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Lyrikpreis München 2021, 31.03.2021

 

 
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Bananenfischin
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Silberne Harfe



BeitragVerfasst am: 28.09.2020 16:41    Titel: Lyrikpreis München 2021, 31.03.2021 eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ausschreibung für den Lyrikpreis München 2021

Der Lyrikpreis München 2021 wird vom Verein Lyrikpreis München zusammen mit dem APHAIA Verlag und dem Signaturen Magazin vergeben. Er ist mit 15.000 Euro dotiert und hat ein Thema. Zur Preisverleihung im Herbst 2021 wird eine Auswahl der eingesandten Gedichte als Buch veröffentlicht.

Thema 2021:

Luthers Beitrag zur Mündigkeit des Menschen und das Krisenbewusstsein unserer Zeit

Bis zum 31.03.2021 können unveröffentlichte, deutschsprachige Texte eingesandt werden. Bei den Texten kann es sich um Gedichte, Langgedichte, Zyklen, lyrische Essays etc. handeln.

Die Einsendung bitte elektronisch an info(at)lyrikpreis-muenchen.com schicken.

Bitte fügen Sie Ihrem Text eine kurze Biografie bei.

Die Bekanntgabe der Preisträgerin oder des Preisträgers erfolgt bis zum 30. September 2021. Der Preis kann geteilt werden, es gibt aber keinen 2. oder 3. Preis.

Preisverleihung und Buchpremiere finden im November 2021 statt. Dies ist der gleiche Monat, in dem Martin Luther vor 500 Jahren auf der Wartburg mit der Übersetzung des Neuen Testaments begann. Für diese Übersetzung schuf er das allen verständliche und somit mündig machende „Luther-Deutsch“.

Die Preisträgerin oder der Preisträger sowie die Texte fürs Buch zur Preisverleihung werden von Ulrich Schäfer-Newiger, Kristian Kühn und Harald Albrecht ausgewählt.

* Ulrich Schäfer-Newiger studierte Germanistik sowie Rechts- und Gesellschaftswissenschaften. Er arbeitete als Rechtsanwalt, Essayist und Lyriker. Mitherausgeber der Literaturzeitschrift TORSO. 2001 erschien sein Lyrikband „Wir Argonauten“. Mitarbeit bei Signaturen – Forum für autonome Poesie. Veröffentlichungen in verschiedenen Anotologien.
* Kristian Kühn ist Filmemacher, Lyriker und Essayist. Herausgeber des Signaturen-Magazins.
* Harald Albrecht ist Verleger und Lyriker. Zuletzt veröffentlichte er die Gedichtbände „Wie duftet die auf Bibel kalibrierte Sprache“ (2020), „Das Mannequin will angezogen werden“ (2018) und „Euphrat, Tigris und andere schwarze Locken“ (2016).

Unter Aktuelles auf der Website des Lyrikpreis Münchens, den Sozialen Medien des Lyrikpreis München und der Website des Signaturen Magazins haben wir Beiträge und Anregungen zum Thema gesammelt, die vielleicht auch Sie interessieren könnten.

Quelle

Viel Erfolg!


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»Ob ich mir eine Dramatisierung meiner Bücher vorstellen kann? Ich kann mir das überhaupt nicht vorstellen, in meinen letzten vier Büchern gibt es keine Handlung.« (Andreas Maier im Gespräch mit Raimund Fellinger, 2015)
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Elbenkönigin1980
Klammeraffe


Beiträge: 778



BeitragVerfasst am: 13.12.2020 23:08    Titel: Antworten mit Zitat

Also ich werde hier nicht mitmachen, weil ich den Titel "Luthers Beitrag zur Mündigkeit des Menschen und das Krisenbewusstsein unserer Zeit" irgendwie geschmacklos finde.
Martin Luther  hat die Bauern bei den Bauernaufständen, die ihn als großes Vorbild sahen, nicht unterstützt, obwohl die Bauern mit ihren Forderungen im Recht waren.
Und Martin Luther war ein übler Rassist, der viele Hetztexte gegen die Juden schrieb, die im Dritten Reicch auch oft von den Nazis  zitiert wurden.

Ich sehe einfach von Seiten Martin Luthers keinerlei Beitrag zur Mündigkeit des Menschen und dem Krisenbewusstsein unserer Zeit, denn Martin Luther hat die Bauern, die sich damals mehr Mündigkeit, also mehr Freiheit wünschten, schäbig im Stich gelassen.
Ich halte Luther keineswegs für einen Wegbereiter, sondern für einen sehr unangenehmen Menschen der nicht nur ein Rassist war, sondern sich auch um den Freiheitskampf der Bauern überhaupt nicht scherte.
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Tintenschwert
Geschlecht:weiblichGänsefüßchen


Beiträge: 22
Wohnort: Hessen


BeitragVerfasst am: 15.12.2020 15:54    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Elbenkönigin
Als Historikerin kann ich nur sagen, dass du Luther damit einfach nicht gerecht wirst. Er war nicht der ideale Mensch. Denn er war ein Kind seiner Zeit. Keiner idealen Zeit. Aber eine andere hatte er nicht, um sich prägen zu lassen. Und er war es letztlich, der den Anstoss gab, ihre gedankliche Finsternis zu überwinden.
Bedenke, dass er der Eckstein ist, der den Übergang vom Mittelalter in die Neuzeit markiert. Wir Historiker setzen nicht zufällig genau in seiner Lebensspanne die Zäsur zwischen Mittelalter und früher Neuzeit.
Das heisst aber eben notwendigerweise leider, dass er mittelalterlich geprägt wurde. Und als Kind seiner Zeit hat er alles inhaliert, was ein wohlhabender Handwerkersohn der Zeit an Prägung mitbekam, von dem Umfeld: vom Hexenglauben über Judenhass bis zur Obrigkeitsgläubigkeit.
Das musst du nicht gut finden. Im Gegenteil. Es wäre befremdlich, wenn es so wäre. Aber du musst es anerkennen und verstehen, wenn du angemessen mit einer historischen Figur umgehen willst.
Alles andere ist nicht nur anachronistisch und unfair, sondern auch ziemlich naiv und selbstgerecht.
Wer weiß, was du gedacht hättest, wenn du damals als seine Nachbarin in Eisenach gelebt hättest. Aufgezogen von einer Mutter, die nicht lesen und schreiben konnte. Voller Angst vor der Pest, vor Hexen und Dämonen! Abgeschnitten von Fremdlingen durch ein kastenähnliches System. Deine einzige geistige Anregung wäre es gewesen, fast täglich in eine Stadtkirche zu huschen, in der ein verlauster Pfaffe lateinische Worte murmelt, die du nicht verstehst. Und was immer er dir hinterher als Weisheit und Lebensrat mitgegeben hätte, wäre Gesetz für dich gewesen. Denn du hättest eine entsetzliche Angst vor der ewigen Verdammnis gehabt. Eine Angst, die dich Nachts um den Schlaf gebracht hätte, während nebenan die Nachbarin an den üblichen winterlichen Seuchen starb und du dich fragtest, wieviele Jahrhunderte du wohl im Fegefeuer brennen müsstest, wenn die Reihe unausweichlich irgendwann auch an dich käme.
Denn dass du um das Fegefeuer nicht herumkommen würdest, daran hätte der Priester keinen Zweifel gelassen. Die Frage war nur: für wielange würdest du unaussprechliche Qualen leiden - Du oder die, die du liebst? Für "Sünden" deren Auflistungen immer länger wurden, je mehr Geld die Ablassprediger eintreiben sollten, damit der Petersdom gebaut werden konnte. Deinen letzten Groschen hättest du aus dem Kasten genommen um dem Kind, dass du im letzten Winter beerdigen musstest, hundert Jahre im Fegefeuer zu ersparen. Und wenn auch deine lebenden Kinder und du selbst dafür hungern müssten...

Glaub mir, hättest du damals gelebt und Martin Luther hätte dich und deine Familie daran geführt, in einer Sprache die du verstehen kannst mit deinem eigenen Kopf zu prüfen, wie du einen gnädigen Gott bekommst, er wäre dir mit Sicherheit als Licht in der Dunkelheit erschienen...
Bemerkenswert war nämlich, dass er der Vorreiter war, der diese dunkle Zeit gedanklich zu überwinden BEGONNEN hat.

Ja, er war gefangen in einem Verständnis der von Gott eingesetzten Obrigkeit. Wir befinden uns viele hundert Jahre vor dem ersten Gedanken daran, dass die Menschen aus eigener Machtbefugnis ihr Leben bestimmen sollten.
Dass das Volk ein Souverän sein kann und die Menschen gleichwertig geboren werden.

Hätte er jedoch nicht angefangen, sich gegen ein moralisch korruptes, erpresserisches System zu wehren, dass die Menschen Kraft ihrer Furcht vor ewiger Verdammnis zum blinden Gehorsam zwang - und zwar unter Einsatz des eigenen Lebens und der eigenen Sicherheit - dann hätte es das hohe Ross, von dem aus du ihn verurteilst, nie gegeben.
Weil die Menschen nicht gewagt hätten, sich inhaltlich mit Dogmen auseinanderzusetzen.
Das hat Luther eingeleitet - nach langen Jahrhunderten ideologischer Erpressung.
Und da verzeihe ich ihm auch, dass er nicht alle Fragen seiner Zeit perfekt beantwortet hat. So ist das eben, mit Vordenkern. Sie scheitern an manchen Stellen. Wie wir alle. Aber sie waren es ursprünglich, die die Dinge in Bewegung gesetzt haben.
Dinge, die dann irgendwann nicht mehr aufzuhalten sind.
Sich weiterentwickeln.
Und uns schlussendlich damit Rechte und Freiheiten verschaffen, die uns dann irgendwann so selbstverständlich erscheinen, dass wir es uns anmaßen, solche Vordenker für ihre Beschränkungen zu verurteilen.
Bedenke, Elbenkönigin, das alles, was dir heute selbstverständlich erscheint, gewachsen ist und sich entwickelt hat.
"Wir sind Zwerge, die auf den Schultern von Riesen stehen..."


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Beckinsale
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Beiträge: 651
Wohnort: Winnert


BeitragVerfasst am: 15.12.2020 19:43    Titel: Antworten mit Zitat

Es ist heutzutage Usus, Personen der Geschichte nach modernen Kriterien zu be- und anschließend zu verurteilen. Das funktioniert aber nur bei Ar***löchern, die schon zu ihrer Zeit solche waren und es nach heutigen Kriterien immer noch sind.

Alle anderen sind Opfer. Luther war ein Rassist (die Nichtrassisten seiner Zeit kann man vermutlich an einer Hand auch nach einem Kreissägenunfall abzählen). Klassische Bücher werden umgeschrieben (Stichworte wie "Neger", "Zigeuner" usw.), Worte darf man nicht mehr sagen ("Mohr") und solche Dinge mehr. SF-Preise werden umbenannt (James Tiptree jr., John Campbell). Und so weiter, und so fort.

Ich empfinde das als Heuchelei.
Die Menschen sind böse, ja. Alle. Irgendwie, irgendwo, irgendwann.
Das waren sie aber schon immer. Und werden sie immer (wieder) sein.

My.


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Tintenschwert
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Beiträge: 22
Wohnort: Hessen


BeitragVerfasst am: 15.12.2020 20:25    Titel: Antworten mit Zitat

Sehe ich ähnlich. Denn wer legt denn dies "usus" fest? Die Cancel Kultur, die die Geschichte nach modernen Masstäben bereinigt? Ich finde das nicht ehrlich. Und ich hab Jahre in Australien gelebt. In einem Freundeskreis aus 17 verschiedenen Ursprungsländern, rund um den Globus und quer durch alle Kulturen und Hautfarben. - Wir sind alle noch heute eng befreundet. Bis auf eine Handvoll weisser priviligierter Hyperkorrekter, die die Geschichte ändern und alle und jeden zu Rassisten erklären wollten. Irgendwann sogar allen Ernstes meine Freunde aus Indonesien und Namibia, die ihnen nicht "problembewusst genug" waren.  Alles was vor den 68ern und der Rassenbefreiung an Geschichte passiert ist, war Müll und musste verdammt werden, grundsätzlich... Und durfte eigentlich nicht im Geschichtsunterricht besprochen werden, sondern konnte eigentlich nur anlässlich einer Art marxistischer Selbstkritik betrauert werden, inklusive Dornengeissel und passender Flagellantenkultur. Als Historiker kann ich dem nichts abgewinnen. Man kann Ideengeschichte nur als Prozess begreifen...

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