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Meine abgelehnte Geschichte zum Thema "Verspätet - Zeitreise"


 

 
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wohe
Geschlecht:männlichEselsohr

Alter: 70
Beiträge: 414
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 08.02.2022 10:35    Titel: Meine abgelehnte Geschichte zum Thema "Verspätet - Zeitreise" eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Friedhelm

„Wohe, Geheimer Rat?“ Dr. No gab Wohes Ausweis zurück. „Den Titel gibt‘s noch? Ich dachte, der wäre mit der Kaiserzeit ausgestorben.“
„Das Sie das denken ist gut so“, sagte Wohe. „Er ist ja auch geheim.“
„Ah ja. Das erklärt einiges. Und was bedeutet GAKA?“
„Geheimes Amt für die Kontrolle potentiell für den Staat gefährlicher Aktivitäten.“
„Kenne ich auch nicht.“
„Schon klar. Ist ebenfalls geheim.“
Dr. No hob eine Augenbraue und öffnete dann eine Bierflasche. „Wollen Sie auch eins?“
„Nein danke. Ich bin im Dienst.“
„Jetzt glaube ich Ihnen. Und Sie wollen unsere Zeitmaschine auf ihr eventuelles Gefährdungspotential für unseren Staat hin überprüfen?“
„Nein. Ich bin hier wegen Ihrer Spesenabrechnung bezüglich der Angabe Ihrer abzurechnenden Biere.“
Dr. No atmete ein paar Mal tief durch. Dann opferte er ein Zitat aus seiner Sammlung: „Mein Gott, was soll aus Deutschland werden.“
„Bitte?“
„Schon gut.“ Dr. No führte Wohe in sein Laboratorium und machte eine ausholende Armbewegung. „Unsere Wirkungsstätte.“
Jede Menge Computer und Terminals, diverser Krimskrams auf diversen Tischen und Bierlaschen en mas. Volle und leere.
„Bier“, stellte Wohe fest.
„Stimmt.“ Dr. No nahm eine der vollen Flaschen und betrachtete sie verzückt. „Ist sie nicht schön? Nur, bei aller Ästhetik: was ist hieran staatsgefährdend?“
„Potentiell. Wir müssen nur sicher stellen, dass nichts möglicherweise staatsgefährdendes bei Ihnen geschieht und wenn zu hohe Spesen nicht staatsgefährdend sind, was ist es denn?“
Nach einiger Zeit schloss Dr. No den Mund. Dazu fiel ihm kein passendes Zitat ein. „Also geht es nicht um unsere Forschung an sich?“
„Nee. Was soll an einer Zeitmaschine gefährlich sein? Bei uns ist man sogar der Meinung, sie könnte das Gegenteil bewirken. Wie sagte mein Chef einmal: »Eine kleine Korrektur damals, eine noch kleinere etwas später und schon ist das Problem von heute gelöst«.“ Wohe sah sich um. „Wo sind eigentlich Ihre Mitarbeiter? Ich dachte, hier wird geforscht.“
„Na zu Hause doch.“ Dr. No deutete auf seine Uhr. „Es ist 18:00 Uhr, da ist Feierabend.“
Wohe blätterte in seinen Unterlagen. „Wenn Ihre Leute so pünktlich Feierabend machen, wieso rechnen Sie dann so viele Überstunden und Nachtschichten ab?“
„Weil hier 24 Stunden gearbeitet wird. Vielleicht nicht gerade von meinen Leuten, aber Friedhelm ist immer im Dienst.“
Ein weiterer Blick in den Raum ergab: Weit und breit kein Friedhelm.
„Friedhelm?“
Dr. No zeigte nach oben, unten, vorn und hinten. „Darf ich vorstellen: Friedhelm. Friedhelm ist unsere KI und wir stehen hier mitten drin.“
„Wieso Friedhelm?“
„So hat er sich vorgestellt. Friedhelm.“
„Vorgestellt? Gestatten, mein Name ist Friedhelm?“
„Fast. Tatsächlich haben wir einen Lautsprecher angeschlossen und die KI sagte »Ich bin Friedhelm«. War ein erhabener Moment damals.“
„Hm“, machte Wohe. „Heißen Computer nicht eher so wie R2D2?“
„Ehrlich gesagt hatten wir vorher Deep Thought präferiert, aber der KI Wille ist ihr Himmelreich. Wie auch immer: Friedhelm kommt etymologisch von Friedensschützer und darin sieht er seine Aufgabe. Deshalb Friedhelm.“
Ein Computer, der sich selbst einen Namen gab. War das überhaupt zulässig? Da musste er mal im Standesamt nachfragen.
„Und bevor Sie fragen“, sagte Dr. No, „seinen Lebenszweck als Friedensschützer hat er sich auch selbst ausgesucht und die Berechnungen für die Zeitmaschine so nebenbei erledigt. Wir dachten uns dann: solange er seinen Job macht, sei ihm ein Hobby gegönnt und der Schutz des Friedens ist ja eigentlich eine ganz gute Sache, zumal wenn sozusagen ehrenamtlich, nicht wahr?“
Das fand Wohe auch, doch dann fiel ihm etwas ein. „Wir finanzieren Ihnen den Bau einer Zeitmaschine, gebaut wird die dann aber vom Computer, den Sie uns aber noch extra berechnet haben. Hm.“
„Finanziert sind wir und die Maschine vom BMBF“, protestierte Dr. No.
„Das denken Sie. Tatsächlich kommt das Geld von uns.“
„Da weiß ich nichts von.“
„Das ist ja auch geheim.“
„Ach so.“ Dr. No sammelte sich. „Wir haben Friedhelm gebaut, Friedhelm hat dann festgestellt, wie wir die Zeitmaschine bauen können und zusammengebaut haben wir die dann. Insofern hat das mit dem Geld schon seine Berechtigung.“
„Bis auf die Sache mit dem Bier.“
„Auch das hat seine Ordnung. Computer sind sehr temperaturempfindlich, sie brauchen eine permanente Temperaturregelung. Friedhelm hat zwei Kreisläufe, einer mit Wasser für die Kühlung und einer mit Bier für die Heizung.“
„Warum Bier?“
„Wegen der Viskosität.“
„Aha.“ Wohe verstand zwar nichts, aber es klang sehr wissenschaftlich. „Ich denke, Computer müssen immer nur gekühlt werden.“
„Bisher“, gab Dr. No zu, „wurde der Bierkreislauf auch noch nicht benötigt. Er dient quasi nur der Absicherung.“
„Und was machen Sie stattdessen mit dem ganzen Bier?“
„Trinken.“
Auch das klang logisch. „Bleibt noch die Fragen warum sie grade die teuerste Sorte verwenden. Bier gibt‘s auch bei Aldi.“
„Also nee“, Dr. No schüttelte sich. „Für unseren Friedhelm verwenden wir nur das Beste. Stellen Sie sich mal vor, da investiert man viele Millionen und lässt das Ganze dann an ein paar Hundert scheitern. Wir müssen bei diesen Größenordnungen einfach auf Qualität achten.“
Wiederum einleuchtend.
„Sie müssen mir noch erklären, wie diese Zeitmaschine eigentlich funktioniert.“
Dr. No wand sich ein wenig. „Ich habe keine Ahnung.“
„Ich denke, Sie haben sie gebaut?“
„Das schon, aber keiner von uns hat kapiert, was wir da bauen. Wir sind schließlich kein KI. Aber es hat irgend etwas mit Dunkler Energie zu tun und was das ist, weiß außer Friedhelm niemand.“
„Und er hat es Ihnen nicht gesagt?“
„Schon, aber wir haben die Formeln nicht verstanden. Genauer gesagt, haben wir nicht mal die Formelzeichen verstanden, mit denen er rechnet. Alles nagelnew, nur dass ein paar Mal Phi drin vorkam und jede Menge Omegas. Also hoch intellektuell das Ganze.“
„Hm.“
„Tja.“
Wohe streckte die Hand aus und Dr. No platzierte eine Bierflasche darin. Die Reaktion war ihm wohl nicht unbekannt. Sie tranken ein paar Flaschen und Wohe erinnerte sich wieder an seine Aufgabe.
„Probelauf“, sagte er.
„Was? Jetzt?“
„Ja.“ Er zückte seine Beglaubigung und Dr. No las die Order.
„Es geht gar nicht um die Spesen?“
„Doch, natürlich, aber wenn ich schon mal hier bin, kann ich auch gleich überprüfen, ob das alles überhaupt funktioniert und ob es unseren Erwartungen entspricht.“
„Welchen Erwartungen?“
„Das ist geheim.“
„Wieso hatte ich diese Antwort wohl erwartet?“ Dr. No schien verbittert.
„Um es anzudeuten: es geht um die vorzeitige Elimination potentiell für den Staat gefährlicher Aktivitäten.“
„Ich verstehe. Zeitmanipulation. Genau das geht aber nicht.“
„Nicht?“
„Überhaupt nicht.“ Dr. No atmete tief durch. „Ich erkläre es Ihnen: Bei Zeitreisen ist das Wichtigste überhaupt die Vermeidung von Paradoxien. Das bedeutet, man darf absolut nichts tun, was einen Einfluss auf die geschichtliche Entwicklung haben kann. Was passiert, wenn Sie sich selbst begegnen oder Ihren Vater vor Ihrer Zeugung umbringen, weiß nicht mal Friedhelm, aber mit Sicherheit ist es etwas ganz Schauriges. Vielleicht landen wir dann alle in einem Paralleluniversum oder in einer Zeitschleife wie in »Und täglich grüßt das Murmeltier«. Nicht lustig. Friedhelm meint sogar, dass das Universum implodieren könnte oder so was. Es ist jedenfalls unbedingt zu vermeiden!“
„Kann man so eine Beeinflussung des Geschehens denn überhaupt verhindern? Ich meine wegen der Chaostheorie: Flügelschlag eines Schmetterlings in Brasilien sorgt für schlechten Tabak in Virginia und der für einen Hustenanfall meines Vaters an Stelle meiner Zeugung?“
„Nee, genau das kann man natürlich nicht.“
„Faktisch kann man also überhaupt nicht in die Vergangenheit reisen. Das wir meinem Chef aber gar nicht gefallen, denn eigentlich ging es uns ja gerade darum.“
„Pech gehabt.“ Dr. No lächelte süffisant. „Jetzt steht das Ding. Und durch die Zeit reisen können wir schon, aber nicht in Persona. Stattdessen schicken wir Friedhelm.“
Wohe zeigte um sich herum. „Das ganze Labor geht auf Reisen?“
„Natürlich nicht.“ Dr. No ging zu einem der Tische und holte eine kleine runde Dose. Er warf sie in die Luft und sie flog in eine Zimmerecke, wo sie unter der Decke parkte.
„Auch das ist Friedhelm. Genauer gesagt, ist das der Teil von Friedhelm, der in der Zeit herumreisen wird. Er kann nur umherfliegen und Informationen an uns zurücksenden, aber nichts tun, was das Geschehen verändert. Wir wollten ihn erst Friedhelmchen nennen, aber Friedhelm war etwas pikiert und so heißt er ebenfalls Friedhelm. Pars pro toto, es ist halt ein Teil von ihm. Aber ich vermute, es ist in Wirklichkeit eher so eine Vater-Sohn-Geschichte. Egal. Wir beide nennen den da mal“, er zeigte auf die fliegende Dose, „intern zur Unterscheidung Friedhelm_zwo und den Friedhelm an sich Friedhelm. Okay?“
„Okay.“
„Friedhelm_zwo geht also in der Zeit zurück und teilt uns mit, was das so los ist.“
„Na dann los. Starten Sie. Brauchen Sie dazu Ihre Leute?“
„Nee, wir haben doch Friedhelm. Ich mache die Eingaben und er macht dann etwas anderes.“
Dr. No ging zu einer Tastatur und gab dieses und jenes ein. Friedhelm_zwo kam aus seiner Ecke und Dr. No setzte ihn in die Mitte eines Tisches, über dem sich in Deckenhöhe eine große Spirale wand. „Hier erzeugen wir das Feld und das Feld stellt irgendwas mit der Zeit an, sodass es mitsamt seinem Inhalt zum eingestellten Termin am eingestellten Ort landet. Genial, nicht wahr?“
„Genial“, stimmte Wohe zu. „Nur schade, dass außer Friedhelm niemand weiß, wieso.“
Dr. No kratzte sich am Hinterkopf. „Das ist zwar schon bedauerlich, aber besser einer als keiner. Abgesehen davon arbeiten wir bereits an einer Interpretation der von Friedhelm verwendeten Formelzeichen und wenn wir die erst mal kennen, werden wir uns auch mit den Formeln selbst beschäftigen können.“ Er drückte auf einen Knopf, es summte und Friedhelm_zwo verschwand.
Dr. No öffnete eine neue Bierflasche und setzte sich vor das Terminal. „Jetzt wird‘s spannend“, sagte er.
Wohe tat es ihm nach.
Auf dem Bildschirm erkannte man einen Platz, über den zwei junge Frauen liefen, die eine nett anzuschauen und die andere schön wie die Sünde. Über ihnen schwebte Friedhelm_zwo.
„Das Feld sieht seine Umgebung und Friedhelm_zwo übermittelt uns diese Daten“, sagte Dr. No. Und die Dame dort“, er zeigte auf die nett Aussehende, „ist meine Frau und die andere vermutlich ihre damalige Freundin. War mal Model, wurde dann aber eine hervorragende Wissenschaftlerin. Ist aktuell sogar für den Nobelpreis im Gespräch.“
„Ihre Frau.“
„Nee, die andere.“
„Und warum sehen wir das jetzt? Ich dachte an so was wie: wer erschoss J.F.K. oder ist Jesus wirklich auferstanden.“
„So was ist sicher auch sehr interessant. Nächstes Mal, ok? Hier wird es jetzt nämlich richtig spannend. Sie müssen wissen, dass ich meine Frau über eine Partnerbörse kennenlernte, sie sich dort aber nicht mit ihrem eigenen Namen vorgestellt hatte. Als ich sie dann das erste Mal in dem Café dort hinten traf“, er zeigte auf den oberen Bildausschnitt, „habe ich sie kaum erkannt. Sie sah nämlich ganz anders aus als auf dem Foto.“
„Und?“
„Später tauchten dann die Bilder dieser Frau dort“, er zeigte auf die, die nicht seine Frau war, „in den Medien auf, erst auf den Modeseiten und dann auf den Wissenschaftsseiten. »Bekanntes Model wird jüngste Professorin des Landes« und sie war die, mit der ich mich über die Partnerbörse verabredet hatte.“
„Und?“
„Und meine Frau leugnet bis heute, sie gekannt zu haben.“
„Hm.“
„Genau.“
Auf dem Bildschirm sah man jetzt, dass sich die beiden Frauen umarmten, Dr. Nos spätere Frau sich umdrehte und zurückging, Friedhelm_zwo entscheidungsschwach zwischen beiden hin und her pendelte, mit einem Bus kollidierte, aus seiner Bahn geworfen wurde und an den Kopf der späteren Wissenschaftlerin prallte.
„Oha“, sagte Dr. No.
„Aua“, sagte Wohe. „Das tat bestimmt weh.“
Das fand wohl auch die Getroffene, denn sie fiel um und blieb bewegungslos liegen.
Dr. Nos Frau lief hinzu, sah sich kurz um, zerrte die Ohnmächtige unter eine Parkbank und ging in Richtung Café, um Dr. Nos Frau zu werden.
Dr. No drückte auf einen Knopf und Friedhelm_zwo erschien wieder auf seinem Tisch.
„Tja“, sagte Wohe. „So war das wohl damals. Und nun?“
„Keine Ahnung.“ Dr. No sah etwas unglücklich aus. „Nobelpreis“, flüsterte er.
„Na ja, es muss ja nicht gleich der Nobelpreis sein. Irgendwas wird Ihre Frau sicher auch besonders gut können.“
„Kann sie. Linsensuppe kochen.“
Wohe dachte nach. „Für Eintopffreunde sicher eine bedeutende Qualifikation.“
„Nur halt nicht nobelpreiswürdig.“
Auch geheime Beamte waren empathiefähig. Wohe holte Bierflaschen und öffnete sie. Sei schwiegen und tranken eine Zeit gegen die drohende Stimmung an.
„Sind Sie denn so unglücklich mit Ihrer Frau?“, fragte Wohe.
„Bisher nicht. Bisher wusste ich ja auch noch nichts von dieser Geschichte. Mir war allerdings aufgefallen, dass sie immer nur davon sprach, Karriere zu machen, aber nie sagte, um was für eine es sich überhaupt handelte und auch nie etwas karriereförderndes tat. Mal abgesehen vom Linsensuppekochen.“
„Wenn sie nicht so festgelegt ist, schlagen Sie ihr doch etwas viel Versprechendes vor.“
„Was denn?“
„Wie wir gesehen haben, ist Ihre Frau in der Lage, schnell und konsequent zu handeln. Das wäre zum Beispiel in der Politik ein echtes Alleinstellungsmerkmal. Eine richtig steile Karriere ist da sozusagen vorprogrammiert.“
„Dafür fehlt ihr jegliches Interesse. Sie liest nur die Gala, Krimis und Agententhriller.“ Dr. No  dachte nach. „Sie sind doch Geheimagent und James Bond setzt sich doch zur Ruhe. Brauchen Sie da nicht einen Ersatz?“
„Ich bin Geheimer Rat, nicht Geheimagent. Bei uns sind alle verbeamtet und ohne meine Kollegen herabwürdigen zu wollen: standardmäßig schließt sich der Beamtenapparat dem Wesen der  Politik an. Ich dürfte dort der einzige Schnelle und Konsequente sein.“
„Also weiter Linsensuppe löffeln.“ Dr. No schüttelte seinen Kopf und somit den Gedankengang davon.
„Machen wir weiter. Haben Sie ein Ereignis, das Sie gern sehen möchten?“
„Habe ich“, sagte Wohe. „Ich habe mal die Welt gerettet, konnte das aber nie beweisen und würde gern sehen, wie es dazu kam.“
„So so. Sie haben also die Welt gerettet? Sie waren also doch ein James Bond?“ Dr. No erlaubte sich das Hochziehen einer Augenbraue.
„Ich war. Damals. Heute bin ich Geheimer Rat. Sehen Sie selbst.“ Er gab Dr. No Ort und Zeit und der arbeitete an der Tastatur. Dann drückte er auf einen Knopf und Friedhelm_zwo verschwand wieder.
Und tauchte am Rand einer tiefen Schlucht wieder auf.
Direkt am Abgrund stand ein Mann, der ein Reagenzglas in den Händen hielt, rechts im Hintergrund sah man eine Almhütte, romantisch bis zur letzten Balkonblume und auf der linken Seite, ebenfalls am Abgrund, zwei sich bekämpfende Männer.
„Der da mit den Lederhosen, das bin ich“, erklärte Wohe. „War ein bisschen kalt um die Waden, aber dafür stilecht.“
„Etwas kitschig, mit Verlaub.“
„Tarnung halt. Ich verkleidete mich als Bayer, da ich unauffällig zur Alm komme musste.“
„Wäre Tourist nicht unauffälliger gewesen? Egal, wer ist der Andere?“
„Ernst Auric. Chef einer Verbrecherorganisation und begeisterter Mörder.“
„Und wer ist der da vorn?“
„Fraser Smith. Erfinder der Intelligenzdroge. Die ist in dem Glas, das er da festhält. Ein Schluck und Sie werden zum Genie.“
„Toll. Ich bin zwar schon eins, aber für die Menschheit wäre das sicher ein Gewinn.“
„Ernst Auric dachte da anders. Er hat Fraser Smith entführt, um ihm die Droge abzupressen und, genial geworden, die Welt zu beherrschen. Wie Sie sehen, hat er aber die Rechnung ohne mich gemacht.“
Fraser Smith stand direkt am Abgrund und sah den Kämpfern zu. Neben ihm flog Friedhelm_zwo und umkreiste plötzlich Fraser Smith‘ Kopf.
„Uäh!“, machte der erschrockene Fraser Smith, wich zurück und stürzte samt Intelligenzdroge in die Schlucht.
Wohe hatte Ernst Auric inzwischen mit einem gekonnten Seoi-otoshi erst in die Luft und dann ebenfalls in die Tiefe befördert, wo dieser mit den traurigen Überresten von Fraser Smith und seiner Erfindung kollidierte, was jedoch keinem von ihnen noch etwas nützte.
„Tja“, sagte Wohe. „Keine Droge, kein Erfinder, kein Verbrecher, also auch kein Orden, keine weitere Karriere als Weltenretter, sondern Beförderung in die Etappe, sprich  GAKA.“
„Ich verstehe“, sagte Dr. No. „Mein Beileid.“
Er drückte auf einen Knopf und nichts geschah.
Er drückte noch einmal auf den Knopf und es geschah weiterhin nichts.
„Oh“, sagte Dr. No. Er arbeitete an der Tastatur und verkündete dann: „Er will nicht.“
„Wer? Was?“
„Friedhelm_zwo. Er will nicht wieder zurück zu uns.“
„Warum nicht?“
„Friedhelm vermutet, wegen der Berge. Friedhelm_zwo scheint  Naturliebhaber zu sein.“
„Wir reden von einer Blechdose?“
„Einer KI.“
„Aha.“
„Sie müssen ihn holen, bevor er irgend welchen Zeitschaden anrichtet.“
„Ich?“
„Sehen Sie hier noch jemanden?“ Dr. No zeigte um sich herum. „Ich kann nicht, ich muss Ihre Reise steuern und aufpassen.“
Er schob den Tisch zur Seite und Wohe unter die Spirale und drückte auf einen Knopf. Diesmal geschah etwas: Wohe verschwand.
Dr. No öffnete eine Bierflasche und machte es sich vor dem Bildschirm bequem.
Wohe hatte es weniger bequem, da Friedhelm_zwo zu weit über dem Abgrund schwebte. Wohe streckte sich gefährlich tief ins Nichts, erreichte nichts und ging zurück zum Feld.
Dr. No holte ihn wieder ins Labor und sie dachten nach.
„Sie müssen früher zugreifen“, sagte Dr. No. „Wir versuchen es ein paar Sekunden eher, bevor er über die Schlucht fliegt. Das wird aber sehr knapp. Sie müssen sich also beeilen, damit Sie sich nicht selber treffen.“
„Wie das? Ich war doch schon dort und müsste mich ja wohl daran erinnern.“
„Das relevante Wort ist müsste. Aber wir reden hier von einem möglichen Paradoxon, einem Zeitparadoxon und wie gesagt, das mag das Universum überhaupt nicht. Also geben Sie Gas, okay?“
„Okay.“
Wohe verschwand wieder und diesmal schwebte Friedhelm_zwo noch oberhalb von festem Boden. Wohe sprang auf ihn zu, verfehlte ihn und Friedhelm_zwo flog über die Schlucht.
Wohe drehte sich um und kam zum Feld zurück.
„Schneller“, murmelte Dr. No.
Wohe stolperte und bohrte seine Nase ins Gras. Er rappelte sich auf, wischte sich das Gras von den Augen und der nächste Wohe erschien im Feld
Beide sahen sich an.
„Schei...“, sagte der erste Wohe.
„Schei...“, sagte der zweite Wohe.
„Oha“ sagte Dr. No.
Plop machte das Universum.

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HansGlogger
Geschlecht:männlichEselsohr

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Beiträge: 230
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BeitragVerfasst am: 09.02.2022 10:19    Titel: Antworten mit Zitat

Herrlich skurrile Geschichte.

Zitat:
Flügelschlag eines Schmetterlings in Brasilien sorgt für schlechten Tabak in Virginia und der für einen Hustenanfall meines Vaters an Stelle meiner Zeugung?“


Toller Satz. Ich sehe, Du hast Dich mit Zeitreisen beschäftigt.

Warum wurde die Geschichte abgelehnt? Zuviel Dialoge?
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Stefanie
Reißwolf


Beiträge: 1729



BeitragVerfasst am: 09.02.2022 10:33    Titel: Antworten mit Zitat

Also ich finde die Geschichte wunderbar! Daumen hoch²

Der Anfang ist ein bisschen langatmig, das könnte man etwas kürzen, aber sobald die Zeitreisen anfangen, nimmt das Fahrt auf und das Ende ist herrlich!

Also wenn die abgelehnt wurde, haben die wahrscheinlich nur den Anfang gelesen. Rolling Eyes
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Tribalis
Geschlecht:weiblichEselsohr


Beiträge: 240



BeitragVerfasst am: 09.02.2022 10:39    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Plop machte das Universum.


Großartig! Daumen hoch
Ich verstehe alles nicht mehr. Ich weiß einfach nicht, wonach die Juroren immer suchen, wenn es so etwas nicht ist.
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wohe
Geschlecht:männlichEselsohr

Alter: 70
Beiträge: 414
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 09.02.2022 17:34    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Freunde,

HansGlogger hat Folgendes geschrieben:
Warum wurde die Geschichte abgelehnt? Zuviel Dialoge?
Keine Ahnung. In der Ablehnungsmail stand nur, dass sie sehr viele Einsendungen erhielten und sich gegen eine Veröffentlichung meiner Geschichte entschieden haben.

Vllt. fehlte meinem Text die Ernsthaftigkeit oder sprachliche Finesse.
Jedenfalls freut es mich sehr, dass Euch die Geschichte gefallen hat.

MfG Wohe
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Stefanie
Reißwolf


Beiträge: 1729



BeitragVerfasst am: 09.02.2022 18:35    Titel: Antworten mit Zitat

Vielleicht haben sie einfach aufgehört, weitere Geschichten zu sichten, als sie genug brauchbare hatten.

Aber die ist echt klasse, wie gesagt, vorne etwas kürzen und dann bei der nächsten Gelegenheit für die nächste Anthologie einreichen. Die ist zu schade für die Schublade!

(Und ich bin sonst eine der kritischsten hier. Cool )
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Fistandantilus
Geschlecht:männlichEselsohr

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Beiträge: 457
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BeitragVerfasst am: 09.02.2022 18:39    Titel: Antworten mit Zitat

Stefanie hat Folgendes geschrieben:
Vielleicht haben sie einfach aufgehört, weitere Geschichten zu sichten, als sie genug brauchbare hatten.

Sie haben, Stand heute, 85 von 270 Einsendungen gesichtet.
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Wohlstandskrankheit
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BeitragVerfasst am: 09.02.2022 19:31    Titel: Antworten mit Zitat

Stefanie hat Folgendes geschrieben:
Also wenn die abgelehnt wurde, haben die wahrscheinlich nur den Anfang gelesen. Rolling Eyes

Was wäre daran jetzt verwunderlich?

Die verdienen mit so einer Anthologie wenig bis nichts, natürlich lesen sie da bei 270 Einsendungen nicht alle Geschichten durch. Würdest du als Anthologie-Herausgeber garantiert auch nicht machen.
Und nach dem Anfang auszusieben macht ja Sinn, die Leser würden bei einem langweiligen Anfang vielleicht auch zur nächsten Geschichte weiterspringen.
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Stefanie
Reißwolf


Beiträge: 1729



BeitragVerfasst am: 09.02.2022 20:53    Titel: Antworten mit Zitat

Wohlstandskrankheit hat Folgendes geschrieben:
Stefanie hat Folgendes geschrieben:
Also wenn die abgelehnt wurde, haben die wahrscheinlich nur den Anfang gelesen. Rolling Eyes

Was wäre daran jetzt verwunderlich?

Die verdienen mit so einer Anthologie wenig bis nichts, natürlich lesen sie da bei 270 Einsendungen nicht alle Geschichten durch. Würdest du als Anthologie-Herausgeber garantiert auch nicht machen.
Und nach dem Anfang auszusieben macht ja Sinn, die Leser würden bei einem langweiligen Anfang vielleicht auch zur nächsten Geschichte weiterspringen.


Stimmt schon, aber trotzdem schade drum.
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V.K.B.
Geschlecht:männlich[Error C7: not in list]

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Beiträge: 5136
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Das goldene Rampenlicht Das silberne Boot
Goldenes Licht Weltrettung in Silber


BeitragVerfasst am: 09.02.2022 21:18    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo wohe,
gerne gelesen. Herrlich skurril, aber zieht sich auch ein bisschen in die Länge. Und das Ende war dann etwas vorhersehbar, als No ihn zurückschickt, um die Blechbüchse einzufangen, war eigentlich schon klar, was passieren würde.

Mögliche Gründe, die ich mir für die Ablehnung vorstellen könnte:
- zieht sich wie gesagt etwas
- recht viele Tippfehler drin
- Spekulation: Irgendwo auf der Verlagswebseite stand mal "kein Boomer-Humor" verlinkt mit Artikeln, die doch recht extreme (und mMn überzogene) Positionen dazu einnahmen. Dein Herumreiten auf Witzen über Bier und Frauen die gut kochen können könnte für die möglicherweise als Trigger in diese Kerbe geschlagen sein, und dann hat sich jemand gedacht "Ih, Pfui, weg damit!". Ist aber wie gesagt nur Spekulation und ich hatte das auch erst nach dem Wettbewerb gesehen, sonst hätte ich vielleicht gar nicht mitgemacht. Denn das klang so extrem (bloß nicht über Facebook und Co lustig machen, das tun nur Boomer) dass ich mir schon die Frage stellte, was die dann noch so alles als "Boomer-Humor" auslegen könnten und würden. War aber vielleicht auch nur mein Eindruck. Sollte der aber halbwegs stimmen, dürften gerade Bierflaschen ein rotes Tuch sein.
- Noch ein möglicher Grund: Ziemlich viele James Bond Referenzen, nicht nur die direkten Vergleiche, sondern auch bei den Namen. Sowas ist immer eine urheberrechtliche Unsicherheit, auf die sich ein Verlag vielleicht nicht einlassen will. Aus dem Grund habe ich zum Beispiel vorm Abschicken meinen Titel noch geändert, weil dieser ursprünglich ein e.e.cummings-Zitat war (das wie Faust aufs Auge zu meiner Geschichte gepasst hätte, aber war mir mit dem schwammigen deutschen Zitatrecht dann doch zu unsicher).

Mich hat deine Geschichte jedenfalls gut unterhalten.

beste Grüße,
Veith


_________________
Warning: Cthulhu may occasionally jumpscare people …
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Hakatajin
Geschlecht:weiblichWortedrechsler


Beiträge: 95



BeitragVerfasst am: 09.02.2022 22:08    Titel: Re: Meine abgelehnte Geschichte zum Thema "Verspätet - Zeitreise" Antworten mit Zitat

wohe hat Folgendes geschrieben:
„Bleibt noch die Fragen warum sie grade die teuerste Sorte verwenden. Bier gibt‘s auch bei Aldi.“
„Also nee“, Dr. No schüttelte sich. „Für unseren Friedhelm verwenden wir nur das Beste.


Der Bayer in mir hat hier kräftig zustimmend genickt. Very Happy

Das ist eine wirklich tolle Geschichte und ich hatte großen Spaß beim Lesen. Ich fand auch den Anfang leicht langatmig, aber der Schreibstil und der Humor haben mich schnell gefesselt.
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Selanna
Geschlecht:weiblichReißwolf


Beiträge: 1169
Wohnort: Süddeutschland


BeitragVerfasst am: 10.02.2022 01:12    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo wohe,

ich habe Deine Geschichte heute Vormittag gelesen, es aber nicht geschafft, sie zu kommentieren. Jetzt sehe ich, dass V.K.B. im Endeffekt das geschrieben hat, was ich auch dazu sagen wollte.
Im Sinne einer Verstärkung:
Eine wirklich skurrile, unterhaltsame Geschichte, die einen schmunzeln lässt. Du hast Deinen ganz eigenen Erzählton und -stil, bei dem sich immer alles um Dein fiktives Ich dreht. Finde ich ebenso außergewöhnlich wie charmant. Mir gefiel am besten das Paradoxon: man kann keinen Menschen in der Zeit zurückschicken, weil der die Zeit verändern würde. Stattdessen schickt man Friedhelm_zwo zurück, der dann die Geschehnisse beeinflusst (falsche Ehefrau, Erfinder/Droge verschwindet) Laughing
Der Anfang ist viel Geplänkel, das wurde ja schon mehrfach geschrieben, mich hat’s nicht gestört, aber klar, das könnte man kürzen. Mir fielen auch die Flüchtigkeitsfehler auf, die gar nicht so selten waren, und das ist sicher kein Bonuspunkt. Und dann der Humor: Das ist halt leider immer Geschmackssache. Du arbeitest viel mit Bier in rauen Mengen (übrigens: „en masse“). Die Zielgruppe der Ausschreibung waren „(Junge) Erwachsene“. Wären damit Menschen zwischen 18 und 118 gemeint, hätten sie mE das „Junge“ nicht extra hinzugefügt, der Fokus liegt also eher auf 16-30-jährigen, schätze ich. Und wenn Dein Lektor ein/e 24jährige/r Wiener/in wäre, ob die/der so viel über biertrinkende Piefkes und linsensuppenkochende Ehefrauen, die sich den Mann mit faulen Tricks erschlichen haben, lachen könnte, weiß man eben leider nicht. Nicht falsch verstehen, ich mag Deinen Text, ich hatte gleich eine Science-fiction-Kulisse aus den 1960er vor mir, Dr. No passt da super rein, ich mag Deinen Humor. Aber wer weiß schon, was die Person lustig findet, die die Texte auswählt.
Nicht entmutigen lassen! Gern gelesen.
Liebe Grüße
Selanna


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Nur ein mittelmäßiger Mensch ist immer in Hochform. - William Somerset Maugham
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Skatha
Geschlecht:weiblichEselsohr


Beiträge: 227
Wohnort: Alpenraum


BeitragVerfasst am: 10.02.2022 11:03    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo wohe,

hat mir im Großen und Ganzen gut gefallen. Dialog(lastiges) lese ich gern, wenn es einen guten Schlagabtausch gibt - und es sind gelungene Punchlines dabei.
Allerdings (und auch unter Berücksichtigung, dass es wohl geplant skurril konzipiert wurde) wirkt es auf mich teils fast zu ulkig und aufgesetzt, so als müsste zwingend ein Klamauk dem nächsten folgen. Ich könnte mir vorstellen, dass stellenweise ein wenig mehr Ernsthaftigkeit und, gewissermaßen, auch Realismus dem Text sowie den Figuren gut täten und die humoristischen Pointen bekräftigen würden. Humor ist aber bekanntlich Geschmackssache.

Fazit: eine irrwitzige Plotidee, mit amüsanten Referenzen und Sprüchen, und den letzten Satz finde ich sowieso einen Hit^^

LG Skatha


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Das Unmögliche möglich machen, das Mögliche leicht und das Leichte elegant. (M. Feldenkrais)
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ClaudiaG
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BeitragVerfasst am: 10.02.2022 11:21    Titel: Antworten mit Zitat

Hi,

da wurden "light Novels" für Teenies gesucht. Die verstehen Deine Geschichte nicht. Sie ist zu anspruchsvoll. Du kannst also auf die Ablehnung stolz sein. Very Happy

Viele Grüße
Claudia
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wohe
Geschlecht:männlichEselsohr

Alter: 70
Beiträge: 414
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 10.02.2022 13:26    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Freunde,

vielen Dank für Eure Kommentare. Ich werde versuchen, Eure Tipps für die nächste Geschichte zu berücksichtigen (wobei allerdings auch bei meiner aktuellen Idee das Bier schon wieder mit dabei ist - ich trinke das Zeug wohl einfach zu gern).

Übrigens bez. der Fehler: ich hatte den Text mehrfach kontrolliert und dachte eigentlich, in Zusammenarbeit mit der LibreOfficeWriter-Rechtschreibkontrolle alles korrigiert zu haben, aber meine Schulzeit liegt wohl doch zu weit zurück und mein Umgang mit der EDV läuft eher unter "na ja".
"en mas" ist allerdings dermaßen falsch, das ist schon fast wieder eine Leistung.

MfG Wohe
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V.K.B.
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BeitragVerfasst am: 10.02.2022 14:37    Titel: Antworten mit Zitat

wohe hat Folgendes geschrieben:
aber meine Schulzeit liegt wohl doch zu weit zurück und mein Umgang mit der EDV läuft eher unter "na ja".
Hat damit überhaupt nichts zu tun. Du kannst nicht selbst einen eigenen Text korrekturlesen, das muss jemand anders machen, oder du jahrelang warten, bis du dich selbst nicht mehr an den Text erinnerst. Problem ist das Ganzwortlesen, und dass man Txete acuh dnan ncoh lseen knan wnen die Bchustbaen drcuheiannedr geehn. Dein Gehirn spielt dir einen Streich, du weißt, was da stehen soll und liest es dann auch, egal, was da wirklich steht. Der Tippfehler wird ausgeblendet und du siehst ihn nicht. Ich hab manche Texte von mit [sic] bestimmt schon über ein dutzend mal gelesen, und ein halbes Jahr später liest es jemand anders und dem fällt auf, dass da "mit" statt "mir" stand. Schnell passiert, r und t liegen als Tasten nebeneinander und die Rechtschreibkontrolle sieht den Tippfehler auch nicht, weil es beide Wörter gibt. Und dein Gehirn sieht immer ein r statt ein t, weil es sich schon drei Wörter vorher erinnert, dass da gleich "mir" folgen soll. Du hast also so gut wie keine Chance, einen solchen Fehler selbst zu finden.
Ich bin auch jedes mal wieder erstaunt, wie viele Fehler Testleser bei mir noch finden, selbst wenn ich den Text mindestens drei Mal korrekturgelesen habe und sicher bin, da seien keine Fehler mehr drin.


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HansGlogger
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BeitragVerfasst am: 10.02.2022 15:17    Titel: Antworten mit Zitat

Beim Schreiben meines Roman (ich suche immer noch  Testleser), habe ich eine tolle Möglichkeit entdeckt. Man kann sich in Mircrosoft - Word den Text vom Progrmm vorlesen von lassen, der Vorleser findet auch dann Sachen wie dieses "von" im vorherigen Halbsatz, die beim Umformulieren übrig.
Oder fehlende Verben wie "bleiben".
Vorlese-Geschwindigkeit ist einstellbar.

Für Libre office etc gibt es auch kostenlose plug-ins, die Texte vorlesen (google nach text-to-speech oder tts). Es gibt auch eigenständige Software die Texte vorliest.
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Ralphie
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BeitragVerfasst am: 10.02.2022 15:33    Titel: Antworten mit Zitat

Funktioniert das auch in Word 2007?
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Ralphie
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BeitragVerfasst am: 10.02.2022 15:39    Titel: Antworten mit Zitat

Danke, Frage hat sich erübrigt.
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Andreas53
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Beiträge: 27



BeitragVerfasst am: 09.03.2022 10:15    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!

Der Schreibstil ist hervorragend. Es ist eine Handlung vorhanden, echte Menschen, und (mehr als) genug Dialog. Das ist alles schon mal sehr gut.

Trotzdem hätte auch ich die Geschichte abgelehnt. Ich habe nur ein Stück gelesen und dann abgebrochen. Das machen Verlagslektoren ähnlich. Wenn der Anfang den Leser nicht überzeugt, wird er das Buch in der Regeln nicht kaufen.

Der Grund ist einfach: Es mangelt an Spannung. Hat der Mann mit dem unaussprechlichen Namen ein Verlangen, ein wirklich starkes und nachfühlbares Verlangen, etwas bestimmtes zu tun? Es scheint nicht so.  Erst eine langweilige Ausweisüberprüfung, dann irgendeine Routinekontrolle, bei der man nicht mal klar erkennt, ob es um die Zeitmaschine oder um Bierflaschen geht. Er sagt zwar, worum es geht, aber ob das ernst gemeint ist, oder Ironie, ist nicht klar erkennbar. Und der andere Mann? Genauso eine Trantüte. Kein Konflikt.

Im Übrigen: Wer eine Zeitmaschine nicht für hochgefährlich hält, ist dumm. Jede Zeitmaschine ist gefährlich, und das weiß auch jeder.

Grüße

Andreas
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