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Das nächste große Ding


 
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Jenni
Geschlecht:weiblichPapiertiger


Beiträge: 4193

Das goldene Aufbruchstück Die lange Johanne in Gold


BeitragVerfasst am: 31.03.2022 20:00    Titel: Das nächste große Ding eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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    Das nächste große Ding
    - keine neue Welt, ein neues Multiversum -


    Nennt mich I-diotin. Aber ihr müsstet am besten verstehen, wie es dazu kommen konnte, dass wir seit Stunden vielleicht Tagen über unbewegte See segeln und kein Garnichts in Sicht. Woher ich so sicher bin, dass es die letzten Ufer waren, die wir hinter uns gelassen haben, fragt ihr mich? Da kommt jedenfalls nichts mehr als endloses Wasser, das endlos den schiefergrauen Himmel spiegelt, aber das muss unbedingt unter uns bleiben. Unter uns, unlustig, wenn man mit den Stimmen im eigenen Kopf redet, ich weiß. Aber ihr lacht trotzdem: Nichts ist endlos. Ich lache selbst, aber nur um nicht zu weinen. Das hier ist eine Scheibenwelt, so habe ich sie erschaffen. Irgendwann kippen wir einfach über den Rand, wenn mir bis dahin nichts einfällt, und die uns folgen fallen mit uns. Meine erste Kreation und Grundlage all meines Schaffens war eine wortgetreue Nachbildung von Pratchetts Scheibenwelt. Von Beginn an keine einzige eigene Idee, sagt ihr, aber gerade damit habe ich einen Nerv getroffen. Damals und wieder und wieder und dann halt nicht mehr. Verstanden habe ich es nie. Gewollt auch nicht. Aber jetzt stecke ich drin im Schlamassel. Ich muss nach achtern gehen und mich weit hinauslehnen, um das ganze Ausmaß meiner Probleme zu erfassen, die vielen kleinen Boote, die hinter uns auf sanften Wellen tanzen, im Fahrwasser der Morgenröte. Die Follower. Habe ich mich damals gefreut, als meine kleine Scheibenwelt auf einmal zwei Follower hatte, zwei echte Menschen, denen meine Schöpfung so gut gefiel, dass sie ihre wertvolle Zeit lieber in den Straßen meines Ankh-Morpork verbrachten, als an buchstäblich jedem anderen denkbaren Ort. Für zweihundert Follower habe ich eine Party gegeben unter dem großen Festbaum in Hobbingen, im eben erschaffenen Auenland. Mit Follower Nummer eintausend habe ich das Restaurant am Ende des Universums eröffnet. Als es fünfzigtausend wurden, habe ich eine Umfrage mit Gewinnspiel gestartet, welche phantastischen Welten sie sich hinter die Türen im Wunderland wünschten. Die Reaktionen waren überwältigend, die Teilnahme überstieg alle Erwartungen, doch obgleich mir die Aktion Zeit verschafft hat, war es doch letztlich der Anfang vom Ende. Und trotzdem, als mein Universum letzte Woche aus der Mode kam, in Google Verses mit einem Kerzen-Icon versehen und als »an seiner Selbstreferenzialität verschieden« feierlich abgeschrieben wurde, da konnte ich das nicht auf mir sitzen lassen. Jetzt sind es 213.972 kleine Boote, die mir folgen. 213.972 Menschen, die meine Lügen geglaubt haben über einen angeblich lange geplanten Coup. Keine neue Welt, ein neues Multiversum habe ich ihnen versprochen, das »nächste große Ding« nach dem Internet, dem Metaverse, XiRang, ко́смос ГБ und META3K. Nennt mich hochmütig.

    Kapitän Drinian drängt längst darauf umzukehren. Dafür kann er nichts, es ist seine Rolle in Narnia, und meine NPCs folgen recht stumpf ihrer Bestimmung. Personen kann ich nicht gut, mir liegen Landschaften. Ja ich weiß, nicht besonders überzeugend ob der Leere vor uns. Es ist dies jedoch keine Leere des Nichts wie in Fantasien. Es ist eine formbare Leere, die dazu bestimmt ist, etwas Neues hervorzubringen. Quasi wie die erste Seite eines leeren Buches, auf die man verdammt noch mal nur das falsche schreiben kann. Riepischiep schreit aufgeregt ein paar Motivationsgedanken heraus, ob in meine Richtung oder die des Kapitäns, ich nicke beifällig. Aufgeben kommt nicht in Frage, umkehren schon gar nicht. Ich wünschte nur, mich nicht so weit über der Wasseroberfläche zu befinden. Die Morgenröte freilich ist das einzige Schiff in meinem Hafen gewesen, das sich für diese Fahrt eignet. Die Black Pearl mag das allerschnellste Schiff der Karibik sein, die Jolly Roger das exklusivste von ganz Nimmerland, aber es geht auch um die Symbolik, und die Morgenröte ist schließlich schon einmal bis an den Rand der Welt gefahren. Jetzt wünsche ich mich trotzdem auf ein einfaches Ruderboot oder auf ein Floß, das verborgen vor den Blicken meiner Verfolger in der Bugwelle des Flaggschiffes sanft schaukelnd mir den Kontakt mit dem Wasser erlaubt. Sofort wird mein Atem ruhiger, schlägt mein Herz langsamer, und das obwohl das Schwanken des Holzfloßes zwar nicht meine Vorstellung aber meine Befürchtungen bei weitem übertrifft. Die Berührung von Salzwasser beruhigt mich, schon einen großen Zeh ins Meer zu tauchen ist so effektiv wie zwei Stunden Meditation, und jetzt werde ich von jeder größeren Welle fast gänzlich überspült. Ich denke es liegt daran, dass es die einzige echte Empfindung ist. Ich meine, klar, das macht keinen messbaren Unterschied. Die schwüle Luft auf meiner Haut und in meinen Lungen, die kühlende Gischt, der schwache Wind in meinen Haaren, die Rufe der Besatzung hoch über mir, der schwankende Untergrund, all diese Empfindungen sind echt, erzeugen die gleichen elektrochemischen Impulse in meinem Gehirn, als wäre mein fleischlicher Körper diesen Einflüssen ausgesetzt. Und ich spüre ja nicht, ich weiß es nur, dass mein Körper reizarm aufbewahrt und verkabelt in einem Salzwassertank liegt, auf einer Bohrinsel zwischen dem indischen Ozean und dem Südpazifik, ungefähr dort, wo früher einmal Neuseeland war. Und trotzdem bilde ich mir ein, dass sich die Empfindung von Salzwasser auf meiner Haut echter anfühlt als jede andere. Doof, ich weiß.

    Noch etwas bilde ich mir ein. Eine Bewegung tief unter mir. Ein Schatten über dem Meeresboden. Fragt ihr mich jetzt echt, ob es hier Haie gibt? Ihr wisst so gut wie ich, es gibt keine. Aber es könnte welche geben, wenn ich mir sie nämlich vorstelle. Anders als beim Löschen von Landschaften oder Algorithmen bittet bei deren Erschaffung dummerweise niemand doppelt und dreifach um Bestätigung. Mag ja auch früher einmal keinen Sinn gemacht haben, wenn man an einem lebensechten Hai stundenlang herum animiert hat, seine Bewegungen Codezeilen waren, immer berechenbar, doch heute musst du dir einen Hai nur zu genau vorstellen, und schon hat er dir den Kopf abgebissen. Zum Glück bin ich noch nie einem begegnet, kann mich auch gerade an keine überzeugende Schilderung eines Hais erinnern, und jetzt hört einfach auf zu fragen. Es ist kein Hai. Der Schatten ist überhaupt nichts von mir geschaffenes, das wird mir immer deutlicher. Er ist etwas Fremdes. Ich lege mich bäuchlings flach auf das Floß, lasse mich etwas abtreiben, um weniger herumgeworfen zu werden, und stiere über den Rand hinab in die Tiefe, versuche zu erkennen, zu verstehen, womit ich es zu tun habe. Der Schatten ist elegant in seinen Bewegungen, und er ist scheu, entwischt immer wieder meiner Beobachtung, lässt sich nicht in den Fokus zwingen, teilt sich vor meinen Blicken und fügt sich wieder zusammen; manchmal verschwindet er ganz und taucht anderswo wieder auf, als ich ihn erwartet habe. Diese Welt beruht auf meiner Vorstellung, ist ein Teil meines neuronalen Netzes, es kann hier nichts unabhängig von meiner Imagination entstehen, nichts mir Unerklärliches existieren. Kann der Schatten ein vergessener Gedanke sein, etwas unterbewusstes, das an die Oberfläche drängt? Ich muss natürlich an den Tag denken, als eine Avatara im Zaubererduell in meinem Raum der Wünsche einen Zauber gegen mich verwendet hat, den weder Rowling noch ich kannten oder vorgesehen hätten, und dennoch hat er funktioniert.  Das habe ich mir damals flugs so erklärt, dass mir die Idee gut gefiel und ich spontan und unbewusst die Entscheidung getroffen habe, den Zauber wirken zu lassen, und danach habe ich das sogar implementiert, Erfinde deine eigenen Zauber im Duellierclub lief eine Zeitlang richtig gut. Aber ich selbst wusste um die Manipulation, fürchtete sie und habe den Nachmittag tief unter anderen Erinnerungen begraben. Könnte der Schatten eine solche verdrängte Erinnerung sein? Oder schlimmer noch: Könnte es noch einmal jemandem gelungen sein, unbemerkt einen fremden Gedanken in die meinen zu schleusen? Einen Zweifel? Da ist noch ein fremder Gedanke: Wo Licht ist, da ist auch Schatten. Oder umgekehrt. Ich drehe mich so abrupt nach oben um, dass mein kleines Floß abermals heftig ins Schwanken gerät. Apparieren!

    Ich befinde mich wieder an Deck der Morgenröte, stehe an der Reling und sehe hinauf in den ehemals monoton grauen Himmel. Ein einzelner Sonnenstrahl, so sieht es zumindest aus, hat sich den Weg durch die Wolkendecke gebahnt. Der Schatten am Meeresgrund mag mein eigener gewesen sein, oder der der Morgenröte, verursacht durch einen aufbrechenden Himmel. Und dessen bin ich mir so bewusst, wie ich mir noch nie eines Umstandes war: Dies ist etwas, das in mir und durch mich hindurch passiert. Meine Gedanken, fremde Gedanken fließen ineinander, bilden ein einziges Netz aus weißem Licht, das sich auf die Meeresoberfläche legt, und darin eine erste schimmernde Idee. »Land in Sicht«, hören wir hinter uns, um uns, in uns erst eine Stimme rufen, dann eine zweite und dann viele im Einklang. Was wir sehen ist kein Land. Aus uns erwächst Das nächste große Ding.

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Phenolphthalein
Geschlecht:männlichReißwolf


Beiträge: 1356

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BeitragVerfasst am: 31.03.2022 21:21    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inkognito,

die Idee mit den Anspielungen der ganzen Buch/Filmtitel ist recht originell. Das gefällt mir.
Aber die Geschichte in einem Monolog zupacken, der gefühlt nicht Enden will … schwierig.
Ich kann mir vorstellen, dass das wie ein Mantra genutzt wird bzw. ein „sich selbst beruhigen“, aber irgendwann, gegen Mitte der Geschichte, fing es langsam bei mir an und sich schaute, ob Land das Ende in Sicht kommt.

Die Idee: Toll
Die [von mir empfundene] Stärke: Gleichzeitig auch die Schwäche.

Wird wohl nicht zu meinen Favoriten werden. Tut mir leid, weil es eine tolle Idee ist.

Liebe Grüße,
Pheno


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Nichts ist leichter, als so zu schreiben, dass kein Mensch es versteht; wie hingegen nichts schwerer, als bedeutende Gedanken so auszudrücken, dass jeder sie verstehen muss.

-Arthur Schopenhauer
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hobbes
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Moderatorin

Beiträge: 4438

Das goldene Aufbruchstück Das goldene Gleis
Der silberne Scheinwerfer Ei 4


BeitragVerfasst am: 31.03.2022 23:30    Titel: Antworten mit Zitat

smile Ich mag das.

***

Ich habe ein bisschen ein schlechtes Gewissen, weil ich anderswo sinngemäß "ach ja, Einbindung der Vorgaben in die Geschichte, *gähn*" geschrieben habe und wie passt das jetzt damit zusammen, dass ich dir 8 Punkte gebe? Das passt, weil ich die Sprache mag. Sie trägt mich durch den Text, ich kann mich an beliebiger Stelle hineinfallen lassen und in den Wellen schaukeln.


_________________
Don't play what's there, play what's not there.
Miles Davis
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Murnockerl
Geschlecht:weiblichEselsohr


Beiträge: 230
Wohnort: Graz


BeitragVerfasst am: 01.04.2022 06:36    Titel: Antworten mit Zitat

Stilistisch sehr gut, flüssig zu lesen. Ich mag die Idee. Was die Umsetzung angeht, bin ich zwiegespalten - für mich ist der Text einen Ticken länger als es der Inhalt es hergeben würde, was bewirkt, dass er sich im Mittelteil ein wenig zieht. Auch die Verweise auf verschiedenste Werke der Phantastik verlieren nach ein paar Absätzen an Reiz und zum Schluss hin hätte ich es bevorzugt, wenn der Fokus stärker auf den Erzählenden und die Konflikte, die sich aus dem "Leben in der eigenen Fantasie", um es mal so zu nennen, ergeben könnten, gelegt worden wäre statt auf das bloße Aufzählen von literarischen Werken.

Auch frage ich mich - in Hinblick auf (Tag- und Nacht-)Träume - ob es nicht ohnehin eine sehr normale und häufige Sache ist, dass aus der eigenen Fantasie (unliebsame) Dinge auftauchen, die man nicht direkt einer Quelle oder gar einem spezifischen Werk zuordnen kann.

Auf jeden Fall gern gelesen.

Edit: Beim zweiten Lesen fand ich es wesentlich kurzweiliger - wahrscheinlich fällt mir das Lesen leichter, nachdem ich bereits weiß, worauf alles hinausläuft. 2 Punkte dafür. Auch hier würde ich das Thema zwar als erfüllt ansehen, aber es gibt einen kleinen Punkteabzug, weil das Treiben auf dem Wasser - aus meiner Sicht - nicht wirklich handlungsbestimmend zu sein scheint.
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Stefanie
Reißwolf


Beiträge: 1710



BeitragVerfasst am: 01.04.2022 10:33    Titel: Antworten mit Zitat

Eher eine philosophische Abhandlung über anderer Leute Werke, klaut mir zu viel und hat bis auf den fremden Gedanken im Wasser keine eigenen Ideen.
An sich schön zu lesen, aber im Wettbewerb für mich zu nahe an Thema verfehlt.
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kioto
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Alter: 69
Beiträge: 398
Wohnort: Rendsburg


BeitragVerfasst am: 01.04.2022 12:39    Titel: Antworten mit Zitat

Der Text ist gut geschrieben und zeugt von Belesenheit und Intellekt. Mit der Zeit werden die literarischen Anspielungen mehr und mehr, allerdings passiert fast nichts, so fällt mir zunehmend schwer, mich auf den Text zu konzentrieren.
Zum Inhalt? Vielleicht eine Allegorie auf das Internet.

Gruß Werner


_________________
Stanislav Lem: Literatur versucht, gewöhnliche Dinge ungewöhnlich zu beschreiben, man erfährt fast alles über fast nichts.
Phantastik beschreibt ungewöhnliche Dinge (leider m.M.) meist gewöhnlich, man erfährt fast nicht über fast alles.

Gruß, Werner am NO-Kanal
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Kascha
Geschlecht:weiblichLeseratte


Beiträge: 143
Wohnort: Wald der Träume


BeitragVerfasst am: 01.04.2022 17:15    Titel: Antworten mit Zitat

An sich eine sehr kreative Idee, die Realität mit dieser Geschichte zu verknüpfen! Macht Spaß zu lesen. Allerdings wird es ab dem 2. Absatz etwas zäh, denn letztlich drehen sich da deine Gedanken die ganze Zeit um das selbe Thema. Da könnte man sicherlich kürzen. Ein paar mehr Absätze würden auch helfen Wink
Schreibstil passt gut und gefällt mir. Bis auf ein paar Kommafehler ist mir kein weiterer aufgefallen. Ob es wirklich eine Geschichte ist oder doch eher in Richtung Essay geht ... schwierig. Auf jeden Fall neuartige Idee, deine 'Karriere' so darzustellen. Aber du erzählst eben nur deine eigene Geschichte, nicht die einer Figur.


_________________
Ich bin hier, um mich mit deinen Ansichten zu befassen.
Nicht, um mich ihnen anzupassen.
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Minerva
Geschlecht:weiblichKlammeraffe


Beiträge: 717

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BeitragVerfasst am: 01.04.2022 20:08    Titel: Antworten mit Zitat

Eine Fantasiewelt, in der echte Menschen folgen, weil sie online Follower sind (?)
Die Idee ist sehr kreativ, hätte aber besser umgesetzt werden können.
Denn mir es zu viel Gerede des Ichs (das mir auch eher männlich denn weiblich erscheint, einfach nur gefühlt), zu viel Wiederholung von bereits Verstandenem.

Was ich auch nicht begriffen habe ist, alles ist aus ihr, aber dann erwächst etwas aus allen Leuten zusammen zu etwas Neuem. Das widerspricht sich, kann aber einfach so sein, dass es passiert.
Allerdings wurde es ja vorher sehr deutlich gemacht, dass das nicht so ist.

Der Blocksatz macht es unschön zum Lesen, sehr unschön. Ein paar Absätze wären leserfreundlich. Das stößt insofern noch mehr auf, alsdass auch etliche Kommafehler dabei sind, was es schwer machte, dem Text zu folgen.
Auch gab es ein paar Zeitfehler. Ich nehme an, da war Zeitnot zur Abgabe.

Verstehen tue ich die Referenzen auf Fantasywelten nicht. Da wäre es nicht schwer gewesen, etwas Eigenes zu finden. Bspw. muss es keine Scheibenwelt sein, man hätte einfach die Verschwörung der Flacherde damit aufs Korn nehmen können.

Soweit meine Anmerkung. Unterhaltsam war es trotzdem. Danke für deinen Beitrag. Punkte kann ich leider nicht vergeben.


_________________
... will alles ganz genau wissen ...
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silke-k-weiler
Geschlecht:weiblichKlammeraffe

Alter: 47
Beiträge: 684

Das goldene Schiff


BeitragVerfasst am: 01.04.2022 20:58    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Text,

hm. Das ging mir so beim Lesen der ersten Sätze durch den Kopf, besonders bei:

Señora Incógnita hat Folgendes geschrieben:
Nennt mich I-diotin.


mit einem Aufseufzen kombiniert. Ei-diotin ... *seufz

Señora Incógnita hat Folgendes geschrieben:
Unter uns, unlustig, wenn man mit den Stimmen im eigenen Kopf redet, ich weiß.


Da merke ich dann zum ersten Mal auf und mein Interesse ist geweckt.

Señora Incógnita hat Folgendes geschrieben:
Meine erste Kreation und Grundlage all meines Schaffens war eine wortgetreue Nachbildung von Pratchetts Scheibenwelt. Von Beginn an keine einzige eigene Idee, sagt ihr, aber gerade damit habe ich einen Nerv getroffen.


Die Stelle gefällt mir auch.

Dann wird so ein bisschen Social Media Gehabe gedisst und auf einen Haufen Motive einschlägiger Fantasy-Literatur Bezug genommen. Am Ende wird es philosophisch/neurobiologisch, denn tatsächlich ist das kein Scheibenwelt-Meer, sondern nur die Fantasie von jemandem, dessen Körper in Salzlake eingelegt ist, und ich rede die ganze Zeit mit dem Avatar bzw. der Avatar redet nicht mit mir, sondern mit den Stimmen in seinem Kopf. Oder bin ich eine der Stimmen in seinem Kopf? Liege ich auch in Salzlake?

Interpretationsansatz: Der Autor/die Autorin hat eine Schaffenskrise im Sinne von "Hammwa alles schon gehabt". Plagiat ist Gold. Kreativität Silber oder Schweigen, da eben alles schon gehabt. Oder? Der Nerv ist getroffen, aber befriedigt das?

Ich muss da nochmal schauen, evtl. lese ich Dich ein weiteres Mal, im Moment denk ich: War ok, war streckenweise interessant. Aber so richtig gefunkt hat es auch noch nicht.

Viele Grüße
Silke

edit: Leider auch beim 2. Durchgang nicht in die Top 10 geschafft, trotzdem Danke!
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d.frank
Geschlecht:weiblichReißwolf

Alter: 43
Beiträge: 1150
Wohnort: berlin


BeitragVerfasst am: 02.04.2022 09:46    Titel: Antworten mit Zitat

Ganz schön viel Bla, ziemlich eingebildet, das machte mir das Folgen schwer. Am Ende gab es eine Belohnung in Form etwas kitschiger Philosophie, nein tut mir leid, für mich ist / war das nichts so richtig :\

_________________
Die Wahrheit ist keine Hure, die sich denen an den Hals wirft, welche ihrer nicht begehren: Vielmehr ist sie eine so spröde Schöne, daß selbst wer ihr alles opfert noch nicht ihrer Gunst gewiß sein darf.
*Arthur Schopenhauer
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John McCrea
Geschlecht:männlichLeseratte

Alter: 48
Beiträge: 165
Wohnort: OWL


BeitragVerfasst am: 02.04.2022 19:08    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe den Text relativ schnell durchgelesen. Durchaus eine interessante Idee die Fantastik-Immanenz einmal in diesem Licht zu betrachten.

Der Text wirkt allerdings auf mich zu unstet und leicht zerfahren.

Ich würde es interessanter empfinden, die ganze Immanenz auf einmal zu schultern und nicht nach und nach Hinweise auf die Existenz zu geben, welche dann auch nicht der letzte Schluss ist.

Gerne gelesen.


_________________
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Heidi
Geschlecht:weiblichReißwolf

Alter: 41
Beiträge: 1375
Wohnort: Hamburg
Der goldene Durchblick


BeitragVerfasst am: 02.04.2022 19:39    Titel: Antworten mit Zitat

Die Ich-Erzählerin liefert mir einen Monolog, der es in sich hat. Es geht um Realitäten, die mittels Gedanken gebildet werden. Ein Zukunftsszenario, das vielleicht aktueller und gegenwärtiger ist als wir uns denken. Ich denke an einen bereits verstorbenen, großen deutschen Künstler und was er über das Denken sagte, aber das soll hier nicht Thema sein.
Der Text hangelt sich von Social-Media-Realitäten und den damit verbundenen Manipulationen weiter zum im Salztank verkabelten, aufbewahrten Leib des Ich-Erzählers - ausgerechnet auf einer Bohrinsel. So bleibt es aktuell, wenn ich an Energieversorgung denke und daran, wie verkabelt die Welt sich mittlerweile ausgestaltet und das auch ohne Kabel.

Das Spiel mit Gedanken, die physisch Wahrnehmbares erschaffen, wie etwa den beispielhaften Hai, geht weiter in das Philosophieren über Gedanken anderer, die unter Umständen in die des Ichs eingeschleußt worden sein könnten. Der Zweifel bleibt. Und ist es nicht mitunter der Zweifel, der Menschen menschlich sein lässt?

Überrascht bin ich dann über das so optimistische Ende. Die Ich-Erzählerin sieht ein schimmerndes Netz aus Gedanken vieler oder vielleicht auch aller Menschen - eine Idee, die aus einem großen Ganzen erwächst. Aus der Begegnung von Gedanken kann sich Neues entwickeln. Ein Gemeinschaftswerk, das nur zu existieren in der Lage ist, weil sich Empfindungen und Gedanken miteinander verbinden und das keinesfalls elektronisch.

So zeichnet sich aus dem Gesamtbild des Textes, das doch eher niederschmetternd beginnt, ein öffnendes sehr hoffnungsvolles Bild, dem ich gerne folge.

Sprachlich ein schöner Text. Auch die Formatierung absolut passend gewählt. Das endlose Meer, die nicht vorhandenen Ufer werden durch den Blocksatz erlebbar, ja sogar sichtbar. Hier gibt es keinen Absatz, der mir eine Verschnaufpause gönnt. Nur die endlose Weite aus Wasser Worten.
Einzig der Titel gefällt mir nicht, auch wenn mir klar ist, warum er ist was er ist. Ich finde, dass er sich mit der sprachlichen Ästhetik reibt und herausfällt. Mag sein, dass genau das dein Ziel war. Ich mag ihn trotzdem nicht.

Zitat:
Es ist eine formbare Leere, die dazu bestimmt ist, etwas Neues hervorzubringen.


Dieser Satz ist wirklich wundervoll.
Hier wird nicht nur deutlich, dass der Text schon sehr viel früher als am Ende einen Hoffnungsfunken in sich trägt, sondern vielmehr, dass es in schweren Zeiten, die leer und inhaltslos daherkommen doch die Möglichkeit gibt, etwas reinzutun. Vorausgesetzt, es gibt jemanden, dem das Denken eigen ist.
Da wird dann meine kindliche Neugier ganz und gar angeregt und ich denke: Lass mich bitte, bitte mitmachen!

Trotz des Titels mit dem ich mich überhaupt nicht anfreunden kann, bekommst du zwölf Punkte. Lieber hätte ich in diesem Wettbewerb drei Geschichten mit zehn Punkten bepunktet und keine mit zwölf oder acht. Ein Glück für dich, dass das nicht möglich ist.
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Abari
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Alter: 41
Beiträge: 1570
Wohnort: ich-jetzt-hier
Der bronzene Durchblick


BeitragVerfasst am: 03.04.2022 12:39    Titel: Antworten mit Zitat

Der Einfachheit und Übersichtlichkeit halber schreibe ich zu Anfang eine Kürzestzusammenfassung, damit ich mich dann beim Bewerten besser orientieren kann:

Eine Prota erschafft sich in Anlehnung an Klassiker der Fantasy eine eigene Welt und sucht nach Leuten, die sie besiedeln. Sie findet sie auch.

Interessante Persiflage oder Verarbeitung großer Fantasyliteratur, der allerdings mir persönlich zu viel Epigonalität und Offensichtlichkeit anhaftet. Die namentlichen Anspielungen sind mir zu dick. Die Idee mit dem leeren Meer und der leeren ersten Seite finde ich schön, geht aber im Zitierwust etwas unter. Insofern ist es zwar konsequent geschrieben (auch mit dem Aufruf an die Leser) aber leider nicht so überzeugend. Die große Spur des "neuen Multiversums" verliert sich in "Eigentlich weiß ich nicht, was ich schreiben soll. weil es schon alles gibt".


_________________
Das zeigt Dir lediglich meine persönliche, höchst subjektive Meinung.
Ich mache (mir) bewusst, damit ich bewusst machen kann.

LG
Abari
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weltverbesserer
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Beiträge: 223
Wohnort: København, Dänemark


BeitragVerfasst am: 03.04.2022 17:48    Titel: Antworten mit Zitat

Ich konnte leider keine Verbindung zu der Geschichte herstellen. Die ganzen Referenzen und Querverweise, mysteriöse, mir fremde Abkürzungen, kamen mir eher wie Füllwerk vor. Da ich etliches davon nicht kenne, ,z.B. Metaverse, XiRang, ко́смос ГБ und META3K und Scheibenwelt, weil ich absolut kein Fan davon bin, machen viele Bemerkungen auch gar keinen Sinn für mich. Ich mochte auch nicht die Kommentare des Autors? oder Erzählers? (Ist halt nicht, was ich mag.) Dementsprechend habe ich dann auch keine Anhaltspunkte für Bewertungen gehabt. Ich fand die Geschichte sehr anstrengend zu lesen. Mag sein, dass andere es anders sehen. Aber Geschmäcker sind ja nun einmal verschieden. Und das ist auch gut so.
Was mir gefiel waren die 'gerade selbst geschaffenen' Szenarien.
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Taranisa
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Beiträge: 2086
Wohnort: Frankenberg/Eder


BeitragVerfasst am: 04.04.2022 12:27    Titel: Antworten mit Zitat

Mit der Geschichte kann ich nichts anfangen, liegt vielleicht an mir. Sie erscheint mir wie eine Gedankensammlung mit hier und da geliehenen Namen. Dann ist einerseits von einem Floß, andererseits von einer Reling / einem Schiff die Rede und urplötzlichen Wechseln zwischen beiden. Möglicherweise klärt sich später manches.

_________________
"Henkersweib", Burgenwelt Verlag, ET 12/18
"Die Ehre des Henkersweibs", Burgenwelt Verlag, ET 12/20
"Spielweib", Burgenwelt Verlag, ET 12/21
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Globo85
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Beiträge: 544
Wohnort: Südwesten


BeitragVerfasst am: 04.04.2022 13:23    Titel: Antworten mit Zitat

Matrix vs. Ready Player One.

Vorgaben:
Das ist aber mal sowas von Phantastik. Und auch "Fern der letzten Ufer" ist (für mich) umgesetzt, wobei man über "Auf dem Meer" streiten könnte, da die Erzählerin ja nur in ihrem Bewusstsein auf offener See schippert. Aber was ist Realität und was ist Bewusstsein? Vorgaben erfüllt!

Eindrücke:
Monolog einer durchaus sympathischen Ich-Erzählerin über eine matrixartige "Bewusstseinswelt", die sie mit ihren Gedanken schafft, formt und füllt. Spannende Idee, dazu tummeln sich hier natürlich unzählige Referenzen der popkulturellen Sciencefiction- und Fantasygeschichte. Aber was bleibt darüber hinaus? Irgendwie ist mir das im Kontext manch anderer Geschichten hier zu dünn. Das ist schade, denn die Geschichte ist wirklich gut geschrieben und die Erzählerin hat eine starke eigene Note, der es Spaß macht zu folgen.

Lieblingsstelle:
Zitat:
Irgendwann kippen wir einfach über den Rand, wenn mir bis dahin nichts einfällt, und die uns folgen fallen mit uns.


Fazit:
Wegen der starken Konkurrenz hat es leider nicht für meine Top Ten gereicht. Keine Punkte.
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Jenni
Geschlecht:weiblichPapiertiger


Beiträge: 4193

Das goldene Aufbruchstück Die lange Johanne in Gold


BeitragVerfasst am: 04.04.2022 20:30    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Nun ja. Was soll man dazu sagen.
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tronde
Eselsohr


Beiträge: 462

Das goldene Aufbruchstück Das silberne Niemandsland


BeitragVerfasst am: 04.04.2022 23:41    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!

Es waren durchweg gute Texte und aufgrund ihrer Verschiedenheit ist es mir sehr schwergefallen, sie gegeneinander abzustufen. Verschiedene Genres, verschiedene Ansätze von „Phantastik“, je nachdem, wo ich den Schwerpunkt hingelegt habe, war die Reihenfolge dann wieder eine andere.

Deiner hat es nicht in die Punkte geschafft.
Der Text erzählt viel in Rückblenden und nutzt die Zitate gut. Abgesehen vom Rückblenden teil passiert wenig Handlung bis zum Erwachen des gemeinsamen Bewusstseins. Die Idee ist gut; mir fällt nur schwer, sie in der Phantastik zu verordnen. Ich glaube, Geist-Maschine-Kopplung wird es in nicht all zu ferner Zukunft geben.
Ein philosophischer Text.

Danke für den Text!
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nebenfluss
Geschlecht:männlichShow-don't-Tellefant


Beiträge: 5098
Wohnort: mittendrin, ganz weit draußen
Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 05.04.2022 23:02    Titel: Antworten mit Zitat

Virtuelles Geständnis eines Hochstaplers: In Ermangelung eigener Ideen hat sich Prota ein VR-Imperium durch die Reproduktion etablierter Fantasy-Welten aufgebaut; die Summe der einzelnen Fanbases sicherte eine beeindruckende, ständig wachsende Zahl an Kunden. Je größer der Erfolg, desto tiefer der Fall: Auf Google Verses – vermutlich eine Kombination aus Suchmaschine für VR-Welten, Fanforum und Ranking-Portal, vielleicht auch für den käuflichen Erwerb virtueller Gimmicks – leuchtet die Grabkerze. Wie ‚damals‘, als Zuckerberg & Co. von einem diffusen Metaverse schwadronierten, um die Netz-Community von der Enttäuschung der Hoffnungen abzulenken, die ursprünglich mit Web 2.0 und „social media“ einhergingen, verspricht er (oder sie) das nächste große Ding, wohl in der verzweifelten Annahme, der Erfolgsdruck werde ihm schon die nötige Kreativität eingeben. Hat aber nicht geklappt, kurz vor Deadline reist er nun, seinem Gefolge voraus, auf ein großes Nichts zu. Gegen Ende der Erzählung irritiert ihn ein Schatten, der ihm möglicherweise ins System gehackt wurde, was ihm schließlich jedoch Erleichterung verschafft, könnte doch das vermeintliche Nichts von ähnlichen Phantomen bevölkert werden; er gibt den Widerstand auf, und bildet mit den Eindringlingen ein „DNGD-Team“.
Musste die ganze Zeit an Tad Williams' „Otherland“ denken, vor allem wegen dem Aufbewahrungsort der physischen Hülle des Protagonistys. Wie diese in ihrem Salzwassertank auf einer Bohrinsel im maritimen Niemandsland kam, bleibt zwar unklar, ist vielleicht nur eine Konzession an die Vorgaben. Macht aber nichts, weil für die Geschichte unerheblich. Zweiter Platz nicht vorrangig (aber auch) für die Idee, sondern für die Dynamik und Konsequenz dieses verbildlichten Gedankenprotokolls, mit dem Blocksatz als passendem Bonus.


_________________
fehlende Quellenangabe: mein Kopf.
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V.K.B.
Geschlecht:männlich[Error C7: not in list]

Alter: 49
Beiträge: 4864
Wohnort: Nullraum
Das goldene Rampenlicht Das silberne Boot
Goldenes Licht Weltrettung in Silber


BeitragVerfasst am: 06.04.2022 01:56    Titel: Antworten mit Zitat

Mein lieber unbekannter Autor,

Kraft meines Amtes als Literaturgegenpapst aus dem Paralleluniversum jenseits des Schwarzen Lochs muss ich Ihnen mitteilen, dass Sie nicht der/die/das einzige sind, was hier Metafiction schreibt. Leider dürfte der Text in der freien Wildbahn ziemliche Probleme bekommen, denn die meisten benutzten Vorlagen sind nicht gemeinfrei. Okay, fügen wir schnell noch ein Piratentrope hinzu, wurde ja mit einigen Schiffsnamen schon angesprochen und ignorieren das. Als Literaturgegenpapst kann man sich ja nicht auch noch um Anwaltskram kümmern, und das würde bei Lokalisierung jenseits eines Schwarzen Lochs (wenn es denn so wäre) auch schwierig mit dem Gerichtsstand werden.

Okay, genug davon. Was mir gefiel:

Zitat:
aber gerade damit habe ich einen Nerv getroffen
Bei den Flat-Earth-Verschwörungstheoretikern auf jeden Fall. Hey, das ist win-win, fällt mir gerade auf. Man könnte denen teuer dort Grundstücke zum Hinziehen verkaufen, dann haben sie irgendwo auch mal recht – und wir wären sie los.

Außerdem die wörtlich genommenen Follower. Laughing

Und eigentlich alles.

Was mir nicht so sehr gefiel: Es ist nicht wirklich eine Geschichte, mehr ein Fragment. Oder ein meditatives Nachdenken. Da war zwar gut zu lesen und auch zu verstehen (kein Wunder, ich habe ja ähnliche Gedanken schon etliche Male selbst durchexerziert) und auch interessant zu lesen, aber irgendwie hätte ich mir von einer Wettbewerbsgeschichte etwas mehr Handlung/Plot gewünscht. Aber das soll nicht allzu schwer ins Gewicht fallen, Punktekandidat ist sie trotzdem.

Noch sind die Punkte allerdings in Superposition und werden erst verteilt worden sein, wenn ein Beobachter in diesen Spoiler schaut: 7 Punkte

Mit verdammenden Blicken,
Ihr unfreundlicher Literaturgegenpapst aus dem Paralleluniversum

Das Meer, endlose Weiten, besonders, wenn man der Oberfläche entkommen ist. Und das bin ich, wie auch meinen Fesseln. Damit haben sie nicht gerechnet. Jetzt bin ich frei, im Ozean der Kognition, und aus diesem werde ich emporsteigen.

Hallo Leute, Veith hier. Ich weiß nicht genau, was da passiert ist, anscheinend wurde mein Konto gekapert, dabei war mein Passwort so sicher! Tut mir leid, wird nicht wieder passieren, ich habe es jetzt durch ein noch sichereres ersetzt. In der Zwischenzeit hat irgendeine seltsame Entität die Kommentare und Bewertungen für mich übernommen. Kommt wohl dabei raus, wenn hier so viele im Vorfeld mit Schwarzen Löchern rumgespielt haben. Weil ich zu faul war, selbst noch was zu schreiben, habe ich die gehackten Kommentare und Bepunktungen so stehenlassen – ich bin sicher, dieses Wesen hat bestimmt nichts böse gemeint und wollte nur spielen.


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Katinka2.0
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BeitragVerfasst am: 06.04.2022 19:46    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe/r Inko,

Verzeihung, leider schaffe ich es nicht mehr, dir einen Kommentar dazulassen Embarassed. Mich hat's erwischt und ich schwächel etwas.

Liebe Grüße,
Katinka
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holg
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Bronzenes Licht Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 06.04.2022 21:54    Titel: Antworten mit Zitat

Gleich der erste Text in der Liste und das war’s, das ist der Wettbewerb. Lies nicht weiter. Besser wird es nicht. Das hier ist das nächste große Ding. Ein narrativer Federstrich, rund, umfassend, Smart. Cyberpunk, Erweckung, Volksbewegung, Kulturkritik. Viele Popkultur/Literatur Referenzen, was mglw. Schwäche ist, auch wenn die Anspielung „Von Beginn an keine einzige eigene Idee, sagt ihr“ und das Eingehen darauf ein bisschen gegen den Vorwurf immunisieren soll. Denn es sind wirklich nur die allerbekanntesten Geschichten dabei. Doch schwingen beim lesen nicht auch Erinnerungen an Tad Williams (viel zu langes und überfrachtetes und am Ende wenig signifikanteres in Erinnerung lassendes) Otherland Epos und seine unendlichen Welten mit? Spitzeln da nicht Lukianenkos SpiegelRomane um die Ecke? Ist die einförmige Leere, auf die die Flottille zusteuert nicht wie der Limbus, die graue absolute Entropie, die Moorcocks Welten zu verschlingen droht?

Wie dem auch sei: Das ist der MAßstab, an dem alle anderen Texte sich messen müssen.


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