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Das befreiende Gefühl, nicht mehr Autorin zu sein

 

 
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femme-fatale233
Geschlecht:weiblichFüßchen

Alter: 26
Beiträge: 2087
Wohnort: München
Das Bronzene Pfand


BeitragVerfasst am: 28.09.2018 22:22    Titel: Das befreiende Gefühl, nicht mehr Autorin zu sein eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ich wollte das hier kurz teilen, es bedarf auch keiner Antwort.

Ich habe die letzten Jahre neben meinem Studium als Autorin für verschiedene Zeitungen gearbeitet. Nun habe ich seit Herbst einen neuen Job in einer etwas anderen Branche. Das Schreiben fehlt mir unfassbar, keine Frage, gleichzeitig erlebe ich eine unheimliche Freiheit darin, nicht mehr als Autorin zu arbeiten. Als seinen plötzlich wieder einige der Kanäle für literarische Kreativität frei, die in den Jahren zuvor verstopft schienen. Abends bin ich manchmal fast schon ungeduldig, vor den Computer zu kommen, um zu schreiben. Ich weiß nicht, ob jemand von euch das schon einmal erlebt hat, ich weiß auch nicht, ob mich das beunruhigen soll, will ich doch auf die Dauer wieder als Autorin arbeiten. Es ist einfach nur eine Beobachtung, die mich gerade glücklich macht.
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d.frank
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 40
Beiträge: 913
Wohnort: berlin


BeitragVerfasst am: 29.09.2018 08:32    Titel: Antworten mit Zitat

Ich möchte darauf antworten, denn ich muss dir da beipflichten. Am Besten funktioniert wohl das Modell 80 / 40. Man lädt sozusagen das eine mit dem anderem wieder auf. Irgendwann, wenn man das Ganze hauptberuflich macht und dabei die eigenen Ideale umsetzen kann, funktioniert das sicherlich auch routinierter. Aber wenn man beruflich viel schreibt, ist man tatsächlich leer für die eigenen Projekte, muss ich gerade feststellen (und ich beantworte nur Mails, nichts weiter)

_________________
Die Wahrheit ist keine Hure, die sich denen an den Hals wirft, welche ihrer nicht begehren: Vielmehr ist sie eine so spröde Schöne, daß selbst wer ihr alles opfert noch nicht ihrer Gunst gewiß sein darf.
*Arthur Schopenhauer
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Catalina
Geschlecht:weiblichHobbyautor

Alter: 46
Beiträge: 339
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 29.09.2018 08:42    Titel: Antworten mit Zitat

Ich finde auch, dass das Loslassen von etwas Altem unglaublich viel Raum macht - für neue Ideen und kreatives Schaffen.

Selbst initiierte Veränderungen zeigen uns unsere Selbstwirksamkeit, sie machen jung und wach. Mir geben sie oft das Gefühl, die ganze Welt steht mir offen.
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Lki
Geschlecht:weiblichSchreiberling


Beiträge: 194



BeitragVerfasst am: 29.09.2018 08:53    Titel: Antworten mit Zitat

Ich kann dir da nur voll und ganz zustimmen. Bis vor kurzem habe ich drei Tage die Woche für ein Unternehmen geschrieben (Online-Magazin) und dann nochmal drei bis vier Tage die Woche meine eigenen Sachen. Das ging nicht gut. Nicht nur wegen der fehlenden Erholung, sondern vor allem, weil sich das doppelt Kreative gegenseitig Energie geraubt hat. Jetzt bin ich Vollzeitautorin und so produktiv wie nie. Einfach, weil auch mal Raum ist, die Ideen ein bisschen arbeiten zu lassen.

_________________
Ophelia Scale - Die Welt wird brennen (cbj Verlag) - März 2019
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Stefanie
Dichter und Denker


Beiträge: 1088



BeitragVerfasst am: 29.09.2018 10:16    Titel: Antworten mit Zitat

Ich bin auch Hobbyautorin aus Überzeugung.
Ich habe einen Beruf, den ich mag und von dem ich gut leben kann.
Ich schreibe, wenn es mir Spaß macht, und wenn nicht, bleibt das Projekt auch mal ein paar Monate in der Schublade.
Ich möchte nicht den Druck habe, regelmäßig schreiben zu müssen, auch wenn viele meinen, das wäre quasi Pflicht, um als "richtige" Schriftstellerin zu gelten.  

Also hör auf dein Bauchgefühl und genieß es zu schreiben, wann immer du magst.
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Lki
Geschlecht:weiblichSchreiberling


Beiträge: 194



BeitragVerfasst am: 29.09.2018 13:48    Titel: Antworten mit Zitat

Stefanie hat Folgendes geschrieben:

Ich möchte nicht den Druck habe, regelmäßig schreiben zu müssen, auch wenn viele meinen, das wäre quasi Pflicht, um als "richtige" Schriftstellerin zu gelten.  


Ich glaube, es ist weniger diese Geltungssache als vielmehr die Unterscheidung in Hobby und Profi (wie du ja auch selbst sagst). Will man professionell schreiben und dann auch damit Geld verdienen, kommt man nicht umhin, sich selbst a) in einen Zustand professionellen Könnens zu versetzen, was häufiges Schreiben zwangsläufig beinhaltet, und b) Output zu liefern. Mal unabhängig davon, dass ich Abgabetermine habe, die ich einhalten muss, wäre es auch für meinen Geldbeutel nicht gut, wenn ich mal ein paar Monate nicht schreibe (was ich auf der anderen Seite aber auch gar nicht will). Das hat für mich aber nichts mit "Ich bin richtige Schriftstellerin"-Anerkennung zu tun - mir ist das bums, ob mich jemand dafür hält oder nicht. Es ist einfach mein Job und kein Hobby mehr. Und da das mein Ziel war, bin ich damit natürlich sehr glücklich, aber das muss ja nicht für jeden gelten.


_________________
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Tjana
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 59
Beiträge: 1924
Wohnort: Inne Peerle


BeitragVerfasst am: 29.09.2018 23:36    Titel: Antworten mit Zitat

Aus erschrockenem Entsetzen über den Titel von dir, liebe Caro, habe ich draufgeklickt.
Nun bin ich so froh, dass es nicht der erwartete Abschied vom Autorenleben, sondern im Gegenteil ein neuer Anfang ist. Dafür wünsche ich dir von Herzen bestes Gelingen und bleibende Freude.
Und verstehen kann ich dich und das neue Glücksgefühl total! Zwar glauben die Leute, meine beruflichen Texte erforderten kaum Kreativität (geht ja nur um trockene Paragrafen, höhö), aber das stimmt nicht. So bin auch ich glücklich, wenn sich endlich mal wieder Raum auftut, die Ideen "privater" Texte im Kopf arbeiten zu lassen.
So lass uns in die Tasten hauen Very Happy


_________________
Wir sehnen uns nicht nach bestimmten Plätzen zurück, sondern nach Gefühlen, die sie ins uns auslösen
In der Mitte von Schwierigkeiten liegen die Möglichkeiten (Albert Einstein)
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Rao
Sonntagsschreiber


Beiträge: 14



BeitragVerfasst am: 01.10.2018 15:18    Titel: Antworten mit Zitat

Schreiben ist eine Sucht, ganz schlicht und einfach.
Wenn man drin ist in dieser Sucht, will man es immer wieder tun. Allerdings kann sich mit der Zeit auch ein gewisser Leidensdruck einschleichen, wenn man von Berufs wegen schreiben muß um jeden Preis, egal ob die Kreativität gerade was brauchbares ausspuckt oder nicht, man kann sich auf diese Weise auch ausbrennen, wie bei einem Nikotinsüchtigen dem die Zigaretten in Wahrheit schon lange nicht mehr schmecken.
 
Wenn man dann wieder völlig nach eigenem Gusto schreiben kann und nur noch dann, wenn einem etwas wirklich schreibenswertes über den Weg läuft, mit ausreichend Leerlauf, in dem sich die Phantasie wieder auffüllen kann mit neuen Ideen, ist das sicher eine Erleichterung, und die bessere Alternative.
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femme-fatale233
Geschlecht:weiblichFüßchen

Alter: 26
Beiträge: 2087
Wohnort: München
Das Bronzene Pfand


BeitragVerfasst am: 03.10.2018 19:45    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hey, schön, dass offenbar ein paar von euch nachvollziehen können, was ich meine. Was LKI und d.frank schreiben, spricht mir sehr aus der Seele. Ich habe es einerseits als bereichernd empfunden, viele Projekte gleichzeitig zu jonglieren, andererseits geriet das literarische Schreiben da einfach aufgrund der kreativen Erschöpfung in den anderen Bereichen oft in den Hintergrund. Dass ich momentan mal Pause habe von diesem Jonglieren der Projekte, finde ich ganz gut und es macht Wege zum Schreiben frei, vor allem, weil ich erst jetzt merke, wie viel ich in den letzten Jahren über das Schreiben gelernt habe.
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