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Der Fluch - von talentloser Besessenheit


 

 
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Vincent Vice.
Geschlecht:männlichHobbyautor

Alter: 27
Beiträge: 433
Wohnort: Heute


BeitragVerfasst am: 07.01.2018 07:53    Titel: Der Fluch - von talentloser Besessenheit eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Also nehme ich den Stift in die Hand und schreibe die Geschichte. Danach schreibe ich sie noch einmal. Und noch einmal. Ich schreibe sie mit allen Worten, die ich finde.
Irgendwann habe ich meine Geschichte auf so vielen Wegen erzählt, dass ich keine neue Version mehr schaffen kann. Jede erdenkliche Formulierung habe ich in jeder möglichen Kombination versucht.

Trotzdem sehe ich auf all den Seiten um mich herum dasselbe: Buchstaben. Wörter. Sätze.
Keine der Tränen, die ich beim Schreiben vergossen habe. Nichts von dem Lächeln, das mir bei so vielen Zeilen über die Lippen huschte.
Kein einziges Gefühl.

Nur taubes Schwarz auf blindem Weiß.



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Wenn der scheiß Berg nicht zum Propheten kommt, fahr ich halt ans Meer.
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Michael B. Sharp
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber


Beiträge: 13



BeitragVerfasst am: 09.01.2018 12:36    Titel: Antworten mit Zitat

Der kurze Text gefällt mir ganz gut, würde ihn aber fast schon unter Lyrik als unter Prosa einordnen.

"Ich schreibe mit allen Worten" empfand ich etwas merkwürdig, mit Worten an sich schreibt man ja schließlich nicht. Aus dem Stegreif vielleicht eher etwas in der Richtung "ich nutze jedes Wort" ...
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Vincent Vice.
Geschlecht:männlichHobbyautor

Alter: 27
Beiträge: 433
Wohnort: Heute


BeitragVerfasst am: 12.01.2018 10:34    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Michael,

vielen Dank für Dein Kommentar. Ja, Du hast recht. War im Nachhinein vielleicht ungünstig formuliert.

LG

W


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purpur
Autor


Beiträge: 702



BeitragVerfasst am: 14.01.2018 02:44    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo VincentVice,

Dein Text gefällt mir, hat mich traurig gestimmt und erinnert an eigene,
vor Jahren gesetzte Zeilen, die ich schon fast vergessen hatte.
Hoffentlich ist es genehm, sie in diesem Kontext vorzustellen.
Ich war erstaunt, wie sich beide einander annähern/ähneln,
aufgrund der verwendeten Worte, aber auch wiederum gar nicht.
Was nicht nur mit der fokussierenden Wirkung des Titels in
Zusammenhang gebracht werden kann. Da es Dir mMn
möglicherweise um den Schreibprozess (oder das"unbefriedigende"
Resultat?) als solchen geht, mein Text sich mehr auf all das Unausgedrückte
zwischen den Zeilen und den "aufgebrauchten Stift" bezieht.
Da bin ich mir aber noch recht unsicher. Das im Titel enthaltene 'talentloser' find ich bemerkenswert!
Besonder gefällt mir die nachhaltige Schwere Deines letzten Satzes, wohl
wegen der gegebenen Attribute "taubes" Schwarz /"blindes" Weiß !
Sehr ausdrucksstark in der Verbildlichung meiner Vorstellung !


Zitat VV
" Der Fluch - von talentloser Besessenheit

Also nehme ich den Stift in die Hand und schreibe die Geschichte. Danach schreibe ich sie noch einmal. Und noch einmal. Ich schreibe sie mit allen Worten, die ich finde.
Irgendwann habe ich meine Geschichte auf so vielen Wegen erzählt, dass ich keine neue Version mehr schaffen kann. Jede erdenkliche Formulierung habe ich in jeder möglichen Kombination versucht.

Trotzdem sehe ich auf all den Seiten um mich herum dasselbe: Buchstaben. Wörter. Sätze.
Keine der Tränen, die ich beim Schreiben vergossen habe. Nichts von dem Lächeln, das mir bei so vielen Zeilen über die Lippen huschte.
Kein einziges Gefühl.

Nur taubes Schwarz auf blindem Weiß."



Zitat pp
"Von den Farben zwischen den Zeilen

Du warst der schwarze Stift, der einzige,
den ich mir ausgesucht hatte, und ich
nahm dich her, schrieb, schrieb nur, nur
deine Geschichte auf, auf mein weißes Blatt,
immer nur deine Worte der Geschichte,
immer neuer Version, so vieler Versionen,
bis es keine neue mehr gab, geben konnte,
und nun, nun bist du aufgebraucht (in).
Schwarz auf Weiß."
 Kommt noch was?
HerzlichePpGrüße
Pia


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Vincent Vice.
Geschlecht:männlichHobbyautor

Alter: 27
Beiträge: 433
Wohnort: Heute


BeitragVerfasst am: 16.01.2018 17:46    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo liebe Pia,

vielen Dank für Dein Kommentar smile

Die Parallelen zwischen unseren Texten sind wirklich verblüffend o_O

Ich hatte aber bei Deinen Texten schon oft das Gefühl, dass wir ähnliche Gedanken/ Stilmittel benutzen.
Bestimmt sind wir seelenverwandte Schreiberlinge smile

Hab einen schönen Tag

W


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purpur
Autor


Beiträge: 702



BeitragVerfasst am: 17.01.2018 01:52    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo lieber VincentVice,

danke, ja, das find ich auch.  smile Man liest sich!
 Kommt noch was?
HerzlichePpGrüße
Pia


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BlueNote
Geschlecht:männlichStimme der Vernunft


Beiträge: 6567
Wohnort: NBY
Ei 4



BeitragVerfasst am: 17.01.2018 08:08    Titel: Antworten mit Zitat

Ich weiß nicht recht, was ich von deinem Minitext halten soll. Der Protagonist demonstriert glaubhaft seine talentlose Besessenheit beim Schreiben. Es wäre auch unlogisch, wenn sich der Text bei Talentlosigkeit als ein stilistischer Leckerbissen herausstellen würde. Trotzdem frage ich mich, welchen Gewinn ich als Leser beim Konsumieren dieses Textes haben soll.
Die "Talentlosigkeit", von der die Rede ist, manifestiert sich für mich hauptsächlich durch die stilistischen Unerfreulichkeiten, wie die sehr einfachen, gleichen Sätze, die gewollten und ungewollten Wiederholungen (es sind wirklich sehr viele!), dem fehlenden Kontext.
Das taube Schwarz auf blindem Weiß wird heraufbeschworen und kommt so bei mir als Leser auch an. Aber was habe ich davon, mich mit einem tauben Text zu beschäftigen, der das wiedergibt, was er gleichzeitig beklagt?
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Vincent Vice.
Geschlecht:männlichHobbyautor

Alter: 27
Beiträge: 433
Wohnort: Heute


BeitragVerfasst am: 17.01.2018 10:18    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Guten Morgen BlueNote,

Du hast natürlich recht. Das ist kein Text, den ich nach dem Schreiben mit Herzblut überarbeitet und perfektioniert habe. Nicht aus Faulheit, sondern den Dir genannten Gründen.
Die Absicht war, das Gefühl des Protas in wenigen Zeilen zu transportieren.
Ob das jetzt gelungen ist, oder ob das einen Gewinn für den Leser darstellt entscheidet natürlich ihr, bzw. jeder Einzelne.

Dir einen schönen Mittwoch und Danke für Dein Feedback!

W


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AlexanderR
Geschlecht:männlichVorschüler

Alter: 41
Beiträge: 1
Wohnort: München


BeitragVerfasst am: 20.01.2018 10:45    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Vincent,
ich finde den Text sehr gelungen. Er mag stilistisch nicht perfekt sein und auch einige Wiederholungen enthalten.
Das ist aber nicht so wichtig. Wichtig ist, dass er ein Gefühl auslöst. Und das tut er.
Erinnert mich ein wenig an Chandos Brief von Hugo von Hofmannsthal.

VG Alex
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purpur
Autor


Beiträge: 702



BeitragVerfasst am: 20.01.2018 12:09    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Morgen VincentVice,

nur ein kurzer Gedanke, der mich zum Geschriebenen, s.o., bewegt hat
 ... wie lange aber mag wohl das "Herzblut" zur Überarbeitung eines
Textes reichen. Bis zur Blutleere ist auch nicht unbedingt ergötzlich.
Ein "Break"  erscheint mir da angebracht,  als die einzig mögliche,
lebenserhaltende Maßnahme. Vielleicht, immer wieder Flucht durch
die "mutige" Lücke.
 Kommt noch was?
HerzlichePpGrüße und erholsames WE
Pia


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Willebroer
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 2342
Wohnort: OWL


BeitragVerfasst am: 21.01.2018 00:04    Titel: Antworten mit Zitat

Nur noch mal zum Thema "Talent": Bei manchen Texten findet man tatsächlich etwas, was auf Talent schließen läßt. Ich würde eher von "Potenzial" sprechen. Aber umgekehrt würde ich nie auch bei einem noch so schlechten Text die Hand dafür ins Feuer legen, daß der Autor ewig erfolglos bleibt. Allenfalls kann man die Wahrscheinlichkeit höher oder niedriger einschätzen.

Streng genommen geht es hier auch nicht um einen talentlosen Autor, sondern um einen Autor, der sich für talentlos hält. Wenn er das gut rüberbringt, hat er damit sein Talent gezeigt - und bleibt trotzdem glaubwürdig, egal ob er sich wirklich für talentlos hält oder nur als Autor diese Rolle übernimmt.
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