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Unzulässiger Lärm


 

 
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Malinka
Geschlecht:männlichVorschüler

Alter: 50
Beiträge: 1
Wohnort: Leipzig


BeitragVerfasst am: 27.12.2009 21:03    Titel: Unzulässiger Lärm eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Es ist eine Nachtschicht, wie viele zuvor in unserem Beruf.
Mitten in der Woche ist zumeist Ruhe und wir fahren nur rum.
Streifenfahrt!

Ich fahre mit meinem „Dicken“, wobei er mehr kräftig als dick ist, durch die regennassen, kalten Strassen.

Es ist kurz vor Monatsende und unsere Assis im Revierbereich haben noch kein Geld bekommen, was sie für ihre Blechbrötchen ausgeben könnten.
Dementsprechend gibt’s auch weniger Stress mit betrunkenen Hilflosen, Schlägereien unter „Freunden“ um das letzte Bier und Beziehungskisten, die wieder mal an ihrer Festigkeit rütteln.
Hinzu kommt, das es draußen für November ordentlich kalt ist, was erfahrungsgemäß auch Einbrecher zu Hause am warmen Ofen hocken lässt.

„Malsehen, ob wir heute überhaupt nen Auftrag bekommen!“.
„Glaube ich nicht! In ganz Leipzig ist Ruhe!“.
„So vergeht die Zeit nicht, mein Gutster!“ sagt Harry zu mir.

„Ich weiß, aber willst du wieder die letzten arbeitenden Bäckergesellen oder Spätschichtler anhalten, um eine weitere erfolglose Verkehrskontrolle durchzuführen, nur weil uns langweilig ist?“

Er schweigt.
Das Licht bricht sich an der Frontscheibe in Hunderten Regentropfen.
Eine Straßenkehrmaschine kreuzt unseren Weg und der Fahrer grüßt uns.

„Bei der Stadt müsste man arbeiten. Ich war letztens auf so nem Sperrmüllsammelhof! Denen geht es gut. Stehen da nur rum und fragen, was man mit hat. Dann n kurzer Fingerzeig und man muss seinen Müll in den oder den Container schmeißen. Ab und an mal die Presse anwerfen und gut ist. Ansonsten hängt man mit seinen Kollegen im Container ab.“

„Meinste das würde dich genug fordern?“, fragt Harry.

„Keine Ahnung, aber man fährt bestimmt den einen oder anderen Fünfer extra ein, wenn Einer mal seine Müllabgabestreifen nicht mit hat. Sah jedenfalls so aus!“.

„Naja! Am Ende auch nur n langweiliger Job, in den man nur schwer rein kommt und wenn man drin ist, das Beste daraus zu machen versucht!“.

„Harry, ich glaube, du hast Recht!“.

Unser Funkgerät unterbricht unser folgendes Schweigen und das FLZ erteilt uns einen Auftrag.

„Löwe 2/237 ich habe einen Auftrag für sie! Fahren sie umgehend G.-Straße! Dort unzulässiger Lärm! Es kamen schon mehrere Anrufe deswegen!“.

„Löwe 237 hat verstanden! Bräuchte mal nen kurzen Arbeitshinweis zur G.-Straße!“.
Wie immer ist im ersten Moment n schwarzes Loch in meinem Kopf, was die Lage unserer Straßen im Revierbereich betrifft, wenn es sich wie hier mal wieder um ne unbedeutende Nebenstraße handelt.

Der Beamte in der Zentrale meldet sich ca. 1 Minute später: „ Ist in Mockau, Seitenstraße der Mockauer Straße!“.

„Empfangen, wir wissen Bescheid!“.

Harry zieht zügig hin. Immerhin unterbrichts die langweilige Streifenfahrt.
„Mitten in der Nacht um 2 noch lärmen. Wer weiß, was das fürn Blödi ist!“, sage ich.

„Naja, lassen wir uns überraschen!“. Er grinst dabei.

Kurz darauf kommen wir an und hören schon auf der Straße laute Musik.

„Oha, mein Lieber........voll die Party!“. Harry blickte nach oben, als er zu mir sprach.
Immerhin kamen wir, dank der gut informierten, hinter der Gardine stehenden Mitmieter ohne Probleme ins Haus.
Im ersten Stock öffnet sich auch eine Tür und ein älterer Mann spricht uns an.

„Das geht schon die ganze Zeit so. Nur Idioten hier im Haus! Ist ja schön, das sich die Polizei nun auch mal darum kümmert. Soll ich mit hochkommen?“.

„Nee, lassen sie mal, wir klären das für sie! Damit müssen sie sich nicht belasten! Wir melden uns vielleicht später noch mal bei Ihnen!“, entgegne ich.

Er schließt die Tür und ich wette, er lauert, was nun passiert. Harrys Blick entgeht mir dabei nicht. Offensichtlich denken wir beide das Gleiche.
Immerhin ist man solche „mutigen“ Männer gewohnt, die im Beisein der Polizeibeamten dann die große Show abziehen wollen, um dem Störer mal zu zeigen, wer das Sagen hat. Zuvor reichts allerdings gerade mal für nen Anruf über die 110, weil man Angst hat.
Auf so was kann man getrost verzichten!
Spinner!

Wir gehen weiter nach oben, wo es schon fast unerträglich laut ist. Die Verursacherwohnung ist schnell ausgemacht und wir klingeln.

Die Tür öffnet sich und der Wahnsinn geht los...........

Relativ schnell stehen uns 5 Skinheads gegenüber, die zudem noch schön angetrunken sind.

„Ey macht mal leiser, die Bullen sind da!“, ruft einer zurück in die Wohnung.

Ich entschließe mich die Förmlichkeiten zu lassen und mit unserem Gegenüber in „ihrer“ Sprache zu reden. Auch so ne Eigenheit, die man sich nach Jahren der Polizeiarbeit angewöhnt hat. Zu den sogenannten „Bauchantennen“ zum Erfassen einer Lage isses genauso unerlässlich, das man den Gesprächspartner nicht brüskiert, indem man ihn mit Paragraphenreiterei nervt und somit unnötige Distanz herstellt.

„Jungs, es ist eindeutig zu laut! Was wird denn gefeiert?“, frage ich.
Ein großer, kräftiger Kerl stellt sich mittig und demonstriert sofort seine Position in der Gruppe.

„Was geht´n?“.

Harry mischt sich ein: „Hör zu Großer, wir sind nicht zum Spaß hier. Ihr feiert, es ist laut und man hat uns angerufen.!“.

„Und? Da kommt ihr Affen und müsst uns stressen?“ donnert der ca. 1,90 m große Mann ihn an.

„Die haben nur 8 Schuss in ihrer Knarre und schießen sowieso nicht, weil sie Schiss haben....los hauen wir denen auf s Maul!“, schreit ein Anderer.

Meine Gedanken drehen sich im Kreis. Spitze.....die Jungs sind auf Konfrontation aus.
Wir zu zweit vor einer Horde angetrunkener Spinner, die Stress suchen.
Zudem stehe ich ungünstig die Treppe nach oben und Harry nach unten, was einen Rückzug ausschließt, wenn es erforderlich wäre. Scheiße!

Hier geht nur hopp oder topp!

Ran!
Ich spreche laut und herausfordernd: „ OK, 8 Schuß! Welcher Spinner möchte der Erste sein? Los doch! NA LOS......“. Kurze Stille.....

„Ich möchte den Mieter der Wohnung sprechen. Außerdem bekomme ich ihren Ausweis! Wir können das im Ruhigen klären oder ich rufe meine Armee und wir lassen die Party platzen! Ich bin nicht zum Spaß hier und meine Laune wird nicht besser, wenn man uns hier sinnlos anpisst! VERSTANDEN?“.

Unsere Augen funkeln sich einen Moment lang an, bis der 1,90-Mann zurückgezogen wird und man meint: „Rolle meint das nicht so! Der Mieter ist nicht da. Er muss morgen hier aus der Bude raus und wir feiern deshalb hier!“.

„Grandiose Logik! Und wie klären wir nun, das sie hier rechtmäßig in der Wohnung sind? Hat jemand wenigstens einen Schlüssel zur Wohnung? Wer ist bei euch hier der Chef?“, wettere ich.
Nun nur nicht die Initiative aus der Hand nehmen lassen.

„Moment,  ich! Robert Wagner!“. Der Vernünftige verschwindet und scheint das  mit dem Schlüssel überprüfen zu wollen. Zuvor übergibt er mir noch seinen Ausweis. An der Tür bleiben 4 etwas verwirrte, betrunkene, junge Männer.

Rolle (der Kräftige) scheint den Spaß verloren zu haben und zieht einen völlig fertigen Kumpel von der Tür weg, der sich krampfhaft an seinen Bier festhält.

Ich nutze die Zeit und gebe die Daten vom Ausweis per Funk durch und teile kurz mit, das wir hier ne Wohnung voll „Glatzen“ haben! Ich hoffe mal unser Funktischbeamte denkt mit.
Zu sagen, das wir hier Hilfe benötigen, halte ich für falsch, da man uns sonst unsere „guter Bulle-böser Bulle“ - Taktik nicht abkauft und sofort Angst unterstellen würde, was wir nicht gebrauchen können.

Der Türrahmen füllt sich erneut mit Gesichtern und wieder geht’s los: „Haut die Bullen platt wie Stullen..........Los, wir machen die alle, Wagner!“.

Harry versuchts noch mal im Ruhigen.....“Jungs, was soll das? Können wir das nicht in Ruhe.....“.

„Halt die Fresse, Scheißbulle! Ich ficke dich, wenn ich will.......“, kommt von einem massivem, aber wohl eher durch zuviel Bier gewachsenem „Urdeutschen“!


„Ruhe jetzt! Ich mache hier keine Faxen! So was beeindruckt vielleicht woanders. Kümmert euch darum, das ich mit dem Hauptmieter hier reden kann, dann gibt’s auch keinen Stress!“, wende ich mich direkt an den Dicken. Mittlerweile habe ich keine Lust mehr darauf, mich ins Bockshorn jagen zu lassen und gehe massiv ran.

Verächtlich schaut er mich an, wagt aber nichts mehr...
Ich lege die Stirn in Falten und schaue ihn an? „NUN?“.

In die Meute kommt Bewegung, als Wagner sich zur Tür vorschiebt.
„Kein Schlüssel!“.

„Spitze und was machen wir nun? Haben sie versucht den Hauptmieter anzurufen, damit ich davon ausgehen kann, das sie hier in die Wohnung dürfen?“, frage ich.

Kein Wort vom Lärm, der immer noch extrem laut aus der Wohnungstür kommt. Hundegebell ist auch dabei. Sauber. wieder nen Schmeckerchenauftrag, wo man zum normalen Lärm geschickt wird und dann zu einer Wohnung kommt, wo sich die Tür öffnet, ein Mann mit blutiger Axt im Rahmen steht und man sofort weiß, warum hier jemand schrie.
Unzulässiger Lärm ist immer die am meisten unterschätzte Geschichte im Polizeialltag.

Ich schaue Wagner noch mal an und sage: „Und mal bitte die Musik etwas runter, man kann sich kaum normal unterhalten!“.

„Moment, ich rufe ihn an und sie können mit ihm reden.“, meint er zu mir. Und nach hinten.....“Macht doch mal die Heule leiser.....ich versteh nix!“.
Der Fette versucht nach mir zu greifen und ich schlage seine Hand weg. Sofort gerät die Meute in Bewegung und drängt aus der Tür zu mir hin.
Ich ziehe den Schlagstock und schaue sie nur an....“Stress???“.

Wagner reagiert......“Mann Jungs verpisst euch rein und sauft noch n Bier! Ich kümmere mich darum!“
, woraufhin der Dicke mit zwei weiteren, schwer angeschlagenen Gestalten von der Tür verschwindet.

Harry schaut mich an und zieht die Augenbrauen hoch! Mir geht’s nicht anders, mein Guter!, denke ich. Malsehen wie das hier endet. Den Schlagstock stecke ich derweil wieder ein.
Unser Funkgerät wird laut und man merkt wie es über Funk  hektisch wird. Harry macht es aus. Momentan besser so! Sie müssen nicht mitbekommen, was abgeht.

Im Treppenhaus unten kommt derweil Bewegung. Hoffentlich nicht unser „Held“, der uns denkt hier unterstützen zu müssen.

ER ist es........auf halber Treppe schreit er schon rum:“ Ich hoffe hier ist bald mal Ruhe, sonst komme ich hoch und dann krachts!“.

Was für ne Lusche!
Die Polizei ist da und in deren Schatten kann man dann den „großen“ Mann raushängen lassen! Zuvor die Hosen voll!
Das er es uns damit nicht einfacher macht, dazu reichts wohl nicht.

2-3 Skins versuchen dann auch aus der Tür nach unten zu gelangen und ich und Harry müssen uns dazwischen schieben. „Komm hoch, alter Sack, dann gibt’s richtig auf die Eier......du PENNER!“.

„Genug jetzt! Rein! Hier wird nicht gestänkert. WAGNER!“....ich schaue zur Tür.

Er kommt und zieht seine Freunde rein.
Mannomann!

Immerhin hat der kleine Feigling eingesehen, das er sich hier nur blaue Flecken holen würde und verschwindet in seiner Wohnung.

Ich knurre vor mich hin.........baut den Stress ab.

Vermittelt aber irgendwie immer, das ich scheißwütend bin, obwohl eher das Gegenteil gerade eintritt. Eher ein „Wir packen das schon!“. Harry kennt das und zwinkert mich an.

Die Stimmung an der Tür schlägt urplötzlich um und wir werden gebeten in die Wohnung zu kommen und ein „Bierchen“ mitzutrinken.
„Los Officer, kommen´se und nehmen se einen mit uns!“.

Nee danke, Jungs.....ich wehre ab!
Wagner übergibt mir das Telefon und sagt zu mir, das der Hauptmieter dran wäre. Ich könne nun fragen. Dabei merke ich das selbst er schon ordentlich gebechert haben muss. Vielleicht ist er einfach nur erfahrener, als seine „Kumpels“.

Am Telefon ist dann kaum was zu verstehen. Der Angerufene am anderen Ende fragt erst mal wer ich bin.

„Wer isn daaaaa?“.....völlig verwaschen. Besoffen, na geil!

„Ihre Kumpels feiern hier und es ist zu laut. Darf Herr Wagner hier feiern? Hier ist Polizeiobermeister...“. Er unterbricht mich.

„Wagner? Kenne isch......ist doch in meiner Bude. Aber du dreckiger Bulle, warmmm rufst du mich an? Duuuh kannsd disch ficken....ficken.....Höhöhööööööööh!“ und ich höre nur noch ein höhnisches Gelächter.

Ich gebe das Handy zurück.

„Herr Wagner, der Herr S., was der Mieter ist, meinte ich könne mich ficken.....die Party ist damit ja wohl vorbei! Ich mache mich doch hier nicht zum Affen!“.

Sofort geht das Gegröhle an der Tür los und 1-2 Mann wollen die Tür schließen.
Im Haus wird’s wieder laut, aber diesmal sind es die Kollegen vom IZD, die in Gruppenstärke unterwegs sind, falls mal mehr als zwei Leute benötigt werden.
Genau zur richtigen Zeit!

Ich teile dem Gruppenführer die Lage kurz mit und wir drängen zur Tür hinein. Ein ,zwei Möchtegern-Raufbolde werden etwas unsanft an die Wand geschoben und dort von den jungen Kollegen an die Wand gedrückt.
Macht erst mal Eindruck!
Jedenfalls genug, das der Rest erst mal zurückweicht.
Ich gehe weiter in die Wohnung rein, Harry an meiner Seite.

„Herr Wagner, wir lösen die Party nun auf. Sagen sie ihren Freunden, das sie jetzt gehen möchten.“.

Der Gruppenführer mischt sich ein: „Wir bekommen dann von allen Personen die Personalien, ist das verstanden?“.

Der Dicke kommt auf uns zu und schreit ihn an: „Du bekommst nen Scheißdreck....wenn dann rede ich nur mit den richtigen Bullen!“.

Er meint Harry und mich. Ich halte den Kollegen zurück und wiederhole im Endeffekt nur, was er sagte: „Also los raus und die Ausweise.....!“.

Person für Person verlässt unter Polizeibegleitung die Wohnung. Im Treppenhaus gibt’s dann noch mal Gerangel, wovon wir aber erst später was mitbekommen.
Der Flur ist leer und wir gehen in die „Stube“. 4-5 Mann springen dort auf nem aufgeklapptem Sofa auf und ab, bei voller Musik.
Als wir zu sehen sind, schraubt einer schlagartig die Musik runter. „Die Bullen?“.

„Guten Abend, die Herrschaften......die Party ist geplatzt! Es geht raus!“.

Erst jetzt sehe ich, das ein ausgewachsener Dobermann in der Stube sitzt und sich erhebt, als er uns sieht. Ich spüre ein leichtes Kribbeln, den Rücken hoch an meinen Schläfen vorbei und mir wird etwas kalt .
Es passt, wenn es passt. Ich lege meine Hand auf die Dienstwaffe. Hunde sind einfach unberechenbarer als Menschen in solchen Situationen.

„Wem gehört der Hund? Anleinen! Dallidalli!“.

„Der Bulle hat wohl Schiß?“, kommt von einem auf der Couch.

„Und du hast wohl nen Hund zuviel? Anleinen habe ich gesagt! Und dann raus!“.
Ich bleibe bei meiner Linie.

Eine junge Frau kümmert sich um den Hund und hält ihn fest, der nun laut zu bellen anfängt.

Als der Erste zur Stube rausgeht und nach drinnen meint, „Ey, die ganze Hütte ist voller Bullen!“ , wird’s  plötzlich ruhiger.

Ich schaue zurück und staune nicht schlecht.

„Unsere“ Skins werden praktisch durchgereicht und an den Wänden der Wohnung steht Polizist an Polizist.

Ich wende mich an den Guppenführer : “So viele ???“.

„Naja, ihr wart per Funk nicht zu erreichen. Wir hörten nur Glatzen und dachten das ihr uns braucht!“.

Ich muss kurz lachen: „In Zugstärke?“.

„Uns war langweilig! Nix los draussen!“

Den letzten Glatzkopf holen wir aus dem Bad, der gerade das letzte Bier ins Klos kotzte.

„Los raus nun!“.

An der Tür  kommt dann die junge Frau noch mal zu mir: „Ich soll hier schlafen hat Schubi gesagt! Er ist der Mieter!“.

„Haben sie einen Schlüssel zur Wohnung? Wohnen sie in Leipzig?“, frage ich.

„Nein! Also Schlüssel nein, Wohnen ja! Aber der Hund gehört nicht mir!“ entgegnet sie.

„Können sie den mitnehmen derweil und morgen ihrem Kumpel wieder übergeben?“

Sie ist einverstanden, obwohl es ihr lieber gewesen wäre, wenn sie hätte bleiben können.
Allerdings wäre dadurch nichts gewonnen, weil ihre Kumpels dann spätestens 5 Minuten später wieder „feiern“ würden.

Wir ziehen die Wohnungstür ins Schloss und verlassen das Haus.
Unten erwarten uns die Kollegen, die alle Ruhestörer an die Hausmauer gestellt haben.

„Zwei der Typen haben noch mal Stress gemacht und wollten sich schlagen!“ Der Gruppenführer deutet auf den Dicken und den 1,90-Mann.  Beide liegen gefesselt am Boden. „Der Dicke hat nen Kollegen auf der Treppe in den Rücken getreten, der vor ihm lief. Es tat ihm nicht gut!“ Wir schauen uns an. Ich verstehe....

„Anzeige wegen Widerstand und KV macht ihr?“, frage ich.

„Ja läuft über uns und wir schicken es dann aufs Revier!“.
Das Rettungswesen ist mittlerweile auch vor Ort , um sich dann um die beiden „verarzteten“ Schläger, die sich offensichtlich das falsche Parkett ausgesucht haben, um „Stimmung“ zu machen, sowie den Kollegen, der am Rücken verletzt wurde, zu behandeln.
Ich setze mich in den Funkwagen und gebe die Lage nach oben zur Zentrale durch.

„Löwe, wir haben die Wohnung nun mit Hilfe der IZD beräumt und verschlossen. Der Hauptmieter ist nicht da. Zweimal Anzeige wegen Körperverletzung und wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte fertigt IZD. Durch diese auch zweimal Blutentnahme und Gewahrsamnahme. Ich schicke die restlichen Leute nun nach Hause und wir bleiben hier in der Nähe, bis sie sich getrollt haben!“.

„Löwe hat sie empfangen. Sie haben die Lage  offensichtlich im Griff. Anzeige wegen Ruhestörung?“, werde ich gefragt.

„Die fertige ich auf dem Revier. Der Mieter fliegt morgen sowieso aus der Wohnung. Wird ihn kaum berühren.“

„Löwe Ende!“, höre ich.

Ich steige aus und spreche zu dem Rest der „Glatzen“, die ihre Ausweise nach erfolgter Überprüfung zurückbekommen.

„So, nun ist hier Ruhe, Herrschaften! Jeder geht nach Hause und keinen Stress. Wir möchten uns heute nicht noch mal begegnen. Herrn Schubert können sie mitteilen, das er eine Anzeige wegen Ruhestörung bekommt.“.

Kurzes Gebrummel, aber man macht sich auf den Weg.
Hier und da noch n kurzes Schrei eines Betrunkenen.....
IZD verabschiedet sich und ca. 25 Mann steigen in ihre Autos.
Harry setzt sich neben mich in den Funkwagen und wir schauen uns an.

„Ruhe und Ordnung hergestellt, oder was? Haben wir doch noch gut gelöst!“, meine ich.
„Ich habe mir am Anfang fast eingestuhlt!“, sagt er.
Wir lachen.........und fahren aufs Revier.

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