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Priele im Mai


 
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MT
Geschlecht:männlichDichter und Denker

Alter: 47
Beiträge: 1172
Wohnort: Im Süden (Niedersachsens)


BeitragVerfasst am: 19.01.2011 19:51    Titel: Priele im Mai eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Priele im Mai

Der Berufsverkehr rauscht wie Blut durch die Adern der Stadt. Er rinnt vorbei an Glas, an Beton, an Leuchtreklame. Der nasse Asphalt bebt mit jedem Fahrzeug, das vorüber fährt.
Alle hetzen. Die schwarzen Mäntel mit ihren Aktentaschen aus Leder. Die Schuhe mit den hohen Absätzen, die über den Gehweg klackern und die Straßenbahn verpassen. Die Stadt flirrt.
Leon bleibt an der Haltestelle sitzen, seine Beine baumeln über Kaugummiasphalt. Das Winken eines Mitschülers erwidert er nicht, er weiß, es ist nicht echt. Er schaut zum Himmel. Erste Sonnenstrahlen fallen auf sein Gesicht, sie wärmen seine Wangen.
Als er geht, lässt er seinen Ranzen zurück. Nur die Brotdose nimmt er mit, seine Oma hat Leberwurstschnitten geschmiert. Er mag keine Leberwurst, aber er wird Hunger bekommen. Er dreht sich nicht mehr um.

Die Hitze erdrückt sie, ihr läuft der Schweiß zwischen den Beinen entlang, schon vor Stunden wollte sie sich eine Hose anziehen.
Dieses gottverdammte Fenster ist seit Wochen kaputt. In der ganzen Bude stinkt´s nach Kinderscheiße und sie kann im Wohnzimmer nicht lüften.
Sie zerreißt den Bescheid. Amtsärsche! Wissen doch überhaupt nicht, wie´s zugeht im Leben. Na und? Wird die Stütze eben gekürzt. Wie soll sie denn arbeiten gehen, bitte schön? Mit dem nervenden Schreihals im Arm etwa? Wie stellen die sich das vor, mindestens drei Stunden arbeitstäglich? Schwachsinn!
Sie drückt die Zigarette im Aschenbecher aus und zündet sich eine neue an. Aus dem Nebenzimmer brüllt ihr Achtmonatiger. Sie spürt, wie sich sein Schreien um ihren Hals legt und zudrückt, wie eine fette Schlange. Der Pulsschlag steigt, das Herz hämmert in der Brust. Sie kreischt: „Halt endlich Dein scheiß Maul!“
Dann geht sie und reißt die Wohnzimmertür zu. Als sie zurückkehrt und sich auf das Sofa fallen lässt, rempelt sie den Tisch an. Die Flaschen fallen um. Rotwein und Wodka laufen aus und tropfen auf den Boden.
Ihr Oberkörper schwankt, sie sieht den Rinnsalen nach. Dann greift sie nach der Fernbedienung und stellt den Fernseher lauter. Die Gerichtsshow beginnt. Die Asche der Zigarette fällt auf ihren nackten Bauch.
Als sie aufwacht, ist es Abend. Noch immer ist sie schweißgebadet, sie kommt sich vor wie in einer Tropfsteinhöhle.
Der Fernseher läuft, allerdings ohne Ton. Also ist das erste, was sie hört, das Kindergeschrei.
Sie hat Kopfschmerzen, der Mund ist trocken und klebt. In der umgekippten Wodkaflasche ist noch eine Pfütze, sie setzt an und schluckt. Es brennt im Hals. Und das Geschrei von Nebenan, durch eine Wand und zwei geschlossene Türen hindurch, brennt in ihren Ohren, in ihrem Gehirn. Ihr ist, als würde ihr Kopf in einen Trog voll heißen Wassers getaucht. Sie verbrennt und ertrinkt zugleich, versucht sich zu wehren, aber es gelingt ihr nicht. Die Hand in ihrem Nacken schiebt sie noch tiefer hinunter, ihr wird schwarz vor Augen.
Als sie vom Sofa aufsteht, kann sie sich kaum auf den Beinen halten, die Knie sacken ihr weg, sie muss sich am Schrank festhalten. Und immer und immer und immer wieder dieses ohrenbetäubende Geschrei, es reißt ihr die Haut vom Leib, es dreht ihr den Magen um. Es macht sie wütend.
Die voll geschissenen Strampler, der fehlende Schlaf, diese eklige Wohnung, deren Wände jeden Tag ein wenig näher kommen. Sie hält das alles nicht mehr aus. Die Hitze, den Gestank, den Dreck überall. Windeln kosten ein Vermögen, das hat sie nicht. Sie wollte kein Kind mehr! Und jetzt liegt es da und kotzt ständig den teuren Gläschenfraß aus.
Sie rauft sich die Haare. Sie schreit aus vollem Hals. Sie geht in die Küche und holt ein Messer.
(…)

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jyqq
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 83



BeitragVerfasst am: 19.01.2011 20:12    Titel: Antworten mit Zitat

Hi
Ich verstehe den Zusammenhang zwischen den beiden Absätzen nicht.
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MT
Geschlecht:männlichDichter und Denker

Alter: 47
Beiträge: 1172
Wohnort: Im Süden (Niedersachsens)


BeitragVerfasst am: 19.01.2011 20:13    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

jyqq hat Folgendes geschrieben:
Hi
Ich verstehe den Zusammenhang zwischen den beiden Absätzen nicht.
Kommt noch, keine Bange. wink

_________________
Das Schicksal verzichtet oft auf Kommentare, es begnügt sich damit, zuzuschlagen.

Siegfried Lenz
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scharade
Geschlecht:weiblichAbc-Schütze


Beiträge: 4
Wohnort: frankfurt


BeitragVerfasst am: 19.01.2011 20:41    Titel: Antworten mit Zitat

hallo inkognito,

will mal eine Antwort versuchen. Gleich als erstes mal ganz deutlich werden, mit Ranicki: "Das ist keine Literatur" (lispel, rollendes "r"). -- Aber es ist ein Versuch, sich einer sehr schwierigen Situation anzunähern, und wenn man es lange genug versucht, kann daraus vielleicht mal was sehr Spannendes werden.

Zum Stil und so weiter ein paar Punkte:

1. Stimmig finde ich z.B.:
"Der Berufsverkehr rauscht wie Blut durch die Adern der Stadt. Er rinnt vorbei an Glas, an Beton, an Leuchtreklame." Kann ich mitempfinden.
Aber dass dann unter jedem (einzelnen) Fahrzeug der Asphalt bebt, passt nicht in das Rauschen, das wäre dann ja kein Rauschen, sondern eher etwas Rhythmisches. -- Das erste Bild wird so gestört, statt ergänzt.

2. Eine rasende, stinkende Stadt im Berufsverkehr zu beschreiben, das sollte vielleicht nicht allzu viel Platz einnehmen. Spannend ist für den Leser die Frage, in welcher Stimmung erlebt die Hauptpeson das, wie wirkt das auf sie? Wenn die Details für die Hauptperson nicht wichtig sind, reicht eine knappe Skizze in vielleicht drei Sätzen.

3. "Alle hetzen" - wer sind denn die alle? Möchte man doch ein Bild vor sich sehen...

4.
"Kaugummiasphalt" - gemeint ist wohl wegen der Hitze weicher Asphalt? Verlangt zu viel eigene Schlüsse vom Leser, stört den Lesefluss deshalb.

5.
Absätze, die auf Gehwegen klackern: einverstanden. Aber können Absätze Straßenbahnen verpassen?

6.
Die folgenden Sätze über Leon gefallen mir außerordentlich gut:
"Das Winken eines Mitschülers erwidert er nicht, er weiß, es ist nicht echt. Er schaut zum Himmel. Erste Sonnenstrahlen fallen auf sein Gesicht, sie wärmen seine Wangen.
Als er geht, lässt er seinen Ranzen zurück."
Das mit der Brotdose und der Oma passt noch nicht ganz, vielleicht besser so:
Nur die Brotdose mit den Leberwurstschnitten von Oma nimmt er mit. Er mag keine Leberwurst, aber er weiß, er wird Hunger bekommen. Er trottet los und dreht sich nicht mehr um (wohin eigentlich? Zum Fenster seiner Wohnung? Zu seinem Ranzen?)

7.
So und jetzt der Wechsel zur versoffenen Mutter. Der kommt viel zu früh und zu schnell, man hat Leon gerade eben kurz gesehen, und schon ist man wo ganz anders. Was macht Leon jetzt, was ist mit ihm so los? Erst dann die Mutter. (Ist das Leons Mutter? Ist es so, dass Leon sich diese Szene vorstellt?)

Es gibt hier außerdem ein großes Problem mit der Erzählperspektive. Man kann nicht gut erst aus Leons Sicht erzählen, dann in den Kopf der Mutter steigen und von da aus weitermachen.
Vorschlag:
Vielleicht einfach ALLES von außen beschreiben, oder eben konsequent aus Leons Sicht, wie er es erlebt. Dann ist die reale Innenwelt der Mutter dem Erzähler unbekannt, höchstens könnte Leon mal denken: "Ich glaube, die denkt jetzt..." Man sieht nur, was sie tut, hört, was sie sagt usw.

Und das darzustellen, was im Kopf von so einer Frau vor sich geht, ist... hm... vielleicht unmöglich? Das ist ja gerade KEIN vernünftiges Denken. Dennoch ist manches erstaunlich gut nachvollziehbar, die Bilder mit der Schlange um den Hals und dem Kopf im heißen Wasser finde ich ziemlich gut.

Grundsätzlich
Ich finde, über sowas sollte unbedingt mehr geschrieben werden. Deshalb nur Mut. Aber es ist eben auch besonders schwierig, über den Wahnsinn zu schreiben. Habe es selbst oft genug versucht und bin gescheitert.

LG Scharade
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Biggi
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 855
Wohnort: BY



BeitragVerfasst am: 19.01.2011 22:56    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Inko / liebe Inka,

hier solltest Du nicht unterbrechen. Also zumindest nicht, wenn ich weiterhin dabei bleiben soll!  Cool

LG
Biggi
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MT
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BeitragVerfasst am: 20.01.2011 11:26    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Leon steigt ein. Er weiß nicht, wohin der Zug fahren wird, der am leeren Bahnsteig steht. Die Türen sind offen, es ist, als redeten sie ihm gut zu.
Niemand sonst sitzt im Großraumabteil. Der Staub döst auf den Lehnen und den Gepäckgittern. Es stinkt nach Diesel. Leon isst Leberwurstbrot und denkt an Großmutter. Er weiß, sie meint es nur gut. Die Leberwurst ist extradick geschmiert. Großmutter wird sich Sorgen machen.
Leon friert. Er mag nicht wegfahren. Aber er mag auch nicht bleiben. Morgen ist Besuchstag.
Draußen ziehen Wiesen und Felder vorbei, auf ihnen liegt Tau. Leon würde gern ein paar Vögel singen hören, aber das Fenster lässt sich nicht öffnen.
Er holt den Stoffhasen aus der Jackentasche und sieht ihn lange an. Leon trägt ihn immer bei sich, er passt auf ihn auf, Tag und Nacht. Er gehörte Finn. Seinem Bruder.

(…)
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MT
Geschlecht:männlichDichter und Denker

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BeitragVerfasst am: 20.01.2011 14:14    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

(Fortsetzung)

Er beendet die Verhandlung. Zuvor musste er während der Beweisaufnahme die Öffentlichkeit ausschließen. Die Menge war dermaßen aufgebracht, dass Übergriffe auf die Angeklagte zu befürchten waren.
Er ist seit fünfundzwanzig Jahren Richter, aber ein solches Verfahren lässt niemanden kalt, auch ihn nicht. Der Sachverständige schilderte jedes Detail, das ist seine Aufgabe. Der Säugling lebte noch, als die Mutter ihm mit einem Küchenmesser Arme und Beine abtrennte. Den Kopf fanden die Kripobeamten nicht, die übrigen Körperteile waren in Blumenkübeln auf der äußeren Küchenfensterbank verscharrt worden.
Die Mutter legte ein umfassendes Geständnis ab, sie sagte, sie habe sich nicht mehr anders zu helfen gewusst. Was sie aber mit dem Kopf gemacht habe, daran habe sie keine Erinnerung mehr. Sie weinte, während sie sprach.
Zeugen gab es keine, der zehnjährige Sohn, Leon, spielte im Nachbarhaus, er bekam von der Tat nichts mit. Der leibliche Vater konnte trotz Fahndung nicht aufgefunden werden, nach Angabe der Mutter soll er sich im Ausland aufhalten. Ein Mitarbeiter des Jugendamts machte im Rahmen einer Routinekontrolle den grausigen Fund. Bei der Festnahme leistete die Mutter keinen Widerstand.

(...)
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MT
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BeitragVerfasst am: 20.01.2011 15:06    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

(Fortsetzung)

Leons Augenlider werden schwer. Im Halbschlaf sieht er Carolin vor sich. Er sitzt mit ihr im Nebenblock, im obersten Stock, vor der Dachbodentür. Sie haben sich etwas ausgedacht. Ein Geschenk. Caro hat Buntstifte mitgebracht, Leon Papier. Gemeinsam malen sie ein Bild. Caro malt das Meer, Leon den blauen Himmel. Eine große, gelbe Sonne entsteht, ein Schiff fährt auf dem Wasser, mit einem winkenden Kapitän. Für den Strand nehmen sie braun, es ist ziemlich dunkel, deshalb malen sie die Flächen nicht ganz aus. Ein bisschen wirkt es wie Krikel-Krakel. Sie lachen, das wird Finn besonders gefallen.
Als sie aus dem Fahrstuhl steigen, stehen Polizisten vor der Wohnungstür. Und als Leon einen Blick in die Wohnung werfen kann, lässt er das Bild zu Boden fallen.  
Der Zug stoppt, Leon schreckt hoch. Sofort zieht er aus der Hosentasche das gefaltete Blatt Papier. Er öffnet es. Für Finn, haben sie in die Sonne geschrieben.  

(...)
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Gast3
Autor


Beiträge: 890
Wohnort: BY


BeitragVerfasst am: 20.01.2011 20:23    Titel: Antworten mit Zitat

Liebes Inkognito,

ich weiß, die Geschichte ist noch nicht zu Ende.
Gefällt mir bisher aber richtig gut. Jetzt nicht zwingend der Inhalt, aber wie du es umgesetzt hast. Mit den Gesetzmäßigkeiten der Perspektive steh ich ja immer auf Kriegsfuß, mit dem Wechsel zwischen Leon und der Mutter kann ich mich aber gut anfreunden, auch wenn die einzelnen Abschnitte für mich dabei gerne jeweils ein wenig länger sein dürften.

Das jetzt einfach so als Zwischenmeldung smile

Lieben Gruß
schneestern
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Gast







BeitragVerfasst am: 20.01.2011 21:57    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,


das ist jetzt mal mein Kommentar zum ersten Teil. Weiter will ich noch nichts sagen, erst mal abwarten.

Der Einstieg gefällt mir. Starke Bilder – vielen Dank. Ein paar Kleinigkeiten sind mir aufgefallen:

Zitat:

Sie kreischt: „Halt endlich Dein scheiß Maul!“


Ich meine das ist ein Wort: Scheißmaul


Zitat:

Dann geht sie und reißt die Wohnzimmertür zu.


Kann man eine Tür zu reißen? Ich meine nicht.

Der Vergleich mit der Tropfsteinhöhle hinkt meiner Meinung nach. Dann würde es auf sie hernieder tropfen – aber sie tropft wahrscheinlich selbst. Die gute alte Sauna (oder ähnliches) passt da besser.
Und bei dem teuren Gläschenfraß habe ich so meine Bedenken, ob der in diesen Kreisen überhaupt gekauft wird …

Bin gespannt, wie es weitergeht.

Liebe Grüße
Monika
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MT
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BeitragVerfasst am: 21.01.2011 10:11    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hi, schneestern,
hi Paloma,

schneestern hat Folgendes geschrieben:
auch wenn die einzelnen Abschnitte für mich dabei gerne jeweils ein wenig länger sein dürften.
Du hast im Grunde Recht, auch ich hielte einen weiteren Ausbau an der einen oder anderen Stelle durchaus für sinnvoll. Doch soll der Text evtl. für einen Wettbewerb zum Thema Familie dienen, und der ist auf fünf Normseiten begrenzt (weshalb auch nicht mehr so sehr viel kommen wird...).

schneestern hat Folgendes geschrieben:
Gefällt mir bisher aber richtig gut.
smile Danke!

Paloma hat Folgendes geschrieben:
Ich meine das ist ein Wort: Scheißmaul
Ja, könnte sein. Weiß nicht genau. Was sagen die anderen???

Paloma hat Folgendes geschrieben:
Kann man eine Tür zu reißen? Ich meine nicht.
Ich wollte darauf hinaus, dass sie natürlich im Zimmer bleibt. Aber Du hast vollkommen Recht: Zimmertüren gehen idR nach innen auf; die Mutter kann sie also ohne Weiteres zuschlagen. Danke!

Paloma hat Folgendes geschrieben:
Der Vergleich mit der Tropfsteinhöhle hinkt meiner Meinung nach. Dann würde es auf sie hernieder tropfen – aber sie tropft wahrscheinlich selbst. Die gute alte Sauna (oder ähnliches) passt da besser.
Da bin ich ehrlich gesagt nicht bei Dir. Zum einen wollte ich mit der Tropfsteinhöhle auch auf die Dunkelheit, die Tristheit anspielen. Zum anderen assoziierte man mit einer Sauna einen Sozialstatus, der hier falsch wäre. Ich würd´s daher gern bei der Höhle belassen.

Paloma hat Folgendes geschrieben:
Und bei dem teuren Gläschenfraß habe ich so meine Bedenken, ob der in diesen Kreisen überhaupt gekauft wird …
Das habe ich auch überlegt, nur: Was gibt´s dann???

Vielen, vielen Dank Euch Beiden.

I.
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MT
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BeitragVerfasst am: 21.01.2011 10:26    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

scharade hat Folgendes geschrieben:
hallo inkognito,

will mal eine Antwort versuchen. Gleich als erstes mal ganz deutlich werden, mit Ranicki: "Das ist keine Literatur" (lispel, rollendes "r"). -- Aber es ist ein Versuch, sich einer sehr schwierigen Situation anzunähern, und wenn man es lange genug versucht, kann daraus vielleicht mal was sehr Spannendes werden.

Zum Stil und so weiter ein paar Punkte:

1. Stimmig finde ich z.B.:
"Der Berufsverkehr rauscht wie Blut durch die Adern der Stadt. Er rinnt vorbei an Glas, an Beton, an Leuchtreklame." Kann ich mitempfinden.
Aber dass dann unter jedem (einzelnen) Fahrzeug der Asphalt bebt, passt nicht in das Rauschen, das wäre dann ja kein Rauschen, sondern eher etwas Rhythmisches. -- Das erste Bild wird so gestört, statt ergänzt.

2. Eine rasende, stinkende Stadt im Berufsverkehr zu beschreiben, das sollte vielleicht nicht allzu viel Platz einnehmen. Spannend ist für den Leser die Frage, in welcher Stimmung erlebt die Hauptpeson das, wie wirkt das auf sie? Wenn die Details für die Hauptperson nicht wichtig sind, reicht eine knappe Skizze in vielleicht drei Sätzen.

3. "Alle hetzen" - wer sind denn die alle? Möchte man doch ein Bild vor sich sehen...

4.
"Kaugummiasphalt" - gemeint ist wohl wegen der Hitze weicher Asphalt? Verlangt zu viel eigene Schlüsse vom Leser, stört den Lesefluss deshalb.

5.
Absätze, die auf Gehwegen klackern: einverstanden. Aber können Absätze Straßenbahnen verpassen?

6.
Die folgenden Sätze über Leon gefallen mir außerordentlich gut:
"Das Winken eines Mitschülers erwidert er nicht, er weiß, es ist nicht echt. Er schaut zum Himmel. Erste Sonnenstrahlen fallen auf sein Gesicht, sie wärmen seine Wangen.
Als er geht, lässt er seinen Ranzen zurück."
Das mit der Brotdose und der Oma passt noch nicht ganz, vielleicht besser so:
Nur die Brotdose mit den Leberwurstschnitten von Oma nimmt er mit. Er mag keine Leberwurst, aber er weiß, er wird Hunger bekommen. Er trottet los und dreht sich nicht mehr um (wohin eigentlich? Zum Fenster seiner Wohnung? Zu seinem Ranzen?)

7.
So und jetzt der Wechsel zur versoffenen Mutter. Der kommt viel zu früh und zu schnell, man hat Leon gerade eben kurz gesehen, und schon ist man wo ganz anders. Was macht Leon jetzt, was ist mit ihm so los? Erst dann die Mutter. (Ist das Leons Mutter? Ist es so, dass Leon sich diese Szene vorstellt?)

Es gibt hier außerdem ein großes Problem mit der Erzählperspektive. Man kann nicht gut erst aus Leons Sicht erzählen, dann in den Kopf der Mutter steigen und von da aus weitermachen.
Vorschlag:
Vielleicht einfach ALLES von außen beschreiben, oder eben konsequent aus Leons Sicht, wie er es erlebt. Dann ist die reale Innenwelt der Mutter dem Erzähler unbekannt, höchstens könnte Leon mal denken: "Ich glaube, die denkt jetzt..." Man sieht nur, was sie tut, hört, was sie sagt usw.

Und das darzustellen, was im Kopf von so einer Frau vor sich geht, ist... hm... vielleicht unmöglich? Das ist ja gerade KEIN vernünftiges Denken. Dennoch ist manches erstaunlich gut nachvollziehbar, die Bilder mit der Schlange um den Hals und dem Kopf im heißen Wasser finde ich ziemlich gut.

Grundsätzlich
Ich finde, über sowas sollte unbedingt mehr geschrieben werden. Deshalb nur Mut. Aber es ist eben auch besonders schwierig, über den Wahnsinn zu schreiben. Habe es selbst oft genug versucht und bin gescheitert.

LG Scharade
Hallo Scharade,

herzlichen Dank für Deine mühevolle Zerfieselarbeit. Vielleicht klärt sich manches zum Ende hin. Ich würde daher auf Deine Anregungen/Anmerkungen gern später eingehen. Nur eines bereits an dieser Stelle: Warum es sich hier nicht um Literatur handeln soll, ist mir etwas schleierhaft.

Besten Dank

I.
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MT
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Wohnort: Im Süden (Niedersachsens)


BeitragVerfasst am: 21.01.2011 15:05    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

„Schön“, sagt plötzlich eine Männerstimme, Leon zuckt zusammen.
„Ist die Nordseeküste, was?“
„Weiß nicht“, sagt Leon.
„Klar, sieht man doch. Hier vorn, das Braun, sieht aus wie das Wattenmeer.“
„Ist doch nur Krikel-Krakel“, sagt Leon.
Der Schaffer schüttelt den Kopf. „Quatsch. Das Weiße dazwischen, sieh´ mal, das sind Priele.“
„Was?“
„Na, Priele“, sagt der Schaffner. „Weißte nicht, was Priele sind?“
„Klar, weiß ich das. Was denken Sie denn?“
Der Schaffner schmunzelt. „Wasserläufe im Wattenmeer“, sagt er. „Flussverlängerungen zum Beispiel oder Verbindungen zwischen zwei Meeresteile. Siehste, hier.“ Mit dem Zeigefinger zeichnet der Mann die Linien nach.
„Hmhm“, macht Leon. „Stimmt! Dann sind´s Priele im Mai.“
„Schön“, sagt der Schaffner noch einmal.

Wie sehr hat sie den heutigen Tag herbeigesehnt. Nach dem Aufstehen hat sie geduscht, sich die Haare gewaschen und einen frischen Pullover angezogen, den grünen mit Blumenstickerei. Am Besuchstag dürfen sie Privatkleidung tragen.
Seit vier Monaten hat sie jetzt keinen Tropfen getrunken. Die ersten Wochen waren die Hölle, sie hat sich ständig übergeben, hatte Fieber und betäubende Muskelkrämpfe. Doch allmählich scheint ihr Körper zu begreifen, was los ist. Sie schläft besser.
Ihre Mutter hat sich angemeldet. Bei dem Gedanken, dass Leon mitkommen könnte, schießen ihr Tränen in die Augen. Sie muss sich zusammenreißen, Leon soll sie nicht weinen sehen. Er ist ein guter Junge, aus ihm wird mal was werden.
Es ist elf Uhr, sie sitzt an dem kleinen Holztisch, auf den schummriges Licht fällt. Ein Aschenbecher steht in der Mitte, er hat die Form einer Forelle.
Ihr Herz rast, der Unterkiefer zittert, als sich die Tür öffnet. Ihre Mutter hält Blumen in der Hand, einen Strauß Tulpen. Die andere Hand ist leer.
Die Frauen umarmen sich.
„Wo ist er?“, fragt sie.
„Er wollte nicht.“
Sie spürt, wie der Druck hinter ihren Augen zunimmt, wie sich ihre Kehle zuschnürt. Warum nicht, will sie ihre Mutter fragen, aber sie weiß die Antwort.
„Leon hat mir etwas mitgegeben für Dich.“
Sie nimmt das Papier an sich und öffnet es. Lange sieht sie danach ihre Mutter an, unfähig zu einem Wort, ohnmächtig für eine Bewegung. Sie möchte davonfliegen, hoch hinaus in den Himmel, fort von allem Irdischen. Dem Licht entgegen.
Für Finn, haben sie in die Sonne geschrieben. Mai 2008.

(Ende)
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BeitragVerfasst am: 21.01.2011 18:56    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,

dann will ich nochmals. Stimmt natürlich, der Vergleich mit der Sauna, ist nicht toll und ich kann deinen Argumente für die Tropfsteinhöhle gut folgen – nur ... da ist es nun mal kalt.

Inkognito hat Folgendes geschrieben:
Paloma hat Folgendes geschrieben:
Und bei dem teuren Gläschenfraß habe ich so meine Bedenken, ob der in diesen Kreisen überhaupt gekauft wird …

Das habe ich auch überlegt, nur: Was gibt´s dann???


Keine Ahnung. Ich sag mal, wie sie mit den Kindern umgeht, reicht vielleicht nur anzudeuten: Für das Blag (oder so) soll ich den teueren Gläschenfraß kaufen? Oder: Es kotzt ja sogar die Brotrinde aus und ich soll... Ich bin sicher dir fällt etwas Besseres ein.

Aber nun zu den Fortsetzungen.

Auch hier finde ich die Bilder sehr gelungen.

Den dritten Absatz würde ich etwas anders anfangen. Meiner Meinung nach verwirrt es, wenn du wieder mit „Er“ beginnst, weil der Leser diesmal nicht weiß, wen du meinst. (oder nur ich?). Vielleicht mit einem Namen?

Im letzten Teil gefällt mir die kleine Choreografie des Dialogs. Leon zuckt, der Schaffner schüttelt den Kopf oder schmunzelt. Das bringt Bewegung rein - schöner als manches träge Gespräch.

Ein paar Fragen bleiben offen, die du meiner Meinung nach beantworten solltest, damit das Bild rund wird.
Leon sitzt in einem Zug und weiß nicht, wo er hinfährt. Woher er die Fahrkarte hat, ist mir noch egal, aber er scheint ja noch sehr jung zu sein (malt mit der Schwester Kinderbilder). Wieso kümmert sich dann der Schaffner nicht um ihn? Wenn er ihn zu seiner Großmutter bringt, wäre vielleicht ein winziger Hinweis wertvoll. Dann ist auch klar, wie das Bild in die Hände der Oma gerät.

Andere Fragen habe ich nicht – ich finde es ist eine gute, nachdenklich stimmende Geschichte. Vor allem ohne Wertung gegenüber der Mutter.

Sehr gerne gelesen und nun bin ich gespannt, wer hinter der Maske Cool steckt. Ich meine ein männliches Wesen.

Liebe Grüße
Monika
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BeitragVerfasst am: 22.01.2011 16:51    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hi, Monika,

danke für Deine kritische Durchsicht.

Zitat:
Leon sitzt in einem Zug und weiß nicht, wo er hinfährt. Woher er die Fahrkarte hat, ist mir noch egal, aber er scheint ja noch sehr jung zu sein (malt mit der Schwester Kinderbilder). Wieso kümmert sich dann der Schaffner nicht um ihn? Wenn er ihn zu seiner Großmutter bringt, wäre vielleicht ein winziger Hinweis wertvoll. Dann ist auch klar, wie das Bild in die Hände der Oma gerät.
Hm. Weiß nicht so recht... Ich fand gerade den Reiz darin, so wenig wie möglich zu erklären. Die Oma hat zum Schluss das Bild. Der Leser kann sich m. E. denken, dass der Schaffner Leon letztlich zurück gebracht hat. Hier ins Detail zu gehen, hielte ich für den Text nicht richtig.

Interessant, dass Du Caroline zu Leons Schwester gemacht hast. Hatte ich gar nicht beabsichtigt. Es soll seine Freundin aus dem Nachbarblock sein. Das stelle ich noch mit einem kleinen Hinweis klar. Denn eine Schwester käme gewiss mit ihm, eine Freundin nicht zwingend.

Zitat:
Ich meine ein männliches Wesen.
Der Text scheint wohl tatsächlich "männlich" zu sein... Jedenfalls hast Du Recht.  Laughing

LGMT
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BeitragVerfasst am: 22.01.2011 16:57    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ihr Lieben,

an Euch alle nochmals herzlichen Dank für die Textarbeit.

Der Text war und ist ein Versuch. Er lehnt sich an einen wahren Fall aus dem Jahre 2008 in HH an. Ich habe versucht, die Unglaublichkeit einer solchen Tat glaubhaft zu machen. Leon diente mir als Emotionsträger. Die Tatschilderung sollte und musste in meinen Augen so drastisch ausfallen, weil alles andere geschönt gewesen wäre.

LGMT


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Siegfried Lenz
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BeitragVerfasst am: 22.01.2011 17:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Markus,

hättest du nicht Inko gepostet, würde dir die gesamte Fangemeinde vor den Füßen liegen. smile extra

MT hat Folgendes geschrieben:
Hm. Weiß nicht so recht... Ich fand gerade den Reiz darin, so wenig wie möglich zu erklären. Die Oma hat zum Schluss das Bild. Der Leser kann sich m. E. denken, dass der Schaffner Leon letztlich zurück gebracht hat. Hier ins Detail zu gehen, hielte ich für den Text nicht richtig.


Da ich es ja letztlich auch so gesehen habe, ist es nicht zwingend nötig. In letzter Zeit kommt es mir so vor, als ob hier mehr Erklärungen gewünscht würden – daher mein Hinweis.

Ich habe die Tatsache damals auch mitbekommen und ich finde, nach wie vor, dein Versuch ist dir sehr gelungen.

Liebe Grüße
Monika
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Gast3
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BeitragVerfasst am: 22.01.2011 17:41    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Markus,

du bist es also smile

Ich wollte noch kurz etwas zu deiner Geschichte sagen.
Dass der Schaffner Leon zurückbringt mag man sich ja denken können, aber so eine kleine Brücke in diese Richtung fände ich schon nicht schlecht.

Mir gefällt deine Umsetzung. Du schaffst es sogar, dass ich am Ende so etwas wie Mitgefühl mit der Mutter empfinde, was ich aber angesichts dieser besonders grauslich ausgeführten Tat gar nicht empfinden möchte. So eine Tat ist schlimm genug, für mich hätte es daher keineswegs so drastisch sein müssen.  

Im Übrigen habe ich Caroline nicht als Leons Schwester, sondern als Nachbarsmädel angesehen - das einfach mal so smile

Liebe Grüße
schneestern


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scharade
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BeitragVerfasst am: 23.01.2011 17:06    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Gleich als erstes mal ganz deutlich werden, mit Ranicki: "Das ist keine Literatur" (lispel, rollendes "r").


entschuldige, da bin ich mir wohl sehr schlau vorgekommen. Aber ich finde immer noch, dass Thema und einige Bilder spannend bzw. gelungen sind, aber sonst so vieles nicht passt, dass ich "in echt" nach einer halben Seite nicht weiterlesen würde, spätestens. Sorry.


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BeitragVerfasst am: 24.01.2011 12:46    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hi, Monika,

toll, dass Du dran geblieben bist. Es freut mich, dass Dir der Text gefällt.

Paloma hat Folgendes geschrieben:
hättest du nicht Inko gepostet, würde dir die gesamte Fangemeinde vor den Füßen liegen.

Nun ja, das ist so eine Sache. Man ist hier im Forum geneigt, Texte von Usern, die in der Vergangenheit recht Ordentliches abgeliefert haben, mit einer Art "Vorschusslorbeeren" anzugehen. Andersrum: waren die Texte der Vergangenheit eher mäßig, scheint das ebenfalls zu beeinflussen. Das ist zwar sicher menschlich, lenkt aber leider oft vom Text an sich ab. Daher fand ich das Inko recht gut.
Im Übrigen aber habe ich Zweifel, dass es Viele gibt, die den Text gut finden. Er ist klar und kalt, vielleicht sogar ein wenig abstoßend, zu perspektivlos. Das mögen viele Leser nicht. Die verhaltene Reaktion scheint es zu bestätigen.

Umso mehr freut es mich, wenn ich Dich mit der Geschichte erreichen konnte. Dankeschön!

LGMT


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Siegfried Lenz
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BeitragVerfasst am: 24.01.2011 12:49    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

schneestern hat Folgendes geschrieben:
Hallo Markus,

du bist es also smile

Ich wollte noch kurz etwas zu deiner Geschichte sagen.
Dass der Schaffner Leon zurückbringt mag man sich ja denken können, aber so eine kleine Brücke in diese Richtung fände ich schon nicht schlecht.

Mir gefällt deine Umsetzung. Du schaffst es sogar, dass ich am Ende so etwas wie Mitgefühl mit der Mutter empfinde, was ich aber angesichts dieser besonders grauslich ausgeführten Tat gar nicht empfinden möchte. So eine Tat ist schlimm genug, für mich hätte es daher keineswegs so drastisch sein müssen.  

Im Übrigen habe ich Caroline nicht als Leons Schwester, sondern als Nachbarsmädel angesehen - das einfach mal so smile

Liebe Grüße
schneestern
Hi, Schneestern,

herzlichen Dank auch an Dich.

Es war mir wichtig, nicht zu polarisieren. Es geht mir genauso: Auch mir tut die Mutter am Ende fast leid. Sie ist das Opfer nicht nur ihrer selbst, sondern auch ihrer Lebensumstände, vielleicht sogar ein stückweit der Gesellschaft, in der wir leben.

Über Deinen "Brückenvorschlag" brüte ich nochmal. Danke Dir!

LGMT


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BeitragVerfasst am: 24.01.2011 12:57    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

scharade hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Gleich als erstes mal ganz deutlich werden, mit Ranicki: "Das ist keine Literatur" (lispel, rollendes "r").


entschuldige, da bin ich mir wohl sehr schlau vorgekommen. Aber ich finde immer noch, dass Thema und einige Bilder spannend bzw. gelungen sind, aber sonst so vieles nicht passt, dass ich "in echt" nach einer halben Seite nicht weiterlesen würde, spätestens. Sorry.
Moin, Scharade,

kein Problem. Mach Dir keine Sorgen. Ich bin härtere Gangarten hier im Forum gewohnt. lol

Schade, dass Dich der Text nicht erreichen konnte. Aber so ist das. Wie mit roter Beete; die einen lieben sie, von anderen wird sie gehasst. Nix für ungut. wink

LGMT


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