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Eine Nacht des Nachtwolfes


 

 
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Elessaer
Schneckenpost

Alter: 24
Beiträge: 6



BeitragVerfasst am: 23.10.2020 11:36    Titel: Eine Nacht des Nachtwolfes eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo ihr,

da ich meinen ersten wirklichen Versuch derzeit nach 250 Seiten erst einmal auf Eis gelegt habe (Festgefahren in der Handlung) versuche ich mit mit ein paar Kurzgeschichten bzw. Anfängen, die man theoretisch weiterschreiben könnte. Hier für euch, zum Zerfleischen. Ich hoffe für den ein oder anderen ist nicht zu lang Laughing

Edit: Habe den Text mal etwas ausgeschnitten, 30.000 Zeichen sind vielleicht doch etwas lang für einen solchen Einstieg Laughing

__________________________________

Ein grausames Lächeln legte sich auf Aarons Lippen. Der Nervenkitzel stieg, als er ein Messer aus seinem Brustgurt zog, sich vor der Tür aufbaute, eine Hand nach dem Türgriff ausstreckte und sie auf das kühle Metall legte. Er nahm einen letzten Atemzug und öffnete diese lautlos. Vor ihm befand sich ein langer Saal. Und er war besetzt von Soldaten.
“Ah willkommen, Nachtwolf. Wie schön, dass du so Zuverlässig bist!”, begrüßte ihn eine Stimme. Der Saal war komplett leer geräumt. Nur ein großer Stuhl stand am Ende und auf diesem saß der Sprecher. Graf Antoni Capetar, ein alter, untersetzter Mann mit keinerlei Haaren mehr auf dem Kopf. Gekleidet in funkelnden Gewändern und glitzernden Schmuck. Herr von Irino und Telapa, sowie größter Gönner der Künstlergilde und Käufer von aberhunderten Gemälden. Und vermutlich einer der größten Verbrecher, der derzeit in Amersól wohnte, zumindest wenn es nach seinen Auftraggebern ginge. Ansonsten hätte die Künstlergilde nicht seinen Preis bezahlt. Aaron wusste nicht warum sie ihn tot sehen wollten und wollte es auch nicht wissen. Dieser Teil war nicht wichtig.

“Es wird mir eine Freude sein, dir zur Verfügung zu stehen… jedoch tut es mir weh dir zu sagen, dass du heute deinen Auftrag nicht abschließen kannst”, lächelte der Graf auf seinem Stuhl. “Wenn du nicht wehrst, dann verbuchen wir das einfach unter schnelles Ende. Vielleicht lasse ich diese Szene ja nachmalen. Das letzte Heulen des Nachtwolfes. Ich sehe es schon vor mir, der Graf blickte durch den Raum und breitete die Arme aus, " du ein allumfassender Schatten mit tausenden Armen und Messern. Gegenüber ein Paladin, in einer strahlenden Rüstung und einem langen Schwert. Ich. Und rundherum der Kampf zwischen Licht und Schatten, zwischen Gut und Böse. Ah ein Meisterwerk", sein Blick richtete sich mit einem wilden Lächeln wieder auf Aaron, "Ich danke dir für die Vorlage.”
“Wir werden sehen wessen Heulen heute Nacht das letzte sein wird”, antwortete Aaron, sich von der Überraschung erholend. Schnell ließ er seinen Blick über die Wachen im Raum gleiten und zog ein weiteres Messer. Seine Kontrahenten zogen Ihre Waffen. Alle waren mit Langschwertern ausgerüstet und die beiden, die direkt beim Grafen standen, trugen zusätzlich noch hohe Turmschilde.

Graf Capetars neigte lächelnd den Kopf. Dann hob er eine Hand und schwang sie in die Richtung des Nachtwolfs. “Erledigt ihn!”, sagte er.

Aaron lächelte, während die Wachen auf ihn zukamen. Heute Nacht wird gejagt. Seine Arme schossen hoch und die Messer zischten durch die Luft.


Seine Finger tauchten in die Blutpfütze, die sich unter dem Graf… dem ehemaligen Graf von Irino und Telapa ausbreitete. Mit roten Fingerspitzen hockte er sich hin und malte auf einen Turmschild, den er hochkant an den Stuhl gelehnt hatte. Graf Capetar lag gefesselt davor, beide Handgelenke aufgeschnitten. Aaron konnte sich ein grinsen nicht verkneifen, als er sein Version von Das letzte Heulen des Nachtwolfes auf den Schild zeichnete. Die Augen des Grafs folgten seinen Handbewegungen. Um sie herum lagen die Leichen der Soldaten, die so mutig und tapfer ihr Leben gegeben haben. Aaron ließ seine Hand sinken und betrachtete sein Kunstwerk. Ein blutroter Wolf der über einem, auf einem Boden liegenden Strichmännchen stand, mit einer Sprechblase in der Jaul stand. Mit dem verbliebenen rot auf seinen Fingerspitzen zog er eine verwackelte Linie unterhalb des Strichmännchens. Aaron richtete sich auf und schaute auf den Schild. Was eine tolle Geschichte. Ich hoffe jemand macht wirklich ein Gemälde daraus. Vielleicht kann ich bei der Künstlergilde die Idee vorbringen. Der tapfere Graf, verschlungen von der Dunkelheit. Ein Spiegel für all unsere Sünden Dann schaute der Nachtwolf auf den verblutenden Grafen unter sich. Dessen Blick war auf seine Malerei gerichtet und ein krampfhaftes Zucken lief durch sein Gesicht.
Langsam hockte Aaron sich wieder hin und flüsterte dem Mann ins Ohr: “Ihr habt wirklich das Blut eines Künstlers. Die Gilde wird erfreut sein über ein solch aufopferungsvolles Leben für die Kunst. Wahrlich eine perfekte Vorlage für Meisterwerke.” Langsam zog er sich zurück und blickte dem Grafen, der ihn nun voller Furcht anstarrte, in die Augen. Und mit einer schnellen und geübten Bewegung griff Aaron nach einem Messer, welches neben ihm lag, und durchtrennte die Kehle von Capetar. Der sich fürchtende Blick wurde schnell zu einem leblosen. Aaron wischte sich die Finger an der Kleidung des Toten sauber, sammelte seine Messer von den Wachen ein und begab sich zur Tür. Obwohl der Kampf in Sekunden vorbei gewesen war, hoffte, dass die Wachen wegen des Unwetters nichts gehört hatte oder vielleicht vor Furcht abgehauen sind. Er öffnete die Tür und blickte direkt auf die Augen der jungen Frau, die im anderen Zimmer geschlafen hatte. Bei Gaea wer ist sie! Er hat keine Kinder!
Die Frau sah die einzelnen roten Flecken an seiner Kleidung und an den Händen und starrte ihn dann wie gebannt an. Aaron schaute vorsichtig nach links und rechts, den weiteren Flur entlang doch niemand sonst war zu sehen oder zu hören. Er atmete kurz ein und machte dann einen Schritt auf die Frau zu, die mit plötzlicher Angst im Blick zurückwich. Ich hasse das! Aaron hob beide Hände, um ihr klar zu machen, dass er ihr nichts tun würde. Er kam wieder einen Schritt näher und die Frau wich wieder zurück, doch dann stieß sie mit ihrem Rücken an die Wand. Aaron ging wieder einen Schritt weiter und sie presste sich fest an die Mauer, schloss ihre Augen und drehte den Kopf zur Seite. Aaron griff langsam nach Ihrer Wange und drehte vorsichtig den Kopf, bis sich Ihre Augen trafen. Dann legte er langsam einen Finger auf Lippen. Sie erstarrte und nickte leicht. Aaron bemerkte, dass sie anfing zu zittern.

Der Nachtwolf lächelte, senkte kurz den Blick. Ich hasse das. Und wieder bewegte er sich wie ein Blitz. Das Messer drang ihr direkt ins Herz, während seine Hand ihr den Mund zuhielt. Ihre Augen wandelten sich innerhalb Sekunden von voller Furcht, zu Überraschung zu voller Schmerz, bis sie genauso Leblos waren, wie die von Graf Capetar. Ich hasse das. Er sollte keine Kinder haben! Hier sollte sonst niemand sein! Langsam geleitete Aaron die Frau auf den Boden. Er zog das Messer heraus, wischte es am Teppich sauber und steckte es wieder ein. Dann strich er der Frau die Augen zu und streichelte ihr über die Wange. Warum hättest du nicht weiterschlafen können. Warum musstest du aufstehen. Ich hasse das.
Dann erhob er sich mit der Frau in den Armen und brachte sie zurück in Ihr Bett. Dort legte er sie hin, deckte sie zu und blickte ein letztes Mal auf das leblose Gesicht. Es tut mir Leid.
Schnell verschwand Aaron aus dem Zimmer, aus dem Flur und aus der Bibliothek. Das Geräusch des prasselnden Regens empfing ihn wieder, als er aus dem obersten Fenster hinaus kletterte.

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marinaheartsnyc
Geschlecht:weiblichGänsefüßchen

Alter: 28
Beiträge: 36



BeitragVerfasst am: 02.11.2020 14:50    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Elessaer,

da du bisher noch gar kein Feedback bekommen hast dachte ich, ich fange mal an, auch wenn Fantasy eigentlich gar nicht so mein Ding ist und es bestimmt Menschen hier gibt, die inhaltlich wesentlich fundierter kritisieren können.

Sprachlich gesehen fand ich deinen Text echt gut! Kaum Dinge, die ich streichen oder monieren würde, nur Kleinigkeiten, und viele davon sind Tippfehler, die du glaub ich selber findest, wenn du noch einmal drüber gehst.

Inhaltlich fand ich es zunächst ein bisschen Standard - okay, da ist einer, der alle abmetzelt und so 100% mitgerissen hat es mich jetzt nicht. Ab dem Teil, wo die Frau auftaucht, fand ich es aber spannender, weil du auch ein bisschen mehr auf die Motive deines Protagonisten eingegangen bist und sich da ein innerlicher Konflikt abzeichnet - er metzelt alle nieder, aber er mag es eigentlich gar nicht. Ab dem Punkt komme ich dahin, wo ich mich für ihn interessiere und wissen will, warum er denn dann so bluttrünstig unterwegs ist, wenn er es eigentlich gar nicht mag.

Ingesamt hat das durchaus Potenzial, finde ich!

Liebe Grüße
Marina


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Yesterday I was clever, so I wanted to change the world. Today I am wise, so I am changing myself.

- Rumi
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