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ZRH till ARN (erstes Date-Szene)


 

 
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__mariel
Geschlecht:weiblichErklärbär

Alter: 28
Beiträge: 2



BeitragVerfasst am: 27.12.2009 03:48    Titel: ZRH till ARN (erstes Date-Szene) eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ich habe keine Ahnung wieso, aber ich schreibe immer wieder Szenen für meinen Kurzroman die irgendwo in der Mitte stattfinden sollten. Und ich hab nicht mal den Anfang fertig...  Rolling Eyes

Der Erzähler: Mikael Blomqvist (ein Schwede), der sich in die Cousine seines Freundes verliebt hat (Lorena de Luca). Er lädt sie das erste Mal zu sich nachhause ein, und erlebt sozusagen sein 'erstes Date' mit ihr, da die beiden bisher nur online Kontakt pflegten.

Lorena de Luca: Wohnt in der Schweiz und hat sich eigentlich schon vor 3 Jahren in den Mikael verliebt.



War ja fast schon peinlich, dass man mit Alter 22 immer noch bei seinen Eltern wohnte. Ich konnte aber auch nichts dafür, dass meine Mutter die besten Torten backte, und das Lachen meines Vaters eine Beruhigung für mich war. Und seine überflüssigen Ratschläge, die er unbewusst als Senf, auf meinen Problemen draufschmierte. Ausserdem war es für mich zu kostspielig, als angehender Mediamanagementstudent der Universität Kalmar, auch während den Wochenenden auf dem Campus zu bleiben. Ich liebe meine Familie – wie auch sie mich, und sie brauchen mich. Mein Bruder ist inzwischen 25 geworden, und es störte niemand, dass er ein Zimmer neben meines besass. Obwohl er die meiste Zeit im Militärdienst verbrachte.
Der Fernseher im Schlafzimmer meiner Eltern lief immer noch auf maximale Lautstärke, irgendeine öde Talkshow lief schon seit zwanzig Minuten und mein Vater hatte ihn vergessen auszuschalten. Sie waren unterwegs – in einem Nobelrestaurant in eines der Nachbarstädten. Mein Bruder tanzte in irgendeinem Club Norrköping’s.
Meine Familie waren Ordnungsfreaks – inklusive mich – aber das änderte nichts dran, dass trotzdem irgendwelche Chipspackungen, Süssigkeiten und eine Menge Krümel auf dem Bodenbelag verstreut lagen. Ich saugte noch die letzte Ecke des Wohnzimmers und  betrachtete zufrieden das Ergebnis meiner Putzaktivität.
„Sie wird sich freuen“, rief ich in das leere vertraute Heim, auf meinem Gesicht das breiteste Grinsen von Schweden gepflastert. Und damit meinte ich nicht meine Mutter.  Sondern die schönste Frau, welche Schwedens Erdboden betrat. Die Wahre. Lorena de Luca.
Ich muss leider zugeben, ich war schon immer ein Mann mit einer romantischen Ader. Gedankenverloren platzierte ich drei Kerzen in verschiedenen Grössen auf den Salontisch und mass mit blossem Auge die perfekten Winkel. Ich erinnerte mich noch zu gut daran, wann und wie wir uns das erste Mal gesehen hatten. Ich konnte es mir nie vorstellen mit ihr zusammen zu sein. Als ich erfuhr, dass sie jünger war, als geschätzt, war es endgültig abgehackt. Und ihr Wohnsitz war die Schweiz, ein weiterer Grund, dass ich mich nicht auf sie einlassen konnte, obwohl sie mit den grossen, warmen Augen sympathisch und reizend aussah. Das Sofa schrie herzzerreissend nach mehr Kissen und somit wurden von mir sechs kuschelige Exemplare drauf platziert.
Lorena wird in 30 Minuten eingetroffen sein, und mein Herz setzte fast schon aus. Das Gefühl hatte ich seit der neunten Klasse nicht mehr gehabt (da hatte ich mein erstes Date). Natürlich ging diese Aktion voll in die Hose, und ich hatte vieles dazugelernt. Ich hatte später einige Dates mehr, wie zum Beispiel mit meiner ehemaligen Mitschülerin Melanie, ein flottes Mädchen, aber so richtig eine Beziehung hatte ich im wahrsten Sinne des Wortes – noch nie.
Ich kannte Lorena so gut erst seit etwa… eineinhalb Jahren. Also natürlich länger, wenn man’s genau nahm, dreieinhalb Jahren. Aber ich Idiot hatte nie den Mut sie anzusprechen (auch wenn’s nur im Internet war) und hatte sie arrogant abserviert, als sie es versuchte. Nun ja, Ende gut, alles gut. Sie war meine Freundin.
Aber liebte sie mich? Es war mehr als klar, dass ich sie mochte. Aber nur mochte? Was war mit lieben?
Ich schüttelte den Kopf und ging mit leichten Schritten in die Küche. Meine Finger umklammerten die Theke.
Jetzt wo ich darüber nachdachte, wurde mir klar, wie schwierig das Ganze verlaufen würde. Immerhin lebten wir einige Kilometern voneinander entfernt – ganze zwei Stunden mit dem Auto zum Flughafen und dann nochmal zwei Stunden mit dem Flugzeug die Grenze durchbrechen. Und sie war noch im zarten Alter von 18. Eine frischgewordene Lady. Ein grosses Stück Verantwortung klebte in meinem Inneren und liess mich jedesmal zusammenzucken, an den Gedanken sie zu verletzten. Ich hatte dies allerdings schon einmal vollbracht – eben indem ich mich als arroganten Idiot aufgeführt hatte – aber sie gab nicht nach und glaubte an die Liebe. An ein uns. Lorena de Luca und Mikael Blomkvist. Lorena Blomkvist… klang doch schon mal nicht schlecht, oder?
Ich schmollte noch eine Weile und liess noch mal einen Blick auf das Ziffernblatt der Uhr des Wohnzimmers gleiten. Noch fünfzehn Minuten. Alles war schon vorbereitet – vom Abendessen bis zum Film, welchen wir uns anschauen würden. Auf dem Sofa mit unzähligen kuscheligen Kissen, so wie sie es wünschte. Dennoch klopfte mein Herz ohne Erbarmen und drohte schon meine Brust zu durchbohren.
Es reizte in meinem Hals und einige schwarze Punkte erschienen vor meinen Augen. „Oh Gott…“, keuchte ich und rannte ins Badezimmer.
Warum führte ich mich so auf? Gab es einen Grund? Meine Nervosität vielleicht? Ich hatte unzählige Bandauftritte hinter mich, und zuckte nie mit der Wimper! Mikael, was ist los mit dir?!
Zum Glück gab es nichts Bescherendes für die Kloschüssel und so taumelte ich zurück in die Küche, vor den Kühlschrank.  Mit zitternden Händen griff ich nach einer Glasflasche und öffnete sie geschickt mit meiner Gurtschnalle.
Lorena mag das nicht.
Ich überlegte mir schon, die Flasche wieder zurückzustellen aber dann besann ich mich anders. Die Flüssigkeit war ein schönes warmes Gefühl für meine Kehle – vor allem nachdem ich mich fast erbrochen hatte. Allmählich sank mein Puls. Aus einer Flasche wurden dann mindestens drei. Aber die Bedenken, ob es Wert war so eine Beziehung zu führen, geisterten immer noch in meinen Hintergedanken. Vielleicht sollte ich die Finger von ihr lassen, dann war’s besser um uns. Und nicht so teuer.
Ich nahm einen kräftigen Schluck und dann klingelte es Sturm. Lorena war wahrscheinlich genauso nervös und aufgeregt. Vor Schreck liess ich den Flaschenhals los. Sie kullerte auf dem Boden und verteilte den klebrigen Inhalt über den wertvollen Teppich meiner Mutter.
„Faaaaaaan!!!“, fluchte ich und biss die Zähne aufeinander. Ich sprang in die Küche, grabschte mir einen Mikrofasertuch, kniete und schrubbte wild den Teppich und das Parkett. Mit einem Satz war ich wieder auf den Füssen und schnellte zum Eingang.
„Mikaeeeel! Hallo!“
Sie klammerte ihre schlanken Arme um mich, mit solch einer Heftigkeit, dass wir beinahe in die Wohnung, direkt ohne Zwischenstopp auf den Boden des Foyers gefallen wären.
„Da…da freut sich aber jemand!“, kicherte ich und umarmte sie ganz fest. „Ich freu‘ mich so, dass du hier bist. Wollen wir was essen?“
Sie nahm meine Hand, ihre waren so winzig und beinahe zerbrechlich. Meine überaus langen Finger legten sich behutsam und beschützend auf ihre. „Du kochst?“ Ihr überraschter Ton war teilweise beleidigend. „Mhm.“
Plötzlich sah sie zu mir empor und tiefgründig in die Augen. „Wirklich?“ Bejahendes Nicken. „Oh, wie toll! Das Essen ist sicher 5-Sternereif rausgekommen!“ Dieses Kompliment glich das andere wieder aus und ich lachte und küsste sie auf die Stirn. Mir gefror das Blut. Ob das richtig war? Aus ihrer Miene entschlüsselte ich, dass es ihr sogar gefiel.
Sie schlurfte die Spaghettinudeln in sich hinein und beobachtete mich mit ihren grossen Augen. „Du nimmst nichts…?“, fragte sie vorsichtig. Benommen sah ich hinunter auf meinen Berg von Spaghetti alla Bolognese und löffelte mir eine klitzekleine Portion. Eigentlich hatte ich keinen Hunger, und wenn ich an Essen dachte kam es mir hinauf, aber ich wollte es nicht verderben. Und liess den Rest stehen.
Ich dankte Gott, als sie endlich satt war und mich an der Hand in unser Wohnzimmer zog. „Schatz… also, ich darf dir doch Schatz sagen, oder?“ Dass sie fragte war schon liebenswert genug. Ich verdrehte die Augen.
„Okay, okay. Hab’s kapiert. Was heisst den Schatz auf Schwedisch?“
„Älskling.“
Sie wiederholte das Wort und lachte selbst über das überdehnte Aussprechen ihrer Zunge. Niedlich. Ich zog sie an mich und legte mein Kinn auf ihren weichen Haaren.
„Älskling, älskling, älskling!“ Sie brach schon wieder in Gelächter aus. „‘tschuldige, aber das Wort gefällt mir total.“ Statt eines Grinsens legte sich nun ein Schatten in ihr Gesicht. Sie war verständlich wieder sofort in Sorge, mich gekränkt zu haben. Dummerchen. Ich drückte sie fester, so aber, dass sie noch Luft bekam. Meine Lippen berührten ihre heissen Wangen.
„Sötnos*“, flüsterte ich ihr sehnsüchtig ins Ohr.
Sie schnappte nach Luft.



[ *Sötnos = Liebling, Schatz...etc. ]
Uuuuund... da weiss ich nicht wie/was weiter schreiben. Eine echte Blockade habe ich momentan.

Wäre echt froh um Korrekturen und Vorschläge zur Verbesserung. Auch was den Stil betrifft und Fallfehler (habe ziemliche Probleme bei denen...)
Und natürlich Inhalt und Logik (ich bin nicht die Grösste, was das betrifft)

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