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Habt ihr Angst, das Schreiben wieder zu verlernen?

 
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Natalie2210
Geschlecht:weiblichEselsohr

Alter: 34
Beiträge: 421



BeitragVerfasst am: 02.05.2021 09:03    Titel: Habt ihr Angst, das Schreiben wieder zu verlernen? eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo!

Das ist jetzt vielleicht eine doofe Frage, aber habt ihr manchmal Angst, das Schreiben wieder zu "verlernen"? Ich persönlich hatte jetzt in der Zeit der Lockdowns und Social Distancing viel Zeit, am Handwerk zu "arbeiten", zu schreiben und zu lesen - und irgendwie habe ich Angst, die Dinge wieder zu verlernen, wenn dann die Normalität zurückkommt und deutlich mehr Terminstress kommt.

Aber wahrscheinlich ist das unsinnig. Man verlernt ja nichts, das man einmal kann, es rostet nur etwas ein, und mit etwas Übung ist man dann schon wieder da, wo man mal war.

Was meint ihr? Ist Schreiben mehr wie Radfahren, das man nie verlernt, oder wie Laufen, wo man nach zwei Wochen nichts tun schon deutliche Konditionseinbußen hinnehmen muss?

Bin gespannt auf eure Meinungen,
lg,
Natalie
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Ralphie
Geschlecht:männlichForenonkel

Alter: 68
Beiträge: 5525
Wohnort: NRW
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BeitragVerfasst am: 02.05.2021 09:11    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn man eine Zeitlang nicht schreibt, ist es ganz natürlich, dass man es verlernt. Davor fürchte ich mich.
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Levo
Eselsohr


Beiträge: 206



BeitragVerfasst am: 02.05.2021 09:41    Titel: Antworten mit Zitat

Ich sehe das Schreiben wie Radfahren. Wenn es erst einmal sitzt, dann sitzt es.
Und wenn ich eine Weile nicht aktiv schreibe, dann eben passiv (= lesen), was bei mir den positiven Effekt hat, dass ich nach all den anderen Schreibstilen mal den ganzen theoretischen Ballast abwerfe und völlig unverkopft schreibe.
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Raven1303
Geschlecht:weiblichKlammeraffe

Alter: 38
Beiträge: 542
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BeitragVerfasst am: 02.05.2021 10:02    Titel: Antworten mit Zitat

Nein, ich finde auch, dass man das nicht verlernt.
Ich finde eher, dass es mit den Jahren besser wird, wie guter Wein. Aber das liegt wohl an Erfahrung und vielleicht auch an dem Abstand, den man von seinen alten Texten hatte. Ich hatte eine sehr lange Pause vom Schreiben wegen Beruf und Kids und war dann ganz schnell wieder drin. Mein Stil ist aber tatsächlich ein anderer jetzt.


_________________
Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen, die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den Nächsten vielleicht nicht vollbringen, aber versuchen will ich ihn.
Ich kreise um Gott, um den uralten Turm und ich kreise Jahrtausende lang.
Und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm? Oder ein großer Gesang... (R.M. Rilke)
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Pickman
Geschlecht:männlichKlammeraffe

Alter: 54
Beiträge: 901
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BeitragVerfasst am: 02.05.2021 11:00    Titel: Antworten mit Zitat

Angst? Nein.

Aber es ist ein zähes Ringen um den Erhalt und den Ausbau meiner beschränkten Fähigkeiten. Gegner sind der innere Schweinehund mit seinen Komplizen Netflix und Zeitung, Glotze und Sudoku, sowie mein Brotberuf, wo ich in zuweilen zähen Verhandlungen zusammen mit vielen Anderen Normentexte in einer hochgradig formalisierten Sprache schreibe und der größte Teil der Kommunikation auf Englisch abgewickelt wird.


_________________
"Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen." (Wittgenstein)
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Taranisa
Geschlecht:weiblichReißwolf

Alter: 52
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Wohnort: Frankenberg/Eder


BeitragVerfasst am: 02.05.2021 12:25    Titel: Antworten mit Zitat

Der Vergleich mit dem Wein gefällt mir. Ich bin auch der Meinung, dass der gelernte Schreibstil Zeit braucht, um sich zu setzten, um wirklich verinnerlicht zu werden. Dabei kann durchaus auch eine Schreibpause sinnvoll sein, um nicht in den alten Trott zu verfallen/dort hängen zu bleiben. Beim Lesen achte ich inzwischen automatisch auf den Stil und schaue, wie ich es evtl. anders formulieren oder den Plot verlaufen lassen würde.

_________________
"Henkersweib", Burgenwelt Verlag, ET 12/18
"Die Ehre des Henkersweibs", Burgenwelt Verlag, ET 12/20
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Schreibkopf
Geschlecht:männlichLeseratte


Beiträge: 160



BeitragVerfasst am: 02.05.2021 13:16    Titel: Antworten mit Zitat

Nein, ich habe keine Angst, das Schreiben zu verlernen. Ich hoffe im Gegenteil, dass ich mit der Zeit möglichst viel von allem „verlerne“, was ich beim Schreiben bislang als unzureichend empfunden habe. Insofern sehe ich das Schreiben als einen permanenten Entwicklungsprozess, dessen Herausforderungen ich mich immer wieder gerne stelle – und das verlerne ich hoffentlich nie wink
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Maunzilla
Reißwolf


Beiträge: 1132



BeitragVerfasst am: 02.05.2021 23:41    Titel: Antworten mit Zitat

Ich denke schon, daß man das Schreiben mit der Zeit wieder verlernen kann. Das Gehirn muß regelmäßig trainiert werden. Es kommt natürlich darauf an, wie geübt man vorher war und wie lange man nichts mehr geschrieben hat. Wer seit zehn Jahren nichts mehr geschrieben hat, dürfte sich deutlich schwerer tun, als jemand, der vielleicht nur 3-4 Monate eine Pause eingelegt hat.

_________________
"Im Internet weiß keiner, daß du eine Katze bist." =^.^=
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Ralphie
Geschlecht:männlichForenonkel

Alter: 68
Beiträge: 5525
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BeitragVerfasst am: 03.05.2021 00:10    Titel: Antworten mit Zitat

Ich hatte sieben Jahre nicht mehr geschrieben und merkte 2017, dass ich mir alles neu erarbeiten musste ...
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Levo
Eselsohr


Beiträge: 206



BeitragVerfasst am: 03.05.2021 06:53    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, das ist, wie das meiste, wahrscheinlich sehr individuell. Wann man wie intensiv angefangen und wie viel geübt hat, sprich: wie gut es neuronal verankert ist, warum man nicht weiter geschrieben hat, lebensverändernde Ereignisse, was man stattdessen tat, ob man dann viel gelesen hat etc pp.
Ich hatte auch acht Jahre pausiert, Beruf und Familie standen im Vordergrund, aber verlernt hatte ich es nicht. Hab dann das angefangene Projekt gleich überarbeitet.
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Herr Bossi
Geschlecht:männlichAlter Ego

Alter: 59
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BeitragVerfasst am: 03.05.2021 09:40    Titel: Antworten mit Zitat

Fahrrad ... bei mir eindeutig Fahrrad ...

Ich übe mich ja jetzt wieder am schreiben ... also dem schreiben um ein Produkt, ein Werk, also gezielt geplante Texte zu erstellen.

Ansonsten schreibe ich seit Jahr und Jahrzehnt über Tag berufsbedingt sehr viel, auch pointierte Mails, Tausende Worte am Tag, in Foren, diesem hier z.B. auch, aber auch in Biz-Foren, für Webseiten, Korrespondenz, Rechnungen Wink ... aber dieses schreiben hier ist anders.

Vielleicht ist der Unterschied.
Mit meinem üblichen Schreiben will ich ein Ziel erreichen.
Mit "diesem" Schreiben soll das schreiben selbst Ziel sein.

Wenn ich also beim Fahrrad bleibe ... zur Zeit zockelt mein Lenker noch ein wenig. Wie Papa, der sein Fahrrad nach Jahren für den Filius, mit dem er es gerade gemeinsam lernen will, entstaubt hat. Ich sitze nicht souverän und locker auf dem Rad, aber es wird langsam. Jetzt funktionieren die Kurven auch schon wieder besser ... von denen ich gerade darum wohl zur Zeit noch viel zu viele mache ... und darum ähnelt meine Fahrt im Moment noch eher dem kringeligen Hummelflug bei der Suche nach Nektar.

Wenn ich wieder sicher im Sattel sitze, der Lenker nicht mehr wackelt, ich mir ein Ziel vornehme und das in einer gewollten Strecke gezielt ansteuern kann und jeder Schlenker gewollt und "richtig" ist  ... dann, behaupte ich mal, sitze ich "sicher im Sattel".

Und  stelle ich dann doch wieder mein Fahrrad in die Garage ...
fängt beim nächsten Anlauf alles von Neuem an.
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Herr Bossi
Geschlecht:männlichAlter Ego

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BeitragVerfasst am: 03.05.2021 09:44    Titel: Antworten mit Zitat

hmmm ... ich bin  ja schon was älter ...

einen Rückspiegel könnte ich auch gebrauchen Laughing
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hobbes
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BeitragVerfasst am: 03.05.2021 09:55    Titel: Antworten mit Zitat

Es gibt hier ja immer wieder mal Fragen, vor denen ich sitze und staune. Im Zweifelsfall komme ich dann meist darauf zurück, dass "Schreiben" für viele etwas ganz anderes zu sein scheint als für mich. Schreiben ist für mich etwas, was in mir drin ist. Das zu verlernen, ich weiß gar nicht, womit ich das vergleichen könnte. Dann müsste ich schon nicht mehr ich sein, wenn ich es verlernt hätte.  
Aber Schreiben ist für mich auch viel weniger "Handwerk" als, hm ja, was eigentlich. Ein Bewusstseinszustand? Überhaupt erst zu mir finden?

Ist vermutlich wieder dieses Thema, warum schreibt man überhaupt und wie "funktioniert" schreiben für einen.


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Merlinor
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BeitragVerfasst am: 03.05.2021 11:28    Titel: Antworten mit Zitat

Hm ...

Ich denke auch dass es wie beim Radfahren ist, oder besser noch, wie bei Fremdsprachen. Wenn man lange nicht mehr mit dem Rad gefahren ist, dann wackelt man kurz ein bisschen und dann geht es wieder. Wenn man aber eine Sprache über längere Zeit nicht mehr gesprochen hat, dann muss sie erst wieder "aufgeweckt" werden und schaltet sich erst nach und nach wieder ein.

Das war jedenfalls bei mir so, als ich vor einiger Zeit im Netz nach langjähriger Pause wieder mit Französisch konfrontiert wurde. Englisch benutze ich ja ständig, aber mein Französisch war schon etwas eingeschlafen. Es ging dann aber doch recht schnell und ich konnte mich nach anfänglichem Suchmodus schon bald wieder ebenso fließend unterhalten wie früher. Da wurde mir klar, dass man eine Sprache nicht verlernen kann. Es wird wohl vom Gehirn nur das Areal zeitweise deaktiviert, in dem die Sprache gespeichert ist.

Mein Spanisch hingegen, das allerdings auch nie wirklich gut war, das schläft tief und fest und ließ sich auf die Schnelle auch nicht aufwecken. Das scheint ziemlich gut weggesperrt zu sein. Als ich kürzlich im Netz mit ein paar Spaniern sprechen wollte, war ich deshalb ziemlich überfordert. Wir sind dann auf Englisch ausgewichen. Ich muss gestehen, dass mir das schon ziemlich peinlich war. Aber ich bin sicher, dass ich, wenn ich das öfter machen würde, vermutlich schon bald wieder ebenso schlecht, aber immerhin für eine sinnvolle Kommunikation nutzbar, durch Spanisch holpern würde wie früher.

Beim Schreiben stelle ich mir das sehr ähnlich vor, habe aber keine diesbezügliche Erfahrung. Ich schreibe eigentlich immer und ich lese ständig.
Da gab es bisher also gar keine Möglichkeit, etwas zu verlernen oder einschlafen zu lassen.  

LG Merlinor


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„Ich bin fromm geworden, weil ich zu Ende gedacht habe und nicht mehr weiter denken konnte.
Als Physiker sage ich Ihnen nach meinen Erforschungen des Atoms:
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Herr Bossi
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BeitragVerfasst am: 03.05.2021 11:40    Titel: Antworten mit Zitat

um das für mich jetzt abzuschließen ...

man verlernt nicht das schreiben an sich, also die Formulierungsgabe,
man verlernt das, fürs Romane schreiben, wichtige Handwerkszeug.


Um das Fahrrad noch mal zu bemühen ...
Der Umstieg vom Citybike auf ein Rennrad ist schon anspruchsvoll Wink


Und ganz selten gibt es halt auch Menschen ...
die können einfach so aufs Rennrad springen und los Cool
Das nennt sich dann wohl seltenes Talent oder Gabe.
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Ralphie
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BeitragVerfasst am: 03.05.2021 11:56    Titel: Antworten mit Zitat

*zustimm*
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Natalie2210
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BeitragVerfasst am: 03.05.2021 12:03    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke für eure Rückmeldungen! Ich hoffe mal, dass man es nicht so schnell verlernt. Ich werde schon sehen Rolling Eyes

@Hobbes: Ich meinte tatsächlich das "Handwerk" wie z.B. in der Perspektive bleiben, wichtiges von unwichtigem trennen, hübsche Beschreibungen entwerfen, Rückblenden auflösen, nicht allzuviele Als-/Während Konstruktionen.. ein paar Dinge gibt es ja schon, auf die man achten kann und sollte.

lg,
Natalie
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Abby Overdevest
Geschlecht:weiblichSchneckenpost

Alter: 26
Beiträge: 7



BeitragVerfasst am: 03.05.2021 18:18    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Natalie,

ich hoffe, ich bin nicht zu spät, aber wollte auch meine Erfahrungen teilen. Ab und zu habe ich schon das Gefühl, dass ich das Schrieben "verlerne", ganz unabhängig davon, ob ich gerade viel schreibe oder wenig bis gar nicht. Bei mir sind das immer Phase, in denen ich keinen wirklichen Lernvorschritt mache. Dann hört sich jeder Satz irgendwie gleich an. Auf einmal macht es "Klick" und ich schaffe es ohne Mühe, wirklich schöne Beschreibungen zu kreieren oder Gefühle möglichst glaubhaft zu umschreiben.

Schreiben ist einfach eine Übungssache mit einem Fünkchen Feingefühl, oder? Also genau wie du schon geschrieben hast, ein Handwerk. Das stelle ich immer wieder fest. Man verlernt sicher nicht alles und das, was man neu dazulernt, überwiegt meistens. Wenn ich mir heute meine Geschichten von vor zwei oder drei Jahren durchlese, denke ich mir: Oha, was hast du denn da fabriziert? Einfach, weil man jetzt schon ein ganzes Stück weiter und schlauer ist, egal ob man bewusst oder unbewusst mehr gelernt hat, schönere Beschreibungen auf Papier klatscht oder seine Charakter bis ins letzte Detail entwickelt hat.

Ganz liebe Grüße und ich hoffe mal, dass meine Eindrücke dir die Angst nehmen können Smile  Nach jedem (gefühlten) Schritt zurück, machen wir anschließend zwei nach vorn!
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hobbes
Geschlecht:weiblichTretbootliteratin

Moderatorin

Beiträge: 4055

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BeitragVerfasst am: 03.05.2021 20:01    Titel: Antworten mit Zitat

Natalie2210 hat Folgendes geschrieben:
@Hobbes: Ich meinte tatsächlich das "Handwerk" wie z.B. in der Perspektive bleiben, wichtiges von unwichtigem trennen, hübsche Beschreibungen entwerfen, Rückblenden auflösen, nicht allzuviele Als-/Während Konstruktionen.. ein paar Dinge gibt es ja schon, auf die man achten kann und sollte.

Ich verstehe das trotzdem nicht. Vielleicht, weil Schreiben für mich nicht so funktioniert, dass ich das eine vom anderen trenne. Ich setze mich ja nicht zum Schreiben hin und denke so etwas wie: "so, jetzt aber schön in der Perspektive bleiben." Tatsächlich mache ich das noch nicht mal beim Überarbeiten. Also jedenfalls nicht bewusst. Klar, vermutlich würde mir lustiges Perspektiven-Hopping dann doch auffallen und ich würde es ändern.
Aber vermutlich ist mein Haupt-Verständnis-Problem, dass ich mir tatsächlich nicht vorstellen kann, ohne schreiben zu leben. Vielleicht, ohne Geschichten zu schreiben, aber dann wäre es eben Tagebuch oder etwas anderes.


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Miles Davis
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Natalie2210
Geschlecht:weiblichEselsohr

Alter: 34
Beiträge: 421



BeitragVerfasst am: 03.05.2021 21:03    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

@ Abby:

Zitat:
Nach jedem (gefühlten) Schritt zurück, machen wir anschließend zwei nach vorn!


Das stimmt. Das ist ein schönes Bild. Das muss ich mir merken Smile

Danke!

lg,
Natalie
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Alexandra
Schmierfink


Beiträge: 57
Wohnort: Schweden


BeitragVerfasst am: 05.05.2021 14:17    Titel: Antworten mit Zitat

Hej,

verlernt? Glaube ich nicht, solange es nicht durch eine Erkrankung verursacht wird.

Ich denke, dass man das ein oder andere vergisst und sich neu aneignen muss. Wissen aktualisieren und üben muss, um das ursprüngliche Wissen/Können wieder zu erreichen und zu übertreffen.

Ähnlich wie bei einem Musikinstrument. Ich weiß, wie es geht, bin aber nach einer langen Pause weit entfernt von dem, was ich mal konnte, einschließlich Atmung, Beweglichkeit der Finger und Sicherheit bei dem was ich tue. Aber die Erinnerung und die neuronalen Verbindungen gibt es noch. Darauf lässt sich aufbauen.

LG, Alexandra
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Meanwhile in Canada
Geschlecht:weiblichGänsefüßchen

Alter: 46
Beiträge: 44
Wohnort: Oakville, Ontario, Kanada


BeitragVerfasst am: 06.05.2021 04:05    Titel: Antworten mit Zitat

Hi,

das ist vielleicht ein Sonderfall, weil ich im Ausland lebe - aber ich habe tatsächlich manchmal das Gefühl, das Schreiben auf Deutsch zu verlernen. Also weniger das Handwerk, z.B. die Einhaltung der Perspektive oder das Einlassen auf die Figuren usw., sondern die sprachlichen Feinheiten. Diese winzigen Nuancen, ob man das wirklich so und so ausdrücken kann oder ob da doch das Englische mein Sprachgefühl beeinträchtigt ... Deshalb finde ich es auch essentiell, weiter möglichst viel auf deutsch zu lesen.

Im Englischen wiederum werde ich nie ein 100prozentiges Sprachgefühl entwickeln, obwohl ich es im Lebenslauf großspurig als "near-native" bezeichne. Es ist eine beunruhigende Vorstellung, eines Tages in keiner der beiden Sprachen mehr richtig zu Hause zu sein. Sprache ist ja auch so etwas wie Heimat.

Sorry, das war jetzt etwas speziell und keine echte Antwort auf Natalies Frage. Grundsätzlich würde ich mich der Mehrheit anschließen: Wirklich verlernen glaube ich nicht - höchstens etwas aus der Übung kommen, wenn man lange Pausen macht.

Viel Erfolg und Freude beim Dranbleiben, Natalie - auch wenn es nicht immer so intensiv sein kann wie in letzter Zeit!

Liebe Grüße
S.
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