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Warschau, April 43-08


 

 
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Tayfun
Geschlecht:weiblichHobbyautor


Beiträge: 392
Wohnort: Ruhrpott


BeitragVerfasst am: 15.04.2008 18:26    Titel: Warschau, April 43-08 eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Warschau, April 43-08

Aprilfrisch
begrünt Regen
die verbrannte Erde
unter dem Asphalt
widerstandener Geschichte

Deutsche heute  -
das Ghetto
Vergessen

Ein Kranz Abbitte
viele Reden
sinnentleerte Worte
die sich aufblähen
mit Betroffenheit
Totengebet auf jiddisch
stilvoll
mit Gesang
65 Jahre später
eine Feier

Was sonst?

Aprilfrisch
begrünt Regen
den Duft vom Nazi-Gevatter Tod

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Hektograf
Schreiberling


Beiträge: 257



BeitragVerfasst am: 15.04.2008 21:15    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Tayfun

kluge Worte, eines was mich stört:

Du beschreibst hier das typisch Menschliche
und nicht das typisch Deutsche.

Betroffenheit ist meistens gespielt, machmal sogar ohne es zu wissen, vor allem bei denen, die sie nie wirklich spüren mussten. Adererseits, was kann man schon von den heutigen, europäischen Kaninchen erwarten.

Gruß
H
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Tayfun
Geschlecht:weiblichHobbyautor


Beiträge: 392
Wohnort: Ruhrpott


BeitragVerfasst am: 16.04.2008 08:45    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hm Hektograf,

das ist schon ganz und gar auf deutschem Mist gewachsen. Leider.

Auch wenn Rassismus als solcher weltweite Verbreitung hat. Unsere, die deutsche Version, der Holocaust, wird für alle Zeiten die absolute Spitze des Eisberges sein.
Und damit der Eisberg nicht heimlich unterirdisch wächst und wächst trotz Klimawandel, muss man das Sichtbare, das Gelebte, die Geschichte im Auge, Hirn und Herzen behalten. Es gibt noch so viele Alte, Neue und so viele bestiefelte Möchtegerns, so viel Faszination simpler brutaler Macht und Einfachststrukturen.

Und gut, da gebe ich dir recht, das Letztere ist und war nie nur deutsch, das ist überall. Und gerade deshalb ... kein Vergessen, immer wieder den Finger in die Wunden! Überall. Kein Schweigen, das ist das Mindeste.

LG Tayfun
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Manuel M. Lorenz
Autor


Beiträge: 895



22 Gedichte - Unterm Strich war es ein guter Tag
BeitragVerfasst am: 16.04.2008 10:24    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Hm Hektograf,

das ist schon ganz und gar auf deutschem Mist gewachsen. Leider.


Also ich will ja nicht päpstlicher sein als der Papst... aber Leider hört sich in diesem Zusammenhang in meinen Ohren äußerst missverständlich an...
Ganz so als wäre es schon in Ordnung gewesen, wenn nur ein paar andere auch noch schön beim fröhlichen Massenmorden mitgemacht hätten...

Hoffe doch du meintest das nicht so  Confused


Zum Text:

Ich finde es ganz gründsätzlich schwierig Texte über Krieg oder ähnlich monströse Ereignisse aus der Aussenperspektive zu schreiben.
Krieg ist immer grausam... so viel weiß wohl jeder... was es aber genau bedeutet wenn Bomben einschlagen und Soldaten wüten kann ich mir nur sehr schwer vorstellen...

Konkret empfinde ich die erste Strophe als äußerst gelungen. Hier schaffst du den Spagat zwischen nüchterner Betrachtung und emotionalen Bildern.

Im Hauptteil erliegst du glaube ich dem Beschreibungsproblem selbst. Du reihst aneinander - emotionslos - mit der Absicht distanziert zu klingen und bist dabei genauso distanziert wie die Deutschen heute.

Du reduzierst, weil die Grausamkeit selbst nicht denkbar, nicht nachvollziehbar ist. Und daran scheitert in meinen Augen der Text!

Und trotzdem mutig, weil du dich zwingst hinzusehen!

lg nick
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Tayfun
Geschlecht:weiblichHobbyautor


Beiträge: 392
Wohnort: Ruhrpott


BeitragVerfasst am: 16.04.2008 16:42    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hm Nicholas,

du bist päpstlicher als der Papst  Wink . Ich denke das "leider" erklärt sich selbst schon im nachfolgenden Satz und eigentlich aus dem Gedicht sowieso.

Aber ich merke, dass doch irgendwie verschiedene Lesarten bestehen.  Question

Wobei sich für mich da dann einfach anhand der bisherigen Rückmeldungen schon Fragezeichen auftun, wie der Text eigentlich interpretiert wird.

Für mich ist die Aussage so anti-reichskristallnachtklar. Wenn das nicht rüber kommt, dann ist es Schrott und fürn Papierkorb. Ich habe auch keine Aussenperspektive. In diesem Fall auch ein - leider!

Ich will aber nicht die Grausamkeit von damals, sondern die Gleichgültigkeit von heute beschreiben. Umgang mit Geschichte. Verdrängung und Präsenz. Strophe 1 und die letzte - Vergangenheit und das Heute - sind für mich bei diesem Text wesentlich.

LG Tayfun
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Manuel M. Lorenz
Autor


Beiträge: 895



22 Gedichte - Unterm Strich war es ein guter Tag
BeitragVerfasst am: 16.04.2008 19:06    Titel: Antworten mit Zitat

Ich hab schon verstanden wie das leider gemeint war... Ich bin da etwas übersensibel...  Cool

Ich glaube, meine Kritik liese sich auch auf deine Intention übertragen:

Ich denke einfach, dass sich die Gleichgültigkeit Heute nicht einfangen lässt indem du sie in der Sprache des Textes doppelst.
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Tayfun
Geschlecht:weiblichHobbyautor


Beiträge: 392
Wohnort: Ruhrpott


BeitragVerfasst am: 16.04.2008 19:14    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke Nicholas.
Wenn das als Dopplung ankommt, dann bin ich nicht präzise genug im Text. Sind beides zwar ein Paar, aber verschiedene Schuhe, pardon Stiefel.
LG Tayfun
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Manuel M. Lorenz
Autor


Beiträge: 895



22 Gedichte - Unterm Strich war es ein guter Tag
BeitragVerfasst am: 16.04.2008 19:25    Titel: Antworten mit Zitat

Ich würde gern noch andere Stimmen dazu hören, weil ich vielleicht auch zu einseitig lese!
Ich finde den Text im Kern äußerst relevant!
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