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Das unheilvolle Königreich


 

 
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Miné
Geschlecht:weiblichWortedrechsler

Alter: 36
Beiträge: 89
Wohnort: Köln


BeitragVerfasst am: 18.07.2022 09:07    Titel: Das unheilvolle Königreich eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo, hier ein Auszug aus meinem Roman Embarassed


Varros Oberkörper baumelte seitlich am Pferd hinab, mit dem Blick auf die Straße gerichtet. Blut staute sich in seinem Kopf und ein stechender Schmerz pochte an seinen Schläfen. Genau wie in seinem Rücken, der kurz davor war durchzubrechen. Zumindest den Schmerzen nach. Sie waren unerträglich, wobei sie plötzlich nachließen. Sogar das Pferdegetrampel, das er aus nächster Nähe wahrnahm, verblasste. Dann verschwamm und verdunkelte sich seine Sicht.
„Anhalten“, hörte er eine gedämpfte Stimme. Die Person sprach entweder sehr leise oder war meilenweit entfernt.
Varros Pferd kam zum Stillstand und Schatten tauchten auf dem Boden auf. Sie gehörten Rittern in silbernen Rüstungen, die mehrere Stricke, die um seinen Körper geschnürt waren, durchtrennten. Varro fiel und landete in den steinharten Armen der Ritter.
„Was soll das?“, stammelte er. Seine Stimme funktionierte nur halbwegs.
„Wir sind in der Hauptstadt angekommen“, antwortete irgendwer. Die Stimme war zu verzerrt, um sie zuzuordnen.  
„Was?“ Varro schwirrte der Kopf. Er konnte kaum denken, geschweige denn argumentierten.
Die Ritter hoben ihn hoch und im nächsten Augenblick saß er im Sattel. Aufrecht, was er sich zwar die ganze Zeit gewünscht hatte, aber sich nun als Qual herausstellte. Zu lange war sein Rücken gekrümmt gewesen. Außerdem überkam ihn Schwindel. So stark, dass er noch vom Pferd fallen würde. Alles drehte sich. Vergeblich versuchte er seine Hände zu bewegen, aber sie waren immer noch auf dem Rücken gefesselt und seine Kehle staubtrocken. Die Zunge klebte regelrecht am Gaumen. Nicht einen Tropfen Wasser hatten sie ihm gegeben, trotz brütender Hitze.
„Helme ab“, schallte ein Befehl, wie ein Echo durch einen Wald.
Varros Sicht wurden zunehmend klarer. Er erkannte ein heruntergelassenes Stadttor, das von einem meterbreiten Fluss und einer extrem hohen Mauern umgeben war.
„Vorwärts“, schrie der Graf, der sich durch seine kunterbunte Robe extrem von den Rittern unterschied. Sie trabten samt Varro hinter ihm her, passierten das Stadttor und steuerten direkt auf den Marktplatz zu. Er war größer wie alle anderen im Königreich und vollkommen überfüllt.
„Aus dem Weg!“, schrie der Graf, der voraus Ritt und sich mühselig einen Weg durch die Menge bahnte.
„Das ist zu teuer“, schallte es von überall her, gefolgt von: „Die Steuern haben sich verdoppelt.“
Pure Verzweiflung herrschte an den Ständen, die Grundnahrungsmittel wie Eier und Brot verkauften. Dabei herrschte normalerweise im gesamten Königreich ein unbeschreiblicher Wohlstand.
„Was ist passiert?“, fragte Varro und wandte sich dem Ritter, der direkt neben ihm ritt, zu.  Er blickte Varro flüchtig an, bevor er wieder stur geradeaus schaute.
Varro rechnete schon gar nicht mehr mit einer Antwort, als er: „Der König hat einen neuen Berater“, sagte.
„Was denn für einen Berater?“ Varro kannte nur etliche Minister und Generale. Von einem Berater hatte er noch nie gehört.
„Sir Gallegam“, erwiderte der Ritter. „Er war ursprünglich der Gelehrte seines Sohnes. Niemand von Bedeutung.“
„Und dann?“, fragte Varro.
Der Ritter schaute verstohlen um sich, als ob er sichergehen wollte, dass niemand ihn hörte. Dabei passierten sie gerade einen Papageienstand, dessen Geschrei kaum zu überbieten war.
„Ein Anschlag!“, antwortete der Ritter. „Es gab einen Anschlag auf den Thronfolger, den einzigen Sohn des Königs. Er wurde vergiftet und von den Ärzten aufgegeben. Sir Gallegam hat ihn mit einem Wundermittel geheilt.“  
„Oder mit dem passenden Gegengift“, murmelte Varro.
Doch der Ritter erwiderte nichts, sondern schaute demonstrativ auf das nächste Stadttor. Es diente dazu, die einfachen Leute von dem Palast fernzuhalten. Bettler lungerten davor, die sich von den Reichen und Adligen, die das Tor passierten, scheinbar Almosen versprachen.  
Varro hatte noch nie zuvor Bettler im Königreich gesehen. Ihr Anblick war vollkommen neu und zutiefst schockierend.
„Eine Spende“, riefen sie und warfen sich auf die Knie.
Varro war fest davon überzeugt, dass der Graf einfach weiter reiten würde. Doch er griff mehrfach in einen Samtbeutel und warf ihnen so viele Taler hin, dass selbst die Ritter merkwürdig schauten. Denn ihr Wert übertraf ihren monatlichen Sold garantiert um ein Vielfaches.
„Seid willkommen, Graf“, grüßten die Wachen des Stadttores.
Der Graf nickte, als er es passierte und folgte der dahinter liegenden gepflasterten Straße. Sie war umgeben von prachtvollen Blumenbeeten und führte direkt auf den Palast zu. Diener in Uniform und weißen Handschuhen standen am Eingang bereit und schienen nur auf Besucher zu warten.

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Calvin Hobbs
Geschlecht:männlichEselsohr

Alter: 53
Beiträge: 463
Wohnort: Deutschland


BeitragVerfasst am: 18.07.2022 19:59    Titel: Re: Das unheilvolle Königreich Antworten mit Zitat

Hallo smile
Inkognito hat Folgendes geschrieben:

Varros Oberkörper baumelte seitlich am Pferd hinab, mit dem Blick auf die Straße gerichtet. Blut staute sich in seinem Kopf und ein stechender Schmerz pochte in seinen Schläfen. Genau Komma wie in seinem Rücken, der kurz davor war durchzubrechen. Zumindest den Schmerzen nach. Sie waren unerträglich, wobei sie plötzlich nachließen. Sogar das Pferdegetrappel, das er aus nächster Nähe wahrnahm, verblasste. verschwamm/verging/verhallte etc. Dann verschwamm und verdunkelte sich seine Sicht.
„Anhalten“, hörte er eine gedämpfte Stimme. Die Person sprach entweder sehr leise oder war meilenweit entfernt.
Varros Pferd kam zum Stillstand und Schatten tauchten auf dem Boden auf. Sie gehörten Rittern in silbernen Rüstungen, die mehrere Stricke, die um seinen Körper geschnürt waren, durchtrennten. Varro fiel und landete in den steinharten Armen der Ritter.
„Was soll das?“, stammelte Varro. Seine Stimme funktionierte nur halbwegs. war nur ein Krächzen etc.
„Wir sind in der Hauptstadt angekommen“, antwortete irgendwer. Die Stimme war zu verzerrt, um sie zuzuordnen.  
„Was?“ Varro schwirrte der Kopf. Er konnte kaum denken, geschweige denn argumentierten.
Die Ritter hoben ihn hoch und im nächsten Augenblick saß er im Sattel. Aufrecht, was er sich zwar die ganze Zeit gewünscht hatte, aber sich nun als Qual herausstellte. Das klingt sehr umständlich. Zu lange war sein Rücken gekrümmt gewesen. Außerdem überkam ihn Schwindel. So stark, dass er noch vom Pferd fallen würde. Alles drehte sich. Vergeblich versuchte er Komma seine Hände zu bewegen, aber sie waren immer noch auf dem Rücken gefesselt und seine Kehle staubtrocken. Die Zunge klebte regelrecht am Gaumen. Nicht einen Tropfen Wasser hatten sie ihm gegeben, trotz brütender Hitze.
„Helme ab“, schallte ein Befehl, wie ein Echo durch einen Wald. ???
Varros Sicht wurden zunehmend klarer. Er erkannte ein heruntergelassenes Stadttor, das von einem meterbreiten Fluss und einer extrem hohen Mauern umgeben war.
„Vorwärts“, schrie der Graf, der sich durch seine kunterbunte Robe extrem von den Rittern unterschied. Sie trabten samt Varro hinter ihm her, passierten das Stadttor und steuerten direkt auf den Marktplatz zu. Er war größer wie als alle anderen im Königreich und vollkommen überfüllt. Wovon? Womit?
„Aus dem Weg!“, schrie der Graf, der voraus ritt und sich mühselig einen Weg durch die Menge bahnte.
„Das ist zu teuer“, schallte es von überall her, gefolgt von: „Die Steuern haben sich verdoppelt.“
Pure Verzweiflung herrschte an den Ständen, die Grundnahrungsmittel wie Eier und Brot verkauften. Dabei herrschte normalerweise im gesamten Königreich ein unbeschreiblicher Wohlstand.
„Was ist passiert?“, fragte Varro und wandte sich dem Ritter, der direkt neben ihm ritt, zu. Der blickte Varro  nur flüchtig an, bevor er wieder stur geradeaus schaute.
Varro rechnete schon gar nicht mehr mit einer Antwort, als er: „Der König hat einen neuen Berater“, sagte. zur Antwort bekam.
„Was denn für einen Berater?“ Varro kannte nur etliche Minister und Generäle. Von einem Berater hatte er noch nie gehört.
„Sir Gallegam“, erwiderte der Ritter. „Er war ursprünglich der Gelehrte seines Sohnes. Niemand von Bedeutung.“
„Und dann?“, fragte Varro.
Der Ritter schaute verstohlen um sich, als ob er sichergehen wollte, dass niemand ihn hörte. Dabei passierten sie gerade einen Papageienstand, dessen Geschrei kaum zu überbieten war. Der Stand schreit?
„Ein Anschlag!“, antwortete der Ritter. „Es gab einen Anschlag auf den Thronfolger, den einzigen Sohn des Königs. Er wurde vergiftet und von den Ärzten aufgegeben. Sir Gallegam hat ihn mit einem Wundermittel geheilt.“  
„Oder mit dem passenden Gegengift“, murmelte Varro.
Doch der Ritter erwiderte nichts, sondern schaute demonstrativ auf das nächste Stadttor. Es diente dazu, die einfachen Leute von dem Palast fernzuhalten. Bettler lungerten davor, die sich von den Reichen und Adligen, die das Tor passierten, scheinbar Almosen versprachen.  
Varro hatte noch nie zuvor Bettler im Königreich gesehen. Ihr Anblick war vollkommen neu und zutiefst schockierend.
„Eine Spende“, riefen sie und warfen sich auf die Knie.
Varro war fest davon überzeugt, dass der Graf einfach weiter reiten würde. Doch der/dieser griff mehrfach in einen Samtbeutel an seinem Gürtel und warf ihnen so viele Taler hin, dass selbst die Ritter merkwürdig irritiert/verwundert schauten. Denn ihr Wert der Wert der Ritter? übertraf ihren monatlichen Sold garantiert um ein Vielfaches.
„Seid willkommen, Graf“, grüßten die Wachen des Stadttores.
Der Graf nickte, als er es passierte und folgte der dahinter liegenden gepflasterten Straße. Sie war umgeben gesäumt von prachtvollen Blumenbeeten und führte direkt auf den Palast zu. Diener in Uniform und weißen Handschuhen standen am Eingang bereit und schienen nur auf Besucher zu warten.Wieso schienen? Warteten sie oder nicht?

Am Anfang war mir nicht klar, dass Varro ein Gefangerner war. Ich hatte eher an das Opfer eines Überfalls oder einen Aussätzigen gedacht. Er hing ja nicht aus Versehen oder völlig unvermittelt so. Insgesamt liest es sich okay, bedarf aber noch einiger Arbeit.
MfG


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Nachtvogel
Geschlecht:weiblichWortedrechsler

Alter: 31
Beiträge: 58
Wohnort: Münster


BeitragVerfasst am: 21.07.2022 20:29    Titel: Re: Das unheilvolle Königreich Antworten mit Zitat

Ich finde den Text nicht schlecht, man könnte aber noch einiges verbessern. Ich mache mal ein paar Anmerkungen.

Inkognito hat Folgendes geschrieben:
Varros Oberkörper baumelte seitlich am Pferd hinab, mit dem Blick auf die Straße gerichtet. Blut staute sich in seinem Kopf und ein stechender Schmerz pochte an seinen Schläfen. Genau wie in seinem Rücken, der kurz davor war durchzubrechen. Zumindest den Schmerzen nach. Sie waren unerträglich, wobei sie plötzlich nachließen.

Wenn die Schmerzen im Rücken wirklich so unerträglich sind, würde ich sie auch direkt als erstes erwähnen. Schließlich wird der Schmerz im Rücken sicherlich den leichten Schmerz an den Schläfen übertönen. Vielleicht fängst du auch mit dem Schmerz an, bevor du die Szene genauer beschreibst? Zum Beispiel: Varros Rücken schien kurz davor durchzubrechen, so unerträglich waren die Schmerzen. Sein Oberkörper baumelte seitlich am Pferd hinab ...

Zitat:
„Wir sind in der Hauptstadt angekommen“, antwortete irgendwer. Die Stimme war zu verzerrt, um sie zuzuordnen.

Da wir noch keinen Überblick haben, wer überhaupt alles an der Szene beteiligt ist, würde ich besser direkt schreiben: ... antwortete eine verzerrte Stimme.

Zitat:
Außerdem überkam ihn Schwindel. So stark, dass er noch vom Pferd fallen würde. Alles drehte sich.

Du könntest versuchen, solche "personenexternen" Beschreibungen wie "ihn überkam Schwindel" möglichst wegzulassen, um mehr aus dem Innern des Protagonisten heraus zu beschreiben. Das spätere "Alles drehte sich" ist ja sowieso nur eine andere Formulierung für "ihn überkam Schwindel", aber schöner, weil es besser das innere Empfinden beschreibt. Vielleicht also insgesamt besser: Alles drehte sich - so stark, dass er noch vom Pferd fallen würde.

Zitat:
Sie trabten samt Varro hinter ihm her, passierten das Stadttor und steuerten direkt auf den Marktplatz zu. Er war größer wie als alle anderen im Königreich und vollkommen überfüllt.

Zitat:
„Das ist zu teuer“, schallte es von überall her, gefolgt von: „Die Steuern haben sich verdoppelt.“

Das finde ich so etwas unschön, schließlich werden nicht alle Leute diese zwei Sätze genauso formulieren. Vielleicht also nur zwei einzelne Leute genau diese Sätze rufen lassen.

Zitat:
Varro rechnete schon gar nicht mehr mit einer Antwort, als er: „Der König hat einen neuen Berater“, sagte.

Die wörtliche Rede ist so ziemlich umständlich in den übergeordneten Satz eingebettet.

Das sind jetzt nur ein paar einzelne Stellen, die ich mir herausgepickt habe, und natürlich alles nur Vorschläge. Insgesamt ist die Szene aber schon ganz gut beschrieben Smile

Liebe Grüße
Nachtvogel
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