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Der Anfang eines Kapitels...


 

 
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Miné
Geschlecht:weiblichLeseratte

Alter: 36
Beiträge: 130
Wohnort: Köln


BeitragVerfasst am: 08.07.2022 14:47    Titel: Der Anfang eines Kapitels... eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Mich würde interessieren, wie ihr den Schreibstil so findet... angel Freue mich über alle Kommentare!


Luna hätte geschrien, wenn der Schock sie nicht überwältigt hätte. Wie erstarrt stand sie neben dem geschlossenen Fensterladen und hörte, wie es unter ihr polterte. Ihre Mutter Ada war garantiert auf dem Weg und würde jeden Augenblick die Leiter hochgeklettert kommen. Vermutlich dicht gefolgt von ihrem absoluten Liebling Violet.
Luna konnte kaum atmen, geschweige denn klar denken. Sie war mitten in der Nacht aufgewacht und hatte draußen Stimmen gehört. Ohne sich etwas dabei zu denken, hatte sie den Fensterladen geöffnet und etwas gesehen, das sie nie für möglich gehalten hatte. Nicht hier in Zimoria. Sie hoffte immer noch zu träumen, nichts wünschte sie sehnlicher. Doch sie hatte sich längst in den Arm gekniffen. Fest genug, um einen Albtraum auszuschließen. Mit Feuersteinen entzündete sie eine Kerze, die den Dachboden erhellte. Er war klein, mit massiver Schräge und Violets Bett leer, aber das wusste sie bereits. Die Sprossen der Leiter knarrten und der Kopf ihrer Mutter tauchte, aus dem Loch, im Boden auf.
„Luna“, sagte sie, als ob nie etwas gewesen wäre. Sie nahm die letzte Stufe der Leiter und betrat den Dachboden. Ihr Gesichtsausdruck war vollkommen neutral, so wie immer. Nichts konnte man daraus erkennen. Weder positiv noch negativ. Nur ihr Aufzug war ungewöhnlich. Luna kannte sie bloß geschminkt und frisiert. Zum ersten Mal fielen ihr die dunklen Augenringe, Falten und hängenden Brüste auf. Ihre Mutter war alt geworden.

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Willebroer
Geschlecht:männlichPapiertiger


Beiträge: 4597
Wohnort: OWL


BeitragVerfasst am: 08.07.2022 16:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Miné,
ich weiß nicht, ob das auch unter "Schreibstil" fällt, aber irgendwie stimmt die Reihenfolge nicht.

Du läßt einen Ballon platzen und beschreibst hinterher, wie er aufgeblasen wurde.

Auch die Reaktion von Luna kann ich nicht nachvollziehen, dazu fehlen Informationen. Wieso ist das ein Schock, der sie zum Verstummen bringt, wenn dann nur Leute auftauchen bzw. Dinge passieren, die sie eigentlich alle(s) schon kennt?

Vielleicht ist der Ausschnitt zu kurz, aber das ist es nicht alleine.
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fabian
Geschlecht:männlichEselsohr


Beiträge: 318



BeitragVerfasst am: 08.07.2022 21:50    Titel: Antworten mit Zitat

Für mich ist die Szeme als Kapiteleinstieg etwas ungeschickt konstruiert.
Sie strotzt vor Andeutungen und Hinweisen, Rückwärtsorientierungen, Reflexionen und fortschreitenden Handlungselementen. Die sind entweder unnötig redundant (der Leser weiß aus vorherigem Text, worum es geht), oder unverständlich, weil der Text Zusammenhänge behauptet, ohne sie zu entwickeln.

Deshalb stört mich der Erzählstil und vergällt mir die Lust, mich mit der sprachlichen Ebene zu beschäftigen.

Eventuell wäre es geschickter, mit dem Auftritt der Mutter zu beginnen und dann im Wechsel aus Dialog und Lunas Reflexion die Beziehung und Bedeutung der Elemente, die Du da im vorliegenden Text erwähnt hast für den Leser zu entwickeln.


_________________
Ich brauch mal wieder einen neuen Avatar. Irgendwer irgendwelche Vorschläge?
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Stefanie
Reißwolf


Beiträge: 1729



BeitragVerfasst am: 09.07.2022 07:58    Titel: Re: Der Anfang eines Kapitels... Antworten mit Zitat

Miné hat Folgendes geschrieben:
Mich würde interessieren, wie ihr den Schreibstil so findet... angel Freue mich über alle Kommentare!


Luna hätte geschrien, wenn der Schock sie nicht überwältigt hätte. Wie erstarrt stand sie neben dem geschlossenen Fensterladen und hörte, wie es unter ihr polterte. Ihre Mutter Ada war garantiert auf dem Weg und würde jeden Augenblick die Leiter hochgeklettert kommen. Ohne Kontext ist das ziemlich verwirrend. Vermutlich dicht gefolgt von ihrem absoluten Liebling Violet. Renovieren die gerade das Treppenhaus oder warum benutzen die eine Leiter, um nach hause zu kommen?
Luna konnte kaum atmen, geschweige denn klar denken. Dafür hat sie aber gerade die Situation sehr genau beschrieben. Sie war mitten in der Nacht aufgewacht und hatte draußen Stimmen gehört. Eine Rückblende ist eher etwas für ruhigere Momente, weil sie Spannung herausnimmt. Ohne sich etwas dabei zu denken, hatte sie den Fensterladen geöffnet und etwas gesehen, das sie nie für möglich gehalten hatte. Nicht hier in Zimoria. Sie hoffte immer noch zu träumen, nichts wünschte sie sehnlicher. Doch sie hatte sich längst in den Arm gekniffen. Machen das Leute echt, um festzustellen, dass sie nicht schlafen? Fest genug, um einen Albtraum auszuschließen. Mit Feuersteinen entzündete sie eine Kerze Feuersteine machen nur einen kleinen Funken, der auf etwas sehr gut Brennbares fallen muss, dann vorsichtig pusten, bis sich ein Flämmchen bildet. Einen Docht kriegt man damit nicht an. , die den Dachboden erhellte. Er war klein, mit massiver Schräge und Violets Bett leer, aber das wusste sie bereits. Warum beschreibst du es dann jetzt? Die Sprossen der Leiter knarrten und der Kopf ihrer Mutter tauchte, aus dem Loch, im Boden auf. Ah, also die Mutter kommt nicht über die Leiter von außen rein. Das ist oben nicht klar.
„Luna“, sagte sie, als ob nie etwas gewesen wäre. Sie nahm die letzte Stufe Sprosse der Leiter und betrat den Dachboden. Ihr Gesichtsausdruck war vollkommen neutral, so wie immer. Nichts konnte man daraus erkennen. Weder positiv noch negativ. Nur ihr Aufzug war ungewöhnlich. Luna kannte sie bloß geschminkt und frisiert. Zum ersten Mal fielen ihr die dunklen Augenringe, Falten und hängenden Brüste auf. Sie hat ihre Mutter nie ungeschminkt gesehen? Wie schlecht genau ist ihr Verhältnis? Ihre Mutter war alt geworden.


Insgesamt liest es sich wie ein erster Entwurf, eine Menge Ideen drin, aber alles ist noch sehr unstrukturiert und die Details passen nicht.
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Nico
Geschlecht:männlichSchneckenpost

Alter: 33
Beiträge: 12



BeitragVerfasst am: 10.07.2022 01:35    Titel: Antworten mit Zitat

Hey Miné,

für mich sieht das auch etwas ungeordnet aus. Zwischen Schock und kaum atmen können fällt z. B. noch dieser Satz "Vermutlich dicht gefolgt von ihrem absoluten Liebling Violet". Da schwingt ja so eine leicht genervte Scharfzüngigkeit mit, die ich in einem Schockzustand, in welchem sie nicht klar denken kann, für genauso unnatürlich halte, wie das Erwähnen des Namens der Mutter.

Es fehlt in dem Ausschnitt natürlich auch der Kontext, aber man könnte ihre Reaktion auch noch etwas greifender beschreiben. Du schreibst ja, sie sei erstarrt, kriege kaum Luft und könne nicht klar denken. Das wird aber auch nicht so richtig davon getragen, dass sie sich danach kneift und erstmal eine Kerze anmacht. Da fehlt irgendetwas. Selbst wenn es nur das plötzliche Knarren der Leitersprossen ist, das sie aus der Ohnmacht reißt.

Da du ja den Dachboden nach dem Entzünden der Kerze kurz beschreibst, gehe ich davon aus, dass der Raum noch nicht richtig etabliert wurde. Da finde ich dann die Bezeichnung "Loch im Boden" etwas plump. Meinst du da nicht die Deckenöffnung? Bei einer klassischen Bodentreppe vielleicht auch Luke. Es gibt da sicherlich bessere Bezeichnungen als "Loch".

Miné hat Folgendes geschrieben:
Ihr Gesichtsausdruck war vollkommen neutral, so wie immer. Nichts konnte man daraus erkennen. Weder positiv noch negativ.

"Ihr Gesicht war ausdruckslos wie immer" hätte es da auch getan. Das ist etwas unnötig in die Länge gezogen und auch doppelt gemoppelt. Vor allem bei einem Einstieg in ein Kapitel würde ich so etwas vermeiden. Ähnlich ging es mir da schon bei dem Kniff in den Arm. Am Ende passiert ja, wegen des Erscheinungsbildes der Mutter, nochmal etwas Unerwartetes. Da verlierst du mit solchen Füllersätzen leider etwas die Spannung.

Es ist wahrscheinlich viel interessanter, was vor und nach dem Textausschnitt passiert.
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Calvin Hobbs
Geschlecht:männlichEselsohr

Alter: 53
Beiträge: 480
Wohnort: Deutschland


BeitragVerfasst am: 10.07.2022 16:36    Titel: Re: Der Anfang eines Kapitels... Antworten mit Zitat

Hallo smile
Miné hat Folgendes geschrieben:

Luna hätte geschrien, wenn der Schock sie nicht überwältigt hätte. Luna wollte schreien, doch der Schock hatte ihr die Luft genommen. Wie erstarrt stand sie neben dem geschlossenen Fensterladen und hörte, wie es unter ihr polterte. Ihre Mutter Ada war garantiert/jetzt schon auf dem Weg und würde jeden Augenblick die Leiter hochklettern geklettert kommen. Vermutlich Dicht gefolgt von ihrem absoluten Liebling Violet.
Luna Sie konnte kaum atmen, geschweige denn klar denken. Sie warMitten in der Nacht war sie aufgewacht und hatte draußen Stimmen gehört. Ohne sich etwas dabei zu denken, hatte sie den Fensterladen geöffnet und etwas gesehen, das sie nie für möglich gehalten hatte. Nicht hier in Zimoria. Sie hoffte immer noch zu träumen, nichts wünschte sie sehnlicher. Doch sie hatte sich längst in den Arm gekniffen. Fest genug, um einen Albtraum auszuschließen. Mit Feuersteinen entzündete sie eine Kerze, die den Dachboden erhellte. Jetzt geht der Ablauf endgültig baden. Erst der verhinderte Schrei, nachdem irgendwas passiert war. Dann die Vorschau, was passieren könnte/würde. Dann wieder ganz zurück vor den Anfang.
Er war klein, mit massiver Schräge und Violets Bett leer, aber das wusste sie bereits. Die Sprossen der Leiter knarrten und der Kopf ihrer Mutter tauchte, aus dem Loch, im Boden auf.
„Luna?/!“, sagte sie, als ob nie etwas gewesen wäre. Sie nahm die letzte Stufe der Leiter und betrat den Dachboden. Ihr Gesichtsausdruck war vollkommen neutral, so wie immer. Nichts konnte man daraus erkennen. Weder positiv noch negativ. Nur ihr Aufzug war ungewöhnlich. Luna kannte sie bloß geschminkt und frisiert. Zum ersten Mal fielen ihr die dunklen Augenringe, Falten und hängenden Brüste auf. Ihre Die Mutter war alt geworden.
Damit ist die Luft ganz raus.
Sicherlich kann man in einem Text zwischen den Erzählzeiten springen, aber nicht auf dieser kurzen Distanz. Was möchtest Du erreichen? Spannung? Dafür ist leider zu viel Durcheinander. In einem solchen Fall würde ich den stringenten Ablauf präferieren.
MfG
PS.: Sie haben Mail wink


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lia88
Geschlecht:weiblichEselsohr

Alter: 33
Beiträge: 273
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BeitragVerfasst am: 10.07.2022 16:56    Titel: Re: Der Anfang eines Kapitels... Antworten mit Zitat

Miné hat Folgendes geschrieben:
Mich würde interessieren, wie ihr den Schreibstil so findet... angel Freue mich über alle Kommentare!


Luna hätte geschrien, wenn der Schock sie nicht überwältigt hätte. Wie erstarrt stand sie neben dem geschlossenen Fensterladen und hörte, wie es unter ihr polterte. Ihre Mutter Ada war garantiert auf dem Weg und würde jeden Augenblick die Leiter hochgeklettert kommen. Vermutlich dicht gefolgt von ihrem absoluten Liebling Violet. [Das bezieht sich nun auf den Morgen darauf, oder?]
Luna konnte kaum atmen, geschweige denn klar denken. Sie war mitten in der Nacht aufgewacht und hatte draußen Stimmen gehört. Ohne sich etwas dabei zu denken, hatte sie den Fensterladen geöffnet und etwas gesehen, das sie nie für möglich gehalten hatte. Nicht hier in Zimoria. [Das bezieht sich auf die Nacht]
Sie hoffte immer noch zu träumen, nichts wünschte sie sehnlicher. Doch sie hatte sich längst in den Arm gekniffen. Fest genug, um einen Albtraum auszuschließen. Mit Feuersteinen entzündete sie eine Kerze, die den Dachboden erhellte. [Aber jetzt ist es doch bereits Morgen, oder? Wo die Mutter bald die Leiter hochgeklettert kam, siehe erste Sätze? Oder ist es immer noch Nacht? Aber wenn man sich erst am Morgen kneift, ist man ohnehin schon wach, auch wenn man in der Nacht was seltsames geträumt hat - sie könnte eher hoffen, es war nur ein Traum gewesen.] Er war klein, mit massiver Schräge und Violets Bett leer, aber das wusste sie bereits. Die Sprossen der Leiter knarrten und der Kopf ihrer Mutter tauchte, aus dem Loch, im Boden auf. [Okay, da ist die Mutter ja auch schon. Aber ist es nun Nacht oder Morgen?]
„Luna“, sagte sie, als ob nie etwas gewesen wäre. [Wenn meine Mutter früher in mein Zimmer gekommen ist und nur meinen Vornamen zu mir gesagt hat, war aber immer irgendwas ^^ Also, um belanglos zu wirken, müsste sie meiner Meinung nach etwas anderes sagen. ZB Guten Morgen.] Sie nahm die letzte Stufe der Leiter und betrat den Dachboden. Ihr Gesichtsausdruck war vollkommen neutral, so wie immer. Nichts konnte man daraus erkennen. Weder positiv noch negativ. [Sie könnte spekulieren, ob ihre Mutter Bescheid wusste, ob sie was verbarg. Das 'weder positiv noch negativ' wirkt etwas neutral, belanglos. Dabei ist doch irgendwas passiert - da müsste sie sich Fragen stellen] Nur ihr Aufzug war ungewöhnlich. Luna kannte sie bloß geschminkt und frisiert. Zum ersten Mal fielen ihr die dunklen Augenringe, Falten und hängenden Brüste auf. Ihre Mutter war alt geworden.


Ich finde das mit der Rückblende eigentlich nicht schlecht - aber dann müsste davor schon mehr passiert sein im Hier und Jetzt bzw die Stimmung besser klargemacht werden. Du könntest ein bisschen ausführlicher beschreiben, wie Luna im Zimmer umherblickt - aufgelöst ist, aus dem Fenster starrt. Wie viel Uhr es ist. Und DANN die Rückblende. Dann hat man ein besseres Gefühl für die Situation und ist auch neugieriger darauf, was passiert ist.
Dann hinterher, als wieder zurückgesprungen wird in die aktuelle Zeit, würde ich auch nicht das mit dem 'Kneifen' und hoffen zu träumen schreiben - sondern eher halt wieder ins Hier und Jetzt wechseln - wo sie sich fragt, was das für Folgen hat. Was das jetzt für sie bedeutet. Was sich ändern wird. Wann ihre Mutter zurückkommen wird und warum Violet nicht da ist.
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Muzzlehatch
Geschlecht:männlichGänsefüßchen


Beiträge: 44



BeitragVerfasst am: 10.07.2022 17:54    Titel: Antworten mit Zitat

Neben Korrekturen von einigen orthographischen Fehlern haben meine Vorredner ja schon einige gute Vorschläge zur Straffung des Textes gemacht. Davon abgesehen finde ich den Wechsel zwischen Erwartungen, Rückblenden und Gegenwart durchaus gelungen und auch für diesen kontextbefreiten Auszug nicht überstrapaziert. Sowohl die Andeutung des beobachteten Zwischenfalls als auch die Beschreibung der altgewordenen Mutter am Schluss werfen Fragen auf, die im positiven Sinne nach Antworten schreien. So soll es sein.
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Miné
Geschlecht:weiblichLeseratte

Alter: 36
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BeitragVerfasst am: 11.07.2022 06:32    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Allen vielen lieben Dank! smile extra
Ja, ich hätte wohl besser, den Anfang vom ersten Kapitel reingestellt Kopf an die Wand
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Miné
Geschlecht:weiblichLeseratte

Alter: 36
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Wohnort: Köln


BeitragVerfasst am: 12.08.2022 09:33    Titel: Neuer Versuch pdf-Datei Antworten mit Zitat

Bitte einen Kommentar da lassen angel

„Hexen? Hier in Zimoria?“ Artemis hätte geschrien, wenn der Schock sie nicht überwältigt hätte. Wieso hatte sie auch den Fensterladen geöffnet und hinausgesehen? Nein, sie musste fantasieren oder träumen. Wenn, war es ein Albtraum. Sie raufte sich ihr mahagonirotes Haar und kniff ihre grasgrünen Augen zusammen. „Wach auf“, redete sie mit sich selbst. Allerdings vergeblich, weshalb sie sich in den Arm zwickte. Immer und immer wieder. Doch es half nichts. Sie war hellwach. Hastig entzündete sie eine Kerze, die den Dachboden erhellte. Er war winzig. Nur zwei Betten und ein Schrank passte hinein. Das Bett ihrer älteren Schwester Dafinja war leer, aber das wusste sie bereits. Zögerlich nahm sie den Eisenbumerang vom Nachttisch und fokussierte das Loch auf dem Boden. Barfuß und in einem Nachtgewand, das wie ein Sack an ihrer schlanken Taille hinabfiel. Stets darauf bedacht, jeden Moment zu schreien. Entweder um Hilfe oder nach ihrem Vater.
„Artemis mein Schatz“, erklang eine liebliche Stimme von unten. Sie gehörte zweifellos ihrer Mutter Ada. „Ich komme jetzt zu dir rauf, ja?“
Die Sprossen der Leiter knarrten.
„Nein“, widersprach Artemis und umklammerte den Bumerang fester. „Bleib, wo du bist.“
„Ich bin deine Mutter und liebe dich über alles“, säuselte Ada.
„Du bist nicht meine Mutter“, stammelte Artemis.
„Artemis, mein Liebling…“ Adas längliches Gesicht und schmaler Hals ragten plötzlich aus dem Boden. „…Natürlich bin ich deine Mutter.“ Sie nahm die letzte Stufe und betrat den Dachboden. Ihr Anblick glich einer Zumutung. Wie eine Vogelscheuche sah sie aus und tropfte.
„Du bist eine Hexe“, hauchte Artemis und wich zurück.
„Immer schön langsam.“ Ada lächelte gequält und strich ihr nasses Haar aus dem Gesicht. Eine Pfütze bildete sich um sie herum.  
„Hör auf zu lächeln“, blaffte Artemis und holte mit dem Bumerang aus. „Niemand lächelt, wenn er stirbt.“
„Du willst mich töten?“ Ada klang vollkommen selbstbewusst. Von Scham und Schande, keine Spur. „Nur zu!“, sagte sie und breitete die Arme aus.
„Was?“
„Töte mich!“ Ada nickte ihr erwartungsvoll zu und machte einen Schritt vorwärts.
„Stehenbleiben“, befahl Artemis. „Oder ich…“ Sie brach mitten im Satz ab und schmetterte den Bumerang zu Boden. Er blieb aufrecht im Holz stecken. Enttäuscht von sich selbst sank sie auf die Knie und vergrub ihr Gesicht in Händen. „Ich bin unfähig!“
„Du bist meine Tochter…“, redete Ada sanftmütig auf sie ein und wollte ihr hochhelfen. „Und ich sehr, sehr stolz auf…“
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Calvin Hobbs
Geschlecht:männlichEselsohr

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BeitragVerfasst am: 12.08.2022 11:48    Titel: Re: Neuer Versuch Antworten mit Zitat

Hallo smile
Miné hat Folgendes geschrieben:
Bitte einen Kommentar da lassen angel

„Hexen? Hier in Zimoria?“ Artemis hätte geschrien, wenn der Schock sie nicht überwältigt hätte. Ja was denn nun?
Wieso hatte sie auch den Fensterladen geöffnet und hinausgesehen? Nein, sie musste fantasieren oder träumen. Wenn, war es ein Albtraum. Da fehlt was.
Sie raufte sich ihr mahagonirotes Haar und kniff ihre grasgrünen Augen zusammen. Völlig deplaziert.
„Wach auf“, redete sie mit sich selbst. Allerdings vergeblich, weshalb sie sich in den Arm zwickte. Immer und immer wieder. Doch es half nichts. Sie war hellwach. Hastig entzündete sie eine Kerze, die den Dachboden erhellte. Er war winzig. Nur zwei Betten und ein Schrank passte hinein. Das Bett ihrer älteren Schwester Dafinja war leer, aber das wusste sie bereits. Zögerlich nahm sie den Eisenbumerang vom Nachttisch und fokussierte das Loch auf dem Boden. Barfuß und in einem Nachtgewand, das wie ein Sack an ihrer schlanken Taille hinabfiel. Stets darauf bedacht, jeden Moment zu schreien. Entweder um Hilfe oder nach ihrem Vater.
„Artemis Komma mein Schatz“, erklang eine liebliche Stimme von unten. Sie gehörte zweifellos ihrer Mutter Ada. „Ich komme jetzt zu dir rauf, ja?“
Die Sprossen der Leiter knarrten.
„Nein“, widersprach Artemis und umklammerte den Bumerang fester. „Bleib, wo du bist.“
„Ich bin deine Mutter und liebe dich über alles“, säuselte Ada.
„Du bist nicht meine Mutter“, stammelte Artemis.
„Artemis, mein Liebling…“ Adas längliches Gesicht und schmaler Hals ragten plötzlich aus dem Boden. „…Natürlich bin ich deine Mutter.“ Sie nahm die letzte Stufe und betrat den Dachboden. Ihr Anblick glich einer Zumutung. Wie eine Vogelscheuche sah sie aus und tropfte.
„Du bist eine Hexe“, hauchte Artemis und wich zurück.
„Immer schön langsam.“ Ada lächelte gequält und strich ihr nasses Haar aus dem Gesicht. Eine Pfütze bildete sich um sie herum.  
„Hör auf zu lächeln“, blaffte Artemis und holte mit dem Bumerang aus „Niemand lächelt, wenn er stirbt.“
„Du willst mich töten?“ Ada klang vollkommen selbstbewusst. Von Scham und Schande, keine Spur. „Nur zu!“, sagte sie und breitete die Arme aus.
„Was?“
„Töte mich!“ Ada nickte ihr erwartungsvoll zu und machte einen Schritt vorwärts.
„Stehenbleiben“, befahl Artemis. „Oder ich…“ Sie brach mitten im Satz ab und schmetterte den Bumerang zu Boden. Er blieb aufrecht im Holz stecken. Enttäuscht von sich selbst Komma sank sie auf die Knie und vergrub ihr Gesicht in Händen. „Ich bin unfähig!“
„Du bist meine Tochter…“, redete Ada sanftmütig auf sie ein und wollte ihr hochhelfen. „Und ich sehr, sehr stolz auf…“

Leider ist der zweite Satz schon Murks und der Text insgesamt viel zu kurz, um Charaktere oder wirkliche Atmosphäre zu erzeugen.
MfG


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Ralphie
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BeitragVerfasst am: 12.08.2022 13:06    Titel: Antworten mit Zitat

Wie kneift man eine Fensterlade?
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Miné
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BeitragVerfasst am: 12.08.2022 14:10    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Lieber Ralphie.
Ein Zitat wäre hier sehr hilfreich Pfiffig Blinzeln
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Ralphie
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BeitragVerfasst am: 12.08.2022 14:21    Titel: Antworten mit Zitat

Sorry, ich hatte mich verlesen. Schande über mich!
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Miné
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BeitragVerfasst am: 15.09.2022 09:18    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

„Hexen? Hier in Zimoria?“ Luna hätte geschrien, wenn der Schock sie nicht überwältigt hätte. Wieso hatte sie auch den Fensterladen geöffnet und hinausgesehen? Nein, sie musste fantasieren oder träumen. Wenn, war es ein Albtraum. „Wach auf“, redete sie mit sich selbst. Allerdings vergeblich, weshalb sie sich in den Arm zwickte. Immer und immer wieder. Doch es half nichts. Sie war hellwach. Hastig entzündete sie eine Kerze, die den Dachboden erhellte. Er war winzig. Nur zwei Betten und ein Schrank passte hinein. Das Bett ihrer älteren Schwester Violett war leer, aber das wusste sie bereits. Zögerlich nahm sie den Eisenbumerang vom Nachttisch und fokussierte das Loch auf dem Boden. Stets darauf bedacht, jeden Moment zu schreien. Entweder um Hilfe oder nach ihrem Vater.
„Luna, mein Schatz“, erklang eine liebliche Stimme. Sie gehörte zweifellos ihrer Mutter Ada. „Ich komme jetzt zu dir rauf, ja?“
Die Sprossen der Leiter knarrten.
Luna sah ihre Mutter mit dem rabenschwarzen Haar und Augen bereits vor sich. Violett war ihr wie aus dem Gesicht geschnitten und exakt ihr jüngeres Ebenbild. Beide hatten die feinsten Gesichtszüge, die man sich vorstellen konnte, die längsten Wimpern und die weichste Baby-Haut. Luna hingegen ähnelte ausschließlich ihrem Vater. Sie hatte sein markantes Kinn, die buschige Augenbrauen und den großen Mund geerbt. Sogar sein mahagonirotes Haar, das überhaupt nicht zu ihren grasgrünen Augen passte.
„Bleib, wo du bist“, rief Luna hinab und stellte sich in Kampfposition. Ihr übergroßes Nachtgewand behinderte sie leicht.  
„Ich bin deine Mutter und liebe dich über alles“, säuselte Ada.
„Du bist nicht meine Mutter“, stammelte Luna.
„Luna, mein Liebling …“ Adas längliches Gesicht und schmaler Hals ragten plötzlich aus dem Boden. „… Natürlich bin ich deine Mutter.“ Sie nahm die letzte Stufe und betrat den Dachboden. Ihr Anblick glich einer Zumutung. Wie eine Vogelscheuche sah sie aus und tropfte.
„Du bist eine Hexe“, hauchte Luna und wich zurück.
„Immer schön langsam.“ Ada lächelte gequält und strich ihr nasses Haar aus dem Gesicht. Eine Pfütze bildete sich auf dem Boden.  
„Hör auf zu lächeln“, blaffte Luna und holte mit dem Bumerang aus. „Niemand lächelt, wenn er stirbt.“
„Du willst mich töten?“ Ada klang vollkommen selbstbewusst. Von Scham und Schande, keine Spur. „Nur zu!“, sagte sie und breitete die Arme aus.
„Was?“
„Töte mich!“ Ada nickte ihr erwartungsvoll zu und machte einen Schritt vorwärts.
„Stehenbleiben“, befahl Luna. „Oder ich…“ Sie brach mitten im Satz ab und schmetterte den Bumerang zu Boden. Er blieb aufrecht im Holz stecken. Enttäuscht von sich selbst sank sie auf die Knie und vergrub ihr Gesicht in den Händen. „Ich bin unfähig!“
„Du bist meine Tochter…“, redete Ada sanftmütig auf sie ein und wollte ihr hochhelfen. „Und ich sehr, sehr stolz auf…“
„Hexe“, schimpfte Luna und stieß sie weg.
„Vorsicht“, warnte Ada.
„Du hast mir nichts mehr zu sagen.“ Luna rümpfte angewidert die Nase. „Ein Wort von mir und du bist tot!“
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Dyrnberg
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Beiträge: 176
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BeitragVerfasst am: 15.09.2022 10:10    Titel: Antworten mit Zitat

Nur kleine Vorschläge:

Miné hat Folgendes geschrieben:
„Hexen? Hier in Zimoria?“


Sagt sie das tatsächlich laut? Oder denkt sie es nur? Meines Erachtens könnten die Leerzeichen weg.

Zitat:
Allerdings vergeblich, weshalb sie sich in den Arm zwickte. Immer und immer wieder. Doch es half nichts.


Schöner fände ich: "Vergeblich. Sie zwickte sich in den Arm. Immer und immer wieder. Doch auch das half nichts." (Wobei das "immer und immer wieder" sehr übertrieben klingt. Ein "mehrmals" wäre eventuell besser.)

Zitat:
Sie war hellwach. Hastig entzündete sie eine Kerze, die den Dachboden erhellte.


"...deren Schein den Dachboden erhellte" fände ich noch schöner.

Zitat:
Er war winzig. Nur zwei Betten und ein Schrank passten hinein.


Zitat:
Das Bett ihrer älteren Schwester Violett war leer, aber das wusste sie bereits.


Könnte man das umformulieren? So ärgert es mich als Leser. Rolling Eyes Sie weiß es - ich nicht. Schön und gut. Aber wenn sie es weiß, warum denkt sie dann darüber nach? Vielleicht "Das Bett ihrer... war leer. Wie jede Nacht."

Zitat:
Sogar sein mahagonirotes Haar, das überhaupt nicht zu ihren grasgrünen Augen passte.


Viel besser gelöst als in der ersten Version!

Zitat:
„Bleib, wo du bist“, rief Luna hinab und stellte sich in Kampfposition. Ihr übergroßes Nachtgewand behinderte sie leicht.


Das würde ich anders beschreiben. Genauer. Und nicht mit "leicht".

Zitat:
Wie eine Vogelscheuche sah sie aus und tropfte.


Der Satz holpert.

Zitat:
Ada lächelte gequält und strich ihr nasses Haar aus dem Gesicht. Eine Pfütze bildete sich auf dem Boden.


Wird irgendwo erwähnt, warum sie nass ist? Habe ich es überlesen? Ich würde es erwähnen. Warum? Wahrscheinlich kommt sie von draußen und draußen regnet es? So aber könnte man auch davon ausgehen, sie käme gerade aus der Dusche.

Zitat:
Von Scham und Schande, keine Spur.


Das Komma gehört weg. Wichtiger aber: Wieso sollte sie sich schämen? Das verstehe ich als Leser nicht.

Zitat:
„Und ich bin sehr, sehr stolz auf…“


Zitat:
Luna rümpfte angewidert die Nase. „Ein Wort von mir und du bist tot!“


Sagt das Luna? Kann sie also auch zaubern? Wenn ja: Okay. Aber das Problem: Ich glaube ihr als Leser den Satz nicht mehr. Immerhin ist sie ja gerade daran gescheitert, die Frau zu töten. Insofern wirkt es auf mich unrealistisch, dass sie zwei Sekunden nach dem Einsehen des Scheiterns schon wieder Energie für Morddrohungen hat. Mir gefiel das alte Ende besser. Bzw. ich würde das Kapitel einfach abreißen lassen:

"Ich bin unfähig", schluchzte ich.
"Nein", säuselte meine Mutter. "Du bist meine Tochter."

So oder ähnlich. Und dann einfach aus.

Wie gesagt: Alles nur Vorschläge. Ich mochte jedenfalls die Dynamik der Szene.


_________________
Ein Roadtrip durch die Philosophie: "Die Nacht der Fragen und der Morgen danach" (Roman)
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lia88
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BeitragVerfasst am: 15.09.2022 20:57    Titel: Antworten mit Zitat

Miné hat Folgendes geschrieben:
„Hexen? Hier in Zimoria?“ Luna hätte geschrien, wenn der Schock sie nicht überwältigt hätte. Wieso hatte sie auch den Fensterladen geöffnet und hinausgesehen? Nein, sie musste fantasieren oder träumen. Wenn, war es ein Albtraum. „Wach auf“, redete sie mit sich selbst. Allerdings vergeblich, weshalb sie sich in den Arm zwickte. Immer und immer wieder. Doch es half nichts. Sie war hellwach. Hastig entzündete sie eine Kerze, die den Dachboden erhellte. Er war winzig. Nur zwei Betten und ein Schrank passte hinein. Das Bett ihrer älteren Schwester Violett war leer, aber das wusste sie bereits. Zögerlich nahm sie den Eisenbumerang vom Nachttisch und fokussierte das Loch auf dem Boden. Stets darauf bedacht, jeden Moment zu schreien. Entweder um Hilfe oder nach ihrem Vater.
„Luna, mein Schatz“, erklang eine liebliche Stimme. Sie gehörte zweifellos ihrer Mutter Ada. „Ich komme jetzt zu dir rauf, ja?“
Die Sprossen der Leiter knarrten.
Luna sah ihre Mutter mit dem rabenschwarzen Haar und Augen bereits vor sich. Violett war ihr wie aus dem Gesicht geschnitten und exakt ihr jüngeres Ebenbild. Beide hatten die feinsten Gesichtszüge, die man sich vorstellen konnte, die längsten Wimpern und die weichste Baby-Haut. Luna hingegen ähnelte ausschließlich ihrem Vater. Sie hatte sein markantes Kinn, die buschige Augenbrauen und den großen Mund geerbt. Sogar sein mahagonirotes Haar, das überhaupt nicht zu ihren grasgrünen Augen passte.
„Bleib, wo du bist“, rief Luna hinab und stellte sich in Kampfposition. Ihr übergroßes Nachtgewand behinderte sie leicht.  
„Ich bin deine Mutter und liebe dich über alles“, säuselte Ada.
„Du bist nicht meine Mutter“, stammelte Luna.
„Luna, mein Liebling …“ Adas längliches Gesicht und schmaler Hals ragten plötzlich aus dem Boden. „… Natürlich bin ich deine Mutter.“ Sie nahm die letzte Stufe und betrat den Dachboden. Ihr Anblick glich einer Zumutung. Wie eine Vogelscheuche sah sie aus und tropfte.
„Du bist eine Hexe“, hauchte Luna und wich zurück.
„Immer schön langsam.“ Ada lächelte gequält und strich ihr nasses Haar aus dem Gesicht. Eine Pfütze bildete sich auf dem Boden.  
„Hör auf zu lächeln“, blaffte Luna und holte mit dem Bumerang aus. „Niemand lächelt, wenn er stirbt.“
„Du willst mich töten?“ Ada klang vollkommen selbstbewusst. Von Scham und Schande, keine Spur. „Nur zu!“, sagte sie und breitete die Arme aus.
„Was?“
„Töte mich!“ Ada nickte ihr erwartungsvoll zu und machte einen Schritt vorwärts.
„Stehenbleiben“, befahl Luna. „Oder ich…“ Sie brach mitten im Satz ab und schmetterte den Bumerang zu Boden. Er blieb aufrecht im Holz stecken. Enttäuscht von sich selbst sank sie auf die Knie und vergrub ihr Gesicht in den Händen. „Ich bin unfähig!“
„Du bist meine Tochter…“, redete Ada sanftmütig auf sie ein und wollte ihr hochhelfen. „Und ich sehr, sehr stolz auf…“
„Hexe“, schimpfte Luna und stieß sie weg.
„Vorsicht“, warnte Ada.
„Du hast mir nichts mehr zu sagen.“ Luna rümpfte angewidert die Nase. „Ein Wort von mir und du bist tot!“


Ich finds jetzt viel lebendiger als die erste Version, jetzt ist man mehr im Geschehen. Ich würde sie nur einmal übers Schreien nachdenken lassen (unterstrichen im Text). Sonst hab ich grad nichts mehr auszusetzen ^^


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HansGlogger
Geschlecht:männlichEselsohr

Alter: 63
Beiträge: 237
Wohnort: Bayern


BeitragVerfasst am: 20.09.2022 12:37    Titel: Antworten mit Zitat

Miné hat Folgendes geschrieben:
„Hexen? Hier in Zimoria?“ Luna hätte geschrien, wenn der Schock sie nicht überwältigt hätte.

Würde ich dramatischer formulieren. Etwa so: Der Schrei blieb in Lunas Kehle stecken.



Entweder um Hilfe oder nach ihrem Vater.

Warum schreit sie nicht nach den Eltern? Ist die Mutter abwesend oder tot? Das sollte der nächste Satz erklären


„Luna, mein Schatz“, erklang eine liebliche Stimme. Sie gehörte zweifellos ihrer Mutter Ada, die ...

„Ich komme jetzt zu dir rauf, ja?“
Die Sprossen der Leiter knarrten.
Luna sah ihre Mutter mit dem rabenschwarzen Haar und Augen bereits vor sich.


Die folgenden Beschreibung würde ich verschieben, der Spannung wegen.


Violett war ihr wie aus dem Gesicht geschnitten und exakt ihr jüngeres Ebenbild. Beide hatten die feinsten Gesichtszüge, die man sich vorstellen konnte, die längsten Wimpern und die weichste Baby-Haut. Luna hingegen ähnelte ausschließlich ihrem Vater. Sie hatte sein markantes Kinn, die buschige Augenbrauen und den großen Mund geerbt. Sogar sein mahagonirotes Haar, das überhaupt nicht zu ihren grasgrünen Augen passte.

Passt doch: keltischer Typ: rote Haare grüne Augen


„Bleib, wo du bist“, rief Luna hinab und stellte sich in Kampfposition. Ihr übergroßes Nachtgewand behinderte sie leicht.  

„Ich bin deine Mutter und liebe dich über alles“, säuselte Ada.

Auch hier erklären, warum Ada ihre Liebe beteuert und Luna es ihr nicht  glaubt. Außer das gehört zum Plot und soll später erklärt werden.

„Du bist nicht meine Mutter“, stammelte Luna.
„Luna, mein Liebling …“ Adas längliches Gesicht und schmaler Hals ragten plötzlich aus dem Boden. „… Natürlich bin ich deine Mutter.“ Sie nahm die letzte Stufe und betrat den Dachboden. Ihr Anblick glich einer Zumutung. Wie eine Vogelscheuche sah sie aus und tropfte.

Die Haare tropften?




„Du hast mir nichts mehr zu sagen.“ Luna rümpfte angewidert die Nase. „Ein Wort von mir und du bist tot!“

Ein Wort von mir ... sagt Luna oder Ada? Luna hat den Bumerang fallen lassen, Ada liebt (angeblich) ihre Tochter



Generell: Spannend geschrieben, ich würde aber eine kleine Erklärung voranstellen: Wo und Wann spielt die Geschichte. Wer sind die Personen (Alter, Beruf, Status) Da könnten dann die Personenbeschreibungen rein.

Gruß Hans
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Miné
Geschlecht:weiblichLeseratte

Alter: 36
Beiträge: 130
Wohnort: Köln


BeitragVerfasst am: 20.09.2022 17:39    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Es handelt sich nicht um das erste Kapitel bzw. den Anfang. Deshalb fehlen Informationen... Warum ist Ada nass usw...

Auch die Beziehungen zueinander sind im Vorfeld erklärt. Ich glaube, ich hätte besser etwas mehr vom Anfang einstellen sollen Kopf an die Wand
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