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R. L.
Erklärbär


Beiträge: 1



BeitragVerfasst am: 29.06.2013 13:23    Titel: Bitte helft mir! eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

„Haben Sie hier irgendwo einen Verdächtigen gese-hen?“
„Einen Verdächtigen“?
Von dieser Frage völlig überrascht, kann Isis im ersten Moment nicht reagieren. Dann wird ihr alles klar: Die-ser Mann will sie lediglich als Zeugin befragen, wegen des Einbruchs, sie befindet sich schließlich wieder in der Nähe des Ehepaar-Hauses. Und da er sie nicht zu verdächtigen scheint, gibt es wohl keinen Zeugen, der sie beschrieben, und das mit den Kleidern unter ihrem Arm gesagt hat.
Ein kurzer Augenblick der Erleichterung, dann die Furcht, der ältere Herr könnte trotzdem anhand ihrer sonstigen Zurechtmachung, von den Kleidern eben mal abgesehen, ihrer Stummheit, und anhand von Kleiner Stern Verdacht schöpfen. (Kleiner Stern ist e-ben auf Mäusejagd gegangen, doch er wird sicher gleich wieder bei ihr sein.) Daraufhin kommt Isis noch ein schrecklicher Gedanke: Kann es nicht sein, dass dieser Polizist sie wohl verdächtigt, allerdings auf-grund dieser Sache mit den Pillen vorsichtig ist – weil ein Augenzeuge nicht nur ihr Aussehen und das mit den Kleidern beschrieben hat, sondern auch die merk-würdige Haltung ihrer linken Hand? Weil man daraus seine Schlüsse gezogen hat?
„Haben Sie eben irgendjemanden gesehen, der ver-dächtig aussah?“, wiederholt der in die Jahre gekom-mene Polizist. Isis würde ihm gerne falsche Hinweise geben, findet es jedoch besser, der Typ erfährt nicht, dass sie stumm ist – vielleicht weiß man ja schon, dass die gesuchte Diebin stumm ist? Zudem hat sie Angst davor, andere Details anzugeben, als andere mögliche Zeugen.
Sie schaut den Mann an, schüttelt den Kopf.
„Sind Sie sicher?“
Isis nickt.
Er mustert sie eindringlich, ihr pocht das Herz bis zum Hals, sie denkt: „Hoffentlich merkt er mir meine Angst nicht an! Das würde mich verraten!“
Es ist ja nicht gesagt, dass alle Polizisten so sind, wie die, an die sie vor so vielen Jahren geraten ist, aber sie muss vorsichtig sein, wieder einmal.
Der Gesichtsausdruck des Polizisten ändert sich, wird
– sie weiß nicht, wie sie es nennen soll. Jedenfalls sieht er so aus, als hätte er etwas erkannt, oder einen starken Verdacht. Ist Isis aufgeflogen?
„Was haben Sie bis um diese Uhrzeit noch hier drau-ßen gemacht?“
Die Vergangenheitsform verwendet er sicher nur we-gen der Bushaltestelle, bei der sie beide stehen, weil es aufgrund der Uhrzeit danach aussieht, als wolle Isis jetzt nach Hause fahren. Isis stockt bei dieser dennoch Frage der Atem: Wie soll sie diese Frage beantworten, ohne das mit ihrer Stummheit zuzugeben? Soll sie wegrennen? Würde sie am liebsten, aber das wäre noch verdächtiger, außerdem ist sie inzwischen ziemlich müde, und sie ist zwar dünn, aber ganz bestimmt nicht so sportlich wie ein Polizist. Warum will der ü-berhaupt wissen, was sie um diese Uhrzeit hier draußen macht? Als Jugendliche spätabends noch unterwegs zu sein, ist was Normales. Klar, er verdächtigt sie, und darum muss er wissen, was sie hier gemacht hat. Aber wenn er sie verdächtigt, werden möglicherweise ihre Fingerabdrücke mit denen verglichen, die sie in jenem Haus hinterlassen hat! Hätte sie sich doch nur schon längst Plastikhandschuhe besorgt, oder alle Fingerabdrücke beseitigt! Warum hat sie daran nicht gedacht?! Ansonsten ist sie doch so vorsichtig gewe-sen!
Kleiner Stern scheint mit der Mäusejagd fertig gewor-den zu sein, er kommt zu Isis, schmiegt sich an sie, mi-aut. Der ältere Polizist schaut den Kater überrascht an, dann fragt er noch mal: „Was haben Sie bis um diese Uhrzeit noch hier draußen gemacht?“ Und dann: „Können Sie nicht sprechen?“
Jetzt hat Isis erst recht das Gefühl, fliehen zu müssen.
Oder gar diese ganzen Schlaftabletten einnehmen zu müssen. Oder beides. Zum Glück sie die Tabletten immer noch dabei. Aber wenn sie das jetzt vor den Augen dieses Polizisten macht, geht möglicherweise alles schief: sie kann gefasst werden, wenn sie jetzt weg rennt, „gerettet“, wenn sie die Dinger schluckt. Das ist ja beides schon passiert, Letzteres vor allem schon einige Male.
Schließlich schüttelt sie nur wieder den Kopf.
Der Polizist wiederholt auch die letzte Frage, Isis schüttelt wieder den Kopf.
Hoffentlich lässt dieser Typ sie jetzt in Ruhe!
Das tut er leider nicht, stattdessen sagt er: „Hören Sie, junge Frau, ich hätte da trotz ihrer Aussage noch ein paar Fragen. Würden Sie mich bitte begleiten?“ Ein paar Fragen, obwohl sie angegeben hat, den gesuchten Einbrecher nicht gesehen zu haben. Isis interessiert sich nicht im Mindesten für den Polizeiausweis, den er ihr zeigt. Polizist oder Entführer, sie muss zusehen, dass sie von diesem Mann weg kommt. Wenn die Polizei sie erwischt, muss sie früher oder später zu dieser Verräterbande zurück. Na gut, vielleicht ja nicht, wenn sie den Grund für ihre Flucht erklärt. Aber das ist ja schon mal schief gegangen, sie darf es kein zweites Mal versuchen, sie muss fliehen. Sie schnappt sich Kleiner Stern, stürzt auf die Straße, der Polizist will ihr folgen, ein vorbeirasendes Auto hindert ihn daran, er muss stehen bleiben. Isis erreicht die andere Seite unbeschadet, verschwindet sofort zwischen ein paar Häusern, hat einen kleinen Vorsprung gewonnen. Glück im Unglück für sie und ihr Kind, aber sie weiß, trotzdem ist man ihr jetzt dichter auf der Spur, als man es am just vergangenen Tag war.
Nun muss sie unbedingt diese Pillen einnehmen. Zwecks Erfolg muss sie sich jedoch als Erstes irgendwo verstecken, wo selbst die Polizei sie nicht so leicht finden kann. Nur wo? Und wird sie das rechtzeitig schaffen?
Sicher wird man sie gleich haben.
Zwar hält sie sich so gut wie möglich von der Straße fern, um es der Polizei nicht so leicht zu machen, aber sie weiß, sind Polizisten sehr sportlich, und so müde, wie sie ausgerechnet jetzt ist, kann sie sich kaum noch auf den Beinen halten.
Jetzt muss sie auch noch eine Atempause einlegen, um Kraft zu schöpfen, ein kleines bisschen Kraft.
Dabei jedoch fällt ihr Blick auf etwas, was sie innehal-ten lässt.

Dies ist das BISLANG letzte FERTIGE Kapitel eines Bandes, an dem ich gerade schreibe. Leider habe ich keine Ahnung, wie es danach weitergehen könnte. Könnt ihr mir da weiterhelfen?

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Dorka
Geschlecht:weiblichEselsohr

Alter: 67
Beiträge: 333
Wohnort: Allertal


BeitragVerfasst am: 11.07.2013 17:52    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo R.L.
ich fürchte, so kann Dir niemand wirklich helfen.
Mit ist nicht ganz klar, ob Du nicht weißt, wie Deine Geschichte weitergehen soll oder ob Dir einfach für den Fortgang die Worte fehlen. Wenn Ersteres zutrifft, meine Frage: hast Du einfach angefangen zu schreiben, ohne einen Plan/Zeitschema zu haben?
Das kann man natürlich tun und einfach warten, wohin die Gedanken die Handlung treiben und dann wäre mein Rat: abwarten, bis die zündende Idee kommt.

Ohne die ganze Geschichte zu kennen, kann niemand einen Vorschlag machen, wie es weitergehen könnte.
Wenn ich z. B. vorschlüge: sie trifft einen begnadeten Chirurgen, der ihr die Sprache wiedergibt, hast Du vielleicht eine Welt ohne Chirurgen erdacht oder schon beschrieben, dass man mit einer Operation nicht helfen kann.
Ich bin nichtmal sicher ob die Geschichte im Hier und Jetzt spielt, weil mich der Name der Katze eher an eine Fantasy-Geschichte erinnerte.

Wo soll die Geschichte denn enden? Hast Du das Ende im Kopf? Wenn ja, kannst Du entweder direkt auf Dein Ziel zusteuern oder Dir Umwege oder Hinderneisse ausdenken: Wenn die Frau sich verstecken muss, kannst Du ihr das Versteck gönnen oder auch nicht. Steht noch eine wichtige Begegnung an? Dann muss Du dies vorbereiten (wer begegnet wem wo? Wieso sind die Figuren gerade da?).
Hast Du ein HappyEnd vorgesehen? - dann schreib doch erstmal den Schluss (auch wenn der später verworfen wird, weil die Geschichte sich doch anders entwickelt).

Oder formuliere Deine Geschichte in ein oder zwei Sätzen, die das hauptgeschehen umreißen. Z.B: "Isis, seit ihrer Geburt stumm, wächst elternlos in einem Pflegeheim auf und rasselt öfter mit der Polizei zusammen. Erst als sie ein eigenes Kind vor ähnlichen Erfahrungen schützen will, gelingt es ihr, eine stabile Beziehung aufzubauen und ihre Sprache wieder zu finden."
Das ist jetzt natürlich wild geraten.

Aber eine ähnliche sehr, sehr, sehr kurze Bescheibung zeigt Dir, wo Du hinwillst, dann fallen Dir auch die nächsten Aktionen/Konflikte ein, die auf dieses Ziel zusteuern.

Ich hoffe, das hilft ein wenig.
Dorka
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