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Mariam_Maluue
Gänsefüßchen

Alter: 31
Beiträge: 17



BeitragVerfasst am: 31.08.2022 13:09    Titel: Titellos eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Dann versuche ich mich auch einmal an meinem Einstand und poste den Anfang meines ersten Kapitels. Bevor es jemand anmerkt, ich habe noch keinerlei Idee für einen Titel und ich mache mir schon seit Wochen gedanken darüber. Ich hoffe auf Resonanz.

In Menschenmengen war Nolan der Schimmer immer zu stark. Selbst durch seine getönten Brillengläser sah er die verschiedenen Farben. Wie Dunstwolken waberten sie aus den Körpern der Menschen sichtbare Ausdünstungen von zu viel Knoblauch am Vortag.
Wo viel Leben, da viel Schimmer.
Entnervt schob er sich durch die verstopfte Hauptstraße. Kjell, war ihm einige Meter voraus, was keine Kunst war, denn ihm schienen die Menschen automatisch Platz zu machen.  Nolan hingegen wurde alle paar Schritte angerempelt und das Flimmern vor seinen Augen kam noch hinzu. Sie hätten auch einfach ein Transit zur Arbeit nehmen können, aber Kjell war zu geizig gewesen und gemeint das zur Rush-hour zu Fuß gehen schneller sei.
Als es auch noch zu regnen begann war Nolan heilfrohfroh als sie das turmhohe Glasgebäude erreicht hatten.
Die Behörde für Schutz- und Sicherheitsbedarf, kurz BSS, war das dritthöchste Gebäude der Stadt und neben dem Rathaus und dem Institut für Forschung und Wissenschaft von nahezu jedem Ort in der Stadt sichtbar.
Wie nahezu jedes Gebäude, das der Verwaltung gehörte, war dies ein Ungetüm aus Glas und Stahl. Transparenz war das Motto bei der Stadtplanung gewesen und das hatten sie bis ins letzte Umgesetzt auch bei den Wohngebäuden der Stadt, die ebenfalls allesamt der Verwaltung gehörten. Die Slogans des Wideraufbaus prangten von nahezu jeder Fassade und jeder Werbetafel. Wenn man direkt davorstand, konnte man die Spitze des Gebäudes nicht mal sehen, wenn man den Kopf ganz in den Nacken legte. Ein Koloss in dessen Schatten man sich klein und unbedeutend vorkam. Und obwohl Transparenz das Motto des Wiederaufbaus war, ein Gebäude, das man nur mit entsprechender Erlaubnis betreten konnte, wenn man es auch wieder als freier Mensch verlassen wollte.
Nolan folgte seinem Bruder durch die gläsernen Flügeltüren. Mit einem diskreten Surren schlossen sich die Türen hinter ihm und der Lärm und die hektische Betriebsamkeit der Straße verstummten. Erleichtert nahm Nolan die Brille ab, wischte die Regentropfen von den Gläsern und steckte sie in eine der Seitentasche seiner Cargo Hose. Sie durchquerten die riesige Eingangshalle, die ebenso hell und lichtdurchflutet, wie leer und steril und damit das Gegenteil der belebten Straße war. Nolan hatte das Gefühl erstmals wieder durchatmen zu können, seit die Ihre Wohnung am Central Plaza vor einer guten Stunde verlassen hatten. An der Schleuse scannte er seine ID und schloss endlich zu Kjell auf.
,,Ich hasse Menschenmengen, da krieg ich Kopfschmerzen.‘‘ Kjell warf ihm einen Seitenblick zu ,,Du hast doch deine Brille auf.‘‘ Nolan zog eine Grimasse ,,Deswegen sehe ich trotzdem überall Schimmer und abgesehen davon finde ich es einfach nicht schön andauernd angerempelt zu werden.‘‘ ,,Das nächste mal schlage ich dir eine Schneise in die Menge damit du ohne die Berührungen des niederen Volkes zum Arbeitsplatz kommst.‘‘ Lachte Kjell und gab seinem Bruder Klaps auf die Schulter die ihn stolpern lies.
Nolan verdrehte die Augen er wusste das die Frotzeleien seines Bruders über seine Befindlichkeiten nie enden würden. Also beschloss er das Thema nicht weiter zu vertiefen und drückte auf den Fahrstuhlknopf.
,,Was genau stand nochmal in dem Memo?‘‘ fragte Kjell und Nolan war sich sicher dass er es nicht einmal gelesen hatte sondern überhaupt nur zu einem Termin erschien weil Nolan ihn darüber informiert hatte. Manchmal fragte er sich, ob sein Bruder ohne ihn nicht überlebensfähig war, oder schlicht so faul, dass er sich darauf verlies das Nolan schon alles richten würde. Je nach Tagesform tendierte Nolan zur ersten oder zweiten Variante. Die Fahrstuhltüren öffneten sich mit und entließ sie in den achtzehnten Stock des Glasgebäudes. Regen prasselte gegen die Glasfronten und gaben nur einen verschwommenen Blick auf den dunkelgrauen Himmel frei. Vereinzelt sah man kleine Lichter der Drohnen aufblinken die patrouillierten. Die Büros lagen auf der anderen Seite der Verglasung, so dass der Flur hell und lichtdurchflutet war, die Büros jedoch waren allesamt fensterlos. Man munkelte das in der 30 Etage, der Chefebene, alles verglast und hell war, dort oben war jedoch noch keiner gewesen den Nolan als zuverlässige Quelle erachten würde. Sie blieben vor einer grauen Tür stehen. Alle Türen in diesem Gebäude waren grau.  Alles sah haargenau gleich aus. Nur der Name am Türschild variierte. Nolan klopfte und eine dünne Stimme rief sie herein.
Das Büro war ebenso schmucklos und eintönig wie alle anderen Büros in diesem Gebäude. Da die Verwaltung sich scheinbar planlos aber doch mit erstaunlicher Regelmäßigkeit umstrukturierte und daher jeder mehrfach umziehen musste. Warum erschloss sich ihm nicht, jedoch wechselten seine Vorgesetzten immer wieder Büro und Stockwerke, die einander immer  bis auf die letzte Langweilige PVC-Paneele glichen. Billiger Teppichersatz, graue Wände und jeweils ein grauer Aktenschrank. Ein ebenfalls grauer Schreibtisch unter einer einzelnen LED-Deckenlampe das Tageslicht simulieren sollte. Nolan hatte immer gehofft nie in den Innendienst versetzt zu werden, die Vorstellung in so einem Büro sein Dasein zu fristen schüttelte ihn. Kjell ging es nicht anders, allerdings kam bei ihm noch hinzu das er es als Verschwendung  seines Talents sähe und er einfach zu gerne in riskanten Einsätzen herumsprang.  Der Besitzer der dünnen Stimme saß hinter dem grauen Schreibtisch und sortierte einige Dateien an seinem Bildschirm. Ein dünner, in sich zusammengefallen wirkender Mann mit schütterem Haar. Als die beiden eintraten wies er knapp auf die graugepolsterten Besucherstühle. ,,Schön das sie den Weg hierhergefunden haben‘‘ sagte er nicht unfreundlich jedoch ohne den Blick von seinem Bildschirm zu wenden. Er hatte eine blasse fast gräuliche Gesichtsfarbe und Nolan fragte sich für einen Moment, ob das Grau der Büros irgendwann abfärbte. ,,Wir sind zu Fuß hergekommen‘‘ sagte er.  Eine hochgezogene Augenbraue und der erste Blick weg vom Bildschirm waren die Konsequenz ,,Während der Rush- hour? Sie sind doch seh-begabt.‘‘ Kjell antwortete, bevor Nolan den Mund öffnen konnte ,,Jetzt sind wir ja da, was haben sie denn für uns.‘‘ Diesmal galt die hochgezogene Augenbraue Kjell, doch der graugesichtige Beamte beließ es dabei und fuhr fort einige Dateien auf seinem Bildschirm aufzurufen. Schließlich drehte er den Bildschirm, so dass die Brüder ihn sehen konnten. ,,Es gibt den Verdacht eines Seuchenausbruchs im erweiterten Hinterland der Stadt . Betroffen scheint nur eine einzelne Person aber das Gelände ist unübersichtlich und nicht durch unsere Kartographen erschlossen.‘‘ Mit Kartographen waren die Drohnen gemeint die regelmäßig patrouillierten und ständig Aufnahmen der Umgebung an die Verwaltungsabteilung übermittelten. Soweit draußen gab es keine Drohnen dafür war die Besiedelung einfach zu dünn und die Gegend zu unwirtlich. Der Mann räusperte sich bevor er fortfuhr ,,Wir planen daher sie mit einem  Team in die Nähe der Situation zu bringen und wünschen uns eine Aufklärung der Lage sowie eine Liquidierung, sofern sie einen Befall feststellen.  Sie haben hierfür die Freigabestufe Drei. Start des Einsatzes ist morgen früh um drei Uhr am üblichen Sammelplatz, hier sehen sie die Informationen, die wir ihnen zu Verfügung stellen können. Wenn Sie sich alles eingeprägt haben können sie wegtreten und sich vorbereiten.‘‘  Nolan und Kjell beugten sich gleichzeitig vor, um den Bildschirm zu studieren. Es war ein Standardvorgehen. Man wurde einbestellt, um von seinem Teamleiter eingewiesen zu werden. Soweit sie wussten, waren sie die einzigen die immer gemeinsam für einen Einsatz gebucht wurden. Üblicherweise wurde man einzeln einbestellt und lernte erst am Treffpunkt des Einsatzes seine übrigen Teammitglieder kennen. Natürlich war man mittlerweile untereinander bekannt. Aber die Zusammensetzungen variierten je nach Einsatzbedarf. Manchmal wurden mehr Seh-begabte benötigt manchmal mehr Form-begabte. Die Besonderheit bei Nolan und Kjell, abgesehen davon, dass sie Zwillinge waren, war die Tatsache das sie über ergänzende Begabungen verfügten. Daher wurden sie häufig in komplexeren Einsatzlagen angefordert.

12Wie es weitergeht »




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dürüm
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Beiträge: 747
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BeitragVerfasst am: 31.08.2022 13:43    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Mariam,

erst einmal herzlich willkommen!

Ganz kurz (muss gleich weg), gerne gelesen, packt mich gleich, ich liebe solche  halb technisch, halb medizinisch (besondere Fähigkeiten) angehauchten Science Fiction Stories.

Flüssig erzählt, bei dem Namen Kjell würde ich gerne wissen, wie er ausgesprochen wird (deutsch oder norwegisch?), Dein Lieblingswort habe ich ebenfalls schon gefunden (nur Spaß!)

Zitat:
Rathaus und dem Institut für Forschung und Wissenschaft von nahezu jedem Ort in der Stadt sichtbar.
Wie nahezu jedes Gebäude, das der Verwaltung gehörte, war dies ein Ungetüm aus Glas und Stahl. Transparenz war das Motto bei der Stadtplanung gewesen und das hatten sie bis ins letzte Umgesetzt auch bei den Wohngebäuden der Stadt, die ebenfalls allesamt der Verwaltung gehörten. Die Slogans des Wideraufbaus prangten von nahezu jeder Fassade


Und ich glaube, ein paar zusätzliche Kommas könnten auch nicht schaden.

In der Beschreibung der Büros könntest Du noch straffen (da war ich versucht diagonal zu lesen, aber ich bin auf jeden Fall neugierig genug, dass ich weiterlesen wollen würde.

Also, well done!!!

Gruß
Kerem


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Mariam_Maluue
Gänsefüßchen

Alter: 31
Beiträge: 17



BeitragVerfasst am: 31.08.2022 13:50    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Wow, vielen Dank für die positive Rückmeldung Very Happy

Nahezu also, verdammt, ich pass sonst so auf aber das ist mir wirklich durchgegangen. Ich werde es direkt korrigieren. Um die Zeichensetzung werde ich mich auch noch im Verlauf kümmern.

Danke für dein Feedback


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omegaMk13
Wortedrechsler


Beiträge: 57
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BeitragVerfasst am: 31.08.2022 16:30    Titel: Re: Titellos Antworten mit Zitat

Mariam_Maluue hat Folgendes geschrieben:
Sie hätten auch einfach ein Transit zur Arbeit nehmen können, aber Kjell war zu geizig gewesen und hatte gemeint das zur Rush-hour zu Fuß gehen schneller sei.

Vielleicht könntest du hier nach dem Komma umstellen: 'hatte gemeint, zur Rush hour zu Fuß zu gehen sei schneller.'

Zitat:

Als es auch noch zu regnen begann war Nolan heilfrohfroh als sie das turmhohe Glasgebäude erreicht hatten.

Zweimal 'als' in kurzer Folge.

Zitat:
Wie nahezu jedes Gebäude, das der Verwaltung gehörte, war es dies ein Ungetüm aus Glas und Stahl.

Passt hier vom Gefühl her besser als das Demonstrativ.

Zitat:
Wenn man direkt davorstand, konnte man die Spitze des Gebäudes nicht mal dann sehen, wenn man den Kopf ganz in den Nacken legte.

Macht das Ganze etwas organischer, finde ich.

Zitat:
Und obwohl Transparenz das Motto des Wiederaufbaus war, ein Gebäude, das man nur mit entsprechender Erlaubnis betreten konnte, wenn man es auch wieder als freier Mensch verlassen wollte.

Wortgleiche Formulierung wie oben; vllt. könntest du das mit 'und trotz ebenjener Transparenz ...' wieder aufgreifen.

Zitat:

Nolan folgte seinem Bruder durch die gläsernen Flügeltüren. Mit einem diskreten Surren schlossen sie sich die Türen hinter ihm und der Lärm und die hektische Betriebsamkeit der Straße verstummten.

Damit nicht zweimal in kurzer Folge 'Türen' steht.

Zitat:
Nolan hatte das Gefühl erstmals wieder durchatmen zu können, seit die sie Ihre Wohnung am Central Plaza vor einer guten Stunde verlassen hatten.

Hier würde ich 'an der Central Plaza' schreiben.

Zitat:
,Das nächste mal schlage ich dir eine Schneise in die Menge damit du ohne die Berührungen des niederen Volkes zum Arbeitsplatz kommst.‘‘ Lachte Kjell und gab seinem Bruder einen Klaps auf die Schulter, der die ihn stolpern ließ lies.

Unechtes Inquit; möchtest du das wirklich so stehen lassen?
Wenn der Klaps ihn stolpern lässt, muss er aber ordentlich zugehaut haben.

Zitat:
Nolan verdrehte die Augen; Semikolon er wusste, dass die Frotzeleien seines Bruders über seine Befindlichkeiten nie enden würden.


Zitat:
Manchmal fragte er sich, ob sein Bruder ohne ihn nicht überlebensfähig war, oder schlicht so faul, dass er sich darauf verlies verließ, dass Nolan schon alles richten würde.


Zitat:
Die Fahrstuhltüren öffneten sich mit womit? und entließ sie in den achtzehnten Stock des Glasgebäudes.

Dass es aus Glas ist, hast du vorher schon beschrieben.

Zitat:
Regen prasselte gegen die Glasfronten und gaben nur einen verschwommenen Blick auf den dunkelgrauen Himmel frei.


Zitat:
so dass der Flur hell und lichtdurchflutet war, die Büros jedoch waren allesamt fensterlos.

'lichtdurchflutet' ist vielleicht zu stark angesichts der Tatsache, dass es regnet und der Himmel dunkelgrau ist.

Zitat:
Man munkelte, dass in der 30 Etage, der Chefebene, alles verglast und hell war, dort oben war jedoch noch keiner gewesen, den Nolan als zuverlässige Quelle erachten würde.


Zitat:
Das Büro war ebenso schmucklos und eintönig wie alle anderen Büros in diesem Gebäude.


Zitat:
die einander immer  bis auf die das letzte langweilige PVC-Paneele glichen.


Zitat:
Ein ebenfalls grauer Schreibtisch unter einer einzelnen LED-Deckenlampe, das die/deren Schein Tageslicht simulieren sollte.


Zitat:
Kjell ging es nicht anders, allerdings kam bei ihm noch hinzu dass er es als Verschwendung seines Talents sähe und er einfach zu gerne in riskanten Einsätzen herumsprang.

Vllt. 'sich gerne auf riskante Einsätze begab'.


Zitat:
Der Besitzer der dünnen Stimme saß hinter dem grauen Schreibtisch und sortierte einige Dateien an seinem Bildschirm.

D.h. der Bildschirm steht schräg am Schreibtisch, sodass die beiden das Display sehen können?

Zitat:
Er hatte eine blasse fast gräuliche Gesichtsfarbe und Nolan fragte sich für einen Moment, ob das Grau der Büros irgendwann abfärbte.

Das ist ein toller Einschub! Laughing

Zitat:
,,Jetzt sind wir ja da, was haben Sie denn für uns?‘‘


Zitat:
,,Wir planen daher Sie mit einem  Team in die Nähe der Situation zu bringen und wünschen uns eine Aufklärung der Lage sowie eine Liquidierung, sofern Sie einen Befall feststellen.  Sie haben hierfür die Freigabestufe Drei. Start des Einsatzes ist morgen früh um drei Uhr am üblichen Sammelplatz, hier sehen Sie die Informationen, die wir ihnen zu Verfügung stellen können. Wenn Sie sich alles eingeprägt haben können Sie wegtreten und sich vorbereiten.‘‘


Zitat:
Die Besonderheit bei Nolan und Kjell, abgesehen davon, dass sie Zwillinge waren, war die Tatsache, dass sie über ergänzende Begabungen verfügten.
[/quote]

Durch die fehlenden Kommata, die falschen Bezugswörter und falsche Setzung von 'das' ist der Text stellenweise etwas mühsam zu lesen.
Inhaltlich fand ich ihn dagegen sehr solide: Ein Einstieg mitten ins Geschehen, ein Setting, bei dem offensichtlich bestimmte übernatürliche Fähigkeiten eine Rolle spielen, die aber noch nicht näher definiert werden, sowie ein bevorstehender Einsatz in ein Seuchengebiet (geht für mich immer!) machen Lust auf mehr.

Super Einstand, würde weiterlesen!
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Mariam_Maluue
Gänsefüßchen

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Beiträge: 17



BeitragVerfasst am: 31.08.2022 17:07    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vielen Dank für die Mühe die du dir gemacht hat. Du hast jetzt quasi schon den Feinschliff gemacht und mir super viele Tipps gegeben, die ich alle einbauen werde. Das mit dem Klaps, der ihn zum stolpern bringt soll eben genau das ausdrücken, dass Kjell kräftig ist (aufgrund der Fähigkeiten) Aber es ist wertvolles Feedback zu wissen das es irritieren kann, wenn die Backstory fehlt. Ich überlege es raus zunehmen.
Ergänzend möchte ich noch sagen das ich das Kapitel später noch mehrfach überarbeiten möchte und später zurück komme zu besserer Formulierung und Satzzeichen. Sonst tut sich mir ein Berg von Arbeit auf und ich komme nie zum letzten Kapitel weil ich mich vorne zu sehr fest beiße.
Deswegen freut es mich sehr das es zumindest zum Weiterlesen anregt und ich nicht in die Wüste der Langeweile schreibe (zumindest bis hierhin Smile ).


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omegaMk13
Wortedrechsler


Beiträge: 57
Wohnort: Wien


BeitragVerfasst am: 31.08.2022 17:20    Titel: Antworten mit Zitat

Mariam_Maluue hat Folgendes geschrieben:
Vielen Dank für die Mühe die du dir gemacht hat.

Nichts zu danken!

Zitat:
Ergänzend möchte ich noch sagen das ich das Kapitel später noch mehrfach überarbeiten möchte und später zurück komme zu besserer Formulierung und Satzzeichen. Sonst tut sich mir ein Berg von Arbeit auf und ich komme nie zum letzten Kapitel weil ich mich vorne zu sehr fest beiße.
Deswegen freut es mich sehr das es zumindest zum Weiterlesen anregt und ich nicht in die Wüste der Langeweile schreibe (zumindest bis hierhin Smile ).

Schon klar, das soll natürlich auch nicht sein. Vielleicht kannst du den Schritt aber jeweils in dein Hochladen ins Forum integrieren.
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Gast







BeitragVerfasst am: 02.09.2022 19:50    Titel: Antworten mit Zitat

Ich stolpere schon über den ersten Satz. Die Vorrede würde ich weglassen.
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Dyrnberg
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Beiträge: 173
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BeitragVerfasst am: 03.09.2022 11:04    Titel: Antworten mit Zitat

Ich muss ehrlich sein: Mir sind zu viele Rechtschreibfehler und fehlende Kommata im Text, als dass ich über drei Absätze hinaus lesen wollte. Manche Sätze bleiben mir völlig unverständlich, zum Beispiel dieser hier:

Zitat:
Wie Dunstwolken waberten sie aus den Körpern der Menschen sichtbare Ausdünstungen von zu viel Knoblauch am Vortag.


Das Setting der Stadt klingt spannend. Und: Ich liebe den Namen "Nolan". Hab ich selbst auch schon verwendet für eine Hauptfigur (für einen Roman, der dann in der Schublade blieb.)


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Ein Roadtrip durch die Philosophie: "Die Nacht der Fragen und der Morgen danach" (Roman)
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Mariam_Maluue
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Beiträge: 17



BeitragVerfasst am: 03.09.2022 12:46    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ich nehme mit, dass ich verstärkt auf Rechtschreibung und Kommata achten muss aber Inhaltlich mal so weitermachen kann, vielen Dank. Ich arbeite weiter an dem Projekt

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realo
Gänsefüßchen


Beiträge: 43



BeitragVerfasst am: 03.09.2022 18:03    Titel: Antworten mit Zitat

Habe in meiner Jugend viel Science-Fiction gelesen, gute Geschichten mit Hintergrund und Botschaft, nur die Zeiten sind lange vorbei. Wenn das in den ersten drei Abschnitten die Beschreibung des Ganges zur Arbeit ist, dann möchte ich nicht wissen, mit welcher Übertreibung beschrieben wird, wenn etwas Aufregendes passiert. Das würde mich dann wohl völlig überfordern.
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Mariam_Maluue
Gänsefüßchen

Alter: 31
Beiträge: 17



BeitragVerfasst am: 03.09.2022 21:37    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Naja, der erste Abschnitt sollte schon so sein das man Weiterlesen möchte ohne das es gleich mit einer Actionszene beginnt. Natürlich sind die Spannungsbögen in jedem Abschnitt unterschiedlich und man schreibt nicht alles mit der gleichen Eindrücklichkeit. Aber ein zu sanfter Einstieg mag auch nicht zum Weiterlesen verführen oder?
Und die Zeiten mögen vorbei sein aber wenn es nur nach Kommerzialität wo bliebe dann der Spaß?


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Araragi
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Beiträge: 44
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BeitragVerfasst am: 04.09.2022 03:49    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Mariam,

ich finde es okay wenn die Texte hier noch nicht formvollendet stehen. Mir ist gleich aufgefallen, dass die ersten Sätze wunderbar klingen, ab dann aber plötzlich die Grammatik und der Wortklang abfallen. Deshalb möchte ich mich nur auf das Inhaltliche beziehen.

Wenn ich es richtig deute, schreibst du bewusst aus Sicht eines auktorialen Erzählers. Sätze wie "Nolan fragte sich manchmal, ob ..." deuten darauf hin.

Ein Beispiel hierfür wäre:
Mariam hat Folgendes geschrieben:
nur zu einem Termin erschien weil Nolan ihn darüber informiert hatte. Manchmal fragte er sich, ob sein Bruder ohne ihn nicht überlebensfähig war,


Wenn du einen personalen Erzähler möchtest, würde ich ein zwei Dinge abändern. Aber gerne kannst du den Kritikpunkt ignorieren. Für mich hält sich dein Stil im Rahmen, jedoch kann ich mir vorstellen, dass es viele Schreiber und Schreiberinnen geben wird, die das triggert.


Was jedoch für mich schwer ins Gewicht fällt sind deine Charaktere und ihre Dialoge.

Gleich die erste wörtliche Rede fängt bereits so an:

Mariam hat Folgendes geschrieben:
,,Ich hasse Menschenmengen, da krieg ich Kopfschmerzen.‘‘ Kjell warf ihm einen Seitenblick zu ,,Du hast doch deine Brille auf.‘‘ Nolan zog eine Grimasse ,,Deswegen sehe ich trotzdem überall Schimmer und abgesehen davon finde ich es einfach nicht schön andauernd angerempelt zu werden.‘‘ ,,Das nächste mal schlage ich dir eine Schneise in die Menge damit du ohne die Berührungen des niederen Volkes zum Arbeitsplatz kommst.‘‘ Lachte Kjell und gab seinem Bruder Klaps auf die Schulter die ihn stolpern lies.


Ich vermute mal, Nolan hat grundsätzlich immer ein verdrießliches Gemüt, es spielt keine Rolle was passiert, er hat immer etwas zu meckern. Sein erster Satz, er hasse Menschenmengen, klingt schon ein wenig zu krass. Vielleicht hättest du zu Beginn seiner Aussage klar machen müssen, mit was für einer Stimmung Nolan in die Geschichte startet. Oder du entschärfst das Wort Hass durch etwas milderes. Kjell dagegen soll als Kampfkoloss ein bisschen dumm erscheinen. Das ist auch vollkommen okay, nur würde ich ihn liebenswerter darstellen. Dumm und fies sind keine gute Kombination für einen Sidekick. Dumm und liebenswert ist genau die richtige Kombination. Andernfalls wirkt Kjell für mich äußerst unsympathisch. Generell sollten sich die beiden zu Beginn nicht allzu sehr in die Zange nehmen. Wir als Leser wissen ja noch gar nicht, dass sie Brüder sind und somit eine sehr enge Bindung haben.

Bei den Dialogen empfehle ich jeweils einen Zeilenumbruch zu machen, wenn jemand anderes redet. Dadurch weiß man als Leser sofort, dass gerade jemand anderes spricht.

Ich schließe mich aber dürum an, und würde nur allzu gerne wissen wie es weiter geht. Ich habe da so eine Kurzgeschichte vor Augen, die in der Serie "Love, Death and Robots" vorkam, eine, die mir kleine Tränchen in die Augen gedrückt hat. Echt klasse Serie.


Grüße


Arararagi


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Mariam_Maluue
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BeitragVerfasst am: 04.09.2022 09:11    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke für dein Feedback. Ja, Formvollendet ist es nicht. Ich wollte einfach schon was zum Einstand hochladen.  Die Charaktere haben ja noch ein paar Kapitel Zeit um feiner herausgearbeitet zu werden.

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realo
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Beiträge: 43



BeitragVerfasst am: 04.09.2022 10:52    Titel: Antworten mit Zitat

Das funktioniert vermutlich nicht mit später beschreiben, ich brauche als Leser klare Anhaltspunkte, mit wem ich es zu tun habe, sowohl äußerlich als auch charakterlich. Ich muss Sympathie und Antipathie entscheiden können, sonst ist es eine Mogelpackung. Meiner Ansicht nach entsteht Spannung nicht durch Beschreibung skandalöser oder spektakulärer Dinge, auch, aber vor allem, wenn meine grauen Zellen Hoffnung haben, da wird es noch etwas zu tun geben. Ich als Leser habe ein Kopfkino und schaffe die Bilder, wenn jedoch der Text mehr Informationen liefert, als ich aushalten möchte, dann lege ich das Buch weg, das Lesen würde Stress bedeuten. Meine Ansicht ist nicht allgemeingültig, ich lese zum Genießen, nicht zur Betäubung im Alltag. Mag sein, dass kommerzielle Texte so ein Gehirndoping brauchen, um sich zu verkaufen.
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Mariam_Maluue
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BeitragVerfasst am: 04.09.2022 14:01    Titel: Fortsetzung pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hier noch einmal ein Auszug aus Kapitel 5;
Ich weiß wie viel Wert ihr auf Rechtschreibung und Kommata legt aber seit bitte ein wenig Nachsichtig, ohne Lektor werde ich das nie ganz Fehlerfrei hinbekommen. Wem es fürs Lesen zu anstrengend ist, der möge mich bitte überspringen.


Am nächsten Morgen erwachte ich mit dröhnenden Kopfschmerzen.  Stöhnend rollte ich mich auf die Seite und zog mir das Laken über das Gesicht, um mich vor dem hereinfallenden Tageslicht zu schützen. Ich konnte mich nur noch schemenhaft daran erinnern, wie ich zurück ins Hotel gekommen war. Meine Zunge fühlte sich pelzig an und der pochende Kopfschmerz hinderte mich daran erneut einzuschlafen. Ich blieb noch eine weile liegen und hoffte das es besser werden würde.  Was nicht der Fall war. Also schälte ich mich ächzend aus dem Bettzeug und wankte Richtung Badezimmer. Ich sah so furchtbar aus, wie ich mich fühlte und konnte mich nicht daran erinnern, wann ich jemals Augenringe oder eine so aschgraue Hautfarbe gehabt hatte. Und ich stank , was nicht überraschend war, wenn man bedachte mit wie vielen Menschen ich die letzte Nacht auf engstem Raum verbracht hatte. Ich stellte mich unter die Dusche und lies das Wasser die Spuren und vor allem den Geruch der letzten Nacht davon spülen. Außerdem konnte ich so noch ein letztes Mal großzügig vom Duschgel Gebrauch machen. Ich bemerkte ein Blinken an meinem Handgelenk dort, wo der Sensor platziert war. Mein kurzer Urlaub war nun also endgültig vorbei.  Ich wankte aus der Dusche und warf mir ein sauberes Shirt über. Heute gab ich mir keine Mühe mit meinem Erscheinungsbild, schließlich ging es nur nach Hause, dort hatte sich noch nie jemand für mein Äußeres interessiert. Aus dem Kühlschrank der Minibar griff ich mir noch eine Flasche Wasser, dann packte ich mein restliches Zeug und verlies das Hotelzimmer.
Der Rückweg in Stadtzentrum kam mir viel zu kurz vor und mein Ausflug in den Randbezirk begann schon zu verblassen als hätte er nie stattgefunden. Als würde sich ein Eispanzer über mich legen, so fühlte es sich an als der Transit schließlich vor meiner Haustür hielt. Ich bewertete die Fahrt und stieg aus. Meine Haustür war eigentlich das falsche Wort. Man erwartet dann etwas wie ein Wohnhaus, etwas, indem viele dunkle oder beleuchtete  Fenster auf die Straße blicken und ein Gefühl von Willkommenheit ausstrahlen. Selbst in den ärmeren Randbezirken und vermutlich sogar in den Slums löst das Wort Haustür ein behaglicheres Gefühl von zuhause aus als dieses Gebäude mitten in der Stadt. Es lag gegenüber dem Rathaus und vermutlich hätten die Hälfte der Bevölkerung ihren rechten Arm gegeben, um in dieser Lage wohnen zu dürfen. Mich hatte niemand gefragt und ich hätte es mir sicher auch nicht ausgesucht. Das Gebäude war aus grauem Beton und Glas und strahlte dieselbe Wärme aus wie jedes andere dieser Stadt, keins. Ich betrat die Lobby und trat an den ellenlangen Tresen aus unechtem Marmor hinter dem der Portier wie eine verlorene kleine Person saß. Steven hatte heute Dienst und ihn mochte ich mit am meisten, denn er hatte solche Angst vor mir das er mich so gut wie nie ansprach, sondern einfach nur den Fahrstuhl aktivierte.  Ich ging also grußlos an ihm vorbei und überlegte erst hier, ob es besser war, erst in meine Wohnung zu fahren oder direkt Bericht zu erstatten. Ich entschied mich für letzteres da ich meine Abwesenheit schon lange genug in die Länge gezogen hatte. Der Fahrstuhl brachte mich also in eines der obersten Stockwerke. Hier oben, wo die Büros mit ihren riesigen Glasfronten einen freien Blick auf die Stadt und ihre Skyline gewährte. Atemberaubend wenn man schwindelfrei war. Ich trat an einen weiteren Tresen. Diesmal nicht so überflüssig und protzig. Dafür traf die Beschreibung diesmal auf die Person hinter dem Tresen zu. Ich machte mir nie die Mühe seinen Namen zu merken, ich wusste nur das ich sein affektiertes Gesicht nicht leiden konnte. Er lächelte mich an, was er auch hätte lassen können, da es unecht war und er sich auch nicht die Mühe machen das zu verbergen.  ,,Mr Decker ist in einem Termin.‘‘ Das war seine Standardaussage. Die ersten Male hatte ich mich noch brav hingesetzt und gewartet bis Mr Decker irgendwann den Kopf aus der Tür gesteckt und entrüstet gefragt hatte, wo zum Teufel ich denn bliebe. Mittlerweile ignorierte ich derlei Aussagen ,,Ich gebe ihm fünf Minuten, dann gehe ich rein.‘‘ Der Sekretär verzog sein Gesicht zu einer Grimasse, ohne dabei sein affektiertes Lächeln fallen zu lassen, was unangenehm aussah, dann drückte er eine Taste und sprach in ein kleines Mikrofon ,,Es wäre jetzt da und möchte Bericht erstatten.‘‘   Dann wandte er sich ohne einen weiteren Blick auf mich wieder seinem Bildschirm zu und tat beschäftigt.  Eigentlich hätte es mich amüsieren können, dass er mich beleidigte aber danach nicht mehr den Mut hatte mir ins Gesicht zu sehen. Aber heute kam ich mit den üblichen Sticheleien schlechter zurecht und so ärgerte es mich einfach.  Zum Glück ging die Tür zum Büro heute sehr schnell auf und ich konnte diese Person hinter mir lassen.
Ich betrat das vertraute Büro, des Vizeverwaltungsrats, Michael Decker. Ein riesiges Büro aus dem man ohne Mühe eine Wohneinheit hätte machen können. Weicher Teppich, der jedes Geräusch von Schritten verschluckte und ein riesiger Schreibtisch, der allerdings ebenso spartanisch war wie die restliche Einrichtung. Keine Bilder an den Wänden, nur skelettartige Regale in denen vereinzelt Ordner standen. Wäre nicht so unendlich viel Licht hineingefallen, hätte es hier vermutlich genauso trostlos ausgesehen wie in den anderen Behördenbüros. So war es elegante Zurückhaltung, wenn man den Stil beschreiben wollte.  All das wurde nur überstrahlt von dem atemberaubenden Panoramablick auf die Stadt und den direkten Ausblick auf das Rathaus. Das Rathaus war das Größte Gebäude der Stadt, und auch aus dieser unmittelbaren Nähe wirkte es erdrückend und einschüchternd, obwohl es das Licht reflektierte und funkelte als wäre es nicht annähernd so düster wie es wirkte. Mr Decker, saß wie immer hinter seinem leeren Schreibtisch, in einem seiner maßgeschneiderten grauen Anzüge. Er bedeutete mir mich ebenfalls auf einen der Stühle Platz zu nehmen.
Dann legte er die Fingerspitzen aneinander und schaute mit leicht vorgeneigtem Kopf an ,,Nun? Sie waren recht lange weg, gab es irgendwelche‘‘ Er schien das nächste Wort sorgfältig abzuwägen ,,Komplikationen?‘‘ Da war sie wieder diese ausgesuchte Höflichkeit passend zur Erscheinung. Michael Decker war hochgewachsen und schlank. Seit ich ihn kannte hatte ich ihn immer nur in den modischsten Dreiteilern gesehen, die ausschließlich von höchster Qualität waren. Seine zurückgekämmten, grau melierten Haare und die feinen Linien im Gesicht ließen ihn mich auf Ende vierzig tippen, aber das konnte man heutzutage nie zuverlässig sagen
 ,,Keine Komplikationen‘‘ erwiderte ich ,,Mr Mcguire ist durchaus betroffen und im höheren Stadium seines Obssessionsbefalls. Eine Bractea Therapie würde aller Wahrscheinlichkeit nach erfolgreich sein.‘‘ Mr Decker nickte kurz, nach einem kurzen Moment der Stille fragte er ,,Worin besteht seine Obsession? Kann sie dem Kollektiv sinnvoll hinzugefügt werden?‘‘ Ich zuckte mit den Schultern
,,Bei allem Respekt Sir, ich kann nicht beurteilen was das Kollektiv als Sinnvoll erachtet.‘‘ Mr Decker machte eine ungeduldige Handbewegung ein Zeichen, das ich weitersprechen sollte
,,Mr Mcguire ist besessen davon Informationen zu beschaffen. Er ist vormals Historiker gewesen, es scheint also naheliegend das ihn sein Beruf korrumpiert hat.‘‘ Mr Decker hatte wieder die Fingerspitzen zusammengelegt und schaute an mir vorbei ins Leere. Ich war es mittlerweile gewohnt das er sich Zeit nahm, bevor er seine Gedanken formulierte und wartete einfach ab. Schließlich begann er fortzufahren ,,Informationen sind immer gut, ich werde es vorschlagen. Es sei denn er hat sich spezialisiert auf das 12. Jahrhundert unter den Umständen hätten wir keine Verwendung.‘‘ Ich schüttelte den Kopf ,,Ursprünglich war es die nähere Vergangenheit, die Kriegsepoche gehörte dazu, aber er hat sich bis in die heutige Zeit vorgefressen und ihm sind Strukturen aufgefallen.‘‘ Decker schaute mir zum ersten Mal direkt in die Augen ,,was für Strukturen?‘‘
 ,, Er hat Zusammenhänge zwischen der Seuche und Überlebenden festgestellt, und er scheint auch bemerkt zu haben das in der Stadtverwaltung allesamt erkrankt waren.
Letztendlich kam er sogar bei Vassili raus. Es war recht beeindruckend und schlüssig.‘‘ während ich sprach, hatten sich Mr Deckers Augen zu Schlitzen verengt. Die Atmosphäre im Raum schien zu kippen als er mit ruhiger, aber eisiger Stimme fragte ,,und was haben sie getan?‘‘ Plötzlich fühlte ich mich nicht mehr ganz so selbstsicher in meiner Haut, ein Prickeln breitete sich über meine Schultern und den Nacken aus. ,,Ich habe keine Maßnahmen ergriffen Sir‘‘ Ich ging im Kopf alle Informationen durch die ich hatte. Offensichtlich gefiel ihm meine Entscheidung nicht, die Atmosphäre verdichtete sich weiter, so dass ich mittlerweile einen unangenehmen Druck auf den Ohren spürte.  Ich wusste nicht genau zu was Mr Decker in der Lage war, denn bisher war er grundsätzlich mit meiner Arbeit zufrieden gewesen, aber ich spürte auch keine große Lust es herauszufinden. Ich entschloss mich für die Flucht nach vorne ,,Sir, welche Entscheidung hätten sie bevorzugt? Mr Mcguire ist keine körperliche Bedrohung und seine Informationen sind alle auf Papier und in keiner Datenspeicherungsform vorhanden. Es schien keine unmittelbare Gefahr von ihm auszugehen.‘‘ Haben sie die Datenspeicherung überprüft?‘‘ Ich bemerkte das ich fiel zu hastig sprach um noch souverän zu wirken ,,Es geht keine Gefahr von dieser Person aus, sie ist obsessiv…‘‘
Decker schnitt mir das Wort ab ,,Diese Person hat trotz ihrer Obsession Kontakt zu uns aufgenommen und somit planvoll gehandelt, Sie hat Belege unserer Existenz und Struktur.‘‘
 Seine Stimme wurde immer schärfer und  schmerzte mittlerweile in den Ohren, obwohl er keineswegs lauter sprach ,, Es besteht unsererseits nicht die volle Kontrolle über die Informationshoheit.‘‘ Mir war mittlerweile schlecht und ich hatte das Gefühl langsam erdrückt zu werden. Diese Drohgebärden waren äußerst unangenehm, ,,Sir‘‘, setzte ich nochmal im respektvollsten Ton, an den ich zustande brachte ,,Wenn Sie unzufrieden mit meiner Entscheidung sind, dann bedaure ich das außerordentlich ich werde mich umgehend auf den Weg machen und die entsprechende Person liquidieren.‘‘ Deckers graue Augen fixierten mich noch einige Sekunden, in denen ich kaum zu atmen wagte, dann fiel der Druck plötzlich von mir ab und ich spürte erneut das Prickeln im Nacken, diesmal vor Erleichterung. Er lehnte sich zurück und sprach weiter als wäre nichts gewesen ,,Nein, wenn sie sagen es gibt keine unmittelbare Bedrohung, dann wird diese Einschätzung schon stimmen. Wir schicken die PETS hin.‘‘ Wieder schaute er ins Leere und diesmal war ich froh, dass sich unsere Blicke nicht trafen. ,,Sie haben sicherlich nach bestem Wissen und Gewissen entschieden, ich werde es in meinem Bericht erwähnen.‘‘ Damit war das Gespräch beendet. Ich schluckte und stand auf. Das war deutlich anders gelaufen als ich es erwartet hatte. Decker beachtete mich nicht mehr als ich das riesige Büro durchquerte und die Tür hinter mir schloss. Der Sekretär schien noch etwas Abfälliges sagen zu wollen, aber ich ignorierte ihn und betrat den Fahrstuhl, der mich ohne Zwischenhalt zurück in meine Wohnung brachte.

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Dyrnberg
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Wohnort: Wien


BeitragVerfasst am: 04.09.2022 17:23    Titel: Antworten mit Zitat

Mir gefiel diese zweite Szene weit besser als der Einstieg. Freilich sehr subjektiv, diese Einschätzung.

Es gibt in diesem Text einige Sätze, die mir sehr gut gefallen. Beispielhaft:

Zitat:
Das Gebäude war aus grauem Beton und Glas und strahlte dieselbe Wärme aus wie jedes andere dieser Stadt, keins.


Es müsste wahrscheinlich "keine" heißen, dennoch: Schöne Formulierung.

Was mich ab und zu stört, ist, wenn der Text mir als Leser zu viel "erklärt". Aber das ist ja das Schwierige an Science Fiction und Fantasy: Eine Welt zu schildern, ohne langweiliges Info-Dumping. Ich gebe ein selektives Beispiel:

Zitat:
"Ich bemerkte ein Blinken an meinem Handgelenk dort, wo der Sensor platziert war."


Wäre es nicht "natürlicher" für die Hauptfigur, wenn sie "sagt": "Der Sensor an meinem Handgelenk blinkte." Generell würde ich dem Leser hier mehr zutrauen. Du musst nicht alles erklären.

Sorry. Ich weiß nicht, ob ich adäquat in Worte fassen kann, was ich meine.


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Ein Roadtrip durch die Philosophie: "Die Nacht der Fragen und der Morgen danach" (Roman)
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Mariam_Maluue
Gänsefüßchen

Alter: 31
Beiträge: 17



BeitragVerfasst am: 04.09.2022 17:31    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hey, vielen Dank. Ja, infodump ist meine größte Herausforderung. Es ist schwer die Balance zu finden zwischen, die Welt lebendig machen und Übererklären. Von daher ist das Feedback sehr wertvoll für mich.

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