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Sommer-Barcamp TBWYRA, Personal Assistance & Administration Protokoll, Boot C


 
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nebenfluss
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BeitragVerfasst am: 31.03.2022 20:00    Titel: Sommer-Barcamp TBWYRA, Personal Assistance & Administration Protokoll, Boot C eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

PAAP (C), Tag 0

(W) heiter bis wolkig, Regenwahrscheinlichkeit 0%, 4-5 Beaufort.
(1) Alles läuft nach Plan, seit die Küste Schwedens links von ralu94 in den Wellen verschwand.  Das ZEBRA macht 35 Knoten, Autokurs NNO. Je nach Sonnenstand, Windrichtung, Licht- und Windstärke kommen die Solarkollektoren und die Segel in fein abgestimmter Intensität zum Einsatz; seit Version 5.92 gehen Änderungen nicht mehr mit einem Geschwindigkeitsabfall einher.
(2) Unten in Flensburg, Boot G, hat laut internem Chat jemand versucht, die Reise mit einem ZEBRA 4.9 anzutreten, wollte wohl die Kohle fürs Upgrade sparen. Das Ufer war kaum außer Sicht, da hing er schon über der schwarz-weißen Reling und kotzte sich das letzte Kontinentalfrühstück aus dem Leib. Bevor die Seele folgen konnte, nahm er Yachis Angebot an, das Upgrade bei ihm aufzuspielen; bezahlen dürfe er nach der Rückkehr vom Barcamp, er habe ja nun keinen Zugang zum Online-Banking mehr (das systemeigene Abbuchungssystem sei ja leider noch im Aufbau). Im Posteingang eine IM „zur Erheiterung“, so der Titel, darin ein Videoclip aus PAAP (G): ein ruckelndes, grünlich glänzendes Gesicht vor wütenden Segeln, orchestriert durch ein Geheul, das vom Wind stammen könnte, oder auch aus der Kehle des Two-spirits (was an Frisur zu erkennen war, wir werden natürlich noch sehen, was er wirklich ist). Dann die Wirkung der aktualisierten Steuerung: Die Segel strafften sich wie unter einem militärischen Befehl; der Horizont pendelte sich in einer gleichmütig wogenden Linie ein; die Panik wich aus den Augen des Kunden, nun tiefe Seen aus Erleichterung und Dankbarkeit. Zum Abschluss des Videomitschnitts hatte der Scherzbold von einem Kollegen ein „Daumen hoch“-Symbol angehängt.  
Habe im System den Vorschlag eingestellt, den Start des Hybridbetriebs künftig an das Aufspielen eines aktuellen, rechtmäßigen RC zu ketten, doch Yachi meinte, das gebe Ärger mit den EU-Behörden, und in der Regel gingen die Kunden auf Nummer Sicher. Dass sich jemand ohne Probefahrt auf die Seetüchtigkeit eines veralteten ZEBRAs verlasse, sei ungewöhnlich, belege aber den Erfolg der letzten Kampagnen. Grüße an die Marketingabteilung.   
(3) ralu94 wirkt unruhig, möglicherweise hat man mir einen Netzjunkie zugeteilt, der unter der Abkopplung leidet. Immer wieder erscheint er im Winkel, setzt sich vor die Konsole, klickt den Bildschirmschoner mit dem „To be what we really are“-Logo weg und ruft das Identity Recognition Tool auf; schiebt Regler millimeterweise nach links oder rechts, versucht es mit Spektren, wirkt unschlüssig, versucht es erneut, schickt ab, grübelt über das Ergebnis.
(4) Der Kunde auf Boot A scheint noch stärker von Langeweile geplagt. Offenbar hat er die AGBs nachgelesen, die er gestern abgehakt hat. Schlägt im öffentlichen Chat bereits einen Arbeitskreis vor, um herauszufinden, „was die Scheiße soll“, dass Sicherheitsupdates während des Barcamps mit Kosten für die Teilnehmer verbunden sein können, das sei eine Zumutung und vermutlich sogar illegal. Vielleicht ein Butch, der gerade seine Hormone nicht im Griff hat.
Yachi im OC:
No hate speech, please. S-T: Stay tuned.
(5) In der Dämmerung neue VPGPS-Koordinaten vom Versorgungsschiff. Minimale Kurskorrektur. ralu94 bemerkt sie nicht, sitzt wieder vorm IRT.


Tag 1

(W) Unspektakuläre Witterung, einige dichte Wolken, Regenwahrscheinlichkeit 45%, 3 Beaufort abnehmend.
(1) Offizieller Beginn des Barcamps, erste Morgenansprache Yachis auf der Konsole. Spricht wie besprochen über Frieden und Organisatorisches, verkneift sich jede Improvisation, erwähnt auch den Vorstoß vom Vortag nicht. Ab sofort können „ernstgemeinte“ AGs gegründet werden. Verweist auf die Möglichkeit, sich bei Fragen nachmittags von den PAs unterstützen zu lassen.
(2) Evus von Boot B schlägt im OC eine AG „rund um Diskriminierung“ vor und bittet Abraxi (Boot D) um rege Beteiligung. Abraxi bedankt sich, wolle nicht unhöflich sein, aber sei nicht mitten aufs Meer hinausgefahren, um sich an die deprimierenden Verhältnisse an Land zu erinnern; gehe davon aus, dass Diskriminierung innerhalb des Barcamps kein Thema sei. Evus reagiert enttäuscht und verärgert: Er habe darauf gesetzt, dass gerade Abraxi, als mit ihm befreundetes QoC, doch wohl einiges zu diesem wichtigen Thema zu berichten habe. Er habe auch Anerkennung dafür erwartet, dass die Notwendigkeit einer solchen AG von ihm erkannt worden sei. Wenn es Abraxi nicht passe, sei ein besserer Vorschlag angebracht.
Fast erwarte ich eine weitere „erheiternde“ Nachricht von Yachi, die aber ausbleibt. Stattdessen weist er PA (B) und PA (D) an, ihre Klienten an D-I-T zu erinnern: Do it together.
(3) ralu95 scheint keine Ideen für das Barcamp mitgebracht zu haben. Er sitzt wieder am IRT. Sein Gesichtsausdruck ist nicht zu erkennen, der Schatten vom Segel fällt nun darüber, wahrscheinlich die letzten sonnigen Minuten des Tages.   
(3) Neue VPGPS-Koordinaten vom Versorgungsschiff. Im offiziellen Chat erscheint eine Anfrage von Abraxi, weshalb sich die Position ständig ändere.
Yachi im OC:
Pirates. Couldn’t stay, because, no matter what we really are, we’d like to stay alive, see? Thanks for understanding, sorry for inconvenience. S-T.
(4) Die Liste der beiden angebotenen AGs wird veröffentlicht. ralu95 wirkt unentschlossen, die geringe Geschwindigkeit des ZEBRA lenkt ihn ab. Einer der seltenen Fälle, wo weder Licht noch Windstärke ausreichen, um es ohne Zutun in Fahrt zu halten. Er öffnet die Klappe unter der Sitzbank, steckt die Füße hinein. Seine Beine beginnen, auf und ab zu schaukeln.
(5) PA(A) lässt sich im IC-Smalltalk etwas sehr gehen. Bevor ich die unschönen Äußerungen zu Ende lesen kann, sind sie bereits wieder verschwunden. Finde es gut, dass rechte Sprüche dort unverzüglich gelöscht werden. Man sollte sich nie zu sicher sein, ob feindlich Gesinnte nicht doch eine Lücke ins System finden. Außerdem könnte ein solches Denken auf die Kommunikation mit den Klienten abfärben. Gar nicht gut.
(6) Erste PM von ralu94: Ihm falle auf, dass seine Ergebnisse im IRT von Mal zu Mal stärker voneinander abweichen würden. Gemäß des Mottos des Barcamps habe er erwartet, dass sie sich stabilisierten, wenn er erst weit weg sei von den Ufern, Konventionen, Erwartungen des Umfeldes, der Reizüberflutung. Das Gegenteil sie aber der Fall.
PM 01.1 an ralu94:
Don’t worry 'bout the zig-zag. It will all make perfect sense as soon as we find out what we really are. W-A-F: We are family.
Offenbar ist er nicht restlos überzeugt. Seine Finger trommeln neben der Tastatur an die Konsole, als erwäge er, noch etwas nachzufragen.
PM 01.2 an ralu94:
You‘ll enjoy that discovery, and always remind O-N-T: Obviousness doesn’t mean truth.
ralu94 kehrt auf die Sitzbank zurück und nimmt den Tretbetrieb wieder auf.
(7) Neue VPGPS-Koordinaten vom Versorgungsschiff. Kurz drauf rechnet blacknird (Boot E) im OC vor, dass es sich immer weiter von ihm entferne. Seine Lebensmittelvorräte seien aufgebraucht.
Yachi im OC:
Didn’t change position. S-T.
(8) Im OC bricht eine Diskussion darüber aus, ob das angeblich hackersichere VPGPS-System angegriffen worden sein könnte. Kalo, der AGB-Leser, fordert ein sofortiges Sicherheitsupdate.
Yachi im OC:
Very good idea, Kalo. We’ll add it to do-list, but may take some time. S-T.
Kalo und andere fordern, dieses Update müsse kostenlos sein.
Yachi im OC:
Dear participants,
E-O-T: Enough of that. We are a sharing community. We’ll be sharing barcamp, sharing a wonderful picnic, so we’re sharing costs too, see? D-I-T means D-I-T. No egos, please. Egos are not what we really are. S-T.

(9) In der Dämmerung wird das offizielle System für ein internes Team-Meeting heruntergefahren. Aus Sicherheitsgründen ist keinerlei Protokollierung vorgesehen.

Tag 2

(W) wolkenloser Himmel, Regenwahrscheinlichkeit 0%, 6 Beaufort Zunehmend.
(1) Morgenansprache von Yachi wie besprochen zum Thema Gerechtigkeit.
(2) Abraxi erklärt im OC, heute an keiner AG teilzunehmen; habe sich ein Stück Treibholz aus den Wellen gefischt und beabsichtige, eine Angel zu bauen. Leider sei das Boardwerkzeug dabei nicht so hilfreich wie erhofft. Dougy (Boot E) entgegnet, man könne sich vielleicht auch abseits des Versorgungsschiffs treffen und schauen, wer am leckersten ausschaut. Ralu94 klappt die Kinnlade herunter, erinnert mich an eine Comic-Figur, habe aber keine Zeit, darüber nachzudenken, welche.
PM 02.1 an ralu94:
Maybe a mislead interpretation of P-A-E: Possibilities are endless. Probably just a dumb joke. S-T.
(3) Neue VPGPS-Koordinaten vom Versorgungsschiff. Sandro vom Boot F kündigt im OC an, das Barcamp abzubrechen. Er habe jede Hoffnung aufgegeben, jemals dieses Schiff zu treffen, zudem missfalle ihm der Tonfall von Yachi zutiefst. Ralu94 sieht aus, als wolle er etwas entgegnen, doch das ZEBRA hat erheblich an Fahrt aufgenommen; er hält sich beidhändig an der Konsole fest.
(4) Erneut Sandro im OC, dieses Mal in Großbuchstaben: Er habe den Autopiloten auf „home“ umgestellt, seitdem spiele sein ZEBRA verrückt.
(5) Yachi schreibt im IC, Sandro habe PA(F) um eine Videoaufzeichnung von seiner Konsole gebeten, die allen Teilnehmern des Barcamps zur Verfügung gestellt wird. Man beschließt, den Stream nur auf das Orgateam zu beschränken.
Man kann kaum noch etwas erkennen, das ZEBRA scheint erheblichem Wellengang ausgesetzt, die Sonne fällt aus ständig wechselndem Winkel in die Kamera. Sandros Stimme klingt angespannt, aber erstaunlich gefasst angesichts des Chaos, das sich um ihn herum abspielt. Sein zero-emission barrier-reducing amphibian – er betont jedes Wort wie in einem PR-Filmchen, als hätte man hier noch nie von einem ZEBRA gehört – sei ohne jeden Zweifel am Absaufen. Der Mast sie gebrochen, da helfe kein Update mehr.
Yachi schaltet Sandro für den internen Chat frei und antwortet ihm dort:
Er bedauere, Sandro nicht helfen zu können, der Vorfall müsse und werde genauestens untersucht werden. Man hätte aber den Verdacht, dass die Unstimmigkeit in der Hybridsteuerung höchstwahrscheinlich auf eine unsachgemäße, um nicht zu sagen: brutale, gewalttätige, den Zielen des Barcamps zuwiderlaufende Bedienung der Konsole zurückzuführen sei. Damit dürfte auch die Garantievereinbarung ungültig geworden sein, aber das müsse die Rechtsabteilung klären. Er empfehle, beim Umgang mit der Konsole ausschließlich nach den Anweisungen im Handbuch vorzugehen, dieses befinde sich im darunter montierten Schrank, neben dem Boardwerkzeug.
Snadro hustet, räuspert sich, als hätte er etwas vorbereitet.
»As it seems we have to return to come to the point we’re all aiming to. Now I know what I really are: All alone.«
(6) Yachi im OC:
Sandro decided to go home. It’s his decision. He didn’t understand O-N-T, among other things. S-T.

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V.K.B.
Geschlecht:männlich[Error C7: not in list]

Alter: 49
Beiträge: 4864
Wohnort: Nullraum
Das goldene Rampenlicht Das silberne Boot
Goldenes Licht Weltrettung in Silber


BeitragVerfasst am: 01.04.2022 18:09    Titel: Antworten mit Zitat

Mein lieber unbekannter Autor,

Kraft meines Amtes als Literaturgegenpapst aus dem Paralleluniversum jenseits des Schwarzen Lochs muss ich Ihnen mitteilen, dass Ihre phantastische Geschichte keine phantastischen Elemente enthält (sondern nur zukünftige Technologie, die auch nach heutigem Technologiestand Ihrer Welt bereits machbar wäre) und damit leider nicht für eine Punktevergabe in Frage kommt. Sie mögen mit O-N-T kontern wollen, aber ich sage nur S-T-A-H-Y-G.
L-W!

Ferner ist das ein deutschsprachiger Wettbewerb, gegen Anglizismen und Fremdwörter ist nichts einzuwenden, kurze Phrasen in Fremdsprachen (wie z-B. W-T-F) gingen auch noch klar, aber hier sind eindeutig handlungstragende Passagen gänzlich in einer anderen Sprache verfasst.

Inhaltlich erreicht mich die Geschichte auch nicht wirklich, mag aber natürlich damit zusammenhängen, dass ich aus einem Paralleluniversum jenseits des Schwarzen Loches komme und mir die für Ihre Spezies gängigen Sozialkonventionen gänzlich fremd sind. Ich werde Ihre Geschichte aber auf Anregung von F-D in einem A-G-F (Boot G85i) zu meinem "Bericht zur Analyse der domestizierten Primaten eines um einen Typ-G-Stern rotierenden Planeten eines völlig unbedeutenden Sonnensystems" hinzufügen, damit sich unsere Forschungsabteilung S-M [social media, bevor noch jemand W-W-I denkt] eingehend damit befassen kann.

M-V-B,
Ihr unfreundlicher Literaturgegenpapst aus dem Paralleluniversum

Egal wer du bist, ich werde ein Teil von dir sein. Ich bin die kritische Stimme, die du fürchtest. Wenn du mich gewonnen hast …

Hallo Leute, Veith hier. Ich weiß nicht genau, was da passiert ist, anscheinend wurde mein Konto gekapert, dabei war mein Passwort so sicher! Tut mir leid, wird nicht wieder passieren, ich habe es jetzt durch ein noch sichereres ersetzt. In der Zwischenzeit hat irgendeine seltsame Entität die Kommentare und Bewertungen für mich übernommen. Kommt wohl dabei raus, wenn hier so viele im Vorfeld mit Schwarzen Löchern rumgespielt haben. Weil ich zu faul war, selbst noch was zu schreiben, habe ich die gehackten Kommentare und Bepunktungen so stehenlassen – ich bin sicher, dieses Wesen hat bestimmt nichts böse gemeint und wollte nur spielen.

Edit: Ich möchte noch hinzufügen, dass ich deine grandiose Satire durchaus witzig und unterhaltsam fand und sehr gerne gelesen habe, aber dieses kommentierende Wesen hatte schon Recht, "phantastisch" im Sinne der Wettbewerbsdefinition ist die Geschichte in meinen Augen leider auch nicht.


_________________
Warning: Cthulhu may occasionally jumpscare people …
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kioto
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Alter: 69
Beiträge: 398
Wohnort: Rendsburg


BeitragVerfasst am: 01.04.2022 18:43    Titel: Antworten mit Zitat

Eindrucksvoll, aber für mich leider ziemlich unverständlich. Mit Segeln habe ich nichts am Hut.

Gruß Werner


_________________
Stanislav Lem: Literatur versucht, gewöhnliche Dinge ungewöhnlich zu beschreiben, man erfährt fast alles über fast nichts.
Phantastik beschreibt ungewöhnliche Dinge (leider m.M.) meist gewöhnlich, man erfährt fast nicht über fast alles.

Gruß, Werner am NO-Kanal
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Minerva
Geschlecht:weiblichKlammeraffe


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BeitragVerfasst am: 01.04.2022 23:13    Titel: Antworten mit Zitat

Es war schon die Überschrift, die mich erahnen lies, welche Art Text folgt.

Das ging mir beim Lesen durch den Kopf:
Ohje, was ist das? Habe keine Ahnung, was das alles ist, na ja, lese mal weiter.

Lesen lässt es sich flüssig, es ist eine Art Tagebuch, ich würde es als experimentell bezeichnen.

Wow, die ganzen Wörter und Abkürzungen, mit denen man überhäuft wird, sind schon anstrengend
Bsp.:
Zitat:
PA (B) und PA (D) an, ihre Klienten an D-I-T zu erinnern

WTF?

Ich kann auch gar nichts daran kritisieren, weil es "zu" unüblich ist.

Es ist seltsam, ich fühle mich wie nach einem Brainfuck jetzt. Der Text arbeitet in meinem Gehirn. Ich kann auch nichts direkt kritisieren. Es ist auf seine Art gut gemacht, sauber und durchdacht, ich bevorzuge halt nur andere Texte.

Ich möchte deine Kreativität wertschätzen. Trotzdem ist sehr sperrig, ich bin da nicht die richtige Leserin dafür.
Ich kann auch nicht herauslesen, inwiefern das Thema "Meer" in Kombination mit phantastischen Elementen hier umgesetzt worden sind.

Deswegen leider keine Punkte.

Ich bin auf jeden Fall auch gespannt, was andere zu dem Text sagen.


_________________
... will alles ganz genau wissen ...
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Heidi
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Der goldene Durchblick


BeitragVerfasst am: 02.04.2022 19:46    Titel: Antworten mit Zitat

Ich lese von einer Zukunftsvision – so wie ein Sommercamp einmal aussehen könnte - und die eher virtuell als anders.
Unterschiedliche Personen nehmen daran teil, die Kommunikation untereinander erfolgt mittels eines Chats; die Boote, in denen die Figuren durch den Ozean schippern, sind mit hochmoderner Technik ausgestattet.

Sofort fühle ich mich reinmanövriert in eine Welt, die einerseits real, andererseits virtuell ist. Es ist als wäre ich in einem Computerspiel gelandet, in dem die einezelnen Figuren real als Personen agieren und mitbestimmen, ohne vor einem Bildschirm zu sitzen.
Ich bin hin- und hergerissen zwischen der Frage, ob „Fern der letzten Ufer“ in dieser Geschichte metaphorisch gemeint ist und die Figuren von zu Hause aus mittels WordWideWeb, ein Implantat etc. das letzte Ufer verlassen haben oder, ob sich die Figuren tatsächlich in einem Boot befinden und auf dem echten Meer ihr Spiel spielen. Das ist schon ein interessanter Ansatz, um das Thema umzusetzen, gerade weil es diese Fragen aufwirft.

Sandro hat am Ende die Erkenntnis, dass er wirklich alleine ist. Die Turbulenzen, die er mit seinem Boot durchmacht, der gebrochene Mast, der auch durch ein Update nicht mehr gerettet werden kann und die Reaktion der Veranstalter, die ihm vorwerfen, die Konsole falsch bedient zu haben und im selben Atemzug die Rechtsabteilung als klärende Instanz dieses Vorfalls erwähnen, sind schon niederschmetternd.
Das alles hilft dem Sandro natürlich reichlich wenig. In der Tat ist er allein mit seinem Drama.
Die Frage ist, ob es wirklich ein Drama ist. Das konnte ich für mich selbst nicht ganz klären. Trotzdem – er geht heim und Yachi versteht einfach nicht.

Zitat:
Bevor ich die unschönen Äußerungen zu Ende lesen kann, sind sie bereits wieder verschwunden.


Das ist doch ein guter Satz, der einiges sagt.

Mein Fazit: Der Text ist ausgereift und spielt mit einem topaktuellen Thema. Dennoch fehlt mir etwas. Das hat aber eher mit meiner Lesegewohnheit und meinem Geschmack zu tun. Inhaltlich gibt der Text viel her - als ästhetisch empfinde ich ihn aber nicht unbedingt und gerade das ist es, womit mich ein Werk immer und ohne jeden Zweifel überzeugt.

Leider keine Punkte.
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Phenolphthalein
Geschlecht:männlichReißwolf


Beiträge: 1355

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BeitragVerfasst am: 02.04.2022 21:30    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inkognito,

mich persönlich konnte der Text nicht erreichen.
Falls ich es nicht vergessen sollte, dann lese sich ihn später erneut.

Edit: Ich weiß nicht, ich finde zu dem Text einfach keinen Zugang.

Liebe Grüße
Pheno


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Nichts ist leichter, als so zu schreiben, dass kein Mensch es versteht; wie hingegen nichts schwerer, als bedeutende Gedanken so auszudrücken, dass jeder sie verstehen muss.

-Arthur Schopenhauer
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cheeky_rakoon
Gänsefüßchen

Alter: 33
Beiträge: 28
Wohnort: Österreich


BeitragVerfasst am: 03.04.2022 16:59    Titel: Antworten mit Zitat

Interessanter Ansatz das Thema umzusetzen nur nicht so meins Embarassed
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weltverbesserer
Geschlecht:weiblichEselsohr


Beiträge: 223
Wohnort: København, Dänemark


BeitragVerfasst am: 03.04.2022 17:39    Titel: Antworten mit Zitat

Als ich den Link zu dem Titel angeklickt habe, hat sich meine Erwartung erfüllt: Da mich der Titel schon erschlagen hat, hat mir der Blick auf den Text den Rest gegeben. Ich habe wirklich versucht, durch die Geschichte durchzusteigen, ist mir aber nicht gelungen. Vielleicht liegt es an mir. Für mich ist das (der Aufbau, die Abkürzungen, die ganzen Infos) zu verworren, eher erschlagend. Es hat mich abgeschreckt überhaupt zu lesen. Ich gebe keine Wertung ab, ich sage nur, dass ich damit rein gar nichts anfangen kann.

Ich habe mir den Text nochmal nach 2 Tagen angeguckt, weil ich wissen wollte, warum mich der Text so fertig gemacht hat. Es ist zu viel Info reingepfropft. Wahrscheinlich eignet sich das besser als Vorlage für eine längere Geschichte mit mehreren Handlungssträngen. Ich kann leider immer noch nichts damit anfangen.
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hobbes
Geschlecht:weiblichTretbootliteratin

Moderatorin

Beiträge: 4438

Das goldene Aufbruchstück Das goldene Gleis
Der silberne Scheinwerfer Ei 4


BeitragVerfasst am: 03.04.2022 19:43    Titel: Antworten mit Zitat

Oh, wow, du willst es aber wissen. Eventuell ist das ja leichter zu lesen, wenn man eh schon einen gwissen Jargon draufhat? Sich mit Konsolen, etc. auskennt, gar über irgendwelche Insiderwitze lachen kann?

Eventuell fehlt mir also einfach irgendeine Basis. Normalerweise würde ich in so einem Fall aussteigen, aber hey, Wettbewerb. Ich werde also nochmal hier vorbeikommen.


_________________
Don't play what's there, play what's not there.
Miles Davis
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Abari
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Der bronzene Durchblick


BeitragVerfasst am: 04.04.2022 11:23    Titel: Antworten mit Zitat

Der Einfachheit und Übersichtlichkeit halber schreibe ich zu Anfang eine Kürzestzusammenfassung, damit ich mich dann beim Bewerten besser orientieren kann:

Ich weiß es nicht.

Da sind mir zuuuu viele Irgendwoas-Kürzel drin, die ich nicht verstehe und mir trotz mehrmaligen Versuchen den Zugang zum Text verwehren. Echte Nerds werden wohl damit ihren Spaß haben, aber ich bin kein Nerd. Die Technik überfordert mich; alles über "Onlinebanking" und die Wettervorhersage sperrt sich mir. Sorry, ich hätte Dir gerne etwas anderes geschrieben, aber wie gesagt, ich finde mich in diesen Abbreviaturgetümmel nicht zurecht.


_________________
Das zeigt Dir lediglich meine persönliche, höchst subjektive Meinung.
Ich mache (mir) bewusst, damit ich bewusst machen kann.

LG
Abari
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Taranisa
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BeitragVerfasst am: 04.04.2022 13:39    Titel: Antworten mit Zitat

Meins ist es nicht, aber Geschmäcker sind ja bekanntermaßen verschieden, ich mag z.B. auch kein Fußball. Von der Interpretation schwanke ich zwischen Logbuch (eher, da Berichtstil) oder Computerspiel (weniger).

_________________
"Henkersweib", Burgenwelt Verlag, ET 12/18
"Die Ehre des Henkersweibs", Burgenwelt Verlag, ET 12/20
"Spielweib", Burgenwelt Verlag, ET 12/21
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Globo85
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Beiträge: 544
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BeitragVerfasst am: 04.04.2022 14:05    Titel: Antworten mit Zitat

Logbuch eines Barcamps, D-G-I: Didn’t get it.

Vorgaben:
"Fern der letzten Ufer", passt. Phantastik ebenfalls.

Eindrücke:
Puh, sperrig, irgendwie anstrengend. Aber auch irgendwie ziemlich cool gemacht. Ich bezweifle, dass ich das ganz durchdrungen habe, aber eine Gruppe Yuppies macht sich auf zu nem Barcamp auf offener See und scheitert an den eigenen Ansprüchen und technischen Mitteln? Wie gesagt: ich steig da wohl irgendwie nicht durch. Aber es ist der Text, den ich am häufigsten gelesen habe. Und ich hab ihn auch gern gelesen. Und ich glaube, dass da jede Menge Arbeit drinne steckt. Aber so ganz gerafft hab ich ihn dann eben doch nicht.

Lieblingsstelle:
Zitat:
Das Ufer war kaum außer Sicht, da hing er schon über der schwarz-weißen Reling und kotzte sich das letzte Kontinentalfrühstück aus dem Leib.


Fazit:
Auch wenn ich nicht ganz durchsteige, fasziniert mich das und es ist so wunderbar anders, als alle anderen Geschichte. Trotzdem hat es am Ende leider nicht für die Ränge gereicht. Keine Punkte.
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d.frank
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Beiträge: 1150
Wohnort: berlin


BeitragVerfasst am: 04.04.2022 16:38    Titel: Antworten mit Zitat

schon der Titel liest sich wie Quellcode, wenn das irgendwann lesen sein sollte, lese ich nicht mehr... Crying or Very sad

Ok, nochmal von vorne:

Was ich mag ist, dass der Text irgendwie (vielleicht auch unfreiwillig) eine Lanze für die Poesie bricht. Weil das ist so geschrieben, dass ich mich beim Lesen frage, wo hier eigentlich die Sprache abgeblieben ist.
Nur noch Morsezeichen und Eigenwörter, ne, so ohne Bilder funktioniert das für mich nicht. Deshalb kann ich auch nichts weiter dazu sagen, weil mir die Geduld für diesen Text fehlt.


_________________
Die Wahrheit ist keine Hure, die sich denen an den Hals wirft, welche ihrer nicht begehren: Vielmehr ist sie eine so spröde Schöne, daß selbst wer ihr alles opfert noch nicht ihrer Gunst gewiß sein darf.
*Arthur Schopenhauer
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Katinka2.0
Geschlecht:weiblichEselsohr


Beiträge: 362



BeitragVerfasst am: 04.04.2022 19:52    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe/r Inko,

deine Geschichte ist im Vergleich zu den anderen Texten, die ich bisher lesen durfte, eine originelle Abwechslung und hätte eigentlich interessant sein können, aber wenn ich ehrlich bin, habe ich überhaupt keinen Zugang dazu gefunden Sad. Das Lesen hat mir keinen Spaß gemacht, es waren nicht nur die vielen Abkürzungen, die mich gestört und aus dem Lesefluss rausgerissen haben, es ist auch die abgehakte Sprache, die natürlich zum Charakter des Protokolls passt, aber dadurch auch irgendwie leblos wirkt und keine Nähe zu den Figuren aufkommen lässt.

Zitat:
Zum Abschluss des Videomitschnitts hatte der Scherzbold von einem Kollegen ein „Daumen hoch“-Symbol angehängt.
  
Ewig nicht mehr gelesen, das Wort. Interessant.

Ich hoffe, du nimmst es mir nicht krumm, das ist eh nur mein persönlicher Geschmack.

Liebe Grüße,
Katinka
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Jenni
Geschlecht:weiblichPapiertiger


Beiträge: 4193

Das goldene Aufbruchstück Die lange Johanne in Gold


BeitragVerfasst am: 04.04.2022 20:07    Titel: Antworten mit Zitat

Das fordert dem Leser ja eine Menge ab, das Barcamp - und ich bin nicht sicher, ob ich dafür genug zurück bekomme. Die absurd vielen Abkürzungen, die Zweisprachigkeit, die sehr vielen Personen, von denen ich nicht sicher bin, ob sie sich einzeln auf ihren Booten befinden oder zu mehreren (sind „blacknird“ und „Dougy“ die selbe Person?), die Verschleierung der Identität und Rolle des Ich-Erzählers. Dafür bekomme ich Konflikte zwischen Personen, wie sie zu jeder Zeit an jedem Ort stattfinden könnten, an dem einander unbekannte Menschen zusammentreffen, in einer in einer futuristisch extrapolierten Millenialsprache erzählt, teils mit einem sehr feinen Humor.
Was genau vorfällt, erschließt sich mir nie ganz, verschiedene Personen scheinen verschiedene Theorien dazu zu haben. Alle wollen ein Versorgungsschiff erreichen, dessen Positionsdaten sich ständig ändern, auch das „Identity Recognition Tool“ spuckt widersprüchliche Daten aus. Als einer der Teilnehmer  die Veranstaltung verlassen möchte und zurück nach Hause fahren, kollabiert sein Fahrzeug. Ihm wird keine Hilfe gewährt und sein Tod im Meer anschließend vertuscht. Man kann nur noch spekulieren, welches Schicksal den anderen Teilnehmern dieser Veranstaltung droht. Wer oder was, welche Ziele, Motivation dahinter steht, darüber gibt es allenfalls Andeutungen aber nichts Fassbares.
Ob hier irgendetwas Phantastisches passiert, bleibt auch weitestgehend der Phantasie des Lesers überlassen.

Sowohl die Ideen als auch die Erzählweise finde ich originell, die Sprache wirkt auf mich authentisch, beim Lesen schwanke ich zwischen Begeisterung und Ratlosigkeit. Was mache ich damit jetzt.

Zumindest langweilt mich das auch bei dritten Lesen noch nicht. Ich kleb da jetzt 6 Punkte drauf und schick das ab.
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tronde
Eselsohr


Beiträge: 462

Das goldene Aufbruchstück Das silberne Niemandsland


BeitragVerfasst am: 04.04.2022 22:56    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!
Es waren durchweg gute Texte und aufgrund ihrer Verschiedenheit ist es mir sehr schwergefallen, sie gegeneinander abzustufen. Verschiedene Genres, verschiedene Ansätze von „Phantastik“, je nachdem, wo ich den Schwerpunkt hingelegt habe, war die Reihenfolge dann wieder eine andere.

Deiner hat es nicht in die Punkte geschafft.

Die Geschichte hat mich nicht gepackt, weil ich die Handlung dahinter nicht verstanden habe. Ich bin mir nicht sicher, ob das Barcamp eine Art Battle royal sein soll mit der Anspielung auf PAAP(G) = PUBG?
Die Idee mit dem Barcamp auf den ZEBRAS hat mir gefallen.
Die Gestalten blieben alle blaß.
Letztendlich habe ich keinen Zugang zu der Geschichte gefunden.

Danke für den Text!
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Murnockerl
Geschlecht:weiblichEselsohr


Beiträge: 230
Wohnort: Graz


BeitragVerfasst am: 05.04.2022 10:37    Titel: Antworten mit Zitat

Anfangs dachte ich mir, sehr interessanter Erzählstil. Leider hat es mich aber nicht reingezogen. Mir ist der Text zu kompliziert und technisch, ohne dass die Handlung interessant oder spannend oder eine der Figuren nahbar genug wäre, um mich dazu zu motivieren, mit voller Hirnkapazität zu lesen und alles entschlüsseln zu wollen.
Am Ende habe ich nun eine Idee, worum es gehen soll, bin mir aber nicht sicher, ob meine Interpretation ganz richtig ist. Ich weiß leider einfach zu wenig über Ralu95 oder Sandro, um wirklich wissen zu wollen, was nun mit ihnen ist ...
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John McCrea
Geschlecht:männlichLeseratte

Alter: 48
Beiträge: 165
Wohnort: OWL


BeitragVerfasst am: 06.04.2022 11:19    Titel: Antworten mit Zitat

Eine coole phantastische, Science-Fiction Berichterstattung.
So komplex und dicht, dass ich sie gerne noch ein zweites Mal lesen werden, denn mir ist sicherlich die ein oder andere Pointe entfallen.
Vom Aufbau gefällt mir der Text wirklich gut.
Der bittere Humor wirkt nach.

Das Szenario kommt mir bekannt vor. Meine 8 Punkte.


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holg
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Bronzenes Licht Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 06.04.2022 22:09    Titel: Antworten mit Zitat

Bisschen nerdiges Protokoll eines Barcamps auf der Ostsee, dessen Teilnehmer auf autonom fahrenden Booten sitzen, also einer zutiefst nerdigen Veranstaltung. Kann mangels ausreichender Beherrschung des slangs nicht in allen Details folgen. Das liest sich gut gemacht und als könne es bei so einer Veranstaltung tatsächlich so ablaufen (hoffentlich ohne den Verlust des Teilnehmers durch Schiffbruch). Die Story sticht durch ihre Originalität heraus.

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RAc
Klammeraffe


Beiträge: 647



BeitragVerfasst am: 07.04.2022 09:34    Titel: Antworten mit Zitat

Ahhhh, ein Bootsrennen. Was gibt es Heroischeres, Elementareres, Reineres: Nur ein Mann, seine Muskeln, ein Segel gegen die oder mit den Naturgewalten. Sport in seiner reinsten Form. Nur hier zeigt sich, wer "es" wirklich hat! Trotze dem Sturm, ringe dem Meer seine... grzzzz, brzzzzmm, crickcrack...

<Abrupter stop der Träumerei. Das hässliche Geräusch eines zurück spulenden Videobandes.>

Soviel zur Theorie. In diesem Text sehen wir, wie es in 2022 wirklich abläuft: Die See ist fast virtueller Schauplatz. Das Geschehen spielt sich in der Praxis auf den Smartphones der Teilnehmer ab, und die Entscheidung darüber, wer gewinnt, liegt einzig und allein im Portemonnaie: Wer die Kohle für die aktuellen Updates der Software hat, die die Schiffe autark steuert, kann sich voll darauf konzentrieren, an shitstorms zum Verlauf des Rennens teil zu nehmen oder zu versuchen, die Tiefen der Steuerungssoftware auszuloten. Dumm nur, wer in die Mühlenräder der Technologie gerät: Sandro von Schiff G hat zwar das Geld, um ganz vorne mitzusegeln, aber Probleme bei der Infrastruktur des Geldtransfers. Mit fatalen Folgen, was aber den Hersteller der Software nicht davon abhält, ihn mit dem stereotypischen "Don't hang up, your call is important to us" auszuhungern. Im heroischen Kampf Mensch gegen Technologiegewalt hat mal wieder ein Humanoid seinen Meister gefunden.  

Vorgabentreue: Grenzwertig. Die Vorgabe, dass ausschließlich die Meeresoberfläche Schauplatz der Handlung ist, ist erfüllt (obwohl sie recht witzig persifliert wird, denn in der Realität des Textes ist der Hauptschauplatz das kollektive display eines Tablets/Handys was auch immer). Schwer tue ich mich aber mit der "Phantasie," denn die Sache könnte sich ganz genau so tagtäglich abspielen. Es IST bereits denkbare Realität, deswegen braucht es nicht viel Vorstellungsvermögen, das so nieder zu schreiben...

Ausgestaltung: Nett gemacht. Der Text hat einen Spannungsbogen, der in der Tat die Emotionen und den Wellengang eines Bootsrennens erahnen lässt, aber die wirkliche See ist wie gesagt nur eine Kulisse; alle action spielt sich im Cyberraum und dessen Verstrickungen (Lizenzkriege, bugs, updates etc) ab. Die Form mit ihren Wechseln zwischen Erzählung, eingestreuten tweets und Onlinechats erinnert an "trout fishing in the Jemen." Vermutlich wird in ein paar Jahren nur noch so geschrieben werden.

Schade, dass so kurz vor Ende ein Buchstabendreher im Namen des Protas ("Snadro" statt "Sandro") für einen echten Abtörner (beabsichtigtes Wortspiel!) sorgt. Trotzdem aber weit oben in der Wertung. Thumbs up, stolz geschwellte Segel (ohne Softwarehilfe) gerechtfertigt und erlaubt!

Heiteres AutorInnenraten: Irgendwie drängt sich da Jenni auf...
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Constantine
Geschlecht:männlichBücherwurm


Beiträge: 3279

Goldener Sturmschaden Weltrettung in Bronze


BeitragVerfasst am: 07.04.2022 13:09    Titel: Antworten mit Zitat

Bonjour I-N-K-O: it doesn't keep on

ein Text, der suggeriert, es wäre eine Art Protokoll der Tätigkeiten des Ich-Erzählers, stattdessen sind es eher Tagebuch-Aufzeichnungen. Den Titel konnte ich leider gar nicht mit dem Text vereinbaren, weil mir zu vieles konträr läuft: der Erzähler ist mir zu sehr mit seinen Befindlichkeiten und seinem Blabla beschäftigt:
Als Beispiel:
Zitat:
(2) Unten in Flensburg, Boot G, hat laut internem Chat jemand versucht, die Reise mit einem ZEBRA 4.9 anzutreten, wollte wohl die Kohle fürs Upgrade sparen. Das Ufer war kaum außer Sicht, da hing er schon über der schwarz-weißen Reling und kotzte sich das letzte Kontinentalfrühstück aus dem Leib. Bevor die Seele folgen konnte, nahm er Yachis Angebot an, das Upgrade bei ihm aufzuspielen; bezahlen dürfe er nach der Rückkehr vom Barcamp, er habe ja nun keinen Zugang zum Online-Banking mehr (das systemeigene Abbuchungssystem sei ja leider noch im Aufbau). Im Posteingang eine IM „zur Erheiterung“, so der Titel, darin ein Videoclip aus PAAP (G): ein ruckelndes, grünlich glänzendes Gesicht vor wütenden Segeln, orchestriert durch ein Geheul, das vom Wind stammen könnte, oder auch aus der Kehle des Two-spirits (was an Frisur zu erkennen war, wir werden natürlich noch sehen, was er wirklich ist). Dann die Wirkung der aktualisierten Steuerung: Die Segel strafften sich wie unter einem militärischen Befehl; der Horizont pendelte sich in einer gleichmütig wogenden Linie ein; die Panik wich aus den Augen des Kunden, nun tiefe Seen aus Erleichterung und Dankbarkeit. Zum Abschluss des Videomitschnitts hatte der Scherzbold von einem Kollegen ein „Daumen hoch“-Symbol angehängt.  
Habe im System den Vorschlag eingestellt, den Start des Hybridbetriebs künftig an das Aufspielen eines aktuellen, rechtmäßigen RC zu ketten, doch Yachi meinte, das gebe Ärger mit den EU-Behörden, und in der Regel gingen die Kunden auf Nummer Sicher. Dass sich jemand ohne Probefahrt auf die Seetüchtigkeit eines veralteten ZEBRAs verlasse, sei ungewöhnlich, belege aber den Erfolg der letzten Kampagnen. Grüße an die Marketingabteilung.   

[Fettmarkiertes von mir]

Ich kann damit leider nichts anfangen und frage mich, was möchte der Protokollant mit all dem Blabla. Die Devise wäre kurz und knapp, professionell und neutral. Wenn die QS hier drüberginge, wäre der Rotstiftverbrauch enorm.

Neben dieser Tagebuchaufzeichnungen fielen mir die Abkürzungen auf, die ja gerade deswegen da sind: Als Abkürzungen Verwendung zu finden und nicht danach noch ausgeschrieben zu werden:
z. B.
S-T. Stay Tuned
W-A-F. We are family
O-N-T. Obviousness doesn't mean truth
E-O-T: Enough of that
D-I-T: Do it together
M-N-S: Makes no sense

Well. Den Sinn der Abkürzungen verstehe ich leider nicht, wenn sie direkt danach ausgeschrieben im Text erscheinen. Eventuell besser: als Fussnote erklären, was die Abkürzung bedeutet. So reisst es mich zu sehr aus dem Lesen raus und der Bericht komtm nicht authentisch rüber.

Es ist SciFi mit viel selbstverliebtem Blabla des Protokollanten. Der Text als solcher funktioniert für mich leider nicht.

Im Vergleich haben mich andere Texte mehr überzeugt. Es tut mir leid: zéro points.

Merci beaucoup
Constantine
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anderswolf
Geschlecht:männlichKlammeraffe


Beiträge: 850
Wohnort: Bad Nauheim


BeitragVerfasst am: 07.04.2022 13:20    Titel: Antworten mit Zitat

Zur Abwechslung mal was mit ausgefallener Textform. Das gefällt einerseits, weil wer will schon 27 einfach strukturierte Texte lesen, andererseits besteht in einem solchen Wettbewerb mit Zeitdruck natürlich die Gefahr, das liebevoll hineingeklöppelte Details und womögliche doppelte Böden einfach übersehen werden.

Sei es drum. Wir lesen das halbsubjektive Protokoll einer Teilnahme an einem Barcamp, also einer Nicht-Konferenz, auf der alle beitragen und nicht einfach nur zum Zuhören aufgefordert sind. Und tatsächlich bringen sich da alle Teilnehmenden irgendwie ein, aber nicht alle sind konstruktiv.
Und natürlich ist das ein Kommentar zum Jetzt, zu der Schwierigkeit miteinander klarzukommen, wenn alle so aus den Nussschalen ihrer eigenen Wirklichkeit herauskommunizieren. Und dass manche sich dann eben ausklinken.

Insgesamt zu betrachten wie ein seltsames Spiel, in dem sich d. Lesy auch selbst erkennen kann, mitunter unterhaltsam, mitunter Fragen aufwerfend, die keine Antwort bekommen werden, weil manches eben im Dunkel bleiben wird.
Die Stärke des Textes liegt natürlich in der Realitätsnähe, gleichzeitig ist das auch eine Schwäche. Denn wo Menschen der Realität abgeschaut werden, verbietet sich die Erklärung, das wird bei dem ganzen Insidersprech aber schnell schwierig, und zwar bedient sich der Text einem hübschen Vehikel bei "er betont jedes Wort wie in einem PR-Filmchen, als hätte man hier noch nie von einem ZEBRA gehört", aber letztlich verdeutlicht das nur das Dilemma.

Trotzdem gerne gelesen, gut zusammengebaut, unterhaltsam geschrieben, schätzungsweise Punkte, und das trotz des relativ geringen Phantastik-Anteils.
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