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Die Wölfe Roms


 

 
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giraldo
Geschlecht:männlichSchneckenpost

Alter: 38
Beiträge: 9



BeitragVerfasst am: 13.08.2022 15:45    Titel: Die Wölfe Roms eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Na, dann will ich auch mal ein Stück meines Romans präsentieren, der leider noch keinen Verlag gefunden hat.

Ich habe mal Kapitel 14 ausgewählt, da sich hier einige Kampfpassagen befinden, die für mich nicht einfach zu formulieren waren. Im ersten Stück sind sie zwar noch nicht zu finden, aber in den nächsten Teilen, die ich später noch auszugsweise hochladen werde.

[Noch etwas zur Einleitung: Marcus Ae. Ducchat, ein Legat im Dienst des Imperators, wurde mit vier Legionen nach Moesien ausgesandt, um einen abtrünnigen Präfekten und dessen Armee zu vernichten. Es kommt zur Schlacht, doch Ducchat wird von seinen eigenen Truppenkommandeuren, darunter ein gewisser Tablutus, verraten, erleidet eine vernichtende Niederlage und gerät in Gefangenschaft.
Das ist nicht der Plot des Romans, sondern eine von mehreren losen Storyfäden, die im letzten Drittel des gesamten Werks zusammengezogen werden.]

Kapitel 14 - Gladiatoren

Marcus Aemilus Ducchat öffnete sein Augen.
Die schwachen Sonnenstrahlen, die durch das kleine vergitterte Deckenfenster schienen, verrieten ihm, dass ein neuer Tag angebrochen war. Gedankenverloren starrte er den kleinen blauen Himmelsfleck über sich an. Er hatte einen wunderbaren Traum gehabt. Er hatte von einer siegreichen Schlacht geträumt, von seiner anschliessenden Rückkehr nach Rom, von einem stolzen Imperator, der ihm auf die Schulter geklopft und ihn reich entlohnt hatte. Und er hatte von Cornelia geträumt. Sie war an seiner Seite gewesen, die perfekte Frau mit dem Intellekt einer Juno und der Schönheit einer Venus. Er war ihr verfallen, er musste sie haben. Also hatte er sie gefragt. Sie hatte ihn begierig angeschaut, ihre Lippen geöffnet und ihm gesagt, er möge aufwachen und dann war er aufgewacht.
Na gut. Vielleicht war der Traum nicht vollends wunderbar.
Ducchat rieb sich die Augen und versuchte den Quatsch aus seinem Kopf zu schütteln. Irgendwelche Fantasien konnten nicht die bittere Realität ersetzen und die schaute so aus, dass die schöne Cornelia tot war und er tief in der Scheisse sass. Die Toten würden nicht mehr zurückkehren, das zum einen, also war es sinnlos ihnen nachzuhängen und das zum zweiten. Das Einzige, was jetzt zählte, war die verdammte Flucht aus der Gefangenschaft. Und kein anderer Gedanke würde ihn von nun an beschäftigen.
Ducchat richtete sich auf, klopfte das Stroh von sich ab und schaute sich um. Seine vierzehn Mitgefangenen, die auf dem mit Stroh bedeckten Boden lagen oder an der kahlen Steinmauer lehnten, schliefen zum Teil noch oder waren ebenfalls im Begriff, wach zu werden. Sie alle waren ranghohe Centurionen. Die niederen Dienstgrade sassen in der Zelle nebenan. Ducchats einzig verbliebener Stabsoffizier war der blutjunge Militärtribun Lictus, der neben Ducchat lag, und noch schlief.
Draussen herrschte absolute Stille. Kein Gezirpe, kein Gezwitscher. Nichts. Die ganze Fauna war verschwunden. Ich vermag nicht daran zu denken, was für ein Fluch auf dieser verschissenen Stadt liegen muss, dachte sich Ducchat. Mögen die Götter uns helfen!
Ducchat begab sich auf die Füsse, streckte seine Gliedmassen und ging zur Zellentür. Durch das Zellengitter konnte er kaum etwas auf dem Gang erkennen. Dafür war es viel zu dunkel. Er rüttelte mehrfach an der fest verschlossenen Zellentür, doch niemand kam. Anscheinend war keine Wache anwesend.
Nach kurzer Zeit hörte er das Aufschliessen einer Tür. Knarzend öffnete sie sich und mehrere Soldaten marschierten in den Zellenflur. Ducchat ging ein paar Schritte zurück und wartete auf das Erscheinen der Soldaten an der Zellentür. Ein junger Optio beäugte angestrengt jeden einzelnen Schlüssel an seinem Bund, bis er den richtigen für die Zellentür gefunden hatte. Mit einem satten Klacken der Stifte und einem lauten Quietschen der Scharniere öffnete er sie und ein Centurio in voller Montur trat ein. Seine Soldaten blieben mit gezogenen Schwertern draussen stehen und behielten die Gefangenen im Auge.
Der Centurio war gross und stattlich gebaut. Als Rüstung trug er einen Kettenpanzer und einen breiten, schwarzen Cingulum, von dem schwarze, mit Eisennieten beschlagene Lederriemen herabhingen. An den Unterarmen und Unterschenkeln waren eiserne Schienen befestigt. Über dem Kettenpanzer war die Phalerae angelegt, an der acht runde Eisenplatten hingen, auf denen jeweils die Köpfe brüllender Löwen abgebildet waren. Als er seinen edlen Helm mit dem blauen Federbusch abnahm, kam das kantige Gesicht eines Mannes im mittleren Alter zum Vorschein. Sein Kinn war breit und über seinen Augen wuchsen buschige Augenbrauen. Entlang seiner Augen hatten sich bereits tiefe Falten gebildet, ebenso in der Nähe seiner Mundwinkel. Sein welliges Haar war noch sehr füllig, aber dafür vollständig ergraut. Drei lange Narben zogen sich quer durch sein Gesicht. Auch an seinen stark behaarten Unterarmen hatte er welche. An einem Knie besass er eine hässliche und schlecht verheilte Brandnarbe, die sich bis zum Unterschenkel zog. Der Drecksack hat wohl schon so einige Schlachten gesehen, dachte sich Ducchat.
Der Centurio übergab seinen Helm dem Optio und schaute in die Runde. Mit seinem prüfenden Blick musterte er die körperliche Verfassung der Männer, bis sein Blick bei Ducchat hängenblieb. „Ich bin Centurio Titus Copisius Validus. Auf Befehl von Legat Tablutus gehört ihr alle ab sofort mir. Ihr werdet mich als euren Herrn anerkennen und mich auch als solchen bezeichnen!"
Ducchat trat an ihn heran. „Du kannst dir deinen Befehl in den Arsch stecken! Ich unterstehe nur dem Imperator höchstpersönlich. Wenn diese verräterische Schlange von einem Legaten uns etwas zu sagen hat, dann soll er seinen Arsch selbst hierher führen. Das kannst du ihm überbringen und jetzt nimm deine Gefolge und trete mir aus den Augen, Centurio!"
Copisius rührte keine Miene. „Der Legat ist für dich nicht zu sprechen und es wäre besser, wenn du dich fügst, Ducchat."
Legat Ducchat."
„Nicht mehr." Copisius grinste und rammte anschliessend seine Faust in Ducchats Bauch. Ducchat taumelte zurück, blieb aber auf den Beinen. Der Hieb hatte ihn wie ein Pferdehuf getroffen, dementsprechend lange blieb ihm auch die Luft weg. Er biss er sich auf die Zähne, zeigte keinen Schmerz und schaute den Centurio finster an.
„Ich will, dass ihr mir zuhört!" Copisius Tonfall wurde rauer. „Ihr seid jetzt keine Gefangenen mehr! Ebensowenig seid ihr noch Soldaten! Und ihr werdet mir gehorchen, so wie Sklaven ihrem Herrn gehorchen! Wer sich nicht beugen will, findet noch an diesem Ort seinen Tod!"
„Was ist mit den Männern, die schon gestern geholt wurden?", fragte Lictus.
Copisius schnaufte tief durch, ging zu Lictus und rammte ihm ebenfalls die Faust in die Magengrube. „Sie sind tot! Ab sofort reden die Sklaven nur noch dann, wenn sie dazu aufgefordert werden! Wer noch einmal ohne meine Erlaubnis den Mund öffnet, stirbt! Ab sofort dürft ihr nichts mehr besitzen. Alles, was ihr an euch habt, legt ihr ab, dazu zählt auch die vollständige Bekleidung. Sie war ein Teil eures alten Lebens. Von nun an beginnt für euch ein neues Leben. - Optio, sorg dafür, dass diese Sklaven gehorchen und dann lass sie draussen in einer Reihe antreten. Wer sich widersetzt, stirbt! Ausführung!"
„Ja, Herr!"
Copisius nahm sich seinen Helm zurück, setzte ihn wieder auf und verliess den Kerker. Der Optio zog sein Schwert und wies Ducchat und seine Männer eindringlich an, dem Befehl nachzukommen. Ducchat zog als erstes seine rote Tunika aus. Dann löste er die Schnüre seines Lendenschurzes und warf diesen ins Gesicht des Optio. Ohne eine Reaktion abzuwarten, trat er aus der Zelle. Lictus, der sich noch den schmerzenden Bauch hielt, grinste und wollte es am liebsten Ducchat gleichtun, aber entschied sich, den erzürnten Optio lieber nicht weiter zu reizen. Schwungvoll warf er seine Kleidung dem Optio vor die Füsse, trat als Zweiter aus der Zelle und lief mit Ducchat den äusseren Gang entlang. Dahinter folgten nach und nach die restlichen Männer.
Ducchat und Lictus stiegen die Treppe hinauf und gelangten durch eine bereits geöffnete Klapptür ins Freie. Noch eben waren sie die angenehme Kühle ihrer modrig-feuchten Zelle gewohnt gewesen, da traf sie nun die ungewöhnlich starke Hitze so früh am Morgen wie ein Schlag. Mit zugekniffenen Augen schauten sie sich im Kasernenhof um. Überall standen Soldaten. Copisius hatte eine ganze Centurie antreten lassen, um die Gefangenen abzuführen.
Nachdem sich die fünfzig Gefangenen in einer Reihe im Hof aufgestellt hatten, gab Copisius den Befehl zum Abmarsch. In drei nebeneinander marschierenden Reihen - die Gefangenenreihe in der Mitte - verliess man den Kasernenhof.

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Calvin Hobbs
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BeitragVerfasst am: 13.08.2022 17:43    Titel: Re: Die Wölfe Roms Antworten mit Zitat

Hallo smile
giraldo hat Folgendes geschrieben:

Kapitel 14 - Gladiatoren

Marcus Aemilus Ducchat öffnete sein Augen.
Die schwachen Sonnenstrahlen, die durch das kleine vergitterte Deckenfenster schienen, verrieten ihm, dass ein neuer Tag angebrochen war. Gedankenverloren starrte er den kleinen blauen Himmelsfleck über sich an.
Er hatte einen wunderbaren Traum gehabt.
Er hatte von einer siegreichen Schlacht geträumt, von seiner anschliessenden Rückkehr nach Rom, von einem stolzen Imperator, der ihm auf die Schulter geklopft und ihn reich entlohnt hatte. Und er hatte von Cornelia geträumt. Sie war an seiner Seite gewesen, die perfekte Frau Komma mit dem Intellekt einer Juno und der Schönheit einer Venus.
Er war ihr verfallen, er musste sie haben. Also hatte er sie gefragt. Sie hatte ihn begierig angeschaut, ihre Lippen geöffnet und ihm gesagt, er möge aufwachen und dann war er aufgewacht.
Na gut. Vielleicht war der Traum nicht vollends wunderbar.
Ducchat rieb sich die Augen und versuchte Komma den Quatsch aus seinem Kopf zu schütteln. Irgendwelche Fantasien konnten nicht die bittere Realität ersetzen und die schaute so aus, dass die schöne Cornelia tot war und er tief in der Scheisse sass. Die Toten würden nicht mehr zurückkehren, das zum einen, also war es sinnlos ihnen nachzuhängen und das zum zweiten. Das Einzige, was jetzt zählte, war die verdammte Flucht aus der Gefangenschaft. Und kein anderer Gedanke würde ihn von nun an beschäftigen.
Ducchat richtete sich auf, klopfte das Stroh von sich ab und schaute sich um. Seine vierzehn Mitgefangenen, die auf dem mit Stroh bedeckten Boden lagen oder an der kahlen Steinmauer lehnten, schliefen zum Teil noch oder waren ebenfalls im Begriff, wach zu werden. Sie alle waren ranghohe Centurionen. Die niederen Dienstgrade sassen in der Zelle nebenan. Ducchats einzig verbliebener Stabsoffizier war der blutjunge Militärtribun Lictus, der neben Ducchat lag, und noch schlief.
Draussen herrschte absolute Stille. Kein Gezirpe, kein Gezwitscher. Nichts. Die ganze Fauna war verschwunden. Ich vermag nicht daran zu denken, was für ein Fluch auf dieser verschissenen Stadt liegen muss, dachte sich Ducchat. Mögen die Götter uns helfen!
Ducchat begab sich auf die Füsse, streckte seine Gliedmassen und ging zur Zellentür. Durch das Zellengitter konnte er kaum etwas auf dem Gang erkennen. Dafür war es viel zu dunkel. Er rüttelte mehrfach an der fest verschlossenen Zellentür, doch niemand kam. Anscheinend war keine Wache anwesend.
Nach kurzer Zeit hörte er das Aufschliessen einer Tür. Knarzend öffnete sie sich und mehrere Soldaten marschierten in den Zellenflur. Ducchat ging ein paar Schritte zurück und wartete auf das Erscheinen der Soldaten an der Zellentür. Ein junger Optio beäugte angestrengt jeden einzelnen Schlüssel an seinem Bund, bis er den richtigen für die Zellentür gefunden hatte. Mit einem satten Klacken der Stifte und einem lauten Quietschen der Scharniere öffnete er sie und ein Centurio in voller Montur trat ein. Seine Soldaten blieben mit gezogenen Schwertern draussen stehen und behielten die Gefangenen im Auge.
Der Centurio war gross und stattlich gebaut. Als Rüstung trug er einen Kettenpanzer und einen breiten, schwarzen Cingulum, von dem schwarze, mit Eisennieten beschlagene Lederriemen herabhingen. An den Unterarmen und Unterschenkeln waren eiserne Schienen befestigt. Davon lese ich hier nichts ->https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6mische_Milit%C3%A4rausr%C3%BCstung Über dem Kettenpanzer war die Phalerae angelegt, an der acht runde Eisenplatten hingen, auf denen jeweils die Köpfe brüllender Löwen abgebildet waren. Als er seinen edlen Helm mit dem blauen Federbusch abnahm, kam das kantige Gesicht eines Mannes im mittleren Alter zum Vorschein. Sein Kinn war breit und über seinen Augen wuchsen buschige Augenbrauen. Entlang seiner Augen hatten sich bereits tiefe Falten gebildet, ebenso in der Nähe seiner Mundwinkel. Sein welliges Haar war noch sehr füllig, aber dafür vollständig ergraut. Drei lange Narben zogen sich quer durch sein Gesicht. Auch an seinen stark behaarten Unterarmen hatte er welche. An einem Knie besass er eine hässliche und schlecht verheilte Brandnarbe, die sich bis zum Unterschenkel zog. Der Drecksack hat wohl schon so einige Schlachten gesehen, dachte sich Ducchat.Hat der Centurio ab hier eine Hauptrolle oder warum wird er bis ins Detail beschrieben? Finde ich völlig überzogen.
Der Centurio übergab seinen Helm dem Optio und schaute in die Runde. Mit seinem prüfenden Blick musterte er die körperliche Verfassung der Männer, bis sein Blick bei Ducchat hängenblieb.
„Ich bin Centurio Titus Copisius Validus. Auf Befehl von Legat Tablutus gehört ihr alle ab sofort mir. Ihr werdet mich als euren Herrn anerkennen und mich auch als solchen bezeichnen!"
Ducchat trat an ihn heran. „Du kannst dir deinen Befehl in den Arsch stecken! Ich unterstehe nur dem Imperator höchstpersönlich. Wenn diese verräterische Schlange von einem Legaten uns etwas zu sagen hat, dann soll er seinen Arsch selbst hierher führen. Das kannst du ihm überbringen und jetzt nimm deine Gefolge und trete mir aus den Augen, Centurio!"
Copisius rührte keine Miene. „Der Legat ist für dich nicht zu sprechen und es wäre besser, wenn du dich fügst, Ducchat."
Legat Ducchat."
„Nicht mehr." Copisius grinste und rammte anschliessend seine Faust in Ducchats Bauch. Ducchat taumelte zurück, blieb aber auf den Beinen. Der Hieb hatte ihn wie ein Pferdehuf getroffen, dementsprechend lange blieb ihm auch die Luft weg. Er biss er sich auf die Zähne, zeigte keinen Schmerz und schaute den Centurio finster an.
„Ich will, dass ihr mir zuhört!" Copisius Tonfall wurde rauer. „Ihr seid jetzt keine Gefangenen mehr! Ebensowenig seid ihr noch Soldaten! Und ihr werdet mir gehorchen, so wie Sklaven ihrem Herrn gehorchen! Wer sich nicht beugen will, findet noch an diesem Ort seinen Tod!"
„Was ist mit den Männern, die schon gestern geholt wurden?", fragte Lictus.
Copisius schnaufte tief durch, ging zu Lictus und rammte ihm ebenfalls die Faust in die Magengrube. Ihm fällt nichts neues ein? „Sie sind tot! Ab sofort reden die Sklaven nur noch dann, wenn sie dazu aufgefordert werden! Wer noch einmal ohne meine Erlaubnis den Mund öffnet, stirbt! Ab sofort dürft ihr nichts mehr besitzen. Alles, was ihr an euch habt, legt ihr ab, dazu zählt auch die vollständige Bekleidung. Sie war ein Teil eures alten Lebens. Von nun an beginnt für euch ein neues Leben. - Optio, sorg dafür, dass diese Sklaven gehorchen und dann lass sie draussen in einer Reihe antreten. Wer sich widersetzt, stirbt! Ausführung!"
„Ja, Herr!"
Copisius nahm sich seinen Helm zurück, setzte ihn wieder auf und verliess den Kerker. Der Optio zog sein Schwert und wies Ducchat und seine Männer eindringlich Show don't tell an, dem Befehl nachzukommen. Ducchat zog als erstes seine rote Tunika aus. Dann löste er die Schnüre seines Lendenschurzes und warf diesen ins Gesicht des Optio. Ohne eine Reaktion abzuwarten, trat er aus der Zelle. Lictus, der sich noch den schmerzenden Bauch hielt, grinste und wollte es am liebsten Ducchat gleichtun, aber entschied sich, den erzürnten Optio lieber nicht weiter zu reizen. Schwungvoll warf er seine Kleidung dem Optio vor die Füsse, trat als Zweiter aus der Zelle und lief mit Ducchat den [s]äusseren Gang entlang.[/s] Dahinter folgten nach und nach die restlichen Männer.
Ducchat und Lictus stiegen die Treppe hinauf und gelangten durch eine bereits geöffnete Klapptür ins Freie. Noch eben waren sie die angenehme Kühle ihrer modrig-feuchten Zelle gewohnt gewesen, da traf sie nun die ungewöhnlich starke Hitze so früh am Morgen wie ein Schlag. Mit zugekniffenen Augen schauten sie sich im Kasernenhof um. Überall standen Soldaten. Copisius hatte eine ganze Centurie antreten lassen, um die Gefangenen abzuführen.
Nachdem sich die fünfzig Gefangenen in einer Reihe im Hof aufgestellt hatten, gab Copisius den Befehl zum Abmarsch. In drei nebeneinander marschierenden Reihen - die Gefangenenreihe in der Mitte - verliess man den Kasernenhof.

Für mich ist da noch Luft nach oben, besonders was die Wortwiederholungen betrifft. Lies Dir Deine Texte mal laut vor und achte auf evtl. Stolperstellen oder hier -> https://de.piliapp.com/text-to-speech/
MfG


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Skatha
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BeitragVerfasst am: 13.08.2022 18:03    Titel: Antworten mit Zitat

Ich finds atmosphärisch und soweit auch flüssig zu lesen. Obwohl es ein mittleres Kapitel ist, konnte ich dem Handlungsverlauf ganz gut folgen, auch wenn ich mit den Titeln und manchen Begriffen nicht allzu viel anzufangen weiß. Am meisten gestolpert bin ich tatsächlich über das Doppel-S statt des scharfen S bei diversen Wörtern.

Nachfolgend noch paar Gedanken und Vorschläge:

Zitat:
Die schwachen Sonnenstrahlen, die durch das kleine vergitterte Deckenfenster schienen, verrieten ihm, dass ein neuer Tag angebrochen war. Gedankenverloren starrte er den kleinen blauen Himmelsfleck über sich an.
WW
Zitat:
und versuchte den Quatsch aus seinem Kopf zu schütteln.
'Quatsch' klingt für mich eher/zu modern(?)
Zitat:

Seine vierzehn Mitgefangenen, die auf dem mit Stroh bedeckten Boden lagen oder an der kahlen Steinmauer lehnten, schliefen zum Teil noch oder waren (erst) ebenfalls im Begriff, wach zu werden. Sie alle waren ranghohe Centurionen. Die niederen Dienstgrade sassen in der Zelle nebenan. Ducchats einzig verbliebener Stabsoffizier war der blutjunge Militärtribun Lictus, der neben Ducchat lag, und noch schlief.

Zitat:
Als Rüstung trug er einen Kettenpanzer und einen breiten, schwarzen Cingulum, von dem schwarze, mit (Eisen)nieten beschlagene Lederriemen herabhingen. An den Unterarmen und Unterschenkeln waren eiserne Schienen befestigt. Über dem Kettenpanzer war die Phalerae angelegt, an der (acht) runde Eisenplatten hingen, auf denen jeweils die Köpfe brüllender Löwen abgebildet waren. Als er seinen edlen Helm mit dem blauen Federbusch abnahm, kam das kantige Gesicht eines Mannes im mittleren Alter zum Vorschein. Sein Kinn war breit und über seinen Augen wuchsen buschige Augenbrauen. Entlang seiner Augen hatten sich bereits tiefe Falten gebildet, ebenso in der Nähe seiner Mundwinkel. Sein (welliges) Haar war noch sehr füllig, aber dafür vollständig ergraut. Drei lange Narben zogen sich quer durch sein Gesicht. Auch an seinen stark behaarten Unterarmen hatte er welche. An einem Knie besass er eine hässliche und schlecht verheilte Brandnarbe, die sich bis zum Unterschenkel zog.
Ich finds zwar gut, ein Bild von der Figur zu erhalten, aber hier fände ich auch, weniger wäre mehr. Die Gesichtsnarben sind markant und würden in einer gestrafften Beschreibung weniger untergehen. Den Rest würde ich kürzer fassen zB sein Körper war gezeichnet von Narben.
Zitat:
Noch eben waren sie die angenehme Kühle ihrer modrig-feuchten Zelle gewohnt gewesen, da traf sie nun die ungewöhnlich starke Hitze so früh am Morgen wie ein Schlag.
'Noch eben' klingt unüblich für mich, würde eher 'Eben noch' schreiben; und 'gewohnt' find ich auch ein wenig schief in diesem Kontext. Würde es ggfs. schlichter halten bspw. Eben noch in der Kühle ihrer modrig-feuchten Zelle, traf sie nun die (ungewöhnlich) starke Morgenhitze wie ein Schlag.

Ansonsten gern gelesen, da kommt schon bisschen Gladiator-Feeling auf.

LG Skatha


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giraldo
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BeitragVerfasst am: 13.08.2022 21:13    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ich danke euch für eure Verbesserungen! Ich hab schon einige davon in den Text integriert.

Das ß benutze ich nicht mehr.

Copisius ist einer der Hauptcharaktere, der vor allem am Schluss eine zentrale Rolle spielen wird, deshalb hab ich seine Charakterbeschreibung etwas ausführlicher ausgeschmückt. Im Nachinein denke ich aber auch, dass ein paar Kürzungen der Erzählung guttun, schon allein, weil ich Ducchat weit weniger ausschweifend im ersten Kapitel beschrieben habe. Das Hauptaugenmerk liegt jetzt auf den Narben, um Copisius als hartes Kampfschwein einzuführen.

Wortwiederholungen sind immer so eine Sache bzw. auch ein Problemfeld bei mir. Eigentlich versuche ich, sie zu vermeiden, aber wenn ein anderes Wort nicht passt oder eine ausweichende Formulierung den Erzähltext allzu sehr verkompliziert, nehme ich sie in Kauf. Das schnelle Textverständnis ziehe ich der Kunst vor.
Zudem fällt mir auch auf, dass sich in einigen Romanen, die ich zuletzt gelesen habe, eine Menge Wortwiederholungen finden lassen. Ich meine, mich zu erinnern, auf einer Seite in einem historischen Roman mindestens zehnmal Satzanfänge mit "Dann" gelesen zu haben. Schien sich wohl kein Lektor dran gestört zu haben. Very Happy

Ich schau mal, ob ich noch einige Wortwiederholungen beheben kann, aber manche lass ich lieber drin, wie die hier z. B.:

Sie hatte ihn begierig angeschaut, ihre Lippen geöffnet und ihm gesagt, er möge aufwachen und dann war er aufgewacht.
 
Das ist ein humoristische Wortwiederholung, die von mir so beabsichtigt ist. Durch das ganze Werk zieht sich ein ganz feiner Humor. Dazu zählen auch Ducchats (meist sarkastischen) Bemerkungen. Die Kommentare der Hauptcharaktere bleiben drin, um die Erzählung hier und da aufzulockern und um mehr Atmosphäre zu schaffen. Das ganze Ding soll sich schmissig lesen.
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Dyrnberg
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BeitragVerfasst am: 14.08.2022 05:14    Titel: Antworten mit Zitat

giraldo hat Folgendes geschrieben:
Sie hatte ihn begierig angeschaut, ihre Lippen geöffnet und ihm gesagt, er möge aufwachen und dann war er aufgewacht.
 
Das ist ein humoristische Wortwiederholung, die von mir so beabsichtigt ist. Durch das ganze Werk zieht sich ein ganz feiner Humor.


Nur eine Möglichkeit: Ich würde hier mit einem Gedankenstrich arbeiten.

Sie hatte ihn begierig angeschaut, ihre Lippen geöffnet und ihm gesagt, er möge aufwachen - und dann war er aufgewacht.


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Skatha
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BeitragVerfasst am: 14.08.2022 07:07    Titel: Antworten mit Zitat

giraldo hat Folgendes geschrieben:
Das ß benutze ich nicht mehr.

Aus welchem Grund, wenn ich fragen darf?

Wenn du Agenturen und Verlage ansprechen möchtest, vermute ich, dass ein Eszett zu verwenden zumindest nicht verkehrt wäre.


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BeitragVerfasst am: 14.08.2022 08:24    Titel: Antworten mit Zitat

Dyrnberg hat Folgendes geschrieben:
giraldo hat Folgendes geschrieben:
Sie hatte ihn begierig angeschaut, ihre Lippen geöffnet und ihm gesagt, er möge aufwachen und dann war er aufgewacht.
 
Das ist ein humoristische Wortwiederholung, die von mir so beabsichtigt ist. Durch das ganze Werk zieht sich ein ganz feiner Humor.


Nur eine Möglichkeit: Ich würde hier mit einem Gedankenstrich arbeiten.

Sie hatte ihn begierig angeschaut, ihre Lippen geöffnet und ihm gesagt, er möge aufwachen - und dann war er aufgewacht.


Sehr gut!
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Dyrnberg
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BeitragVerfasst am: 14.08.2022 08:31    Titel: Antworten mit Zitat

Ich könnte mir vorstellen, dass solch ein Roman als Self-Publishing-Projekt ein paar Leser findet: Militär im alten Rom. Ist zwar eine Nische, aber da gibt es sicherlich Fans.

Und die Stimmung des Textes ist durchaus gelungen, finde ich. Literarisch wiederhole ich, was andere schon schrieben: Das größte Problem des Textes sind meines Erachtens die Wortwiederholungen.

Zitat:
Ducchat begab sich auf die Füsse, streckte seine Gliedmassen und ging zur Zellentür. Durch das Zellengitter konnte er kaum etwas auf dem Gang erkennen. Dafür war es viel zu dunkel. Er rüttelte mehrfach an der fest verschlossenen Zellentür, doch niemand kam. Anscheinend war keine Wache anwesend. Nach kurzer Zeit hörte er das Aufschliessen einer Tür. Knarzend öffnete sie sich und mehrere Soldaten marschierten in den Zellenflur. Ducchat ging ein paar Schritte zurück und wartete auf das Erscheinen der Soldaten an der Zellentür. Ein junger Optio beäugte angestrengt jeden einzelnen Schlüssel an seinem Bund, bis er den richtigen für die Zellentür gefunden hatte.


Wie oft hier das Wort "Zelle" vorkommt... ist mir als Leser ehrlich gesagt zu viel. Vor allem: Kaum eine "Zelle" in dieser Passage ist absolut notwendig. Das könnte man stilistisch ziemlich einfach anders lösen - ohne dass die Sätze komplizierter werden.

Der zitierte Absatz ist für mich auch inhaltlich der schwächste: Ich verstand als Leser nicht, was geschah. Warum rüttelt er an der Tür während seine Kollegen schlafen? Unhöflich und sinnlos. Warum will er, dass eine Wache kommt? Dann hört er das Aufsperren einer Tür. Welche? Die seine? Oder eine Nachbarzelle? Wenn es die eigene Tür ist, würde man nicht "einer Tür" schreiben. Oder man würde es anmoderieren: "Er erkannte, dass es ihr eigenes Verlies war, das aufgesperrt wurde. Nur einen Augenblick später..." Später glaube ich als Leser zu verstehen, dass eine Tür zum Flur aufgesperrt wurde. Dann geht die Hauptfigur zurück, sieht aber dennoch, was vor der Zelle passiert? Obwohl es dort dunkel ist?

Vielleicht bin ich auch zu dumm und unaufmerksam für diese Passage.


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Minerva
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BeitragVerfasst am: 14.08.2022 09:24    Titel: Re: Die Wölfe Roms Antworten mit Zitat

Hallo Giraldo,

unten ein paar Anmerkungen, die auch so zustande kommen können, dass ich natürlich den Romanteil von vorher nicht kenne.


giraldo hat Folgendes geschrieben:



[Das ist nicht der Plot des Romans, sondern eine von mehreren losen Storyfäden, die im letzten Drittel des gesamten Werks zusammengezogen werden.]

"Lose Storyfäden" - heißt das, dass es bspw. 3 Personen gibt, deren Geschichte man verfolgt, wobei man auch das Setting und die politischen Gegebenheiten kennenlernt und die Geschehnisse ihren eigenen Spannungsbogen besitzen? Ich frage das nur zur Anregung, weil lose Fäden etwas kritisch klingt.

Kapitel 14 - Gladiatoren

Marcus Aemilus Ducchat öffnete sein Augen.
Die schwachen Sonnenstrahlen, die durch das kleine vergitterte Deckenfenster schienen, verrieten ihm, dass ein neuer Tag angebrochen war. Gedankenverloren starrte er den kleinen blauen Himmelsfleck über sich an. Er hatte einen wunderbaren Traum gehabt. Er hatte von einer siegreichen Schlacht geträumt, von seiner anschliessenden Rückkehr nach Rom, von einem stolzen Imperator, der ihm auf die Schulter geklopft und ihn reich entlohnt hatte. Und er hatte von Cornelia geträumt. Sie war an seiner Seite gewesen, die perfekte Frau mit dem Intellekt einer Juno und der Schönheit einer Venus. Er war ihr verfallen, er musste sie haben. Also hatte er sie gefragt. Sie hatte ihn begierig angeschaut, ihre Lippen geöffnet und ihm gesagt, er möge aufwachen und dann war er aufgewacht.
Na gut. Vielleicht war der Traum nicht vollends wunderbar.
Ducchat rieb sich die Augen und versuchte den Quatsch aus seinem Kopf zu schütteln. Irgendwelche Fantasien konnten nicht die bittere Realität ersetzen und die schaute so aus, dass
Aber die schöne Cornelia war tot und er saß tief in der Scheisse sass. Die Toten würden nicht mehr zurückkehren, das zum einen, also war es sinnlos ihnen nachzuhängen und das zum zweiten. Das Einzige, was jetzt zählte, war die verdammte Flucht aus der Gefangenschaft. Und kein anderer Gedanke würde ihn von nun an beschäftigen.

OK, warum ich hier streiche: Aufwachen, geträumt haben ... das ist so eine typische abgelutschte Sache. Und dann kommt ein dicker Erklärbärteil. Ich kenne jetzt den Hintergrund wie gesagt nicht, aber würde dazu tendieren, den Teil zu streichen, selbst wenn das Kapitel 1 wäre. Das ist sogar Kapitel 14, OK. Man kann davon ausgehen, dass man an der Stelle Cornelia schon kennt. Selbst wenn nicht (weil bspw. jedes Kapitel eine neue Person ist), finde ich es interessanter, den Hammer gleich zu Beginn auszupacken. Denn auch in dem Fall brauchst du ja etwas, das zum Weiterlesen anregt. Sonstige wichtige Erklärungen können auch danach folgen.
Der Ton und die Ausdrücke gefallen mir hingegen sehr gut
Very Happy

Ducchat richtete sich auf, klopfte das Stroh von sich ab und schaute sich um. Seine vierzehn zählt er das wirklich durch bei der Zahl oder ist das Autorenwissen? Mitgefangenen, die auf dem mit Stroh bedeckten Boden lagen oder an der kahlen Steinmauer lehnten, schliefen zum Teil noch oder waren ebenfalls im Begriff, wach zu werden. Sie alle waren ranghohe Centurionen. Die niederen Dienstgrade sassen in der Zelle nebenan. schön eingeflochten Ducchats einzig verbliebener Stabsoffizier war der blutjunge Militärtribun Lictus, der neben Ducchat lag, und noch schlief.
Draussen herrschte absolute Stille. Kein Gezirpe, kein Gezwitscher. Nichts. Die ganze Fauna war verschwunden. Ich vermag nicht daran zu denken, was für ein Fluch auf dieser verschissenen Stadt liegen muss, dachte sich Ducchat. doppelt gemoppelt - also entweder kursiv oder "dachte" Mögen die Götter uns helfen!
Ducchat begab sich auf die Füsse umständlich ... wie wärs mir stand auf/erhob sich..., streckte seine Gliedmassen und ging zur Zellentür. Durch das Zellengitter konnte er kaum etwas auf dem dunklen Gang erkennen. Dafür war es viel zu dunkel. Erklärbär Er rüttelte mehrfach an der fest verschlossenen davon gehe ich mal stark aus, lol Zellentür, doch niemand kam. Anscheinend war keine Wache anwesend.
Nach kurzer Zeit hörte er das Aufschliessen einer Tür. Hier könntest du auch in die Perspektive gehen und das "hörte" weglassen Knarzend öffnete sie sich und mehrere Soldaten Perspektive? wie wäre es mit Schritten, denn er sieht sie ja vermutlich nicht marschierten in den Zellenflur. Ducchat ging ein paar Schritte zurück und wartete auf das Erscheinen der bis die Soldaten an der Zellentür angekommen waren. Ein junger Optio beäugte angestrengt jeden einzelnen Schlüssel an seinem Bund, bis er den richtigen für die Zellentür gefunden hatte. Mit einem satten Klacken der Stifte und einem lauten Quietschen der Scharniere zu viel Nominalstil, wie wäre es mit mehr Verben? "die Stifte klackten satt und die Scharniere quietschten? öffnete er sie und ein Centurio in voller Montur trat ein. Seine Soldaten standen blieben mit gezogenen Schwertern draussen stehenund behielten die Gefangenen im Auge.
Der Centurio war gross und stattlich gebaut. Als Rüstung trug er einen Kettenpanzer und einen breiten, schwarzen Cingulum, von dem schwarze, mit Eisennieten beschlagene Lederriemen herabhingen. An den Unterarmen und Unterschenkeln waren eiserne Schienen befestigt. Über dem Kettenpanzer war die Phalerae angelegt, an der acht runde Eisenplatten hingen, auf denen jeweils die Köpfe brüllender Löwen abgebildet waren. zu ausführlich - beschreibende Details lieber sparsam, vor allem, wenn es sich um Personen handelt, die nur einen Auftritt oder wenige haben und keine wichtigen Figuren des Romans sind (nur meine Vermutung) Als er seinen edlen Helm mit dem blauen Federbusch abnahm, kam das kantige Gesicht eines Mannes im mittleren Alter zum Vorschein. Sein Kinn war breit und über seinen Augen wuchsen buschige Augenbrauen. Entlang seiner Augen hatten sich bereits tiefe Falten gebildet, ebenso in der Nähe seiner Mundwinkel. Sein welliges Haar war noch sehr füllig, aber dafür vollständig ergraut. Drei lange Narben zogen sich quer durch sein Gesicht. Auch an seinen stark behaarten Unterarmen hatte er welche. Schlafen An einem Über sein Knie [/s]besass er[/s] zog sich eine hässliche und schlecht verheilte Brandnarbe, die sich bis zum Unterschenkel zog. Solche Wörter wie "besaß" sind total leblos und hier hast du ja sogar das "zog sich" drin, also doppelt gemoppelt Der Drecksack hat wohl schon so einige Schlachten gesehen, dachte sich Ducchat.
Der Centurio übergab seinen Helm dem Optio und schaute in die Runde. Mit seinem prüfenden Blick musterte er die körperliche Verfassung der Männer,Erklärbär/Perspektive/umständlich Gefangenen bis sein Blick bei Ducchat hängenblieb. „Ich bin Centurio Titus Copisius Validus. Auf Befehl von Legat Tablutus gehört ihr alle ab sofort mir. Ihr werdet mich als euren Herrn anerkennen und mich auch als solchen bezeichnen!"
Ducchat trat an ihn heran. „Du kannst dir deinen Befehl in den Arsch stecken! Ich unterstehe nur dem Imperator höchstpersönlich. Wenn diese verräterische Schlange von einem Legaten uns etwas zu sagen hat, dann soll er seinen Arsch selbst hierher führen. Das kannst du ihm überbringen und jetzt nimm deine Gefolge und trete mir aus den Augen, Centurio!"
Ich mag zwar die rohe Art, aber ist das nicht ein bisschen zu dick aufgetragen hier? Vielleicht ersten Satz streichen
Copisius rührte keine Miene. „Der Legat ist für dich nicht zu sprechen und es wäre besser, wenn du dich fügst, Ducchat."
Ich weiß nicht, wie die Ranggefüge sind zwischen den beiden, aber er reagiert recht gelassen auf die Beleidigungen
Legat Ducchat."
„Nicht mehr." Copisius grinste und rammte anschliessend seine Faust in Ducchats Bauch. Ducchat taumelte nach hinten zurück, blieb aber auf den Beinen. Der Hieb hatte ihn wie ein Pferdehuf getroffen, dementsprechend lange blieb ihm auch blieb die Luft weg. Er biss er sich auf die Zähne, zeigte keinen Schmerz und schaute den Centurio finster an.
„Ich will, dass ihr mir zuhört!" Copisius Tonfall wurde rauer. „Ihr seid jetzt keine Gefangenen mehr! Ebensowenig seid ihr noch Soldaten! Und ihr werdet mir gehorchen, so wie Sklaven ihrem Herrn gehorchen! Wer sich nicht beugen will, findet noch an diesem Ort seinen Tod!"
Bitte streiche die vielen Ausrufezeichen, sonst sind die völlig wertlos. Im roman musst du nicht nach jedem Befehl/Ausrufesatz eins setzen, sondern verwendest es nur zur besonderen Betonung an bestimmten Stellen . Mach das am besten mit suchen-ersetzen im gesamten Dokument, und wenn du das Gefühl hast, dass an der einen oder anderen Stelle etwas besonders betont werden sollte, dann setze wieder eins ein.
„Was ist mit den Männern, die schon gestern geholt wurden?", fragte Lictus.
Copisius schnaufte tief durch, ging zu Lictus und rammte ihm ebenfalls die Faust in die Magengrube. „Sie sind tot! Ab sofort reden die Sklaven nur noch dann, wenn sie dazu aufgefordert werden! Wer noch einmal ohne meine Erlaubnis den Mund öffnet, stirbt! Ab sofort dürft ihr nichts mehr besitzen. Alles, was ihr an euch habt, legt ihr ab, dazu zählt auch die vollständige Bekleidung. Sie war ein Teil eures alten Lebens. Von nun an beginnt für euch ein neues Leben. - Optio, sorg dafür, dass diese Sklaven gehorchen und dann lass sie draussen in einer Reihe antreten. Wer sich widersetzt, stirbt! Ausführung!"
„Ja, Herr!"
Ja, bitte mach das mit den Ausrufezeichen Laughing Laughing
Copisius nahm sich seinen Helm zurück, setzte ihn wieder auf und verliess den Kerker. Der Optio zog sein Schwert und wies Ducchat und seine Männer eindringlich an, dem Befehl nachzukommen. Ducchat zog als erstes seine rote Tunika aus. Dann löste er die Schnüre seines Lendenschurzes und warf diesen ihn ins Gesicht des Optio. Ohne eine Reaktion abzuwarten, trat er aus der Zelle. Lictus, der sich noch den schmerzenden Bauch hielt, grinste und wollte es am liebsten Ducchat gleichtun, aber entschied sich, den erzürnten Optio lieber nicht weiter zu reizen. Perspektivwechsel! Schwungvoll warf er seine Kleidung dem Optio vor die Füsse, trat als Zweiter aus der Zelle und lief mit Ducchat den äusseren Gang entlang. Dahinter folgten nach und nach die restlichen Männer.
Ducchat und Lictus stiegen die Treppe hinauf und gelangten durch eine bereits geöffnete Klapptür ins Freie. Noch eben waren sie die Nach der angenehmen Kühle ihrer der modrig-feuchten Zelle gewohnt gewesen, da traf sie nun Ducchat die ungewöhnlich starke Hitze so früh am Morgen wie ein Schlag. Mit zugekniffenen Augen schaute n sie er sich im Kasernenhof um. Überall standen Soldaten. Copisius hatte eine ganze Centurie antreten lassen, um die Gefangenen abzuführen.
Nachdem sich die fünfzig Gefangenen in einer Reihe im Hof aufgestellt hatten, gab Copisius den Befehl zum Abmarsch. In drei nebeneinander marschierenden Reihen - die Gefangenenreihe in der Mitte - verliess man den Kasernenhof.


Zusammenfassung:
- an sich lässt es sich gut lesen und ist auch interessant und spannend
- aber es gibt zwischendurch zu viele überflüssige Erklärungen
- manches Mal sind Dinge umständlich formuliert
- Ausrufezeichen-Overkill
- Perspektive: ich empfehle, in der der eingeführten hauptperson zu bleiben, dazu gehört auch, dass diese Person natürlich nicht weiß, was ein anderer denkt - wenn du zudem am Ende plötzlich 2 Personen betrachtest, hast du in den autkroialen Erzähler gewechselt - fraglich, ob das sinnvoll/beabsichtigt ist ...
- ßßßßß: wenn du Schweizer bist und/oder ausschließlich an Schweizer Agenturen/Verlage schicken willst, kannst du beim ss bleiben, ansonsten rate ich dir dringend von solchen Sperenzchen ab: gedruckt wird in einheitlicher Rechtsschreibung, und dazu gehört nun mal das Eszett. Wenn du Verlage mit solchen Eigenarten ankommst und nicht gerade ein namenhafter und altehrwürdiger Bestsellerautor bist, wirst du dir damit bloß die Chancen versauen. Am Ende müsste (müsste nicht muss, denn warum du mit unbegründeten Fehlern daherkommst, wirst du nicht erklären können und es gibt zig andere Romane, die jeden Tag hereinflattern) nämlich das arme Korrektorat alle deine falschen ss wieder mit ß ersetzen ... ziemlich mühevoll. Genausogut könnte ich ankommen und alles klein schreiben. Das macht keinen Sinn.
Es ist deine Aufgabe als Autor, deine Rechtschreibung möglichst korrekt zu halten.

Liebe Grüße


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... will alles ganz genau wissen ...
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dürüm
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BeitragVerfasst am: 14.08.2022 11:20    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Marcus Aemilus Ducchat öffnete sein Augen.


Bin ich der Einzige, dem das fehlende "e" im ersten Satz auffällt?

Was ist der Grund, dass Du kein "ß" verwendest? Protest gegen die neue deutsche Rechtschreibung? (Ich würde mal vermuten, dass Verlage/Lektoren damit erst einmal keine Freude haben)

Nur kurz, da viele Andere schon Hilfreiches angemerkt haben.

Ich kämpfe immer mit komplizierten Namen, bei denen ich im Kopf nicht weiß, wie ich sie nach deutschen Regeln aussprechen soll.

Ducchat. Duk"ch" (ch wie in Ach?? oder tsch?) at oder Dukat? oder Dukkat? Das reißt mich (persönlich) gleich im ersten Satz raus.

Gruß
Kerem


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giraldo
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BeitragVerfasst am: 14.08.2022 17:04    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ich bedanke mich sehr für die rege Anteilnahme hier. Eure Verbesserungen sind sehr hilfreich!

Als ich vor Jahren angefangen habe, den Roman zu schreiben, hatte ich angenommen, dass sich das ß auf dem Rückzug bzw. auf dem Weg aus der dt. Sprache befindet. Wundert mich jetzt schon ein bisschen, dass es immer noch so einen hohen Stellenwert bei einigen hier geniesst.
Ich lass es jetzt draussen, weil es für mich eine ziemliche Umgewöhnung wäre. Sollte sich tatsächlich mal ein Lektor daran stören, kann ich es ja einfügen. Sollte kein Problem sein.  

Das „cch“ bei Ducchat wird wie bei „ach“ ausgesprochen, siehe auch Gracchus.

Das fehlende „e“ im ersten Satz war wohl selbst mir zu offensichtlich. Irgendwo war auch noch ein „er zu viel. Wenn man halt denkt, man hätte alles gefunden …

Gedankenstrich beim doppelten aufwachen ist eingefügt.
 
Das Problem mit der wiederholenden „Zelle“ hab ich auch weitestgehend behoben.
 
Ducchat kann zwar nicht sehen, was im Zellengang abgeht, aber das Licht reicht aus, um den Optio vor der Zellentür erkennen zu können. Ich denke auch, dass er Soldaten schon anhand ihrer Geräuschkulisse als solche erkennen kann (deshalb keine „Schritte“ oder „Rüstungsgeklapper“). Ich sehe auch auch keinen Sinn, dort einen Spannungsmoment aufzubauen. Die Soldaten kommen rein. Fertig.
Auch muss ein Legat  seine untergebenen Soldaten nicht um Erlaubnis bitten, um an der Zellentür rütteln zu dürfen. Und er rüttelt, um mit einem Wärter sprechen zu können. Die Lage von ihm und seinen Männern ist ja zu diesem Zeitpunkt noch ziemlich ungewiss.

Die etwas umständlichen sowie redundanten Formulierungen, die mir @Minerva aufgezeigt hat, werde ich  beheben. Je flüssiger sich der Text lesen lässt, desto besser. Der Traum bleibt aber drin. Ich will, dass Ducchat immer mal an Cornelia denkt. (Das hat noch eine Bedeutung.) Und zu schreiben, Ducchat hat von Cornelia geträumt und ist dann aufgewacht, ist mir zu langweilig.

Ducchat ist bei der Zählung seiner Truppenstärke sehr genau. (Spielt in Kapitel 8 eine Rolle, sowie in den späteren.)
Die Soldaten haben bei mir eine sehr rohe Ausdrucksweise und es wird auch viel (meist genital) geflucht. Der Erzähler passt sich dem an.

Die Ausrufezeichen werde ich etwas mindern.

Das römische Militär spielt nur in den Kapiteln mit Ducchat eine Rolle, steht also nicht im Mittelpunkt der Geschichte.

Die Erzählperspektive wechselt aufgrund der komplexen Geschichte ständig hin und her. Sich da nur auf Ducchat festzulegen, wäre nicht umsetzbar.

Ich werde das ganze Kapitel noch einmal gründlich überarbeiten und in zwei Wochen einen weitere Passage veröffentlichen.
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dürüm
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BeitragVerfasst am: 14.08.2022 17:46    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Die Erzählperspektive wechselt aufgrund der komplexen Geschichte ständig hin und her. Sich da nur auf Ducchat festzulegen, wäre nicht umsetzbar.


Du musst Dich nicht generell auf Ducchat festlegen, aber solltest entweder kapitelweise, im schlimmsten Fall absatzweise aus der Sicht nur einer Person erzählen. Für nur einen Satz in den Kopf von Lictus zu wechseln ist einfach nur schlampig.

Zitat:
Lictus, der sich noch den schmerzenden Bauch hielt, grinste und wollte es am liebsten Ducchat gleichtun, aber entschied sich, den erzürnten Optio lieber nicht weiter zu reizen. Schwungvoll warf er seine Kleidung dem Optio vor die Füsse, trat als Zweiter aus der Zelle und lief mit Ducchat den äusseren Gang entlang.


Bleib doch einfach in Ducchats Kopf und beschreib die Szene aus seiner Perspektive:

Aus dem Augenwinkel sah er, wie Lictus grinste, seine Klamotten dem Optio schwungvoll vor die Füße pfefferte, und ihm  dann in den Gang folgte.

Zu häufige Perspektivwechsel können verwirrend auf Leser wirken. Wenn Du in alle Köpfe rein schauen willst, dann nimm doch einfach die Auktoriale Perspektive.

Und nochmal  - *eindringlichschau*:
Wenn Du eine Verlagsveröffentlichung anstrebst, halt Dich an die Rechtschreibung und benutz das "ß".

Sonst liegt Ducchat irgendwann in einer holden Maiden Schoss.

Nichts für ungut!

Gruß
Kerem


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giraldo
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BeitragVerfasst am: 14.08.2022 20:02    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ich hab mich mal kurz mit dem Thema ß beschäftigt. Die Regeln sind ja furchtbar. Wann hab ich denn einen langen und einen kurzen Vokal vor dem ss oder ß? Da fängt der Scheiß/ Scheiss (???)nämlich schon an. Entscheide ich das jetzt nach Gutdünken oder gibt es da eine vorgegebene Liste? Shocked Very Happy Bei Pages sind auch noch alle beiden Schreibweisen gültig.

Also das mit dem ß muss ich mir noch gut überlegen. Ansonsten überlass ich das dem Lektor. (Und selbst der jagt da nur ein intelligentes Korrekturprogramm drüber, welches die ßs an allen Stellen einfügt. Oder gibt es tatsächlich noch Lektoren, die sich hinsetzen und mit dem Rotstift das ganze Werk eines Autors lesen?)
Ansonsten wird halt in der Schweiz veröffentlicht. Very Happy
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dürüm
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BeitragVerfasst am: 14.08.2022 20:46    Titel: Antworten mit Zitat

Definitiv Scheiß.

 smile extra

Die Regeln sind nicht kompliziert.
Langer Vokal, also Fuß oder Floß oder Schoß oder schieß mit ẞ
Kurzer Vokal, also Schloss, Fluss, Ross, Riss
Und nach ei und eu ein ẞ, deshalb Scheiß


Auf einem Floß fuhr ein Ritter mit seinem Ross, und eine Maid hatte ihren Fuß in meinem Schoß auf dem Weg zu seinem Schloss.

smile extra
Keine Sorge, das lernst Du schnell.

Gruß
Kerem


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Kojote
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BeitragVerfasst am: 14.08.2022 21:05    Titel: Antworten mit Zitat

Die Leute, die am lautesten über die Reformrechtschreibung schimpfen, sind meiner Beobachtung diejenigen, die nach Prä-1997-Regeln die größten Rechtschreibprobleme haben.

Auto fahren aber radfahren?

Im großen und ganzen aber im Besonderen?

Sicher hat auch die Rechtschreibung nach Duden 1997 einiges an Verkomplizierung gebracht, besonders die massive Getrenntschreiberitis und die Bezugnahme auf ethymologische Hintergründe, die fast niemandem bekannt sind. Aber ich denke, die deutsche Sprache war noch nie so 1) einfach und logisch und 2) gleichzeitig ästhetisch wie nach der überarbeiteten Reformrechtschreibung nach Duden 2006.


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omegaMk13
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BeitragVerfasst am: 17.08.2022 02:49    Titel: Antworten mit Zitat

dürüm hat Folgendes geschrieben:
Ducchat. Duk"ch" (ch wie in Ach?? oder tsch?) at oder Dukat? oder Dukkat? Das reißt mich (persönlich) gleich im ersten Satz raus.


Mich auch. Eine Geschichte aus der römischen Antike würde mich persönlich sehr ansprechen, aber dann müssen für mich auch solche Details wie die Namen passen – und dieser hier lässt mich stolpern. Wieso keine entsprechende Endung? Soll es eine Anspielung auf das lat. Wort 'ducatus' sein?
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ChrisPhoenix
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Beiträge: 24



BeitragVerfasst am: 18.08.2022 21:15    Titel: Antworten mit Zitat

Okay dann versuche ich mich auch mal nützlich in diesem Forum zu machen. Allerdings habe ich mich vorher noch nie an solcher Art von Kritik versucht, also bitte jedes Wort mit Nachsicht genießen. Smile

Grundsätzlich gefällt mir der Text sehr gut. Ließt sich schön, der Schreibstil macht Spaß und die Story erscheint mir sehr spannend.

Was mich persönlich etwas raus nimmt aus dem ganzen sind Ausdrücke wie "In der Scheiße stecken", "Dieser Drecksack..." etc. Sicherlich haben auch die Menschen im alten Rom schon geschimpft und geflucht wie die Rohrspatzen, aber irgendwie erscheint es mir beim Erzählen so einer Geschichte unpassend, auch wenn es eventuell nicht einmal unrealistisch sein mag, das so zu schreiben. Das "Setting" wirkt dadurch irgendwie moderner und die Charaktere unreifer.


Zitat:
giraldo hat Folgendes geschrieben:
Sie hatte ihn begierig angeschaut, ihre Lippen geöffnet und ihm gesagt, er möge aufwachen und dann war er aufgewacht.

Das ist ein humoristische Wortwiederholung, die von mir so beabsichtigt ist. Durch das ganze Werk zieht sich ein ganz feiner Humor.


Zitat:
Die Toten würden nicht mehr zurückkehren, das zum einen, also war es sinnlos ihnen nachzuhängen und das zum zweiten.


Ich gehe davon aus, dieser Satz hat den gleichen Sinn?

Leider erschließt sich mir als Leser dieser Humor nicht und deshalb wirken diese Sätze dann eben seltsam. Das mag natürlich daran liegen, dass dies ein kleiner Ausschnitt des Buches ist und dazu noch aus der Mitte gegriffen. Das kann ich natürlich nicht beurteilen.
Grundsätzlich gilt für mich aber: Wenn der Leser die Absicht in meinen Texten nicht versteht, dann bin daran immer ich selbst Schuld und nie der Leser. Klar verstehst du dein Werk, wie es verstanden werden soll. Es kommt ja auch aus deinen Gedanken. Aber wenn die Art wie du schreibst, deine Gedanken nicht zu Anderen rüberbringt, dann sollte da vielleicht doch lieber korrigiert werden.

Ich hoffe, ich konnte damit irgendwie hilfreich sein.

liebe Grüße

Chris Phoenix
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Smokowski
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BeitragVerfasst am: 19.08.2022 12:18    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Giraldo,

ich mag' deine Geschichte, wohl deshalb, weil ich historische Romane mag, die in der Römerzeit spielen.

Wenn dir ganzen Beschreibungen des Centurios wichtig sind, würde ich sie an Stellen einbauen, wo er was tut, oder sie nutzen, um neben seiner Rüstung auch den Körper zu beschreiben. Dies macht Geschichten lebendiger.

Hier ein Beispiel, wie das klingen könnte:
"Ein junger Optio blieb vor Duccats Zelle stehen und beäugte mit hastigen Bewegungen (Show, don't Tell. Beschreibe, wie die körperliche Verfassung des Optios ist, statt "angestrengt" zu schreiben) jeden einzelnen Schlüssel an seinem Bund. Er griff einen heraus und öffnete mit einem Quietschen die Tür (sei sparsam mit Adjektiven und dass die Scharniere einer Tür quietschen ist auch selbstverständlich). Neben dem Optio duckte sich ein Mann in die Zelle, welcher einen Helm mit Federbusch trug (Dass er sich duckt zeugt schon davon, dass er groß ist). Mit seinen kräftigen Unterarmen machte er ein Zeichen nach hinten - er und der Option waren nicht allein. Dann blieb stehen. Duccat war für alles bereit, einer Hinrichtung, oder wahrscheinlicher - einem Kampf mit einem Gladiator in der Arena. Verrieten die in Eisenplatten eingravierten Köpfe der brüllender Löwen, dass er einer war? Als Duccats Gegenüber seinen Helm bewegte, erblickte Duccat, dass der Federbusch blau war (es ist immer noch Halbdunkel) - Verdammt, ein Centurio! Wird er Duccat zur Arena bringen? Die buschigen Augenbrauen eines Mannes im mittleren Alter blickten Duccats aber an . . ."

So weit. Nimm', was du gebrauchen kannst.


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