lösung wäre:

Putzfrau zieht Stecker raus, Anlage jodelt los, Putzfrau steckt wieder ein, huscht aus Zimmer.
Personal kommt, findet keinen Fehler, zwei, drei Werte sind kurzfristig im Keller gewesen, man spritzt ein Mittel zur Stützung, das ganze evtl. zweimal hintereinander vorkommen lassen, dann noch mal nach Schichtwechsel und mit doppelter Dosis - und man hat den Patienten "vorsichtshalber" in den Tod gespritzt!
 Wink


Wie wäre es damit: Der Stecker bleibt drin, aber die
Maschine gibt plötzlich den Geist auf, zischt und dampft, Putzfrau steht erschrocken daneben und sagt "Ich bin da bloß mal mit nem feuchten Lappen drüber!"
Kommentar des eilig hinzugerufenen Oberarztes: "Und das hätten sie eben nicht machen dürfen!"

 Wink
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Fingolf
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BeitragVerfasst am: 27.11.2012 20:10    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Also erstmal Fettes danke an die Idee smile
So werde das insofern umändern das ich die Maschine als altmodisch darstelle ( sprich ohne Aku) kann ich direkt auch eine Kritik an schlechten Versicherungen miteinbauen und dann das sie eben als ( senile alte Frau) aussteckt und dann aber wieder einsteckt ( aber der Patient ist schon tot).
Wie findet ihr die Idee ( ansonsten könnte ich noch die mit dem Lappen nehmen die ist auch gut danke smile )
Wie hat euch denn der Rest der Story gefallen - der Dialog, die Darstellung des Todes und so weiter ?smile
( werde das
Mit nebenbei und so weiterrausstreichen sonst wird es zu lang wink )


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