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Ankien (Text ist aus einer Wette enstanden)


 

 
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Minusmensch
Geschlecht:männlichSchneckenpost

Alter: 24
Beiträge: 6
Wohnort: NRW


BeitragVerfasst am: 18.01.2020 20:25    Titel: Ankien (Text ist aus einer Wette enstanden) eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Es ist das erste Mal, dass ich einen eigenen Text geschrieben habe.
Ich habe schon lange darüber nachgedacht einen Roman zu schreiben, aber erst eine Wette mit meinen Freunden hat mich letztes Jahr dazu gebracht, mich auf meinen Hintern zu setzen. Die Vorgabe war mind. 4.500 Wörter für "den Anfang eines Romans bis Weihnachten" und ich habe am Ende 5.928 Wörter zustande gebracht.
Der Titel lautet "Ankien". Wer genau meine Zielgruppe ist, weiß ich selbst noch nicht so richtig. Ich denke alle, die die Prämisse aus Klappentext und Prolog interessant finden.
Ich habe etwas von einer Empfehlung zwischen 500-2.000 Wörter gelesen. Aus diesem Grund werde ich hier nur einen Teil posten. Wer weiter lesen möchte, der kann im Anhang gerne den Rest herunterladen ... hoffe ich.

Ich bedanke mich schon mal bei jedem der sich Zeit nimmt und freue mich sehr auf eure Kritik!

Klappentext

Mitten in den Bergen liegt der wichtigste Handelsknotenpunkt des Kontinents und die Heimat einiger, weltbekannter Helden. Ein Stadtstaat an der Speerspitze der Wissenschaft, Medizin und Reparatur von Luftschiffen aus aller Welt. Nur wird heute Abend eine Dame den Hafen betreten, die weit mehr Fachwissen besitzt als sie alle zusammen. Sie hat die letzten neun Jahre nichts anderes gemacht als Bücher zu lesen. Eine andere Wahl hatte sie nicht. Die Bibliothek, der sie ihr Wissen verdankt, hatte keine Türen oder Fenster und ihr Gastgeber war ein Geist, der bekannt dafür ist aus Langeweile zu foltern und zu morden.
Auch tummelt sich ein ehemaliger Held in der Stadt herum, um die Frau zu finden, die er vor Jahren an die Mafia verkauft hat. Mittlerweile steckt er als Auftragsmörder, für die selbe Organisation, in seinen Ermittlungen schon lange fest.
Begleite beide Hauptfiguren und ihre Geschichte: die eine, die ihre Isolation nur schwer verarbeiten kann und der andere, der dabei ist das wenige zu verlieren, das ihm geblieben ist.
Dabei könnte die Stadt zwei neue Helden bald gut gebrauchen …


Prolog

In manchen Ländern sind Geister in monsterhafter Gestalt kein außergewöhnlicher Anblick. Gruselig aber meistens friedlich. Mönche mit viel Geduld wissen, wie man sich mit ihnen verbündet. Wem das gelingt, der hat nicht nur einen Begleiter fürs Leben, sondern auch deutlich mehr ›Wumms‹ hinter seiner Waffe nach Wahl — oder den blanken Fäusten. Ein Sturz aus großer Höhe wird eine sanfte, scheinbar geplante Landung und wer noch mehr Zeit mit seinem Partner investiert, der kann sich selten auch ganz andere Fertigkeiten aneignen. In der Zwischenzeit hat der Rest der Welt Schießpulver für sich entdeckt.
In andere Länder wiederum verirren sich Geister nur selten. Manche Nomaden in der Wüste wissen sogar nichts von ihnen. So lernte die zwölfjährige Tochter einer Nomadenfamilie sie auf die harte Tour kennen. Genauer gesagt: Sie begegnete einem besonderen Geist ohne Begleiter. Bekannt und gefürchtet.
Als sie abends alleine auf einer Düne saß, war er plötzlich da. Eine pechschwarze, menschenähnliche Silhouette mit einer weißen, hölzernen Maske. Kurz darauf waren sie beide wie von Treibsand verschluckt. Er nahm sie mit an einen Ort, von dem manche nur gehört, den aber kein Mensch je gesehen hat. Neun Jahre verbringt sie in einer Bibliothek ohne Türen und Fenster. Alle Bücher in einer Sprache, die, bis auf wenige Geister, niemand lesen kann. Ihr bringt er sie bei und überlässt sie ihrer Einsamkeit, zusammen mit einer Flut an Wissen aus einer anderen Zeit. In den neun Jahren hat sie besonders Fachbücher über allerlei Naturwissenschaften ins Herz geschlossen. Bücher über praktische Anwendungen im Bereich Medizin und Ingenieurskunst ließen sie ihre Gefangenschaft für ein paar Stunden sogar vergessen.
In der Wüste, aus der er sie entführt hat, lässt er sie wieder frei. Ihre sechsköpfige Familie hat die Suche schon lange aufgegeben, aber nie die Hoffnung sie vielleicht wiederzusehen.


Ankunft in Jouko - Teil 1/2

Langsam wurde das Klima auf dem Luftschiff wieder kühler. Gestern schlief noch jemand ohne Decke in der Kajüte; nur in Unterhose. Jetzt holten manche schon ihre Jacken raus, nachdem sie eine kühle Brise an Deck kurz umarmt hatte. Die endlosen Dünen der Wüste waren seit ein paar Tagen vorbei und wurden immer mehr durch kleine Dörfer mit immer mehr Grün drumherum ersetzt. Irgendwann gehörte karge, trockene Landschaft immer seltener zur Aussicht an Deck. Die Häuser wurden massiver und zwischen den Dörfern zeigten sich immer öfter Städte. Wald, grüne Wiesen und dicht besiedelte Regionen wechselten sich nun ab und Gebirge schmückten den Horizont. Der immer klare blaue Himmel war jetzt nur noch manchmal klar. Regen blieb der Crew aber erspart und die schwüle Luft vor ein paar Tagen quälte sie auch nicht mehr.
An Deck waren heute ausgeschlafene Männer zu beobachten. Unter Deck räumten ein paar schon mal ihre Kajüten auf und packten ihre Sachen zusammen. Die anderen wischten Fußböden und Bullaugen. Heute Abend würden sie endlich wieder zu Hause sein. Johan musste seine Sachen auch noch umpacken aber den Gedanken hat er bis jetzt verdrängt. Er stand an der Reling und versuchte mit den Augen einen kleinen Kanal zu verfolgen, der immer wieder zwischen den Häusern in der Stadt unter ihnen verschwand und plötzlich ganz wo anders auftauchte als erwartet. Dabei hörte er, wie jemand auf dem verwitterten Holzboden auf ihn zu spazierte. Er konnte schon am Gang erkennen wer es war und das sein Frieden gleich zu Ende sein würde.
»Na? Hast du sie schon angesprochen?«, Benny packte ihn an der Schulter und guckte mit ihm zusammen runter zur Stadt.
»Wen?«
»Sehr lustig. Da spuckt die Wüste aus Mitleid ein Mädchen für dich aus und du starrst sie nur aus der Ferne an. Sie weiß wahrscheinlich nicht mal, dass sie eigentlich in deiner Kajüte schläft. Du bist manchmal richtig süß«
»Ich hab dir schon gesagt, ich muss noch heute Nacht weiter nach Norden. Ich bleibe nicht in Jouko. Da wo sie aussteigen wird, falls du aufgepasst hast«, er ließ den Kanal aus den Augen und sah auf zu Benny. Johan hatte gerade wenig Lust auf seine Sticheleien.
»Na und? Nimm sie mit«
Als Antwort bekam er nur einen Seufzer. Beide blickten wieder runter auf die Stadt. An dieser Stelle erwartete er eigentlich, dass Benny sein Liebesleben weiter piesacken würde. Die plötzliche Stille war ihm aber angenehm und er genoss weiter den Ausblick und dachte nach. Vielleicht war es die Stimmung des Endes einer Reise oder die Enttäuschung in Bennys Gesicht aber jetzt wollte Johan es wissen. Er dachte die letzten Tage über etwas nach und hatte die Idee eigentlich schon wieder verworfen aber jetzt wollte er Bennys Meinung hören. Es würde ihn ja zu nichts zwingen.
»Ich hab aber eine gute Idee für eine Geste«, fing er an und versuchte Benny neugierig zu machen. Dabei Tat er so, als wollte er es für sich behalten und guckte sich lieber seine Fingernägel an.
»Oho. Jetzt bin ich gespannt«, ein breites grinsen machte sich auf beiden Gesichtern breit, »Willst du ihr einen Heiratsantrag machen?«
»Nein«, wehrte er ab, »Sie würde sich auf jeden Fall noch lange an mich erinnern«, er betrachtete weiter seine Fingernägel und versuchte weniger zu grinsen. Die Vorlage, die er für Benny geliefert hat, bemerkte er aber zu spät.
»Ah, ich verstehe. Die ›ich-kotz-in-die-Kabine-Nummer‹. Die kommt immer gut. Aber die hast du vorgestern schon gebracht«
»Ja, aber das hat sie ja gar nicht mitbekommen. Ich muss es nochmal machen«, antwortete er und beide fingen an zu lachen.
»Ok, schieß los. Ich höre zu«
Johan guckte sich um, ob ihnen vielleicht jemand zuhörte. Dann rückte er näher an Benny heran und fuhr im Flüsterton fort.
»Bevor der Kapitän sie an Bord getragen hat, hatte sie noch eine Kette mit Edelsteinen um den Hals. Er hat sie ihr abgenommen und eingesteckt«
Benny war wenig überrascht. Der Wochenlange Handelstrip in den Süden hat wenig Ausbeute gebracht und würde vielleicht kaum die Kosten decken. Er hatte in dem Moment mehr Mitleid mit dem Kapitän als mit der bestohlenen.
»Nur weil man bewusstlos ist, heißt das noch nicht, dass man umsonst mit fliegen darf«, lachte Benny, »Du weißt wo die Kette ist?«
Johan lehnte sich an die Reling, blickte runter zur Stadt und seufzte wieder.
»Wenn ich sie aus seiner Schreibtischschublade hole, wird er es merken. Ich muss noch ein paar Wochen mit ihm zurechtkommen. Sonst gibt es kein Geld«
Die letzten Tage hatte sich Benny fast zu Tode gelangweilt. Die Strecke, die sie diesmal flogen, hatte besonders wenig Zwischenstopps. Obwohl sie bald wieder zu Hause sein würden, konnte er es kaum noch aushalten. Vor allem nach dem Johan ihn jetzt an der Angel hatte, konnte er diese Antwort einfach nicht hinnehmen. Benny holte also aus.
»Ok. Halten wir fest: Nach Wochen auf einem Schiff nur mit Kerlen entdeckst du mitten im Nichts ein Mädchen in unserem Alter. Der Kapitän ist so nett, die sehr tot aussehende Person an Bord zu holen. Obwohl sie Tage entfernt von jeder Zivilisation halb im Sand eingegraben herum lag, brauchte sie nur einen Schluck Wasser. Du lässt sie seit drei Tagen deine Kabine benutzen, während du bei mir pennst, was sie nicht weiß. Du magst sie offensichtlich sehr, hast aber kaum ein Wort mit ihr geredet. Jetzt hast du die Gelegenheit für eine besondere Geste und das ist deine Antwort?«
Johan fühlte sich in seine Kindheit zurückversetzt, als ihm seine Mutter noch herunter betete wie gut es ihm doch ging und er seinen Arsch bewegen soll. Er stöhnte, beugte sich runter auf die Reling und legte seinen Kopf in die Arme.
»Du hast ja recht. Aber ich brauche das Geld«, antwortete er gequält in seinen Ellenbogen. Benny packte ihn wieder an der Schulter.
»Mach es einfach. Wenn der Kapitän später wieder unten ist, holst du sie aus der Schublade. Die Zigarre von letzter Woche vermisst er immer noch nicht. Ich halte dir diesmal sogar den Rücken frei«
Benny sah das Lächeln in Johans Gesicht, noch bevor er seinen Kopf aus der Armbeuge wieder ausgegraben hat. Er brauchte nur einen kleinen Schubs, um seine fragile Finanzlage für einen Abend zu vergessen.
»In Ordnung«, Johan richtete sich auf, »Aber erwarte keine Liebesgeschichte. Ich habe in Jouko keine Zeit und komme wahrscheinlich erst in ein paar Monaten zurück«
»Na geht doch! Ich war kurz davor vor Langeweile vom Schiff zu springen. Keine Sorge. Mir reicht es auch, wenn du sie verlegen voll stotterst«

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silke-k-weiler
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BeitragVerfasst am: 18.01.2020 21:34    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Minusmensch,

die grobe Handlung klingt nicht schlecht. Eine Frau, die von einem Geist entführt und in einer Bibliothek gefangen gehalten wird ... gar nicht so schlecht die Vorstellung, aber dann keine Fenster und Türen und so gar keinen Kontakte zur Außenwelt ... nee, das ist selbst für mich zu viel der Abgeschiedenheit. Könnte aber eine interessante Figur werden mit diesem Background.
Der Gegenpart, dieser Typ, der für die Mafia arbeitet und eine Frau suchen soll (ich nehme an nicht dieselbe?) - könnte als Figur etwas ausgelutscht sein, macht aber nix, ich stehe auf so Typen.

Aber die Umsetzung gefällt mir nicht.

Zunächst ist dieser Klappentext hier für mich bestenfalls ein grober Handlungsumriss für den Autor, eine Skizze, ein etwas umfangreicheres Memo von Dir an Dich, kein wirklicher Klappentext für den Leser, der Lust auf mehr machen soll. Den vorgeschlagenen Prolog würde ich tatsächlich ersatzlos streichen. Wenn Du einen Prolog haben möchtest, fände ich persönlich es besser, mit einer Deiner Figur einzusteigen. Z.B. den Moment der Entführung durch den Geist zu zeigen oder eine Momentaufnahme aus der Bibliothek, wie die weibliche Protagonistin zwischen den ganzen Büchern an ihrer Einsamkeit verzweifelt. Oder den Moment der Freilassung nach all den Jahren. Aber nicht diese lasche Nacherzählung. So nach dem Motto: "Komm, Leser, ich briefe dich mal kurz." Die Nummer mit den Geistern und den Mönchen, das kann man alles in die Geschichte einflechten. Und bei Redewendungen wie "deutlich mehr Wumms", selbst wenn es in Anführungszeichen gesetzt ist ... also ich weiß nicht. Meine Zehennägel werden zu Schillerlocken ... Ich würde mir überlegen, ob solche Sprüche in den Text gehören, den Du dem Leser präsentieren willst.

Zum Text an sich: Im ersten Abschnitt bin ich viermal auf "immer" in verschiedenen Kombinationen gestoßen. Auch ansonsten liest er sich für mich eher lieblos formuliert und leider auch langweilig. Spätestens beim dritten Satz und den Dünen, die "vorbei waren", sowie den Dörfern mit dem Grün drumherum, hätte ich das Buch beiseite gelegt.

Nimm Dir vielleicht einfach mal die ersten beiden Abschnitte vor. Versuche mich als Leser mehr an der Situation auf dem Luftschiff teilhaben zu lassen. "Langsam wurde das Klima kühler" reicht mir nicht. Wie war es zuvor? Die haben in der Unterhose gepennt, ok, es muss heiß gewesen sein. Später schreibst du ja auch, dass es schwül gewesen war. Jetzt endlich eine kühle Brise. Wie hat sich das angefühlt? Die konnten wahrscheinlich vorher kein Auge zu tun. Und dann noch das Mädel, das sie in der Wüste aufgelesen haben. Das muss doch für einigen Wirbel gesorgt haben (nach Wochen auf einem Schiff nur mit Kerlen), das würde ich nicht so nebenbei abhandeln. Und dann stehen da die beiden Gurken und diskutieren über Möglichkeiten, wie der eine das Mädel auf sich aufmerksam machen kann, die über das Erbrechen in ihre Kabine hinausgehen? Hm ...

Finde andere Worte für Dünen, die vorbei sind. Oder Grün drumherum. Lass z.B. Dörfer wie kleine grüne Inseln in der kargen Landschaft auftauchen. Finde den Poeten in Dir! Wink

Es tut mir echt leid, dass ich kein gutes Haar daran lasse. Aber so würde ich nicht weiterlesen wollen.

Viele Grüße
Silke
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V.K.B.
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Das bronzene Niemandsland Die lange Johanne in Silber
Goldene Gabel


BeitragVerfasst am: 18.01.2020 23:06    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Minusmensch,
(BTW und OT: Bist du eigentlich der, der in den mit drei Personen besetzten Fahrstuhl, aus dem vier ausgestiegen sind, wieder einsteigen muss, damit die Kabine leer ist?)

Auch wenn ich normalerweise keine 1-Post-Neulingstexte mehr lese und kommentiere (weil da leider zu oft nichts zurück kommt), habe ich es bei dir doch mal getan, weil dein Post auf dem roten Teppich mich neugierig gemacht hat. Detailkorrektur mach ich trotzdem nicht, sondern sage nur was Allgemeines zum Text.

Als erstes springt mir der Fantasy-Schreiber-Anfängerfehler Nummer eins ins Auge, der Erklärbärprolog, und ich denke gleich, och nööö. Dann aber: Hmmm, dieser könnte vielleicht tatsächlich funktionieren, lässt sich gut lesen und schön mit augenzwinkernd-ironischer Distanz. Leider fällt der dann aber ab und ich bin versucht, quer zu lesen, weil ich auf die "richtige" Geschichte warte.

Diese beginnt mit einer Menge "immer"s und dafür fehlen etliche Kommas. Zieht sich durch den ganzen Text, außer im letzten Absatz, da wird das etwas besser. Vorher hab ich mich schon gefragt, ob dein Keyboard keine Kommataste hat. Wobei, doch, nur an den falschen Stellen:
Zitat:
»Na? Hast du sie schon angesprochen?«, Benny packte ihn an der Schulter und

"Benny packte ihn an den Schultern" ist kein Aussageverb und der Satz damit kein Inquit, sondern Handlung. Nur Inquits werden mit Komma abgetrennt, vor auf Aussagen folgende Handlungen steht nur ein Satzendezeichen in der wörtlichen Rede. Machst du öfter falsch, deshalb merke ich es an. Groß- und Kleinschreibung solltest du auch noch mal überprüfen. Die Erzählperspektive ist auch nicht sicher, finde ich. Soll das auktorial oder personal sein? Ich habe den Eindruck, weißt du selbst nicht ganz genau und springst da hin und her.
Soweit die Kritik am Schreibtechnischen. Was Positives: das ist immer noch um Klassen besser als so einiges, was man sonst manchmal hier im Einstand lesen muss. Das Talent zum Schreiben würde ich dir nicht absprechen, doch für die Umsetzung scheint dir noch das sicher beherrschte Handwerkszeug zu fehlen. Keine Sorge, das kann man lernen (musste ich auch erst mal, als ich herkam). Und bei dir denke ich, dass es sich lohnen kann.
Ansonsten muss ich mich Silke anschließen. Die Idee finde ich gut, ab und zu flammen ein paar schöne Stellen auf und zeigen dein Potenzial als Autor, aber die Gesamtumsetzung liegt noch unter "unterer akzeptabler Bereich", wenn auch nur knapp. Ich muss aber zugeben, dass ich anspruchsvoll bin und auch knallhart und mit schonungsloser Ehrlichkeit mit Texten ins Gericht gehe. Sorry, falls das mal wehtut, aber nur an ehrlicher Kritik kann man lernen.
Und nicht vergessen: Ein Totalverriss war das jetzt noch nicht mal, sondern sollte durchaus konstruktiv gemeint sein. Jetzt bleibt es natürlich dir überlassen, ob ich 1elf dumm bin und keine Ahnung habe (wobei, "find ich kacke" hab ich ja gar nicht gesagt und auch nicht gedacht), oder ob du die Kritik annimmst und die Schwächen angehst. Wie gesagt, für einen ersten Schreibversuch (und dann auch noch aus einer Wette heraus) ist das schon echt nicht schlecht. Nur eben noch nicht wirklich buchtauglich.

Beste Grüße, danke für deinen Einstand und willkommen im Forum,
Veith


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Minusmensch
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BeitragVerfasst am: 18.01.2020 23:55    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hi silke-k-weiler und V.K.B.,

vielen Dank für die super schnelle Rückmeldung!

Das meine Beschreibungen nicht gut sind, habe ich jetzt schon ein paar Mal gehört. Die werde ich mir nochmal vornehmen müssen. Rechtschreibung und Grammatik sind auch nicht meine Stärke. Kommata setze ich bis heute nach Bauchgefühl.

Bei dem Klappentext und Prolog ist es mir wichtig, die Prämisse einer der Hauptfiguren klar zu machen bevor ich die Perspektive wechsle und man sie richtig kennen lernt. Ganz streichen möchte ich das nicht. Der Rundumschlag über das Setting ist aber vielleicht schlecht umgesetzt/unnötig. Hier habe ich einfach drauf los geschrieben, um etwas auf dem Papier zu haben (deshalb setzt er sich vom Ton wohl etwas ab).

Dass das Mädchen für Wirbel auf dem Schiff gesorgt hat, ist Teil des nächsten Abschnitts (im Anhang, wen es interessiert). Den könnte ich vorziehen, wenn der Dialog nicht mitreißend genug ist, anstatt in der Zeit hin und her zu springen.

Hier kommen wir auch zur Perspektive. Ich wollte mir mit dem auktorialen Erzähler die Freiheit nehmen, aus verschiedenen Perspektiven zu erzählen. Auch bei der Distanz zum Text und Zeitsprüngen bin ich etwas ... liberal. Das wird man im weiteren Verlauf des Textes merken. Es würde mich nicht überraschen, wenn das für viele so gar nicht funktioniert.

Der "DUMM!!1elf" Part aus meiner Begrüßung ist natürlich nicht ernst gemeint. Ich hab auch schon gehört, ich sei nicht sonderlich Kritikfähig aber DER HAT AUCH KEINE AHNUNG WOVON ER REDET. Soweit helfen mir eure Kommentare wirklich sehr. Und danke für die Ermutigung. Das bedeutet mir viel.

(vielleicht sollte ich doch mal Emojis benutzen)
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V.K.B.
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BeitragVerfasst am: 19.01.2020 19:05    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Der "DUMM!!1elf" Part aus meiner Begrüßung ist natürlich nicht ernst gemeint.
Ja, war mir auch klar, und die Referenz darauf nicht ganz ernst gemeint. Vielleicht hätte ich auch einen Emoji nutzen und nicht dir zuliebe darauf verzichten sollen. Manchmal sind die Dinger doch zu was nütze. (Aber wo ist jetzt der "zwinkernder Stier mit Sonnenbrille winkt mit rotem Tuch"-Emoji, wenn man ihn braucht?)

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silke-k-weiler
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Beiträge: 437



BeitragVerfasst am: 20.01.2020 12:28    Titel: Antworten mit Zitat

Moin,

Minusmensch hat Folgendes geschrieben:

Das meine Beschreibungen nicht gut sind, habe ich jetzt schon ein paar Mal gehört. Die werde ich mir nochmal vornehmen müssen. Rechtschreibung und Grammatik sind auch nicht meine Stärke. Kommata setze ich bis heute nach Bauchgefühl.


Mein persönlicher Tipp wäre tatsächlich: Lesen. Schauen, wie andere es machen. (Natürlich nicht bei der Kommasetzung, da ist z.B. der Duden Dein Freund oder einfach mal Suchmaschinen nach knackigen Zusammenfassungen der aktuellen Regelung diesbezpglich bemühen.) Und wenn Du dabei nur herausfindest, wie Du es nicht machen willst. Der Herr der Ringe z.B. Durchaus populär, darf ich wohl so sagen, habe ich auch sehr gerne gelesen. Aber nach fünf Seiten Beschreibung der Lichtverhältnisse am Mindolluin habe auch ich erleichtert aufgeatmet, dass es endlich wieder mit der Handlung weiterging, die dann gefühlt erst einmal darin besteht, dass ein hungriger Hobbit in Minas Tirith nach einer ordentlichen Mahlzeit sucht.

Ich kann Dir nur meine Meinung kundtun. Wie ich als Leser an ein Buch herangehe. Kann sein, dass ich komplett daneben liege, Tausende von Menschen sind von Deinem Prolog geflasht und reißen Dir das Buch aus den Händen. Und die ersten Zeilen sind auch gar nicht so verkehrt. Auch mit dem "Wumms", ok. Sie sind zumindest in sich rund. Aber speziell den Teil, in dem Du Deine weibliche Protagonistin erwähnst, finde ich nicht gut umgesetzt. Ich mag es außerdem, wenn man mir Hintergründe in einer Handlung serviert. Zwei Novizen, die beieinander stehen und über den Mönch Bami Goreng tuscheln, der ordentlich Wumms hinter seiner Waffe hat, seid er sich mit dem Geist Nasi verbunden hat.

Die ersten Seiten sind eben diejenigen, die mich in die Geschichte hineinziehen. Wenn die mich ködern, verzeihe ich später auch Passagen, die mir nicht so gut beigehen. Ein Beispiel, das mir spontan einfällt, ist "Kinder des Nebels" von Sanderson. Im Prolog lernen wir das unterdrückte Volk der Skaa kennen. Irgendwie regnet ständig Asche vom Himmel und die Skaa-Bauern müssen diese Asche mühsam von Nutzpflanzen wischen, eine Sisyphos-Arbeit unter der Aufsicht des Unsympathen Graf Testing, der sich auch ganz gerne an Skaa-Frauen vergeht und am Ende des Prologs arge Probleme mit einem der Protas, einem gewissen Kelsier bekommt, der auf diesen Seiten ebenfalls eingeführt wird. Eine Type mit unklarer Vergangenheit und besonderen Fähigkeiten. Am Ende des Prologs dachte ich: Cool. Woher kommt die Asche? Wie hat Kelsier das gemacht, was er gemacht hat? Wer ist der Oberste Herrscher? Verdammt, was geht da ab bei denen?
Später hocken die dann stundenlang rum, schmieden Pläne, lächeln in der Gegend rum, ein Mädchen bekommt eine Ausbildung ... das sind dann wiederum Seiten, wo ich mich ein wenig zusammenreißen muss. Aber da bin ich bereits in der Geschichte drin, Köder geschluckt, ich baumele an der Angel.

Möchte aber nochmal betonen, dass ich die weibliche Figur, die Du skizzierst, sehr interessant finde. Da solltest Du auf jeden Fall dranbleiben. Aber auch flexibel. Manchmal verfällt man in so eine Schutzhaltung, wenn Kritik am Text kommt. Passiert nix, wenn Du umschreibst und was anderes ausprobierst. Ich denke, Du merkst schon, ob das für Dich passt oder so gar nicht.

Viele Grüße und gutes Schaffen
Silke
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Minusmensch
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Beiträge: 6
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BeitragVerfasst am: 21.01.2020 00:17    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Die Idee war, kurz die Welt und die Figur zu umreißen: die potenziell größte Klugscheißerin des Planeten wird, nach sehr langer Isolation, in der Wüste frei gelassen. Dann wird die erste Szene beschrieben: Luftschiff kommt aus Richtung Wüste und sie haben vor Tagen dort jemanden aufgegabelt (wahrscheinlich die Hauptfigur).

Der Spannungsbogen sollte sein, dass man nicht sofort in ihre Perspektive springt. Es ist ihr erster Kontakt mit Menschen seit langem. Man beobachtet nur. Der Leser wird noch etwas hingehalten sie kennen zu lernen (im weiteren Verlauf des Textes bleibt sie verschlossen und redet kaum). Dazu kommt dann der Miniplot mit der Kette und das Reiseziel. Ich hab natürlich auch gehofft, die beiden Gurken (die Bezeichnung finde ich ganz passend) sind sympathisch genug, dass man dran bleiben will. Ich fand auch die Situation für einen Jugendroman passend.

Die Szene, in der sie entführt wird, und den Einblick in ihre Gefangenschaft wollte ich mir für später aufsparen. Aber das passt vielleicht ganz gut an den Anfang.

Ihr wissenschaftliches Know-How in einem Fantasysetting sollte zusätzlich Interesse wecken. Ich hab es im Prolog so kurz gefasst wie möglich aber ich mache mir nochmal Gedanken, ob ich es nicht doch irgendwie in der Handlung unterbringen kann.

Mir fällt es schwer einzuschätzen ob das, was ich vor habe, funktioniert. Aber die Figur scheint ja zumindest interessant zu sein.
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