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Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig Das Geständnis des V.R. [ Elirium Saga ]


 

 
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Leveret Pale
Geschlecht:männlichAutor

Alter: 20
Beiträge: 751
Wohnort: Jenseits der Berge des Wahnsinns


BeitragVerfasst am: 08.12.2015 19:56    Titel: Das Geständnis des V.R. [ Elirium Saga ] eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Wie vielleicht einige wissen, arbeite ich zur Zeit an einem Darkfantasyroman, zu dem ich bereits eine Art Aufsatz über die Welt und den Anfang des ersten Kapitels rein gestellt hab.
Parallel zum Roman habe ich jetzt noch eine Novelle geschrieben, die die Vorgeschichte ( rund hundert Jahre zuvor ) erzählt. Dabei hab ich mich an einem berichtenden Ich-Stil versucht, den ich mir etwas bei Lovecraft abgeschaut hab. Ich bin mir aber nicht sicher in in wie weit das mir gelungen ist, was vielleicht auch daran liegt, dass ich im Gegensatz zu Lovecraft ( und Poe ) kein knallharter Plotter und Konstrukteur bin, sondern eher ein Discovery-Writer Hybrid. Wie dem auch sei, ich stelle mal hier den Anfang rein. Insgesamt hat die Geschichte etwas mehr als 10 000 Wörter. Gegebenenfalls stelle ich de Rest ebenfalls hier rein. Was fällt euch sprachlich und stilistisch auf? Findet ihr es spannend oder langweilt es euch? Habe ich mit Anspielungen übertrieben und hätte sie sparsamer anwenden sollen, oder findet ihr das gut? Ich bin den Text bereits mehrmals durchgegangen und alle Fehler nach besten Wissen und Gewissen entfernt. Momentan experimentiere ich ziemlich viel rum mit verschiedenen Erzählstilen und bin mir nicht ganz sicher, ob ich die im einzelnen so gut hinkriege. Vor allem der Ich Erzähler ist momentan ein totales Novum für mich, wenn ich ihn auch überraschenderweise leichter zu schreiben finde, als erwartet.


Das Geständnis des Valentin Rosenthal


Ich kann nicht mehr. Ich kann es einfach nicht mehr für mich behalten, das Wissen um das Grauen, welches ich entfesselt habe. Die Schuldgefühle drohen mich zu ertränken und in den Wahnsinn zu treiben. Leicht könnte ich die Schuld auf meinen Bruder schieben, der nun in seiner Urne ruht, oder auf meinen seligen Vater, der mich am Leben ließ, anstatt mich den Henker auszuliefern und so all dies überhaupt erst möglich machte. Doch Nein, es war meine Verfehlung. Wahrscheinlich hätten die meisten in meiner Lage so gehandelt, denn wer hätte die Konsequenzen ahnen können, aber trotzdem kann ich nicht den äußeren Umständen die Schuld geben, sondern nur mir. Diese Schuld muss ich loswerden, sonst zieht sie mich in den Abgrund der Verzweiflung. Wenn ich schon mich keinem Menschen anvertrauen kann, so will ich meine Taten niederschreiben. Vielleicht kann ein Leser in der fernen Zukunf, darüber urteilen, wer die Schuld hatte, wenn überhaupt jemand zu beschuldigen ist.

Mein Name ist Valentin Rosenthal. Zusammen mit meinem Zwillingsbruder Aegor erblickte ich zum ersten Mal das Licht dieser Welt beim zweiten Mondwechsel im 355sten Jahr des dritten Äons. Wir waren aus dem gleichen Samen erwachsen und doch konnten wir kaum verschiedener sein. Ich war stets dünn, kränklich und mein Haar rabenschwarz, wohingegen mein Bruder zu einem gesunden und kräftigen, blonden Jungen heranwuchs. Nur in der Größe sollte ich ihm körperlich überlegen sein, was sich jedoch erst in der Jugend abzeichnete, als ich ihn und die meisten anderen Männer um zwei Köpfe überwuchs. Vom Charakter unterschieden wir uns umso mehr. Ich verbrachte, kaum dass ich gehen konnte, bereits meine Zeit am liebsten in der Bibliothek unserer Burg mit den Büchern der alten Gelehrten oder studierte mit meinem Vater die Mysterien des Nachthimmels. In dem Alter, wo die meisten noch nicht einmal an andere Dinge dachten, als Spiel und Spaß, berechnete ich die Laufbahnen beider Monde und zahlreicher ferner Sterne.
 Mein Bruder hingegen tollte durch den Burghof und spielte mit den Hunden im Zwinger oder prügelte sich mit den Jungen der Bediensteten unserer Familie. Der größte Unterschied jedoch war, der der auch uns alle ins Verderben stürzen sollte: Meine stark ausgeprägte Eliriumperzeptions- und manipulationsfähigkeit, oder wie das gemeine Volke zu sagen pflegt: meine magischen Fähigkeiten.

Diejenigen Fähigkeiten, die seit den Bürgerkriegen und dem Untergang der Götter-Königreiche, in den Ländern der Mensch mit der Todesstrafe verfolgt werden. Die Pogrome dauerten zur Zeit meiner Geburt bereits 150 Jahre an, die Zitadelle des Magierordens war bereits seit über hundert Jahren nicht mal mehr Asche und die letzten meiner Art verrotteten in den magischen Zellen unterhalb der Mauern von Hoorn.
Im Alter von vier Jahren machte sich die Fähigkeien zum ersten Mal bemerkbar. Eins der Zimmermädchen fand mich im Schlafzimmer von uns Brüdern. Ich saß da, lachend und klatschend, doch das war nicht das, was sie erschreckte und schreien ließ, es waren die Spielsachen, die in einen wilden Strudel an der Decke flogen, es war das Bett, welches in der Luft schwebte und wild kreiselte, während mein Bruder darin lachte. Sie stürmte davon, wohl um die Wache holen, doch mein Vater kam ihr entgegen, und als sie ihm berichtete, was sie gesehen hatte, schlug er ihr mit einem Schwert den Kopf ab. Niemand konnte ihm diese blutige Liebestat beweisen, den es fehlt an Motiv und Zeugen und selbst wenn es diese gegeben hätte, so war er als Graf von Rosenthal ohnehin unantastbar. Wenn sie doch damals die Wache erreicht hätte. Nicht nur ihr Leben, aber auch das so vieler anderer wäre wahrscheinlich verschont geblieben.

Mein Vater schärfte mir ein, meine Talente niemals nach außen dringen zu lassen, worauf ich stets achtete, aber zugleich förderte er meine Fähigkeiten, den er glaubte, im Gegensatz zum König und gemeinem Volk, dass Magie auch Gutes bewirken kann.
In den folgenden Jahren wuchs ich zu einem jungen Gelehrten auf, der sich tagsüber mit der Pflanzkunde und der Anatomie von Tieren beschäftigte, und nachts die Sterne beobachtete und die verbotenen Schriften studierte, die mir mein Vater aus den Bibliotheken von Mhyr schmuggeln ließ. Mein Bruder hingegen, der ohne diese Gabe oder eher Geisel, geboren wurde, war beliebt und in der Zeit, wo meine einzigen Freunde Bücher verstorbener Alchemisten waren, hatte er bereits mehr Freunde und Mädchen an seiner Seite gehabt, als ein vernünftiger Mensch sich mit Namen merken könnte. Wir einigten uns früh darauf, dass er eines Tages die Grafschaft erben würde, während ich mein Leben den Studien widmen und als sein Berater fungieren sollte. Obwohl wir so verschieden waren, verstanden wir uns großartig und er half mir oft, wenn es darum ging, ein Tier zu fangen oder ein Kraut zu sammeln. Aegors Begeisterung für meine Fähigkeiten glich zeitweise einer Besessenheit, und ich bezweifle nicht, dass er sich oft wünschte, sie auch erhalten zu haben. Nun manche Wünsche sollten wohl besser nie in Erfüllung gehen, aber sie tun es trotzdem, wenn auch auf andere Art und Weise wie wir es gern hätten.

Es war in dem Jahr, als wir Brüder unser 19tes Lebensjahr erlebten, dass meine Mutter verstarb. Die Krankheit, die sie dahinraffte, war schnell und merkwürdig gewesen, sodass ich bis heute daran zweifle, ob sie natürlichen Ursprungs war.
Tag und Nacht wachte ich zusammen mit unseren Hofapothekter - einem schrulligen Greis namens Frolin Testan - und Aegor an ihrem Bett, während mein Vater seine Trauer und Verzweiflung in der Einsamkeit seiner Gemächer ertränkt, nicht in der Lage das Sterben seiner Frau mit anzusehen. Ich versuchte heilende Zauber anzuwenden, doch leider war ich in ihnen nie besonders bewandert gewesen und sie zeigten kaum Wirkung gegen diese sonderbare Krankheit. Ihr Haut wurde von Tag zu Tag blasser, am Ende beinahe durchsichtig, und ihr Körper matter und blutleerer. Nach einer Woche versank sie in das Delirium eines hohen Fiebers. Am dritten Tag des Fiebers fiel sie in eine tiefe Bewusstlosigkeit, in der sie sonderbare Dinge murmelte, von abstrusen Scheußlichkeiten und Monstern, die sie verfolgten in tiefen, dunklen Gängen und bodenlosen Schächten. Nach einer Woche verstummte ihr immer undeutlicheres und panischeres Gemurmel und für einen Augenblick schlug sie die Augen auf und stieß einen Schrei des Entsetzen aus, der durch das ganze Schloss hallte. Dann verstummte sie auf immer, zusammen mit ihren Herzen.

Die ganze Burg verfiel in tiefer Trauer und mein Vater gab mir die Schuld dafür, dass ich es nicht geschafft hatte, sie zu retten.  Er gab mir die Schuld an ihrem Tod. Sicherlich, er war wütend und verzweifelt, seine Worte im Wahn des Kummers geschrien, doch sie trafen meine zerrüttete Seele. Vor Verzweiflung brach ich zusammen. Mehrere Tage trank und aß ich nichts, lag nur auf meinem Bett, schlief und starrte voller Kummer und Schmerz die Decke an. Ich dachte mehr über den Tod, als über das Leben nach. Nichts vermochte meine Lebenskraft aufs Neue zu entflammen. Ich sprach mit niemandem und verließ meine Gemächer nicht. Die Diener lernten schnell, dass ich ihre Anwesenheit nicht wünschte, und überließen mich meinem Elend. Nur mein Bruder erschien das ein oder andere Mal betrunken in meiner Tür, wollte Trost bei mir suchen, doch auch ihn wies ich ab.

Erst nach scheinbar ewiger Leere und Finsternis, kroch ein Funken der Hoffnung aus den düstersten Tiefen meines Bewusstseins in meinen Verstand und entflammte zu einer gleißenden, wenn auch törichten Idee, die ich damals als brillant ansah. Sie ergriff mich und riss mich einem Sturm gleich mit. Meine erloschen geglaubte Lebensflamme loderte heller als jemals zuvor. Ich hatte ihren Tod nicht verhindern können, doch vielleicht konnte ich meine Mutter von den Toten zurückholen. Hätte ich diese Idee doch nicht bekommen, wäre ich bloß liegen geblieben, aber es kam anders. Begeistert sprang ich von meinem Bett und umarmte die erste Kammerzofe, die mir entgegen kam. Schockiert von d von meiner plötzlichen Geselligkeit schrie sie auf und errötete genauso wie ich, der in seinem Leben selten einer Frau so nahe kommen sollte. Peinlich berührt torkelte ich freudentrunken in die Küche, wo ich erstmal die Speisen und Tränke der vergangenen Tage aufholte. Nie zuvor oder danach hat mir eine Mahlzeit so gemundet. Tage und schlaflose Nächte verbrachte ich dann, damit Bücher mit altem Wissen zu durchforsten und nekromantische Pergamente aus meiner geheimen Bibliothek zu holen. Meine Lebenskraft war zurückgekehrt. Ich glaubte eine Möglichkeit entdeckt zu haben, meine Vision umzusetzen. Tote Menschen konnten als Ghule wiederauferstehen, wenn auch nicht als dieselbe Person, die sie einst waren. Ich war ein Narr zu glauben, dass wenn ich den Prozess dieser Verwandlung untersuchte, eine Methode fand ihn zu verbessern und, einem Gott gleich, Menschen wahrhaftig von den Toten zurückzuholen. Von Größenwahn besessen trug ich den Vorschlag meinem Vater vor. Er stimmte, klammerte sich wie ich verzweifelt an diesem Halm der Hoffnung. Ich bekam im Kerker eine große unterirdische Zelle, in der ich ein Forschungslabor errichtete und an den Gefangenen meines Vaters experimentierte. Es war grausam und schrecklich, aber ich sagte mir stets selbst, dass es eine Verschwendung wäre, die Männer einfach nur zu hängen und dann ihre Leichen zu verbrennen. Man konnte die zum Tode Verurteilten, sowohl lebendig als auch Tod, für einen höheren Zweck benutzen. Mein Bruder, den ich betrunken an den Stufen eines Freudenhauses sitzend fand, half mir Ghule aus Katakomben alter Friedhöfe aufzuspüren und gefangen zu nehmen. Ich entnahm ihnen Blut, injizierte es den Gefangenen, die unter Todesqualen starben, um dann als Ghule wiederzuerwachen, untot und fast unsterblich, aber sämtlichen Verstands und Gefühle beraubt. Ich nahm Leichen und schaffte es genug Ghulblut in ihren toten Kreislauf zu bringen, das sie sich aufs Neue erhoben. Durch das Einbringen bestimmter Substanzen in den Kreislauf versuchte ich anfangs die Metamorphose zu beeinflussen. Die Ergebnisse waren meist ernüchternd, lediglich bei Silber stellte sich eine hemmende Wirkung ein, die die Verwandlung häufig unterbrach oder gar verhinderte. Des Weiteren fand ich heraus, dass die Verwandlung nur bis zu einem gewissen Grad der Verwesung möglich war, woraufhin ich Dienern befahl, uns Eis aus dem nahegelegen Ryphyneen-Gebirge zu holen, um meine hohe Mutter einzufrieren. Natürlich geschah dies unter strengster Geheimhaltung und die Diener wurden von meinem Vater fürstlich entlohnt für Stillschweigen. In einer Nacht holten Aegor und ich den steifen Leichnam der Gräfin aus den finsteren Tiefen der Familiengruft. Ihr Körper war eindeutig tot, doch sah er aus, als wäre er gerade erst verstorben, was wir auf die niedrigen Temperaturen in drn Grüften unterhalb der Burg zurückführten. Um den Körper meiner Mutter  aufzubewahren, fror ich sie in einen großen Eisblock, den ein ganzer Trupp von Soldaten von einem fernen Gletscher heruntertrug, mithilfe von Magie ein. Still und friedlich ruhte sie in den großen durchsichtigen Kristall, tief unten in den Kellern der Burg, wo die niedrigen Temperaturen ein Auftauen möglichst lange herauszögerten. Dennoch, die Zeit lief gegen uns, denn ewig konnten wir den Aufwand nicht betreiben und das Eis schmolz von Tag zu Tag schneller, auch stellten einige Diener unangenehme Fragen über das Eis und die Beschaffungen der letzten Wochen. Die Bevölkerung wurde misstrauisch, da immer mehr Menschen für Banalitäten verhaftet wurden und dann spurlos verschwanden, um dann auf meinem Seziertisch geschnallt zu werden. Oh, welch ein Elend, hab ich damals verursacht, wie viele Familien verloren ihre Väter und Söhne nur für meine grausamen Experimente? Aber, ich hatte keine Wahl. Ich war den Wahn verfallen und sah nur noch ein Ziel vor Augen: Das Zurückholen meiner Mutter und auch immer mehr, durch meinen Bruder angeregt, Unsterblichkeit. Ja, nach diesem Elend sehnten wir uns damals. Würde mir jemand vorwerfen, wir hätten den Tod der Gräfin nur als Vorwand benutzt, so könnte ich es kaum abstreiten.

Die Reproduktion der Substanz, mit der man einen Mann in einen Ghul verwandeln konnte, kostete mich unzählige Versuchsobjekte und Monate an Arbeit. Es stellte sich heraus, dass eine besondere Form eines Eliriumteilchens ist, die einzelne Bestandteile des Körpers dazu anregte, sich zu verwandeln und zu verformen. Das daraus entstehende Gewebe erinnerte mich stark an das von Tumoren und Geschwüren, welches ich oft beim Sezieren von Toten und Tieren gefunden hatte. Mittels Manipulation auf Eliriumbasis der Anwendung zahlreicher Zauber kam ich nur langsam voran, erhoffte mir jedoch eine Möglichkeit zu finden, den Körper unsterblich zu machen, ohne den Geist dabei zu zerstören.

Mein Bruder war es, der mich daran erinnerte, dass nur wenige Tagesritte von Rosenthal entfernt, den Legenden zufolge, die Ruinen von Vermya liegen müssten. Die Stadt der Vaenyr, jener grausamen Totengötter, die sowohl die Menschen als auch Ghule erschaffen hatten, bevor sie wie die anderen Göttervölker in den Großen Kriegen sich selbst vernichteten. Wenn jemand jemals gewusst hatte, wie man unsterblich wurde und Tote zurückholte, dann diese alten Götter. Vielleicht hatten sie Aufzeichnungen hinterlassen, die mir weiterhelfen konnten, nicht nur bei dem erreichen der Unsterblichkeit, nein, auch zum Verständnis der Welt und ihrer Spähren, dennoch zögerte ich. Bei den Gedanken an diese unheimliche Stadt, über deren einstige Herrscher die schlimmsten Legenden existierten, erschauderte es mich, aber als ich nach einiger Zeit noch immer keine Fortschritte machte, stimmte ich zu. Alles, was ich in den Bibliotheken über Vermya fand, studierte ich eingehen. Das Wissen ermutigte mich nicht sonderlich und ich hätte es als Warnung auffassen sollen, was ich törichterweise nicht tat. Stattdessen verschloss ich die Augen vor den Gefahren und Schrecken, die dort auf uns lauern würden. Dabei gab es so viel, was jeden gewöhnlichen Mann abgeschreckt hätte. Die Berichte von den fürchterlichen Geschöpfen, die die Vaenyr erschuffen und die möglicherweise noch in den Ruinen lebten. Diese Ungeheuer sollen so schrecklich gewesen sein, dass sich feindlichen Soldaten reihenweise in den Schlachten die eigenen Augen herausrissen, im verzweifelten Versuchen ihren Anblick, aus dem Gedächtnis zu tilgen. Die Amygdala, die RaK`othrods, die Shivis.. . Die Menschen waren nur zweitniedrigste Schöpfung nach den Ghulen gewesen, danach kam eine riesige Heerschar meist namenloser und abscheulicher Geschöpfe.  Sogar die Lage der Stadt war abschreckend, in einem Tal inmitten der Ryphyneen, zwischen den, nach dem Khalkatas, größten Gebirgen der Welt deren Spitzen zwischen 3 und 8 Meilen über dem Meer aufragen. Eisige Winde, abscheuliche Kreaturen und Lawinen bedrohten das Leben jedes wagemutigen Abenteurers, der es wagte diese unwirtlichen Gebiete zu durchqueren.

EDIT : 10:22, 10.12.2015 habe ich den Text noch einmal durch einen überarbeiteten ersetzt

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Phenolphthalein
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BeitragVerfasst am: 13.12.2015 11:02    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Leveret Pale,

BTW: Gibt es hier im Forum eigentlich noch die ca. 1000 Wörter Regel?
Wenn ja hast du sie deutlich gebrochen.

Zitat:

Vor allem der Ich Erzähler ist momentan ein totales Novum für mich, wenn ich ihn auch überraschenderweise leichter zu schreiben finde, als erwartet.


Du wirst feststellen: Mit ein wenig Übung ist der Ich-Erzähler auch die leichteste Erzählform (ich gehe schon mal in Deckung vor den »Ich-Erzähler-Autoren« hier im Forum. Smile

Nun denn:
Sprachlich finde ich es recht ordentlich und als ersten Durchlauf auch gelungen. Ein Lektor wird trotzdem noch genug finden, aber das ist auch seine Aufgabe.

Mir fiel auf, dass du gerne »Bandwurmsätze« benutzt. Das Spielen mit der Sprache/dem Stil ist wichtig, aber es sollte im Verhältnis bleiben.
Bandwurmsätze reißen aus dem Lesefluss heraus - sind halt schwieriger zu lesen als kurze.
Das muss aber wie gesagt nicht zwangsläufig schlecht sein. Du könntest dennoch problemlos den ein oder anderen teile, ohne dabei den Stil zu gefährden. Vielleicht ist dir das eine Überlegung wert, muss es natürlich nicht.

Teilweise finde ich den Text ein wenig überladen, aber das hält sich in Grenzen, passt u.U. sogar zum Stil.

Fehler sind nach wie vor enthalten, aber auch die halten sich in Grenzen. Vielleicht hilft dir dude.de weiter. Wenngleich der auch nicht alle Fehler findet (z.B. Der größte Unterschied jedoch war, der (Komma) der auch uns alle ins Verderben stürzen sollte: ; für das erste »der« könntest du auch jener setzen, dann würde Duden den Kommafehler auch anzeigen).

Zitat:
Ich kann nicht mehr. Ich kann es einfach nicht mehr für mich behalten, das Wissen um das Grauen, welches ich entfesselt habe. Die Schuldgefühle drohen mich zu ertränken und in den Wahnsinn zu treiben. Leicht könnte ich die Schuld auf meinen Bruder schieben, der nun in seiner Urne ruht, oder auf meinen seligen Vater, der mich am Leben ließ, anstatt mich den Henker auszuliefern und so all dies überhaupt erst möglich machte. Doch Nein, es war meine Verfehlung. Wahrscheinlich hätten die meisten in meiner Lage so gehandelt, denn wer hätte die Konsequenzen ahnen können, aber trotzdem kann ich nicht den äußeren Umständen die Schuld geben, sondern nur mir. Diese Schuld muss ich loswerden, sonst zieht sie mich in den Abgrund der Verzweiflung. Wenn ich schon mich keinem Menschen anvertrauen kann, so will ich meine Taten niederschreiben. Vielleicht kann ein Leser in der fernen Zukunft, darüber urteilen, wer die Schuld hatte, wenn überhaupt jemand zu beschuldigen ist.


Abgesehen davon, dass du in diesem Abschnitt recht inflationär mit dem Wort Schuld (in jeder Form) umgehst, stört mich dieser Absatz bezüglich der Akzeptanz mit deinem Prota.
Gerade dieser Satz »Wahrscheinlich hätten die meisten in meiner Lage so gehandelt,« lässt jedoch vermuten, dass er noch nicht (ganz) begriffen hat, was er getan hat. Ich glaube nicht, dass die meisten so gehandelt hätten, ganz im Gegenteil, aber das ist meine persönliche Meinung.

Ihm sollte klar sein, dass er sich wird niemals Entschulden können. Was er jedoch versucht, ist dem Wahn einen Teil seiner Schuld aufzubürden.
Wehe dem, der einen Herrscher bekommt, der selektiert, welches Leben mehr Wert hat als ein anderes. Und da tun sich in deiner Geschichte alle nichts. Vater, Bruder und er (ausführende) Mörder.
Aber um die meine persönliche Einschätzung der Geschichte ging es dir nicht, also kannst du diese Zeilen ignorieren.

Kurzum: Die Geschichte ist ordentlich geschrieben, ein Lektor wird aber sowieso nochmals drüber schauen müssen, wenn du so weit bist, das Buch/die Novelle zu veröffentlichen (außer du wirst ein pseudo Indi-Autor)

Persönlich habe ich ein paar Einwände, aber mein Geschmack hat objektiv gesehen, kaum Einfluss auf die Geschichte.
Pseudo bezieht sich auf Indi nicht auf Autor, liebe Idis im Forum. Ihr dürft euch natürlich trotzdem über eure Veröffentlichungen freuen; einige sogar zu Recht  >;-|

LG,

Pheno.


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Willst du die Bescheidenheit des Bescheidenen prüfen, so forsche nicht, ob er Beifall verschmäht, sondern ob er den Tadel erträgt.

Franz Grillparzer
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Leveret Pale
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BeitragVerfasst am: 13.12.2015 11:36    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Phenolphthalein,
Danke für deinen Kommentar
Zitat:
BTW: Gibt es hier im Forum eigentlich noch die ca. 1000 Wörter Regel?
Wenn ja hast du sie deutlich gebrochen.

 Embarassed Verdammt, das wusste ich bisher noch gar nicht, oder ich habs einfach vergessen ... Kopf an die Wand Danke für den Hinweis. In Zukunft halte ich mich daran. Hier hab ich das, glaub ich, um das doppelte oder dreifache überschritten.

Zitat:
Abgesehen davon, dass du in diesem Abschnitt recht inflationär mit dem Wort Schuld (in jeder Form) umgehst, stört mich dieser Absatz bezüglich der Akzeptanz mit deinem Prota.
Gerade dieser Satz »Wahrscheinlich hätten die meisten in meiner Lage so gehandelt,« lässt jedoch vermuten, dass er noch nicht (ganz) begriffen hat, was er getan hat. Ich glaube nicht, dass die meisten so gehandelt hätten, ganz im Gegenteil, aber das ist meine persönliche Meinung.

Er hatt auch nicht ganz begriffen, was er getan hat. Ich habe ja nur den Anfang reingestellt, aber im Laufe der Geschichte stellen sich noch ein paar Dinge heraus, die ihn eher als Opfer darstehen lassen.
Ich werde mal sehen, ob ich den Anfang etwas umformulieren kann, damit das mit der Schuld nicht ganz so inflationär ist


Zitat:
Teilweise finde ich den Text ein wenig überladen, aber das hält sich in Grenzen, passt u.U. sogar zum Stil.

Das überladene ist teilweise Absicht, da es, wie du sagtest, den Stil trägt. Die Geschichte spielt ja in einer mittelalterlichen Welt und es ist ein ziemlicher Spagat es gut leserlich zu schreiben und zugleich eine "angestaubte" Atmosphäre zu halten.

Danke für die duden.de Empfehlung. Hab mich diesmal wohl etwas zu sehr auf Papyrus Autor verlassen.

Zitat:
Ihm sollte klar sein, dass er sich wird niemals Entschulden können. Was er jedoch versucht, ist dem Wahn einen Teil seiner Schuld aufzubürden.
Wehe dem, der einen Herrscher bekommt, der selektiert, welches Leben mehr Wert hat als ein anderes. Und da tun sich in deiner Geschichte alle nichts. Vater, Bruder und er (ausführende) Mörder.
Aber um die meine persönliche Einschätzung der Geschichte ging es dir nicht, also kannst du diese Zeilen ignorieren.

Die persönliche Einschätzung eines Lesers interessiert mich immer Very Happy . Die ewigen Schuldgefühle, die man versucht dem Wahn aufzubürden, sind Kernteil der Geschichte und spielen später in dem Roman eine Rolle, wo Valentin wieder als ein Hauptcharakter auftaucht.
Ich kann soviel verraten, dass die beiden einen Weg zur Unsterblichkeit gefunden haben, aber nicht ganz so wie sie es beide gerne hätten und der Blutzoll dafür war immens. Der Bruder Aegor ist zwar in einer Urne eingesperrt, aber das bedeutet noch lange nicht, dass er tot ist. Nur etwas komprimiert ...


Zitat:
Kurzum: Die Geschichte ist ordentlich geschrieben, ein Lektor wird aber sowieso nochmals drüber schauen müssen, wenn du so weit bist, das Buch/die Novelle zu veröffentlichen (außer du wirst ein pseudo Indi-Autor)

Danke. Ich kuck mich mal nach einem Lektor um. Das Buch wird auf jedenfall lektoriert, das hat aber auch 400 Seiten. Die Novelle mit ihren 50 dachte ich, kriege ich noch selber hin, aber das hat mir jetzt zu denken gegeben.

LG

Leveret
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BeitragVerfasst am: 13.12.2015 12:38    Titel: Antworten mit Zitat

Leveret Pale hat Folgendes geschrieben:

Danke für die duden.de Empfehlung. Hab mich diesmal wohl etwas zu sehr auf Papyrus Autor verlassen.

Papyrus und duden.de unterscheiden sich nicht.
Dann sind dir die Schnitzer so entgangen, denn die meisten Fehler hätte PA angezeigt. wink

Leveret Pale hat Folgendes geschrieben:
Danke. Ich kuck mich mal nach einem Lektor um. Das Buch wird auf jedenfall lektoriert, das hat aber auch 400 Seiten. Die Novelle mit ihren 50 dachte ich, kriege ich noch selber hin, aber das hat mir jetzt zu denken gegeben.

Tut das nicht, zumindest nicht jetzt. Wenn dein Buch bei einem seriösen Verlag unterkommt, stellen die den Lektor (! kostenlos !).

Schreib das Buch fertig, überarbeite es anschließend. Such dir ein oder zwei Testleser (z.B. im Forum), überarbeite es erneut und versuche es beim Verlag/einer Agentur unterzubringen. Das wird sicherlich nicht leicht, hat aber im Zweifelsfall nicht zwangsläufig mit deinem Stil oder der Orthographie zu tun.
Besorge dir höchstens einen Lektor, falls du vorhaben solltest dein Buch selbstzuverlegen (wobei das die Leser von Indibüchern meist nicht zu schätzen wissen; da zählt vorrangig der Preis. Als Indi konditioniert man schließlich die Leserschaft).

LG,

Pheno


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