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Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig Domi: Terraforming_Teil 1


 
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Robert Yves Vauxelle
Geschlecht:männlichGänsefüßchen

Alter: 57
Beiträge: 19
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BeitragVerfasst am: 06.09.2021 16:04    Titel: @ Selanna Antworten mit Zitat

Hallo Selanna,
„Ja, da müsste ich eigentlich mit zwei Farben arbeiten…“
Das ist doch mal eine nette Idee – und auch gar nicht so schwer, z. B. rot, blau, grün… FaithinClouds antwortet nur noch in gefühlsintensivem Knallrot. Vor Ärger über meinen Widerspruch gegen einige seiner Streichungen oder aus echter Zuneigung zu meinem Text? Ich weiß es nicht und bin auch nicht so ein Draufgänger wie Vince, ihn darauf anzusprechen. – Aber im Ernst: Du bräuchtest doch nur dazuschreiben: „das stört mich schon sehr“ oder „ist nicht so wichtig, aber mir ist aufgefallen“ oder ähnliches.

Es geht – zur Erinnerung - um diesen (inzwischen überarbeiteten) Satz:
Also instruierte sie ihr Team, ihn zu observieren und suchte sich ihr streng tailliertes, edles Lederkostüm heraus, um sich in ihre Rolle, ihren Auftrag einzufühlen, der ja doch mehr von ihr abverlangte, als nur einen Kunden zu bedienen.  Einfach würde es nicht werden.
der ursprünglich so lautete: „Sie aber musste möglichst nah an ihn heran. Also suchte sie sich ihr streng tailliertes, edles Lederkostüm heraus und instruierte ihr Team, ihn zu observieren.“
„Ich habe nicht kritisieren wollen, dass sich Domi das Lederkostüm rauslegt, das ist legitim. Nur stand das mE so da, als würde sie es gleich anziehen wollen. Das war mein Kritikpunkt. Zumindest kam das so bei mir an, durch das „also“. Aber ich bin hier ja nur eine einzelne Lesermeinung, ob Du auf meinen Leseeindruck etwas gibst, oder nicht, bleibt Dir überlassen.“
Es kam bei dir so an. Aber ist das nun dein oder mein Problem? – Die Wahrheit ist: es ist unser beider Fehler. Du hast etwas hineininterpretiert (dein Fehler) und zwar deshalb, weil der Satz noch nicht genau genug formuliert war und somit Raum für Fehlinterpretationen gegeben hat (was mein Problem ist/war). Deine Bemerkung hat aber letztlich dazu geführt, dass ich die Szene nun wesentlich besser und unmissverständlicher beschrieben habe. Und deshalb gebe ich so viel auf deine (einzelne) Meinung. Sie hat dazu geführt, dass ich drei Sätze wesentlich treffender formuliert habe. Aber ich glaube, dass auch du etwas dabei lernen kannst. Wie ich letztens schon schrieb: „Versuche, ein bisschen mitzugehen, statt gleich zu stutzen, teils zu Recht, aber auch teils zu Unrecht, weil du zu schnell zum Rotstift greifst. Es kann nicht schaden, seine Kritik genau zu überprüfen.“
Und: steig nicht gleich aus einem 200 Seiten Werk aus, nur weil dir eine kleine Teilszene mißfällt.
Ich sehe gerade, du schreibst, du hast das 2. Kapitel zu Ende gelesen. Dann geht es gar nicht um die Frau. Was konkret gefällt dir also nicht?
Nochmal zum Perspektivwechsel – wie ich an Calvin schon schrieb:
Ist es wirklich so schwer, sich das Geschriebene als Film vorzustellen? Habt ihr keine Bilder vor Augen, wenn ihr eine Geschichte lest? Im Film wird doch ständig die Perspektive gewechselt. Ist es wirklich ein Problem für euch oder stört es euch nur, weil ihr es so gelernt habt, Perspektiven nicht zu wechseln?

„…das wird langsame ein bisschen viel Erzählperspektivenwechsel. Verstehst Du, was ich meine?)“

Nein, denn ich habe damit keine Probleme, deshalb kann ich sie bei dir, Faithin und Calvin nicht nachvollziehen. Ist es wirklich ein Problem für euch oder stört es euch nur, weil ihr es so gelernt habt, Perspektiven nicht zu wechseln?

Zitat:
Wenn er z. B. selbst dominant ist, wäre das eher schwierig für sie.

Da wirst Du schon eine gute Lösung in petto haben
Davon kannst du ausgehen, denn die Beziehung zwischen den beiden ist ein wesentlicher Bestandteil des Romans : )

Zitat:
Doch bedenke, manches klärt sich im Laufe der Geschichte und anderseits gibt uns das Leben, die Realität auch so manches Rätsel auf und erklären nicht alles.

Sicher, aber ich kann nur das kommentieren, was Du einstellst, was irgendwann später kommt, weiß ich ja nicht.
Da hast du natürlich Recht. – Wobei, du kommentierst so, offenbar schnell und freiherzig drauf los, dass du, zumindest in einem Fall, mit etwas gutem Willen auch selbst auf eine Lösung hättest kommen können. Ich hab zwar sehr gelacht, bei der Vorstellung 30 Männer würden bei Domi anstehen, um ihre Hilfe anzubieten, aber dass die Frau so klug ist, das zu vermeiden, hättest du dir eigentlich denken können. Immerhin verfügt sie offensichtlich über ein großes Team (welches zum Observieren einer Person schon nötig ist und was damit als Anhaltspunkt für diese Einschätzung angesehen werden kann). Natürlich gehst du, wahrscheinlich erfahrungsgemäß, davon aus, dass ich ein unerfahrener Amateurschreiber bin, der nicht bis Drei zählen kann (klingt sarkastisch, meine ich aber nicht so).
Wie auch immer, in vielen Punkten haben mich deine Anmerkungen ja zu unmissverständlicheren und/oder deutlicheren Formulierungen veranlasst. Sei also versichert: ich schätze deine Anmerkungen, Hinweise und Bemerkungen sehr. Du formulierst sie so leichthin, witzig und vergnüglich und triffst ja auch meist ins Schwarze. Ich liebe diesen sinnreichen und lebhaften Disput mit dir.
Viele liebe Grüße vom Robert


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Robert Yves Vauxelle
Geschlecht:männlichGänsefüßchen

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BeitragVerfasst am: 06.09.2021 16:06    Titel: 4. Kapitel: Tristan und Isolde gehen Shoppen Antworten mit Zitat

4. Kapitel: Tristan und Isolde gehen Shoppen

Etwa zur selben Zeit stand Mirja am Fenster der Brücke eines riesigen Spezialschiffes, das einen Teil der Nährstoffe auffing, die der Amazonas tonnenweise ins Meer spülte und ein Schauer durchfuhr sie.
Von der Plattform des Schiffes lösten sich Dutzende von Frachtdrohnen, angetrieben von Wechselstrom Funkwellen, eine über hundert Jahre alte Erfindung von Tesla, dem Namensgeber der Elektroauto Flotte von Elon Musk. Nicola Tesla war damals jedoch von den Befürwortern des Gleichstromes, vornehmlich von Vorständen diverser Kabelgesellschaften für verrückt erklärt und somit in den Ruin getrieben worden. Ja, die Konkurrenz war schon zu jener Zeit unerbittlich gewesen, nicht erst seit der Erfindung von Kühlsystemen und auch hier hatten schon Anfang der 1990er Jahre westdeutsche Kühlschrank Hersteller eine viel versprechende ostdeutsche Firma, die erstmals Kühlschränke ohne den Einsatz von FCKW herstellen konnte, platt gemacht, indem sie verleumderisch und infam behaupteten, diese würden sich leicht von selbst entzünden.
Aufgepasst Aluhüte und Verspotter derselben! Hier gibt es viele, Abend füllende Geschichten, die die kriminellen Seiten der Industrie und Konzerne jeglicher Couleur und insbesondere das rücksichtslose Machtstreben einiger Profilneurotiker beleuchten würde!
Mirja war eine außergewöhnliche Frau. Sie spürte es, wenn sich hunderte Kilometer entfernt Unheil zusammen braute. Ihre Eltern waren Einwanderer und anthroposophisch eingestellt. Sie schickten ihre Töchter Mirja und Emily in eine Waldorfschule (das ist die, in der Kinder ihren Namen tanzen lernen). Mirja interessierte sich entsprechend für die Kunst und die Natur, besonders für Käfer und Insekten – der Himmel weiß, warum. Später gesellte sich auch die Psychologie hinzu. Aber sie verfügte auch über eine spirituelle Ader. Was sie besonders auszeichnete war: Wenn man von einem Menschen behaupten konnte, in sich zu ruhen, dann von ihr. Stets lächelte sie vorbehaltslos. Ihre Bewegungen spiegelten ihre Sanftmut wieder. Eine schwarze Lockenpracht umspielte den dunklen Teint ihres unscheinbaren, bei aufmerksamer Betrachtung aber wunderschönen, Gesichtes. Sie ließ selten erkennen, was sie gerade dachte und strahlte souveräne Klugheit aus.
Mirja war in Nicos unmittelbarer Nachbarschaft aufgewachsen und bald verband sie eine starke Zuneigung, die ihnen selbstverständlich erschien und daher unausgesprochen blieb. Es war einfach nicht notwendig. Mirja glich einem verschmusten Kätzchen. Sie schmiegte sich gerne an Nico, der an ihr eine Wärme und Ausstrahlung wahrnahm, die nicht von dieser Welt zu sein schien, als wäre sie von kosmischer Energie durchdrungen.
Es fröstelte sie, als die Drohnenflotte abhob, um Kurs auf eine der Algenfarmen an der ostamerikanischen Küste zu nehmen, die mit den Nährstoffen des Amazonas versorgt wurde, während Vincent Domis Muschi leckte.  

Leichte, stimmungsvolle, entspannte Jazzarrangements harmonisierten in beunruhigender Weise perfekt mit den geschmackvoll aufeinander abgestimmten, im Dämmerlicht getauchten Séparées der Hotel Launch. Vincent war ziemlich hibbelig und aufgekratzt. Noch nie hatte den erfahrenen Junggesellen eine Frau dermaßen erregt.
„Und was treiben Sie so Schönes? Sind Sie Künstlerin?“, spielte er scheinheilig den Ahnungslosen, nachdem er ihre Drinks bestellt hatte.
„In gewissen Sinne bin ich das“, antwortete Dominika geheimnisvoll. „Wenn Sie eine Domina als Künstlerin betrachten wollen“, fügte sie gelassen hinzu. Natürlich wollte Vincent das. „Oh ja, das würde ich absolut so sehen“, ermutigte er sie, ganz der vollendete Gentleman.
„Naja… und man sollte seine Begabung doch nutzen, finden Sie nicht?“
„Selbstverständlich sollte man das. Sicher üben Sie Ihre Tätigkeit mit überzeugender Hingabe aus.“
„Sie können sich gerne gelegentlich davon überzeugen. Ich führe Sie auch ganz sanft in diese äußerst sinnliche Welt ein“, versprach die heiße Braut professionell verführerisch.
„Wenn Sie das möchten.“ Vincent blickte sie schicksalsergeben an.
„Prima! Also,… wollen wir shoppen gehen?“, schlug das Mädchen übergangslos vor.
„Alles was Sie wollen“, erklärte sich der, ein wenig verblüffte Frauenheld bereit, der sich eigentlich eine andere Entwicklung der Ereignisse erhoffte hatte. „Bin ich jetzt Ihr Sugar-Daddy?“
„Reden Sie doch keinen Unsinn. Ich fände es einfach schön, wenn Sie mich begleiten würden.“ Domi lächelte liebenswert. Sie empfand wirklich so. „Haben Sie denn Zeit?“
Klar hatte er Zeit. Wozu war er selbstständiger Sicherheitschef? Es war ein herrlicher Frühlingstag und es bereitete Vincent ausgesprochenes Vergnügen, ihn mit diesem selbstbewussten und frechen Mädchen zu verbringen.
Domi  durchstöberte die exklusivsten Boutiquen und präsentierte sich in den vielseitigen Variationen von subtil bis dreist erotischen Kleider und Outfits. Innerlich hechelte Vince vor Lust und Erregung bereits mit der Zunge. Dominika war wirklich ein hübsches Mädchen und Vincent ein durchaus attraktiver Mann. Sie wirkten wie ein frisch verliebtes Paar. Die Verkäuferinnen lächelten einander vielsagend zu. Wenn sie wüssten, welchem perfiden Spiel sie beiwohnten. Sie wussten es aber nicht. Sie waren entzückt über dieses schöne Paar und dessen junger Frühlingsliebe. Was für einen herrlichen Anblick die beiden abgaben. Eine reizvolle, aufblühende junge Frau und ihr geduldiger und zugleich liebevoller, offenbar gut situierter Liebhaber. Wie schön und inspirierend die Welt doch sein konnte, dachten sie sich.  Man musste nur diesen Liebenden zusehen.
Auch Vincent war hingerissen und küsste Domis Hals und Schultern. Wie wunderbar es sein konnte, sich verführen zu lassen. Der Boulevard leuchtete im warmen Sonnenlicht und Vincent kaufte seiner Domina ein ebenso leuchtend rotes Seidenkleid, das ihre wunderbaren Rundungen besonders wirkungsvoll betonte.
„Damit könnten wir direkt in die Oper gehen“, schwärmte Domi, umarmte ihren Gönner und schenkte ihm einen sinnlichen Kuss. „Wie wär‘s? Es steht gerade ‚Tristan und Isolde‘ auf dem Spielplan“, hauchte sie ihm ins Ohr.
„Ich stehe eher auf Corelli und Bach“, seufzte Vincent wehmütig.
„Oh, Barock mag ich es am liebsten“, scherzte die Verführerin vieldeutig.
„Wohin also führen wir Ihr neues Kleid aus?“
„Mal sehen. Jetzt habe ich leider einen Termin. Wie wäre es, wenn Sie heute Abend in meinem Hotel vorbei schauen würden...? Sagen wir gegen acht? Dann könnten wir essen gehen.“ Sprach´s, drückte Vincent einen Kuss auf die Wange und eilte davon.
Vincent fühlte sich wie ein Schuljunge. Über beide Ohren verliebt und nun auf sich selbst zurückgeworfen. Doch sobald er wieder in seinem ‚mobilen Büro‘ saß, war er der Abwehr-Chef und veranlasste, diese Frau zu überwachen, ihr Umfeld auszukundschaften und ihren direkten Auftraggeber namentlich aufzuspüren. Anschließend dachte er über einige weitere Sicherheitsvorherkehrungen nach.
Schnell bestätigte sich sein Verdacht. Er und diese Agentin wurden zudem von Profis überwacht, verfolgt und beschattet, die von Vincents Team ausgemacht worden waren und nun ihrerseits observiert wurden. Er bedauerte dies zutiefst. So eine aufregende Frau hatte er noch nie kennen gelernt. Dominika entsprach nicht den üblichen Vorstellungen, die man von einer Domina haben mochte, sondern sie war gewitzt und eloquent. Sie war gebildet, aber auch aufreizend sinnlich. Sie spielte alle Register ihrer Weiblichkeit aus.
Domi fühlte sich ebenfalls nicht wohl. Jetzt fand sie diesen Sicherheits-Kerl auch noch sympathisch! Zudem charmant, witzig und weltmännisch. Im Grunde war er genau ihr Typ, wobei ihr gar nicht bewusst gewesen war, Vorlieben für einen Typen empfinden zu können. Bisher hatte sie nur Abneigung gegen Männer gespürt, seit sie in diesem Club in Prag getanzt hatte und regelmäßig von ihnen betatscht und auf primitive Weise angemacht, belästigt, ja verfolgt worden war. Von ihrem Vater ganz zu schweigen. Vince hingegen erschien ihr als vollendeter Gentleman und Beschützer. Zum ersten Mal hatte sie sich bei einem Mann wohl, geborgen und von ihm respektiert gefühlt.

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Selanna
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BeitragVerfasst am: 06.09.2021 23:52    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Robert,
Zitat:
Es kam bei dir so an. Aber ist das nun dein oder mein Problem? – Die Wahrheit ist: es ist unser beider Fehler.

Es mag unser beider Fehler sein, aber Problem ist es leider nur das des Autors, als Deines. Vorausgesetzt, Du willst eine Agentur oder einen Verleger für Dein Manuskript finden und daraufhin habe ich Deinen Text kommentiert. Ein Agent oder Verleger oder Lektor denkt nicht: Naja, der Autor wird schon das Richtige gemeint haben. Er liest die ersten drei Absätze, sieht, dass der Text unpräzise formuliert ist und schmeißt ihn in den Papierkorb. Punkt. Chance verspielt. Willst Du den Text im Selbstverlag veröffentlichen, bietet Amazon ja häufig die Blick-ins-Buch-Funktion an. Wenn Du hier undurchsichtig oder sogar „falsch“ formulierst, schreckst Du Käufer ab. So ist es halt leider. Ich dachte vor einigen Jahren auch noch, es wäre leichter, ein Buch an den Mann zu bekommen.
Zitat:
Und: steig nicht gleich aus einem 200 Seiten Werk aus, nur weil dir eine kleine Teilszene mißfällt.

Wie gesagt, ich lese viele Texte im Forum an, weil ich weiß, wie viel Herzblut fast jeder, der einen Text ins Forum stellt, hineingesteckt hat. Und ich glaube, dass ich eigentlich schon immer sehr versuche, mich in Texte hineinzuversetzen und mitzugehen. Aber um es klipp und klar zu sagen: Ich lese nur von sehr, sehr wenigen (momentan sind es ganze 2) den gesamten Roman, um ihn zu kommentieren. Das ist eine Heidenarbeit! Und da muss mich der Text schon wirklich fesseln und auf hohem schriftstellerischem Niveau sein (oder was ich subjektiv darunter verstehe, ich bin ja kein Profi), sonst verheilandet man ja.
Zitat:
Ich sehe gerade, du schreibst, du hast das 2. Kapitel zu Ende gelesen. Dann geht es gar nicht um die Frau. Was konkret gefällt dir also nicht?

Deine Perspektivwechsel gefallen mir zB nicht (dazu weiter unten mehr). Die Stilbrüche zwischen satirisch und ernst gefallen mir auch nicht so sehr. Figuren, die für mich nicht realistisch gezeichnet sind (wie die Frau am Anfang von Kapitel 2), gefallen mir nicht. Manche Formulierungen finde ich ungelenk, etwa „Allmählich begann die kühle Luft ihre Wirkung zu erzielen“, das wirkt sehr sachlich, das passt eher in einen Sachartikel (Wirkung erzielen), aber nicht in einen Roman (rein subjektiv! Nur meine Meinung). Ich mag eher Romane, in denen stattdessen stünde (Allmählich brachte ihn die kühle Morgenluft wieder zu Verstand oder so ähnlich). Mir fehlen klare logische Verknüpfungen, manchmal treffen die Wörter, die Du wählst, nicht 100%ig den Sachverhalt, den Du darstellen willst, sprich der Text formuliert unsauber (zB „Hand an ihr anzulegen“ müsste korrekt heißen: „Hand an sie zu legen“). Deine Dialoge sind (mir, also wieder imho) zu breit, nicht knackig genug.
Oder, um mal intensiv zu kommentieren, ohne Samthandschuhe (die ich wirklich ungern im Einstand ablege, also hier nur als Beispiel und bitte nicht persönlich nehmen, es ist rein auf den Text bezogen):
Zitat:
Dann lieber ein kleiner Spaziergang an der erfrischenden Frühlingsluft Frühlingsluft gilt per se als frisch, es gibt ja sogar Duftkissen, die so heißen. Da kann man das „erfrischend“ streichen, sonst ist es redundant. "Das regt die grauen Zellen an!" “graue Zellen anregen“ ist abgedroschen /ausgelutscht, würde der kleine belgische Detektiv sagen.
Allmählich begann „beginnen“ ist meistens ein Wort, das man ohne Bedeutungsverlust streichen kann. Außerdem steckt „beginnen“ irgendwie auch in „allmählich“ schon drin, ist also redundant die kühle Luft Luft hatten wir schon bei Frühlingsluft, also Wortwiederholung ihre Wirkung zu erzielen “Wirkung erzielen“ ist sehr trocken, sachlich, nahe an naturwissenschaftlicher Sprache, das schafft Distanz, zoom näher an Vincent ran  und er gewann seinen Orientierungssinn zurück. Sie Bezug. Wer ist „sie“? hatten sich dem Mietshaus, in dem sie Bezug. Dieses „sie“ ist ein anderes „sie“ als das davor, und bezieht sich auf die Frau, die meilenweit vorher genannt wurde wohnte, von rechts genähert. Also musste er zurück gehen und nicht „und“, sondern „indem“. Lässt Du „und“ ist es wieder redundant, da zurückgehen und in entgegengesetzte Richtung gehen quasi dasselbe ist. Das zurückgehen kannst Du eigentlich ohne Bedeutungsverlust streichen   die entgegengesetzte Richtung einschlagen. Jetzt „Jetzt“ kann man meistens streichen und hier passt es auch nicht, weil ihm das sicher schon einfiel, als er sich ans Ankommen erinnerte dämmerte es ihm auch, wie er das Komiker-Mädchen Warum nicht einfach Komikerin? kennen gelernt kennenlernen zusammenschreiben hatte. Er hatte ihren Freund verprügelt, der seinerseits im Begriff gewesen war, Hand an ihr anzulegen Hand an sie zu legen . Dann hatte er der letzte „er“ ist der Freund der Frau, sprich: Bezugsfehler. Schreib Vincent sie, beide wer ist „beide“? Sie und ihren Freund? leicht beschwipst,  nach Hause gefahren. Sie hatte was von Queens gesagt Nachdem er sie nach Hause gefahren hatte? Das musst Du zeitlich genauer verknüpfen, um Unklarheiten zu vermeiden. Wahrscheinlich trieb sie auch mit ihrem Freund - hier muss ein Gedankenstrich her oder jetzt Ex Freund, ihre exotischen exotisch ist das falsche Wort. Exotisch bedeutet fremdartig, im übertragenen Sinn auch (fremdartig) ausgefallen, herausragend ungewöhnlich. Ihre Späße sind eher schräg, verrückt, launisch Späße Ist es für das Folgende wichtig, ob sie diese Späße mutmaßlich auch mit ihrem Freund treibt? . Eigentlich war sie auf ihre muntere und verrückte Art ganz witzig Vincent ändert also seine Meinung über sie? Mit ihren Witzen hat sie ihn ja zu einem fluchtartigen Abgang getrieben. Warum ändert er seine Meinung? Warum findet er sie jetzt doch witzig? Weil er wacher ist? Mach das deutlich, wenn es so ist. Trifft er sie wirklich noch einmal? Wenn nicht, ist das alles gar nicht wichtig, sprich man könnte es aus dem Text streichen, dann ist es nur "herummäandern". Außerdem dachte ich, er ist ein Mann für nur eine Nacht? Das widerspricht dann seiner Charakterisierung in der Kapiteleinleitung . Vielleicht sollte er sich doch besser ihre Adresse merken. - Da Wo? An ihrer Adresse? Hier wäre statt einem Gedankenstrich ein Absatz geschickter, da ja ein neues Thema beginnt stand auch Warum „auch“? Was steht da noch? Wenn, dann höchstens „auch schon“, aber dann hast Du gleich 2 unnötige Füllwörter   sein Kleintransporter. Er lugte über den Dächern der parkenden Pkw hervor das „über den Dächern“ klingt komisch. Vincent winkte dezent seinen übernächtigten Mitarbeitern zu Moment, wo kommen die denn jetzt her? Wo sind die? und stieg in sein Gefährt. Er bereitete sich in der kleinen Kochnische einen Kaffee zu und checkte sicherheitshalber noch zusätzlich zusätzlich zu was? die bordeigene Überwachung, um zu überprüfen, ob sich auch wirklich niemand an seinem Fahrzeug zu schaffen gemacht hatte. Es schien soweit alles in Ordnung zu sein. Während er seinen heißen Kaffee schlürfte, überflog er die Nachrichten auf diversen Internet Seiten Internetseiten zusammenschreiben .

Das nur als Beispiel: Hier habe ich alles konsequent angestrichen, was mir nicht so gefällt. Das ist aus meiner Sicht einiges, darum hast Du mich als Leser verloren. Aber auch hier ist vieles einfach nur Geschmackssache.
Zitat:
Ist es wirklich so schwer, sich das Geschriebene als Film vorzustellen? Habt ihr keine Bilder vor Augen, wenn ihr eine Geschichte lest?

Das ist kein Problem. Aber dafür muss der Text auch gekonnt geschrieben sein. Je mehr „fachliche“ Fehler dem Text unterlaufen, desto öfter reißt er mich als Leser raus.
Zitat:
Im Film wird doch ständig die Perspektive gewechselt.

Ein Film ist etwas anderes. Er ist ein Drama, etwas das aufgeführt und dargestellt wird. Ich sehe, wer spricht. Ich sehe, wo eine Person hingeht, was sie da tut, ihre Gestik und Mimik. Prosa kann das nicht durch Schauspieler zeigen, sondern muss die Dinge beschreiben und zwar so, dass im Kopf des Lesers Bilder entstehen können. Das wurde bei Dir ja gelobt, Du kannst Bilder entstehen lassen, schrieben einige Kommentatoren. Aber selbst die haben die Perspektivenwechsel angesprochen, weil sie rausreißen.
Damit das innere Ablaufen eines imaginären Films besonders gut funktioniert, gibt es einige Regeln, die sich herauskristallisiert haben, damit ein Text gut lesbar ist. Du kannst diese Regeln in Frage stellen und ja, ich habe schon Romane gelesen, die sich nicht an Regeln gehalten haben. Viele sind deshalb nicht gelungen und ich erkenne entweder eine andere Epoche oder jemanden, der eben noch nicht so gut schreiben kann, dahinter. Nur sehr wenige Autoren gehen damit so virtuos um, dass sie mit Sinn und Verstand die Regeln, die sie eigentlich beherrschen, brechen können und trotzdem etwas Tolles dabei herauskommt. Und das sehe ich (imho) leider noch nicht so wirklich in Deinem Text. Das soll nicht beleidigend sein, das ist nur mein Eindruck. Und den sage ich nur so deutlich, weil Du mehrfach danach gefragt hast Embarassed
Zitat:
Ist es wirklich ein Problem für euch oder stört es euch nur, weil ihr es so gelernt habt, Perspektiven nicht zu wechseln?

Ich habe es gelernt, ja. Und ich erkenne dahinter einen Sinn. Ich persönlich mag keine Bücher, die Headhopping betreiben. Ich kann mich an einen Roman erinnern, in dem ein römischer Offizier einen Legionär auspeitschte und der Text innerhalb eines Absatzes zwischen dem Kopf des Auspeitschenden und des Ausgepeitschten hin und her sprang. Das fand ich unglaublich nervig, aber vor allem auch schlecht gemacht. Was ich sehr mag, ist, wenn eine Geschichte aus mehreren Perspektiven sinnvoll erzählt wird, zum Beispiel indem jedes Kapitel oder meinetwegen auch jeder Abschnitt aus einer anderen Perspektive erzählt wird. Aber innerhalb eines Abschnitts zu wechseln, mag ich in der Regel nicht. Es ist verwirrend und somit handwerklich schlecht. Ebenso mag ich es nicht, wenn Bezüge nicht eindeutig zuordenbar sind (das ist auch handwerklich schlecht). Was nicht auf Dich zutrifft, sondern allgemein: Ich mag es auch nicht, wenn die Zeitform nicht durchgehalten wird oder wenn mir Handlungen übererklärt werden, als dächte der Autor, seine Leser wären Idioten. Oder wenn die Erklärungen in einen Dialog gepfropft werden, also irgendeiner armen Figur alles erklärt wird, was sie gar nicht wissen muss, nur damit der Autor seine Infos für den Leser irgendwo unterkriegt. Das alles ist Handwerkszeug, das man als Schriftsteller eben beherrschen muss, wenn es an all diesen Dingen hapert, ist der Text eben nicht gut.
Zitat:
Wobei, du kommentierst so, offenbar schnell und freiherzig drauf los

Ist mein Stil. Ich möchte nicht korrigieren, das finde ich nahe an übergriffig. Das macht hier auch kaum einer im Forum, es sind immer nur Vorschläge. Ich gebe eher „Leseeindrücke“ wieder. Also das, was mir während des Lesens in den Sinn kommt. Manche mögen meine Art zu kommentieren, andere können damit nicht so viel anfangen.
Zitat:
Natürlich gehst du, wahrscheinlich erfahrungsgemäß, davon aus, dass ich ein unerfahrener Amateurschreiber bin, der nicht bis Drei zählen kann

Nicht ganz. Jeder, der ein Manuskript zu Ende geschrieben hat, muss was auf dem Kasten haben. Aber zum Teil hast Du auch recht, ich habe in Deinem Text keinen routinierten Schriftsteller herausgelesen. Aber was sagt das schon? Zumindest Kojote ist ein dsfo-Mitglied, das sich sehr gut auskennt (@Kojote: wenn ich das mal so schreiben darf Embarassed ) und er hat Deinen Text gelobt. Vielleicht liege ich völlig daneben und sehe den Wald vor lauter Bäumen nicht. Ich weiß nur, dass dieser Text mir eben nicht so liegt Wink
Zitat:
Wie auch immer, in vielen Punkten haben mich deine Anmerkungen ja zu unmissverständlicheren und/oder deutlicheren Formulierungen veranlasst. Sei also versichert: ich schätze deine Anmerkungen, Hinweise und Bemerkungen sehr. Du formulierst sie so leichthin, witzig und vergnüglich und triffst ja auch meist ins Schwarze. Ich liebe diesen sinnreichen und lebhaften Disput mit dir.

War mir eine Freude. Wie gesagt, ich wünsche Dir von Herzen viel Erfolg!

Liebe Grüße
Selanna


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Selanna
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BeitragVerfasst am: 07.09.2021 18:41    Titel: Antworten mit Zitat

Lies Dir das mal zu Perspektivwechsel durch:
https://www.dsfo.de/fo/viewtopic.php?t=73184&highlight=

Liebe Grüße
Selanna


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Calvin Hobbs
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BeitragVerfasst am: 09.09.2021 07:29    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo smile
Viel habe ich nicht zu Deinen Anmerkungen und Fragen hinzuzufügen.

Grundsätzlich wurde mir überhaupt nichts "eingetrichtert", wenn es ums Schreiben geht. Allerdings weiß ich (für mich) nach tausenden Büchern in den letzten fünfzig Jahren, was mir an einem Text gefällt. Und, wenn z.B. "türkisfarben" innerhalb von ein paar hundert Zeichen zweimal zur Beschreibung von Augen genutzt wird, empfinde ich das als einfallslos.

Der Begriff "Adjektivitis" wird gern genutzt, wenn ein Text an solchen überbordet: Laut knarrend öffnete sich die die dicke, schwere Holztür und er trat in einen dunklen, muffig riechenden Raum, dessen Boden mit zahlreichen schwarz-schimmernden Ölpfützen übersäht war.
Viele Worte haben noch viel Stimmung erzeugt.
Hier ein Impuls -> https://www.mystorys.de/autoren_hilfe/72-Heilbare-Krankheit-Adjektivitis.htm

"Show don't tell" - Er war kurz davor durchzudrehen.
Zum einen ist dieser Satz eine bloße Behauptung. Zum anderen dreht jeder Mensch anders durch. Falls es Dir wichtig ist, dass der Leser Deine Figur versteht oder villt. sogar mag, ist das eine gute Gelegenheit zur Charakterisierung.

Perspektivwechsel: Es gibt Könner, die Szenen schreiben, in denen zwischen zwei Figuren hin und her gesprungen wird. Sei es der Stil, sei es die Situation. Im allgemeinen und aufgrund des Leseflusses vermeide ich es.

Dein Verweis auf das Kino ist Quatsch!
Im Film ist alles bereits aufbereitet und muss vom Zuschauer nur noch konsumiert werden. Ein Text verlangt eine wesentlich höhere Eigenleistung des Lesers.
Bei Deine Frage "Ist es wirklich so schwer, sich das Geschriebene als Film vorzustellen? " musste ich laut lachen: DU bist der Regisseur und musst dafür sorgen tragen - wenn Dir etwas an einem Lesepublikum liegt. Die Bilder in Deinem Kopf sind nicht zwangsläufig die des Lesers.

Wie oben gesagt: Wenn Dir Dein Text nach vier oder mehr (eigenen) Überarbeitungen gefällt, dann ist das so in Ordnung, da ich Deine Schreibintention nicht kenne.
MfG


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Robert Yves Vauxelle
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BeitragVerfasst am: 09.09.2021 14:54    Titel: @ Selanna Antworten mit Zitat

Liebes Mädchen mit den Samthandschuhen,
das wäre doch ein netter Titel für ein Märchen: „Das Mädchen mit den Samthandschuhen“ Es druckst tagelang herum, versucht die (ihre) Wahrheit feinfühlig zu umschreiben – und macht damit alles noch viel schlimmer. Aber sie verstrickt sich in Widersprüchen und schließlich kommt sie endlich zur Sache. Alle sind erleichtert, denn damit, mit der Wahrheit können sie etwas anfangen. Ich bin schon ein großer (alter) Junge. Ich vertrage die Wahrheit, wenn sie gerechtfertigt ist.
Heute  komme ich auf 15 Beiträge und kann endlich deine „Traumfrau“ lesen. Aber eines weiß ich jetzt schon: Müsste/dürfte/könnte ich mit verbundenen Augen und nur auf Grund der Gespräche/des Geschriebenen wählen, würde ich wahrscheinlich dich aussuchen. Soo ein durchgeknallter Kerl, äh Romantiker bin ich. Aber zurück zur ‚profanen‘ Wirklichkeit:

„Nein, das Komma kommt hinter „Domi“. So: Dominika Clearence, der Cleanerin, kurz: Domi Komma und Nicos Abwehrchef Vincent Vogh.“
Mir war schon klar, was du meintest, aber ein Komma vor dem ‚und‘ – kommt mir, zumindest in diesem Zusammenhang komisch vor. Es liest sich dann also so:
„Dominika Clearence, der Cleanerin, kurz: Domi, und Nicos Abwehrchef Vincent Vogh.“
Das sieht nicht richtig aus. Außerdem: mit den vorangegangenen Informationen und der entsprechenden Logik ist ein Missverständnis eigentlich nicht möglich.
Jetzt sehe ich eine Lösung:
„Dominika Clearence, der Cleanerin, kurz: Domi - und Nicos Abwehrchef Vincent Vogh.“

Also, wenn der allwissende Erzähler alles weiß, warum ist es dann ein Perspektivwechsel, wenn er auch weiß und erzählt, was die Protagonisten denken?

„Es gibt Leute, die machen alles aus ihrem Leben auf Instagram und Facebook öffentlich, sooo selten ist das gar nicht mehr.“
Meiner Erfahrung nach sind das meistens Frauen, die wahrscheinlich auch eher Akzeptanz damit finden, ja sogar mit diesem Sexappeal Männer für sich gewinnen. Vielleicht sind ja Frauen aber auch die wahren Draufgänger.  
„Und in der Großstadt, nahe der ich lebe, gibt es eine rege Szene mit öffentlichen Stammtischen, Treffpunkten, sie tragen offen Kennzeichen.“
Aber du kennst ihre Namen nicht.
Ich ärgere mich nicht. Aber was ich für falsch halte, kann ich auch nicht ignorieren. Ich argumentiere – und mit dir macht es mir viel Vergnügen, weil wir beide unseren Humor und unsere Souveränität behalten.

„ihr Ziel zu verwirklichen trachtet“ (Definition „Draufgänger“):
Im Grunde ist sein Ziel (oder seine Hoffnung, die sich hier erfüllt), dass die Agentinnen sich seinem Fetisch entsprechend kleiden. Zudem ist es eine Schwachstelle, die er offenbart und damit eine Herausforderung: wer schafft es, ihn so zu verführen, dass er schwach wird. Es ist ein Spiel für Vincent.

„Mir kommt das Hin und Her zu schnell, zu geballt und ist damit (für mich!) sprunghaft.“
Ja, so ist sie, die Domi, intelligent, schlagfertig, schnell und sprunghaft ist sie sowieso.

„Was Du mit diesen Hinweisen machst, ob Du sie verwirfst oder annimmst, ist Deine Entscheidung, denn es ist ja Dein Text.“
Das ist schon klar, aber willst du wirklich, dass ich zu allen deinen Hinweisen schweige? Du machst dir Gedanken und schreibst mir. Also, finde ich, hast du auch eine Antwort verdient. Dann kannst du sagen, o.k. … so gesehen… oder du kannst dagegen argumentieren. Wir beide lernen dabei. Und wie gesagt, ich lerne gerne mit dir. -  Ich möchte auch, dass du meine Gedanken hinter den Formulierungen verstehst und Gefallen an der Story findest. Ich will dich sozusagen verführen, weiter zu lesen. Das scheint mir allerdings gründlich misslungen zu sein. : )

„Gut, dann anders gefragt: Als professionelle Domina und gebuchte Agentin kommt es für sie drauf an, ob ihr Opfer gut aussieht? Aber ja, wahrscheinlich tut es das wohl.“

Ja, so tickt sie eben. Im weiteren Verlauf wird sich auch klären, warum. Soo professionell ist sie ja auch gar nicht, sonst wäre es ja nicht zu dem „Unfall“ mit Todesfolge gekommen und eine professionelle Agentin ist sie schon gar nicht.


„Tut mir leid, wenn ich Dich enttäuscht habe“ – Warum glaube ich dir das nicht? : )

„Lies Dir mal die Kommentare unter anderen Texten durch, da wird auch auf Wörtern, Satzzeichen und anderen Kleinigkeiten rumgeritten, alles wird auf Herz und Nieren geprüft.“

Ja – und vor allem auf zu viel Adjektive : ). Aber hier geht es um den Inhalt und das Verständnis desselben. Du tust weder dir noch dem Adressaten einen Gefallen, wenn du etwas kommentierst und damit zeigst, dass du nicht mitgedacht hast. Oder wie ich im letzen post schrieb: gehe davon aus, dass ich bis drei zählen kann. Wie das sonst so ist, bei anderen Autoren, kann ich natürlich nicht beurteilen. Vielleicht wird man dann auch etwas nachlässig, übereifrig oder urteilt vorschnell. Ich finde es jetzt auch nicht weiter schlimm, bin auch nicht beleidigt, aber darauf hinweisen möchte ich dich schon. Diverse Gründe dafür habe ich ja weiter oben schon angesprochen.  

Also, inzwischen habe ich deinen neuen post gelesen und du begründest darin deinen Hinweis/ deine Frage: „Trägt Domi das Lederkostüm jetzt drei Wochen lang?“, damit, dass ein Verleger dieses Missverständnis zum Anlass nehmen würde das Skript wegzuwerfen. Ich verstehe natürlich die Intension deiner Einwände, meinte aber, du würdest dies so interpretieren – sonst niemand. Aber gut, du bist vorsichtig und willst nicht riskieren, dass es jmd. anders doch falsch interpretieren könnte.

Zum 2. Kapitel:

„weil man (meiner Meinung nach) noch sehr viel an dem Text feilen müsste, um ihn veröffentlichungsreif zu machen.“

Das ist ein sehr harter Kommentar, auch wenn du auf  deine Subjektivität hinweist. Auch deshalb erkläre ich dir ja genau, was ich jeweils mit bestimmten Formulierungen bezwecke oder was dahinter steckt. Ich habe schon so viel Zuspruch erhalten (auch hier und von dir), mein Stil sei flüssig, gut zu lesen, humorvoll, toll fabuliert (letzeres in einem anderen Forum, bereits 2017 zu Kurzgeschichten), dass mir das irgendwie doch etwas unpassend erscheint. Für jemanden, der immer wieder betont, dass seine Äußerungen keine Allgemeingültigkeit darstellen und alles letztlich Geschmackssache ist, kommt mir das ein bisschen weit gegriffen vor.

Auch hier: nach deinem neuen post zum zweiten Kapitel, verstehe ich was du konkret meinst. Im ersten Kapitel schien aber die Welt noch in Ordnung zu sein – oder hast du da ähnlich viele Einwände?

„Nur muss der Charakter auch in sich stimmig sein. Vielleicht ist er das ja auch. Mal schauen, vllt äußert sich ja noch jemand zu Deinem Text, eine zweite oder dritte Meinung ist immer gut, vllt liege ich falsch mit meiner Einschätzung.“

Stimmige Charaktere sind in der Realität eher selten und wenn, dann, weil die Personen stur sind oder einem bestimmten Bild von sich oder einem Vorbild folgen. Und Domi ist in sich schon gar nicht stimmig. Darauf habe  ich ja auch im Text hingewiesen. Der kluge Mensch von heute ist nicht mehr festgelegt, sondern lässt sich auch mal überzeugen, ändert sich, lernt dazu – das ist stimmig. - Klar werde ich noch in anderen Foren veröffentlichen oder auch hier vielleicht noch andere Kommentatoren gewinnen. Hab ja Calvin schon gebeten, sich zu Inhalt des 2. Kapitel zu äußern. Wir werden sehen.

„Und die Frau, wie Du sie zeichnest, scheint mir kein stimmiges Verhalten an den Tag zu legen. Vllt ist sie ja so, vllt ist sie eine Ausnahme in Deinem Werk“

Ja, sie ist eine Ausnahme und taucht auch nicht weiter auf. Ich persönlich habe aber schon durchgeknalltere Frauen kennen gelernt. Aber siehst du, jetzt reduzierst du doch wieder alles auf  diese Szene. So ganz stimmig bist du also auch nicht – und das ist eben auch ganz normal. Nur deine Reaktion finde ich unerklärlich. Noch dazu hängt die Geschichte nicht an dieser Szene. Sie lässt sich ohne Umstände streichen, falls noch mehr Leute deswegen so eine heftige Reaktion zeigen.

„Weil Du mich mit der Machart der Szene als Leser verloren hast.“ – Das Buch hat ca. 200 Seiten und du reduzierst das alles auf eine kleine, unbedeutende Szene?? – Also irgendwie scheint das doch eher mit dir zu tun zu haben. Ich kann das nicht nachvollziehen.

„Für mich (subjektiv!) ist Dein Stil nichts“

Ohh,,, - erst ist es die arme durchgeknallte Frau und die Machart der Szene, jetzt ist es der Stil und weiter oben der ungeschliffene Text. Wenn ich noch ne Woche nachbohre, ist es der Autor… und Vincent ist ja auch so ein Chauvi – Ars... – Kurz, du magst das Buch nicht, warum auch immer. Zu albern und kein neuer Goethe oder John Irving. Sag das doch gleich, statt rumzudrucksen.
: ) (Ich weiß schon, es ist das Gesamtpaket). Aber was ich davon nun glauben oder halten soll, weiß ich nicht so recht. Deine Reaktion kommt mir so emotional vor. Was steckt nur dahinter?
Ich zitiere dich jedenfalls mal vom 27.8.;
„Du schreibst flüssig, verständlich und hast Humor, somit ist der Text ein gelungener Einstand. „  

Das war noch meine alte Reaktion. Nur damit du siehst, wie verwirrt ich von deinen Rumgedruckse war. Inzwischen verstehe ich – siehe oben.

Ich will auch kein neuer Heinrich Heine werden.
Das Folgende bitte mit Humor und zugleich Ernsthaftigkeit lesen. Ernst: Das Buch hat eine zentrale Message, die im 9. Kapitel: Das Interview kulminiert. Humor: Wenn Madame sich also dazu herablassen könnte, dieses Kapitel zu lesen, das ich ihr exklusiv schon einmal proudly präsentiere, dann – Ernst: verstehst du vielleicht, wer ich bin und was das Buch ist. Der Rest ist anspruchsvolle, aber dennoch mainstream Unterhaltung – oder zumindest als solche konzipiert (ohne den Rest des Romans kleinmachen zu wollen. Er enthält sehr schöne, witzige, philosophische und spirituelle Kapitel).
Ich will ein unterhaltsames Buch verkaufen, dass unter anderem diese wichtige Message enthält: Atomkraft ist schlecht, Kernfusion sollte wesentlich mehr gefördert werden. Kommt mit vielen anderen Belangen dieser Art im Interview (9. Kapitel). Ich werde es nachfolgend exklusiv für dich schon mal vorzeitig reinstellen.  

Gut, ich verstehe jetzt, was dahinter steckt. So eine detaillierte Analyse oder wie du es nennst:
„Oder, um mal intensiv zu kommentieren, ohne Samthandschuhe (die ich wirklich ungern im Einstand ablege, also hier nur als Beispiel und bitte nicht persönlich nehmen, es ist rein auf den Text bezogen)“
hat natürlich einen anderen Wert und eine andere Überzeugungskraft, als dein vorangegangenes „Herumdrucksen“. Du wolltest mich schonen, aber es hat mich nur verwundert zurückgelassen. Ich stimme zwar nicht mit jedem Punkt überein, aber verstehe nun deine Intension und Reaktion besser. Damit kann ich schon eher etwas anfangen, auch wenn ich nicht ‚frische‘, sondern ‚erfrischende Frühlingsluft‘ geschrieben habe und der kleine, belgische Detektiv ‚Poirot‘ heißt und tatsächlich aus dem vorletzten Jahrhundert stammt, sind andere Hinweise sehr hilfreich.   


 
„Ich verwende keinen Rotstift“   das war nur im übertragenen Sinn gemeint. Hier wird es deutlicher:

Es kann nicht schaden, seine Kritik genau zu überprüfen.

Auch ein Missverständnis: Ich schreibe unreflektiert, was mir auffällt.


Dazu habe ich ja weiter oben schon geschrieben, dass du dir und dem Adressaten ggf. damit keinen Gefallen tust. Natürlich hat jede Medaille zwei Seiten. Mir gefällt ja durchaus deine Leichtigkeit, mit der du unreflektiert – intuitiv – an die Sache heran gehst. Das muss dich aber nicht davon abhalten, das Ergebnis am nächsten Tag nochmal zu überprüfen. Ich mache das in der Regel so. Worauf ich hinaus will: Du läufst Gefahr, den Eindruck zu erwecken, dich über den Autoren lustig zu machen und von oben herab zu kommentieren. Ich schreibe dir das, weil du gleichzeitig sehr sympathisch wirkst (weshalb die Gefahr viell. auch nicht zu groß ist, denn das gleicht es natürlich etwas aus) und ich mir mit dir so viel Mühe gebe, wie du dir mit mir. FaithinClouds wirkt ein wenig konservativ- lehrerhaft und scheint jetzt geradezu beleidigt zu sein, so dass ich keinen Sinn darin sehe, mit ihm so offen und intensiv zu kommunizieren. Ihr Kommentatoren solltet bedenken, dass wir in einem partnerschaftlichen Zeitalter leben und deshalb eure Entscheidungen/Kommentare etwas genauer begründen. So wie du es in deinem letzten post gemacht hast. Das ist viel hilfreicher, überzeugender und nicht mehr oder weniger Samthandschuh, als zu sagen: „ich steige aus, weil die Frau durchgeknallt wirkt. Qualität, statt Quantität, sozusagen. Dir ist doch sicherlich (hoffentlich) klar, dass ich dich mag und nicht kritisieren will. Auch Calvin bekommt das übrigens schon ganz gut hin.
So, damit, denke ich, ist es allmählich an der Zeit, diesen Disput zu diesen Punkten zu beenden.
Vielleicht überzeugt dich ja „Das Interview“ doch noch dem einem oder anderen Kapitel eine Chance zu geben, d.h. es zu überprüfen, ob es/sie nicht besser formuliert ist/sind oder dem Buch einen Sinn einzuräumen, der es dir ermöglicht, sich die Mühe zu machen, weiter mit mir zu kommunizieren.
Aber zuvor noch ein Dialog, der dich persönlich vielleicht noch mehr betreffen/interessieren mag oder könnte, als der im Interview, weil es darin um die Unterdrückung der Frauen geht und wie sie dagegen wehren könnten. Zudem ist er m. E. wirklich witzig.
Welche beiden Romane sind es denn, mit denen du dich eingehender beschäftigst?
 
Liebe Grüße vom Robert

„Indes näherte sich Bill Zazanas Jacht dem Hafen von San Diego. Bill mäkelte gerade mal wieder am Fernsehprogramm. „Wieso tun sie uns das an und zeigen neuerdings Frauenfußball“, jammerte er herzzerreißend.

„Was hast du gegen Frauenfußball?“, horchte Nadja kampfeslustig auf.

„Ich habe speziell gar nichts dagegen. Ich habe ganz allgemein etwas gegen Fußball. Es langweilt mich.“

„Das wundert mich nicht. Du bist einfach kein Teamplayer.“

Das überhörte Bill geflissentlich, denn da konnte er nicht widersprechen. „Und ich war froh, als irgendwelche Bezahlsender die Übertragungsrechte an sich gerissen hatten. Vom Männerfußball, meine ich. Es sah so aus, als würde ich künftig davon verschont werden. Stattdessen zeigen die Öffentlichen jetzt Frauenfußball. Es ist nicht auszuhalten!“

„Vielleicht ist es ja sogar interessanter, Frauen spielen zu sehen, weil sie ja möglicherweise teamfähiger sind.“ Nadja konnte das Sticheln nicht lassen.

„Frauen und teamfähiger – dass ich nicht lache!“, parierte Bill. „Außerdem“, polterte er weiter, „verstehe ich unter Emanzipation nicht, dass Frauen jetzt den ganzen Scheiß, den Männer machen, übernehmen, sondern ihre weiblichen Fähigkeiten hervorheben – welche auch immer die sein mögen.“ Bill konnte auch Sarkasmus.

„Was soll das denn heißen?“, stieg Nadja darauf ein.

Bill lachte vergnügt über seine gelungene Provokation, aber bevor sein Mädchen ernsthaft sauer und zur Furie mutieren werden würde, beschwichtigte er: „War nur Spaß. Ich habe sehr schöne impressionistische Bilder von Frauen gesehen. Der Kunstmarkt sollte sich den Frauen noch viel weiter öffnen… und die Filmindustrie. Ich habe diese ganze Macho-Scheiße satt. Viele Filme wären ohne eine weibliche Besetzung völlig unerträglich. Die Hauptdarstellerin ist es, die oft die ganze Story trägt. Aber wo erscheint ihr Name im Abspann? An dritter oder vierter Stelle! Wenn überhaupt.“

„Da hast du Recht. Das spiegelt die Ausbeutung der Frauen wieder.“

„Das meine ich ja – euch fehlt der Teamgeist, sonst gäbe es längst eine Frauengewerkschaft. Stell dir vor: alle Sekretärinnen, Krankenschwestern, Putzfrauen, Verkäuferinnen würden streiken. Was glaubst du, wie schnell ihr gleiche Löhne erhalten würdet? Das ist es, was der Sylvert nicht bedenkt. Solange die Männer die Frauen ausbeuten und die Frauen sich ausbeuten lassen, wird auch die Erde nicht zu retten sein, denn die Erde ist weiblich. Die Griechen nannten sie Gaia…“

„Fängst du schon wieder mit diesem Sylvert an!?“, fiel ihm Nadja ins Wort und lenkte das Thema in eine andere Richtung: „Du könntest doch Produzentinnen fördern! Dann würdest du mal etwas Sinnvolles mit deinem Geld anstellen“, schlug sie vor.

Darauf war Bill noch nicht gekommen. „Ja, könnte ich. Aber im Filmbusiness kenne ich mich nicht so aus. Mal sehen…“

„Fliegen wir morgen nach L.A.! Dann kannst du dich gleich mal umhören“, bot Nadja an.

„Ja, hör zu… flieg du morgen erst mal. Kauf dir was Schönes. Ich hab hier noch was zu tun.“

„Ja? Was denn?“

„Geschäfte.“


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Robert Yves Vauxelle
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BeitragVerfasst am: 09.09.2021 14:56    Titel: Domi: Terraforming - 9. Kapitel: Das Interview Antworten mit Zitat

9. Kapitel: Das Interview
Es waren nur noch wenige Meilen bis San Diego. Der Himmel war klar und präsentierte seinen faszinierenden Anblick unzähliger Sterne. Vincent zappte durch die Fernsehprogramme. Plötzlich rief er: „Schau mal! Ein Interview mit Nico! Das macht er nur ganz selten! – Näher wirst du ihm nicht kommen.“ Er grinste selbstsicher.
Nicos Gesicht war allerdings nicht zu erkennen. Das Studio war dramaturgisch verdunkelt und er hatte sich eine Vollgummimaske übergezogen, die den Anblick von Arnold Schwarzenegger karikierte. Neben ihm standen zwei Schränke von Leibwächtern, die demonstrativ und übertrieben machtbewusst ihre Arme verschränkt hielten und die Masken von gefährlich und bissig dreinschauenden Pitbulls trugen. Nico imitierte den Dialekt von Schwarzenegger und die Maske verlieh seiner Stimme einen dumpfen und tiefen Ton. Ein bisschen Show musste schon sein.
Nico befand sich schon ganz in seinem Element: „…weshalb defensive Maßnahmen alleine nicht mehr ausreichen. Es ist bereits fünf nach zwölf. Wir müssen offensive Projekte realisieren, statt den drohenden Katastrophen ängstlich und scheinbar  machtlos entgegen zu blicken, wie ein paralysiertes Kaninchen dem Scheinwerferlicht eines heran nahenden LKWs und mit so lächerlichen Vorschlägen, wie dem Verbot von Strohhalmen oder der Ankündigung einer allmählichen Reduzierung von CO2 bis in die nächsten Jahrzehnte an die Öffentlichkeit zu treten! Wir müssen lernen, in größeren Dimensionen zu denken, um den gewaltigen Problemen etwas entgegen setzen zu können! Wir müssen lernen, das Klima weltweit bewusst und nach unseren Bedürfnissen zu regulieren, statt es, wie bisher, unwillentlich anzuheizen.“
„Deshalb wollen Sie Gebirge versetzen…“
„Bisher sind wir noch dabei, Daten auszuwerten, Programme zu entwickeln, die uns zeigen, welche Veränderungen bestimmte Eingriffe bewirken, ob eine andere Luftzirkulation das Klima günstig oder ungünstig beeinflusst.“
„Was hat es mit den Vulkanen auf sich?“
„Vulkanausbrüche sind maßgeblich am Klima- und Wettergeschehen beteiligt. Zudem emittieren sie hochgiftiges Schwefeldioxid. Ziel ist es also, Ausbrüche zu verhindern, indem der Druck kontrolliert durch das Anbohren von Magmakammern oder – kanälen abgelassen wird.  Das ausströmende Magma kann zu Bauelementen, zu flachen oder kompakten Granit- und zu leichten, Wärme dämmenden Basalt-Blöcken geformt oder gepresst und das Schwefeldioxid in Schwefel und Sauerstoff zerlegt werden. Granitblöcke in Größe einer Hauswand werden dazu beitragen, erhebliche Mengen Zement einzusparen. Die Herstellung von Zement verursacht nämlich eine enorme CO2-Emission. Außerdem wird der Baustoff, insbesondere der spezielle Sand, ohnehin knapp. Der gegenwärtige Raubbau von geeignetem Sand bedroht zudem massiv Küsten und Inseln. Aber auch hier befinden wir uns noch in der Forschungsphase. Das Magma muss vermutlich mit starken Elektromagneten kontrolliert werden. Die Frage ist, ob die dafür benötigte Energie direkt dem Vulkan entnommen werden kann oder, was wahrscheinlicher ist, der Energiebedarf so hoch ist, dass erst leistungsfähige Kernfusionsreaktoren entwickelt werden müssen…“
„Kann man sagen, dass Sie die Erde in eine Art Fabrik umbauen möchten?“
„Eher in einen gemäßigten, steuerbaren und angenehmeren Lebensraum – langfristig gesehen. Vorerst geht es aber darum, der globalen Klimaaufheizung, globale, ja galaktische Maßnahmen entgegen zu setzen und Wetterkatastophen, wie Dürre und Überflutungen zu verhindern, sonst werden wir bald von der Erde gefegt. Das Versprechen der Verantwortlichen, die Klimaerwärmung würde sich auf 1,5 bis 2 Grad Celsius begrenzen lassen, wenn bis 2040,  2050 oder 2060, je nach Zusage einzelner Nationen, der CO2-Ausstoß wesentlich reduziert werden würde, was zu erreichen nicht wahrscheinlich ist, denn bisher wird unterm Strich gar nichts reduziert, aktuell ist, global betrachtet, immer noch das Gegenteil der Fall, ist pure Augenwischerei übelster und gefährlichster Art, die nur auf intensive, knallharte Lobbyarbeit der Industrie, auf Interessen von Aktionären oder dem Wunsch, die Bevölkerung ruhig zu stellen, zurückgeführt werden kann, weil bereits jetzt die Permafrostböden auftauen. So kann das, bisher eingebundene Methangas entweichen, das 25 Mal schädlicher ist, als CO2. Die Katastrophe ist also bereits eingetreten und nicht mit irgendwelchen Klimazielen, schon gar nicht in ferner Zukunft angesiedelten, aufzuhalten. Erschwerend kommt hinzu, dass die gegenwärtigen Hitzerekorde von Kohlendioxid-Emissionen vor zehn Jahren verursacht wurden, weil die Abgase solange brauchen, um die Atmosphäre zu erreichen.“
„Allerdings zerfällt Methan in der Atmosphäre schnell wieder. Herr Sylvert, was halten Sie von der Theorie, dass die künstliche, vom Menschen gemachte Klimaerwärmung eine längst überfällige kalte Eiszeit verhindert haben könnte?“
„Zunächst einmal: Ja, Methan löst sich relativ schnell auf. Aber bis dahin trägt es zur Erhöhung der Temperatur bei. – Mit der Folge?“
„Wie…?“
„Mit der Folge, dass sich noch mehr Methan vom Boden und Meeresgrund löst. Mit der Folge…?“
„…dass es noch wärmer wird?“
„Genau. Mit der Folge?“
„Sie werden es mir sicher gleich sagen.“
„Mit der Folge, dass immer mehr Methan freigesetzt wird… und: CO2 zersetzt sich nicht. Null Komma null. Was wir davon in die Atmosphäre blasen, bleibt dort für lange Zeit und sammelt sich an. – Jetzt zu ihrer Frage der kalten Eiszeit: Ja, das ist nicht auszuschließen, aber fragen Sie mich nochmal, wenn die Temperaturen 45 bis 50 Grad Celsius und mehr erreichen. Ihr Einwand zeigt letztlich nur, dass wir lernen müssen, die Natur und die kosmischen Kräfte zu studieren, um sie steuern und für unsere Bedürfnisse nutzen zu können, um ihnen nicht weiter ausgeliefert zu sein. Aber bisher sind wir ja schon von drei Tagen anhaltendem Schneefall überfordert und das betrachte ich als ein Armutszeugnis für eine Nation der Industrie- und Hochtechnologie im dritten Jahrtausend. Und wenn wir schon dabei sind: Wieso werden Waren und Strom immer noch oberirdisch transportiert und geleitet? Die elektrischen Leitungen sind bei Sturm und Schnee anfällig und die Warentransporte auf lärmende und stinkende Diesel LKWs angewiesen…, wobei inzwischen wenigstens einige mit Harnstoff Filtern ausgerüstet sind. Aber warum verfügen wir nicht längst über unterirdische Vakuum-Hyper-Röhren, die mit Energie aus der Kernfusion, statt der Kernspaltung und Kohleverbrennung betrieben werden?“
„Sie sprachen eben von galaktischen Maßnahmen und kosmischen Kräften. Was meinen Sie damit?“
„Das ist eher noch entfernte Zukunftsmusik, aber wir müssen langfristig auch Pläne und Technologien bereitstellen, die Meteoriten-Einschläge verhindern. Über eine andere kosmische Kraft haben wir schon indirekt gesprochen: die variierende Umlaufbahn der Erde um die Sonne, die sich alle zirka zehntausend Jahre von einer elliptischen zu einer eher kreisförmigen verändert, was eventuell die kalte und warme Eiszeit verursacht. Aktuell leben wir in einer warmen Eiszeit. Die Steinzeitmenschen lebten in einer kalten Eiszeit, das heißt, die Nordsee war zugefroren, Großbritannien zu Fuß erreichbar, Amerika von Sibirien aus über die sogenannte ‚Beringstraße‘. Kurz: es war eiskalt, was heute sicher niemand mehr erleben möchte. Aber auch ein aufgeheizter Ozean könnte kippen. Seine Strömung könnte sich derart verändern, dass sie eine deutliche Abkühlung bewirken könnte, ähnlich der kalten Eiszeit.“
„Nochmal zu meiner Frage, ob, bisher zumindest, eine kalte Eiszeit verhindert wurde – Sind sie gläubiger Christ? Ich meine, glauben Sie an Fügung und dass wir nicht alle Gottes Willen unterworfen sind, egal, welche Anstrengungen und Verrenkungen wir unternehmen, um irgendetwas zu verhindern oder zu erreichen?“
„Nach dem Motto, es ist bisher ja immer alles gut gegangen? Zum einem ist nicht immer alles gut gegangen. Denken wir an die Kriege und Hungersnöte, an die Epidemien und Naturkatastrophen. Natürlich kann die als ‚von Gott gewollt‘ angesehen werden oder als Resultat bestimmter Verhaltensweisen. Schnee steht ja symbolisch für Gefühlskälte. So kann jemand, der eingeschneit ist, daraus lernen, mehr Gefühle zu entwickeln. Dies ist eine alttestamentarische Interpretation, für die es durchaus einige Anhänger in unserer Nation gibt. Dennoch bauen wir Häuser für unseren Schutz, Autos für unsere Mobilität, Alarmanlagen für unsere Sicherheit. Jesus sagte sinngemäß: gibt Gott, was ihm gebührt und dem Staat, was er fordert. Es ging dabei um die Frage, ob man an den Staat Steuern entrichten soll. Ich sage: lebe im Gleichgewicht, bewahre, aber prüfe auch deinen Glauben und ansonsten: unternimm etwas, entsprechend, wie die Bedingungen es erfordern. Alles andere nennt man: Gott versuchen.“
„Was halten Sie von den Vorschlägen, die Atomkraft, also die Kernspaltung, auszubauen und die Atmosphäre mit Kalk und Schwefel anzureichern?“
„Ich finde sie schockierend einfallslos. Die Atomkraft auszubauen wird als ‚Zwischenlösung‘ diskutiert, obwohl für den Atommüll, der hunderttausend Jahre sicher gelagert werden muss, noch keine konkreten Lösungen existieren. Tatsächlich wäre dies ein Schritt zurück. Stattdessen sollte man die Idee und Erforschung der Kernfusion vorantreiben und mit erheblich höheren Mitteln fördern, als das im Augenblick der Fall ist, um die Entwicklung dieser Technologie deutlich zu beschleunigen. Das wäre eine zukunftsorientierte Strategie, eine Innovation, die erforderlich wäre, auch, um den steigenden Energiebedarf auf saubere Art zu decken. – In die Atmosphäre einzugreifen, ist ein ‚worst case scenario‘, das nur eines offenlegt: eine scheinbare Macht- und Ideenlosigkeit, die erschreckend ist. Ich vermisse die Tatkraft und Entdeckerfreude, die von etwa 1850 bis 1950 oder von mir aus 1970 das Leben der Menschheit revolutioniert hat. Heute dominieren Kritik und Vorbehalte gegen Neuerungen und man beharrt stattdessen auf alten Techniken, die längst überholt sind. Es überwiegt die Einstellung: ‚Das funktioniert nicht, aus diesem oder jenem Grund‘, statt der Haltung: ‚Wie können wir diese Idee, diese Erfindung verbessern und fördern, bis sie funktioniert, bis die Fehler behoben sind‘. Das Problem liegt in der Gewinnsucht, der Gewinnmaximierung, in der gewinnbringenden Ausbeutung alter Technologien und in der Korruption, die Entwicklungen seit Jahrzehnten blockieren.“
„Wir sprachen bisher nur über Zukunftsprojekte. Was aber könnte man sofort unternehmen?“
„Mischwälder mit hitzeresistenten Bäumen aufforsten, bestehende Wälder und Moore schützen und erhalten Entsalzung von Meerwasser zur Bewässerung trockener Landstriche, allgemein einfach mehr Natur zulassen und von ganz großer Bedeutung: mehr Lebensfreude, anstelle von Konsum, mehr Wertschätzung für unsere Nahrung, statt für materielle Güter. Gute, gesunde Nahrung bedeutet höhere Lebensqualität, die ihren Preis, aber dafür auch einen höheren Nährwert hat. Man muss weniger essen, um satt zu werden und führt seinem Körper wertvolle Nährstoffe zu. An Lebensmitteln zu sparen, um sich ein neues Auto, Smart Phone oder einen neuen Fernseher leisten zu können, ist fatal, aber leider zu oft noch Realität. Mehr Respekt vor der Natur und den Lebewesen, auch vor Insekten, ein Umdenken in allen Lebensbereichen wäre sinnvoll und notwendig. Dann würde sich der Rest schon fast von alleine ergeben. Wir müssen aufhören, uns von der Politik und der Industrie einlullen zu lassen. Es genügt nicht, alle paar Jahre einmal seine Stimme abzugeben, um sich dann wieder seinen Privatangelegenheiten zuzuwenden. Diese Zeiten sind vorbei oder wir alle werden die Quittung für unsere Nachlässigkeit, Obrigkeitsgläubigkeit oder Ignoranz erhalten.
Ich will Ihnen ein Beispiel geben: Die Industrie und Politik will uns über unseren enormen Plastikverbrauch beruhigen, indem sie uns vorgaukeln, dieser Müll sei recyclebar. Gleichzeitig treiben gigantische Mengen Plastikmüll im Meer herum. Wer sich über diesen Widerspruch wundert und ohne großen Aufwand recherchiert oder gelegentlich in TV-Politmagazine reinschaut, stößt schnell auf folgende Antwort: Nur ein Bruchteil des Plastikmülls kann wiederverwendet werden. Der Rest wird nach Asien verschifft, obwohl wir über wunderbare, saubere Müllverbrennungsanlagen verfügen. Offenbar ist aber der Müllexport billiger, als die saubere Entsorgung vor Ort, zum Teil wahrscheinlich, weil die Gebühren zu hoch sind und versteuert werden müssen. Während also die Politik schläft oder bewusst wegsieht, landet der Plastikabfall im Meer, weil die Indonesier und andere Abnehmer ihn ansonsten höchstens noch ungefiltert verbrennen könnten. Unsere wunderbaren, sauberen Müllverbrennungsanlagen aber müssen Rohöl zum Restmüll dazugeben, weil dieser, von Plastik, Holz und Papier befreite Müll sonst nicht brennt. Hier schließt sich der Kreis des Wahnsinns. Jeder einzelne kann diesen Kreis durchbrechen, indem er seinen Plastikmüll in seine Restmülltonne vor Ort wirft. Da, wo dies verboten ist, hilft nur Protest gegen und Petitionen an die verantwortlichen Politiker. Es genügt oft schon eine einfache e-mail. Das sollte Ihnen Ihr gesundes Leben schon wert sein, denn ansonsten landet ihr Plastikmüll direkt in Ihrer Nahrung. Hören Sie also auf, Ihre Verantwortung an andere zu delegieren! Selbst denken macht klug! Nebenbei, die Schiffe, die den Müll um die halbe Welt schippern, sind wahre Dreckschleudern, weil sie Rohölschlamm der übelsten Sorte verbrennen und dennoch an Filtern sparen. Das gilt auch für die Kreuzfahrtschiffe.“
„Was sagen Sie den jungen Menschen, die ein ‚Zurück zu mehr Natur‘ fordern, statt ein ‚Hin zu mehr Technologie‘?“
„Beides ist richtig und notwendig. Ich bin auf einem Öko-Hof aufgewachsen. Selbst mit neuen, beziehungsweise sehr alten Methoden, wie Mulchen und die Natur einfach sich selbst überlassen, bedeutet dies sehr viel mühevolle Arbeit an sieben Tagen die Woche und zwölf Stunden täglich. Roboter und Maschinen können vieles erleichtern. Solange die Weltbevölkerung weiter zunimmt, ist ein Zurück ohnehin nicht möglich und insgesamt auch nicht ratsam. Das Leben vor hundert Jahren und mehr war sehr hart und, nebenbei, wer würde heute gerne auf sein Smart Phone verzichten? Wer möchte an einer lächerlichen Infektion qualvoll sterben? Ohne technische Weiterentwicklung, die heute und in Zukunft die Natur natürlich wesentlich stärker mit einbeziehen muss, wäre die Menschheit weder überlebens- noch zukunftsfähig. Ein Umdenken ist notwendig, ja, aber in Form von Neuerungen und Einstellungen, die Gier und Ausbeutung betreffend. Wir müssen Bestehendes verbessern und weiter entwickeln, Fehler finden, benennen und korrigieren. Ansonsten würden wir viele Chancen und Möglichkeiten verspielen.“
„Sie sehen also in Robotern keine Bedrohung?“
„Nein, überhaupt nicht. An Roboter, die plötzlich ein Bewusstsein entwickeln sollten, glaube ich nicht. Allenfalls an fehlerhafte Programmierungen. Eine Maschine bleibt eine Maschine, die von Menschen programmiert wurde und gesteuert werden kann, auch wenn sie selbstständig dazulernen kann. Wenn eine Maschine bedrohlich wird, hat der Mensch einen Fehler gemacht, der behoben werden kann. Wer glaubt, ein Roboter könne ein Bewusstsein entwickeln, weiß offenbar nicht, was mit Bewusstsein gemeint ist. Und wieso sollte ein Roboter anfangen, seinen Sinn zu hinterfragen oder den Sinn des Lebens? Das ist einfach lächerlich. – Wenn Sie auf den Roboter als Job-Konkurrenten anspielen, bin ich der Überzeugung, dass hoch- und mittelqualifizierte Jobs immer existieren werden. Programmierer, Designer, Künstler, Denker, Erfinder, Handwerker, Pfleger, Köche, Pädagogen, Psychologen, Ärzte und viele mehr werden immer gebraucht werden. Aber vor allem sehe ich für den Menschen die Chance, frei und selbstbestimmt leben zu können. Er kann seine Kreativität wecken oder einfach nur einen Garten bewirtschaften und so für die notwendige Bio-Diversität sorgen. Voraussetzung ist, dass der Reichtum an alle verteilt wird und das Individuum sich versorgt und sicher fühlen kann. Ein gut versorgter Natur- und Gartenliebhaber kann für Diversität sorgen, ein Künstler für Unterhaltung, Anregung, Visionen und Philosophische Fragen. Die Architektur könnte Freiheiten gewinnen, wenn der Kosten- und Funktionalitäts-, beziehungsweise Rentabilitätsdruck wegfällt. Die Frage ist einfach, wann die Menschen endlich zusammen arbeiten, miteinander agieren, statt in Konkurrenz und gegeneinander. Das betrifft sowohl Staaten, Ideologien, als auch jeden Einzelnen.“
„Herr Sylvert, ich danke Ihnen für Ihre, sicherlich knapp bemessene Zeit.“
„Ich danke Ihnen.“

Domi war beeindruckt. „Der ist gut, der Knabe. Der hat ja richtig Durchblick und… man spürt seine Wut. Im Gegensatz zu den Aluhüten, wie du sie nennst, die nur wirr an der Oberfläche kratzen, entlarvt er das System und die Gesellschaft ziemlich treffend.“
„Ja, und deshalb hat er auch so viele Feinde.“
„Wie ‚FUCK, YOU‘“
„So wie ‚ FUCK, YOU‘“, bestätigte Vincent.
„Aber seine Weltsicht ist letztlich doch recht naiv. Er übersieht die politische, wirtschafts- und machtorientierte Wirklichkeit. Ich sag‘ dir, was in den nächsten Jahrzehnten passieren wird: Die Welt wird unter dem Druck der ungelösten Probleme wirtschaftlich stagnieren oder sogar auf eine große Krise zusteuern und immer weiter nach rechts rücken. Die Mehrheit wird in eine Armut rutschen und sich gegenseitig in Bürgerkriegen zerfleischen oder sich ihren autoritären Systemen unterordnen, die sie als Soldaten in Konfliktherde, Grenz- und Eroberungskriege schicken werden. Die USA werden Südamerika zerbomben, China Asien erobern, Russland sich seine alten Provinzen zurückholen, die Araber werden den Iran einnehmen oder zerstören, Europa wird sich weiter zerstreiten oder Afrika annektieren und die jetzt schon armen Staaten und Inseln werden im Meer versinken oder an ihrer Armut zu Grunde gehen. Die Reichen werden sich derweil auf ihre geschützten Landsitze zurückziehen und zugucken, während die Hitzeperioden wüten und den südlichen Regionen, die übrig geblieben sind, den Gnadenstoß versetzen. Dafür werden die nördlichen Regionen wie Kanada und Sibirien ein milderes Klima erhalten und über die nördlichen Gewässer Handel treiben, weil das geschmolzene Eis neue Schifffahrtslinien für sie eröffnen wird. In den mittleren Regionen wird es heißer und tropischer und die Erde wird eine Warmzeit durchlaufen, wie schon öfter mal in ihrer langen Geschichte. Das Meerwasser wird angenehme 25 bis 30 Grad Celsius erreichen und die Wohlhabenden aus ihren Löchern locken, um das neue, wunderbare Leben zu genießen. Die Weltwirtschaft wird erneut boomen und die Technologien vorantreiben. Die Genetik wird keinen Moralzwängen mehr unterworfen sein, weil die Menschheit zwar auf Kosten von Milliarden Opfern überlebt hat, aber wegen der Verschmutzung unfruchtbar geworden ist, so dass die Regierungen Menschen nach Belieben züchten und formen können werden, wie es ihnen gerade passt, so wie Huxley es schon beschrieben hat. – Und die Menschen werden überwacht werden, wie Orwell es prophezeit hat. Das ist ja schon heute an manchen Orten so.“
„Das ist aber ziemlich pessimistisch. Ich glaube, die Wirklichkeit wird irgendwo zwischen deiner und Nicos Version liegen.“
„Irgendwo dazwischen? Geht’s auch ein bisschen konkreter?“
„Ich glaube, sobald der CO2 Ausstoß deutlich reduziert wird, werden die Sommermonate wieder verregneter, die Winter werden wieder kälter und es wird wieder öfter schneien. Die Natur wird sich schnell erholen und irgendein Deutscher wird einen Schmachtfetzen singen, mit dem er, wer weiß wem, die Frage stellt, wann es endlich wieder richtig Sommer wird.“
„Das war ein Holländer, der in Deutschland lebte und dort ein beliebter Showmaster war.“
„Was du alles weißt…“, staunte Vincent nicht ohne einen Hauch Ironie in seiner Feststellung.
„Meine Eltern stammen aus Europa und ich bin erst mit achtzehn in die USA gekommen.“
„Ach ja, natürlich.“
„Jedenfalls bist du ein ganz schöner Optimist.“
„Optimist? Sagte ich nicht, dass die Sommermonate wieder trist und verregnet sein werden? Und falls das stimmt, mit der Erdumlaufbahn und der kalten Eiszeit, wird er vielleicht sogar so unangenehm, dass man wieder Kohlekraftwerke bauen wird, falls bis dahin nicht schon Kernfusionsanlagen existieren werden, die genug Energie erzeugen, um ganze Städte künstlich mit Sonnenschein beglücken zu können.“
Domi lachte. „Du bist ein Knallkopf!“
Vincent warf ihr einen Pappbecher an den Kopf und verteidigte sich: „Ein Wissenschaftler bin ich jedenfalls nicht… und auch die können nicht wirklich in die Zukunft sehen.“
„Doch! Manche können es schon… in ihren Fachbereichen. In den siebziger oder achtziger Jahren wurde bereits der Konflikt mit Islamisten prognostiziert, allgemein der Wandel vom Ost-West in einen Nord-Süd Konflikt… Und eben auch George Orwell hat schon 1948 die Überwachungstechnologie vorhergesehen und beschrieben. Er hat sich nur in der Zeitzuordnung geirrt, weil er einfach das Jahr seiner Niederschrift umgedreht hat. Aber er hat letztlich achtzig Jahre in die Zukunft geblickt. Ich hatte mich nur immer gefragt, wie es dazu kommen würde, warum die  Menschen Kameras in ihrer eigenen Wohnung zulassen würden. Heute ist es klar: Sie machen es freiwillig und bezahlen sogar dafür!“
„In China nicht.“
„Nein, da wird die Überwachung mehr oder weniger hingenommen, obwohl der Überwacher nicht die Industrie ist, sondern sogar die Regierung. Wobei bei uns ja ohnehin fraglich ist, ob noch die Politiker oder schon die Industriellen regieren. Aber die Chinesen stehen offenbar auf Führer. Weißt du, dass die auf Befehl von Mao Tse Tung alle Vögel ausgerottet haben, weil die ein paar Körner aus dem Ackerboden gepickt haben?“
„Ja, und ein Jahr später haben Insekten und Raupen die Ernte vernichtet, weil ihre natürlichen Feinde verschwunden waren.“
„Und eine Hungersnot brach aus. Wie so oft, wenn ein Volk sich auf einen Führer verlässt… Nico könnte auch eines Tages zu einem solchen werden.“
„Nico? Nein. Der hat gar keine Ambitionen dazu. Er hat vor, seine NGO weitläufig zu demokratisieren und sich allmählich zurückzuziehen.“
„Wirklich? Sehr klug von ihm.“
„Ja, dumm ist er nicht.“

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Selanna
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BeitragVerfasst am: 10.09.2021 00:31    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Robert,
Zitat:
Also, wenn der allwissende Erzähler alles weiß, warum ist es dann ein Perspektivwechsel, wenn er auch weiß und erzählt, was die Protagonisten denken?

Sobald eine Stelle kommt, an der der Leser genauso wenig wie Domi weiß, was Vincent denkt, ist es keine allwissende Erzählperspektive mehr, sondern eine personale aus Sicht von Domi.
Zitat:
Ich möchte auch, dass du meine Gedanken hinter den Formulierungen verstehst und Gefallen an der Story findest.

Nur: Wenn ich Dein Buch kaufe, kaufe ich Dich ja nicht mit. Du sitzt abends nicht neben mir auf der Couch, wenn ich das Buch lese, und erklärst mir Stellen, die sich nicht selbst erklären Wink
Zitat:
Vielleicht wird man dann auch etwas nachlässig, übereifrig oder urteilt vorschnell. […] Es kann nicht schaden, seine Kritik genau zu überprüfen. […] Das muss dich aber nicht davon abhalten, das Ergebnis am nächsten Tag nochmal zu überprüfen.

Wie gesagt: Das hier ist bloß mein Hobby. Es ist mir ehrlich seit meiner Anmeldung im dsfo Ende 2016 noch nie passiert, dass jemand sowas (und dann auch noch wiederholt) unter einen meiner Kommentare geschrieben hat. Shocked Selbst wenn Du meinen Lapsus (ich nenn ihn mal so) nicht weiter schlimm findest, wie Du schreibst. Ich mach das in Mittags- und Kaffeepausen und vorm ins Bettgehen. Wenn ich quasi mit der „ernsten“ Arbeit fertig bin oder mich von ihr erholen möchte.
Zitat:
„weil man (meiner Meinung nach) noch sehr viel an dem Text feilen müsste, um ihn veröffentlichungsreif zu machen.“
- -> Das ist ein sehr harter Kommentar, auch wenn du auf  deine Subjektivität hinweist.

Genau deshalb schreibe ich so was im „Einstand“ auch nicht. Es ist nämlich kein sehr harter Kommentar, sondern nur ein Hinweis, dass man den Text (mMn!) noch deutlich überarbeiten müsste. Ein sehr harter Kommentar wäre: „Ich verstehe nicht, was der Text aussagen soll, die Sätze sind völlig verschwurbelte Bandwurmsätze und der Autor beherrscht die Zeichensetzung nur marginal. Ich sehe wenig Potential in dem Text.“ – Das wäre ein sehr harter Kommentar. Aber das trifft auf Deinen Text ja nicht zu, er ist, wie Du anführst:
Zitat:
Ich habe schon so viel Zuspruch erhalten (auch hier und von dir), mein Stil sei flüssig, gut zu lesen, humorvoll,

Stimmt ja auch. Das heißt, Du schreibst verständliche Sätze und ich kann den Text ohne groß zu überlegen oder zu rätseln durchlesen, ich verstehe den Inhalt. Ich habe ihn als humorvollen Text erkannt. Das sehe ich immer noch so. Aber in meinem letzten Kommentar sprach ich von „veröffentlichungsreif“ und das ist nochmal was anderes (für mich zumindest). Bsp.: Ich habe bisher lediglich zwei Kurzgeschichten bei Verlagen veröffentlichen können. Weißt Du, wie viele Mitglieder deutliche Kritik an dem Text geübt hatten und wie oft ich ihn auf diese fremde (!) Kritik hin überarbeitet hatte, bis er „veröffentlichungsreif“ war? Wink Und zwar, nachdem ich selbst den Text schon etliche Male überarbeitet hatte. Man ist irgendwann einfach betriebsblind.
Zitat:
Für jemanden, der immer wieder betont, dass seine Äußerungen keine Allgemeingültigkeit darstellen und alles letztlich Geschmackssache ist, kommt mir das ein bisschen weit gegriffen vor.

Das tut mir leid, ich wollte nicht übergriffig klingen. Es ist wirklich nur meine Meinung. Aber das ist definitiv keine allgemeingültige Meinung. Vllt liege ich komplett falsch (das meine ich ehrlich), ich bin ja kein Bestsellerautor.
Zitat:
Im ersten Kapitel schien aber die Welt noch in Ordnung zu sein – oder hast du da ähnlich viele Einwände?

Ja, hätte ich gehabt. Aber es war ein „Einstands“-Text. Da geh ich aus zwei Gründen nie so ins Detail: 1. Wenn ich in einen Einstandstext derart viele Anmerkungen schreibe, sind sehr viele Einstandsautoren tief verletzt, sie betrachten den Text als verrissen. (Wenn ich das hingegen in der „Werkstatt“ mache, nehmen einige Autoren vllt einen von zehn Vorschlägen an, sind aber über den Rest nicht gekränkt, sondern sehen es als Geschmackssache an. Autor und ich freuen uns dann, dass was Hilfreiches dabei war). 2. Viele Einstandstextautoren melden sich gar nicht mehr zurück, das heißt, meine Zeit an dem Text war verschwendet, weder der Autor noch der Text noch ich haben daraus irgendeinen Nutzen gezogen.
Zitat:
Und Domi ist in sich schon gar nicht stimmig.

Das war auf Vincents One-Night-Stand-Partnerin bezogen. An Domi hab ich noch nichts Unstimmiges entdeckt. Und mit „stimmig“ meinte ich auch nicht einseitig, sondern Charaktereigenschaften oder Stimmungsschwankungen, die nicht passen, die widersprüchlich sind. Aber lass die One-Night-Stand-Frau doch, wie sie ist. Sie hat ja keine tragende Rolle und ist eben durchgeknallt.
Zitat:
Aber siehst du, jetzt reduzierst du doch wieder alles auf  diese Szene. Nur deine Reaktion finde ich unerklärlich. Noch dazu hängt die Geschichte nicht an dieser Szene.

Nein, ich reduziere es nicht auf die Szene. Es ist nur ein Beispiel, in dem Fall bezogen auf die Figurenzeichnung. Noch dazu dasjenige Beispiel, bei dem ich dann aufgehört habe, richtig zu lesen, und den Rest des Textes nur noch grob überflogen habe.
Zitat:
Das Buch hat ca. 200 Seiten und du reduzierst das alles auf eine kleine, unbedeutende Szene??

Nein, mir haben einige Aspekte des Textes von Anfang an nicht so zugesagt, das hat sich beim Weiterlesen gehäuft. Ich las weiter, aber bei der One-Night-Stand-Szene habe ich mir dann gesagt: Ich hör jetzt auf, der Text liegt mir nicht.
Zitat:
erst ist es die arme durchgeknallte Frau und die Machart der Szene, jetzt ist es der Stil und weiter oben der ungeschliffene Text.

s.o.
Zitat:
Also irgendwie scheint das doch eher mit dir zu tun zu haben.

Klar liegt’s an mir (auch ehrlich gemeint), an meinem Geschmack, an meinen Lesegewohnheiten, an meinen individuellen Erwartungen an einen Text.
Zitat:
Wenn ich noch ne Woche nachbohre, ist es der Autor…

Nein. Ich find Dich nett.
Zitat:
und Vincent ist ja auch so ein Chauvi

Kam bis jetzt in dem Text noch nicht rüber. Er ist vor einer durchgeknallten Frau geflüchtet, das muss nicht chauvinistisch sein. – Siehst Du, es ist so ziemlich genau das passiert, was ich vermeiden wollte, und warum ich ungern so detailliert und intensiv im Einstand kommentiere. Du bist verletzt und beziehst meine Textkritik auf Dich persönlich und siehst Einzelkritik auf den gesamten Text bezogen. Gegen den Protagonisten Vincent habe ich noch nirgendwo was geschrieben.
Zitat:
Zu albern und kein neuer Goethe oder John Irving.

Im Ernst? Bitte. Übersteiger meine Kritik doch nicht so, so war sie nicht gemeint.
Zitat:
Sag das doch gleich, statt rumzudrucksen.

Ganz ehrlich? Ich bereue, dass ich so direkt war. Du hast es als „sehr hart“ und Gesamtverriss („zu albern“ etc.) empfunden, als „zu weit gegriffen“, was ich als „übergriffig“ interpretiere. Ich sehe mich durch Deine Verletztheit in meinem ursprünglichen Verhalten eher bestätigt. Ich habe Dich mit meinem letzten Kommentar getroffen, das tut mir leid. Ich wollte Dich weder verletzten noch Deinen Text herabwürdigen, es ist nur meine Meinung zum Text, von der ich im Forum immer hoffe, dass sie auch etwas Hilfreiches enthält. Natürlich ist Meinung per se subjektiv, aber Kränkung lag nie in meiner Absicht. Wirklich nicht.
Zitat:
Deine Reaktion kommt mir so emotional vor. Was steckt nur dahinter?

Ja? Wo kommt sie Dir emotional vor? (=ehrliche, unironische Frage) Ich kam mir beim Schreiben nirgendwo emotional vor.
Zitat:
Der Rest ist anspruchsvolle, aber dennoch mainstream Unterhaltung – oder zumindest als solche konzipiert (ohne den Rest des Romans kleinmachen zu wollen. Er enthält sehr schöne, witzige, philosophische und spirituelle Kapitel).

Das möchte ich auch nicht bestreiten. Es gibt doch viele Bücher, die eine große Anhängerschaft haben, und dann gibt es andere Leser, die dasselbe Buch kalt gelassen hat.
Zitat:
Ich werde es nachfolgend exklusiv für dich schon mal vorzeitig reinstellen.

Sei vorsichtig damit. Wenn Du zu viel hier einstellst, kann es schwierig werden, noch eine Agentur oder einen Verlag zu finden, weil das Manuskript dann als teilveröffentlicht gelten könnte.
Zitat:
als dein vorangegangenes „Herumdrucksen“.

Aber wie Du siehst, hat meine intensivere Kritik Dich verletzt. Und ich habe schon so oft erlebt, dass Autoren sich dann nicht mehr melden oder bloß gekränkt verbal um sich schlagen. Es hat keinen Sinn, im Einstand so detailliert zu kommentieren.
Zitat:
Du wolltest mich schonen, aber es hat mich nur verwundert zurückgelassen

Und als ich es verdeutlicht habe, warst Du stinksauer.
Zitat:
auch wenn ich nicht ‚frische‘, sondern ‚erfrischende Frühlingsluft‘ geschrieben

Der Kritikpunkt war, dass „erfrischend“ in Kombination mit „Frühling“ in diesem Kontext redundant ist.
Zitat:
der kleine, belgische Detektiv ‚Poirot‘ heißt und tatsächlich aus dem vorletzten Jahrhundert stammt,

Es ging mir um die ausgelutschte Formulierung. Selbst in historischen Romanen sollte man das vorsichtig dosieren, sonst langweilt es.
Zitat:
Du läufst Gefahr, den Eindruck zu erwecken, dich über den Autoren lustig zu machen und von oben herab zu kommentieren

Das hat mir auch so noch nie jemand gesagt. Falls das bei Dir so ankam: Es tut mir leid, so war es nicht gemeint.
Zitat:
Ihr Kommentatoren solltet bedenken, dass wir in einem partnerschaftlichen Zeitalter leben und deshalb eure Entscheidungen/Kommentare etwas genauer begründen.

Ganz ehrlich? Man muss für jeden höflichen und konstruktiven Kommentar dankbar sein, denn hier hat jemand ein Fitzelchen seiner Zeit in einen fremden Text investiert. Wo sonst bekommst man sowas kostenlos? Shocked
Zitat:
So wie du es in deinem letzten post gemacht hast. Das ist viel hilfreicher, überzeugender

Aber kostet unendlich viel Zeit. Und ich weiß nie, wie ein Neuling darauf reagiert.
Zitat:
So, damit, denke ich, ist es allmählich an der Zeit, diesen Disput zu diesen Punkten zu beenden.

Ja, Du hast recht, wir haben lange diskutiert und es ist inzwischen ausdiskutiert, da stimme ich Dir zu. Wenn Du im dsfo bleibst und fremde Texte kommentierst, kann es sein, dass Du irgendwann zu einer ähnlichen Einstellung kommst wie ich. Muss aber nicht sein. Smile
Zitat:
weil es darin um die Unterdrückung der Frauen geht und wie sie dagegen wehren könnten.

Ich habe mit dem Thema eigentlich kein Problem, da ist irgendwie ein Missverständnis zwischen uns entstanden.
Zitat:
Welche beiden Romane sind es denn, mit denen du dich eingehender beschäftigst?

Es gibt hier im Forum für die Öffentlichkeit nicht zugängliche Bereiche, sogenannte AGs (Arbeitsgruppen), in denen Mitglieder mit (ich glaube 100 Beiträgen) ihre gesamten Romanmanuskripte Kapitel für Kapitel einstellen und dann intensiv mit einigen wenigen Mitgliedern durchbesprechen, um sie „veröffentlichungsreif“ zu machen. Hier sind die AGs, die es gibt, gelistet: https://www.dsfo.de/fo/viewforum.php?f=240
Und: Danke für das Kompliment zu meinem Text, freut mich, wenn er gefiel (zumindest lese ich das so raus).
Liebe Grüße und lass Dich nicht entmutigen
Selanna


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Nur ein mittelmäßiger Mensch ist immer in Hochform. - William Somerset Maugham
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Robert Yves Vauxelle
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BeitragVerfasst am: 13.09.2021 14:56    Titel: @Selanna Antworten mit Zitat

Liebe Selanna, ich habe nun die Korrekturen vorgenommen, die ich für notwendig hielt oder anders ausgedrückt, an den Stellen, an denen ich deine Verbesserungs- und Korrekturvorschläge gerechtfertigt hielt. Ich hatte diesen letzten post von dir zwischenzeitlich gelesen und gleich eine Antwort/Reaktion in meinen vorbereiteten post integriert. Jetzt, wo ich bei der Bearbeitung  gesehen/begriffen habe, wie viel Arbeit du dir dabei gemacht hast, möchte ich dir zudem  herzlich dafür danken. Diese Stelle war wirklich nachlässig  von mir geschrieben. Es sind aber nicht alle Abschnitte und Kapitel so. Vor allem mit der Zeit werden sie immer flüssiger. Soweit ich das jetzt aus meiner Erinnerung einschätze. Ich hatte noch nicht die Gelegenheit, den gesamten Roman zu überprüfen. Aber auch beim Dialog zwischen Bill und Nadja habe ich inzwischen einige Korrekturen vornehmen müssen. Die Fehler darin sind dir sicherlich aufgefallen.
Zum Beispiel: Nadja horchte kampfeslustig auf. „Was hast du gegen Frauenfußball?“, statt „Was hast du gegen Frauenfußball?“, horchte ….

„aber bevor sein Mädchen ernsthaft sauer werden und zur Furie mutieren würde“ – statt „mutieren werden würde“ (ein Flüchtigkeitsfehler, den ich immer wieder übersehen haben muss. Deshalb ist es ja so sinnvoll, dass jemand anderes den Text nochmal liest, weil man selber manche Fehler einfach nach mehrmaligen lesen mitliest/überliest/übersieht.

„Viele Filme wären ohne eine weibliche Besetzung völlig unbrauchbar (an Stelle von ‚unerträglich‘, um zwei Mal ‚tragen‘ zu vermeiden). Die Hauptdarstellerin ist es, die oft die ganze Story trägt.“

(Heute habe ich gehört, dass beim Filmfestival in Venedig nur Frauen ausgezeichnet wurden. Eine erfreuliche Entwicklung, die ich im Text noch berücksichtigen werden muss.)

Der beanstandete Teil im 2.Kapitel ist größtenteils deinen Anmerkungen entsprechend verändert:
Vincent wollte nicht den Eindruck erwecken, unprofessionell zu sein. Wenigstens sie sollte ihn so sehen, wie er nicht war - dynamisch, erfolgreich, ...nüchtern...
Dann lieber ein kleiner Spaziergang an der erfrischenden Frühlingsluft. "Das regt die grauen Zellen an!", würde der kleine belgische Detektiv Poirot sagen.
Allmählich brachte die kühle Morgenluft Klarheit in seinen Kopf und er gewann seinen Orientierungssinn zurück. Sie hatten sich dem Mietshaus, in dem die Quatschnudel wohnte, von rechts genähert. Also musste er die entgegengesetzte Richtung einschlagen. Jetzt dämmerte es ihm auch, wie er die Komikerin kennen gelernt hatte. Er hatte ihren Freund verprügelt, der seinerseits im Begriff gewesen war, Hand an sie zu legen. Dann hatte Vincent das Mädchen, beide leicht beschwipst,  nach Hause gefahren. Sie hatte was von Queens gesagt, während sie ihn an ihren Wohnort dirigierte.

Außerdem dachte ich, er ist ein Mann für nur eine Nacht? Das widerspricht dann seiner Charakterisierung

Naja, für ein bis zwei Nächte. Aber das ist fünf Jahre her und das heißt nicht, dass er nicht stets nach der „Richtigen“ sucht. Ich werde das vielleicht noch irgendwo vorher deutlich machen, denn mit Domi wird er sogar einige Wochen zusammen sein. Andererseits hatte ich das bewusst nicht erwähnt, um Vincent zunächst arrogant und chauvinistisch wirken zu lassen. Beabsichtig ist damit, Domis Verführungskünste deutlicher und ihre Wirkung erstaunlicher wirken zu lassen.  

Vincent winkte dezent seinen übernächtigten Mitarbeitern zu Moment, wo kommen die denn jetzt her?

Das klärt sich ja bald darauf. Man kann es sich aber auch denken. Er winkt dezent, also unauffällig. Es liegt also offenbar irgendetwas im Busch, weshalb seine Mitarbeiter ihn oder – da sie ja bisher nicht bei ihm waren – eher seinen Bus überwachen.

zusätzlich zusätzlich zu was?

Also zusätzlich zu dieser Absicherung, checkt er dennoch sein Fahrzeug, weil die Mitarbeiter ja zeitweise unaufmerksam hätten sein können. Immerhin mussten die Armen die ganze Nacht das Fahrzeug observieren, während Vincent sich vergnügte.

Die Huberbuam hab ich gerade zufällig das erste Mal in der letzten Hoffmann und Kollman – Radioshow (ego fm, Freitag 16 – 20.00 h) gehört: „I gaub, mir brennt der Huat“ Stehst du auf die?

Ich kenne übrigens privat mindestens zwei Draufgänger. Keine die auf Dächer steigen, aber der eine war Frontman mit einer wirklich sagenhaften Stimme und der andere ist das Vorbild für meinen Vincent. Belmondo war auch ein echter Draufgänger. Er machte die meisten oder angeblich sogar alle Stunts selbst. Ob er nun dabei ein bestimmtes Ziel vor Augen hatte, weiß ich natürlich nicht, aber Frauen zu beeindrucken hatte er wohl eher nicht nötig. Ich glaube, er hatte einfach Spaß daran. Lexikondefinitionen sind auch nicht alles.
Auch Tom Cruise, den ich aber nicht besonders sympathisch finde, obwohl die Filme mit ihrem Riesenbudget und den Ideen natürlich, zumindest einmal, sehenswert sind, verzichtet meistens auf ein Stuntdouble, wie zu hören ist. Bei ihm stellt sich allerdings die Frage, ob er nicht deshalb so ein Draufgänger ist, weil er Komplexe wegen seiner geringen Körpergröße hat.
Ganz liebe Grüße vom Robert


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BeitragVerfasst am: 13.09.2021 14:57    Titel: @Calvin Hobbs Antworten mit Zitat

Hallo Calvin,
danke für den link. Der ist ziemlich interessant und hilfreich. Merci!

Um zweimal das Wort türkis zu vermeiden, habe ich das erste türkis mit diesem Text ersetzt: „Sie verfügte über einen festen Händedruck. Vincent sah ihr tief in die Augen. Etwas magisch Anziehendes lag in der Farbe ihrer Iris und in der Art, wie das Mädchen die Form ihrer Augen mit einigen feinen  Lidstrichen zu betonen verstand. Er verlor sich geradezu in ihrem Anblick. Der Wagen fuhr ohnehin automatisch.“
Wie gefällt dir das?
Viele Grüße vom Robert


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Calvin Hobbs
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BeitragVerfasst am: 13.09.2021 20:07    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, klingt gut für mich.
MfG


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Robert Yves Vauxelle
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BeitragVerfasst am: 15.09.2021 16:05    Titel: @Selanna Antworten mit Zitat

Liebe Selanna,
auch wenn du manches falsch verstehst, bleibst du doch immer verständnisvoll. Das schätze ich so an dir und das rechne ich dir hoch an. Das nur schon mal als positiven Einstieg.

„Nur: Wenn ich Dein Buch kaufe, kaufe ich Dich ja nicht mit. Du sitzt abends nicht neben mir auf der Couch, wenn ich das Buch lese, und erklärst mir Stellen, die sich nicht selbst erklären.“
Das würde ich aber sehr gerne machen. : ) Noch dazu neben dir… und auf dem Sofa… : )
Dir zu Füssen liegen würde ich auch, würdest du mir nur mit deinen sarkastischen Fragen (ich mache nur Spaß) zeigen, wo noch etwas unverständlich formuliert ist – Du in einem strengen Lederkostüm, in Lackoverknees und mit einem Zeigestock, mit dem du mir eins überziehst, wenn ich zu frech werde… und das drei Wochen lang… – Ich verspreche auch, ganz, ganz frech zu sein. Cool

Zitat:
Vielleicht wird man dann auch etwas nachlässig, übereifrig oder urteilt vorschnell. […] Es kann nicht schaden, seine Kritik genau zu überprüfen. […] Das muss dich aber nicht davon abhalten, das Ergebnis am nächsten Tag nochmal zu überprüfen.

Wie gesagt: Das hier ist bloß mein Hobby. Es ist mir ehrlich seit meiner Anmeldung im dsfo Ende 2016 noch nie passiert, dass jemand sowas (und dann auch noch wiederholt) unter einen meiner Kommentare geschrieben hat. 
Das war doch schon mal ganz schön frech von mir, was? Aber im Ernst: Es war ja ein „Vielleicht“ vorangestellt, ob man vielleicht ein wenig abstumpft, wenn man immer wieder dasselbe „Geschwurbel“, wie du es nennst, lesen muss. Es war als Frage gemeint, mit der ich dir mein Verständnis vermitteln wollte. Es war lieb von mir gemeint und das mit dem Überprüfen ein gut gemeinter Rat, an den ich mich selbst halte. Eine Nacht das Ganze überschlafen und man bekommt oft ein ganz neues Verständnis von der Sache. Warum verstehst du mich „immer“ falsch? Seufz!

Zitat:
Ihr Kommentatoren solltet bedenken, dass wir in einem partnerschaftlichen Zeitalter leben und deshalb eure Entscheidungen/Kommentare etwas genauer begründen.

Ganz ehrlich? Man muss für jeden höflichen und konstruktiven Kommentar dankbar sein, denn hier hat jemand ein Fitzelchen seiner Zeit in einen fremden Text investiert. Wo sonst bekommt man sowas kostenlos? 
 
Das klingt ein wenig so wie: „friss, was du bekommst“. Aber wenn ich dir undankbar erschien, bitte ich beschämtest um Entschuldigung. Das bin ich nicht. Ich bin dir sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr dankbar. Wirklich. Und bitte, bitte, verstehe das folgende jetzt nicht falsch: Es ist hilfreich, Kommentare zu begründen. Du tust es ja sogar meist oder diskutierst sie mit mir. Aber FaithinClouds unterstreicht und streicht einfach im Text, ohne Kommentar und wenn man nachfragt, erhält man als Antwort, er hätte seine Meinung abgegeben und fertig. Aber auf deine Reaktion hin, man soll für jedes Fitzelchen Zeit dankbar sein, fällt mir folgender Vergleich ein, um zu zeigen, was es hilft, wenn einem Korrekturen nur so hingeworfen werden (und im Grunde solltest du dich gar nicht angesprochen fühlen, ich weiß gar nicht, was mich da geritten hat, aber ich hatte  ja auch geschrieben: ihr Kommentatoren, in der wahrscheinlich ohnehin falschen Annahme, dass hier überhaupt noch irgendein anderer Kommentator mitliest. – Ah, ein Grund könnte schon sein, dass du zu meinem Entsetzen deinen Austieg bekanntgegeben und mich über den wahren, konkreten Grund ne gute Woche lang im Unklaren gelassen hast. Aber das ist ja inzwischen abgehakt, oder?) Also nur auf deinen Satz hin, mit dem Fitzelchen und so: Wenn ich meinem Nachbarn zusage, seinen Garten zu bewässern, weil er für eine Woche ins Ausland muss o. ä., kann ich den Garten nicht nur ein bisschen bewässern, sonst gieße ich nach ein paar Hitzetagen nur noch vertrocknete Blumen. Aber wie gesagt, bitte nicht falsch verstehen – Du bist eine wunderbare und bezaubernde Gärtnerin und wenn ich einen Garten hätte, würde ich dir einen roten Teppich auslegen und dich einladen, mir die Freude zu machen, in ihm zu verweilen. Ich würde ihn auch selbst gießen und dich mit Rosenwasser besprenkeln und dir Kaffee servieren – das meine ich ganz im Ernst und ohne ein Fünkchen Ironie, nur vergnüglich.


„Ich habe Dich mit meinem letzten Kommentar getroffen, das tut mir leid. Ich wollte Dich weder verletzten noch Deinen Text herabwürdigen, es ist nur meine Meinung zum Text, von der ich im Forum immer hoffe, dass sie auch etwas Hilfreiches enthält. Natürlich ist Meinung per se subjektiv, aber Kränkung lag nie in meiner Absicht. Wirklich nicht.“


Ich weiß nicht genau, was du mit „letztem Kommentar“ meinst. Der letzte war ja deine detaillierte Korrektur, die ich sehr hilfreich und sachlich empfand.
„Aber wie Du siehst, hat meine intensivere Kritik Dich verletzt.“
Nein, dein herumdrucksen hat mich verwirrt. Erst die Durchgeknallte, dann der Stil usw. Die konkrete Aufstellung der Fehler nicht.
Was mich wirklich ein bisschen verletzt hat, waren diese Sätze:
„Weil Du mich mit der Machart der Szene als Leser verloren hast.
Für mich (subjektiv!) ist Dein Stil nichts, was aber nichts heißen muss.“

Aber es hat mich nur deshalb ein wenig verletzt oder besser: betrübt, weil du (und die Betonung liegt auf „du“) das geschrieben hast und ich dich nicht verlieren will.


Bestürzt dagegen hat mich dieser Kommentar: „Die Frau ist ja halb verrückt. Das ist doch kein Humor, das ist auch nicht witzig, die Frau ist völlig überspannt und durchgeknallt.“ -
Und darauf bezieht sich auch meine Bemerkung, die du hier unten, im Folgenden zitierst:
Zitat:
Deine Reaktion kommt mir so emotional vor. Was steckt nur dahinter?

Ja? Wo kommt sie Dir emotional vor? (=ehrliche, unironische Frage) Ich kam mir beim Schreiben nirgendwo emotional vor.


 
Das kam mir schon recht emotional vor, besonders, weil du geschrieben hattest, dass du an dieser Stelle ausgestiegen seist. Das konnte ich nicht verstehen. Deshalb gleich aussteigen? Nur wegen dieser kleinen Szene. Aber das ist ja inzwischen geklärt. Du findest, der gesamte Text sei „noch (subjektiv) nicht ausgereift.“
Aber was soll ich nun machen? Du sagst ja selbst, dass man nach einiger Zeit betriebsblind wird. Außerdem habe ich so gern mit dir über deine Anmerkungen, wie: „Und sie trägt jetzt drei Wochen lang das Lederkostüm?“ oder: „was macht Domi mit den 30 Männern, die ihr helfen wollen“ gelacht und diskutiert. Natürlich – vielleicht hast du es ja bei meinem letzten Eintrag vom 13.9. bemerkt, komme ich inzwischen auf einige Fehler selbst, weil ich den Text mit deinen Augen lese, allerdings erst, wenn ich ihn abgeschickt, also gepostet habe. Ich brauche ihn dann gar nicht zu lesen, sondern habe ihn vor Augen und plötzlich fallen mir die Fehler auf. Es ist fast so, als würdest du in dem Moment den Abschnitt lesen und mir die unausgereiften Stellen telepathisch mitteilen. So ist es natürlich wahrscheinlich nicht, aber vielleicht verstehst du, was ich meine.

„Nein. Ich find Dich nett.“ - Das freut mich. Immerhin etwas. Und ich dich ebenso. Das ist der Grund, weshalb ich dich nicht verlieren will.


„Sei vorsichtig damit. Wenn Du zu viel hier einstellst, kann es schwierig werden, noch eine Agentur oder einen Verlag zu finden, weil das Manuskript dann als teilveröffentlicht gelten könnte.“

Da mach dir mal keine Sorgen. Was ich eingestellt habe, ist insgesamt nur ein Bruchteil des Romans.


„Und als ich es verdeutlicht habe, warst Du stinksauer.“

Ich? Ehrlich? Ich weiß gar nicht, an welche Stelle du dabei denkst. Aber vielleicht bist du ja so einfühlsam, dass du es rausliest, obwohl ich doch gar keinen Ärger kundgetan habe. : )

Jetzt, heute am 14.9., nachdem ich eine Nacht darüber geschlafen habe (!), weiß ich womöglich, was du meinst. Du beziehst dich auf meinen ‚Goethe und Irving‘ Nicht-Anspruch. Aber das war doch nur als Einleitung auf meinen Hinweis gedacht, was ich tatsächlich bin/will, bzw. wo für mich der eigentliche Sinn der Geschichte liegt: Sie soll letztlich die Verbindung zwischen dem egozentrischen Verhalten der Menschheit (schon in Bereichen, wie in Beziehungen oder  im Alltag) und der nahenden Katastrophe (und mögliche Lösungsansätze, die auch im spirituellen Kapitel angedeutet werden) aufzeigen – verpackt in einer Story, die möglichst viele Leser anspricht, auch die, die normalerweise nicht viel lesen. Für dieses Engagement wollte ich dich damit gewinnen. Deshalb habe ich ja auch anschließend die „Frauenrechtszene“ und das Interview eingestellt.
Ich muss wohl doch lernen, wie John Irving zu schreiben. Der lässt wenigstens keine Missverständnisse zu, weil man einschläft, bevor er zur Sache kommt. (Das ist ein Scherz!)


der kleine, belgische Detektiv ‚Poirot‘ heißt und tatsächlich aus dem vorletzten Jahrhundert stammt,

„Es ging mir um die ausgelutschte Formulierung.“

Aber es ist ja eben keine Formulierung, sondern ein Zitat des Detektivs von A. Christie.


„Wenn Du im dsfo bleibst und fremde Texte kommentierst, kann es sein, dass Du irgendwann zu einer ähnlichen Einstellung kommst wie ich.“

Du hast ja (hoffentlich) meinen Kommentar zu deiner „Traumfrau“ gelesen und gesehen: ich bin ehrlich und dennoch ermutigend.


Du läufst Gefahr, den Eindruck zu erwecken, dich über den Autoren lustig zu machen und von oben herab zu kommentieren

„Das hat mir auch so noch nie jemand gesagt. Falls das bei Dir so ankam: Es tut mir leid, so war es nicht gemeint.“ –

Das meinte ich doch gar nicht so, sondern dass es bei irgendjemanden so wirken könnte. Du schreibst ja selbst, wie empfindlich manche reagieren, dass sie sogar nicht einmal mehr antworten.


„weil es darin um die Unterdrückung der Frauen geht und wie sie dagegen wehren könnten.“

„Ich habe mit dem Thema eigentlich kein Problem, da ist irgendwie ein Missverständnis zwischen uns entstanden.“ –

Nein, so hatte ich das auch nicht gemeint. Ich dachte nur, es würde dich allgemein interessieren, weil du…, na weil du eben eine Frau bist und vielleicht ja Solidarität für andere, unterdrückte Frauen empfindest. Und es ist ja so viel die Rede davon, dass Frauen unterdrückt, ungerecht bezahlt werden, nicht in den Vorstand dürfen usw. Auf dich bezogen wollte ich auf gar nichts anspielen. Dass du soweit zufrieden bist, hatte ich mir sogar schon gedacht.
Also, um ganz sicher zu gehen, dass du mich diesmal richtig verstehst: Mit deinen konkreten Beispielen hat sich jetzt alles geklärt. Alles ist gut. Mach dir keine Sorgen. Und ich würde mich sehr, sehr freuen, wenn du bei mir bleiben und mich weiterhin mit deinen witzig-kritischen Fragen löchern und auch konkrete Korrekturen am Stil vornehmen würdest. Einmal die Woche ein Abschnitt würde ja schon genügen. Ich bin gestern (inzwischen ist der 15.9.) mein erstes Kapitel nochmal durchgegangen, habe aber nichts gefunden, obwohl ich versucht habe, mit deinen Augen zu lesen. Es ist schwer, vielleicht lerne ich es ja mit der Zeit. Dazu kommt, dass ich den Text schon zu oft gelesen und korrigiert habe. Ich sehe die Fehler nicht mehr. Und du machst das soo gut und liebe- und humorvoll. Oder ich komme auch gerne zu dir und lese dir vor und du machst deine frechen Anmerkungen und wir trinken dabei Tee oder Kaffee, zwischendurch massiere ich deinen Rücken und bringe den Müll raus : P -  und wir machen uns eine schöne Zeit dabei. Oder ich kommentiere dafür deine Geschichten, falls dir mein Kommentar zu der „Traumfrau“ zugesagt hat, bzw. für dich hilfreich war. Was auch immer, Hauptsache, wir bleiben in Kontakt, es sei denn, du fühlst dich bedrängt, dann hat es natürlich keinen Sinn und Wert.   
Viele liebe Grüße, Robert


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