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Dem Herzen nach


 
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tronde
Eselsohr


Beiträge: 462

Das goldene Aufbruchstück Das silberne Niemandsland


BeitragVerfasst am: 31.03.2022 20:00    Titel: Dem Herzen nach eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Dem Herzen nach

„Im Nebel kommen wir den Toten am nächsten.“ An diese Worte der alten Hexe klammerte sich Yira. Sie blickte über das Heck des Ruderbootes auf den Strand der Bucht. „Wir fahren zu Papa“, sagte sie leise und streichelte ihren Bauch.
Mit der Hand tastete sie nach dem Fläschen der Hexe neben dem Messer in der Umhängetasche. Sie stieß sich mit den Rudern vom Ufer ab und pullte in den Nebel und aufs offene Meer.

Nach wenigen Schlägen hatte sie ihren Rhythmus gefunden: Durchziehen und Laufenlassen. Durchziehen und Laufenlassen. Ihre Gedanken wanderten in die Vergangenheit.
Die Bucht: der erste Blick, der erste Kuss. Ihre Augen füllten sich mit Tränen.
Die Bucht: die erste gemeinsame Nacht. Ihre Hände umklammerten die Ruder und sie pullte schneller.
Die Bucht: der Sonnenaufgang, als sie Aochon sagte, dass sie schwanger war. Sie schloss die Augen und biss die Zähne aufeinander.
Die Bucht: der Tag, an dem Aochon in ihren Armen seiner plötzlich aufgetretenen Krankheit erlag, die die alte Hexe nicht kannte und ihr nichts entgegenzusetzen hatte. Pulls, immer kräftiger, schneller, bis Schmerzen ihre Muskeln verbrannten und sich mit dem Herzeleid einen Weg aus ihrem verschlossenen Mund brachen. Yira schrie, bis ihre Stimme heiser war. Sie ließ die Ruder los und umschlang ihren Bauch mit den Armen.
„Wir gehen zu ihm. Und dann wird alles wieder gut“, murmelte sie.

Yira griff nach dem Fläschen und leerte es in einem Zug.
Sie ließ das Boot treiben. Es war still, nur ab und an streichelte eine Welle den Rumpf. Yira dachte wieder an Aochon und wie er wohl über das Nebelmeer gefahren war. Wie sehr wünschte sie, bei ihm zu sein!
Vor ihren Augen flimmerte der Nebel, der sie von allen Seiten zusammenpresste. Ein Schwindel packte sie. Der Druck ließ nach und verkehrte sich in ein Zerren in alle Richtungen gleichzeitig. Ihr Kopf pochte. Dann wieder dieser Druck. Zerren. Druck.
Das Gefühl des Fallens. Ihr wurde schwarz vor Augen.

Langsam kam Yira zu sich. Um sie herum dämmerte ein graues Licht. Sie stemmte sich hoch und schüttelte den Schwindel ab.
Der Nebel war dichter, kälter. Sie konnte nur einige Schritt weit sehen. Das Meer lag glatt wie Öl, plattgepresst von der erdrückenden Stille.
Das musste das Nebelmeer sein, auf dem Aochon in seinem grauen Kahn weiter zu den Gestaden der Ahnen gefahren war. Aber war er wirklich dort angekommen oder noch irgendwo auf dem Nebelmeer? Wie sollte sie ihn ohne den Lotsen nur finden? Sie spürte Druck in der Brust und atmete schnell und schwer. Ihre Hände wurden klamm. Sie war so allein.
Eine kräftige Bewegung in ihrem Leib riss sie aus dem Gedankenstrudel.
Yira legte die Hand auf den Bauch. „Du hast ja recht“, sagte sie.
Jede Richtung war besser, als weiter hier zu treiben. Sie fing an zu pullen. Die Ruder glitten ohne die kleinsten Wellen durch das Wasser und das Boot kam nicht vom Fleck. Immer fester zog Yira, aber sie fand keinen Widerstand. Nicht einmal ein Geräusch war zu hören. Nach einigen weiteren Zügen verließ Yira der Mut. Warum kam sie nicht voran? Sie ließ die Ruder los, Tränen sammelten sich in ihren Augen.
Was für eine anmaßende Idee, hierher zukommen. Sie tastete nach dem Messer.
Aber ihr Kind und sie brauchten Aochon, ihren geliebten Aochon. Sie stellte sich sein Gesicht vor, bevor es von den Schmerzen gezeichnet worden war, erinnerte sich an seine sanften Küsse, an das Strahlen seiner Augen, wenn er sie ansah. Die Sehnsucht nahm ihr die Luft.
Es dauerte einen Augenblick, bis sie das leichte Kielwasser bemerkte, das hinter dem Boot zu sehen war. Mit neuem Mut begann sie zu pullen, doch wieder fuhren die Ruder ohne Widerstand durch das Wasser und das Kielwasser verschwand. Yira hielt inne und ließ die Ruder sinken. Wieso …?
Also, sie war am Verzweifeln gewesen und hatte noch ein letztes Mal an Aochon gedacht und da …
Herzklopfend ließ sie das Gefühl der Sehnsucht nach Aochon zu und schaute zum Heck des Bootes. Ja, da war das Kielwasser wieder! Mit neuem Schwung griff sie nach den Rudern. Diesmal spürte sie, wie sie das Boot vorantrieb. Sie lachte auf und fand in den Rhythmus zurück. Ab und an drehte sie den Kopf und starrte über den Bug in den Nebel. Sie konnte nichts erkennen, aber davon ließ sie sich nicht abhalten; sie war auf dem richtigen Weg.

Beim nächsten Ruderzug stieß sie mit dem Backbordruder gegen etwas Festes. Yira wendete den Kopf nach rechts. Beinahe war sie schon an dem grauen Boot ohne Ruder vorbeigeglitten. Darin saß eine Frau, der jede Farbe fehlte. Diese starrte mit weit aufgerissenen Augen zu Yira hinüber. Als der Abstand zwischen den Gefährten sich langsam vergrößerte, stürzte die Frau mit einem wortlosen Schrei zum Bug ihres Bootes und sprang. Yiras Herz raste und sie pullte mit aller Kraft los. Die Hände der Frau verfehlten nur knapp das Heck und geräusch- und wellenlos verschluckte sie das Meer. Der Nebel schloss sich. Wild ruderte Yira weiter.

Sie machte sich nicht mehr die Mühe, sich umzusehen. Ruderschlag um Ruderschlag ging es in einem fort. Die Gedanken an Aochon gaben ihr Richtung und Kraft und das fühlte sich gut an im Gegensatz zum Schmerz, der sie sonst überfiel, wenn nur irgendeine Kleinigkeit an ihn erinnerte. Sie kam in eine Trance wie bei den langen Tanzabenden im Sommer, wo sie im Kreis herumwirbelte und das Gefühl für die Zeit verlor. Sie sah Aochons Gesicht im Nebel hinter sich erscheinen, immer näher kommend, und wie der Nebel sich zu seinem Körper verdichtete. Yira hörte auf zu rudern und breitete mit einem strahlenden Lächeln die Arme aus.
Aochon grinste und das Grinsen verzog sich zu einer Fratze, als sich der Mund unmöglich weit aufsprang. Yira sah hunderte spitzer Zähne. Sie warf sich in Richtung des Bugs. Sie schrie. Die Nebelgestalt erreichte das Heck.
Auf der Steuerbordseite schoss ein Körper aus dem Wasser, ein langer Hals, ein aufgerissenes Maul. Im Sprung über das Heck verbiss sich das Wesen in der Nebelgestalt und riss sie lautlos vom Boot weg. Ein schlanker Körper mit je zwei Vorder- und Hinterflossen folgte und verschwand wieder unter der Meeresoberfläche.
Eine Flossenechse. Yira presste sich gegen die Bordwand und kniff die Augenlider zusammen. Stöhnend und hektisch atmete sie ein und aus.
Ein leises Schnattern riss sie aus ihrer Starre. Langsam öffnete Yira die Augen und blickte in ein handtellergroßes Auge, das sie aus der Seite eines armlangen Kopfes anschaute, der knapp über dem Dollbord schwebte. Die Flossenechse drehte den Schädel und legte ihn schief, dabei unaufhörlich schnatternd. Yira entspannte etwas, tastete aber mit der Hand nach dem Messer. Der Kopf tauchte ab und am Heck wieder auf. Yira spürte die Beschleunigung des Bootes, als die Flossenechse das Boot zu schieben begann. Sie ließ das Messer los und richtete sich auf, ständig den Blick zwischen achtern und vorn wechselnd.

Ein dunkler Schemen tauchte voraus auf und gleich darauf stieß der Bug gegen ein größeres Wassergefährt, ungefähr zwanzig Schritt lang mit einem Schritt hohen Freibord. Der Nebel wich von diesem Boot deutlich weiter zurück als von Yiras. Ein Mann beugte sich über die Reling und packte die Bugleine. „Ist ja gar kein grauer Kahn“, sagte er. Er schaute auf Yira. „Oh, tot ist sie auch nicht.“
Yira wich zurück. Die Flossenechse schnatterte aufgeregt. Vom Heck des größeren Bootes kam ein Zischen.
„Ha, ich weiß.“ Eine Frau trat an die Bordwand heran. „Gut gemacht, Klackklack.“ Sie strich der Flossenechse über den Kopf. „Ich wusste doch, dass wir uns auf Flüsterers Riecher verlassen können“, sagte sie zum Mann neben ihr. „Wir werden sie brauchen können; das spüre ich.“
Der Mann zuckte mit den Schultern. „Wenn du meinst. Ich sage, du hättest ihn“ – er deutete mit dem Kinn in Richtung Mast – „gleich …“
„Gut, dass ich hier das Sagen habe“, unterbrach ihn die Frau. „Es war die Verzögerung wert, du wirst schon sehen. Klackklack ist gerade noch rechtzeitig gekommen.“
Sie wandte sich an Yira und streckte die Arme aus. „Komm. Auf deinem Boot bis du nicht sicher.“
Yira zögerte einen Augenblick. Mit einem ergebenen Seufzer ergriff sie die ausgestreckten Arme. Der Kerl zuckte wieder mit den Schultern und half der Frau, Yira an Bord zu ziehen. Ihr Blick fiel auf einen Mann, der grau und verloren am Mast stand und sie mit leerem Augen ansah.
„Ha, erstmal etwas Abstand gewinnen“, sagte die Frau Richtung Heck. Sie wandte sich Yira zu. „Der Tod des Seelenfressers lockt noch andere Jäger an.“
„Ich sag ja, du hättest …“, begann der Mann neben ihr.
„Jetzt sei aber still, du Grantler!“ Er zuckte mit den Schultern.
Die Flossenechse schnatterte und tauchte Richtung Bug. Dort sah Yira ein weiteres dieser Wesen in einer Art Joch. Die erste Flossenechse schob den Kopf in eine zweite Öffnung des Joches. Die beiden rieben die Mäuler zusammen. Von der anderen Bootseite kam noch mehr Geschnatter.
Die Frau drehte sich zu einer weiteren Gestalt um, die am Ruder auf dem Heckaufbau stand. „Los geht’s.“ Yira nahm diese erst jetzt wahr und erschrak. So wurden in den Geschichten die Dunkelbassen beschrieben: Der halb aufrechte Körper eines mächtigen Ebers auf vier Beinen und einem Paar Arme, die an den Schultern entsprangen. Mit deren Klauen hielt der Dunkelbasse Zügel, die über Rollen zum Bug des Schiffes und den Jochen der Flossenechsen führten. Er zischte.
Die Frau legte ihr eine Hand auf die Schulter. „Nicht erschrecken. Das ist Flüsterer. Er tut dir nichts.“
Der Dunkelbasse neigte den Kopf mit den großen Eckzähnen kurz Yira zu und richtete seinen Blick wieder nach vorne. Er ließ die Zügel knallen und das Boot nahm Fahrt auf.

„Du wirst viele Fragen haben, aber wir haben nicht viel Zeit“, sagte die Frau. „Also mache ich es kurz.“ Sie wies mit der Hand vom Bug zum Heck. „Diese Schönheit ist die ‚Geleiterin‘, unser Zuhause. Ich bin Itina, die Kapitänin. Flüsterer ist unser Steuermann und der schulterzuckende Grantler ist Tontan, unser … guter Geist. Die Namen der Flossenechsen kann ich nicht aussprechen, weswegen wir Menschen sie Klackklack, Klickklack, Klackklick und Klickklick nennen. Wenn wir dem Flüsterer glauben schenken, und, ha, da spricht nichts dagegen, amüsieren sich die vier köstlich über unsere unfähigen Zungen.“
Sie richtete den Blick auf Yira. „Und wer bist du? Und noch viel wichtiger: Wie bist du hergekommen?“
Yira sammelte ihre Gedanken. Wer war der Mann am Mast? Wo sollte sie anfangen?
„Ich bin Yira. Ich habe einen Trank von einer Hexe bekommen und durch ihn bin ich hergekommen, weil“, sie schluckte, „ich meinen Mann wiederhaben will. Wir bekommen ein Kind.“
„Ha, das mit dem Trank glaube ich nicht, deinen Bauch kann ich sehen und das andere … Wie lange ist er tot?“
Fünf Monde, sieben Tage. „Zu lange.“
„Richtige Antwort, mein Kind. Wenn er auch nur einen Hauch von Glauben in sich hatte, ist er schon längst an einem der Gestade angekommen. Ganz davon abgesehen, dass sein Körper verrottet. Ha, eklige Vorstellung.“ Itina schwieg und biss auf ihre Unterlippe. Tontan mischte sich ein. „Das Nebelmeer haben die“, er schaute zur Alten, die den Kopf schüttelte, „die Götter geschaffen, um unsere Seelen an sich zu binden. Und sie geben sie nicht gerne her, oh nein.“
Schulterzuckend ging Tontan zum Bug.
„Ha, da hat er recht. Man könnte auch sagen, das Nebelmeer und die Gestade der Götter verbergen das wahre Ziel der Seelen. Dorthin eine Seele vom Nebelmeer leiten, ist schwierig, aber möglich, aber jemanden von den Gestaden zurückzuholen … Die sind für uns ein Menschenleben zu fern.“ Die Alte stemmte die Arme in die Seiten. „Das wird dir nicht gelingen. Behalte deinen Mann im Herzen, aber lass ihn ziehen, würde ich die raten, wenn ich bei der Sache was zu sagen hätte.“
Yira schüttelte vehement den Kopf. „Nein, ich, wir brauchen ihn“, hörte sie sich, doch in ihre Brust sickerte Kälte. Schluchzen drang aus ihrer Kehle. Das war alles zu viel, sie wollte nur noch weg.
Flüsterer zischte etwas und knallte wieder mit den Zügeln. Itina lauschte. „Diese Schöpfung hat viele Löcher und fremde Bewohner, mehr als den … Göttern gefällt. Und irgendwas Mächtiges hat unsere Spur aufgenommen. Also an die Arbeit.“ Sie ging zum Mast. Zu Tontan am Bug sagte sie: „Verschaff mit Zeit.“ Sie nahm die Hände des grauen Mannes in ihre.
Angespannt lehnte sich Yira an den Heckaufbau. Sie spürte einen Anflug von Schwindel, ähnlich dem durch den Trank ausgelösten. Der Mann am Mast flimmerte, schien größer und kleiner zu werden, zu pulsieren. In Yiras Kopf pochte es im Takt.
Ein riesiger geflügelter Schatten erschien über ihnen. Flüsterer zischte laut. Tontan drehte sich um. Ein gleißendes Licht schoss herab, dem Tontan abwehrend die Hände entgegenstemmte. Das Licht floss in einer flirrenden Kugel um das Boot und riss den Nebel weg, so dass die Sicht Dutzende Schritt betrug. Der Schemen schrie so schrill, dass sich Yira die Ohren zuhielt. Tontan sank auf die Knie. „Nochmal … nicht“, sagte er in Richtung Itina. Der Schatten drehte ab und verschwand in den Nebelschleiern.
Am Mast verstärkte sich das Pulsieren und in Yiras Kopf das Pochen. „Ab in die Freiheit“, hörte Yira Itina leise sagen. Ein goldener Schimmer erschien um den Mann, in den dieser hinein schrumpfte. Schimmer und Mann verschwanden. Das Pochen hörte auf.
Itina sackte zusammen. Nach einem Moment drehte sie sich um. Sie sah erschöpft aus. „Ha, und jetzt wir. Los, komm her und hilf mir, Yira!“
Yira verstand nicht. „Was …?“
Die Alte schrie: „Mit dem nächsten Gleißen wird der Lotse uns verbrennen. Also beweg deinen Hintern her und hilf mir!“ Leise fuhr sie fort: „Ich habe nicht mehr genug Kraft.“
„Was soll ich denn tun?“ Yira eilte zu Itina, zumindest stützen konnte sie sie.
Itina nahm Yiras Kopf fest zwischen die Hände. „Du Dummerchen“, sagte sie fast liebevoll, bevor sie mit strenger Stimme fortfuhr. „Vergiss den Trank, in dir selbst steckt die Kraft, mit der du die Welten gewechselt hast!“ In Yiras Kopf begann es zu pochen, sie trat einen Schritt zurück. „Nein, nein, nein.“
„Willst du jetzt hier als trauernde Witwe sterben oder uns und dein Kind retten?!“
Die Alte schrie ihr die Worte zusammen mit Spucketropfen ins Gesicht: „Verein deine Kraft mit mir und BRING. UNS. NACH. HAUSE!“
Starr wie ein Stock stand Yira da. Aus den Augenwinkeln sah sie den Schemen aus dem Nebel auftauchen. Am Bug schnatterten wild die Flossenechsen. Tontan stützte sich mit den Händen auf den Oberschenkeln ab. Hinter ihr zischte Flüsterer durchdringend.
Yira schloss die Augen. Das Pochen wurde stärker und vermischte sich mit einem rhythmischen Summen. Mit einem Mal schien alles klar. Yira ließ ihr Pochen dem Summen folgen und konzentrierte sich.
Die Bucht: der erste Blick, der erste Kuss. Die Kraft presste sie zusammen.
Die Bucht: die erste gemeinsame Nacht. Die Kraft zerrte sie in alle Richtungen.
Die Bucht: der Abend, an dem sie Ysa schufen. In ihrem Kopf pochte es schneller, ihr ganzer Körper vibrierte.
Die Bucht: der Sonnenaufgang, Hände haltend mit Aochon.
Diesmal spürte sie den Schimmer um sich und das Boot herum. Sie sah das Gesicht von Aochon und verwahrte es tief in ihrem klopfenden Herzen. Sie lächelte und ließ los.
Gleißen vom Himmel.
Die Bucht: Zuhause.
Sie fiel.

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Phenolphthalein
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BeitragVerfasst am: 31.03.2022 21:21    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inkognito,

insgesamt eine nette Geschichte, allerdings nicht immer mein Lesegeschmack.
Den Herzschmerz hast du gut getroffen, wie ich finde.
Weitere Gefühle konnte ich jedoch nicht [in vergleichbarer Form] erkennen, hätte sie mir aber gewünscht.
Dafür haben aber auch die Flossenechsen einen eigenen Charme. Gut gemacht.

Alles in allem bin ich noch unentschlossen, ob das für eine Punktvergabe reicht.

Liebe Grüße,
Pheno


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Nichts ist leichter, als so zu schreiben, dass kein Mensch es versteht; wie hingegen nichts schwerer, als bedeutende Gedanken so auszudrücken, dass jeder sie verstehen muss.

-Arthur Schopenhauer
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Murnockerl
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Beiträge: 231
Wohnort: Graz


BeitragVerfasst am: 01.04.2022 06:40    Titel: Antworten mit Zitat

Ich sehe das Potenzial der Idee - vor allem den Gedanken, dass Götter absichtlich die Seelen der Menschen verwirren, um sie am Weiterziehen aus ihrem Einflussbereich (?) zu hindern.
Die Umsetzung ist mir allerdings zu hektisch - zu viel passiert, zu viele Personen, Konzepte, Wesen werden vorgestellt und ich bleibe etwas ratlos zurück, was denn nun eigentlich der Kern der Handlung ist.
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kioto
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Alter: 69
Beiträge: 412
Wohnort: Rendsburg


BeitragVerfasst am: 01.04.2022 13:24    Titel: Antworten mit Zitat

Schöne phantastische Geschichte alla Orpheus und Eurydike, gut geschrieben.

Gruß Werner


_________________
Stanislav Lem: Literatur versucht, gewöhnliche Dinge ungewöhnlich zu beschreiben, man erfährt fast alles über fast nichts.
Phantastik beschreibt ungewöhnliche Dinge (leider m.M.) meist gewöhnlich, man erfährt fast nicht über fast alles.

Gruß, Werner am NO-Kanal
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Kascha
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Beiträge: 145
Wohnort: Wald der Träume


BeitragVerfasst am: 01.04.2022 17:33    Titel: Antworten mit Zitat

Grundsätzlich eine schöne Geschichte. Mir sind die Sätze etwas zu knapp und es kommen zu viele verwirrende Gestalten, Regeln und Wesen vor, die ich in einer so kurzen Erzählung als etwas überfüllend wahrnehme und denen ich schwer folgen konnte. Mir sind auch die Sätze allgemein zu kurz und abgehakt. Das macht es nicht spannender oder die Handlung flüssiger, sondern stößt mehr durch die Geschichte, ohne Zeit zu lassen für Verständnis und Vorstellung.
Die Idee mit den Schnatterechsen finde ich sehr schön, besonders das mit den Namen. Ich kann sie mir gut vorstellen, obwohl sie wenig beschrieben waren. Bei den vielen Personen auf dem Boot hingegen habe ich schlecht durchgeblickt.
Die Wiederholung 'die Bucht' finde ich nicht sehr ansprechend, eher stört sie.
Das Ende: Gut, dass sie sich nun lösen konnte. Mein Empfinden: das ist eine schöne und in sich vollkommene Geschichte, ist aber leider nicht eingetreten.


_________________
Ich bin hier, um mich mit deinen Ansichten zu befassen.
Nicht, um mich ihnen anzupassen.
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silke-k-weiler
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Alter: 47
Beiträge: 710

Das goldene Schiff Der goldene Eisbecher mit Sahne


BeitragVerfasst am: 01.04.2022 20:02    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Text,

ich habe mir Deinen Titel als Erstes rausgepickt und fange einfach mal bei Dir an.

Du beinhaltest eine ruhige, wehmütige Geschichte, Orpheus und Eurydike mit vertauschten Rollen (so ein bisschen) plus die Figur entdeckt am Schluss unbekannte Kräfte in sich. Ich lese das als metaphorische Trauerbewältigung. Sehr schön und berührend finde ich die Stelle, an der das Boot durch ihre Sehnsucht angetrieben wird. Es treibt sie allerdings auch in gefährliche Gefilde hinaus. Gefilde, in denen sie als lebende Seele eigentlich nichts verloren hat. Zwischendrin dann Fantasy-Elemente mit der Besatzung der Geleiterin, dem Nebelmeer und ein mini Naja-Comic Relief mit Klickklack und Klickklick usw. Wink

Ja, ich würde sagen, ordentlich. Aber es hat leider nicht dauerhaft gefunkt. Vielleicht bei einem weiteren Lesedurchgang, bis dahin bleibe ich bei "ordentlich", für mich ein guter Einstieg in den Wettbewerb und ich bedanke mich, dass ich Dich lesen durfte.

Viele Grüße
Silke
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Minerva
Geschlecht:weiblichKlammeraffe


Beiträge: 862

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BeitragVerfasst am: 01.04.2022 20:19    Titel: Antworten mit Zitat

Hexen mit Fläschchen sind in diesem Wettbewerb beliebt ^^
Allerdings gleich ein Schreibfehler: Fläsch-chen!

Es fällt mir natürlich schwer so am Anfang der Geschichte schon Mitgefühl zu empfinden, das ist aber normal, dazu braucht es ein paar Zeilen mehr. Also kein Fehler.

Pullen ist echt ein komisches Wort, aber nun ja, es ist ja korrekt.

Noch mal zum Liebsten, einerseits spüre ich schon etwas, was mit der Geschichte zu tun hat, anderseits bleibt mir ihr Gefühl zu abstrakt: sanfte Küsse und strahlende Augen  bietet ja jeder Liebste, hoffentlich (ja, nicht ganz, aber du verstehst schon). Ich würde empfehlen, hier auf etwas Individuelles einzugehen. Plus etwas, das er zu ihr gesagt hat, etwas Romantisches (kitschfrei, aber rührend), ein Spitzname, den er ihr gab, eine Neckerei etc.
Anderenfalls bleibt es mir zu behauptet. Auch hier gilt: show don't tell

Diese ist nicht so schön
Zitat:
Diese starrte mit weit aufgerissenen Augen zu Yira hinüber.

besser: Mit weit aufgerissenen Augen starrte sie zu Yira hinüber.

Dass sie die alte Frau ins Wasser plumpsen lässt, könnte hier falsch verstanden werden.
Da hätte ich noch etwas ausgebaut. Schließlich wirkt es so, als ob sie eine Oma ertrinken lässt.
Die Alte hätte noch etwas tun müssen, um die Angst der Prota zu beweisen. Irgendwas sagen oder Yira hätte etwas sehen können

Zitat:
als sich der Mund unmöglich weit aufsprang.

Auch bei diesem Text empfehle ich, es sich wenigstens einmal laut vorzulesen, in recht langsamen Tempo, dann erkennt man solche Fehler.

Zitat:

Yira sah hunderte spitzer Zähne.

Warum ich hier jetzt von außen auf sie blicke ... unnötig.
Um in ihrer Sicht zu bleiben, wäre es einfach so einen Satz zu schreiben:
Hunderte spitze Zähne stach aus dem Maul hervor.
Zumindest anfangs wird es klar, dass wir in ihre Perspektive sollen, hier gehst du raus.

Klackklack, die Flossenechse .. süß

So so, noch eine Kapitänin, ich glaube, das war die vierte in den Texten smile

Ich denke, dass du jemand bist, der auf jeden Fall schon Erfahrung im Bereich Fantasy hat. Die Worte, der rhythmische Aufbau eines Fantasy-Singsang stimmen.
Kurz vorm Ende war es noch etwas anstrengend zu lesen.
Aber sehr gut, dass du den Bogen zum Anfang wieder geschlossen hast, mit der Wiederholung am Ende.

Ich mochte die Geschichte. Es war die einzige, die auf Romantik aufbaut. Wie verzweifelt sie versucht, ihren Liebsten wiederzuerlangen und wie sie am Ende loslässt. Dann noch diese süßen Echsen.

Habe viel kritisiert, aber ich vergebe: 1 Punkt


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... will alles ganz genau wissen ...
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tronde
Eselsohr


Beiträge: 462

Das goldene Aufbruchstück Das silberne Niemandsland


BeitragVerfasst am: 01.04.2022 21:58    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Nach Jahren wieder im dsfo und dann hat der Phantastisch-Wettbewerb grade begonnen. Wenn das kein Zeichen ist …
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hobbes
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Beiträge: 4509

Das goldene Aufbruchstück Das goldene Gleis
Der silberne Scheinwerfer Ei 4
Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 01.04.2022 23:23    Titel: Antworten mit Zitat

Verstehe ich nicht auf Anhieb. Leider muss ich zugeben, dass ich mir auch nicht ganz so viel Mühe mit dem Verstehen gebe, da ich gerade den Anfang ziemlich schmachtend finde und das erreicht mich so gar nicht. Am Ende verwirren mich dann auch die verschiedenen Bezeichnungen. Oder was heißt verwirren, vielleicht eher: machen es nicht gerade einfacher. Itina, die Alte, die Frau. Das geht auch einfacher.

Insgesamt leider nicht mein Fall.


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Miles Davis
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Heidi
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Der goldene Durchblick


BeitragVerfasst am: 02.04.2022 19:39    Titel: Antworten mit Zitat

Yira will ihren Geliebten aus dem Reich der Toten zurückholen. Dazu macht sie sich auf zum Nebelmeer. In ihrem Bauch trägt sie ein Kind. Der Weg dorthin ist weit und mit Gefahren verbunden. Kurz bevor sie durch den Nebel in eine andere Welt eintritt, trifft sie auf eine mysteriöse Frau, die auf ihr Boot springen will - ein Glück, dass Yiras Ruderschläge kraftvoll sind und sie schneller ist. Gleich darauf begegnet Yira einer Flossenechse und sie fürchtet, sie würde von ihr umgebracht. Als sie erkennt, dass diese ihr Boot antreibt wird sie ruhiger. Die Flossenechse namens Klackklack hat Yira vor dem Tod des Seelenfressers bewahrt (wenn ich alles richtig verstanden habe). Yira gelangt mit Klackklack zu einem Schiff, sie wird dort von einem Mann und einer Frau empfangen. Die wollen ihr natürlich helfen, sagen ihr aber klipp und klar, dass Yiras Mann nicht mehr zu retten ist - sein Tod liegt schon zu lang zurück.
Am Ende möchte die Kapitänin, dass Yira sie mit Kraft ihrer Gedanken, die dazu veranlagt sind, die Welten zu wechseln, sie zurück in die Welt der Lebenden bringt. Mit vereinten Kräften schaffen die beiden das. Das Ende ist offen - ich kann mir aussuchen, ob sie ihren geliebten Aochon wieder zum Leben erweckt hat oder mit ihrem Kind alleine weiter lebt.

Geschrieben ist der Text solide, es entstehen Bilder und ich bekomme ein gutes Gefühl für das Nebelmeer - auch für die Kapitänin und dem Alten. Das ist Fantasy mit einer ordentlichen Portion Mystery, wie es im Bilderbuch steht (die Liebe kommt auch nicht zu kurz). Relativ früh denke ich, dass der Text den Rahmen sprengt. Er liest sich eher wie ein Roman in Kurzfassung als eine Kurzgeschichte. Es ist so, als ob er mehr sein möchte, als er sein darf. Es kann aber auch sein, dass es daran liegt, weil ich dieses Genre - vor allem was die Liebesgeschichte betrifft, die im Fokus steht -, nicht meinem Lesegeschmack trifft.

Die fernen Ufer sind gut ins Bild gesetzt. Denn ich kann sie nicht sehen. ich befinde mich in einer Zwischenwelt und ganz kurz auch auf hoher See. Inhaltlich ist der Text aber dann doch eher einfallslos. Er lebt von fantasievollen Wesen und liebevoll erschaffenen Details, aber nicht von inhaltlicher Substanz.

Punkte gibt es keine, aber ich habe einen Satz für dich rausgeholt.

Zitat:
Darin saß eine Frau, der jede Farbe fehlte.


Den mag ich gern.
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d.frank
Geschlecht:weiblichReißwolf

Alter: 43
Beiträge: 1188
Wohnort: berlin


BeitragVerfasst am: 02.04.2022 21:45    Titel: Antworten mit Zitat

Tut mir leid, aber für einen Wettbewerb, an dem noch viele andere Texte teilnehmen, ist das zu langatmig und auch zu kitschig geschrieben.

_________________
Die Wahrheit ist keine Hure, die sich denen an den Hals wirft, welche ihrer nicht begehren: Vielmehr ist sie eine so spröde Schöne, daß selbst wer ihr alles opfert noch nicht ihrer Gunst gewiß sein darf.
*Arthur Schopenhauer
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Abari
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Alter: 41
Beiträge: 1581
Wohnort: ich-jetzt-hier
Der bronzene Durchblick


BeitragVerfasst am: 03.04.2022 13:08    Titel: Antworten mit Zitat

Der Einfachheit und Übersichtlichkeit halber schreibe ich zu Anfang eine Kürzestzusammenfassung, damit ich mich dann beim Bewerten besser orientieren kann:

Die Geschichte dreht sich um Yira, die ihren verstorbenen Mann im Totenreich zu finden versucht. Erfolglos diesbezüglich, aber wieder erfolgreich im Leben zurück. Sehr schöne Idee!

Leider finde ich auf sprachlicher Ebene noch viel Potenzial nach oben. Ich möchte nicht sagen, dass hier jemand "Unwissendes" geschrieben hat, kann ich doch an "Die Bucht: etc." hervorragend andocken. Aber unterwegs bleibt mir die Frage übrig, warum die Sätze so gestellt sind, wie sie gestellt sind und warum manches Inquit [zB der Satz mit dem Spucken im letzten Viertel] nicht Inquit bleiben darf. Mir fehlt bei aller Schönheit der Idee mit fortschreitender Geschichte der erzählerische Fluss.


_________________
Das zeigt Dir lediglich meine persönliche, höchst subjektive Meinung.
Ich mache (mir) bewusst, damit ich bewusst machen kann.

LG
Abari
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weltverbesserer
Geschlecht:weiblichEselsohr

Alter: 61
Beiträge: 226
Wohnort: Brønshøj, Dänemark


BeitragVerfasst am: 03.04.2022 17:11    Titel: Antworten mit Zitat

Elegant und fesselnd erzählt. Mir hat das gleiche Eingangs- und Ausgangsbild gefallen. Schöne Geschichte, spannend und bildreich erzählt.
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Taranisa
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Beiträge: 2206
Wohnort: Frankenberg/Eder


BeitragVerfasst am: 04.04.2022 12:42    Titel: Antworten mit Zitat

Kehrt sie zurück und macht ihren Frieden damit, Witwe zu sein (falls sie überhaupt verheiratet waren)? Oder fantasiert sie am Ende und stirbt? Habe ich irgendwo überlesen, wie genau ihr Mann umkommt? Warum braucht sie ihn erst jetzt, nachdem er schon so lange weg ist?

_________________
"Henkersweib", Burgenwelt Verlag, ET 12/18
"Die Ehre des Henkersweibs", Burgenwelt Verlag, ET 12/20
"Spielweib", Burgenwelt Verlag, ET 12/21
"Das Gegengift des Henkersweibs", Burgenwelt Verlag, ET ?/22
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Globo85
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Alter: 37
Beiträge: 653
Wohnort: Südwesten
Das silberne Eis in der Waffel DSFo-Sponsor


BeitragVerfasst am: 04.04.2022 14:51    Titel: Antworten mit Zitat

Die Bucht der Nebeltoten.

Vorgaben:
Phantastik? Klickklack. Passt. "Fern der letzten Ufer"? Klickklack. Passt. "Auf dem Meer"? Klickklack. Passt.

Eindrücke:
Junge (?) Frau mit Kind und verstorbenem Ehemann/Geliebten rudert in den Nebel, um ebenjenen wiederzusehen, trifft auf ein Schiff mit netter Besatzung und lustigem "Antrieb", wird zurück in ihre Bucht gebracht und … fällt? Das Ende bekomme ich nicht ganz auf die Kette (muss ich ja aber auch nicht), der Weg dorthin gefällt mir allerdings ziemlich gut. Eine Geschichte um das Loslassen und die Trauer, schön geschrieben, wenn ich auch das Gefühl habe, man hätte den "roten Faden" vielleicht etwas deutlicher ausführen können.

Lieblingsstelle:
Zitat:
… Wie lange ist er tot?“
Fünf Monde, sieben Tage. „Zu lange.“
„Richtige Antwort, mein Kind. Wenn er auch nur einen Hauch von Glauben in sich hatte, ist er schon längst an einem der Gestade angekommen.


Fazit:
Ganz knapp an meiner Top Ten vorbeigeschrammt, die Konkurrenz war/ist einfach unfassbar stark. Aber sehr gerne gelesen! Keine Punkte.
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Jenni
Geschlecht:weiblichPapiertiger


Beiträge: 4197

Das goldene Aufbruchstück Die lange Johanne in Gold


BeitragVerfasst am: 04.04.2022 20:29    Titel: Antworten mit Zitat

Yira reist schwanger ins Totenreich um den Vater ihres ungeborenen Kindes zurückzuholen oder ihm in den Tod zu folgen. Stattdessen trifft sie im Nebel auf ein Schiff voller Lebender, denen sie hilft zurück in die Welt der Lebenden zu reisen. Zugleich nimmt sie endlich gedanklich Abschied von ihrem Toten. Eine Idee mit Potential und eine runde Geschichte soweit. Leider erzählst du das in für meinen Geschmack zu vielen Worten, vor allem mit zu viel plakativem Herzschmerz.
Mit dem Thema hat das schon zu tun, indem Yira mit einem Boot aufs Meer hinaus unterwegs ist.
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RAc
Klammeraffe


Beiträge: 640



BeitragVerfasst am: 05.04.2022 17:09    Titel: Antworten mit Zitat

Die schwangere Yira begibt sich auf eine Reise in die Todeswelt, um mit ihrem Mann vereint zu sein, der kurz vorher plötzlich gestorben ist. Dazu rudert sie aus ihrer Heimatbucht in den Nebel des Todes, durch den Zaubertrank einer Hexe davor bewahrt, selber zu sterben.

In der Halbwelt (oder ist es eher ein diriliöser Traum?) trifft sie auf andere nicht wirklich Tote, die auf ihre Hilfe angewiesen sind, um wieder in die reale Welt zurückkommen zu können. Vor die Entscheidung gestellt, vereint mit ihrem Mann aber tot zu sein oder Verantwortung für Andere zu übernehmen und selber zu leben, entscheidet sie sich für das Letztere. Allerdings bleibt offen, ob sie am Ende nicht doch bei der Aktion gestorben ist.

Vorgabentreue: Ja.

Ausgestaltung: Etwas stereotyp. Außer dem Fährmann kommen hier alle Ingredienzien der traditionellen Überfahrtsmythen vor, und die Moral der Geschichte - lebe und siehe nach vorne - liest sich runtergerattert. Nichts wirklich neues oder überraschendes dabei.

Handwerklich aber gut gemacht. Eindringliche Bilder und Sprache. Punkte sicherlich.
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nebenfluss
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BeitragVerfasst am: 05.04.2022 23:37    Titel: Antworten mit Zitat

"Flüsterers Riecher" muss ich mir merken, falls ich mal einen Titel für eine Horrorgeschichte brauche.
Ansonsten war mir das etwas zu sehr auf Gefühligkeit getrimmt - nichts für ungut, aber Texte, in denen das Wort "Herzeleid" vorkommt, haben bei mir keine Chance auf Punkte.


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fehlende Quellenangabe: mein Kopf.
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V.K.B.
Geschlecht:männlich[Error C7: not in list]

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Goldenes Licht Weltrettung in Silber


BeitragVerfasst am: 06.04.2022 12:38    Titel: Antworten mit Zitat

Mein lieber unbekannter Autor,

Kraft meines Amtes als Literaturgegenpapst aus dem Paralleluniversum jenseits des Schwarzen Lochs muss ich Ihnen mitteilen, dass ich gar nicht so genau weiß, was ich zu dieser Geschichte groß sagen soll. Außer, dass ich sie gerne gelesen habe. Sehr mystisch, schmenhaft, tolle Atmosphäre. Auch ja, das wird mir zu viel "gepullt", das ist aber so ziemlich der einzige Kritikpunkt, den ich habe.

Apropos Punkte, noch sind die in Superposition und werden erst verteilt worden sein, wenn ein Beobachter in diesen Spoiler schaut: 3 Punkte

Mit verdammenden Blicken,
Ihr unfreundlicher Literaturgegenpapst aus dem Paralleluniversum

Ein Schriftstellerforum also. Das also ist mein Meer. Ich brauche eine Form. Etwas, das in ihre Kognitionen dringt, sich dort einnistet, ein memetisches Virus. Etwas, das Angst macht.

Hallo Leute, Veith hier. Ich weiß nicht genau, was da passiert ist, anscheinend wurde mein Konto gekapert, dabei war mein Passwort so sicher! Tut mir leid, wird nicht wieder passieren, ich habe es jetzt durch ein noch sichereres ersetzt. In der Zwischenzeit hat irgendeine seltsame Entität die Kommentare und Bewertungen für mich übernommen. Kommt wohl dabei raus, wenn hier so viele im Vorfeld mit Schwarzen Löchern rumgespielt haben. Weil ich zu faul war, selbst noch was zu schreiben, habe ich die gehackten Kommentare und Bepunktungen so stehenlassen – ich bin sicher, dieses Wesen hat bestimmt nichts böse gemeint und wollte nur spielen.


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Warning: Cthulhu may occasionally jumpscare people …
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John McCrea
Geschlecht:männlichLeseratte

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Wohnort: OWL


BeitragVerfasst am: 06.04.2022 17:38    Titel: Antworten mit Zitat

Die Geschichte mit dem Leitmotiv einer tiefen Liebe, über den Tod hinaus, das ist nicht so meins. Zumindest nicht in der Form von recht einfach strukturierten Welten.
Insgesamt bin ich nicht so mitgenommen und mitgerissen worden.


_________________
Italian Leather Sofa
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Constantine
Geschlecht:männlichBücherwurm


Beiträge: 3400

Goldener Sturmschaden Weltrettung in Bronze


BeitragVerfasst am: 07.04.2022 13:04    Titel: Antworten mit Zitat

Bonjour Inko

Es tut mir leid. Die Zeit hat nicht gereicht, um ein ausführliches Feedback zu verfassen.


Constantine
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Reimeschreiberin
Geschlecht:weiblichLeseratte


Beiträge: 197



BeitragVerfasst am: 07.04.2022 21:25    Titel: Antworten mit Zitat

Eine schöne phantastische Geschichte mit interessanten Geschöpfen. Liest sich für mich aber eher wie der Anfang von einem Roman o. ä.
Sehr gefallen hat mir, dass am Ende der Anfang noch einmal in abgewandelter Form aufgegriffen wird: "Die Bucht...", und auch, dass Yira zwar nicht ihren Aochon aber dafür ihren inneren Frieden mit dem Verlust findet.
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