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Vier Kinder und ein Familiengeheimnis


 

 
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WeiseTaube98
Abc-Schütze


Beiträge: 7



BeitragVerfasst am: 24.08.2013 17:13    Titel: Vier Kinder und ein Familiengeheimnis eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Neue Version »

In dieser Geschichte geht es um vier Geschwister, die abgeschieden von der Zivilisation leben. In der Familie wird von Generation zu Generation ein Geheimnis weitergegeben.
Nachdem Carlos erfährt, dass es in seiner Familie ein Geheimnis gibt, setzt er alles daran, es zu erfahren. Er weiss, dass eine seiner Schwestern das Geheimnis kennt, es ihm aber nicht verraten darf, es sei denn, sie ist das letzte Mädchen und sie liegt im Sterben. Mit diesem Wissen ermordet er seine jüngeren Schwestern. Die Älteste, Sophia, ist fassungslos:

Sie starrte ihn an.
Deswegen war er so seltsam gewesen, als sie aus dem Wald zurück kam.
Sie hatte neue Kräuter für den Tee gesammelt. Carlos hatte ihr beim Zubereiten helfen wollen. Sie erinnerte sich, wie seltsam ihr das erschienen war. Er half doch sonst auch nie.
Sie hatte sein Angebot angenommen. Nur die Kräuter wollte sie allein
 suchen. Sie brauchte ab und zu einfach auch mal Ruhe. Drei kleine Geschwister, beide Eltern gestorben...
Er musste ihnen etwas in den Tee gemischt haben. Sie suchte in seinen Augen nach Reue, nach einem Zeichen dafür, dass es ein Versehen gewesen war, dass er die Kräuter verwechselt hatte. Doch da war nichts, nicht die leiseste Regung. Wie konnte sie sich so in ihm getäuscht haben? Wie konnte er überhaupt so etwas tun? Da lagen sie im Gras, ihre- und auch seine- Schwestern. Und er stand da, als ginge ihn das alles überhaupt nichts an.
" Schließ dich mir an."
Hatte sie sich verhört? Sie beschloss, ihn zu ignorieren.
" Schließ dich mir an. Du hast gesehen, wozu ich fähig bin. Schließ dich mir an und wir werden Macht erlangen. Nicht mehr am Ende derWelt festsitzen. Du weisst, dass es da draußen noch etwas gibt, Sophia, andere Menschen..."
" Wie konntest du nur?" Es war ein Flüstern doch Carlos war nahe genug, um es zu verstehen.
" Es sind deine Schwestern, Carlos. Sophie war gerade mal elf. Wie konntest du nur?"
" War eine von ihnen die Erbin?”
“ Nein.”
“ Nun, dann adieu, Schwesterherz.”
Er griff an und zog das Schwert, dass er immer mit sich zog. Sophia parierte. Sie nutzte das Wissen über die Magie, welches ihre Mutter ihr vererbt hatte:  Sie beschwor einen Speer von der Länge ihres Körpers herauf. Kurz darauf lag Carlos auf dem Boden, die Arme von sich gestreckt, das Schwert außer Reichweite. Er blickte ihr in die Augen. 
“ Nun?”, fragte er.
Langsam zog sie ihren Speer von seiner Kehle zurück. 
“ Geh. Lass dich hier nie wieder blicken, du Mörder, der einst mein Bruder gewesen ist. Versuche mit der Schuld zu leben, die du dir heute angelastet hast.”
Langsam zog er sich zurück. Aus sicherer Entfernung rief er: 
“ Ich werde wiederkommen. Solltest du bis dahin Kinder  geboren haben, so sei versichert, dass ihnen das gleiche Schicksal widerfährt wie deinen Schwestern.”
Kaum war er weg, sank Sophia schluchzend zu Boden. Dann begann sie zu graben.

Das war der Prolog. Der Rest der Geschichte dreht sich um Sophias Kinder, die von ihrem Onkel hören und gegen ihn kämpfen müssen.

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Doir
Geschlecht:männlichSchreiberassi


Beiträge: 56



BeitragVerfasst am: 24.08.2013 18:32    Titel: Antworten mit Zitat

Also irgendwie ist der kleine Abschnitt bereits sehr irritierend.

Die älteste Schwester heißt Sophia, eine der jüngeren Sophie? Hat das einen besonderen Grund und wenn nicht, würde ich auf jeden Fall einen der Namen ändern. Einfach um Irritation vorzubeugen.

Dann verstehe ich nicht, wieso die Geheimnishüterin das letzte Mädchen sein muss, bevor sie das Geheimnis weitergeben darf. Wenn sie im Sterben liegt und ihre Schwestern noch am Leben sind, verendet doch das Geheimnis mit ihr?

Zudem weiß Carlos ja auch nicht, welche seiner Schwestern das Geheimnis, das er ja unbedingt wissen will, hütet und tötet dann achtlos einfach zwei von ihnen? Also, so könnte das Geheimnis doch für immer flöten gehen. Das erscheint mir nicht gerade sehr durchdacht von Carlos.

Dann hat sich mir noch die Frage gestellt, wieso Carlos seine Schwestern unbedingt vergiften wollte, anstatt einfach das Schwert, das er ja scheinbar immer bei sich trägt, zu benutzten, während Sophia eben alleine im Wald auf Kräutersuche ist. Gerade weil Carlos ja auch gar nicht versucht es als Versehen darzustellen, sogar damit prahlt und Sophia damit droht. Gerade mit aufgeschlitzten Kehlen lässt sich besser drohen, als mit vergifteten Leichen.

Wird in den späteren Kapiteln noch erklärt, wie Carlos vom Geheimnis erfahren hat und vor allem wie er die Bedingungen der Weitergabe in Erfahrung gebracht hat?

WeiseTaube98 hat Folgendes geschrieben:

Er griff an und zog das Schwert, dass er immer mit sich zog.


Muss geändert werden.

Generell ist das Alles ein bisschen Dünn und mit Logiklöchern gespickt. Als ob du den Prolog so schnell wie möglich hinter dir lassen wolltest. Der Kampf könnte ein bisschen länger ausfallen, die wörtliche Rede mehr Pepp vertragen. Ich würde es auf jeden Fall nochmal gründlich überarbeiten.
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josephine
Geschlecht:weiblichHobbyautor


Beiträge: 499



BeitragVerfasst am: 24.08.2013 19:41    Titel: Re: Vier Kinder und ein Familiengeheimnis Antworten mit Zitat

Hallo WeiseTaube98,

ich muss meiner Vorkommentatorin zustimmen, auch mir sind die von ihr angesprochenen Dinge  nicht ganz klar geworden. Darüberhinaus würde ich vielleicht ein wenig bei den Satzanfängen variieren. Vor allem am Anfang.

lg
Josephine


WeiseTaube98 hat Folgendes geschrieben:


Sie starrte ihn an.
Deswegen war er so seltsam gewesen, als sie aus dem Wald zurück kam.
Sie hatte neue Kräuter für den Tee gesammelt. Carlos hatte ihr beim Zubereiten helfen wollen. Sie erinnerte sich, wie seltsam ihr das erschienen war. Er half doch sonst auch nie.
Sie hatte sein Angebot angenommen. Nur die Kräuter wollte sie allein
 suchen. Sie brauchte ab und zu einfach auch mal Ruhe. Drei kleine Geschwister, beide Eltern gestorben...
Er musste ihnen etwas in den Tee gemischt haben. Sie suchte in seinen Augen nach Reue, nach einem Zeichen dafür, dass es ein Versehen gewesen war, dass er die Kräuter verwechselt hatte. Doch da war nichts, nicht die leiseste Regung. Wie konnte sie sich so in ihm getäuscht haben? Wie konnte er überhaupt so etwas tun? Da lagen sie im Gras, ihre- und auch seine- Schwestern. Und er stand da, als ginge ihn das alles überhaupt nichts an.
" Schließ dich mir an."
Hatte sie sich verhört? Sie beschloss, ihn zu ignorieren.
" Schließ dich mir an. Du hast gesehen, wozu ich fähig bin. Schließ dich mir an und wir werden Macht erlangen. Nicht mehr am Ende derWelt festsitzen. Du weisst, dass es da draußen noch etwas gibt, Sophia, andere Menschen..."
" Wie konntest du nur?" Es war ein Flüstern doch Carlos war nahe genug, um es zu verstehen.
" Es sind deine Schwestern, Carlos. Sophie war gerade mal elf. Wie konntest du nur?"
" War eine von ihnen die Erbin?”
“ Nein.”
“ Nun, dann adieu, Schwesterherz.”
Er griff an und zog das Schwert, dass er immer mit sich zog. Sophia parierte. Sie nutzte das Wissen über die Magie, welches ihre Mutter ihr vererbt hatte:  Sie beschwor einen Speer von der Länge ihres Körpers herauf. Kurz darauf lag Carlos auf dem Boden, die Arme von sich gestreckt, das Schwert außer Reichweite. Er blickte ihr in die Augen. 
“ Nun?”, fragte er.
Langsam zog sie ihren Speer von seiner Kehle zurück. 
“ Geh. Lass dich hier nie wieder blicken, du Mörder, der einst mein Bruder gewesen ist. Versuche mit der Schuld zu leben, die du dir heute angelastet hast.”
Langsam zog er sich zurück. Aus sicherer Entfernung rief er: 
“ Ich werde wiederkommen. Solltest du bis dahin Kinder  geboren haben, so sei versichert, dass ihnen das gleiche Schicksal widerfährt wie deinen Schwestern.”
Kaum war er weg, sank Sophia schluchzend zu Boden. Dann begann sie zu graben.



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Das Internet eröffnet die Möglichkeit, uns das gesamte Wissen der Welt anzueignen. Und was machen wir daraus? Wir laden uns Bilder runter und streiten mit Fremden.

I’m glad I can talk to you about fictional characters as if they were real and have you still think I’m sane.

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WeiseTaube98
Abc-Schütze


Beiträge: 7



BeitragVerfasst am: 24.08.2013 23:06    Titel: Geänderte Version pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke für eure Meinungen Wink

Also, dass mit dem Vererben ist so:
Das Geheimnis wird immer an die älteste Tochter weitergegeben. Wenn diese stirbt an die Zweitälteste, es sei denn die Älteste hat inzwischen eigene Kinder. Gibt es jedoch in der letzten Generation keine Mädchen mehr, so wird das Geheimnis auf den Sohn übertragen.
Geänderte Version:

Sie starrte ihn an.
 Deswegen war er so seltsam gewesen, als sie aus dem Wald zurückkam. Sophia hatte neue Kräuter für den Tee gesammelt. Carlos hatte ihr beim Zubereiten geholfen. Sie erinnerte sich, wie seltsam es ihr erschienen war, dass er helfen wollte. Das tat er doch sonst nie. Sophia nahm das Angebot ihres Bruders an. Nur die Kräuter wollte sie alleine suchen. Als große Schwester brauchte man ab und zu einfach mal Ruhe. Vor allem dann wenn man sich rund um die Uhr allein um drei kleine Geschwister zu kümmern hatte.
Er musste ihnen etwas in den Tee gemischt haben. Sophia suchte in seinen Augen nach Reue, nach einem Zeichen dafür, dass es ein Versehen gewesen war, dass er die Kräuter verwechselt hatte. Doch da war nichts, nicht die leiseste Regung. Wie konnte sie sich so in ihm getäuscht haben? Wie konnte er überhaupt so etwas tun? Da lagen die beiden , ihre- und auch seine- Schwestern. Und ihr Bruder stand da, als ginge ihn das alles überhaupt nichts an.
" Schließ dich mir an."
Hatte sie sich verhört? Sophia beschloss, ihn zu ignorieren.
" Schließ dich mir an. Du hast gesehen, wozu ich fähig bin. Schließ dich mir an und wir werden Macht erlangen. Nicht mehr am Ende derWelt festsitzen. Du weisst, dass es da draußen noch etwas gibt, Sophia, andere Menschen..."
" Wie konntest du nur?" Es war ein Flüstern doch Carlos war nahe genug, um es zu verstehen.
" Es sind deine Schwestern, Carlos. Magdalena war gerade mal elf. Was hast du dir nur dabei gedacht?”
Er antwortete nicht, sondern griff an und zog das Schwert, welches er immer bei sich trug. 
“Was soll das?”, fragte Lizzy. Da fiel es ihr ein: Carlos wusste, was passierte, wenn er Sophia besiegte. Er wusste es, weil Sophia es ihm in ihrem Leichtsinn erklärt hatte, als Carlos fünf Jahre alt war. Nur deswegen hatte Carlos seine jüngeren Schwestern ermordet. Er wollte das Geheimnis erfahren. 
Sophia parierte. Sie nutzte das Wissen über die Magie, welches ihre Mutter ihr vererbt hatte:  Sie beschwor einen Speer von der Länge ihres Körpers herauf. Zweimal schaffte es Carlos, sie zu verwunden, doch Sophia kämpfte verbissen weiter. Schließlich schaffte sie es, ihn umzustoßen, so dass er fiel. Mit einem schnellen, harten Schlag auf sein Handgelenk, gelang es ihr, ihn zu entwaffnen. Sophia liess ihren Bruder wirbeln bis das Schwert außerhalb seiner Reichweite lag. Mit ihrem Speer an seiner Kehle hielt sie ihn am Boden fest. Er blickte ihr in die Augen. 
“ Nun?”, fragte er.
Langsam zog sie ihren Speer von seiner Kehle zurück. 
“ Geh. Lass dich hier nie wieder blicken, du Mörder!”
Langsam zog er sich zurück. Aus sicherer Entfernung rief er: 
“ Ich werde wiederkommen, dass kannst du nicht verhindern. Solltest du bis dahin Kinder  geboren haben, so sei versichert, dass ihnen das gleiche Schicksal widerfährt wie deinen Schwestern.”
Kaum war er weg, sank Sophia schluchzend zu Boden. Dann begann sie zu graben.
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Dorka
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BeitragVerfasst am: 25.08.2013 16:43    Titel: Re: Geänderte Version Antworten mit Zitat

Hallo Weise Taube,

Du schreibst, dass dies der Prolog sein soll. Dann würde ich anders beginnen: Beschreibe, wie Sophia mit einem Korb voller duftender Kräuter aus dem Wald kommt, wie sie sich freut, die Kräuter zum Trocknen aufzuhängen, wie die Stube duften wird - zelebriere die gute Stimmung, in der sie ist. Dann trifft sie auf Carlos.
Was an ihm ist merkwürdig? Geht er ihr aus dem Weg? Vermeidet er, sie anzuschauen? Stellt er sich vor die Tür des Zimmers der Schwestern?
Wie entdeckt Sophia die toten Schwestern? Sucht sie nach ihnen? Versucht sie, sie zu wecken? Was geht dabei in ihr vor?
Oder greift Carlos sie an, bevor die die Schwestern gefunden hat?

Wenn Carlos schon so gut mit dem Schwert kämpfen kann - wieso ist er dann ein "kleines Geschwister"?

Die Erklärung, die Du uns vor Beginn Deines Textes gibst, muss der Text uns geben, das muss entweder im Laufe des Prologs herauskommen (wenn z.B. Carlos in einem Augenblick, in dem es so aussieht, als gewänne er den Kampf, ihr an den Kopf wirft, was sie damals ausgeplaudert hat), oder so als Geheimnis beschrieben werden, dass man gerne weiter liest, um dieses Geheimnis zu lüften.

WeiseTaube98 hat Folgendes geschrieben:
Wie konnte er überhaupt so etwas tun? Da lagen die beiden , ihre- und auch seine- Schwestern. (Da er der Bruder ist, versteht sich das von selbst. Sie wird in diesem Augenblick nicht über Verwandschaftsverhältnisse nachgedacht haben. Eher etwas in der Art:  Magdalena, die so gern und oft gelacht hatte und die kleine XXX, die nie aufhörte ihr ein Loch in den Bauch zu fragen.)
Und ihr Bruder stand da, als ginge ihn das alles überhaupt nichts an.
" Schließ dich mir an."
Hatte sie sich verhört? Sophia beschloss, ihn zu ignorieren. (Und statt dessen was zu tun? Die stehen neben den Leichen der Schwestern! Guckt Sophia nun einfach weg?)
" Schließ dich mir an. Du hast gesehen, wozu ich fähig bin. Schließ dich mir an und wir werden Macht erlangen. Nicht mehr am Ende der Welt festsitzen. Du weisst, dass es da draußen noch etwas gibt, Sophia, andere Menschen..." (Der muss ziemlich dämlich sein - wenn sie die Macht schon hat, braucht sie ihn doch gar nicht. Warum soll sie sich ihm anschließen? )

" Wie konntest du nur?" (Das sagt man, wenn das eigenen Kind das elterliche Auto "geliehen" hat und ohne Führerschein einen Unfall gebaut hat. Das sagt man nicht, wenn der Bruder die Schwestern gemeuchelt hat. Mit fehlt hier Entsetzen, Schmerz, völlige Verständnislosigkeit)
Es war ein Flüstern doch Carlos war nahe genug, um es zu verstehen.
" Es sind deine Schwestern, Carlos. Magdalena war gerade mal elf. Was hast du dir nur dabei gedacht?” (Als ob es irgendetwas gäbe, das er gedacht hätte und das den Mord entschuldigen könnte!)
Er antwortete nicht, sondern griff an und zog das Schwert, welches er immer bei sich trug. (Also ich denke, erst zieht er das Schwert und dann greift er an. Womit könnte er denn angreifen, solange das Schwert noch in der Scheide steckt?)
“Was soll das?”, fragte Lizzy ? . Da fiel es ihr ein: Carlos wusste, was passierte, wenn er Sophia besiegte. Er wusste es, weil Sophia es ihm in ihrem Leichtsinn erklärt hatte, als Carlos fünf Jahre alt war. Nur deswegen hatte Carlos seine jüngeren Schwestern ermordet. Er wollte das Geheimnis erfahren. (Also der Bruder greift sie an und sie steht da, überlegt, was das soll und denkt erst mal in Ruhe nach - unglaubwürdig!)
Sophia parierte. Sie nutzte das Wissen über die Magie, welches ihre Mutter ihr vererbt hatte:  Sie beschwor einen Speer von der Länge ihres Körpers herauf. Zweimal schaffte es Carlos, sie zu verwunden, doch Sophia kämpfte verbissen weiter. Schließlich schaffte sie es, ihn umzustoßen, so dass er fiel. Mit einem schnellen, harten Schlag auf sein Handgelenk, gelang es ihr, ihn zu entwaffnen. Sophia liess ihren Bruder wirbeln bis das Schwert außerhalb seiner Reichweite lag. Mit ihrem Speer an seiner Kehle hielt sie ihn am Boden fest. Er blickte ihr in die Augen. (Diese Kampfszene ist schon besser als Dein erster Versuch, aber da ist noch mehr rauszuholen. Wo verwundete er sie? Warum gab sie sich die Blöße? Schmerzten die Wunden oder waren das nur Kratzer? Haben die Wunden sie in ihrer Kampfkraft geschwächt?)
“ Nun?”, fragte er.
Langsam zog sie ihren Speer von seiner Kehle zurück. 
“ Geh. Lass dich hier nie wieder blicken, du Mörder!”
Langsam zog er sich zurück. (Der liegt doch noch. Steht er erst auf? Kriecht er aus ihrer Nähe weg?)
Aus sicherer Entfernung rief er: 
“ Ich werde wiederkommen, dass kannst du nicht verhindern. Solltest du bis dahin Kinder  geboren haben, so sei versichert, dass ihnen das gleiche Schicksal widerfährt wie deinen Schwestern.”
Kaum war er weg, sank Sophia schluchzend zu Boden. Dann begann sie zu graben.


Vielleicht hilft es Dir, wenn Du Dich in Sophia hineinversetzt. Du bist im Wald, hast langsam alle Kräuter zusammen, die Du brauchst - was tust Du? Was siehst Du? Was hörst Du? Was riechst Du? Was fühlst Du? Was hoffst Du? ...
Dann kommst Du aus dem Wald - wie oben
Dann siehst Du  - was? den Bruder, das Haus, die toten Schestern?
Ich denke, dass Du so auch ihr Entsetzen, ihre Trauer, ihre anderen Gefühle nachfühlen und besser beschreiben kannst.

Gruß
Dorka
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WeiseTaube98
Abc-Schütze


Beiträge: 7



BeitragVerfasst am: 28.08.2013 20:02    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke, Dorka,

Wie wäre es mit dieser Version?

So, fertig. Sophia nahm den Korb voller Kräuter und richtete sich auf. Für heute hatte sie genug getan. Sie beeilte sich nicht, nach Hause zu kommen. In der Ferne zwitscherten Vögel, doch ansonsten war der Wald vollkommen ruhig. So ruhig wie es in Sophia's Umfeld selten war. Zu Hause machten ihre drei Geschwister einen Höllenlärm, auch wenn sie alle drei schon über zehn waren. Immer gab es jemanden, der etwas von ihr wollte. Nur hier im Wald konnte sie vollkommen entspannen. Das sie jetzt, am Nachmittag, hier sein konnte, hatte sie Carlos zu verdanken. Zu Sophias großer Verwunderung hatte er sie beim Mittagessen gefragt, ob er sich um die anderen kümmern sollte. Sophia hatte zugestimmt und gesagt, sie würde Kräuter für den Tee sammeln gehen.
Vor ihr wurde es heller. Kurz darauf kam die Hütte in Sicht. Sie erkannte Carlos, der vor der Hütte auf sie zu warten schien. In der Hand hielt er eine Teetasse. Sophia kam auf ihn zu.
“ Bin wieder da.”
“ Seh ich. Willst du mal kosten?” Irgendwas an seinem Tonfall machte sie misstrauisch.
“ Später. Ich muss die Kräuter in die Küche bringen.” Da fiel ihr auf, wie still es war.
“ Wo sind die anderen?”
“ Die kommen gleich wieder.”
“ Und wo sind sie?”
Er fasste sie am Arm. “ Irgendwo hinterm Haus. Probier doch mal!”
Sie riss sich los. Irgendetwas stimmte hier ganz und gar nicht. 
“ Kat? Lena? Wo steckt ihr?”
Als keine Antwort kam, lief sie los. Aus dem Augenwinkel sah sie, dass der Tisch schon für den Tee gedeckt worden war. Sie hatten wohl auch schon mit dem Rest Tee angefangen. Sie fand ihre Schwestern hinterm Haus. Sie lagen, die Augen geschlossen, im Gras und waren seltsam ruhig. Sophia hockte sich neben sie. Sie nahm Magdalena's Hand und fühlte ihren Puls. Keinerlei Lebenszeichen. Zitternd ließ sie die Hand ins Gras gleiten. Bei Katharina war es dasselbe. Auch sie war vollkommen reglos. Mit geschlossenen Augen lagen sie da. Sophia konnte den Gesichtsausdruck der beiden nicht deuten. Auch Katharinas Hand glitt zurück ins Gras. 
Hinter ihr hörte Sophia Schritte. Carlos war ihr gefolgt. Zitternd erhob sie sich und drehte sich und drehte sich zu ihm um. 
Sophia suchte in seinen Augen nach Reue, nach einem Zeichen dafür, dass es ein Versehen gewesen war, dass er die Kräuter verwechselt hatte. Denn Carlos musste die Schwestern mit falschen Kräutern vergiftet haben, sonst hätten die beiden Wunden. Doch da war nichts, nicht die leiseste Regung. Wie konnte sie sich so in ihm getäuscht haben? Wie konnte er überhaupt so etwas tun?
 Da fiel es ihr ein: Carlos wusste, was passierte, wenn er Sophia besiegte. Er wusste es, weil Sophia es ihm in ihrem Leichtsinn erklärt hatte, als Carlos fünf Jahre alt war.
Damals hatte er sie gefragt, ob es in ihrer Familie ein Geheimnis gäbe. Vermutlich hatte er es in irgendeinem Buch aus dem Familienbesitz gelesen. Sie hatte ihm alles gesagt, was sie über das Geheimnis wusste. Als Carlos sie dann auch noch gefragt hatte, was passierte, wenn die Erbin stirbt, hatte sie ihm auch das erklärt.  
Nur deswegen hatte Carlos seine jüngeren Schwestern ermordet. Er wollte das Geheimnis erfahren. Hätte sie ihm damals nicht erzählt, würden ihre Schwestern vielleicht noch atmen.
Völlig unvermittelt griff Carlos an.
Sophia parierte. Sie nutzte das Wissen über die Magie, welches ihre Mutter ihr vererbt hatte:  Sie beschwor einen Speer von der Länge ihres Körpers herauf. Zweimal schaffte es Carlos, sie zu verwunden- er hatte sie ablenken können. Ihr Handgelenk und ihr rechter Oberarm bluteten,doch es waren nur Kratzer und Sophia kämpfte  weiter. Schließlich schaffte sie es, ihn umzustoßen, so dass er fiel. Mit einem schnellen, harten Schlag auf sein Handgelenk gelang es ihr, ihn zu entwaffnen. Sophia liess ihren Bruder wirbeln bis das Schwert außerhalb seiner Reichweite lag. Mit ihrem Speer an seiner Kehle hielt sie ihn am Boden fest. Er blickte ihr in die Augen. 
“ Nun?”, fragte er.
Langsam zog sie ihren Speer von seiner Kehle zurück. 
“ Geh. Lass dich hier nie wieder blicken, du Mörder!”
Langsam stand er auf und zog sich zurück. Aus sicherer Entfernung rief er: 
“ Ich werde wiederkommen, dass kannst du nicht verhindern. Solltest du bis dahin Kinder  geboren haben, so sei versichert, dass ihnen das gleiche Schicksal widerfährt wie deinen Schwestern.”
Kaum war er weg, sank Sophia schluchzend zu Boden. Dann begann sie zu graben.
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Dorka
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BeitragVerfasst am: 02.09.2013 16:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Weise Taube,

schon besser ...

WeiseTaube98 hat Folgendes geschrieben:
Danke, Dorka,

Wie wäre es mit dieser Version?

So, fertig. Sophia nahm den Korb voller Kräuter und richtete sich auf. Für heute hatte sie genug getan. Sie beeilte sich nicht, nach Hause zu kommen. In der Ferne zwitscherten Vögel, doch ansonsten war der Wald vollkommen ruhig. So ruhig wie es in Sophia's Umfeld selten war. Zu Hause machten ihre drei Geschwister einen Höllenlärm, auch wenn sie alle drei schon über zehn waren. Immer gab es jemanden, der etwas von ihr wollte. Nur hier im Wald konnte sie vollkommen entspannen. Das sie jetzt, am Nachmittag, hier sein konnte, hatte sie Carlos zu verdanken. Zu Sophias großer Verwunderung hatte er sie beim Mittagessen gefragt, ob er sich um die anderen kümmern sollte. Sophia hatte zugestimmt und gesagt, sie würde Kräuter für den Tee sammeln gehen.
Vor ihr wurde es heller. Kurz darauf kam die Hütte in Sicht. Sie erkannte Carlos, der vor der Hütte auf sie zu warten schien. In der Hand hielt er eine Teetasse. Sophia kam auf ihn zu.
“ Bin wieder da.”
“ Seh ich. Willst du mal kosten?” Irgendwas an seinem Tonfall machte sie misstrauisch. (Das Misstrauen kommt zu früh. Ich schlage vor: ... an seinem Tonfall ließ sie aufhorchen)
“ Später. Ich muss die Kräuter in die Küche bringen.” Da fiel ihr auf, wie still es war.
“ Wo sind die anderen?”
“ Die kommen gleich wieder.”
“ Und wo sind sie?”
Er fasste sie am Arm. “ Irgendwo hinterm Haus. Probier doch mal!”
Sie riss sich los. Irgendetwas stimmte hier ganz und gar nicht. 
(Das ist jetzt sehr gut! Er versucht, auch sie ganz nebenbei mit dem Tee zu vergiften)
“ Kat? Lena? Wo steckt ihr?”
Als keine Antwort kam, lief sie los. Aus dem Augenwinkel sah sie, dass der Tisch schon für den Tee gedeckt worden war. Sie hatten wohl auch schon mit dem Rest Tee angefangen. Sie fand ihre Schwestern hinterm Haus. Sie lagen, die Augen geschlossen, im Gras und waren seltsam ruhig. Sophia hockte sich neben sie. Sie nahm Magdalena's Hand und fühlte ihren Puls. Keinerlei Lebenszeichen. Zitternd ließ sie die Hand ins Gras gleiten. Bei Katharina war es dasselbe. Auch sie war vollkommen reglos. Mit geschlossenen Augen lagen sie da. Sophia konnte den Gesichtsausdruck der beiden nicht deuten. Auch Katharinas Hand glitt zurück ins Gras. (Hier kann auch ein bisschen Gefühl von Sophia erzählt werden.)Hinter ihr hörte Sophia Schritte. Carlos war ihr gefolgt. Zitternd erhob sie sich und drehte sich und drehte sich zu ihm um. 
(Bis hierher schon besser)
Sophia suchte in seinen Augen nach Reue, nach einem Zeichen dafür, dass es ein Versehen gewesen war, dass er die Kräuter verwechselt hatte. (Dazu müsste sie wissen, dass die Schwestern vergiftet wurden. Natürlich liegt Gift nahe, wenn es keine Wunden gibt. Aber die könnte sie ja auch erst finden, wenn sie die beiden Schwestern auszieht. Ich schlage vor, dass Sophia Carlos entgeistert fragt, was geschehen ist. Es könnte ja auch jemand von außerhalb gewesen sein oder Stiche von giftigen Insekten. Carlos merkt, dass er Sophia nicht mit dem Tee, den er immer noch in der Tasse in der Hand hält, umbringen kann. Er müsste ihn wegschütten - z.B. demonstrativ auf die toten Schwestern oder Sophia ins Gesicht. Dann könnte sie anfangen zu glauben, dass er etwas damit zu tun hat, vorher meiner Meinung nach nicht.)
Denn Carlos musste die Schwestern mit falschen Kräutern vergiftet haben, sonst hätten die beiden Wunden. Doch da war nichts, nicht die leiseste Regung. Wie konnte sie sich so in ihm getäuscht haben? Wie konnte er überhaupt so etwas tun?
 Da fiel es ihr ein: Carlos wusste, was passierte, wenn er Sophia besiegte. Er wusste es, weil Sophia es ihm in ihrem Leichtsinn erklärt hatte, als Carlos fünf Jahre alt war. (Das ist zu plump. Nicht jeder, der erfährt, dass er vom Tod eines anderen Menschen profitieren kann, wird zum Mörder. Mir fehlt das Motiv. Außerdem kommt diese Erkenntnis zu blitzartig. Ich fände es besser, wenn Carlos ihr das zwischen den Schwerthieben ins Gesicht schleudert. Vielleicht auch mit einer alten Wut, dass in der Familie die Mädchen immer vorgezogen wurden, als Trägerinnen dieser Gabe. Immer musste er zurückstecken, immer wurde er weggeschickt, wenn es um das Familiengeheimnis ging. Oder vielleicht musste er immer das Klo putzen, weil die begabten Schwestern nicht mit so "unreinen" Dingen in Berührung kommen durften? Lass ihn seine ganze Wut und Frustration vor Sophia auskotzen. Dann hast Du auch einen Schimmer eines Motivs. Ich vermute im eigentlichen Roman geht es um die Angriffe von Carlos auf die Familien und insbesondere Kinder von Sophia? Dafür benötigst Du ein richtig gutes Motiv. Ich verstehe nämlich noch  nicht wirklich, warum der Knabe bis zu diesem Tag gewartet hat. Dafür würde ich eine Erklärung nicht schlecht finden. Z.B. er wird in X Tagen oder Wochen volljährig (geht auch schon mit 15 oder 16) und muss als männliches, unbegabtes Familienmitglied das Haus der Schwestern verlassen, um in die Welt zu gehen. - Vielleicht wurde das Verabschiedungsfest schon vorbereitet?)

Damals hatte er sie gefragt, ob es in ihrer Familie ein Geheimnis gäbe. Vermutlich hatte er es in irgendeinem Buch aus dem Familienbesitz gelesen. Sie hatte ihm alles gesagt, was sie über das Geheimnis wusste. Als Carlos sie dann auch noch gefragt hatte, was passierte, wenn die Erbin stirbt, hatte sie ihm auch das erklärt.  
Nur deswegen hatte Carlos seine jüngeren Schwestern ermordet. Er wollte das Geheimnis erfahren. Hätte sie ihm damals nicht erzählt, würden ihre Schwestern vielleicht noch atmen.
Völlig unvermittelt griff Carlos an. (Da ist wieder was, das ich nicht verstehe: wenn Carlos mit den Mädchen aufwuchs, kann ihm doch nur Sophia den Schwertkampf beigebracht haben, oder? Woher hat er sonst das Wissen? Oder haut er nur drauflos? Das musst Du noch mal überlegen. Wie auch immer, müsste Sophia dem jüngeren Bruder doch überlegen sein. Warum erschafft sie nur einen Speer, warum nicht auch ein Schwert? oder ein leichtes Florett? oder einen Drachen, oder eine Kanone? Du solltest hier ein paar Gedanken von Sophia einfließen lassen, warum sie gerade dies erschafft. Kann sie mit ihrer Gabe nicht das Schwert von Carlos zerkrümeln lassen?)
Sophia parierte. Sie nutzte das Wissen über die Magie, welches ihre Mutter ihr vererbt hatte:  Sie beschwor einen Speer von der Länge ihres Körpers herauf. Zweimal schaffte es Carlos, sie zu verwunden- er hatte sie ablenken können. Ihr Handgelenk und ihr rechter Oberarm bluteten,doch es waren nur Kratzer und Sophia kämpfte  weiter. Schließlich schaffte sie es, ihn umzustoßen, so dass er fiel. Mit einem schnellen, harten Schlag auf sein Handgelenk gelang es ihr, ihn zu entwaffnen. Sophia liess ihren Bruder wirbeln bis das Schwert außerhalb seiner Reichweite lag. Mit ihrem Speer an seiner Kehle hielt sie ihn am Boden fest. Er blickte ihr in die Augen. 
“ Nun?”, fragte er.
Langsam zog sie ihren Speer von seiner Kehle zurück. 
“ Geh. Lass dich hier nie wieder blicken, du Mörder!”
Langsam stand er auf und zog sich zurück. Aus sicherer Entfernung rief er: 
“ Ich werde wiederkommen, dass kannst du nicht verhindern. Solltest du bis dahin Kinder  geboren haben, so sei versichert, dass ihnen das gleiche Schicksal widerfährt wie deinen Schwestern.”
Kaum war er weg, sank Sophia schluchzend zu Boden. Dann begann sie zu graben.


So viel für heute. Ich bin in den nächsten Tagen nicht so oft online. Also nicht ungeduldig werden, wenn ich mich nicht melde!

Gruß
Dorka
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Milli
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BeitragVerfasst am: 03.09.2013 11:03    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo WeißeTraube,

Ich finde die Idee schon einmal echt super! Anfangs habe ich ein Paar Sachen nicht verstanden aber diese hast du in späteren Kommentaren erklärt. Auserdem wurdest du bei jeder überarbeitung besser und besser.  Und das ist doch das wichtigste. Wer ist den schon auf anhieb perfekt?
Und ganz ehrlich du hast das echt lebendig erzählt. Ich würde mich freuen noch mehr zu lesen!
Mach weiter so! smile

lg

Michelle
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WeiseTaube98
Abc-Schütze


Beiträge: 7



BeitragVerfasst am: 06.09.2013 21:10    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke, ihr zwei!

So, fertig. Sophia nahm den Korb voller Kräuter und richtete sich auf. Für heute hatte sie genug getan. Sie beeilte sich nicht, nach Hause zu kommen. In der Ferne zwitscherten Vögel, doch ansonsten war der Wald vollkommen ruhig. So ruhig wie es in Sophia's Umfeld selten war. Zu Hause machten ihre drei Geschwister einen Höllenlärm, auch wenn sie alle drei schon über zehn waren. Immer gab es jemanden, der etwas von ihr wollte. Nur hier im Wald konnte sie vollkommen entspannen. Das sie jetzt, am Nachmittag, hier sein konnte, hatte sie Carlos zu verdanken. Zu Sophias großer Verwunderung hatte er sie beim Mittagessen gefragt, ob er sich um die anderen kümmern sollte. Sophia hatte zugestimmt und gesagt, sie würde Kräuter für den Tee sammeln gehen.
Vor ihr wurde es heller. Kurz darauf kam die Hütte in Sicht. Sie erkannte Carlos, der vor der Hütte auf sie zu warten schien. In der Hand hielt er eine Teetasse. Sophia kam auf ihn zu.
“ Bin wieder da.”
“ Seh ich. Willst du mal kosten?” Irgendwas an seinem Tonfall lies sie aufhorchen.
“ Später. Ich muss die Kräuter in die Küche bringen.” Da fiel ihr auf, wie still es war.
“ Wo sind die anderen?”
“ Die kommen gleich wieder.”
“ Und wo sind sie?”
Er fasste sie am Arm. “ Irgendwo hinterm Haus. Probier doch mal!”
Sie riss sich los. Irgendetwas stimmte hier ganz und gar nicht.
“ Kat? Lena? Wo steckt ihr?”
Als keine Antwort kam, lief sie los. Aus dem Augenwinkel sah sie, dass der Tisch schon für den Tee gedeckt worden war. Sie hatten wohl auch schon mit dem Rest Tee angefangen. Sie fand ihre Schwestern hinterm Haus. Sie lagen, die Augen geschlossen, im Gras und waren seltsam ruhig. Sophia hockte sich neben sie. Sie nahm Magdalena's Hand und fühlte ihren Puls. Keinerlei Lebenszeichen. Zitternd ließ sie die Hand ins Gras gleiten. Bei Katharina war es dasselbe. Auch sie war vollkommen reglos. Mit geschlossenen Augen lagen sie da. Sophia konnte den Gesichtsausdruck der beiden nicht deuten. Auch Katharinas Hand glitt zurück ins Gras. 
Hinter ihr hörte Sophia Schritte. Carlos war ihr gefolgt. Zitternd erhob sie sich und drehte sich zu ihm um. 
“ Was haben sie?” Sophia deutete auf ihre Schwestern. Carlos wich ihrem abwartenden Blick aus. Wortlos starrte er in die Tasse, die er noch immer in der Hand hielt. 
“ Sag mir, was passiert ist, Carlos! Dann können wir sie vielleicht wieder beleben.”, drängte Sophia.
Als Antwort warf Carlos ihr die Tasse ins Gesicht. Der inzwischen kalte Tee schwappte über und verpasste Sophia eine kalte Dusche. Nachdem sie sich mit dem Ärmel ihr Gesicht einigermaßen trocken gerubbelt hatte, sah sie das Schwert in seiner Hand. Wo er es auf einmal her hatte, war ihr ein Rätsel. Doch das spielte jetzt keine Rolle. Langsam kam er näher.
“ Warum, Carlos? Warum?” Sophia wusste, was er getan hatte, obwohl sie es nicht glauben wollte. Er hatte es heute getan, weil sie zum ersten Mal länger weg gewesen war.
“ Sie haben immer alles gehabt. Deine Aufmerksamkeit, deine Zuneigung, alles! 
Als Katharina lesen konnte, warst du stolz. Als ich dagegen lernte, mit dem Schwert zu kämpfen, hast du mich nur sorgenvoll angestarrt. Magdalena konnte lauter Dummheiten machen, ohne das du länger als eine Viertelstunde sauer warst. Wenn ich etwas falsch machte, hieß es immer, ich solle mir ein Beispiel an meinen kleinen Schwestern nehmen!”
“ Carlos...”
Er hörte sie nicht.
“ Der einzige, der immer zu mir gehalten hat, war Vater. Und der starb, weil du ihm gesagt hast, er könnte Blumen für Mutters Geburtstag sammeln!”
“ Carlos, niemand trägt Schuld an Vaters Tod. Niemand hat ihn ermordet, niemand hat ihn gezwungen, die wilden Blumen auf der Landstraße zu pflücken. Er hat unsere Mutter geliebt und doch war er unglücklich. Früher konnte er umherziehen so viel er wollte, doch dann musste er an einem Ort verweilen. Er wäre früher oder später gegangen, Carlos.”
“ Dann hätte er mich aber mitgenommen!”
“ Nein.” Sie wusste das es wehtat und doch musste sie es ihm sagen. “ Er hätte dich bei Mutter gelassen. Er wusste, dass sie es nicht übers Herz bringen würde, dich gehen zu lassen. Sie hat dich geliebt, Carlos.” 
“ Vater auch!”
“ Jeder hat seinen Platz in dieser Welt. Manche erkennen es früher, andere später.
Vater wusste noch nicht wo sein Platz war, doch er erkannte, dass er nicht bei Mutter war. Sie haben aufgehört einander zu lieben. Ich habe sie reden hören.”
Carlos schien einen Moment mit sich zu ringen. 
“ Was beweist mir, dass du die Wahrheit sagst?”
“ Ich gebe dir mein Wort. Es tut mir leid, Carlos.”
“ Dein Mitleid kannst du dir sparen!” Plötzlich war die Wut in seinen Augen wieder da.
Er griff sie an.
Sophia parierte. Sie nutzte das Wissen über die Magie, welches ihre Mutter ihr vererbt hatte:  Sie beschwor einen Speer von der Länge ihres Körpers herauf. Etwas anderes konnte sie noch nicht erschaffen. Seit dem Tod ihrer Mutter war sie nicht mehr zum üben gekommen. Zweimal schaffte es Carlos, sie zu verwunden- er hatte sie ablenken können. Ihr Handgelenk und ihr rechter Oberarm bluteten,doch es waren nur Kratzer und Sophia kämpfte  weiter. Schließlich schaffte sie es, ihn umzustoßen, so dass er fiel. Mit einem schnellen, harten Schlag auf sein Handgelenk gelang es ihr, ihn zu entwaffnen. Sophia liess ihren Bruder wirbeln bis das Schwert außerhalb seiner Reichweite lag. Mit ihrem Speer an seiner Kehle hielt sie ihn am Boden fest. Er blickte ihr in die Augen. 
“ Nun?”, fragte er.
Langsam zog sie ihren Speer von seiner Kehle zurück. 
“ Geh. Lass dich hier nie wieder blicken, du Mörder!”
Langsam stand er auf und zog sich zurück. Aus sicherer Entfernung rief er: 
“ Ich werde wiederkommen, dass kannst du nicht verhindern. Solltest du bis dahin Kinder  geboren haben, so sei versichert, dass ihnen das gleiche Schicksal widerfährt wie deinen Schwestern.”
Kaum war er weg, sank Sophia schluchzend zu Boden. Dann begann sie zu graben.
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WeiseTaube98
Abc-Schütze


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BeitragVerfasst am: 08.09.2013 13:39    Titel: 1. Kapitel pdf-Datei Antworten mit Zitat

Erstes Kapitel - Nadia

“Lilli, wie oft soll ich dir noch sagen, dass ich das nicht will?”
“ Entschuldigung!” ,rief Lilli, sah aber nicht aus als würde sie es ernst meinen.
Nadia stöhnte und las weiter. Das Buch war wirklich interessant. Es handelte von einem jungen Mädchen,das mit sich nie so recht zufrieden war und mit niemandem gut klarkam. Eigentlich genau wie sie. Und doch mochte sie  sie alle: Ihre kleine Schwester Lilli, die schon längst einen Orden für die nervigste Schwester der Welt verdient hätte... Aber nein, Lizzy und alle anderen fanden sie süß. Lizzy- die liebe große Schwester, die nur leider immer eher zu Lilli hielt als zu ihr. Und natürlich Leona, die stillste unter ihnen.
Lilli lief davon. Doch Nadia hatte gerade mal zwei Seiten weiter gelesen als sie wieder angeschossen kam, diesmal mit Leona im Schlepptau. Beide liefen sie an Nadia vorbei in die Hütte, wo Lizzy gerade aufräumte.
Nadia lauschte.
“ Was ist los?” 
“ Lizzy! Da vorn. Eine schwarze Taube.”
“ Wo?”
“ Dort hinten. Nahe der alten Landstraße. Sie fliegt hierher!”
Lizzy murmelte etwas, dass Nadia nicht verstehen konnte. Lilli und Leona schien es ähnlich zu gehen.
“ Was hast du gesagt?”
“ Nichts. Wartet hier. Ich gehe der Taube entgegen.”
“ Wir haben die Taube entdeckt. Wir kommen mit!”  Lilli schien fest entschlossen.
“ Ihr bleibt hier!”, sagte Lizzy entschieden in einem Tonfall, wie Nadia ihn nur selten hörte.

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