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Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig Gitarren und Brüste erzeugen Elektrizität


 

 
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duluoz
Geschlecht:männlichAutor

Alter: 65
Beiträge: 513
Wohnort: Bielefeld


BeitragVerfasst am: 01.09.2010 13:28    Titel: Gitarren und Brüste erzeugen Elektrizität eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Irgendwann hört der Regen auch einmal auf
Deine Schmerzen werden beendet sein
wenn der Himmel in einem grellen Licht scheinen sollte

Der Tag endet, wenn die Nacht kommt

Wie hat es sich angefühlt
als du aus dem Gefängnis entlassen worden bist

Irgendwann hört die Sonne auf zu scheinen
Du bekommst Schmerzen
wenn die Wolken schwarzer werden

Die Nacht endet, wenn der Tag kommt

Der Mensch, den du getötest hast
ist am Ende seiner Schmerzen angelangt


Irgendwann hört auch der Honig auf zu fließen
Die Liebe auf zu glühen
Die Wut auf zu rasen
Der Hass auf zu schäumen

Alle diese Situationen gehen einmal zu Ende
Alle diese Gefühle hören einmal auf zu strömen
Der Fluss der Menschen in die falsche Richtung
Das Wachstum der Natur gegen jede Vernunft

Alles und nichts geht einmal zu Ende
Aber das ewige Anfangen hört nicht auf

Gitarren und Brüste erzeugen Elektrizität



_________________
schreiben ist leben...ohne leben kein schreiben...
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Angst
Geschlecht:männlichScheinheiliger

Alter: 29
Beiträge: 1676



BeitragVerfasst am: 01.09.2010 14:07    Titel: Re: Gitarren und Brüste erzeugen Elektrizität Antworten mit Zitat

Hi duluoz,

Mich überzeugt dieses Gedicht leider nicht. Und zwar, weil sich hier sehr viele Binsenweisheiten verstecken. Am meisten stört mich dieses "Alles und nichts geht einmal zu Ende". "Alles und nichts" ist ein ziemlich inhaltsleeres Paradoxon. Ich halte es für eine lyrische Floskel. Dann wird diese "Irgendwann hört alles auf"-Botschaft extreem überstrapaziert. Wird wohl so sein, dass du das mit Absicht gemacht hast. (Auch die doch sehr banale Feststellung, dass "der Tag endet, wenn die Nacht kommt".) Gefallen tut's mir trotzdem nicht, sorry.


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»Das Paradox ist die Leidenschaft des Gedankens.«
— Søren Kierkegaard, Philosophische Brosamen,
München: Deutscher Taschenbuch Verlag, S. 48.
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duluoz
Geschlecht:männlichAutor

Alter: 65
Beiträge: 513
Wohnort: Bielefeld


BeitragVerfasst am: 01.09.2010 18:58    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hey, Scheinheilige,

kein Problem,du hast es gelesen, es gefällt dir nicht.
Auch deine Begründungen verstehe ich auch.
Nur...alles oder nichts ist eben meine Intuition für eben diese Gedicht...
Habe es aus einer Laune heraus geschrieben, als dieser Satz...alles geht einmal zu ende, aber das ewige anfangen hört nicht auf...immer une immer wieder in meinem Kopf herumgeisterte.
habe alles mit Absicht geschrieben.
Tja , alles und nichts ist eben genauso inhaltsleer, wie wir es auch füllen können, mit unseren Gedanken, und den Hilfestellungen, die ich überleitet habe.Bedeutungs Voll oder Leer. Wie auch immer, danke für deine ehrliche Meinung. Mal sehen, ob noch jemand sich für meinen Kleinen Text interessiert. Beste Grüße...duluoz


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Nina
Bestseller-Autor


Beiträge: 4164



BeitragVerfasst am: 04.09.2010 12:03    Titel: Re: Gitarren und Brüste erzeugen Elektrizität Antworten mit Zitat

hallo duluoz,

ich lese deine gedichte und texte mit großem interesse, da du sprachlich und inhaltlich interessante dinge transportierst und kreierst. dieses gedicht hier ist komplett anders als deine anderen gedichte / texte. hättest du es als inkognito ins forum gestellt, hätte ich deine handschrift nicht erkannt, was aber nichts macht. ich mag vielseitigkeit, vielfältigkeit und finde, dass ein "fester stil" sowieso überbewertet ist. *g*

ich hab dieses gedicht nun zweimal gelesen. jetzt lese ich es ein drittes mal und kommentiere dann gleich.

duluoz hat Folgendes geschrieben:
Irgendwann hört der Regen auch einmal auf
Deine Schmerzen werden beendet sein
wenn der Himmel in einem grellen Licht scheinen sollte

Der Tag endet, wenn die Nacht kommt


ja, das liest sich, als wäre es nichts. und doch bedeutet es eine menge. diese erkenntnis, die da so simpel daher kommt und doch soviel in sich trägt. das bewusstsein darüber, dass nichts von dauer ist, auch kein regen, kein gar nichts, auch nicht der schmerz. das mit dem himmel ist mir hier fast zu deutlich und dann auch noch das grelle licht, hm, ... ich könnte mir das ganze, ... mir fehlt gerade die treffende vokabel, ... wenn du es etwas verhüllen würdest. ich weiß, verhüllt ist es schon, aber es trägt kleider, die alle kennen, - was nicht schlecht sein muss -, und doch hätte ich mir hier ein anderes kleid gewünscht. (ja, ja, frauen und mode. *gg* - spässle).
der tag endet, wenn die nacht kommt, noch etwas, das so simpel und wie selbstverständlich daher kommt. es ist eines der wenigen dinge, die - mit sicherheit - geschehen... auch der tag hat ein ende, wie der schmerz ein ende hat (haben kann).

duluoz hat Folgendes geschrieben:
Wie hat es sich angefühlt
als du aus dem Gefängnis entlassen worden bist


krasser wechsel von gedanken und perspektive, neuer impuls, der mit dem gedanken und der haltung in der ersten strophe bricht. ich würde spontan schreiben: ...entlassen wurdest?

duluoz hat Folgendes geschrieben:
Irgendwann hört die Sonne auf zu scheinen
Du bekommst Schmerzen
wenn die Wolken schwarzer werden

Die Nacht endet, wenn der Tag kommt


back to the atmosphere of the first strophe. *g* doch etwas ist anders... es ist nicht die fortsetzung der ersten strophe, d.h. jedenfalls keine wiederholung von aussage und inhalt, nein ...
schwarzer? hm. schwärzer? auch nicht so prickelnd sprachlich.
es gibt grenzen, in dem was man tut und getan hat. mensch kann alles tun, doch er muss auch alles verantworten - auf jeden fall vor sich selbst.
das mit der sonne wird verdeutlicht durch die nachfolgenden zeilen; (schmerzen bekommen ist sprachlich auch nicht so dolle - es darf ein bisschen mehr sein, herr duluoz). wenn das bewusstsein, die erinnerung über den menschen "kommt", kommt - je nach veranlagung, charakter und persönlichkeit auch die schwarze wolke (bei gewissen "taten"). die nacht endet, wenn der tag kommt. das hier hat nicht dieselbe qualität wie der satz der ersten strophe. denn hier spricht nicht die natur, sondern der mensch, im sinne von: er bestimmt (mit), ob es wieder tag wird und ob es tag werden wird, ist keineswegs sicher. (so lese ich es zumindest).

duluoz hat Folgendes geschrieben:
Der Mensch, den du getötest hast
ist am Ende seiner Schmerzen angelangt


hm. diese strophe finde ich am schwächsten von allen. ich kann nicht ganz greifen, warum ich es so empfinde. ob es am "zeigefinger" liegt, ob es das sprachliche ist? hm. irgendwas missfällt mir hier, doch ich kann es nicht benennen.
vielleicht ist es / spricht hier das gewissen? eine reflektion des mörders über sich selbst? selbstanklage? so gelesen fängt es fast an, sich stimmig anzufühlen. tja. *g* wer spricht?

duluoz hat Folgendes geschrieben:
Irgendwann hört auch der Honig auf zu fließen
Die Liebe auf zu glühen
Die Wut auf zu rasen
Der Hass auf zu schäumen

Alle diese Situationen gehen einmal zu Ende
Alle diese Gefühle hören einmal auf zu strömen
Der Fluss der Menschen in die falsche Richtung
Das Wachstum der Natur gegen jede Vernunft

Alles und nichts geht einmal zu Ende
Aber das ewige Anfangen hört nicht auf

Gitarren und Brüste erzeugen Elektrizität


erstmal das resumee, was alles endet. alles und nichts. "situationen" ist sprachlich nicht schön. vielleicht allgemeiner formuliert? "all das geht einmal zu ende" oder "alles geht zu ende". na ja, auch nicht des rätsels lösung, des königs bart oder des gedichts schaumkrönchen, aber das "situationen", finde ich, soll da raus.
ja, es gibt schon ein paar "realitäten", die schwer zu begreifen sind, schwer zu akzeptieren sind... das hast du gut eingefangen

alles und nichts geht einmal zu ende. exakt! alles wandelt sich, alles verändert sich ... anfangen gehört dazu, nicht zwingend, aber doch auch nicht schlecht, wenn es so ist. ist natürlich mit anstrengung verbunden, und interesse ... uvm.

mit der letzten zeile kann ich nicht soooo viel anfangen. hm. inhaltlich gibt es eine vermutung, und doch ist das, was du hier sagen möchtest, mir nicht ganz klar. aber vielleicht komm ich ja noch drauf, was es in bezug auf das gedicht meint.

fazit: auf eine spezielle art und weise interessant. die beschäftigung mit dem - auf den ersten blick so simpel erscheinendem gedicht - hat spaß gemacht.

lg
nina
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duluoz
Geschlecht:männlichAutor

Alter: 65
Beiträge: 513
Wohnort: Bielefeld


BeitragVerfasst am: 05.09.2010 12:58    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

hallo Nina, wie verschieden die Meinungen doch sind. Eben noch ein
Urteil des gar nicht Gefallen, und hier jetzt gleich eine komplette
Interpretation, mit Hilfen, einer von mir hoch geschätzten Meinung, DEINER!
Vielen dank dafür. Du hast aber wirklich sehr ausführlich hier kommentiert.
Also als erstes muss ich dir sagen, dass ich krasse Wechsel liebe, das Salz in der Suppe....dass mit der schwarzer werdenen... hab ich schon geändert.
Du fragst nach dem Mörder. Hier läuft alles auf Sterbehilfe zu. deswegen auch der Satz...der Getötete ist am ENDE seiner Schmerzen angelangt...
Es spricht ein Beteiligter, Freund,Verwandter...ist mir so in den Sinn gekommen...wg einer sehr persönlichen Geschichte, vor ein paar Monaten.
habe AUCH ein anderes Wort für Situationen gesucht, aber es noch nicht gefunden, mal sehen, aber hier hast du auch Recht.
Das Ende, wie auch die Überschrift bedeutet allenfalls BEWEGUNG. Und ist auch eine Metapher für Leben ( Brust...Milchgebend ) Gitarren ( Freude gebend)...und Elektrizität IST das Leben.
Vielen, vielen Dank noch einmal für deine Mühe....liebe Grüße...duluoz


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