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"Das Ende"


 

 
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Jacobus R. Larularis
Abc-Schütze


Beiträge: 5



BeitragVerfasst am: 13/08/2017 01:43    Titel: "Das Ende" eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Hallöchen!

Normalerweise schreibe ich nur Fantasy, doch ich habe beschlossen, mich auch mal an etwas anderem zu versuchen. Ich habe noch keinen Titel für den Roman und bin als Genre-Neuling nicht unbedingt sicher, ob diesem Text irgendein Wert beizumessen ist. Dabei weiß ich auch nicht mal so genau, welchem Genre ich das zuordnen soll. Mit Blick auf die Gesamtplanung würde ich sagen, es ist eine Mischung aus Krimi und "was auch immer Fight Club für ein Genre sein mag", zumindest fühlt es sich so an.
Falls es totaler Schund ist, scheut euch nicht, das zu sagen, dann ziehe ich mich besser in meine Comfort-Zone zurück! smile

Grüße,
JRL


Dar letzte Tag

Als Cornelius beschloss, sich das Leben zu nehmen, änderte sich absolut gar nichts. Cornelius hatte erwartet, dass sein Kaffee ein bisschen mehr nach Kaffee schmeckte, doch es war die übliche Plörre, die träge aus seinem Automaten tropfte. Ein blasses Grau-in-Grau, wie alles andere auch. In sein Marmeladencrossaint hatte er ähnlich große Hoffnungen gelegt, doch schon beim ersten Bissen kam ihm wieder in den Sinn, nie ein Frühstücksmensch gewesen zu sein. Daran vermochte auch die Tatsache nichts zu ändern, dass dies seine letzte Gelegenheit dazu war.
Ein Blick auf die Armbanduhr. Noch zwanzig Minuten, bis der Bus fuhr. Cornelius hatte sich bereits geduscht und in Schale geworfen – ein schwarzer Anzug des oberen Preissegments, den er auch zuvor nur auf Beerdigungen angezogen hatte. Er korrigierte den Sitz des Krawattenknotens. Noch neunzehn Minuten. Er könnte die Zeit für etwas Besonderes nutzen, überlegte er, während er nicht das Geringste unternahm und sich irgendwann auf die Straße schleppte.
In der hintersten Sitzreihe der Linie 15 erwartete ihn auch keine Überraschung. Niemand sprach, schon gar nicht zu ihm. Die lokalen Nahverkehrsbetriebe hatten keine Mahnwache für ihn organisiert. Ab der fünften Haltestelle begannen die frisch rasierten Aktentaschengesichter, sich mit den Stehplätzen zu begnügen. Der Platz neben Cornelius war frei, doch niemand traute sich. Er ertappte sich dabei, absichtlich eine verdriesliche Miene aufzusetzen, und unterband den Impuls auf der Stelle.
„Endstation“. Cornelius stieg aus und trottete von der Bushaltestelle an zwielichtigen Lagervermietungen, Baustoffdepots und windigen Autohändlern vorbei, die obligatorischen, bunten Fähnchen kreuz und quer über die Ausstellungsfläche gespannt. Wie vergessene Dekorationsreste einer längst vergangenen Geburtstagsfeier.
Er übersprang jede dritte Gehwegplatte und grübelte darüber nach, ob er irgendwelche Zweifel hegte. Seine Wohnung hatte er gekündigt, seine Bankkonten aufgelöst und alle Ersparnisse an jene gemeinnützige Organisation gespendet, für die er arbeitete, was den ökonomischen Sinn davon torpedierte, sich die heutige Frühschicht anzutun. Er hatte Versicherungen und Abonnements aufgekündigt, Verträge für Telefon, Internet und Fernsehen gelöst, und ist kurzfristig der republikanischen Partei beigetreten, weil er wollte, dass einer von denen stirbt. Wenn ihm jetzt Zweifel kämen, müsste er all das revidieren. Zum Glück besaß er keine.
Sein Arbeitgeber hatte sich in der dritten Etage eines grauen Büroblock eingenistet. Im Stock darüber saß eine Firma namens „Wet Dreams Inc.“, ein Dienstleister für einsame Telefonieliebhaber. Darunter behauptete sich das Callcenter einer größeren Handelskette, die Bio-Babynahrung in aller Welt vertrieb.
Im Aufzug bilanzierte Cornelius, welchen Einfluss sein Tod auf die Arbeit hatte. Wie lange es dauerte, bis man ihn restlos ersetzt hatte. Er war Diplom-Psychologe. Davon gab es auf der Straße genug. Martin Leyham, sein Büro-Kubikel befand sich einige Reihen vor Cornelius‘, würde ihn bestimmt vermissen. Hin und wieder hatten sie sich in der kurzen Pause über Ekmans Publikationen über menschliche Emotionen unterhalten, die unter den Seelenklempnern als umstritten galten. Ein anderes mal wollte Leyham von seiner neuen Les Paul erzählen. Aus dem Kontext hatte Cornelius sich erschlossen, dass es sich dabei um eine Gitarre handeln musste, und war einigermaßen erstaunt darüber, dass das Gespräch scheinbar minutenlangen Sinn ergab, obwohl er die Neuanschaffung zunächst für ein Motorrad gehalten hatte, dem bloßen Wortklang nach. Ja, diese kleinen Gespräche würde Leyham bestimmt nicht missen wollen.
Die dritte Etage. Hier standen jedem Mitarbeiter genau drei-mal-drei Meter zu. Damit rangierte Cornelius in der Luxus-Klasse der Großraumbüro-Unterteilungen. Neun Quadratmeter, das gab einem das Gefühl von Wertschätzung, von herzlicher Willkommenheit; viel mehr jedenfalls, als die armen Vier-Quadratmeter-Schweine im Stock darunter sich erträumen durften.
Reihe C Spalte 15, ein bekannter Hinterkopf. „Guten Morgen, Leyham!“, sang Cornelius. Der Angesprochene rupfte das Headset vom Kopf, schwang den Drehstuhl herum und machte ein irritiertes Gesicht. „Guten Morgen, Herr ...“ – seine Augenbrauen verkrampften sich angestrengt, hoben sich dann weit. „Was ist denn? Wer sind Sie?“, stand nun auf seiner Stirn geschrieben. Cornelius ging wortlos weiter, hörte hinter sich, wie sich der Drehstuhl zurückstellte und Martin Leyham das Gespräch mit einer kurzen Entschuldigung wieder aufnahm. Das war ein wenig peinlich.
Reihe F Spalte 15. Von dieser Beschilderung abgesehen nicht von den anderen Schreibtischen zu unterscheiden. Mit einem Seufzen hing Cornelius den Herbstmantel an den Haken, warf sich auf seinen Sitz und bewegte die Computermaus, sodass sich der Bildschirm reaktivierte. Kannte er hier sonst noch jemanden? Ein paar Gesichter flimmerten ihm auf. Da war dieser eine Typ aus Reihe G, der zwei Monokel trug. Dan? War es Dan? Oder Stan? Verrückter Typ. Soll früher mal an einer Universität gelehrt haben.
Die Kopfhörer dämpften das Gebimmele und Gerede des Büros. Ein paar Tastenanschläge und Mausklicks, und auf dem Monitor öffnete sich die vertraute Eingabemaske, mit der stilisierten Lampe oben rechts in der Ecke. Sobald sie zu leuchten begann, drückte Cornelius die Entertaste, und er war mit seinem ersten Kunden verbunden.
„Ha ... Hallo?“, stotterte eine Frau am anderen Ende der Leitung. Verkehrslärm rieselte durch alle Frequenzen. Ein anstrengendes Gespräch würde das werden.
„Telefonseelsorge Kalifornien“, betete er routiniert. „Mein Name ist Cornelius. Wie lautet ihr Name?“
„Ich tue es!“, verstand er mit mittlerer Gewissheit, und meinte dabei, einen drohenden, aggressiven Unterton wahrzunehmen. „Ich springe!“
Dieses Zauberwort gewährte ihm die juristische Legitimität, das Telefon der Anruferin zu orten und die lokalen Rettungskräfte vollautomatisch zu alarmieren. Seine Aufgabe bestand nun im Wesentlichen darin, das Telefonat möglichst auszudehnen, damit Feuerwehr, Polizei oder wer sonst gerade Zeit hatte anrücken konnten. Derselbe farblose Plörre, die jeden Tag träge aus dem Automaten tropfte.
„Wie heißen Sie?“, fragte Cornelius erneut und wiederholte seinen eigenen Namen. „Ich bin in Sacramento, und Sie?“ – Los Angeles, lautete die Antwort, das stand unterdessen unten links auf dem Bildschirm.
„Ich weiß, was Sie vorhaben! Sie wollen mich überreden, es nicht zu tun! Aber ich springe! Ich werde springen!“
Cornelius presste die Lippen zusammen. „Natürlich will ich Sie überreden, es nicht zu tun, Sie dämliche Kuh! Sie haben doch angerufen, und nicht ich, verdammte Scheiße!“, wollte er brüllen, doch irgendwie wurde ein „Natürlich, ich verstehe“, daraus. So steht es nun mal im Skript. Fängt man an, Druck auszuüben, fühlt sich der Anrufer in die Enge gedrängt. Es ist wichtig, die Kontrolle über die Situation beim Anrufer zu belassen, und keine Imperative zu formulieren – auch keine impliziten. „Springen Sie nicht!“ ist genauso brauchbar wie „Beruhigen Sie sich!“.
Ein Blick auf die Uhr. Seine Schicht beginnt in sieben Minuten, er hatte zu früh angefangen. Sandra war eigentlich nicht sein Problem. Sandra Romanova, auf diesen Namen war das Handy registriert. Jetzt durfte er bloß nicht den Fehler machen, sie versehentlich beim Namen zu nennen, ehe sie ihn von sich aus preisgegeben hatte.
An 21 Uhr hatte er gedacht. Das war eine schöne Uhrzeit zum Sterben. Man ist noch nicht müde, aber auch nicht mehr richtig wach. Eine entspannte Uhrzeit, zu der man keine Störungen erwarten musste.
„Sind sie noch da?“, fragte Sandra aufgewühlt.
„Hm? Oh, ja, ja, natürlich.“
„Ich werde es jetzt tun!“ – Tuuuut.
Die Leitung war nun leer. Das Lampen-Icon am Bildschirmrand erloschen. Sandra hatte aufgelegt. Ob sie gesprungen war, würde Cornelius nicht erfahren. Vielleicht hat sie es sich anders überlegt. Vielleicht gab es einen Windstoß, der das Telefon von der Golden Gate Bridge in die Fluten beförderte. Oder Sandra, 19 Jahre alt, hatte sich mit ihren Freundinnen einen Scherzanruf erlaubt. Keine drei Sekunden war Sandra fort, bis der nächste Anruf in der Reihe stand.
Noch sechs Minuten bis Schichtbeginn. Mit den Zeigefingern tippte Cornelius den Rhythmus von „In the End“ auf der Schreibtischkante. „... but in the end, it doesn’t even matter ...“. Linkin Park. Eine alte, peinliche Liebe, mit der er nie ganz abschließen konnte. Auch nicht, nachdem sich der Sänger erhängt hatte. Angesichts der Songtexte war das für keinen Fan eine wirkliche Überraschung gewesen, und doch war der Absatz der Band in den Monaten nach Benningtons Tod um sechs Prozent gestiegen. Sein Opfer war also nicht ganz umsonst gewesen.
Ihm wurde langweilig. Viel zu sehen gab es in der dritten Etage nicht, also grübelte er über sein letztes Mittagessen nach. Chinesisch zum Mitnehmen, würde es wohl werden. Vor Geschmacksverstärkern musste er sich jetzt nicht mehr fürchten.
Sein Blick bleib am Bildschirm hängen, jedoch nicht auf der LCD-Fläche, sondern auf dem Gehäuse. Ein Sticker verriet Inventarnummer, letzte Wartungen und andere Kleinigkeiten. Daneben: Das Logo der Telefonseelsorge Kalifornien, mit Anschrift und Telefonnummer. Kurzentschlossen klemmte er sich das Headset wieder auf die Ohrmuscheln und begann seine eigene Nummer zu wählen.
„Telefonseelsorge Kalifornien, Martin Leyham! Mit wem spreche ich?“ – Panisch hämmerte Cornelius die Faust auf die Escape-Taste, riss sich die Kopfhörer ab und schleuderte sie auf den Tisch, als hätten sie ihm einen elektrischen Schlag verpasst.
Gott, das war peinlich! Was hatte er sich nur dabei gedacht? Wieso hatte er das getan? Cornelius hegte keine Zweifel!

Seine Schicht endete um vierzehn Uhr. Bis dahin hatte er drei oder vier Leben gerettet, zwei verloren, und beim Rest ließ sich das Resultat seiner Arbeit nicht mit Bestimmtheit sagen.
Bei Gong Pao Schnellimbiss („Wir setzen neue Maßstäbchen!“) orderte er Nummer 22 mit extra viel Glutamat.
„Nu-ma Zwa-hun-zwa-zi“, wiederholte der junge Küchenknabe.
„Mit extra viel Glutamat“, wiederholte Cornelius.
„Wah?“
„Glutamat! Kippen Sie ordentlich rein davon!“
Der Koch blickte sich um, als suchte er nach der versteckten Kamera. „Gu-ta-mah?“
„Jetzt hören Sie schon auf damit. Ich habe Sie heute morgen im Bus gesehen. Sie haben Shakespeare gelesen.“
Der Junge zögerte, nickte, und sprize einen flüchtigen Schuss schwarze Flüssigkeit in den Wok, die scheinheilig mit „Öl“ etikettiert war.
„Mehr!“, insistierte Cornelius. „Ich will, dass mir die Papillen auf der Zunge explodieren!“
„Mister, das ist furchtbar ungesund“, gestand der Koch betreten, hatte vor lauter Schreck gleich seinen Akzent vergessen.
Cornelius lächelte, glitt um die Theke herum, griff sich die Flasche und schüttete eigenhändig die gesamte Ladung in die Gemüse-Ei-Nudeln.
Der Koch wich eingeschüchtert in Deckung, scheinbar im Unklaren, ob es sich hierbei um einen Überfall handelte.
„Wie ist das Leben so als Küchenhilfe?“, fragte Cornelius, während er die Nummer 22 schwewnkte. „Was ist denn? Stört es Sie, dass ich Ihnen ein bisschen Arbeit abnehme?“
„Sie ... Sie sind verrückt! ... Mister!“
„Das Wort benutzt man in der klinischen Psychologie seit dem neunzehnten Jahrhundert nicht mehr.“ – Er angelte sich einen Styroporbehälter und füllte ihn mit seiner Glutamatsuppe ab – „Wobei ich auch nicht behaupten kann, dass Sie Unrecht hätten.“
„Sind Sie aus der Irrenanstalt abgehauen?“
Cornelius warf dem Koch einen belustigten Blick zu, den dieser offenbar als bedrohlich missverstand und sich entschuldigte.
„Ja, bin ich. Glauben Sie mir. Gerade eben. Mir gingen die Psychologen dort auf die Nerven. Nicht zum Aushalten.“
Nachdem er bezahlt und mit großer Geste ein absurdes Trinkgeld zurückgelassen hatte, setzte er sich an die nächste Bushaltestelle, probierte einen Plastiklöffel seines Fabrikats, befand es als ungenießbar und verfütterte es an den Mülleimer.
Im Grunde war er nun unverwundbar, überlegte er sich. Was auch immer er tat, er musste sich keinerlei Gedanken um die Konsequenzen machen. Er könnte den Präsidenten ermorden, das nötige Geschick vorausgesetzt. Er könnte sich augenblicklich, hier und jetzt, splitterfasernackt ausziehen und so tun, als wäre er ein Gorilla. Wer sollte ihn schon daran hindern, und mit welchen Mitteln? Er schob sich die Brille zurecht. Glücklicherweise stand ihm der Sinn überhaupt nicht danach, blankzuziehen. Und diese verdammten Gorillas mochte er auch noch nie. Cornelius hatte früher das Gruppenverhalten von Menschenaffen erforscht und erstaunlich viele Erkenntnisse auf den Menschen übertragen können. Das brachte ihm ein eher skeptisches Verhältnis gegenüber seiner eigenen Spezies, und einen Doktortitel summa cum laude ein. Plötzlich überkam ihn Lust auf eine Banane.

Gegen sechzehn Uhr hatte er beim Ordnungsamt Schulden in Höhe von 450 Dollar angesammelt, weil er in einem Zeitfenster von einer Stunde neunmal ein staatliches Blumenbeet betreten hatte, das mit „Betreten verboten“ ausgeschildert war. Wie oft er sich diesen quasi-terroristischen Akt des Vandalismus in seinen rebellischen Gewaltfantasien schon ausgemalt haben mochte, wusste er nicht mehr zu beziffern.
Die Strafzettel verteilte er auf dem Heimweg in diverse Briefkästen, stahl im Vorbeigehen einen Bund Bananen aus einer Warenauslage und trällerte dabei vor sich hin. „... tell me what the fuck is wrooooooong – with meeeeeeee? ... dudumm dududummm dudumm.“
Seine ausgesprochen gute Laune verflog jäh, als er sein bescheidenes Häuschen erreicht hatte. Er erinnerte sich daran, dass dort drinnen ein behelfsmäßig improvisierter Galgen auf ihn wartete. Sein Plan erfuhr einen plötzlichen Anflug von Ernsthaftigkeit, den er wie einen Schwarm Fliegen verscheuchte.
Er sperrte das Haus auf und fühlte sich dabei, als würde er in ein Museum einbrechen. Er hatte seine Bude tagelang auf Hochglanz poliert, wie man es aus Möbelkatalogen kannte. Doch dieses Bild wurde vermengt mit persönlichem Hab und Gut. Er malte sich aus, dass Geburtshäuser von wichtigen Persönlichkeiten einen ähnlichen Eindruck verursachen würden. Kalt und unwohnlich, aber doch als Wohnort erkennbar. Das Cornelius-Versi-Museum. Tja, wenn die Gesellschaft der nahen Zukunft unvorhersehbaren Wert auf Gorilla-Psychologie legt, wird daraus vielleicht noch etwas.
Ohne besonderen Grund schlenderte er in die Küche, wo er sich entschloss, verschiedene Sorten Rum zusammenzukippen, um zu sehen, ob das Resultat genießbarer werden würde als Nummer 22 mit extra Glutamat. Ein Wissenschaftler bleibt eben ein Wissenschaftler.
Mit gemischten Getränken und Gefühlen zog es ihn dann ins Wohnzimmer, wo über einen Balken das Seil baumelte.
„Noch drei Stunden bis einundzwanzig Uhr“, teilte er sich selbst mit. Er hatte die Uhrzeit auf dem Display der Musikanlage gesehen, versehentlich. Allmählich wollte er nicht mehr wissen, wie spät es schon war. Ihm wurde schlecht. Er drückte auf „Play“.
Der Rum schmeckte zu seiner Überraschung nicht übel. Er hatte absolut keinen Schimmer von Alkohol. Und auch jetzt trank er eigentlich nur, um das Klischee zu erfüllen. Mit der freien Hand stieß er die Schlinge an, ließ sie hin und her baumeln.
„… Filthy mouth, no excuse, find a new place to hang this noose, string me up from atop these roofs, knot it tight so I won't get loose…”
Er hatte sich das alles sehr gut überlegt. Es war kein Affekt. Zuerst war es ein diffuses Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmte, wenn er jemanden davon abbrachte, diesen Schritt zu gehen. Abertausende Male hatte er genau das getan, und mit jeder Runde fühlte er sich mehr wie ein Lügner. Was, wenn die Anrufer recht hatten?
Er genehmigte sich einen kräftigen Schluck. Mit der Zeit wurde es immer schwieriger, Gründe zu finden, morgens aufzustehen. Dann suchte er vergeblich Gründe, zu leben. Schon bald waren es Gründe, nicht zu sterben.
Für Selbstmord war er Experte, das brachte der Beruf mit sich. Möchte man sich erhängen, gibt es zwei grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten. Der sogenannte „Langfall“ hat sich im Justizwesen durchgesetzt. Dabei benutzt man ein besonders langes Seil, welches einen besonders tiefen Sturz ermöglicht, ehe sich die Schlinge zuzieht. Dabei bricht das Genick, was zum sofortigen Hirntod führt. Der klinische Tod setzt eine vierten Stunde später ein.
Der „Kurzfall“ ist der weniger humane aber bekanntere Zwillingsbruder. Die Todesursache ist aber auch hier nicht das Ersticken. Das Seil ist in dieser Variante zu kurz, um auf einen Genickbruch zu hoffen. Das Seil drückt stattdessen die Halsschlagader ab, was die Blutversorgung des Gehirns abbindet und eine Ohnmacht herbeiführt. Nach einer Weile resultiert das ebenfalls im Hirntod.
Cornelius leerte das Glas. Einen Langfall gab die niedrige Zimmerdecke einfach nicht her, also musste er mit dem langsamen Abkratzen vorlieb nehmen. Er hatte mit zig tausend Menschen geredet, kurz bevor sie den Hocker umstießen. Tausende. Wieso sollte ihm, als Experten, jetzt die Muffe gehen? Das wäre albern.
Außerdem blieb ihm noch ewig Zeit.

Das Crossaint, welches er am Morgen nicht essen wollte, warf einen unschönen Schatten auf das sonst makellose Haus, weshalb er sich zwang, das vertrocknete Ding doch noch herunterzuwürgen. Dabei überlegte er sich, dass es doch ganz sinnvoll sei, den ganzen restlichen Rum zu trinken, ehe man ihn noch in einem Haus vorfände, in dem drei beinahe leere Alkoholflaschen herumstanden, wie bei einem verdammten Alkoholiker. Er wollte nicht, dass man seinen Tod für Anti-Drogen-Kampagnen missbrauchte, weshalb er auch noch schnell das restliche Gras wegrauchte, das er im Teefach versteckte. Etwas benommen löschte er noch den Suchverlauf seines Internetbrowsers, denn man weiß ja nie. Das führte zum Gedanken, er könne die restliche Zeit doch nutzen, um noch einmal ... Aber nein, er hatte bereits das Internet abbestellt. Ärgerlich.
Ihm fiel Paul Ekman ein, und seine psychologischen Thesen zum Thema Pornographie. Oder, war das überhaupt Ekman? Er wusste es nicht mehr genau. Und Les Paul! Benutzte Linkin Park wohl Les Paul Gitarren? Er wollte es schnell googeln, aber: Kein Internet. So ein Mist, das hätte er nun wirklich gern gewusst. Oder ... waren das nicht Motorräder? Falls ja: Was sollte eine Rockband mit Motorrädern anfangen? Was ist eigentlich mit den Bananen geschehen, die er vorhin geklaut hatte? Das ergab doch alles keinen Sinn! ...

Das Handy klingelte. Cornelius klappte es auf, hob es sich ans Ohr und sprach: „Seelsorge Kalifornien, hier ist ... Nee, Quatsch, keine Seelsorge, einfach nur Cornelius Versi ...“ – das Telefon klingelte erneut, direkt in seinen Gehörgang hinein. Er wollte auf das Display schauen, doch seine Pupillen brauchten eine Weile, um es scharfzustellen. „Wecker. 21 Uhr. Benutzernotiz: Einen guten Rutsch!“
Ruckartig sprang Cornelius auf und wünschte sofort, er hätte es nicht getan. Ein schmerzvoller Paukenschlag ruckelte durch sein Gehirn. Oh Gott, was hatte er getan? ... Richtig, gesoffen, und gekifft.
Er vergewisserte sich, dass er sich nicht verlesen hatte. 21 Uhr, tatsächlich. Er muss mitten auf dem Wohnzimmerparkett eingeschlafen sein. Seine Krawatte hatte sich mit Speichen vollgesogen; er wischte sich mit ihrer Rückseite die Wange ab.
Es war soweit.

Weitere Werke von Jacobus R. Larularis:


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Jenny
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BeitragVerfasst am: 13/08/2017 09:31    Titel: Antworten mit Zitat

Hui, das ist ein krasser Text. Sprachlich fand ich ihn gut und überwiegend flüssig zu lesen, könnte da grad keine konkreten Anmerkungen machen, inhaltlich bedrückend aber gut geschrieben. Insgesamt gefällt er mir und dein Ausflug in fremde Gefilde hat sich meiner Meinung nach "gelohnt".

Du hast nur noch ein paar Rechtschreib- bzw. Tippfehler drin:
Marmeladencrossaint -> Marmeladencroissant
verdrieslich -> verdrießlich
schwewnkte -> schwenkte
Crossaint -> Croissant
Speichen -> Speichel

Schöne Grüße und danke für dieses Leseerlebnis,
Jenny


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BeitragVerfasst am: 13/08/2017 17:02    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Larularis,

nein, kein Schund, nicht mal ein bisschen.
Die verzweifelte Suche nach dem passenden Genre kenne ich. Das bedeutet nicht, dass sie deswegen einen Mangel hätte. Deine Geschichte - die psychotherapeutische Variante eines Priester, der seinen Glauben verloren hat - ist konsequent zu Ende erzählt. Ich bin auf jeden Fall neugierig auf den Film "Fight Club" geworden, den ich noch nicht kenne. "Das Ende" hat mir -
 darf ich es Spaß nennen? - gemacht.

Und noch zwei Fragen:
Ich habe nicht verstanden, wie die Beetszene zu verstehen ist, hat er "wirklich" Knöllchen gekriegt?
Wie kommst du nur auf "Speichen"?


LG host


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gold
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BeitragVerfasst am: 13/08/2017 20:17    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Larularis,

 Shocked deine Schreibe Shocked

klasse! Hat mich bestens unterhalten. high quality. Und der Beitritt bei den Republikanern ist eine deiner gelungenen Spitzen, die mir ausnahmslos gefallen.


Zitat:
und ist kurzfristig der republikanischen Partei beigetreten, weil er wollte, dass einer von denen stirbt.


muss m.E. "war" heißen.

Lg gold
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misterdoogalooga
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BeitragVerfasst am: 14/08/2017 09:58    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Jacobus,

gut geschriebene Geschichte. Hab sie gerne gelesen. Vom Genre würde ich sie weder als Krimi noch Thriller, eher als „schwarze Komödie“ sehen, weil richtig ernst nehmen, kann man Cornelius ja nicht und seine Gedanken sind teilweise wunderbar schräg.
Manche Ansätze hätten tolles Potenzial für dieses Genre – wie etwa die Glutomat-Szene. Da wären noch etliche mehr, aber die werden in dieser Version noch nicht vollends ausgenutzt – wie etwa der Anruf bei seinen eigenen Kollegen. Hier hätte ich mich echt auf einen originellen Dialog zwischen den zwei Psychologen gefreut – etwa, wenn Cornelius die Stimme verstellt und sich von Leyham überzeugen lässt, dass Aufhängen die wohl bekloppteste Möglichkeit des Suizids ist, oder dass ihn der Kollege womöglich insgeheim in seinen Selbstmordgedanken bestärkt… oder so…

Hm, am schwierigsten getan habe ich mir, Cornelius überhaupt als Psychologen zu sehen. Der kommt von seinen Gedanken, Reflektionen, usw. absolut nicht wie ein ausgebildeter Seelendoktor rüber, eher wie einer, der in seiner Karriere maximal Erfahrungen beim Telefonmarketing gesammelt hat. Vielleicht hat sich der seinen Titel ergaunert? Ich jedenfalls kann ihm zumindest nicht abnehmen, wie er den Anrufern gedanklich gegenübertritt und denke mir, ein Psychologe wäre da schon viel zu routiniert und abgebrüht, als dass ihm bei den Worten „Ich tu‘s, ich bring mich um“, die Gedanken: „na, dann spring schon, du dumme Sau“, kommen…

Ansonsten aber eine witzige Geschichte, bei der ich wissen möchte, wie’s weitergeht…


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BeitragVerfasst am: 14/08/2017 15:29    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Jacobus R. Larularis,

ein starker erster Satz und es wird nicht schwächer. Einige Rechtschreibfehler sind noch drin, aber der Prota ist zu gut, als dass ich da in Kleinigkeiten picken wollte.
Genre? "Dramödie" (nicht ernst gemeint),
bin gespannt, wie es weitergeht,
viele Grüße
Piratin


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Jacobus R. Larularis
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Beiträge: 5



BeitragVerfasst am: 14/08/2017 23:42    Titel: 2.0 pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo zusammen! Vielen Dank für das Feedback. Habe die Anmerkungen eingearbeitet und dem ganzen ein bisschen Polishing verpasst. Cool




Das Ende

Als Dr. Cornelius Versi den Entschluss fasste, sich das Leben zu nehmen, änderte sich rein gar nichts. Er hatte erwartet, dass sein Kaffee ein bisschen mehr nach Kaffee schmeckte, doch es war die übliche Plörre, die träge aus seinem Automaten tropfte. Ein blasses Grau-in-Grau, wie alles andere auch. In sein Marmeladencroissant hatte er ähnlich große Hoffnungen gelegt, doch schon beim ersten Bissen kam ihm wieder in den Sinn, nie ein Frühstücksmensch gewesen zu sein. Daran vermochte auch die Tatsache nichts zu ändern, dass dies seine letzte Gelegenheit dazu war. Also überließ er seine Henkersmahlzeit den Eintagsfliegen. Das war fair, denn auch die würden heute noch sterben.
Ein Blick auf die Armbanduhr. Noch zwanzig Minuten, bis sein Bus fuhr. Cornelius hatte sich bereits geduscht und in Schale geworfen – ein schwarzer Anzug des bourgeoisen Preissegments, den er auch bisher nur auf Beerdigungen angezogen hatte. Er korrigierte den Sitz des Krawattenknotens, zog ihn ein bisschen enger. Um sich einzustimmen. Noch neunzehn Minuten. Er könnte die Zeit für etwas Besonderes nutzen, überlegte er, während er nicht das Geringste unternahm und sich irgendwann auf die Straße schleppte.
In der hintersten Sitzreihe der Linie 15 erwartete ihn auch keine Überraschung. Niemand sprach, schon gar nicht zu ihm. Die lokalen Nahverkehrsbetriebe hatten keine Mahnwache für ihn organisiert, und für das Ticket hatten die üblichen zwei Dollar ihren Besitzer gewechselt.
Cornelius starrte aus dem Fenster, bis es ihm zu melodramatisch vorkam. Dann studierte er die geschmierten Aphorismen in den Rückenlehnen der vorderen Sitzgruppe. „Fuck you!“ – mit diesen Worten hatte irgendjemand sein literarisches Grandeur für die Ewigkeit fixiert. Cornelius machte eine rüde Geste; der Sitzrücken schien unbeeindruckt.
Ab der fünften Haltestelle nötigte der Berufsverkehr die frisch rasierten Aktentaschengesichter an die Stehplätze. Der Platz neben Cornelius blieb bis zur letzten Haltestelle frei.
„Janet Boulevard. Endstation“. Cornelius schob sich aus der Tür und trottete von der Bushaltestelle an zwielichtigen Lagervermietungen, Baustoffdepots und windigen Autohändlern vorbei, die obligatorischen, bunten Fähnchen kreuz und quer über die Ausstellungsfläche gespannt. Wie vergessene Dekorationsreste einer längst vergangenen Geburtstagsfeier.
Er übersprang jede dritte Gehwegplatte und grübelte darüber nach, ob er irgendwelche Zweifel hegte. Seine Wohnung hatte er gekündigt, seine Bankkonten aufgelöst und alle Ersparnisse an jene gemeinnützige Organisation gespendet, für die er arbeitete, was den ökonomischen Sinn davon torpedierte, sich die heutige Frühschicht anzutun. Er hatte Versicherungen und Abonnements aufgekündigt, Verträge für Telefon, Internet und Fernsehen gelöst, und war kurzfristig der republikanischen Partei beigetreten, weil er wollte, dass einer von denen starb. Wenn ihm jetzt Zweifel kämen, müsste er all das revidieren. Zum Glück besaß er keine.
Sein Arbeitgeber hatte sich in der dritten Etage eines grauen Büroblock eingenistet. Im Stock darüber saß eine Firma namens „Wet Dreams Inc.“, ein Dienstleister für einsame Telefonieliebhaber. Darunter behauptete sich das Callcenter einer größeren Handelskette, die Bio-Babynahrung in aller Welt vertrieb.
Im Aufzug bilanzierte Cornelius, welchen Einfluss sein Tod auf die Arbeit hatte. Wie lange es dauerte, bis man ihn restlos ersetzt hatte. Er war Diplom-Psychologe. Davon gab es auf der Straße genug. Wenn man sich ins Sozialamt stellte und einen Stein blind in irgendeine Richtung warf, traf man mindestens fünf von denen.
Martin Leyham, sein Büro-Kubikel befand sich einige Reihen vor Cornelius‘, würde ihn bestimmt vermissen. Hin und wieder hatten sie sich in der kurzen Pause über Ekmans Publikationen über menschliche Emotionen unterhalten, die unter den Seelenklempnern als umstritten galten. Ein anderes mal wollte Leyham von seiner neuen Les Paul erzählen. Aus dem Kontext hatte Cornelius sich erschlossen, dass es sich dabei um eine Gitarre handeln musste, und war einigermaßen erstaunt darüber, dass das Gespräch scheinbar minutenlangen Sinn ergab, obwohl er die Neuanschaffung zunächst für ein Motorrad gehalten hatte, dem bloßen Wortklang nach. Ja, diese kleinen Gespräche würde Leyham bestimmt nicht missen wollen.
Die dritte Etage. Hier standen jedem Mitarbeiter genau drei-mal-drei Meter zu. Damit rangierte Cornelius in der Luxus-Klasse der Großraumbüro-Unterteilungen. Neun Quadratmeter, das gab einem das Gefühl von Wertschätzung, von herzlicher Willkommenheit; viel mehr jedenfalls, als sich die armen Vier-Quadratmeter-Schweine im Stock darunter erträumen durften. Dazu kamen Plastikpalmen, die einen quasi an den Urlaubsstrand versetzten, ein vollautomatisiertes Duftspray-System, welches den Mangel an Sauerstoff beinahe restlos kaschierte, und das gewerkschaftlich hart erkämpfte Recht jedes Mitarbeiters, wahlweise ein Bild oder eine echte Pflanze auf den jeweiligen Schreibtisch zu stellen. Wohlfühl-Atmosphäre.
Reihe C Spalte 15, ein bekannter Hinterkopf. „Guten Morgen, Leyham!“, sang Cornelius. Der Angesprochene rupfte das Headset vom Kopf, schwang den Drehstuhl herum und machte ein irritiertes Gesicht. „Guten Morgen, Herr ...“ – seine Augenbrauen verkrampften sich angestrengt, hoben sich dann weit. „Was ist denn? Wer sind Sie?“, stand nun auf seiner Stirn geschrieben.
„Ich …“ Er zögerte. „Was macht die Les Paul?“
„Die was? Die habe ich vor zwei Jahren verkauft und … Hören Sie, ich bin gerade in einem Gespräch, Herr … Ähm …“
Cornelius winkte ab und zog wortlos weiter, hörte, wie sich der Drehstuhl zurückstellte und Martin Leyham das Telefonat mit einer kurzen Entschuldigung wieder aufnahm.
Puh. Das war ein wenig peinlich.
Reihe F Spalte 15, irgendwo im Stellwandmeer. Cornelius hatte von seinem Bild-oder-Zimmerpflanze-Recht nie Gebrauch gemacht, obwohl das Thema die Belegschaft über Monate hinweg in einen quasi-religiösen Glaubenskrieg polarisiert hatte. Die Demokratie wurde vielerorts unter geringerem Blutvergießen erkämpft.
Mit einem Seufzen hing Cornelius den Herbstmantel an den Haken, warf sich auf seinen Sitz und bewegte die Computermaus, sodass sich der Bildschirm reaktivierte.
Kannte er hier sonst noch jemanden? Ein paar Gesichter flimmerten ihm auf. Da war dieser eine Typ aus Reihe G, der zwei Monokel trug. Dan, womöglich? War es Dan? Oder Stan? Verrückter Typ. Soll früher mal an einer Universität gelehrt haben.
Die Kopfhörer dämpften das hektische Gebimmele und Gerede des Großraumbüros. Ein paar Tastenanschläge und Mausklicks, und auf dem Monitor öffnete sich die vertraute Eingabemaske, mit der stilisierten Lampe oben rechts in der Ecke. Sobald sie zu leuchten begann, drückte Cornelius die Entertaste, und er war mit seinem ersten Kunden verbunden.
„Ha ... Hallo?“, stotterte eine Frau am anderen Ende der Leitung. Verkehrslärm rieselte durch alle Frequenzen. Ein anstrengendes Gespräch würde das werden.
„Telefonseelsorge Kalifornien“, betete er routiniert. „Mein Name ist Cornelius. Wie lautet ihr Name?“
„Ich tue es!“, verstand er mit mittlerer Gewissheit, und meinte dabei, einen drohenden, aggressiven Unterton wahrzunehmen. „Ich springe!“
Dieses Zauberwort gewährte ihm die juristische Legitimität, das Telefon der Anruferin zu orten und die lokalen Rettungskräfte vollautomatisch zu alarmieren. Seine Aufgabe bestand nun im Wesentlichen darin, das Telefonat möglichst auszudehnen, damit Feuerwehr, Polizei oder wer sonst gerade Zeit und Lust hatte, anrücken konnten. Dieselbe farblose Plörre, die jeden Tag träge aus dem Automaten tropfte.
„Wie heißen Sie?“, fragte Cornelius erneut und wiederholte seinen eigenen Namen. „Ich bin in Sacramento, und Sie?“ – Los Angeles, lautete die Antwort, das stand unterdessen unten links auf dem Bildschirm.
„Ich weiß, was Sie vorhaben! Sie wollen mich überreden, es nicht zu tun! Aber ich springe! Ich werde springen!“
Cornelius presste die Lippen zusammen. „Natürlich will ich Sie überreden, es nicht zu tun, Sie dämliche Kuh! Sie haben doch angerufen, und nicht ich, verdammte Scheiße!“, wollte er brüllen, doch irgendwie wurde ein „Natürlich, ich verstehe“, daraus. So stand es nun mal im Skript. Fing man an, Druck auszuüben, fühlte sich der Anrufer in die Enge gedrängt. Es war daher wichtig, die Kontrolle über die Situation beim Anrufer zu belassen, und keine Imperative zu formulieren – auch keine impliziten. „Springen Sie nicht!“ war so zielführend wie „Beruhigen Sie sich!“.
Ein Blick auf die Uhr. Seine Schicht begann in sieben Minuten, er hatte zu früh angefangen. Sandra war eigentlich nicht sein Problem. Sandra Romanova, auf diesen Namen war das Handy registriert. Jetzt durfte er bloß nicht den Fehler machen, sie versehentlich beim Namen zu nennen, ehe sie ihn von sich aus preisgegeben hatte.
An 21 Uhr hatte er gedacht. Das war eine schöne Uhrzeit zum Sterben. Man ist noch nicht müde, aber auch nicht mehr richtig wach. Eine entspannte Uhrzeit, zu der man keine Störungen erwarten musste.
„Sind sie noch da?“, fragte Sandra aufgewühlt.
„Hm? Oh, ja, ja, natürlich.“
„Ich werde es jetzt tun!“ – Tuuuut.
Der Verkehrslärm verhallte. Seine Leitung war frei. Das Lampen-Icon am Bildschirmrand erloschen. Sandra hatte aufgelegt. Ob sie gesprungen war, würde Cornelius nicht erfahren. Vielleicht hat sie es sich anders überlegt. Vielleicht gab es einen Windstoß, der das Telefon von der Golden Gate Bridge in die Fluten beförderte. Oder Sandra, 19 Jahre alt, hatte sich mit ihren Freundinnen einen Scherzanruf erlaubt. Keine drei Sekunden war Sandra fort, bis der nächste Anruf in der Reihe stand.
Noch sechs Minuten bis Schichtbeginn. Mit den Zeigefingern tippte Cornelius den Rhythmus von „In the End“ auf der Schreibtischkante. „... but in the end, it doesn’t even matter ...“. Linkin Park. Eine alte, peinliche Liebe, mit der er nie ganz abschließen konnte. Auch nicht, nachdem sich der Sänger erhängt hatte. Angesichts der Songtexte war das für keinen Fan eine wirkliche Überraschung gewesen, und doch katapultierte Benningtons Tod den Absatz wochenlang um sechs Prozent in die Höhe. Sein Opfer war also nicht ganz umsonst gewesen.
Ihm wurde langweilig. Viel zu sehen gab es in der dritten Etage nicht, also grübelte er über sein letztes Mittagessen nach. Chinesisch zum Mitnehmen, das würde es wohl werden. Vor Geschmacksverstärkern musste er sich jetzt nicht mehr fürchten.
Sein Blick bleib am Röhrenmonitor hängen, den selbst ein Technik-Banause wie er zweifelsfrei als veraltet diagnostizieren konnte. Bereit zur Notschlachtung. Doch sein Interesse galt nicht den leuchtenden Ioden, sondern dem Gehäuse. Ein Sticker verriet Inventarnummer, letzte Wartungen und andere Kleinigkeiten. Daneben: Das Logo der Telefonseelsorge Kalifornien, mit Anschrift und … Telefonnummer. Hm. Wieso eigentlich nicht? Für Leute wie ihn gab es diese Nummer doch, oder? Kurzentschlossen klemmte er sich das Headset wieder auf die Ohrmuscheln und begann, seine eigene Nummer zu wählen.
Meeresrauschen und eine sanfte Melodie spielte ihm ins Ohr. Es dauerte beinahe zwei Minuten, bevor er durchgestellt wurde.
„Telefonseelsorge Kalifornien, Martin Leyham! Mit wem spreche ich?“ – Panisch hämmerte Cornelius die Faust auf seine Escape-Taste, riss sich die Kopfhörer ab und schleuderte sie quer über den Tisch, als hätten sie ihm einen elektrischen Schlag verpasst.
Stoßatmung. Gott, das war peinlich! Was hatte er sich nur dabei gedacht? Wieso hatte er das getan? Er hegte keine Zweifel!

Seine Schicht endete um sechzehn Uhr. Bis dahin hatte er drei Leben gerettet, zwei verloren, und beim Rest ließ sich das Resultat seiner Arbeit nicht mit Bestimmtheit sagen. Er hatte seinen Tisch abgewischt, den Desktophintergrund auf diese penetrant-grünen Hügel zurückgesetzt und seinen Mülleimer ausgeleert. Bereit für den Nachfolger.
Bei Gong Pao Schnellimbiss („Wir setzen neue Maßstäbchen!“) orderte er Nummer 22 mit extra viel Glutamat.
„Nu-ma Zwa-hun-zwa-zi“, wiederholte der junge Küchenknabe.
„Mit extra viel Glutamat“, wiederholte Cornelius.
„Wah?“
„Glutamat! Kippen Sie ordentlich rein davon!“
Der Koch blickte sich um, als suchte er nach der versteckten Kamera. „Gu-ta-mah?“
„Jetzt hören Sie schon auf damit. Ich habe Sie heute morgen im Bus gesehen. Sie haben Shakespeare gelesen.“
Der Junge zögerte, nickte, und sprize einen flüchtigen Schuss schwarze Flüssigkeit in den Wok, die scheinheilig mit „Öl“ etikettiert war.
„Mehr!“, insistierte Cornelius. „Ich will, dass mir die Papillen auf der Zunge explodieren!“
„Mister, das ist furchtbar ungesund“, gestand der Koch betreten, hatte vor lauter Schreck gleich seinen Akzent vergessen.
Cornelius lächelte, glitt um die Theke herum, griff sich die Flasche und schüttete eigenhändig die gesamte Ladung in die Gemüse-Ei-Nudeln.
Der Koch wich eingeschüchtert in Deckung, scheinbar im Unklaren, ob es sich hierbei um einen Überfall handelte.
„Wie ist das Leben so als Küchenhilfe?“, fragte Cornelius, während er die Nummer 22 schwenkte. „Was ist denn? Stört es Sie, dass ich Ihnen ein bisschen Arbeit abnehme?“
„Sie ... Sie sind verrückt! ... Mister!“
„Das Wort benutzt man in der klinischen Psychologie seit dem neunzehnten Jahrhundert nicht mehr.“ – Er angelte sich einen Styroporbehälter und füllte ihn mit seiner Glutamatsuppe ab – „Wobei ich auch nicht behaupten kann, dass Sie Unrecht hätten.“
„Sind Sie aus der Irrenanstalt abgehauen?“
Cornelius warf dem Koch einen belustigten Blick zu. „Ja, bin ich. Glauben Sie mir. Gerade eben. Mir gingen die Psychologen dort auf die Nerven. Nicht zum Aushalten.“
Nachdem er bezahlt und mit großer Geste ein absurdes Trinkgeld zurückgelassen hatte, setzte er sich an die nächste Bushaltestelle, probierte einen Plastiklöffel seines Fabrikats, befand es als ungenießbar und verfütterte es an den Mülleimer.
Im Grunde war er nun unverwundbar, überlegte er sich. Was auch immer er tat, er musste sich keinerlei Gedanken um die Konsequenzen machen. Er könnte den Präsidenten ermorden, das nötige Geschick vorausgesetzt. Er könnte sich augenblicklich, hier und jetzt, splitterfasernackt ausziehen und so tun, als wäre er ein Gorilla. Wer sollte ihn schon daran hindern, und mit welchen Mitteln? Er schob sich die Brille zurecht. Glücklicherweise stand ihm der Sinn überhaupt nicht danach, blankzuziehen. Und diese verdammten Gorillas mochte er auch noch nie. Cornelius hatte früher das Gruppenverhalten von Menschenaffen erforscht und erstaunlich viele Erkenntnisse auf den Menschen übertragen können. Das brachte ihm ein eher skeptisches Verhältnis gegenüber seiner eigenen Spezies, und einen Doktortitel summa cum laude ein. Plötzlich überkam ihn Lust auf eine Banane.

Gegen achtzehn Uhr hatte er beim Ordnungsamt Schulden in Höhe von 450 Dollar angesammelt, weil er neunmal ein staatliches Blumenbeet betreten hatte, das mit „Betreten verboten“ ausgeschildert war. Wie oft er sich diesen quasi-terroristischen Akt des Vandalismus in seinen rebellischen Gewaltfantasien schon ausgemalt haben mochte, wusste er nicht mehr zu beziffern.
Die Strafbescheide verteilte er auf dem Heimweg in diverse Briefkästen, stahl im Vorbeigehen einen Bund Bananen aus einer Warenauslage und trällerte dabei vor sich hin. „... tell me what the fuck is wrooooooong – with meeeeeeee? ... dudumm dududummm dudumm.“
Seine ausgesprochen gute Laune verflog erst, als er sein bescheidenes Häuschen erreicht hatte. Ihm dämmerte vage, dass dort drinnen ein behelfsmäßig improvisierter Galgen auf ihn wartete. Sein Plan erfuhr einen plötzlichen Anflug von Ernsthaftigkeit, den er wie einen Schwarm Fliegen verscheuchte.
Er sperrte die Tür auf und fühlte sich dabei, als würde er in ein Museum einbrechen. Er hatte seine Bude tagelang auf Hochglanz poliert, nun wohnte er in einem Möbelkatalog. Er malte sich aus, dass Geburtshäuser von wichtigen Persönlichkeiten ähnlich hergerichtet wurden, ehe man sie als Museum verwertete. Das Cornelius-Versi-Museum. Tja, wenn die Gesellschaft der nahen Zukunft unvorhergesehenen Wert auf Gorilla-Psychologie legte, würde daraus vielleicht noch etwas.
Ohne besonderen Grund schlenderte er in die Küche, wo er verschiedene Sorten Rum zusammenzukippte, um zu sehen, ob das Resultat genießbarer werden würde als Nummer 22 mit extra Glutamat. Ein Wissenschaftler blieb eben ein Wissenschaftler.
Mit gemischten Getränken und Gefühlen zog es ihn dann ins Wohnzimmer, wo über einem Querbalken das Seil baumelte.
„Noch zwei Stunden bis einundzwanzig Uhr“, teilte er sich selbst mit. Er hatte die Uhrzeit auf dem Display der Musikanlage gesehen, versehentlich. Allmählich wollte er nicht mehr wissen, wie spät es schon war. Ihm wurde schlecht. Er drückte auf „Play“.
Der Rum schmeckte zu seiner Überraschung nicht übel. Er hatte absolut keinen Schimmer von Alkohol. Und auch jetzt trank er eigentlich nur, um das Klischee zu erfüllen. Mit der freien Hand stieß er die Schlinge an, ließ sie hin und her baumeln.
„… Filthy mouth, no excuse, find a new place to hang this noose, string me up from atop these roofs, knot it tight so I won't get loose…”
Er hatte sich das alles sehr gut überlegt. Es war kein Affekt. Zuerst war es ein diffuses Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmte, wenn er jemanden davon abbrachte, diesen Schritt zu gehen. Abertausende Male hatte er genau das getan, und mit jeder Runde fühlte er sich mehr wie ein Lügner. Was, wenn die Anrufer recht hatten? Mit der Zeit wurde es immer schwieriger, Gründe zu finden, morgens aufzustehen. Dann suchte er vergeblich Gründe, zu leben. Schon bald waren es Gründe, nicht zu sterben.
Er genehmigte sich einen kräftigen Schluck.
Für Selbstmord war er Experte, das brachte der Beruf mit sich. Wollte man sich erhängen, gab es zwei grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten. Der sogenannte „Langfall“ hatte sich im Justizwesen durchgesetzt. Dabei benutzte man einen besonders langen Strick, welches einen besonders tiefen Sturz ermöglicht, ehe sich die Schlinge zuzog. Dabei brach das Genick, was zum sofortigen Hirntod führte. Der klinische Tod setzte eine viertel Stunde später ein.
Der „Kurzfall“ war der weniger humane aber bekanntere Zwillingsbruder. Die Todesursache ist aber auch hier nicht das Ersticken. Der Sturz war in dieser Variante zu kurz, um auf einen Genickbruch zu hoffen. Der Strang drückte stattdessen die Halsschlagader ab, was die Blutversorgung des Gehirns unterbrach und eine Ohnmacht herbeiführte. Nach einer Weile resultierte das ebenfalls im Hirntod.
Cornelius leerte das Glas. Einen Langfall gab die niedrige Zimmerdecke einfach nicht her. Also musste er mit dem langsamen Abkratzen Vorlieb nehmen. Er hatte mit zig tausend Menschen geredet, kurz bevor sie den Hocker umstießen. Tausende. Wieso sollte ihm, als Experten, jetzt die Muffe gehen? Das wäre albern.
Außerdem blieb ihm noch ewig Zeit.
Das Croissant, welches er morgens nicht essen wollte, warf einen unschönen Schatten auf das sonst makellose Haus. Er schleuderte das vertrocknete Ding aus dem Fenster, es landete in der Vogeltränke seines Nachbarn.
Weil er nicht wollte, dass man seinen Tod für Anti-Drogen-Kampagnen missbrauchte, schleuderte er noch schnell das restliche Gras, das er im Teefach versteckte, in den angrenzenden Vorgarten. Etwas benommen löschte er noch den Suchverlauf seines Internetbrowsers, denn man wusste ja nie. Das führte zum Gedanken, er könne die restliche Zeit doch nutzen, um noch einmal ... Aber nein, er hatte bereits das Internet abbestellt. Ärgerlich.
Ihm fiel Paul Ekman ein, und seine psychologischen Thesen zum Thema Pornographie. Oder, war das überhaupt Ekman? Er wusste es nicht mehr genau. Und Les Paul! Benutzte Linkin Park wohl Les Paul Gitarren? Er wollte es schnell googeln, aber: Kein Internet. So ein Mist, das hätte er nun wirklich gern gewusst. Oder ... waren das nicht Motorräder? Falls ja: Was sollte eine Rockband mit Motorrädern anfangen? Was ist eigentlich mit den Bananen geschehen, die er vorhin geklaut hatte? Das ergab doch alles keinen Sinn! Und warum zum Teufel raste sein Herz auf einmal? Wieso schwitzte er eines Pferdes würdig?
„… Who cares if one more light goes out, in a sky of a million stars? …“ Im Wohnzimmer umhertigernd fragte sich Cornelius, wie eine Band so erfolgreich werden konnte, deren künstlerisches Gesamtwerk ausschließlich aus depressiven Gesülze bestand. Erwachsene Männer, die pathetisch über Probleme sangen, die man seit der Highschool nicht mehr hatte. Linkin Park, das hörten doch nur Kinder, die auf ihre Eltern sauer waren, weil sie schon wieder unfairen Hausarrest absitzen mussten. Chester Bennington, dieser elende Jammerlappen!
Er stieg auf den Dreibeiner, stülpte die Schlinge über den Kopf. Gerneralprobe. Hm. Den Hocker umzukippen würde nicht ausreichen. Sobald er Panik bekam und sein Reptilienhirn die Kontrolle übernahm, würde es versuchen, ihn wieder unter die Füße zu bekommen, und damit womöglich auch noch davon kommen. Er müsste ihn richtig weit weg kicken.


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Piratin
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Ei 2


BeitragVerfasst am: 17/08/2017 11:49    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Jacobus R. Larularis,

ja, an manchen Stellen vermittelt das "Aufpolieren" nun eine noch stimmigere Atmosphäre der Umgebung von Cornelius.
Zitat:
Als Dr. Cornelius Versi den Entschluss fasste
Vorher nur „Cornelius“ hat mir persönlich besser gefallen
Zitat:
eine rüde Geste;
welche?
Zitat:
grauen Büroblock eingenistet
Büroblocks
Zitat:
und sprize einen flüchtigen
spritzte
Schade finde ich, dass er das Gras nicht mehr selbst raucht, herrlich jedoch, wie das Croissant nicht mehr in seinem Magen sondern in der Vogeltränke landet.
Viele Grüße
Piratin


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Ralfchen
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BeitragVerfasst am: 21/08/2017 17:25    Titel: Antworten mit Zitat

zufriedenstellender text, mit interessanten mindpics, die sich beim lesen da und dort öffnen. und das in beiden versionen. wünsche mir mehr davon.

vlg
r


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Ralfchen
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BeitragVerfasst am: 21/08/2017 17:26    Titel: Antworten mit Zitat

...sry doppelt

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