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Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig Der Entflucher (Krimi / Fantasy)


 

 
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Jacobus R. Larularis
Abc-Schütze


Beiträge: 5



BeitragVerfasst am: 24.04.2017 16:55    Titel: Der Entflucher (Krimi / Fantasy) eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hurra!

Ich schreibe an diesem Buch seit etwa 10 Jahren, werfe in periodischen Jahreszyklen alles über den Haufen und baue aus dem Schutt etwas neues. Ein Handwerk wie die Evolutionstheorie: Survival of the fittest (parts and ideas), der Rest wird schonungslos ersetzt. Klingt furchtbar, ist es auch, aber solange die Motivation nicht flöten geht, gibt es keinen Grund zum klagen.

Wieso "Hurra!"? - Weil ich nun bei ca. 360 Seiten stehe und noch keinen Impuls spüre, es nochmal in die Tonne zu kloppen. Ist das gerechtfertigt? Das würde ich gern von euch wissen! smile

Zum besseren lesen hängt unten derselbe Text als pdf.

==========================

Von allen guten Geistern verlassen

  Die aberwitzigsten Spinnereien umrankten die alte Frage, weshalb sich Poltergeister ausgerechnet in heruntergekommenen Bruchbuden wie dieser hier einnisteten.
  Leons Blick streifte die baufällige Fassade der leerstehenden Villa. Dann betrachtete er die alte Frau, die Asmodis und ihn einbestellt und am Gartentor empfangen hatte. Auch eine baufällige Fassade, dachte Leon, und stieß unnötige Mengen Luft aus den Nasenflügeln.
  Verlassene Vorstadtruinen und Poltergeister – das passte zusammen wie Weisheit und exzentrischer Bartwuchs: Im Grunde gar nicht, aber irgendwie halt doch. Weil sich die Dämonologen aber nicht mit bana-len Antworten zufriedengaben, sind sie kreativ geworden; sehr zum Leidwesen der Dämonen. In Velimas Straßen grassierten Unmengen an Gerüchten und Verleumdungen über diese magischen Wesen, eine bekloppter als die andere.
  Für Einsteiger: Poltergeister ernährten sich keineswegs von den Ängsten der Menschen. Denn täten sie das, wären sie fett gewesen. Viel zu fett, um noch auf einem Dachboden poltern zu können. Die Menschen hätten sie vielmehr überfüttert und, wie sie es so gerne taten, ausgerottet. Nannte man sie etwa Rollgeister? Oder Schlürfgeister? Nein. Widerlegung durch Widerspruch – Logik für Amateure.
  Auch fraßen Poltergeister nicht „die Seelen jener Kinder, die sich in eine verspukte Ruine verirrten“. Leon hatte schmunzeln müssen, als er diese Theorie in Meister Fasel-Salamanders Almanach der immateriellen Wesen entdeckt hatte. Meister Fasel war nämlich der offensichtlichen Haken seines Gedankens entgangen: Kinder besaßen keine Seelen. Dazu musste man sich nur mal eines dieser Exemplare anschauen. Selbsterhaltenden Biomatsch, mehr nicht Das war zum fürchten! Im Gegensatz zu Poltergeistern. Bei diesen war es genau andersherum: Seele, ohne den Biomatsch.
  Nüchtern analysiert kam man nicht umhin, folgendes zu bemerken: Körperlose Geister brauchten kein Essen. Leon schien das viel zu na-heliegend, als dass jemand ernsthaft Zweifel daran bekunden würde. Wozu sollte eine Seele andere Seelen fressen? Fraßen Menschen ande-re Menschen? Gut, in Ausnahmefällen. Aber davon mal abgesehen? Nein. Alles andere wäre barbarisch gewesen.
  Die Wahrheit – die wirkliche, lupenreine, unverfälschte Wahrheit – schien viel simpler: Die meisten Poltergeister waren schriftstellerisch tätig. Das konnte man ihnen nicht verdenken, denn sie waren tot. Wenn man darüber nachdachte, waren fast alle großen Schriftsteller tot. Tote hatten natürlich einen Hang zur Melodramatik. Die wussten eben, wovon sie schrieben. Und, was neben der Töte ebenfalls üblich für große Poeten war: Sie bevorzugten eine ruhige Umgebung. Nur in reizarmen Räumen konnte einen Geist seinen Geist auf die wesentli-chen Dinge konzentrieren. Dafür kamen nicht viele Orte infrage: Kel-ler und Kerker, Dachböden und Friedhöfe … oder: verlassene Anwe-sen. So einfach war‘s. Wenn man es aussprach, wirkte die Herleitung enttäuschend trivial.
  Das alles, dachte Leon, lässt sich doch mit ein wenig Logik wie aus dem Nichts ableiten. Wie konnte das bloß nicht einleuchten? Und doch stand er hier. Genötigt, die Alte mit beschwichtigenden Worten einlullen. Es war stockdunkel, arschkalt, der Geruch von vergangenem Regen hing in der Luft und Leon hatte bereits jetzt keine Lust mehr.
  „Fallobst und väterliche Ratschläge“, erklärte Leon der hüfthohen Lady. „Poltergeister ernähren sich von Fallobst und väterlichen Rat-schlägen.“ Das war er, der unvermeidbare Quatsch. Damit sie seine fachliche Kompetenz nicht in Zweifel zog.
  Ihr Gesicht, dessen Falten man korrekterweise eher als Schluchten hätte bezeichnen müssen, verschob sich mühevoll zu einem Ausdruck von Verwunderung. Dann sah sie zu Leons Begleitung auf, als hoffte sie auf einen Widerspruch, oder einen Einwand. Doch Asmodis nick-te, wie das Kratzen seines Rauschbartes über die Lederschnallen seines Brustharnischs verriet.
  Lady Sledgeforth hatte das Anwesen jüngst von ihrer verstorbenen Mutter geerbt, einen halben Fuß über die Schwelle gesetzt, ein seltsa-mes Knarren gehört und sofort die Legislation alarmiert. Die Details hatte Leon schon längst wieder vergessen. Klassiker Alte Frau hört Geräusch und ruft Legislation. Ein sogenannter Code ZV, für „Zeit-verschwendung“.
  „Lady, die Legislation kümmert sich um das Brechen von Flüchen oder das beheben von Katastrophen, falls Magie irgendwo aus dem Ruder läuft. Manchmal bekämpfen wir auch die mutwillige Anwen-dung schwarzer Magie. Aber wir sind keine Kammerjäger“, erklärte Leon ungeduldig und deutete auf die pompöse Holzbaut, die sich am Ende des kargen Vorgartens in den schwarzbewölkten Himmel bog. „Wenn sie dort drinnen wirklich nur einen Poltergeist beherbergen, gibt es für uns nichts zu tun.“
  „Aber da ist ein Dämon! In meinem Haus!“
  Leon schob sich die Brille zurecht. Er fror sich zu Tode, obwohl er mehrere Umhänge übereinander trug. „In den meisten Fällen sind es Ratten. Und falls Sie es wider Erwarten doch mit einem Poltergeist zu tun haben, geben Sie ihm einen Apfel und besagten Ratschlag. Nichts Süßes vor dem Einschlafen – Kalte Pilze niemals wieder aufwärmen – Sie wissen schon.“
  „Sir, ich bitte Sie inständig“, quietschte die Lady im Einklang mit ihren Knochen. Sie ging an einen knorrigen Gehstock gestützt, und wirkte unter ihrer übergeworfenen Kutte beinahe rund. „Meister Leon, Sie sind der beste Entflucher weit und breit. Sie sind derjenige, der den Künstler zur Strecke gebracht hat! Sie müssen mir helfen! Wenn es an der Bezahlung liegt, dann …“
  Asmodis schüttelte den Kopf. „Nicht doch. An Geld besteht kein Interesse“, bellte er. Asmodis bellte immer, dem war keinerlei Bedeu-tung beizumessen. Er sprach im einem permanenten Kriegspathos, an den man sich gewöhnen musste, ehe seine sanftmütige Natur zum Vorschein kam. „Leon. Wir können eine junge Lady doch nicht drau-ßen stehen lassen.“
  Sie klimperte mit den Wimpern.
  Leon seufzte schwer. „Nur über meine Leiche! Nicht heute! Ich muss augenblicklich zurück zum Torkelnden Ross!“ … gedachte er zu sagen, doch irgendwie wurde ein „Also schön“ daraus.
  Lady Sledgeforth bedanke sich in mehreren dramaturgisch durch-dachten Akten und setzte sich quälend langsam in Bewegung, während sie Leon und Asmodis mit der traditionsreichen Geschichte des Fami-lienhauses anödete.
  Krähen lachten von den Apfelbäumen des verwahrlosten Gartens, schimmliger Mief zog von den dreckigen, insektenverseuchten Teich-anlagen her. Diese Gegend war schon seit Langem unbewohnbar. Den ewigen Krieg zwischen Natur und Kultur hatte die Zivilisation hier draußen vor Ewigkeiten verloren. In den Außenbezirken regierten Witterung, Räuberbanden und ein Naturgesetz, welches besagte, dass Entropie nur zunehmen und nicht vernichtet werden konnte.
  Leon konnte kaum glauben, dass sie die Veranda tatsächlich noch erreicht hatten, ehe Sledgeforth an Altersschwäche dahingeschieden war.
  „Haben Sie noch Fragen?“, wollte die Dame wissen, während sie mit zittrigen Fingern versuchte, den gusseisernen Riesenschlüssel in das Schloss zu maneuvrieren.
  „Fragen zu was?“
  „Zum Geschlecht der Familie Sledgeforth. Das müssen Sie doch wissen, um den Dämonen zu bannen.“
  „Was?“, stutzte Leon. „Nein, natürlich nicht. Poltergeister sind vollkommen missverstandene Kreaturen. Wie gesagt.“
  Es donnerte verheißungsvoll aus mittlerer Entfernung.
  „Ich verstehe“, krähte die Alte. Ihre Stimme und das Quietschen der rostigen Türscharniere erzeugten einen harmonischen Dreiklang.
  „Wenn ich bitten dürfte!“, brüllte Asmodis und deutete eine grob-motorische Verbeugung an. „Lassen Sie Meister Leon besser vorgehen, Lady!“
  Leon hielt sich den Kapuzensaum über Mund und Nase, als er den Schritt über die Schwelle wagte. Asmodis musste sich ducken, um nicht den Kopf an der Zarge anzustoßen.
  „Und seit wann wohnen Sie hier?“, fragte Leon skeptisch.
  „Hat’se doch gerade gesagt!“, dröhnte Asmodis. „Noch gar nich!“
  Stimmt, dachte Leon. Das ergab Sinn.
  Löchrige Holzböden, zerschlagene Tonvasen, heruntergefallene Kronleuchter, ein angesengter Wandteppich … Schimmelsporen und der Staub vergangener Jahrzehnte tanzten frivol im Luftzug der Haustür. Er schnippte mit dem Finger, worauf hin sich seine Hand in eine schwache, tiefrote Flamme tauchte.
  „Und wo genau soll dieser Geist stecken?“, plärrte Asmodis die kleine Frau an. Ganz ohne böse Absichten.
  Ein explosionsartiger Windstoß schoss durch den Korridor und knallte mehrere Türen wie Kanonendonner zu. Lady Sledgeforth quiekte und fuhr vor Schreck zusammen, griff sich reflexartig an die Brust. „Ah! Was war das?“, fragte sie mit aufgerissenen Augen.
  „Der Wind“, stellte Leon nüchtern, aber sachlich stichhaltig dar.
  „Ja … aber ja … richtig. Der Wind …“ Es dauerte eine Weile, bis sie sich wieder gefangen hatte.
  Die Legislatoren wurden durch das Haus in jenen Flügel geführt, in welchem der vermeintliche Übeltäter stecken sollte. Nach Leons inne-rer Landkarte nahmen sie dazu nicht den kürzesten Pfad, aber ihm stand nicht der Sinn danach, den Umweg anzusprechen.
  In jedem Zimmer, das sie durchquerten, sah Leons Klientin einen Teufel in den Schatten. Leon erklärte, dass die Flamme seiner Hand zuckte – und damit auch die Schatten tanzten.
  „Was war das?“
  „Die Flamme.“
  „Und das?“
  „Die Flamme.“
  „Dort hinten! Haben Sie das gesehen?“
  „Jep. Das war ein Korrip.“
  „Ah! Wirklich?“
  „Nö. Die Flamme.“
  Dass er tatsächlich die Präsenz einer schwarzen Magie verspürte, behielt Leon für sich. Strategische Gründe.
  „Es ist nicht mehr weit“, kündigte die verängstigte Frau an. Sie machte einen großen Bogen um ein Klavier, weil ihr das Teil „nicht geheuer“ war, und kam vor einer großen Flügeltür zum stehen. „Da-hinter ist es. Das erste mal hörte ich ein lei…“
  „Hmhm“, machte Leon und stieß die Tür auf, ehe unangemessene Spannung aufkommen konnte. Sicheren Schrittes marschierte er in den dahinterliegenden Ballsaal und fand: Nichts. „Hm.“
  Asmodis und Leon traten ein paar Schuhabdrücke in den feuchten Teppich, tauschten fachmännische Blicke, zuckten mit den Schultern. Nichts.
  „Poltergeister, das müssen sie wissen, legen auf Moral allergrößten Wert“, erklärte Leon gedankenverloren, während er mit der Hand den Raum nach magischen Anomalien abtastete. „Sie wissen, dass sie von Menschen gefürchtet werden. Und weil sie die unangenehme Kon-frontation vermeiden wollen, verzichten sie freiwillig auf alle An-nehmlichkeiten und verkriechen sich in diese Bruchbuden, wo sie niemanden weiter stören.“
  „Ganz recht!“, brüllte Asmodis. „Und wegen der Gärten. Größere Anwesen haben oft verlassene Gärten. Wie Ihre Apfelbäume zum Bei-spiel. Bedeutet: Viel leckeres Fallobst. Denn ein Poltergeist ist viel zu moralisch, als dass er einem Baum gegen dessen Willen seine Früchte entreißen würde.“ Asmodis arbeitete mit einer Wünschelrute – eine Art Zauberstab, der darauf spezialisiert ist, Dinge zu finden. Scheinbar spürte auch er, dass hier tatsächlich ein Geist hauste.
  Der Hauslady schien das nicht einzuleuchten. „Aber … Das kann ich mir nicht vorstellen. Woher dann ihr schlechter Ruf?“
  „Na ja. Sie machen komische Geräusche. Und sie sind unsichtbar“, erklärte Asmodis. „Das qualifiziert zu allerlei Vorurteilen. Ich denke aber nicht, dass wir es hier mit einem Poltergeist zu tun haben.“
  „Hmhm“, stimmte Leon zu. „Man hat uns noch kein Buchmanu-skript vor die Füße gespukt. Untypisches Verhalten für Poltergeister.“
  Asmodis gurgelte wie ein Geysir – seine Art zu kichern.
  „Lady, was genau haben Sie denn in diesem Saal ge…“ Leon leuch-tete den Raum ab und blieb verdutzt bei Asmodis hängen. „Wo ist sie hin?“
  Ein weiterer Winstoß. Die Doppeltür schepperte zu, klickend dreh-ten sich die Türknaufe nach innen. Die Wände verbogen sich, schwar-zer Schleim quoll aus allen Fugen und Spalten. Es knarrte und bebte von allen Seiten, der Boden schleuderte die Legislatoren hin und her.
  „Hahaha!“, brüllte ein Chor schauriger Stimmen aus allen Richtun-gen. „Ganz recht! Ich bin kein Poltergeist!“
  Zwei Dielen brachen aus dem Boden und schlugen wie Peitschen um Asmodis und Leon. Schlangen, die sie fest im Würgegriff hielten.
  „Achso“, sagte Leon ausgedehnt und zuckte dabei nicht mit der Wimper.
  Das Tosen hielt für einen Moment inne. Etwas zögerlich setzte es wieder ein, während die schrillen Stimmen schrien: „Ihr seid in meine Falle getappt, Legislatoren! Ich werde eure magische Energie aus euch auswringen und mir einverleiben!“ Der Kamin spuckte Feuer, ein stürmischer Wind schlug Leon entgegen, die Architektur pulsierte kra-chend und ächtztend.
  „Aha.“
  Wieder stockte das Schauspiel. Einige peinliche Sekunden verstri-chen. „Was soll das heißen, aha?“, forschten die Stimmen unisono. Die meisten davon hatten einen verunsicherten Unterton.
  „Ja, weiß auch nicht“, gestand Leon und zuckte mit den Schultern. „Ich wollte nicht stören, entschuldigung. Nur zu, fahrt fort.“
  Nichts geschah. Ein Schleimflatschen, der irgendwo aus der Vertä-felung gequollen war, klatschte zu Boden.
  „Na gut …“, murmelten die Stimmen. „Ich …“
  „Sie waren bei einverleiben“, soufflierte Asmodis.
  „Ihr … ähm … also ich … Falle …“, stotterte der Chor mit einem aufgesetzten Vibrieren, das ohne das ganze Geflackere und Gebrum-me nicht die richtige Stimmung fürs Seelenfressen aufkommen ließ.
  „Ein Schmerzbold“, sagte Leon. Er tauschte einen kurzen Blick mit Asmodis aus. Ja, darauf hätten sie früher kommen können.
  Die unsichtbaren Zungen des Schmerzbolds schnaltzten. „Also so macht das wirklich keinen Spaß. Könntet ihr nicht wenigstens so tun, als hättet ihr ein kleines bisschen Angst?“
  „Uhuhu“, sagte Leon und wackelte ein bisschen mit den Händen. Sein Blick traf die Tür. Gerade heute hatte er für solchen Quatsch am wenigsten Zeit.
  „Schmerzbolde nehmen gern menschliche Gestalt an“, rezitierte Asmodis aus einem Taschenlexikon. „Sie behalten dabei allerdings ihre ursprüngliche Körpergröße. Es sind kaum Schmerzbolde bekannt, welche über den Meter hinauswuchsen. Dies macht sie leicht zu erken-nen. Schmerzbolde sind ungefährlich, haben aber eine Vorliebe für Streiche und Effekthascherei.“
  „Was für ein Lexikon ist das?“, fragte Leon. Wegen der verzauber-ten Dielen baumelten die Beine der Legislatoren in der Luft.
  „Keine Ahnung“, brumtme Asmodis und untersuchte den Buchde-ckel. „Meister Fasel-Salamanders Allmanach der immateriellen We-sen.“
  Leon schnalzte verächtlich. „Doch nicht deeeeeer. Diesen Schund liest du? Asmodis, wir arbeiten für die Legislation! Wir sind Profis!“
  „Was stimmt nicht mit Meister Fasel-Salamander?“, fragte Asmodis.
  „Seine Bücher fallen in der Legislations-Bibliothek regelmäßig aus den Regalen.“
  „Ja und? Ist doch ne magische Bibliothek.“
  „Nur seine.“
  „Und das bedeutet was?“
  „Sie begehen Selbstmord. Fasel - Salamanders - Bücher - begehen - buchstäblichen - Selbstmord!“, knirschte Leon.
  Gerade wollte Asmodis etwas erwidern, als sich der Schauerchor theatralisch räusperte: „Wollen wir das nun zu Ende bringen, oder sind wir hier fertig?“
  Asmodis knallte das Buch zu. „Wir sind fertig.“
  Die zwanzig Stimmen des Schmerzbolds seufzten enttäuscht.
  „Können wir nun gehen?“, fragte Leon.
  „Oh, aber natürlich, Verzeihung.“ Augenblicklich setzten die Bo-dendielen Asmodis und Leon auf dem Parkett ab und schrumpften wieder in ihren angedachten Platz zurück.
  „Theoretisch wäre es nun meine Aufgabe, dich zu bannen. Dein Glück, dass mir dieser Tage wichtigeres im Kopf herumschwirrt, als kindische Kleingeister.“, warnte Leon das Wesen. Wie hinrissig dieses ganze Unterfangen doch war. Als hätte ein Straßenköter einen Hunde-fänger engagiert.
  Der Schmerzbold hatte wieder die Gestalt Lady Sledgeforths ange-nommen und machte einen griesgrämigen Eindruck. „Fanden die Herren es nicht wenigstens ein bisschen witzig?“
  Leon zuckte mit einer Augenbraue.
  „Ouh … Ouh …“, knatschte der Dämon und spielte betreten mit seinen knochigen Menschenfingern. „Ich gelobe eine spektakulärere Inszenierung, wenn ich das nächste mal …“
  Es rumste. Leon hatte den Dämon an der Gurgel gepackt und ge-waltsam gegen die Wand geknallt. Ein Gemälde sprang vom Haken und fiel krachend der Schwerkraft zum Opfer.
  „Wir – sind keine – Alleinunterhalter!“, zischte Leon dem falschen Großmütterchen entgegen. Das Funkeln der anderen, brennenden Hand spiegelte sich in den hervorquellenden Augen der ihren. „Ver-standen?“
  Der Dämon nickte so heftig, wie es das alte Genick und Leons ei-serner Griff zuließen. „J… Ja …“, röchelte er.
  „Gut.“ Leon löste seine seine Hände. „Für dich mag das alles Spiel und Spaß sein. Aber wir Legislatoren haben jeden Tag mit Abgründen zu kämpfen, die …“
  „Lass gut sein, Leon“, raunte Asmodis. Er hob das Gemälde auf, befand es für irreperabel und warf es wieder zu Boden. „Dämonen atmen nicht und spüren keine Schmerzen. Es hat keinen Sinn, ihn zu würgen.“
  „Ja“, seuftzte Leon. „Sonst hätte ich es auch nicht getan. Es geht um das Exempel. Ich habe keine Zeit für diesen Schwachsinn hier. Eigentlich müsste ich … Ich müsste …“ Er zögerte. „Egal, lass uns hier verschwinden.“
  Während Leon sich den Dreck von der Uniform klopfte, richtete Asmodis Lady Sledgeforth auf und reichte ihr den Gehstock, obwohl er nur Teil dieser dummen Verkleidung war. Sie deutete eine geschun-dene Verbeugung an, dann zerflossen ihre Konturen in zähen Dunst, der mit einem leichten Funkeln hinfortrieselte.
  „Verdammte Dämonen“, grummelte Leon dem Schleier nach.
  „Keine Sorge, Leon. Sobald Doktor Versi aus’m Urlaub zurück ist, musst du dich nich mehr um diesen Quatsch kümmern und kannst dich wieder auf die echten Fälle konzentrieren.“
  Doktor Versi. – Leon wurde plötzlich bewusst, dass er strengge-nommen nicht einmal die paar Sekunden aufopfern konnte, die es kostete, sich aufzuregen.
  „Asmodis, du hältst die Stellung, ja?“ Leon legte seine flache Hand auf eine Fensterscheibe und prompt war sie verschwunden. Er schwang die Beine hinüber, stieß sich kräftig ab und verschwand über die pechschwarzen Dächer Velimas in die tiefe Nacht hinein.
  Leon vergoss keinen Gedanken an Asmodis, der ihm verstört in die Dunkelheit nachstarrte und sich fragte, in welche Katastrophe Leon sich diesmal verwickelt hatte. Ihm lag nur dreierlei im Sinn: Doktor Versi, das Torkelnde Ross und … der gottverdammte Künstler.

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Rainer Prem
Geschlecht:männlichAutor

Alter: 61
Beiträge: 956
Wohnort: Wiesbaden


BeitragVerfasst am: 25.04.2017 08:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

Erst einmal herzlich willkommen hier.

In Anbetracht der Qualität anderer Vorstellungen ist es nötig zu sagen, dass ich deinen Text sehr angenehm zu lesen finde. Keine Schreib- oder Grammatikfehler, die mir aufgefallen wären, abwechslungsreiche Satzkonstruktionen, ein interessantes Thema. Also definitiv nichts für die Tonne.

Aaaber...

Was wäre denn, wenn dieser Text mit dem Satz

Zitat:

„Fallobst und väterliche Ratschläge“, erklärte Leon der hüfthohen Lady. „Poltergeister ernähren sich von Fallobst und väterlichen Rat-schlägen.“


anfangen würde? Wäre das nicht viel interessanter für einen Leser, als eine Erläuterung von Gedanken eines Menschen, der passiv vor einem Haus herumsteht steht?

Im Prinzip ist das, womit du anfängst, ein klassischer Infodump. Da sind wohl wichtige Informationen drin, die der Leser aber mangels Kontext hier noch gar nicht haben will. Action! Wir wollen Action.

Schmeiß den Teil nicht weg, sondern übernimm ihn in ein Nebendokument und liefere die Informationen dann, wenn sie zum Verständnis der Situation nötig sind.

*

Schalte die (Edit: Auto-Korrektur ) Silbentrennung ab, bevor du deinen Text aus Word in die Webseite kopierst. Ein Ersetzen von Abschnittswechseln durch Leerzeilen ( also ^p in ^p^p) macht das Ganze lesbarer.

Grüße
Rainer
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Defector
Abc-Schütze


Beiträge: 6



BeitragVerfasst am: 25.04.2017 09:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Jacobus,

wahnsinnig langer Einstand, und trotzdem habe ich ihn bis ganz ans Ende gelesen, sehr gerne sogar, und würde auch weiter lesen!
Auf deine Frage, ob es gerechtfertigt ist, den Text nicht in die Tonne zu kloppen, daher von mir ein ganz klares Ja!

Was mir besonders gefällt ist die 'Stimme' oder die 'Stimmung 'deines Textes, die vor allem durch den sehr unbeeindruckten Leon zu mir spricht aber auch die Beschreibung des Szene, die für mich etwas comic-haftes hat, zB hier:

Zitat:
erklärte Leon ungeduldig und deutete auf die pompöse Holzbaut, die sich am Ende des kargen Vorgartens in den schwarzbewölkten Himmel bog


Der Anfang ist für meinen Geschmack etwas zu erklärungslastig. Hier könnten Leons Ansichten etwas feiner in die Handlung eingereiht werden.

Davon abgesehen gefällt mir der Einstieg thematisch gesehen mit dem falschen Poltergeist, gut. Er hat mich in die Geschichte reingezogen, mir viel über die Welt und den Charakter erzählt und führt letztendlich zu einem Übergang in die weitere Geschichte.

Also, bitte mehr davon! Und nach 10 Jahren und 360 Seiten wäre es ja vielleicht an der Zeit, sich evtl an einen Lektor zu wenden, der das ganze mal von 'außen' betrachtet.

Liebe Grüße
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Defector
Abc-Schütze


Beiträge: 6



BeitragVerfasst am: 25.04.2017 09:48    Titel: Antworten mit Zitat

Achso, und den letzten Satz finde ich spitze!
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Vincent Vice.
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BeitragVerfasst am: 25.04.2017 09:49    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Jacobus,

ich mag Deine Geschichte bisher und vor allem die Ideen, die bereits so darin stecken.
Oft finde ich Deine Sätze etwas lang und sperrig.
Gerade den ersten, welcher es mir schwer machte in Deine Geschichte rein zu finden.
Und es werden viele Dinge erklärt, die nur für den Leser beschrieben werden.
Ich finde es charmanter, wenn es aus der Geschichte heraus erklärt wird.
Als Leser fühle ich mich einfach wohler, wenn ich unbemerkter Beobachter bin.
Das fällt mir schon bei Kleinigkeiten auf, wie:

"Dass er tatsächlich die Präsenz einer schwarzen Magie verspürte, behielt Leon für sich. Strategische Gründe."

Seine Gründe würde ich nicht nennen. Das ist mir zu viel Info.

Generell stimme ich Rainer darin zu, dass die Infos vielleicht besser im Laufe der Handlung erklärt werden sollten.
Zu Beginn will ich erst Mal in Deine Welt eintauchen und sehen, was da so abgeht.

Die Logik, dass die meisten Poltergeister Schriftsteller sind, weil die meisten großen Schriftsteller bereits tot sind erscheint mir nicht wirklich schlüssig.
Die meisten Bauarbeiter aller Zeiten werden auch tot sein.
Das bringt die Zeit so mit sich.
Oder habe ich das falsch verstanden?

LG

W


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Kätzchen
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BeitragVerfasst am: 25.04.2017 10:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hi!

Netter Einstand!

Der Text ist von der Art ganz nach meinem Geschmack und hat tatsächlich eine gewollt comichafte Komik, die mich praktisch zwingt, vor allem wegen der Dämonen an "Constantine" zu denken. Allein dafür gibts ein großes Plus.

Ich würde Rainer Prem allerdings mit allem Herzblut zustimmen: Lass den Anfang weg und fang mit dem vorgeschlagenen Satz an. Du kannst den Rest in der Handlung erklären, aber so wie es da steht, ist es irgendwie ein klassisches "Warmschreiben". Man schreibt und schreibt, bis einem ein genialer Satz einfällt, mit dem man dann mitten in die Szene grätscht.

Lass dem Leser die Neugier, die ihm bei einem direkten Einstieg ins Gesicht schlägt. Die Sache mit den heruntergekommen Häusern und Poltergeistern kannst du - da bin ich zuversichtlich! - locker in die Gespräche oder in Nebensätze einbauen. Das ist hübscher, eleganter und hat einfach mehr BÄM.

Eine Sache hab ich, die stört:

Zitat:
Leon vergoss keinen Gedanken an Asmodis, der ihm verstört in die Dunkelheit nachstarrte und sich fragte, in welche Katastrophe Leon sich diesmal verwickelt hatte. Ihm lag nur dreierlei im Sinn: Doktor Versi, das Torkelnde Ross und … der gottverdammte Künstler.


Du schreibst in dem ganzen Text sehr nah an Leon, irgendwo zwischen personal und Deep-POV und dann erwähnst du Asmodis Bedenken, was zumindest für mich ein ganz klarer Perspektivbruch ist, auch wenn der Satz nett klingt. Klar, man könnte sagen, Leon weiß was Asmodis denkt, weil er immer ähnlich darüber denkt, dennoch hat der Satz mich eher von Leon entfernt, als mich an ihm dran zu lassen.
Persönlich mag ich das nicht so.

Nyo, vielleicht kannst du damit ja was anfangen!

Liebste Grüße

Katze


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TZH85
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BeitragVerfasst am: 25.04.2017 10:25    Titel: Re: Der Entflucher (Krimi / Fantasy) Antworten mit Zitat

Hallo Jacobus!

Fantasy und Krimi ist eine spannende Kombination und mir gefallen auch einige deiner kreativen Einfälle - etwa die Idee mit der Ernährung der Poltergeister. Du hast offensichtlich viel Herzblut in die Geschichte gesteckt.
Trotzdem finde ich, dass noch einiges an Arbeit in den Text gesteckt werden müsste.

Was mir generell aufgefallen ist: Lies dir deine Texte am besten noch mal durch, bevor du sie postest. Mit der Copy-and-Paste-Methode zerschlägst du dir die Formatierung. Daher wohl auch die vielen unnötigen Trennungen mitten im Wort. Das reißt deine Leser aus dem Fluss.

Außerdem würde ich die flapsige Erzählstimme überdenken, das hat mich förmlich erschlagen. Dein Erzähler hat eine sehr schnodderige Art, ebenso wie dein Protagonist Leon. Allerdings ist er mir nicht nah genug an der Figur, um seine flapsige Art wie einen personellen Erzähler wirken zu lassen. Es fühlte sich beim Lesen für mich eher an wie die Stimme aus dem Off bei "Das perfekte Dinner": Deine Figuren reißen ihre zynischen Witze und dann kommt der Erzähler daher und überspitzt die ganze Situation noch zusätzlich. Die Kombination wirkt dann so übertrieben, dass ich die Szene gar nicht mehr richtig ernst nehmen kann. Ein weiterer unerwünschter Nebeneffekt - den ich zu deiner Verteidigung schon bei vielen Schreibern gesehen habe - ist, dass es den Protagonisten unsympatisch machen kann, wenn der Erzähler ununterbrochen über die Szene an sich und die Nebenfiguren lästert. Durch die Art, wie du z.B. die alte Lady (bzw. den Dämon) darstellst, wirkt es so als ob Erzähler und Protagonist sehr zynisch auf sie herabsehen. Die Nebenfiguren herunterzuputzen, um den Protagonisten cooler darzustellen, kann aber auch ganz leicht nach hinten losgehen. Es handelt sich hier zwar nur um eine Szene, die nicht unbedingt repräsentativ für den Ton des gesamten Romans sein muss, trotzdem wäre ich an deiner Stelle - gerade in Hinblick auf den flapsigen Ton - vorsichtig.


Hier jetzt mal ein paar Anmerkungen im Detail.


Jacobus R. Larularis hat Folgendes geschrieben:


Von allen guten Geistern verlassen

  Die aberwitzigsten Spinnereien umrankten die alte Frage, weshalb sich Poltergeister ausgerechnet in heruntergekommenen Bruchbuden wie dieser hier einnisteten.
  Leons Blick streifte die baufällige Fassade der leerstehenden Villa. Dann betrachtete er die alte Frau, die Asmodis und ihn einbestellt und am Gartentor empfangen hatte. Auch eine baufällige Fassade, dachte Leon, und stieß unnötige Mengen Luft aus den Nasenflügeln.
Ziemlich viele Adjektive in dem kurzen Abschnitt. Das ist etwas, worauf du auch im weiteren Text achten solltest. Die meisten könnten ersatzlos gestrichen werden. Abgesehen davon bin ich über den Ausdruck "unnötige Mengen Luft" gestolpert. Im Grunde sagst du "er schnaufte" - und komplizierst die Aussage durch ein schiefes Bild. Würde ich herausnehmen.
  Verlassene Vorstadtruinen und Poltergeister – das passte zusammen wie Weisheit und exzentrischer Bartwuchs: Im Grunde gar nicht, aber irgendwie halt doch. Weil sich die Dämonologen aber nicht mit bana-len Antworten zufriedengaben, sind sie kreativ geworden; sehr zum Leidwesen der Dämonen. In Velimas Straßen grassierten Unmengen an Gerüchten und Verleumdungen über diese magischen Wesen, eine bekloppter als die andere.
  Für Einsteiger: Poltergeister ernährten sich keineswegs von den Ängsten der Menschen. Denn täten sie das, wären sie fett gewesen. Viel zu fett, um noch auf einem Dachboden poltern zu können. Die Menschen hätten sie vielmehr überfüttert und, wie sie es so gerne taten, ausgerottet. Nannte man sie etwa Rollgeister? Oder Schlürfgeister? Nein. Widerlegung durch Widerspruch – Logik für Amateure.
  Auch fraßen Poltergeister nicht „die Seelen jener Kinder, die sich in eine verspukte Ruine verirrten“. Leon hatte schmunzeln müssen, als er diese Theorie in Meister Fasel-Salamanders Almanach der immateriellen Wesen entdeckt hatte. Meister Fasel war nämlich der offensichtlichen Haken seines Gedankens entgangen: Kinder besaßen keine Seelen. Dazu musste man sich nur mal eines dieser Exemplare anschauen. Selbsterhaltenden Biomatsch, mehr nicht Das war zum fürchten! Im Gegensatz zu Poltergeistern. Bei diesen war es genau andersherum: Seele, ohne den Biomatsch.
  Nüchtern analysiert kam man nicht umhin, folgendes zu bemerken: Körperlose Geister brauchten kein Essen. Leon schien das viel zu na-heliegend, als dass jemand ernsthaft Zweifel daran bekunden würde. Wozu sollte eine Seele andere Seelen fressen? Fraßen Menschen ande-re Menschen? Gut, in Ausnahmefällen. Aber davon mal abgesehen? Nein. Alles andere wäre barbarisch gewesen.
  Die Wahrheit – die wirkliche, lupenreine, unverfälschte Wahrheit – schien viel simpler: Die meisten Poltergeister waren schriftstellerisch tätig. Das konnte man ihnen nicht verdenken, denn sie waren tot. Wenn man darüber nachdachte, waren fast alle großen Schriftsteller tot. Tote hatten natürlich einen Hang zur Melodramatik. Die wussten eben, wovon sie schrieben. Und, was neben der Töte ebenfalls üblich für große Poeten war: Sie bevorzugten eine ruhige Umgebung. Nur in reizarmen Räumen konnte einen Geist seinen Geist auf die wesentli-chen Dinge konzentrieren. Dafür kamen nicht viele Orte infrage: Kel-ler und Kerker, Dachböden und Friedhöfe … oder: verlassene Anwe-sen. So einfach war‘s. Wenn man es aussprach, wirkte die Herleitung enttäuschend trivial.
Der komplette Abschnitt ist ein Info-Dump. Theorien zur Ernährung von Poltergeistern und was Leon von ihnen hält, ist an dieser Stelle für den Leser noch gar nicht wichtig. Die essentiellen Infos könnte man etwas später in einem Dialog vermitteln. Dann wäre der Leser auch nicht mit auf einen Schlag mit so vielen Details konfrontiert. Die "Töte" würde ich vielleicht gerade noch als kreativen Neologismus durchgehen lassen. Es liest sich aber komisch. Bin schon drüber gestolpert.
  Das alles, dachte Leon, lässt sich doch mit ein wenig Logik wie aus dem Nichts ableiten. Wie konnte das bloß nicht einleuchten? Und doch stand er hier. Genötigt, die Alte mit beschwichtigenden Worten einlullen. Es war stockdunkel, arschkalt, der Geruch von vergangenem Regen hing in der Luft und Leon hatte bereits jetzt keine Lust mehr.
Hier ist ein gutes Beispiel dafür, wie du deinen Protagonisten - vermutlich ungewollt - unsympathisch wirken lässt. Seine Gedankengänge kommen ein wenig überheblich daher. Vielleicht ist das auch meine subjektiv gefärbte Auffassung, aber Figuren, die gleich bei ihrem ersten Auftritt über alles nörgeln, schrecken mich als Leser eher ab. Warte vielleicht mal ein paar weitere Reaktionen ab.
  „Fallobst und väterliche Ratschläge“, erklärte Leon der hüfthohen Lady. „Poltergeister ernähren sich von Fallobst und väterlichen Rat-schlägen.“ Das war er, der unvermeidbare Quatsch. Damit sie seine fachliche Kompetenz nicht in Zweifel zog.
Die Idee mit dem Fallobst und den Ratschlägen gefällt mir. Allerdings: Wovon ernähren sich Poltergeister vom Frühling bis zum Herbst, wenn kein Obst fällt? Du sagst ja später, sie suchen sich absichtlich einsame Häuser aus, um Menschen aus dem Weg zu gehen - aber wie kommen sie dann an die Ratschläge, wenn sie einer ihrer zwei einzigen Nahrungsquellen bewusst aus dem Weg gehen?
  Ihr Gesicht, dessen Falten man korrekterweise eher als Schluchten hätte bezeichnen müssen, verschob sich mühevoll zu einem Ausdruck von Verwunderung. Dann sah sie zu Leons Begleitung auf, als hoffte sie auf einen Widerspruch, oder einen Einwand. Doch Asmodis nick-te, wie das Kratzen seines Rauschbartes über die Lederschnallen seines Brustharnischs verriet.
Ab und an springst du in der Perspektive. Hier rot markiert.
  Lady Sledgeforth hatte das Anwesen jüngst von ihrer verstorbenen Mutter geerbt, einen halben Fuß über die Schwelle gesetzt, ein seltsa-mes Knarren gehört und sofort die Legislation alarmiert. Die Details hatte Leon schon längst wieder vergessen. Klassiker Alte Frau hört Geräusch und ruft Legislation. Ein sogenannter Code ZV, für „Zeit-verschwendung“.
  „Lady, die Legislation kümmert sich um das Brechen von Flüchen oder das beheben von Katastrophen, falls Magie irgendwo aus dem Ruder läuft. Manchmal bekämpfen wir auch die mutwillige Anwen-dung schwarzer Magie. Aber wir sind keine Kammerjäger“, erklärte Leon ungeduldig und deutete auf die pompöse Holzbaut, die sich am Ende des kargen Vorgartens in den schwarzbewölkten Himmel bog. „Wenn sie dort drinnen wirklich nur einen Poltergeist beherbergen, gibt es für uns nichts zu tun.“
Hier ergibt sich mir der Sinn deiner Legislatoren nicht so ganz. Offenbar sind sie für einfache Poltergeist-Fälle nicht zuständig. Andererseits stehen sie jetzt aber vor Lady Sledgeforts Villa. Leon will aber überhaupt nichts tun, sondern am liebsten gleich wieder umdrehen. Also bedeutet das im Umkehrschluss: Die Dame (die eigentlich keine ist), hat sich an die Behörde gewendet mit einem Anliegen, das die Behörde eigentlich gar nicht bearbeitet. Trotzdem sind zwei Legislatoren rausgekommen, nur um ihr zu sagen, dass sie nicht zuständig sind. Das ist organisatorisch schon eine mittlere Katastrophe. Ließe sich aber relativ einfach beheben: Wenn es z.B. zum Protokoll gehört, dass die Legislatoren bestimmte Anträge grundsätzlich checken müssen. Dann könnte Leon denken, dass da sowieso nichts bei herumkommen wird und man vielleicht besser einfach Standard-Absagen verschicken sollte.
  „Aber da ist ein Dämon! In meinem Haus!“
  Leon schob sich die Brille zurecht. Er fror sich zu Tode, obwohl er mehrere Umhänge übereinander trug. „In den meisten Fällen sind es Ratten. Und falls Sie es wider Erwarten doch mit einem Poltergeist zu tun haben, geben Sie ihm einen Apfel und besagten Ratschlag. Nichts Süßes vor dem Einschlafen – Kalte Pilze niemals wieder aufwärmen – Sie wissen schon.“
  „Sir, ich bitte Sie inständig“, quietschte die Lady im Einklang mit ihren Knochen. Schiefes Bild. Knochen quietschen nicht, sie knacken höchstens. Sie ging an einen knorrigen Gehstock gestützt, und wirkte unter ihrer übergeworfenen Kutte beinahe rund. „Meister Leon, Sie sind der beste Entflucher weit und breit. Sie sind derjenige, der den Künstler zur Strecke gebracht hat! Sie müssen mir helfen! Wenn es an der Bezahlung liegt, dann …“
  Asmodis schüttelte den Kopf. „Nicht doch. An Geld besteht kein Interesse“, bellte er. Asmodis bellte immer, dem war keinerlei Bedeu-tung beizumessen. Er sprach im einem permanenten Kriegspathos, an den man sich gewöhnen musste, ehe seine sanftmütige Natur zum Vorschein kam. „Leon. Wir können eine junge Lady doch nicht drau-ßen stehen lassen.“
  Sie klimperte mit den Wimpern.
  Leon seufzte schwer. „Nur über meine Leiche! Nicht heute! Ich muss augenblicklich zurück zum Torkelnden Ross!“ … gedachte er zu sagen, doch irgendwie wurde ein „Also schön“ daraus.
  Lady Sledgeforth bedanke sich in mehreren dramaturgisch durch-dachten Akten Wieder ein unpassendes und mMn unnötig kompliziertes Bild. und setzte sich quälend langsam in Bewegung, während sie Leon und Asmodis mit der traditionsreichen Geschichte des Fami-lienhauses anödete.
  Krähen lachten von den Apfelbäumen des verwahrlosten Gartens, schimmliger Mief zog von den dreckigen, insektenverseuchten Teich-anlagen her. Diese Gegend war schon seit Langem unbewohnbar. Den ewigen Krieg zwischen Natur und Kultur hatte die Zivilisation hier draußen vor Ewigkeiten verloren. In den Außenbezirken regierten Witterung, Räuberbanden und ein Naturgesetz, welches besagte, dass Entropie nur zunehmen und nicht vernichtet werden konnte. Klingt vielleicht pessimistisch, aber ich würde behaupten, die große Mehrheit deiner Leser wird dir hier nicht folgen können. Mir ist Entropie nur im Zusammenhang mit Thermodynamik geläufig. Willst du auf Wärmeaustausch hinaus...?
  Leon konnte kaum glauben, dass sie die Veranda tatsächlich noch erreicht hatten, ehe Sledgeforth an Altersschwäche dahingeschieden war.
  „Haben Sie noch Fragen?“, wollte die Dame wissen, während sie mit zittrigen Fingern versuchte, den gusseisernen Riesenschlüssel in das Schloss zu maneuvrieren.
  „Fragen zu was?“
  „Zum Geschlecht der Familie Sledgeforth. Das müssen Sie doch wissen, um den Dämonen zu bannen.“
  „Was?“, stutzte Leon. „Nein, natürlich nicht. Poltergeister sind vollkommen missverstandene Kreaturen. Wie gesagt.“
  Es donnerte verheißungsvoll aus mittlerer Entfernung.
  „Ich verstehe“, krähte die Alte. Ihre Stimme und das Quietschen der rostigen Türscharniere erzeugten einen harmonischen Dreiklang.
  „Wenn ich bitten dürfte!“, brüllte Asmodis und deutete eine grob-motorische Verbeugung an. „Lassen Sie Meister Leon besser vorgehen, Lady!“
  Leon hielt sich den Kapuzensaum über Mund und Nase, als er den Schritt über die Schwelle wagte. Asmodis musste sich ducken, um nicht den Kopf an der Zarge anzustoßen.
  „Und seit wann wohnen Sie hier?“, fragte Leon skeptisch.
  „Hat’se doch gerade gesagt!“, dröhnte Asmodis. „Noch gar nich!“
  Stimmt, dachte Leon. Das ergab Sinn.
  Löchrige Holzböden, zerschlagene Tonvasen, heruntergefallene Kronleuchter, ein angesengter Wandteppich … Schimmelsporen und der Staub vergangener Jahrzehnte tanzten frivol im Luftzug der Haustür. Er schnippte mit dem Finger, worauf hin sich seine Hand in eine schwache, tiefrote Flamme tauchte.
  „Und wo genau soll dieser Geist stecken?“, plärrte Asmodis die kleine Frau an. Ganz ohne böse Absichten.
  Ein explosionsartiger Windstoß schoss durch den Korridor und knallte mehrere Türen wie Kanonendonner zu. Lady Sledgeforth quiekte und fuhr vor Schreck zusammen, griff sich reflexartig an die Brust. „Ah! Was war das?“, fragte sie mit aufgerissenen Augen.
  „Der Wind“, stellte Leon nüchtern, aber sachlich stichhaltig dar.
  „Ja … aber ja … richtig. Der Wind …“ Es dauerte eine Weile, bis sie sich wieder gefangen hatte.
  Die Legislatoren wurden durch das Haus in jenen Flügel geführt, in welchem der vermeintliche Übeltäter stecken sollte. Nach Leons inne-rer Landkarte nahmen sie dazu nicht den kürzesten Pfad, aber ihm stand nicht der Sinn danach, den Umweg anzusprechen.
  In jedem Zimmer, das sie durchquerten, sah Leons Klientin einen Teufel in den Schatten. Leon erklärte, dass die Flamme seiner Hand zuckte – und damit auch die Schatten tanzten.
  „Was war das?“
  „Die Flamme.“
  „Und das?“
  „Die Flamme.“
  „Dort hinten! Haben Sie das gesehen?“
  „Jep. Das war ein Korrip.“
  „Ah! Wirklich?“
  „Nö. Die Flamme.“
  Dass er tatsächlich die Präsenz einer schwarzen Magie verspürte, behielt Leon für sich. Strategische Gründe.
  „Es ist nicht mehr weit“, kündigte die verängstigte Frau an. Sie machte einen großen Bogen um ein Klavier, weil ihr das Teil „nicht geheuer“ war, und kam vor einer großen Flügeltür zum stehen. „Da-hinter ist es. Das erste mal hörte ich ein lei…“
  „Hmhm“, machte Leon und stieß die Tür auf, ehe unangemessene Spannung aufkommen konnte. Sicheren Schrittes marschierte er in den dahinterliegenden Ballsaal und fand: Nichts. „Hm.“
  Asmodis und Leon traten ein paar Schuhabdrücke in den feuchten Teppich, tauschten fachmännische Blicke, zuckten mit den Schultern. Nichts.
  „Poltergeister, das müssen sie wissen, legen auf Moral allergrößten Wert“, erklärte Leon gedankenverloren, während er mit der Hand den Raum nach magischen Anomalien abtastete. „Sie wissen, dass sie von Menschen gefürchtet werden. Und weil sie die unangenehme Kon-frontation vermeiden wollen, verzichten sie freiwillig auf alle An-nehmlichkeiten und verkriechen sich in diese Bruchbuden, wo sie niemanden weiter stören.“
  „Ganz recht!“, brüllte Asmodis. „Und wegen der Gärten. Größere Anwesen haben oft verlassene Gärten. Wie Ihre Apfelbäume zum Bei-spiel. Bedeutet: Viel leckeres Fallobst. Denn ein Poltergeist ist viel zu moralisch, als dass er einem Baum gegen dessen Willen seine Früchte entreißen würde.“ Asmodis arbeitete mit einer Wünschelrute – eine Art Zauberstab, der darauf spezialisiert ist, Dinge zu finden. Scheinbar spürte auch er, dass hier tatsächlich ein Geist hauste.
Anmerkung: Die distanzierte, leicht süffisante Erzählstimme in Kombination mit der coolen Art des Protagonisten rauben an dieser und den folgenden Stellen viel potentielle Atmosphäre. Es würde einen großen Unterschied machen, wenn der Erzähler hier näher an der Figur wäre und z.B. den Kontrast zwischen innerer Anspannung und der gelassenen Fassade zeigen könnte. Wenn deine Figuren zu cool sind und sich nie wirklich in Gefahr wähnen, nimmt das der Szene die Spannung. Der Leser hat keinen Grund mitzufiebern, wenn die Figuren kein bisschen angespannt wirken.
  Der Hauslady schien das nicht einzuleuchten. „Aber … Das kann ich mir nicht vorstellen. Woher dann ihr schlechter Ruf?“
  „Na ja. Sie machen komische Geräusche. Und sie sind unsichtbar“, erklärte Asmodis. „Das qualifiziert zu allerlei Vorurteilen. Ich denke aber nicht, dass wir es hier mit einem Poltergeist zu tun haben.“
  „Hmhm“, stimmte Leon zu. „Man hat uns noch kein Buchmanu-skript vor die Füße gespukt. Untypisches Verhalten für Poltergeister.“
  Asmodis gurgelte wie ein Geysir – seine Art zu kichern.
  „Lady, was genau haben Sie denn in diesem Saal ge…“ Leon leuch-tete den Raum ab und blieb verdutzt bei Asmodis hängen. „Wo ist sie hin?“
  Ein weiterer Winstoß. Die Doppeltür schepperte zu, klickend dreh-ten sich die Türknaufe nach innen. Die Wände verbogen sich, schwar-zer Schleim quoll aus allen Fugen und Spalten. Es knarrte und bebte von allen Seiten, der Boden schleuderte die Legislatoren hin und her.
  „Hahaha!“, brüllte ein Chor schauriger Stimmen aus allen Richtun-gen. „Ganz recht! Ich bin kein Poltergeist!“
  Zwei Dielen brachen aus dem Boden und schlugen wie Peitschen um Asmodis und Leon. Schlangen, die sie fest im Würgegriff hielten.
  „Achso“, sagte Leon ausgedehnt und zuckte dabei nicht mit der Wimper.
Siehe letzte Anmerkung. Hier verhält sich Leon beinahe gelangweilt, während der Dämon spricht wie eine absurde Figur auf der Theaterbühne - sehr melodramatisch und kein bisschen gefährlich. Das kann für Lacher sorgen - allerdings nur, wenn du dazu einen Kontrast schaffst. Da die Szene von Anfang an überspitzt und vom Erzähler teils ins Lächerliche gezogen wurde, wirkt das an dieser Stelle nicht für mich.
  Das Tosen hielt für einen Moment inne. Etwas zögerlich setzte es wieder ein, während die schrillen Stimmen schrien: „Ihr seid in meine Falle getappt, Legislatoren! Ich werde eure magische Energie aus euch auswringen und mir einverleiben!“ Der Kamin spuckte Feuer, ein stürmischer Wind schlug Leon entgegen, die Architektur pulsierte kra-chend und ächtztend.
  „Aha.“ Siehe oben.
  Wieder stockte das Schauspiel. Einige peinliche Sekunden verstri-chen. „Was soll das heißen, aha?“, forschten die Stimmen unisono. Die meisten davon hatten einen verunsicherten Unterton.
  „Ja, weiß auch nicht“, gestand Leon und zuckte mit den Schultern. „Ich wollte nicht stören, entschuldigung. Nur zu, fahrt fort.“
  Nichts geschah. Ein Schleimflatschen, der irgendwo aus der Vertä-felung gequollen war, klatschte zu Boden.
  „Na gut …“, murmelten die Stimmen. „Ich …“
  „Sie waren bei einverleiben“, soufflierte Asmodis.
  „Ihr … ähm … also ich … Falle …“, stotterte der Chor mit einem aufgesetzten Vibrieren, das ohne das ganze Geflackere und Gebrum-me nicht die richtige Stimmung fürs Seelenfressen aufkommen ließ.
  „Ein Schmerzbold“, sagte Leon. Er tauschte einen kurzen Blick mit Asmodis aus. Ja, darauf hätten sie früher kommen können.
  Die unsichtbaren Zungen des Schmerzbolds schnaltzten. „Also so macht das wirklich keinen Spaß. Könntet ihr nicht wenigstens so tun, als hättet ihr ein kleines bisschen Angst?“
  „Uhuhu“, sagte Leon und wackelte ein bisschen mit den Händen. Sein Blick traf die Tür. Gerade heute hatte er für solchen Quatsch am wenigsten Zeit.
  „Schmerzbolde nehmen gern menschliche Gestalt an“, rezitierte Asmodis aus einem Taschenlexikon. „Sie behalten dabei allerdings ihre ursprüngliche Körpergröße. Es sind kaum Schmerzbolde bekannt, welche über den Meter hinauswuchsen. Dies macht sie leicht zu erken-nen. Schmerzbolde sind ungefährlich, haben aber eine Vorliebe für Streiche und Effekthascherei.“
Zwischenfrage: Wie hat ein Schmerzbold denn die Legislatoren kontaktiert, ohne dass jemandem etwas auffiel?
  „Was für ein Lexikon ist das?“, fragte Leon. Wegen der verzauber-ten Dielen baumelten die Beine der Legislatoren in der Luft.
  „Keine Ahnung“, brumtme Asmodis und untersuchte den Buchde-ckel. „Meister Fasel-Salamanders Allmanach der immateriellen We-sen.“
  Leon schnalzte verächtlich. „Doch nicht deeeeeer. Diesen Schund liest du? Asmodis, wir arbeiten für die Legislation! Wir sind Profis!“
  „Was stimmt nicht mit Meister Fasel-Salamander?“, fragte Asmodis.
  „Seine Bücher fallen in der Legislations-Bibliothek regelmäßig aus den Regalen.“
  „Ja und? Ist doch ne magische Bibliothek.“
  „Nur seine.“
  „Und das bedeutet was?“
  „Sie begehen Selbstmord. Fasel - Salamanders - Bücher - begehen - buchstäblichen - Selbstmord!“, knirschte Leon. Die Idee gefällt mir auch. Erinnert mich in ihrer Absurdität ein wenig an Walter Moers' Träumende Bücher-Reihe.
  Gerade wollte Asmodis etwas erwidern, als sich der Schauerchor theatralisch räusperte: „Wollen wir das nun zu Ende bringen, oder sind wir hier fertig?“
  Asmodis knallte das Buch zu. „Wir sind fertig.“
  Die zwanzig Stimmen des Schmerzbolds seufzten enttäuscht.
  „Können wir nun gehen?“, fragte Leon.
  „Oh, aber natürlich, Verzeihung.“ Augenblicklich setzten die Bo-dendielen Asmodis und Leon auf dem Parkett ab und schrumpften wieder in ihren angedachten Platz zurück.
  „Theoretisch wäre es nun meine Aufgabe, dich zu bannen. Dein Glück, dass mir dieser Tage wichtigeres im Kopf herumschwirrt, als kindische Kleingeister.“, warnte Leon das Wesen. Wie hinrissig dieses ganze Unterfangen doch war. Als hätte ein Straßenköter einen Hunde-fänger engagiert.
Hier ist auch wieder eine Diskrepanz zwischen dem Amt des Legislators und dem Verhalten deines Protagonisten. Er fährt raus zu einer Villa, zu einem Anliegen, dass eigentlich nicht in seinen Zuständigkeitsbereich fällt. Dann lässt er sich breitschlagen, aber als sich herausstellt, dass es sich tatsächlich um einen Dämon handelt - der sehr wohl in seinen Zuständigkeitsbereich fällt - will er seinen Job nicht machen, weil er zu beschäftigt ist?
  Der Schmerzbold hatte wieder die Gestalt Lady Sledgeforths ange-nommen und machte einen griesgrämigen Eindruck. „Fanden die Herren es nicht wenigstens ein bisschen witzig?“
  Leon zuckte mit einer Augenbraue.
  „Ouh … Ouh …“, knatschte der Dämon und spielte betreten mit seinen knochigen Menschenfingern. „Ich gelobe eine spektakulärere Inszenierung, wenn ich das nächste mal …“
  Es rumste. Leon hatte den Dämon an der Gurgel gepackt und ge-waltsam gegen die Wand geknallt. Ein Gemälde sprang vom Haken und fiel krachend der Schwerkraft zum Opfer.
  „Wir – sind keine – Alleinunterhalter!“, zischte Leon dem falschen Großmütterchen entgegen. Das Funkeln der anderen, brennenden Hand spiegelte sich in den hervorquellenden Augen der ihren. „Ver-standen?“
  Der Dämon nickte so heftig, wie es das alte Genick und Leons ei-serner Griff zuließen. „J… Ja …“, röchelte er.
  „Gut.“ Leon löste seine seine Hände. „Für dich mag das alles Spiel und Spaß sein. Aber wir Legislatoren haben jeden Tag mit Abgründen zu kämpfen, die …“
  „Lass gut sein, Leon“, raunte Asmodis. Er hob das Gemälde auf, befand es für irreperabel und warf es wieder zu Boden. „Dämonen atmen nicht und spüren keine Schmerzen. Es hat keinen Sinn, ihn zu würgen.“
  „Ja“, seuftzte Leon. „Sonst hätte ich es auch nicht getan. Es geht um das Exempel. Ich habe keine Zeit für diesen Schwachsinn hier. Eigentlich müsste ich … Ich müsste …“ Er zögerte. „Egal, lass uns hier verschwinden.“
  Während Leon sich den Dreck von der Uniform klopfte, richtete Asmodis Lady Sledgeforth auf und reichte ihr den Gehstock, obwohl er nur Teil dieser dummen Verkleidung war. Sie deutete eine geschun-dene Verbeugung an, dann zerflossen ihre Konturen in zähen Dunst, der mit einem leichten Funkeln hinfortrieselte.
  „Verdammte Dämonen“, grummelte Leon dem Schleier nach.
  „Keine Sorge, Leon. Sobald Doktor Versi aus’m Urlaub zurück ist, musst du dich nich mehr um diesen Quatsch kümmern und kannst dich wieder auf die echten Fälle konzentrieren.“
  Doktor Versi. – Leon wurde plötzlich bewusst, dass er strengge-nommen nicht einmal die paar Sekunden aufopfern konnte, die es kostete, sich aufzuregen.
  „Asmodis, du hältst die Stellung, ja?“ Leon legte seine flache Hand auf eine Fensterscheibe und prompt war sie verschwunden. Er schwang die Beine hinüber, stieß sich kräftig ab und verschwand über die pechschwarzen Dächer Velimas in die tiefe Nacht hinein.
  Leon vergoss keinen Gedanken an Asmodis, eher "verschwendete", oder? Gedanken kann man nicht vergießen. der ihm verstört in die Dunkelheit nachstarrte und sich fragte, in welche Katastrophe Leon sich diesmal verwickelt hatte. Hier springst du wieder aus der Perspektive und schaust kurz in Asmodis Kopf vorbei Ihm lag nur dreierlei im Sinn: Doktor Versi, das Torkelnde Ross und … der gottverdammte Künstler.


PS: Ein paar kleinere Rechtschreibfehler hab ich nicht markiert, damit es nicht zu unübersichtlich wird. Eine Runde Gerold könnte sicher helfen. Hielt sich aber in Grenzen.
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TZH85
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BeitragVerfasst am: 25.04.2017 10:33    Titel: Antworten mit Zitat

Ha, so unterschiedlich können Eindrücke sein.
Die anderen Kommentatoren finden die Perspektive nah an der Figur, ich hatte eher einen distanzierten Eindruck. Frage mich, woran es liegen könnte.
Vielleicht, weil der Leser zu Beginn beinahe angesproch wird durch das "Für Einsteiger: Poltergeister ernährten sich keineswegs von den Ängsten der Menschen"? Dadurch kam es mir gleich so vor, als wolle mir ein nicht-personeller Erzähler erst mal etwas Theorie vermitteln, bevor es an die Geschichte geht. Interessant.
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Kätzchen
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BeitragVerfasst am: 25.04.2017 10:39    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Durch die Art, wie du z.B. die alte Lady (bzw. den Dämon) darstellst, wirkt es so als ob Erzähler und Protagonist sehr zynisch auf sie herabsehen.


Genau das finde ich so interessant Laughing
Und noch immer denke ich an Constantine, der gutherzigste Mensch der Welt, der überhaupt nicht so rüber kam. Damn you, Jacobus! Jetzt werde ich heute Abend den Film noch einmal angucken müssen, auch wenn ich längst mitsprechen kann.

LG
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TZH85
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BeitragVerfasst am: 25.04.2017 10:59    Titel: Antworten mit Zitat

Kätzchen hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Durch die Art, wie du z.B. die alte Lady (bzw. den Dämon) darstellst, wirkt es so als ob Erzähler und Protagonist sehr zynisch auf sie herabsehen.


Genau das finde ich so interessant Laughing


Wahrscheinlich ist es echt eine Geschmacksfrage. Auf mich wirken solche Figuren immer recht unreflektiert sich selbst gegenüber und ich bin mir selten sicher, dass es vom Autor so gewollt ist, wenn der Erzähler zu stark in die gleiche Kerbe schlägt.
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Kätzchen
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BeitragVerfasst am: 25.04.2017 11:06    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, Geschmackssache ist es definitiv und darüber lässt sich nicht streiten Very Happy !
Was ich auch gar nicht möchte. Ich möchte nur eine andere Sichtweise in den Raum werfen:

Zitat:
Auf mich wirken solche Figuren immer recht unreflektiert

Persönlich interpretiere ich da immer in die ganz andere Richtung:
Ich empfinde zynische Protas meist als besonders reflektiert. Sie verstehen sich selbst und ihre Umwelt mit genügend Intelligenz, um diesen Zynismus aufbringen zu können, der eine gewisse Machtlosigkeit gegenüber Idioten und allem Nervigen darstellt.
Und meistens sind solche Leute verdammt gut in dem was sie tun, somit unersätzlich; das erlaubt es ihnen, sich so "unmöglich" zu verhalten. Ich denke sogar, dass nicht-reflektierte Persönlichkeiten keinen guten Zynismus zustande bringen, denn Zynik erfordert ein außerordentlich tiefes Verständnis der jeweiligen Emotionen und Sachverhalte.

Wie gesagt, keine Diskussion, die einen sehen es so, die anderen so.
Ich wollte nur mal ein paar andere Gedanken beleuchten Very Happy

Leon ist so jemand, bei dem ich mich eben frage: Was ist geschehen, dass er so geworden ist?
Und das macht es wieder sehr spannend.

LG
Katze


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Jacobus R. Larularis
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BeitragVerfasst am: 25.04.2017 11:39    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Moin,

vielen Dank für das fruchtbare (weil bipolare) Feedback. Es wurde ja mehrfach angesprochen, dass die ersten Paragraphen Infodumps wären, und den Einspruch kann ich nachvollziehen. Ich hatte mich dabei ein wenig an einem Terry Pratchett-Roman orientiert, der sich erst einmal einige Seiten Zeit nimmt, den Fortpflanzungshabitus von Kobolden zu schildern. Handwerklich gesehen eine Katastrophe (zumal all diese Erklärungen keine Rolle spielen und nie wieder aufgegriffen werden), dennoch mochte ich die Art und Weise, wie damit der "Ton" etabliert wurde.

Leon ist ein rationaler Logiker, ein Mann der nüchternen Tatsachen, gefangen in einer Welt der Groteske, der Willkür des Bizarren. Als wäre nicht Alice in die Hasensasse gefallen, sondern ein autistischer(er) Immanuel Kant. Dieser krasse Widerspruch zwischen innerer Wahrnehmungswelt und äußerer Darstellung hat sich mir als sehr gewinnbringend erwiesen; deswegen auch die "Infodumps", welche die Funktion erfüllen sollten, genau dieses Setting zu etablieren: Bizarre Verhältnisse durch eine rationale Logik-Brille betrachtet.

Ich kann die Einwände aber verstehen; gerade zu Beginn ist es ja wichtig, den Leser unholprig einzufangen und heimlich zu fesseln, weshalb ich versuchen werde, ein bisschen mehr in die Mitte der beiden Extreme zu gelangen, sprich: Es etwas aufzulockern.

Danke auch für die konkreten Anmerkungen, ich werde sie nachher durcharbeiten. smile


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TZH85
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BeitragVerfasst am: 25.04.2017 11:51    Titel: Antworten mit Zitat

Ich stimme dir absolut zu, es ist eine Geschmacksfrage.

Prinzipiell mag ich auch zynische, gebrochene Figuren. Vielleicht reden wir aneinander vorbei. Ich meinte nicht, dass Zyniker generell nicht reflektieren, sondern dass das Zynische bei mir nicht richtig ankommt, wenn nicht ein Schuss Selbstreflexion dabei ist. Im Text von Jacobus stellt sich Leon nicht selbst in Frage, sondern ist nur zynisch seiner Umgebung gegenüber.
Zwei ziemlich gute Fantasy-Reihen mit sehr, sehr zynischen (und brutalen) Anti-Helden, die ich in letzter Zeit gelesen hab, waren die "Prince of Thorns"-Reihe und der Zweiteiler "Six of Crows"/ "Crooked Kingdom". Bei Letzterem ist der Prota ein abgehärteter Gangster und zeigt anderen Gegenüber kaum Mitleid oder Emotionen. Obwohl er einige grauenhafte Dinge tut, ist er trotzdem nicht unsympathisch. Was vor allem daran liegt, dass er sich bewusst ist, wie grausam er handelt und dass etwas mit ihm nicht stimmt. Dabei gibt's immer wieder Perspektivwechsel zu anderen Figuren, durch deren Augen der Protagonist (natürlich) wie ein reiner Psychopath rüberkommt. Aber sobald in die Perspektive des Protas gewechselt wird, zeigt sich, dass er durchaus Selbstzweifel hat.

Natürlich kann ich anhand einer Szene nicht beurteilen, ob das nicht auch hier im Verlauf der Geschichte der Fall sein könnte. Allerdings scheint mir dazu der Ton des Erzählers, wie bereits erwähnt, zu flapsig.
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Rainer Prem
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BeitragVerfasst am: 25.04.2017 12:19    Titel: Antworten mit Zitat

Jacobus R. Larularis hat Folgendes geschrieben:
Moin,

vielen Dank für das fruchtbare (weil bipolare) Feedback. Es wurde ja mehrfach angesprochen, dass die ersten Paragraphen Infodumps wären, und den Einspruch kann ich nachvollziehen. Ich hatte mich dabei ein wenig an einem Terry Pratchett-Roman orientiert, der sich erst einmal einige Seiten Zeit nimmt, den Fortpflanzungshabitus von Kobolden zu schildern.


Sagen wir mal so: Wenn du dieses Buch für dich schreibst, und dir das gefällt, kein Problem. Wenn du es als Erstlingswerk verkaufen willst, sagt dir jeder, dass der selige Sir Terry Pratchett sich irgendwann alles erlauben konnte, weil jeder Fan bereit war, über so einen Anfang hinwegzulesen.

Auf der anderen Seite kann die Fortpflanzung von Kobolden ja auch interessant sein Wink Welches Buch ist das denn? Das kenne ich wohl noch gar nicht.

Grüße
Phiro
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Jacobus R. Larularis
Abc-Schütze


Beiträge: 5



BeitragVerfasst am: 25.04.2017 12:28    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Rainer Prem hat Folgendes geschrieben:

Auf der anderen Seite kann die Fortpflanzung von Kobolden ja auch interessant sein Wink Welches Buch ist das denn? Das kenne ich wohl noch gar nicht.


Tut mir Leid, das weiß ich selbst nicht mehr. Ich habe die alle in wenigen Wochen exzessiv durchgelesen.


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"Habe Mut, dich deiner selbstverschuldeten Unmündigkeit zu bedienen!" ~ Immanuel Kants weniger bekannte, aber wesentlich coolere Zwillingsbruder
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Suscst
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 19
Beiträge: 18
Wohnort: Ledersessel


BeitragVerfasst am: 04.05.2017 15:50    Titel: Antworten mit Zitat

Hat mir sehr gefallen.

Das einzige was mir ins Auge sprang war der Titel. Vermutlich ist auch das Geschmacksache, aber "Entflucher" wirkt nicht gerade... reisserisch. Es hat für mich etwas Verwirrendes, eher Entschleunigendes. - Wohl Absicht.
Wenn nicht habe ich ein paar Vorschläge. (Ich kann es nicht lassen)  
Vielleicht könntest du es mal mit Fluchbrecher,  "Befreier" oder Bannbrecher versuchen.

Wünsche dir noch alles Gute bei deinem Projekt ^^


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Das Leben ist fast wie eine Gurke. Nur anders.
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