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ratisbona *)


 

 
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Perry
Geschlecht:männlichExposéadler

Alter: 68
Beiträge: 2055



BeitragVerfasst am: 04.09.2019 18:11    Titel: ratisbona *) eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

ratisbona *)

stadt der flüsse von kalkhängen umrahmt liegst du
im warmen schoß des oberpfälzer walds flankiert
vom fränkischen jura und dem bayerischen wald

in jungen jahren warst du mir treuer weggefährte
durch deine parks und läden in denen ich anfing
musikalische schätze und erste küsse zu sammeln

gehe ich heute durch die gassen winkt mir manche
erinnerung zu und alte songs führen mich an orte
wie stadtamhof wo der regen in die donau mündet


*) Ratisbona ist der keltische, italienische, portugiesische
und spanische Name der Stadt Regensburg in Bayern.

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gold
Geschlecht:weiblichShow-don't-Tellefant

Alter: 67
Beiträge: 6400
Wohnort: Persepolis
DSFo-Sponsor Ei 10


BeitragVerfasst am: 07.09.2019 07:10    Titel: Re: ratisbona *) Antworten mit Zitat

Perry hat Folgendes geschrieben:
ratisbona *)

stadt der flüsse von kalkhängen umrahmt liegst du
im warmen schoß des oberpfälzer walds flankiert
vom fränkischen jura und dem bayerischen wald

in jungen jahren warst du mir treuer weggefährte
durch deine parks und läden in denen ich anfing
musikalische schätze und erste küsse zu sammeln

gehe ich heute durch die gassen winkt mir manche
erinnerung zu und alte songs führen mich an orte
wie stadtamhof wo der regen in die donau mündet


*) Ratisbona ist der keltische, italienische, portugiesische
und spanische Name der Stadt Regensburg in Bayern.



Guten Morgen, Perry,

da ich ratisbona kenne, finde ich es schade, dass du das Flair dieser Stadt außen vorlässt. Der Leser kann weder die Stimmung erspüren - und sich durch die hinzugefügte Erklärung - nicht einmal Gedanken machen, worum es sich bei deiner Beschreibung handelt.

Die Stadt bietet so viel mehr.


Liebe Grüße
gold


_________________
es sind die Krähen
die zetern
in wogenden Zedern

Make Tofu Not War (Goshka Macuga)

Es dauert lange, bis man jung wird. (Pablo Picasso)
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Perry
Geschlecht:männlichExposéadler

Alter: 68
Beiträge: 2055



BeitragVerfasst am: 07.09.2019 13:36    Titel: Hallo Gold, pdf-Datei Antworten mit Zitat

danke für deine Sicht.
Lyrik ist kein Reiseführer, mir ging es hier mehr um persönliche Reflexionen.
Was die Stimmung anbelangt, liegt diese im Schoß der geschichtlichen Einflüsse verborgen. Wink
LG
Perry
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R.Flank
Geschlecht:männlichSchneckenpost

Alter: 28
Beiträge: 10
Wohnort: 04916


BeitragVerfasst am: 13.09.2019 14:11    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Perry,

die persönliche Seite ist in deinem Gedicht tatsächlich sehr stark spürbar (nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch), weshalb ich den Inhalt nicht in eine andere Richtung lenken würde - authentisch ist es bereits. Doch um einen Leser (oder beim Vortragen ein Publikum) darauf vorzubereiten, könnte der Titel vielleicht auch lauten: “mein ratisbona“
Was hältst du von der Idee?

Zur allgemeinen Struktur:
Die Strophen finde ich dramaturgisch angemessen angeordnet (von der objektiv beschriebenen Lage, zu subjektiven Eindrücken der Vergangenheit, und schließlich zu subjektiven Eindrücken der Gegenwart). --> sehr schön.

Eine Sache lässt mich beim Lesen allerdings stolpern: “alte songs“.
Als Musiker vermute ich, dass du ganz bewusst das Wort “song“ gewählt hast, weil ein “lied“ eher ... sagen wir in anderen Genres zu finden ist. Aus ästhetischer Sicht würden aber “alte lieder“ besser zum sprachlichen Gesamtbild passen (weil du eine bayerische Stadt thematisierst und plötzlich so ein englisches Wort daherkommt).

Gruß, R.Flank
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Perry
Geschlecht:männlichExposéadler

Alter: 68
Beiträge: 2055



BeitragVerfasst am: 13.09.2019 16:15    Titel: Hallo R. Frank, pdf-Datei Antworten mit Zitat

danke fürs konstruktive Auseinandersetzen mit den Bildern.
Deine Anregungen treffen zu und gefallen mir gut.
Was die "Songs" anbelangt, sind es nun mal die 70iger Songs gewesen, die ich mit der damaligen Szene (Cafes, Kneipen, Discos etc.) verbinde. Mal sehen, ob mir ein passenderer Ausdruck einfällt.
LG
Perry
PS: Ich versuche mal einen konkreten Song "Sound of Silence" von Simon and Garfunkel ins Deutsche zu übertragen ->

... höre den "klang der stille" an orten
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Gast







BeitragVerfasst am: 24.09.2019 11:14    Titel: Antworten mit Zitat

hallo perry,

manche Teile, wie etwa: "wo der regen in die donau mündet"
oder: "stadt der flüsse von kalkhängen umrahmt"
gefallen mir.

jedoch finde ich den ein oder anderen Begriff etwas unnötig.
wenn du doch hier deine persönliche beziehung zu ratisbona
darstellen willst - sry die persönliche beziehung des lyrischen
ichs zu ratisbona -, dann würde ich anders herangehen.

worauf ich hinaus will: ich weiß ja nicht genau, wen du mit diesem
werk erreichen willst aber man muss sich ja etwas vorstellen können
unter "oberpfälzer", "fränkischen" und "bayerischen"!

genau das ist nämlich für mich etwas zu reiseführerhaft.
auch "stadtamhof". diese orte haben namen, doch wer die orte nicht kennt
ist mit den namen schon verloren. es sind schöne wörter, doch so
als würdest du eine fremdsprache einbauen, für all die, die
keine deutschen sind.

aber nun möchte ich diesen punkt nicht allzu stark kritisieren, bevor
ich nicht weiß, wen du erreichen willst. wenn es lyrik ist für deutsche, die
geografische kenntnisse haben und mal in regensburg und der umgebung
waren, dann lass es so.

ich schlage dir aber vor dein werk für ein weiteres publikum zu öffnen,
vielleicht auch für leute die nicht einmal wissen, was die donau ist.

entschuldige, ich mag deine lyrik sonst doch immer!

es ist ja auch nur eine idee: statt "oberpfälzer walds" den wald anders
zu charakterisieren. so wie georg trakl in "grodek" auch nicht
"ukrainische wälder" sondern "herbstliche wälder" geschrieben hat.
der titel kann selbstredend "ratisbona" bleiben. aber von da an einfach
dann keine ortsbenennungen mehr. du kennst doch sicher den
bayerischen wald. finde lieber ein adjektiv, das besser beschreibt, als
"bayerischen".

regensburg hat darüber hinaus wirklich mehr zu bieten als "musikalische
schätze". daher würde ich auch nicht noch einmal betonen: "alte songs".

aber das ist deine entscheidung.

ich hatte nur mal lust ein wenig strenger zu sein. ich hoffe du nimmst es
mir nicht übel, diese kritik soll ja auch keine an dich persönlich
gerichtete sein!

ungeschickt ist auch "warmen schoß des [...] walds". dieses bild fügt sich
unschön zusammen.

auch gefällt es mir nicht, dass "manche erinnerung" dem lyrischen ich
"winkt". da fällt dir doch sicherlich etwas passenderes ein, oder? ich habe
auch manchmal erinnerungen, aber winken tun sie nie. auch nicht
metaphorisch!

wie gesagt: ich schätze deine lyrik und ich weiß, dass du sehr erfahren
bist im dichten. gerade deshalb hoffe ich auch, dass du diese meine
worte gut verträgst oder im schlimmsten fall schlicht ablehnst ...

freundliche grüße, etma
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Perry
Geschlecht:männlichExposéadler

Alter: 68
Beiträge: 2055



BeitragVerfasst am: 24.09.2019 17:26    Titel: Hallo Etma, pdf-Datei Antworten mit Zitat

danke für deine offene und umfassende Kritik sowie die Anregungen.
Grundsätzlich sollte ein Dichter nie versuchen für den Leser zu schreiben, sondern nur nach seinem inneren Bedürfnis, auch ist Lyrik meist nur eine Momentaufnahme und beschreibt selten umfassend.
Mir ging es hier darum mein inneres Empfinden (Erinnern) am äußeren Erscheinungsbild der Stadt (im Jetzt) zu reflektieren.
Dabei ist es nicht wichtig, ob der Leser damit im Detail was anfangen kann,  er kann sich ja einfach bildlich führen lassen. Dass ich dabei etwas zuviele Begrifflichkeiten verwendet habe, sehe ich auch so und werde versuchen vielleicht einiges etwas allgemeiner zu beschreiben.
Was den warmen Schoß und die winkenden Erinnerungen anbelangt, sollen sie das Gefühl der Geborgenheit und der Fröhlichkeit vermitteln.
Dann mach ich mich mal dran!
LG
Perry

Überarbeitung:

ratisbona

stadt der flüsse von kalkhängen umrahmt liegst du
im warmen schoß bayerischer bergwaldungen
sammelst und lenkst ihre wasserläufe nach süden

in jungen jahren warst du mir treuer weggefährte
durch deine parks und läden in denen ich anfing
musikalische schätze und erste küsse zu sammeln

gehe ich heute durch die gassen lacht mich manche
erinnerung an und ich höre unsere lieder am ufer
der stadtinsel wo der regen in die donau mündet
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