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Verbrecher wider Willen


 
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pentz
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Beiträge: 186



BeitragVerfasst am: 27.01.2022 19:42    Titel: Verbrecher wider Willen eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Habe mich irgendwie geirrt und neu eröffnet - aber ich mach jetzt mit diesem Resort/Tread weiter)

1. Plötzlich ändert sich alles

(Im Sinne der Kritik bearbeitet)
Weiße Blitze wie Supernova fläschten durchs rot-schwarze Nichts, was der erstaunte Betrachter seinem beginnenden, fulminanten Höhepunkt zuschob. Hingebungsvoll ruhte sein Kopf mit geschlossenen Augen auf der Sitzstütze. Kurz vor seinem absoluten Kick war zwar das Geräusch des langsamen Öffnen des Cabriolet-Verdeck wahrnehmbar, aber er hörte es einfach nicht (nachdem die Beifahrerin versehentlich an den Schalter auf der Mittelkonsole gekommen ist).
Das Verdeck öffnete sich in Zeitlupe, seine Partnerin mußte versehentlich an den Knauf auf der Mittelkonsole gekommen sein, über den sie sich beugt, um seinen Schniegel zu bearbeiten - aber egal, dachte er, mit Gaffern ist kaum zu rechnen, am Abend jetzt. Dass er seinen Orgasmus vollkommen auskosten wollte, war der eine Grund, nicht zu handeln, der andere, es musste ohnehin abgewartet werden, bis das Verdeck richtig offen stand, bevor es wieder zugefahren werden konnte.
"Um so besser. Vielleicht können wir den Film als Porno ins Internet stellen! Gegen Geld, verstehst!" Stimmen, die er gar nicht richtig wahrnahm, da er noch hin und her gerissen wurde von den Verzückungen seines Orgasmus.
Weiterzu blitzte es, als er langsam runterkam. Das war irritierend. Schlagartig öffnete er die Augen und schaute in eine rotblinkende Kamera, welche ein Mann in der Hand hielt, während ein anderer etwas weiter hinten verdeckt stand.
„He, nicht aufhören. Kamera läuft!“, und ein dreckiges, lautes Lachen erfolgte.
Jemand filmte sie mit einem Camcorder - Menschlein, die so frei oder schamlos waren wie Gott sie schuf, im Adamskostüm, blank, unverhüllt und offen nackt, als befänden sie sich allein im Paradies und ließen sich dabei gehen, wie es ihnen beliebte.
Er stößt die Frau abrupt weg und hebt daraufhin schnell den Schoß, um seinen Reißverschluss zuzubekommen. Die Frau reibt sich mit einem Taschentuch hastig den schleimigen Mund ab.
Der Kameramann filmt auch dies und lacht dabei freudig. Der andere hinter ihm rückt ein bißchen näher aus dem Dunklen.
Einer ist blond und hochgeschoßen, wohingegen der andere sich deutlich durch seinen dunkleren, breiteren Habitus abhebt. Wegen dessen Bulligkeit und Dunkelheit von Haus auf wirkt er schon mal nicht so amüsiert wie der Blonde, der sich fast nicht mehr einkriegt vor Lachen. Blacky steht mit seinem lauernden, schmalschlitzigen Blick noch einen Meter hinter Blondy und wäre er nicht angesprochen worden, hätte man ihn genausogut übersehen können.
In Blondys Mundwinkel steckt eine Zigarette.
Vielleicht Drogenabhängige?
Anbei in diesem Bezirkskrankenhaus gab es eine Abteilung für Drogenentzug und Rehabilitation. Hatten die Ausgang? Waren sie aber gerade stiften gegangen, konnte es noch sehr unangenehm werden. Von einer Behörde, Drogenberatungsstelle zum Entzug hierher eingewiesen worden, brachen sie diesen ab und weil sie Repressalien erwarten mussten, griffen sie zu ungesetzlichen, rapiaden Mitteln, nur um fliehen zu können.
Und hier entdeckten sie ein gefundenes Fressen.
Unwillkürlich dachte der Arzt an seine 1000 Euro, die er im Geldbeutel in seiner vorderen Jeanstasche hatte und griff reflexartig danach. Das hätte er nicht tun sollen! Das war unvorsichtig, gedankenlos, leichtsinnig.
Blondy und Blacky, wie ein Hund, der sofort reagiert, wenn sein Gegenüber Angst hat, merkten die Unsicherheitsgeste, der eine schnüffelte mit seiner Koksnase, dem anderen zuckten nervös die Lider. Junkies, Kleinkriminelle oder was immer sie waren, merken nun einmal Unsicherheiten eines Gegenübers sofort, stecken sie oft genug in Situationen, wo es um die Wurst geht. Jede falsche Bewegung ist ein Todesurteil.
Das silberne, kleinen Messerchen am Anhänger um die Brust Blackys pendelten hin und her, als er wie ein Tiger um die erlegte Beute im Wagen mit offenen Verdeck stolzierte.
"Ei, was haben wir denn da?"
Der Arzt hatte zwar die Hände sofort wieder vom neuralgischen Punkt weggetan, aber es war zu spät. Blacky interpretierte diese Geste nicht so, dass die Ertappten wie die begossenen Pudel und die geschorenen Lämmer nun nicht wußten, wohin mit den Händen und sich selbst. Auf die Fahrerseite angekommen, fiel sein Blick ungehindert auf die verdächtig ausgebeulte Hosentasche des Mannes.
Diesem fiel die Klappe herunter vor Angst und steif und starr wartete er auf die Dinge, die da kommen mochten. Er rechnete bei diesen Typen mit allem, was seine Angstperlen auf der Stirn glitzernd verkündeten.
Jetzt rächte sich, daß er das Schwarzgeld vom vermieteten Haus eingesteckt hatte und nicht via Bankverbindung sich überweisen ließ.

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pentz
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BeitragVerfasst am: 28.01.2022 13:55    Titel: 2. Auch die Armen wollen ihren Anteil... pdf-Datei Antworten mit Zitat

In dem Mercedes-Benz-Cabrio hing ein Emblem mit dem Äskulap-Zeichen.
„Mensch, schau mal hin, das ist ein Arzt. Und der Medizinmann verbirgt doch etwas!“
Und schon griff er dem Arzt an die Hose. Dabei umpackte er die Börse.
„Männchen, rück mal mit die Piepen raus! Aber dalli!“
Er ließ los und machte eine flache Hand. Der Arzt reichte ihm seinen Geldbeutel.
„Schau'n ma mal, was Ärzte so verdienen!“
Und zu seinem Erstaunen fischte er einen umbrabraunen Euroschein mit spitzen Fingern heraus,.
Blondy warf die Zigarette weg, kam um die Karosserie gerannt, ergriff sich den Schein und schrie auf: „Was ist denn das für ein Scheinchen, he? Wau.“
Er langte sich mit einer Hand vor Ungläubigkeit an den Kopf, hob die Blüte in die Höhe und rief laut aus: „Schau Dir das mal an!“
Ein Tausend-Euro-Schein wedelte in seinen Händen.
Der andere rang sich kaum ein Lächeln ab, da er längst von etwas anderem angezogen war: Sein Blick fiel auf diese milchig-gelbe Hautfarbe im Beifahrersitz des Cabriolet, die eine Schulterpartie freigab, um die über die Achseln BH-Träger verliefen.
Davon bekam Blondy natürlich nichts mit, denn er war noch immer in Unruhe versetzt wegen seines Fundes. Und zu recht.
„Weißt Du, wie lange ich hierfür Flaschen sammeln muß?“
Dabei fiel ein drohender Blick auf dem unter ihm sitzenden Geldsack. Kurze Stille – zum Nachdenken – zum Nachrechnen. „Jahre, Jahre, kann ich Dir sagen, Jahre!“
Er drehte sich jetzt mit dem 1000 Euroschein um sich selbst, bis er abrupt innehielt und wieder drohend und bohrend auf den Arzt niederblickte und verkündete: „Das kommt mir jetzt gerade Recht. Nachdem ich ins Krankenhaus eingeliefert worden bin und pro Tag 10 Euro zu zahlen habe. Mann, ja, das habe ich! Trotz propagierten Sozialstaat. He, wo bleibt er, wenn man krank ist? Dann zeigt er seine Fratze, he: bezahlen mußt Du fürs Kranksein, he! In ihrem verfickten Krankenhaus pro Tag 10 Euro! He!“
Der Chefarzt fühlte sich beschämt. Aber peinlich war ihm nicht dieser Umstand, daß es wahr war, sondern wegen des geringen Geldbetrages. Was sind schließlich schon 10 Euro, was sind 100 Euro? Bei 10 Tagen Aufenthalt. Und überhaupt!
Verlegen schaute er seine Partnerin an.
So viel Armut war ihm hochnotpeinlich. Diese seine Mitgefangene, die Krankenschwester, blickte nur starr drein: offenen Auges stand ihr das Entsetzen im Gesicht und in den Augen die vage Angst um ihr Leben.
Klar, bei der fand man außer guten, sterilen Sex keine anderen Gefühle.
Er fühlte sich als einziger angeklagt und am Pranger stehen. Zur Angst paarte sich ihm zudem Peinlichkeit und Hilflosigkeit.
„Na, los Daktari, sprich. Wie stehst Du dazu?“
„Tja, ich weiß auch nicht!“
Er fand keine Worte. Geldnot kannte er nur vom Wort her.
„Hört Euch den Daktari da an. Sahnt ab von den Kranken Gelder, was das Zeug hält, und wenn man ihn darauf anspricht, meint er:“ Blondy äfft den Arzt nach: „Ich weiß auch nicht!“
Blondy wurde jetzt richtig wild und schoß unerwartet schnell mit seinem Kopf über den Volant ins Coupé hinein, mit seiner Nase und seiner bedrohlichen Stirn kurz vor des Doktors Kopf verharrend. „He, Doktor, warum?“
„Ich, ich bin auch nur ein kleines Rädchen im Getriebe.“
Dem Arzt rollten inzwischen die Schweißperlen von der Stirn in die Augenwinkeln.
„Pah, das sagen sie alle!“
Blondy zog sich wieder zurück in aufrechte Körperhaltung und sagte zu Blacky: "Ganz schön platt der Arzt hier!"
Er steckte sich wieder eine Zigarette an.
„Und letzthin. Einweisung ins Klinikum. Krankenkasse hat mir die Fahrkosten zugesagt. Ich also ein Taxi genommen, dem Taxifahrer die Erlaubnisschein von der Krankenkasse gegeben und ab in die Klinik. Nun kommt heute ein Schreiben vom Taxiunternehmer, daß ich die volle Kosten der Fahrt von 40 Euro zu zahlen habe. Die Krankenkasse weigert sich, weil sie keine Verordnung zur Fahrt herausgegeben haben will. Da hast Du den Salat!“
Blacky nickt weise, wissend und betroffen mit den Kopf. „Mann, da bist Du nicht allein!“
Der Arzt weiß auch nichts dazu zu sagen, denkt, daß der Patient gutgetan hätte, eine Kopie von der Verordnung anzufertigen, aber solche Leute haben a) keinen Kopierer und b) stehen sie derartig unter Druck und leiden meist derartig unter Geldnot, daß ihnen die Kopiererei unerträgliche Umstände bereitet, so daß sie's sein lassen. Wenngleich sie ohnehin meist so vertrauensselig sind, daß sie nicht daran denken, sich durch eine Blaupause abzusichern. Sie rechnen nicht mit der Kleinlichkeit, den Neid und der Engstirnigkeit der Bürokraten. Viele von letzteren zieren sich, als ginge es bei den Zuwendungen, Unterstützungen und "Leistungen" um ihr eigen Hab und Gut. Als ob dies nicht schon längst Allgemeingut geworden wäre.
Er schüttelt ratlos-verhalten den Kopf. Beißt sich auf die Lippen. Wagt keine Antwort zu geben.
„Und woher hast Du eigentlich die 1000 Euro, Mann!“
Der Arzt weiß, reden hat keinen Sinn.
Blondie merkt das und schleudert ihm die Antwort ins Gesicht: „Bakschisch, Mann, gib's schon zu! Du hast eine Sonderbehandlung eingelegt, beim einem Geldsack, he! Hast ihm vielleicht ein seltenes Herz, Niere oder Leber verpasst und der hat Dich für diese Extrabehandlung diese Schmiere zugesteckt, ist's nicht so?“
Der Arzt rührt keine Wimper, keine Lippe und kein Glied.
„Mir brauchst Du nichts vorzumachen, mir ist klar, was mittlerweile falsch läuft im Staate Dänemark!“
Blacky: „Dänemark?“
„Das sagt man halt so!“
„Hä?“
„Statt Deutschland sagt man Dänemark. Irgendetwas ist faul im Staate Dänemark, so sagt man!“
„Wieso sagt man das, wenn wir hier im korrupten Deutschland leben, he! Willst Du mich verarschen!“ Er macht die Bewegung des Zu-allem-Bereit-Sein, nämlich selbst zu einer Handgreiflichkeit.
„Ist ja egal!“
„Mir aber nicht! Ich laß mich nicht verarschen. Also, warum?“
„Mann, weiß ich auch nicht. Hab's halt irgendwo gehört.“
„Achso, und Du weißt nichts besseres, als solch einen Blödsinn nachzuplappern!“
„Du hast's erfaßt!“
„Für so dumm hätt ich Dich aber nicht gehalten!“
„Ja, ich mich auch nicht!“
„Hä!“
„Ist gut, Mann. Von mir aus: es ist etwas faul im Staate Deutschland! Gut so?“
„Ja, das brauchst aber nicht extra zu betonen. Das weiß ja wohl mittlerweile ein jeder, Mann!“
„Da hast Du verdammt recht, Mann!“
„Na also, sag ich doch!“ Und Blacky begibt sich wieder in Entspannungs-Modus und macht einen tiefen Schluck aus der Dose.
Blondy wendet sich indes erneut dem Arzt zu, versucht Gedanken zu lesen, merkt aber nur, daß die Mauer wacklig und brüchig geworden ist, gegen die er geprescht ist. Befriedigend, aber nicht genug. Er zutzelt an seinem Glimmstengel wie an einer Lutsche, dann schnellt er mit seinem Kopf wieder vor - nah bis wenige Zentimeter vorm Arztkopf.
„Seitdem wir mit 16 in der Scheißmaloche stecken, hat man uns gesagt: Sozialbeiträge fürs Alter entrichten. Hä! Wofür? Für den Sozialstaat. Wo ist er denn jetzt? Wo, wenn man ihn schließlich braucht? Dann, wenn man in der Scheiße sitzt? Ans Alter dürfen wir gar nicht denken. Werden es sowieso nicht! Steckst Du aber in der Scheiße, dann hilft Dir keine Sau. Bezahlen heißt es jetzt wieder. Blechen, daß man krank sein darf, daß man ärztliche versorgt wird, im Krankenhaus behandelt und operiert. Aber wehe, Du bist krank, dann überlegst Du Dir es zweimal: lass ich mich einweisen oder nicht, oder besser, kann ich es mir noch leisten oder nicht? So sieht's aus!“
Wieder nuckelt er an seiner Zigarette, fischt sich aus seiner Tasche eine Schachtel mit Pillen und wirft sie sich ein.
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pentz
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BeitragVerfasst am: 30.01.2022 19:47    Titel: 3. Nichts ist zu hoch, wenn man unten liegt... pdf-Datei Antworten mit Zitat

Blacky flüstert Blondie etwas ins Ohr.
„Bei dem ist mehr zu holen! Denk nur mal an die Fotos, äh, die Aufnahmen, die wir haben.“
Blondy denkt einige Sekunden angestrengt nach, bevor er bedächtig grinsend nicken kann.
„Kapiert!“
Aber klar, diese Bilder sind Gold wert. Und klar, es ist kaum anzunehmen, daß diese geile Schwanzlutscherin seine Ehefrau ist. Wo gibt's das, daß Ehepaare in ihren piekfeinen Autos Sex miteinander haben? Dazu haben sie ihre großflächigen Schlafzimmer- oder lila-blaß-blauen Himmelbetten.
Die beiden werden jetzt eiligst dazu aufgefordert, das Auto zu verlassen und die Geiselnehmer präsentieren sich damit deutlich.
Blondy hat dünne, strähnige Haare, die ihm ungekämmt in Stirn und Gesicht hängen, während er eine richtige große Tonsur hat, fast eine Platte - ungewöhnlich für so einen jungen Kerl. Sein wildes Erscheinungsbild ängstigt unversehens, könnte ein derartig ungewöhnlicher Haarausfall dort, wo das dafür zuständige Organ ruht, doch Zeichen eines Psychopathen sein.
Aufgrund des anderen borstigen Dreitagebarts in einem kugelrunden, großen Schädel ist von diesem zunächst nur Augen und Stirn zu sehen, dann aber fällt die platte Nase mit zu großen Nasenlöchern auf und dessen Stirnnackigkeit, da der Kopf übergangslos in die Schultern hineingeht, sprich kaum einen Nacken sehen lässt. Sein Anblick ist aggressiv, wütig und verhalten explosiv und Zuckungen an Händen und Armen offenbaren seine unterdrückte Nervosität und Angespanntheit.
Blondy fordert den Arzt auf, auszusteigen und als geschehen, dreht er ihn um und biegt ihm die Hände nach hinten. Dieser schreit schmerzhaft auf. „Damit Du spürst, was auf Dich zukommen kann, wenn Du Muckser machst!“ „Ja, ja, keine Gefahr!“, stammelt der Leidtragende. „Dann ist gut, Doktorchen!“
Blacky nimmt sich die Frau vor.
Er öffnet den Verschlag, hilft der Dame jedoch nicht beim Aussteigen, sondern tritt einen Schritt zurück, um diese in ihrer ganzen blühenden Erscheinungsform besser beobachten zu können, als sie mit den Beinen zuerst aus den Auto steigt und er noch befiehlt: "Hure, steig aus!" Erschrocken tut diese wieder die Beine zurück, eine Geste, die besagt, dass sie das Gegenteil dessen, was ihr befohlen worden ist, machen will. Dabei geschieht dies aus einen Schreckmoment heraus. Für Blacky aber Grund genug, regelrecht vorzustechen, sie an den Händen zu packen und aus dem Auto zu zerren.
"Dir werd' ich's zeigen!"
Aus dem Fahrzeug heraussen schleudert er sie so stark weg, dass sie in den parkplatzbegrenzenden Sträuchern landet, ein Glück, denn damit fügt sie sich nur Schürfwunden zu und nicht härtere Belessuren vom kruden Asphaltboden.
Blacky kümmert sich inzwischen um das offene Verdeck: "Wo muss man hier drücken?", und er fuchtelt an der Konsole erfolgreich herum. Mit den Autoschlüsseln schließt er das gute Stück ab und behält diesen bei sich.
Daraufhin marschieren sie im Gänsemarsch los. Es geht quer durch den Wald, einen Weg entlang, der nach unten führt, kurz vor einen kleinen Tunnel, der unter den Bahngleisen hindurchführt.
„Jetzt müssen wir uns die Hände geben, sonst könnte einer verlorengehen in den dunklen, schwarzen Schacht. Haha!“
Blondys ekliger Lacher fährt durch Mark und Bein.
„Und nun wie die Gänse hintereinander aufgestellt! - Schön! - Im Gänsemarsch, los! - Macht Euch jetzt ein bißchen kleiner!“, ist die letzte Verkündigung, bevor sie das schwarze Loch verschluckt. Händereichen, Gänsemarsch und Kleinermachen sind hilfreich, ist es doch dortdrinnen eng, niedrig und stockdunkel.
„Passt auf, daß ihr nicht auf der Kacke ausrutscht!“
Ist das ernst gemeint oder ein derber Scherz?
Nein, denn schon befinden sie sich inmitten eines bestialischen Urin- und Fäkaliengestanks, der beißend in die Nase greift. Richtig gefährlich sind aber die schwarzen, kohle- und granitartigen feuchten Gesteinsbrocken, die außerhalb die Bahndämme und hierdrinnen den Boden belegen und da zudem die Wände tropffeucht sind, kann man leicht ausrutschen, weil nicht festhalten und sich ernsthaft verletzen.
Die Abenddämmerung schützt vor unliebsamen Fragen von Fußgängern, sollten sie welchen begegnen. Nicht der Fall, ist doch Freitagabend, die Leute sitzen jetzt am Abendtisch, vor den Abendnachrichten und versuchen sich von der Arbeitswoche zu entspannen. Folglich treffen sie auf niemanden. Hinzu kommt, daß es schnell geht, liegt doch das Zielobjekt, ein Familienhaus aus den 40ern, fast direkt am Bahndamm und keine 50 Meter entfernt vom kleinem Tunnel. Eine ungepflegte, kaum geschnittene Hecke umgibt einen nicht minder vernachlässigten Garten, so daß das Haus vom Gehweg aus kaum einsehbar von der Außenwelt abgeschottet ist. Im Eingang, einer Tür, worauf ein paar Treppen führen, verschwinden die vier im kleinen Familienhaus. Idyllisch anzusehen ist dieses Refugium schon, sieht man zum Beispiel im Garten eine alte, schäpse Hundehütte, einen windschiefen, alten Geräteschuppen, ein verfallenes Treibhäuschen aus Plastik und verunkrautete, vernachlässigte, ungepflegte Beete. Ein wahres Biotop. Allerlei nicht entsorgtes Gerümpel, ausrangierte Möbel und undefinierbare Gegenstände liegen verstreut herum. Anders gesehen: Eine bleierne Stagnation hat über diesen Privatbesitz sein eisernes Mäntelchen gebreitet und im festen Griff.
Man geht nicht fehl, vom Außen aufs Innere zu schließen. Es ist zwar gemütlich, nachgerade durch das Durcheinander von verschiedensten, nicht zusammenpassenden Möbelstücken, die zwar schäbig und auf ein geschmackvolles Auge beleidigend wirken, aber gewiß nicht steif, eckig und kahl. Wäre vielleicht nur nicht das verkrustete ungewaschene Geschirr, und die verbogenen, gebrauchten und muffelnden Pizzaschachteln und die bis über den Rand herausquellenden Eimer für Papier, Bioabfall und Sondermüll, hätte man es noch als idyllisch, gemütlich und romantisch betrachten können, so aber...
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pentz
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BeitragVerfasst am: 31.01.2022 14:37    Titel: 4. Wer keine Wahl hat, hat die Qual... pdf-Datei Antworten mit Zitat

Blondy ging nach Betreten der Wohnung stracks in die Küche zum Kühlschrank, fischte sich ein Sechser-Pack Bier heraus, riss die Plastikhülle ab, entlaschte eine Dose, spülte den Inhalt in einem Zug hinunter und griff sich die nächste. Die Dritte folgte sogleich und dann trat er mit dem Rest Bierdosen an den großen Tisch inmitten des Raums, um sie dort abzustellen. Daraufhin ließ er sich in einen Sessel plumpsen, die Füße auf den Tisch gelegt.
Sein Partner hatte unterdessen die Geiseln einfach in die enge Rumpelkammer, die in diesem Küchen- und Wohnraum eingelassen worden war, geschoben, verstaut und eingesperrt. Vorerst - das konnte nur ein Provisorium darstellen.
Nun überlegten beide beim Blechdosenbiertrinken das weitere Vorgehen.
Nur wurden sie dabei von den Gefangenen gestört, die mit ihrem neuen Asyl nicht zufrieden waren, da sie immer wieder an die Tür der Rumpelkammer stießen und maulten, daß es hier so düster und eng sei.
„Der Arzt wünscht ein Fünf-Sterne-Hotel!“, sagte Blondy sarkastisch.  
„Ja, das kann er haben!“, und Blacky stand auf, ging zur Seitenkammer und schlug mit den Füßen gegen die windige Holztür.
„Haltet Eure Fresse, ihr Blödmänner und, äh, -frauen. Sonst könnt ihr etwas erleben!“
Sofort war Ruhe.
Blacky zeigte kein bißchen Mitgefühl: „Die treten sich wohl auf die Füße?“
„Na, wie sehr die auf vertrauten Fuß miteinander verkehren, ist das kein Unglück!“
„Ohoho!“, stießen sie darüber mit den Blechdosen an.
„Auf die fette Beute!“
„Und die kommende Ausbeute!“
Danach verfielen sie ins Nachdenken.
Blondy kriegt jetzt Katzenjammer: "Scheiße, dass der Arzt soviel Pinke-Pinke in der Hosentasche mit sich herumschleppen muß. Da wird man ja zum Diebstahl gezwungen!"
Blacky gefällt das gar nicht.
"Wie meinst das?"
"Naja, ich weiß auch nicht."
"Willst nen Rückzieher machen, Blödmann! Denk mal an den Batzen Geld. Stell Dir vor, wie sich das anfühlt, wenn Du es in Händen hälst!"
"Ja Mann, das ist es eben!"
"Hä!"
Aber mit Blacky ließ sich schlecht philosophieren, wenn man so sagen darf. Die einzige Erkenntnis, der sie schließlich habhaft wurden, war: die Würfel waren gefallen.
Dann begannen sie die verschiedenen, vielfältigen Umstände, die mit so einer Entführung und der zwangsläufigen Erpressung zu bedenken waren, zu bedenken.
Allmählich wurde ihnen klar, daß sie viel zu wenig forderten: „He, 1000, was ist das schon? Für die Fuzis da. Wir sollten 500 000 verlangen!“
„Oha, das sollten wir!“
Die Frau des Arztes solle es beischaffen. Selbst wenn sie zögere, bei der Höhe der Knete war von auszugehen, dann würde ihr der Arzt schon Beine machen. Und wenn nicht, ein bißchen Druck würde dem schon Vorschub leisten. „Schließlich, der hat bestimmt das Zepter in der Hand!“
„Du sagt es!“
Anderes konnte sie sich nicht vorstellen. Eine Ehefrau, die das Sagen in der Ehe hatte – bei einer Arztehe – eh, da war doch wohl ganz klar der Arzt der King.
Und so würde er schon tun, wie geheißen. Was blieb ihm schließlich übrig? Daß seine Gemahlin von der Nebenbuhlerin erfuhr?
Sie lachten bei dieser Vorstellung heftig: „Auwei!“ Nicht einmal Gewalt würden sie anwenden müssen. Man bedenke die Sprengkraft dieser Pics, dieser Bilder mit Sexszenen – eh, zu kompromittierend! Welcher Involvierte würde zu einer Veröffentlichung dazu gleichgültig stehen?
Bedenke man der Konsequenzen!
Die Öffentlichkeit!
So ein Arzt steht im Zentrum der Öffentlichkeit. Was gebe es da für ein Gerede und Getratsche. Nein!
Und seine Ehefrau erst! Scheidung wird sie wollen, ganz klar! Oder auf jeden Fall wird das weitere Eheleben eine Hölle werden. Nee, nee, eine derartig gestörte Beziehung einer Ehe zu führen, wird auf Dauer zu schmerzhaft und stressig werden für ihn. Der wird parieren und alle Hebel in Bewegung setzen, um dieser Hölle zu entgehen: „Worauf Du Gift nehmen kannst!“
„Prost!“
Sie stoßen auch deshalb immer wieder an, um Zeit zu gewinnen, weiterdenken zu können. Ganz so sicher sind sie sich doch nicht. Und das Denken fällt ihnen schwer. Wundert es in ihrer Lage? Die Kompetenzen für eine Erpressung mußten auch erst erworben, erarbeitet und erdacht werden. Die Fähigkeiten dazu würden niemanden in die Wiege gelegt.
Man plant, das Lösegeld in den leerstehenden Mercedes Benz Cabriolet deponieren zu lassen. Die Frau muss die halbe Mille Euro von der Bank abheben, das Geld zum Auto transportieren und in diesem ablegen, woraufhin sie verschwinden muss. Danach werden sie sich das Geld holen. Daraufhin werden Krankenschwester und Arzt freigelassen. Wenn der Arzt zur Polizei gehen wird, werden die Bilder überall, wo es sinnvoll und weniger sinnvoll erscheint, veröffentlicht. Der Arzt hat keine Chance, die Bilder zu löschen, unwiederbringlich zu löschen. Diese sind millionenfach kopierfähig. Keine Chance für diesen. Hält er ruhig, dann ist es nicht notwendig, die Pics zu verbreiten. Damit wären sie vor einer Polizistenverfolgung sicher.
Der Arzt und seine Familie werden das Geld locker aufbringen können, mit Sicherheit. Die Beschaffung der hohen Summe stieß auf kein Bedenken, solch ein Arzt hat Kohle ohne Ende und die Familie und Verwandtschaft wird schon ein bißchen nachhelfen, sollte es nicht reichen.
Das waren die Konditionen, Bedingung, Umstände.
Nun kam der Zeitpunkt, daß er dazu angehalten werden mußte, seiner besseren Ehehälfte den Auftrag zu erteilen, das Geld zu besorgen.
„Angehalten“ ist ein bißchen zu sanfter Ausdruck. Deckt sich dieser nämlich damit, daß er jetzt rüde aus der Rumpelkammer gezogen wird, so, daß gleichzeitig ein Besen und der einfach kunterbunt zusammengewürfelte Inhalt samt eines Staubsauger mit herausfällt? Hinterher kommt die Krankenschwester herausgerutscht, die über diese Dinge rutscht und vor ihnen auf dem Boden landet.
„Wer hat gesagt, daß Du rauskommen sollst?“
Blondy ist über das Verhalten der Krankenschwester verärgert, zieht sie in seiner Wut nach oben und stößt sie in eine Ecke.
„Bleib dort und halt still, Schlampe.“
Dann nehmen sie den Arzt ins Kreuzverhör.
Blacky schildert die Bedingungen der Erpressung.
Der Adressat hört sich die Konditionen stumm an und als ihm schließlich sein Telefon in die Hand gedrückt worden ist, tippt er gleich drauf los, eine Geste, ein Verhalten, so ohne Widerspruch,- vielleicht, eh, das ist aber zu viel Geld, was sie verlangen - stößt doch auf Mißtrauen.
Blacky entreißt ihm wieder das Gerät.
„Weißt Du!“, sagt er zum Blonden. „Ich glaube, für den sind 500 000 ein Pappenstiel."
Der Blonde zieht die Augenbrauen hoch.
„Laß uns einfach verdoppeln. Wir können, wenn's wirklich zu viel ist, immer noch heruntergehen. Immer mehr verlangen zunächst!“
Der Blonde verzieht den Mund um einen breiteren Grad.
„Wie verdammt Recht Du doch hast! Erst Maximalforderung, dann wird man sehen.“
Der Arzt zeigt im Ansatz Gesten des Protestes, verstummt aber sofort wieder, als er die  Faust des Blonden vor seiner Nase sieht. Blondy gefällt seine Pose. Er lächelt über die unverhoffte Macht seiner Gestik.
Die Krankenschwester in der Ecke hat alles mitbekommen, verzieht ein verächtliches Gesicht und begeht den Leichtsinn, daß sie wegwerfend dazu schnaubt. Hat sie den Eindruck gehabt, man würde sie hier behandeln, als existiere sie nicht, zumindest spielte keine  Rolle, was zwar insofern stimmte, als sie nicht das begehrenswerte Objekt der Erpressung war, so entging ihr, daß sie ständig sehr aufmerksam von jemanden beobachtet wurde.
Blacky geht zu ihr hin und scheuert ihr eine wortlos.
Blondy guckt erstaunt auf, will etwas sagen, kann sich aber seine Worte sparen, weil er kapiert.
Dem Arzt wird mit der neuen Forderung wieder das Gerät gereicht. Er tippt einige Zeit herum.
„Hast Du endlich gemailt!“
„Ja, ja!“
„Worauf wartest Du dann noch. Gib das Gerät her!“
„Aber wir müssen noch auf die Antwort meiner Ehefrau warten.“
„Hm. Du hast Recht.“
„Hast Du geschrieben, sie soll keine dummen Fragen stellen!“
„Ja, hab ich.“
„Na, dann dürfte es ja keinen Ärger geben. Du hast doch die Hosen an in der Ehe oder?“
Der Arzt war begriffsstutzig: „Wie bitte!“
„Ich habe gefragt, wer bei Euch in der Familie die Hosen anhat: Du oder Deine Frau?“
„Äh, das kann man so nicht beantworten...“, sagte er zunächst, bis er kapierte, mit wem er hier zu tun hatte. Beschränkte, einfach dumme Leute.
„Ja, ich natürlich!“
Der Blonde lachte. „Na, also!“
Und schon kam ein Piepton.
Der Arzt, noch ein bißchen verdutzt über diesen Dialog, reagierte nicht sogleich, so daß ihn Blondie darauf hin stieß. „Schau schon nach, was Deine Alte geschrieben hat!“
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pentz
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BeitragVerfasst am: 01.02.2022 13:32    Titel: 5. Pornos sind die besten Erpressungsmittel pdf-Datei Antworten mit Zitat

Er las die Nachricht vor. Sie könne nicht so viel bezahlen, am Montag würde sie zur Bank gehen und schauen, was machbar ist.
Blondy schrie laut auf. „Der werden wir Beine machen. Geb mir Dein Smartphone her!“ Der Arzt wusste, was auf ihn zukam und schrie: „Nein!“
Blondy riss es ihm einfach aus den Händen: „Aber doch. Du wird Augen machen, wenn sie ihren Ehemann in einem Porno sieht! Haha!“
Der Arzt sank auf einen Stuhl, biß sich auf die Lippen, biß sich in die Finger, aber alles nützte nichts, da blieb ihm nur übrig, versteinert mitzuverfolgen, wie sein Schicksal, das des Ehebrechers, langsam aber sicher vorbereitet wurde und sich vollzog.
Blondy ging zu einem Schreibtisch, schaltete seinen Computer an und verkabelte das portable Gerät mit dem Rechner. Es waren wohl nicht einmal fünf Minuten, bis er mit der Übertragung des Videos, der Bearbeitung mit einem Schnitt-Programm, der Uploadung auf eine Website für Videofilme und auch mit der Zurückübertragung aufs SmartPhone fertig war.
Als er zurückkam, sagte er lapidar und bestätigte, was man vermutet hatte, dass er nämlich das Video vom Smartphone auf dem Computer bearbeitet, geschnitten, verkürzt, zum einen dann auf eine Plattform im Internet und zum anderen einen Teil auf des Arztes Handy geladen hat: „Das genügt erst einmal Deiner Etepetete-Ehefrau. So – und ab der Porno!“
Dann überreichte er wieder dem Arzt sein Gerät mit den Worten: „Warten wir mal ab, was die geliebte Ehefrau dazu sagen wird.“
Dem Arzt war es ziemlich schwummelig zumute.
Blondy sagte, was Sache war: „Zum anderen ist dieser tolle Porno auf einem Plattform im Internet installiert. Jeder, der's wissen will oder muß, Zeitungen, Verwandte, Kollegen im Krankenhaus können so mit einem Link diesen tollen Spielfilm jederzeit überall anschauen. So, jetzt wird’s wirklich keine Probleme mehr geben, oder was hat der Chefarzt dazu zu sagen?“
Dieser nickte nur betrübt und stumm dazu.

Inzwischen schauten sich die Ehefrau und ein zufällig bei ihr anwesender Neffe des Arztes, der übrigens Polizeibeamter war, das Video an.
Der Kopf eines Mannes ist zu sehen, der auf einer Autokopfstütze nach hinten mit geschloßenen Augen gelegt ist. Dieser Schädel bewegt sich in voller Lust von links nach rechts und zurück, während er, was nun durch einen Zoom ersichtlich wird, mit den Händen einen blonden Frauenkopf berührt, um nicht zu sagen hin und her dirigiert. Man ersieht aus einer weiteren Perspektive, dass beide, Mann und Frau, sich in einem geräumigen Automobil befinden, da nach dem Kopf nun der Unterkörper der Frau allmählich sichtbar wird, sowie sich der Videoausschnitt langsam verbreitert und dann plötzlich fährt die Frau in einer heftigen Bewegung aus dem Ausschnitt. Übrig bleibt allein und für sich der aufrecht-stehende Penis des Mannes, aufgeplustert und wie ein Pendel hin und her vibrierend. Da der Mann nicht sofort reagiert, ist das stakende Ding einige langwährende Sekunden zu sehen, bis der Mann plötzlich den Kopf nach oben wendet und erschreckten Gesichtes direkt in den Betrachter starrt. Mit dem eingefrorenen Gesicht dieses voll in die Linse blickenden Mannes, über dessen Identität nach zehn Sekunden stehenden Bildes kein Zweifel mehr besteht, endet der Video.
Blacky, ein Hobbyfilmer verstand sein Handwerk, zumindest dieses zehn Sekunden eingefrorene Bild bildete die beeindruckende Krönung seiner Video-Schnitt-Fertigkeiten. Neben dem Know-How war die Tatsache der Idee zutiefst beeindruckend: nicht jeder käme auf eine solche Idee.
Dieser Video mit diesem fatalen Ende verfehlte also keineswegs seinen Zweck. Wollte man bei den fahrigen, etwas unklaren Bildauflösungen, die dem billigen Camcorder zuzuschreiben waren, noch Zweifel über die Identität der Personen hegen, weil man es wollte und nicht wahrhaben wollte, so bestand jedenfalls über letzteres Bild nicht der grinste, sowie das Bild mit dem Konterfeit des Arztes eine gefühlte Zeit von 10 Sekunden vor des Betrachters Auge verharrte.
Die Ehefrau, die ihre Hände vors Gesicht schlug, stieß aus: „Dieses Schwein!“, wobei sie natürlich ihren Ehemann meinte. Der Neffe ihres Ehemann stieß aus: „Diese Schweine!“, wobei er die Filmemacher, Produzenten und Vertreiber dieses pornographischen Machwerks meinte.
„Was machen wir nun?“, brachte die Ehefrau, völlig aus den Wolken gefallen und nach Luft schnappend, heraus?
Der Neffe wusste Rat.
Natürlich kleinbei geben. Allein die Vorstellung, wer dies alles zu sehen bekommen könnte, war unausdenkbar. Der Ruf des Arztes, der Familie, ja der ganzen Sippschaft war in Gefahr. Letzteres drängte ihn dazu, auf die Ehefrau, der es nach Widerspruch, Nichtstun und Trotz zumute war, einzureden.
Letztlich gab die Ehefrau nach, fühlte sich denn doch letztlich  trotz dieses schamlosen Verrats ihres Mann als Ehefrau und, was wichtiger war, als Gattin des Chefarzt und erkannte, dass die Kompromittierung durch solche Bilder nicht allein auf ihren Mann zurückfallen würde. Zu sehr fühlte sie sich mit der Rolle als Chefarzt-Gattin, mit der Familie-Mutter, der Sippschaft-Schwägerin insgesamt verbandelt, verwoben und verschweißt, als dass sie hätte so handeln können, wie sie es gerne getan hätte. Sie war eine standesbewusste, bürgerliche Frau mit Achtung vor ihren und ihrer Familie Ruf.
So versprach sie mit der erfolgenden Sms-Antwort alle Hebel in Bewegung zu setzen, um die geforderte, allerdings schon sehr „happige“ Lösegeldforderung erfüllen zu können. Dies versprach sie. Natürlich versprach sie nicht, dass sie sie beschaffen würde. Sie glaubte, wie sie es ausdrückte, dass sie es könne.
Das passte Blondy ganz und gar nicht, aber was sollte er tun? Natürlich noch einmal kräftig in die Vollen langen und mit dem Wörst-Case drohen? Er entriss dem Arzt das Smart Phone und tippte etwas ein, dass er gleichzeitig laut vorlas: „Ich werde dieses Video in die ganze Welt versenden, das schwöre ich!“ Und Knöpfchen gedrückt.
„Ihr wollt doch sicher sehen, was ich verschickt habe. Da seht es Euch an.“ Er hielt das Gerät in die Höhe, während der Porno-Film lief, woran sich Arzt und Krankenschwester nun satt sehen konnten. Dann öffnete er wütend das Cassius des Händys, nahm die Telefonkarte heraus, zerdrückte sie und schmetterte das Gerät auf den Tisch, dass es in zig Einzelteile zerfiel.
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pentz
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BeitragVerfasst am: 02.02.2022 17:25    Titel: 5. Pornostars haben's schwer... pdf-Datei Antworten mit Zitat

Er las die Nachricht vor. Sie könne nicht so viel bezahlen, am Montag würde sie zur Bank gehen und schauen, was machbar ist.
Blondy schrie laut auf. „Der werden wir Beine machen. Geb mir Dein Smartphone her!“ Der Arzt wusste, was auf ihn zukam und schrie: „Nein!“
Blondy riss es ihm einfach aus den Händen: „Aber doch. Du wird Augen machen, wenn sie ihren Ehemann in einem Porno sieht! Haha!“
Der Arzt sank auf einen Stuhl, biss sich auf die Lippen, biss sich in die Finger, aber alles nützte nichts, da blieb ihm nur übrig, versteinert mitzuverfolgen, wie sein Schicksal, das des Ehebrechers, langsam aber sicher vorbereitet wurde und sich vollzog.
Blondy ging zu einem Schreibtisch, schaltete seinen Computer an und verkabelte das portable Gerät mit dem Rechner. Es waren wohl nicht einmal fünf Minuten, bis er mit der Übertragung des Videos, der Bearbeitung mit einem Schnitt-Programm, der Hochladung auf eine Website für Videofilme und auch mit der Zurückübertragung aufs SmartPhone fertig war.
Als er zurückkam, sagte er lapidar und bestätigte, was man vermutet hatte, dass er nämlich das Video vom Smartphone auf dem Computer bearbeitet, geschnitten, verkürzt, zum einen dann auf eine Plattform im Internet und zum anderen einen Teil auf des Arztes Handy geladen hat: „Das genügt erst einmal Deiner Etepetete-Ehefrau. So – und ab der Porno!“
Dann überreichte er wieder dem Arzt sein Gerät mit den Worten: „Warten wir mal ab, was die geliebte Ehefrau dazu sagen wird.“
Dem Arzt war es ziemlich schwummlig zumute.
Blondy sagte, was Sache war: „Zum anderen ist dieser tolle Porno auf einem Plattform im Internet installiert. Jeder, der's wissen will oder muß, Zeitungen, Verwandte, Kollegen im Krankenhaus können so mit einem Link diesen tollen Spielfilm jederzeit überall anschauen. So, jetzt wird’s wirklich keine Probleme mehr geben, oder was hat der Chefarzt dazu zu sagen?“
Dieser nickte nur betrübt und stumm dazu.

100 Kilometer entfernt, schauten sich die Ehefrau und ein zufällig bei ihr anwesender Neffe des Arztes, der übrigens Polizeibeamter war, das Video an.
Der Kopf eines Mannes ist zu sehen, der auf einer Autokopfstütze nach hinten mit geschloßenen Augen gelegt ist. Dieser Schädel bewegt sich in voller Lust von links nach rechts und zurück, während er, was nun durch ein Zurückfahren und Vergrößern des Bildausschnitte ersichtlich wird, mit den Händen einen blonden Frauenkopf berührt, gleichsam ihn hin- und herdirigierend. Da der Ausschnitt sich weiter vergrößert, ersieht man aus dem nun größeren Abstand, daß beide, Mann und Frau, sich in einem geräumigen Automobil befinden. Nach dem Kopf des Mannes ist nun auch der Oberkörper der Frau sichtbar, Kopf und Rumpf, aber plötzlich fährt die Frau in einer heftigen Bewegung aus dem Ausschnitt, ohne ihr Gesicht diesem zuzuwenden, als habe sie geahnt, daß sie im Fokus einer Linse stünde. Damit wird das Bild freigelegt für den aufrecht-stehenden, aufgeplusterten, nahezu berstenden, hin und her pendelndem Ständer. Da der Inhaber dieses beeindruckenden Gliedes nicht sofort reagiert, ist das stakende Ding einige langwährende Sekunden zu sehen, bis dessen Kopf sich plötzlich nach hinten beugt und nach oben stiert, um ein erschrecktes Gesicht dem Betrachter direkt anzubieten. Mit diesem Gesicht vollen Blickes in die Lines, gefriert das Bild zehn Sekunden, wonach über die Identität dessen kein Zweifel mehr besteht.
Das Ziel hiermit erreicht, endet schließlich auch das Video.  
Blacky, ein Hobbyfilmer, verstand sein Handwerk: das zehn Sekunden eingefrorene Bild bildete einen beeindruckenden Schlußpunkt. Die fahrigen, unscharfen Bildauflösungen waren nur auf den billigen Camcorder zurückzuführen. Jedenfalls mit dem Schlußbild könnte man über die Identität der Personen keinen Zweifel mehr hegen.
„Dieses Schwein!“, stieß die Ehefrau, die Hände vors Gesicht geschlagen, aua. „Diese Saubande!“, stieß hingegen der Neffe des Ehemanns aus, wobei ein Hauch von Beeindrucktsein mitschwang.
„Was machen wir nun?“, brachte die Ehefrau, nach Luft schnappend, heraus?
Der Neffe wusste Rat. Er war schließlich Experte.
Natürlich kleinbei geben. Allein die Vorstellung, wer dies alles zu sehen bekommen könnte, war unausdenkbar. Der Ruf des Arztes, der Familie, ja der ganzen Sippschaft war in Gefahr. Letzteres drängte ihn dazu, auf die Ehefrau, der es nach Widerspruch, Nichtstun und Trotz zumute war, einzureden.
Die Ehefrau war eine gesetzestreue Bürgerin und schaute ihren Verwandten unmißverständlich skeptisch an: "Findest Du?" Er mußte jetzt die Zweifel zerstreuen.
"Wir wissen nicht genau, ob es Profis oder Laien sind. 90 Prozent von Entführungen gehen auf Letztere zurück. Gelegenheitsgauner." Das war an den Haaren herbeigezogen, erfüllte aber seinen Zweck.
Die Ehefrau gab nach. Trotz des schamlosen Verrats ihres Mann blieb sie Ehefrau. Damit blieb sie auch Gattin des Chefarzt. Zu sehr fühlte sie sich mit der Rolle als Chefarzt-Gattin, mit der Familie-Mutter, der Sippschaft-Schwägerin insgesamt verbandelt, verwoben und verschweißt, als dass sie hätte so handeln können, wonach ihr Herz drängte und rief.
"Die Lösegeldforderung wird erfüllt. Allerdings erst am Montag, spätestens Dienstag."
Nach dieser SMS-Botschaft stieß sie aus: "Das wird happig werden. Das ist eine Menge Geld!"
Der Polizist sagte: "Ja, da muß schnellstens der Familienrat zusammentreten. Da werden wir alle zusammenlegen müssen."
"Das wird für jeden schmerzlich werden!"
"Du sagst es!"

Blondy passte die Vorstellung Dienstag gar nicht. Das waren drei volle Tage. Aber was soll's, das müßte in Kauf genommen werden.
"Bis Dienstag!", grummelte er. "Da beißt die Maus keinen Faden ab!"
"Hä? Welche Maus?"
"Das sagt man halt so, wenn..."
"Red Deutsch mit mir!"
"Das ist Deutsch!"
"Hä!". Ein zorniger Blitz streifte Blondy.
"Ach, vergiß es!"
Plötzlich wurde er von Blacky am Kraken gepackt: "Wenn Du mich verarschen willst, dann.."
"Nein, nein!"
"Das hätte ich Dir auch nicht geraten!"
Dann ließ er wieder los.
"Ist ja gut, ist ja gut!"
Verärgert über Blackys Demütigung entriss er dem Arzt das Smart Phone und tippte etwas ein, wobei er gleichzeitig laut ausrief: "Dieses Video wird andernfalls in die ganze Welt versendet, das schwöre ich!“ Und Knöpfchen gedrückt. Aha, das, was er so laut geäußert hatte, war gleichzeitig der Inhalt der SMS-Nachricht gewesen.
„Ihr wollt doch sicher sehen, was ich verschickt habe. Da seht es Euch an.“
Für Arzt und Krankenschwester gab es eine Sondervorführung ihrer pornographischen Leistung. Dazu hielt er das Gerät in die Höhe, damit es von allen gut sichtbar gesehen werden konnte und woran sich Arzt und Krankenschwester satt sehen konnten. Bei letzterem Bild hielt er dieses dem Arzt regelrecht kurz vor die Nase.
"Und das ist meine geniale Idee gewesen. Damit Ihr es wisst!"
Und noch ein paar Zentimeter näher rieb er den Protagonisten die Aufnahme unter die Nase.
"Und das sollt Ihr nicht vergessen, dieses Bild. Damit ihr wisst, was hier gespielt wird!"
Dann öffnete er wütend das Cassius des Händys, nahm die Telefonkarte heraus, zerdrückte sie und schmetterte das Gerät auf den Tisch, dass es in zig Einzelteile zerfiel.
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pentz
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BeitragVerfasst am: 02.02.2022 17:40    Titel: 6. Langeweile gebiert Ungeheuer... pdf-Datei Antworten mit Zitat

Nunmehr blieb ihnen nichts anderes mehr übrig, als auf die Geldübergabe zu warten. Es könnte sich schon ein bißchen hinziehen. Eine halbe Million waren keine Peanuts. Sie hatten natürlich damit gerechnet, dass eine solche hohe Summe nicht einfach aus einem Geldautomaten zu ziehen war und also dazu ein Bankangestellter konsolidiert werden mußte. Und wann war das möglich? Wahrscheinlich nicht bis vor Dienstag, wenn's gut lief. Genau, wie die Frau des Arztes gesagt hatte.
Alles war ihm grünen Bereich. Geduld war da angesagt. Geschlagene zwei, drei, vier Tage, Herumgesitze, Auf-die-Geiseln-Achtgeben Lauter lästige Dinge! Dinge, die die beiden am wenigsten hatten.
„Mann, mir wird jetzt schon stinklangweilig, wenn ich an die drei, vier Tage denke, die auf uns zukommen!“
Die beiden stehen unschlüssig herum, sie müssen nun warten; aber es stellt sich die schwierige Frage, wie mit den Geiseln unterdessen zu verfahren sei.
Des Dunklen Blick fällt auf die Krankenschwester.
Diese ihre weiße Schulterblöße!?
Die Aussicht, einige Tage mit dieser hier verbringen zu müssen, irritiert ihn.
Über ihre Schulter zieht sich der Gummihalter des BH.
Er wird krebsrot und wendet den Blick ab. Die Krankenschwester zieht schnell die Bluse über die Blöße.
Der Dunkle schaut wieder hin, wird sich seiner Befangenheit gegenüber dieser legeren, weißhäutigen, locker bekleideten Frau bewußt, was ihn ungemein ärgert und erbost. Wie konnte so etwas Verworfenes eine so starke Macht und Ausstrahlung auf so einen integren, ehrlichen, sittenstrengen Menschen wie ihn haben?
„Was machen wir mit der Hure? Die hat uns sowieso keinen Nutzen!“ Er hat diese Worte mit von verzerrten Unterlippen untermauerten Ton der gekränkten Verachtung ausgestoßen.
Der Blonde lachte: „Im Garten vergraben!“ Dass dieser also locker und ohne weiteres auf sie verzichten konnte, bewies, dass er sich im Gegensatz zu seinem Partner in keinster Weise von dieser attraktiven Frau angesprochen fühlte. Sie war ihm offensichtlich völlig egal. Das sollte sich ändern.
Das Objekt des Gesprächs bekommt jedes Wort mit. Entsetzt schaut sie ins Gesicht des Arztes, dieser, heilfroh seine eigene Haut retten zu können, wendet schnell den Blick ab und senkt ihn gen Boden. Nur kein unnötiges, belastendes Mitleid empfinden.
Dann richtete die Krankenschwester einen hilfesuchenden Blick durchs Fenster nach draußen. Nützte dies was? Wenn jetzt ein Passant, eine Person, ein Mensch am Gartenzaun vorbeigeht? Schreit sie laut um Hilfe, würde nicht ein Wort durch die Wände bis nach draußen auf dem Bürgersteig dringen. Vergebliche Mühe. Sie saß gefangen wie eine Maus im Käfig. Eine graue Maus. Eine kleine, graue Maus. Die man nur an eine Katze sinnvoll verfüttern konnte. Ansonsten vielleicht tot und verreckt auf dem Misthaufen werfen, wie dieser Blonde schon angedeutet hatte.
„Ich schlage vor, wir verstauen den Arzt im Keller, Du weißt schon wohin...“
„Dort, wo Du immer den Hund ankettest!“
„Genau! Die Tussi kommt vorerst wieder in die Rumpelkammer!“
Das taten sie denn.
Der Arzt wurde im großen Kellerraum gesperrt, in dem an der Wand eine Hundekette mit eiserner Halskrause befestigt war. Diese Halskrause legte man um seinen Hals. Verschlossen wurde sie mit einem Schlüssel. Sicherheitshalber fesselte man noch seine Hände am Rücken mit einem Kabelband zusammen.
Die Krankenschwester wurde wieder in die Seitenkammer verfrachtet. Aber immerhin entfernte der Dunkle zum Beispiel den Staubsauger und auch einige Besen, so dass sie einigermaßen Platz hatte. Diese Rumpelkammer, mit einer selbstgezimmerten Tür versehen, bot immerhin Licht durch die Bretterschlitze und sie hatte dadurch auch etwas Sauerstoff. Vorteilhaft oder besser gesagt nachteilig wirkte sich nur aus, dass sie jedes gesprochene Wort in der Küche verstand.

Blondy kam eine Idee: „Du, die Tussi ist doch eine Krankenschwester!“
„Eh! Na und?“
„Na, wenn sie Krankenschwester ist, ist sie doch so etwas wie ein Pflegerin.“
„Kann schon sein!“
„Funkt es nicht?“
„Nein!“
Der Dunkle schaute etwas despektierlich über den Inhalt ihres Gespräches und gleichzeitig in Richtung des Objektes selbst, welche zur Rumpelkammer wies.
„Mann, wenn die so etwas kann wie Kranke pflegen, dann kann sie Dich doch auch pflegen oder halt waschen...“
„Bin ich eine alte Krücke oder was?“
„Mann, sei nicht empfindlich. Darum geht es doch nicht. Du bist natürlich nicht alt und gebrechlich, ein Greis!“ Dabei lachte er dreckig. „Nein, trotzdem! Warum sich nicht von so einer Professionellen verwöhnen lassen...“
Dem Dunklen ging allmählich ein Licht auf.
„Genau, schnackelt's!“
Der andere schaute wieder Richtung Rumpelkammer. „Äha, ja, warum nicht...“
Blondie war schon auf dem Sprung, als er sagte: „Na also! Ich laß schon mal heißes Wasser in die Badewanne!“
„Eh, Mann, mach das!“
Die Krankenschwester hatte alles Silbe für Silbe mitbekommen. Ihr wurde zunächst entsetzlich übel im Magen und umklammerte einen Besenstiel. Sie begriff sofort, was auf sich zukam. Aber so eklig die Vorstellung war, kam sie allmählich zur Besinnung und zur Vernunft und dachte, es sei tausend Mal besser, als sich hier in der düsteren Rumpelkammer im beengten Raum zu verkrümmen, zu verkümmern und dahinzuvegetieren. Zudem eröffnete sich die Möglichkeit, hier herauszukommen und zu entfliehen. Dann ließ sie den Stil los, sie war also schon in 10 Sekunden bereit und wurde bereits am Arm gepackt und herausgezogen.
Ab ins Badezimmer in den ersten Stock.
„Wohin gehen wir?“
„Mädchen, spiel nicht die Ahnungslose! Du weißt genau, was auf Dich zukommt. Oder bist Du taub, he!“ Und er stieß sie unsanft in den Rücken, als sie die knarrende Bretterstiege und verschlissene Holztreppe hinaufstiegen.
Zunächst rechnete sie damit, es nun mit Blondie zu tun zu bekommen, was sie erleichterte. Nur nicht jenen düster dreinblickenden Burschen.
In der Badewanne dampfte bereits heißes Wasser und durch den dichten Wasserdunst schälte sich eine Gestalt heraus, die ihr den Atem nahm. Mit dem, der ihre Arme zwängte, wäre es ihr leichter ergangen, weniger gegen den Strich gegangen, erträglicher erschienen, dessen Körper zu waschen und alles Weitere, was sich wahrscheinlich nicht vermeiden ließ. Ausgerechnet der mürrische, unberechenbare, zur Geilheit und zur Gewalt, denn dies spürte sie instinktiv, neigende finstere Unergründliche!
Möglichst reibungslos, Augen zu und durch damit und als sie spürte, wie die Armklammer sich löste, tauchte sie in diesen heißen, feuchten, düsteren Nebel hinein, ergriff auf einem Schrankbord über der Wanne ein Stück Seife und Waschlappen, welchen sie anfeuchtete und beide Dinge gegeneinander rieb.
„Na, mach schon, Hure!“
Damit hatte sie nun nicht gerechnet, Empörung schoss wütig in ihren Kopf. Sie würde sich so etwas nicht gefallen lassen – dachte sie eine Zehntelsekunde – und machte sich gefügig an die Arbeit. Auf die nach vorne gebeugte Schulter klatschte sie den Lappen, scheuerte ihn ein und fuhr auf und ab, während der Bearbeitete versuchte Wohllaute zu unterdrücken.
„Stärker doch, Schnalle!“
Sie rieb über seine Borsten, als würde sie über ein Reibeisen hin und her fahren.
„Pass auf, dass Du mir nicht mein Halskettchen zerreißt.“ Genau, die dicke, goldene Kette am Hals, die war wichtig.
Sie goss Wasser mit der Duschspritze über seine nach Gel, Parfüm und Sonstigem riechenden, harten und stoppeligen Borstenvieh-Haare. Das Haarshampoo in die flache Hand gespritzt und schon wusch sie ihm gehörig den Kopf.
„Pass doch auf, Hure! Nicht zu hart!"
Die Worte lagen ihr auf der Zunge: „Was, ein bißchen Gefühl wäre nicht schlecht!?“ Ob er dies aber verstünde?
Danach spülte sie die dreckige Soße aus den Haaren.
Als sie den Duscharm auf den Seitenhalter legte, also dicht über ihn gebeugt war, fasste er ihren Kopf mit einer großen Hand und hielt ihn starr fest umklammert. Langsam bewegte er ihn in Richtung seines Schoßes herunter.
„Und jetzt zeig mal, was Du kannst, Weibstück!“
Gleichzeitig entstöpselte er die Badewanne und mit dem langsamen Absinken der Wasseroberfläche tauchte sein schmieriger, ekliger, krummer Schliegel unaufhaltsam auf wie ein Monster aus der Tiefe des Meeres.
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pentz
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BeitragVerfasst am: 03.02.2022 21:42    Titel: 7. Das Spiel noch einmal, nur schärfer... pdf-Datei Antworten mit Zitat

Unterdessen langweilten sich Blondy und Black immer unerträglicher. Geiselnahme war vielleicht ein schweres Geduldspiel, Mensch!
Bereist am nächsten Tag war die nervliche Anspannung über die Ungewissheit des Ausgangs der Entführung zum Zerreißen. Die Frage, was dann tun mit den Geiseln, wenn man das Geld hat, war sowieso jenseits des Denkbaren. Dies überstieg ihre Phantasie.
Was sollte sie da tun: die Freigelassenen wußten, wo die Geiselnehmer wohnten, wie sie aussahen, wie sie sprachen, dummerweise, sie hatten jede Vorsichtsmaßnahme vergessen zu ergreifen. Es würde keine Stunde dauern, bis die Polizei vor ihrer Wohnung stünde.
Voreilig und unüberlegt hatten sie gehandelt! Spätestens, als sie sie beim Capriolet in die Zange nahmen, hätten sie den Geiseln ein Tuch vor die Augen binden müssen, zudem noch etwas in die Ohren stopfen sollen. Aber jetzt war es zu spät!
Freilich, sie könnten sich noch rechtzeitig davon machen, nach Übersee, nach Amerika, wahrscheinlich ist Lateinamerika am besten, oder ein paar Jahre am Strand von Goa in Indien verbringen oder in Thailand, alle Ecken der Welt standen ihnen ja mit dem Lösegeld offen – aber das mußte eigentlich auch geplant werden, nicht wahr, so holter-di-polter abzuhauen, ging auch nicht, oder?
Und eben? Gab es nicht Interpol? Die sollen ja ziemlich fix sein, kein Wunder in der globalisierten Welt, in der wir lebten. Völlig ruhig und sicher würden sie es also nirgendwo haben.
Eins war zumindest klar: sie mußten so schnell wie möglich abhauen! Unverzüglich, und am besten auf dem geradesten Weg zum Flughafen, überhaupt keine Warte- und Überbrückungszeiten in Kauf nehmen, sondern so schnell wie möglich ab in den nächsten Flieger.
Wenn ohne Planung?
Wie aber mit den Geiseln verfahren?
Es durften, wie hieß das noch einmal, keine Kollateralschäden entstehen, dass etwa die Gefangenen nicht rechtzeitig entdeckt würden, verhungerten und das ganze Haus mit ihrem Leichengestank ausräucherten, nur zum Beispiel.
War es da nicht besser, sie irgendwo anderswo frei zu lassen?
Für sie, die Geiselnehmer spielte das keine Rolle, ihre Identität würde so oder so ans Licht kommen, nur zu beachten war, sich neben der Entführung und Erpressung nicht noch einige Morde aufzuhalsen.
Entführung war kein leichtes Geschäft! Auf ziemlich viel mußte geachtet, Rücksicht genommen, überlegt werden - wer hätte das gedacht? Sie waren schließlich ja eigentlich Entführer wider Willen, waren in diese Rollen gewissermaßen hineingerutscht, völlig unvorbereitet in die Bredouille geraten.
Aber sie waren nicht die einzigen in diesem Haus, die Sorgen plagten.
Am schlimmsten hatte es jemanden getroffen, dem ein körperliches Manko plagte, über das zu reden ihr schon unter normalen Umständen schwerfiel, hier nun selbst die Vorstellung, darüber zu sprechen, die Schamesröte ins Gesicht trieb. Das war schlimmer, glaubt man es oder nicht, als Enge, aneckende Gegenstände oder permanente aufrechte Stellung, zu der sie gezwungen war in der Rumpelkammer: ihre Zähne.
Seit Jahren rächte sich deren Vernachlässigung von Kindheit an. Ihre Familie hatte gemeint, wozu Zahnvorsorge und also in Schönheit investieren, wenn Frau später nur gut zupacken und Kinder gebären kann? Außerdem, jedes Familienmitglied hatte Zahnprobleme, trug spätestens mit Vierzig ein teilweise künstliches Gebiß und warum sollte es ihr besser ergehen? Nur spielten gute, ebenmäßige, weiße Zähne in der Stadt eine andere Rolle als auf dem Land.
Nun, solch eine Zahnprothese mit künstlichen Zähnen, die sie besaß, bedarf der Pflege. Das mindeste war, diese jeden Abend in eine Schatulle mit Spezialmittelchen zum Reinigen über Nacht legen.  
Wo sollte man dies hier tun? In der Rumpelkammer? Konnte man dies den beschränkten, zur Gewalt neigenden Entführern anmelden, die selbst nichts auf die Reihe kriegten und keinerlei Ordnungssinn zu haben schienen?
Sie warf einen Blick durch die Ritzen der Bretter, die die Rumpelkammer begrenzte, auf den ungewaschene Geschirrturm, den übergeqollenen Abfalleimern der Ecke und den hier und dort auf Boden, Tisch und Schrank herumliegenden Unrat und Müll.
Nein, die würden für Reinigung von künstlichen Zähnen kein Verständnis aufbringen.
Hoffentlich hatten sie mittlerweile genug von Sex. Ohweh, stellte sie sich vor, daß die jetzt wieder an sie herantraten, jetzt, nachdem sie schon eine Nacht nicht ihre Zähne hatte reinigen können und sie – schnief, schnief – bereits eine leicht miefige Ausdünstung aus ihrem Mund glaubte riechen zu können...
Sie betete nur, daß die Brüder hoffentlich mittlerweile genug vom Sex hatten.
Das war eine Fehleinschätzung.
Blacky hatte mittlerweile Blut geleckt.
„Komm, heute noch einmal!“
„Hä!“
„Die Hure!“
„Die Hure?“
„Du weißt!“
„Von mir aus!“
Eine eigenartige Stimmung lag im Raum.
Endlich schnallte es Blondy.
„Sofort?“
Blacky musste nicht einmal antworten.
„Na klar, eine Hure mußte jeden Tag richtiggehend durchgefickt werden, sonst fühlt sie sich nicht wohl. Wird grantig, launisch und hysterisch!“
„Stimmt auch wieder!“
Was sein muß, muß sein!
Perverse Phantasievorstellungen plagten Blacky und hielten ihn schwer im Griff. Zuerst stellte er sich vor, er zwinge sie auf die Knie und ließe sich dann einen blasen. Und dann, ja dann...  Klar, dann herumdrehen und von hinten ficken.
So sollte es kommen. Ach, aber wäre es nur dabei geblieben und wäre jener leicht scharf riechende Mundgeruch der Krankenschwester unentdeckt geblieben. Eine Menge Ärger, Verdruß und Mißhandlung hätte sie sich erspart.
Blacky, nachdem fertig, kickte mit seinen Knien sein Opfer derartig stark in den Hintern, dass es nach vorne auf die Hände fiel, sich zwar sofort am Boden herumdrehte, aber mit ihren gespreizten Beinen einen so verlockenden Anblick und Lockvogel bot, dass Blondie, der beim Zusehen schon ziemlich geil und fickrig geworden war, sich nicht mehr beherrschen konnte.
Er schob den schwer atmenden Dunklen rüde beiseite und quäkte: „Jetzt lass mich mal ran!“
Die Krankenschwester wollte schon wieder die Beine einklappen, aber Blondie warf sich rechtzeitig dazwischen und auf sie so, wir er sie erwischte, nämlich voll frontal. Seine Zähne gruben sich raubtiergemäß in ihren Hals, ihren Mund – oh, das hättest du sein lassen, Blondie – und er kriegte die versalzene Suppe voll in den Hals. Er sprang auf und zurück, wischte sich angewidert den Mund und rief, als hätte er sich mit Säure verätzt: „Igittigitt, die stinkt ja aus dem Maul wie die Pest! Bäh.“ Und er rannte hastig zum Bad, um schnellstens eine Mundspülung und Zähneputzung zu machen.
Der Krankenschwester war nur hochnotpeinlich.
„Ich muß meine Zähne eigentlich nachts pflegen. Ich habe künstliche Zähne. Die müssen jeden Tag gereinigt werden!“ Ihr war's so peinlich, dass sie vergaß die Peiniger mit gebührenden Worten zu bedenken, nämlich mit Beschimpfungen, die sie in Wahrheit verdient hatten, was schon alles besagt.
„Und Du willst eine Hure sein?“, pöbelte Blacky sie an. „Wäscht und putzt Dich nicht gründlich, stinkst zehn Meilen gegen den Wind aus dem Mund! Pah!“ Und er schlug ihr eine ins Gesicht. „An der mach ich mir doch die nicht die Hände schmutzig!“, und wendete sich angewidert von ihr ab.
Ab jetzt durfte natürlich diese verseuchte Person nicht mehr innerhalb des Wohnzimmers weilen, in der Rumpelkammer, wer weiß, was für Krankheiten sie mit sich herumschleppte, wenn sie sich schon nicht die Zähne putzte - obwohl Krankenschwester, völlig irrig, unverständlich und paradox, doch besonders reinlich sein müßten - also gehörte sie weit, weit weg gesperrt und isoliert und in Quarantäne, so weit es eben ging und das hieß: auch in den Keller, wie ihr ängstlicher, feiger, reicher Stecher.
Zuerst versuchte man sie auf die sanfte Tour in den Keller zu bugsieren, nämlich relativ dezent stupsend. Sie verlor aber, Schlimmstes ahnend, die Nerven, zumal auch ein paar Schläge auf den Kopf über sich erdulden müssend und flippte völlig aus.
„Ihr Blödmänner, ihr geilen Säcke, ihr Kanaillen! Ihr widerliches Pack, Abschaum, Gossenpisse...“
„Was, Du Stinktier, wagst es, uns zu beschimpfen!“ Blacky machte jetzt Nägel mit Köpfen. Er packte sie grob am Arm, bog ihn zurück und forderte Blondy auf, zuzupacken. Die Krankenschwester strampelte hysterisch mit den Füßen, schlug mit den Händen um sich, so dass die zwei gestandenen Kerle Mühe hatten, sie richtig zu fassen zu kriegen und fortzuschleppen. So wurde sie mehr schleifend denn tragend die betonerne, kalte, düstre Kellertreppe hinuntergeschleppt. Das hinterließ natürlich körperliche Spuren, die schmerzhaft waren.
Im Keller befand sich eine unterteilte Zelle, die, ähnlich wie die Rumpelkammer, von einem Holzgitter abgegrenzt war und dahinein warf man die Renitente kurzerhand. Das Vorhängeschloß am Riegel schnappte ein; vergeblich rüttelte die Verrückte mit den Händen daran; sie rief ihren Peinigern noch etliche beeindruckende Flüche, Schimpfworte und Drohungen nach, deren eine Landpomeranze fähig war – und die waren imposant.  
Die beiden Weggehenden blieben stehen.
Einer schaute in des anderen Gesicht.
Blondy pfiff anerkennend durch die Zähne und sagte: "Hör'der mal die an. Nicht schlecht, was!“
„Was denkst Du? Hast Du etwas anderes von einer Hure erwartet?“
Blondy, verdutzt, erstaunt und beeindruckt von der Humor- und Witzlosigkeit seines Partners nickte bedächtig und zuckte mit den Schultern: „Ja. Du hast Recht. Lassen wir der Hure ihren Spaß!“
Sie drehten sich nicht einmal um, bevor sie gemeinsam die enge Treppe wieder hochstampften.
Die Krankenschwester warf sich auf ein Sofa in der hintersten Ecke der Zelle und heulte gotterbärmlich.
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Miné
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BeitragVerfasst am: 03.02.2022 23:18    Titel: Antworten mit Zitat

Ich bin noch relativ neu hier, aber mich hat weder die Geschichte gepackt noch habe ich mit dem Hauptprotagonisten mitgefühlt.

Meiner Meinung nach bleibt der zu blass Blink
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pentz
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BeitragVerfasst am: 04.02.2022 14:16    Titel: Hauptprotagonist pdf-Datei Antworten mit Zitat

danke für Deine Reaktion, keine wäre ja bedauerlich

schade, daß es Dich kalt lässt, ich hatte ja gerade das Gegenteil erwartet.

Du erlaubst mir, auf Deine Anmerkung etwas zu erwidern!?

Der Ausdruck Hauptprotagonist ist ein tautologischer.

Wer ist denn überhaupt der Protagonist? Gibt es einen? Oder sind es viele? Also keine.

Grüße
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pentz
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BeitragVerfasst am: 05.02.2022 15:31    Titel: 8. Die Krankenschwester packt aus pdf-Datei Antworten mit Zitat

Der Krankenschwester hatte man übel mitgespielt. Abgesehen von den unsichtbaren Blessuren der seelischen Tortour einer Vergewaltigung, waren die offensichtlichen körperlichen auch ganz schön beeindruckend. Beim Vom-Boden-Aufheben, In-den-Griffnehmen und den Keller-Hinunter-Schleppen hatten die zwei Kerle so fest zugegriffen, dass sie deutliche Schrammen, blaue Beulen und blutige Narben an Gesicht, Händen und Beinen hatte. Zudem tat ihr der Ellenbogen unmäßig weh, weil sie wohl an Ecken und Kanten gestoßen war.
Sie erhebt sich und kommt endlich hoch aus der äußersten Ecke dieses Raumes und begibt sich zum Gatter, zu den Holzlatten, die diesen Raum gestalten und umgreift aggressiv wie ein Gorilla seine Käfigstäbe. Tränen rinnen ihr sturzbachartig aus den Augen und ihr Gesicht ist verzogen zu einer aggressiven Fratze. „Ich habe immer auf alles verzichten müssen. Mein Lebtag lang. Gegenüber meinem größeren Bruder, der alles geerbt hat, was wir hatten. Jetzt habe ich die Schnauze voll. Zurückstecken, nachgeben, verzichten und noch einmal verzichten, und jetzt ist mein Leben zuende.“
'Die kriegt sich jetzt nicht mehr!', befürchtete der Arzt verdutzt und bestürzt. 'Die lässt sich doch nicht einfach gehen!', hofft er inständig.
Aber Tatsache, wie hart ihr Charakter, wie stark ihr Hang zum Schweigen und wie exorbitant verhalten auch immer sie bislang gewesen war, ihre Fassade bröckelt jetzt.
Das war eindeutig unterqualifiziert, dachte der Arzt. Darf man die gesellschaftlichen Rollen und Abstände zwischen einem Chefarzt und einer Krankenschwester, egal in welchem Dilemma sie steckten, vergessen? Dieses Theater, Geschrei und seelischer Striptease löschte für ihn nicht die geringste flüchtigste Spur von emotionaler Verbundenheit auf.
„Nein, ich will nicht mehr, ich will nicht mehr! Ich will hier raus! Und Du, sag doch etwas! Mach doch etwas!“
Tatsächlich, die fängt jetzt an zu spinnen, durchzudrehen. Schnell etwas dagegen tun!
„Warten wir's ab. Noch ist nicht aller Tage Abend!“, sind seine die Worte des Arztes, die hohler nicht klingen könnten, was selbst ihm bewußt ist.
Was soll man schon sonst sagen und tun? Keinen Plan!!!
Natürlich empfindet er etwas Mitleid. Er weiß einiges über ihre Biographie. dass sie es als Tochter in der Bauernfamilie schwer hatte. Der jüngere Bruder hatte den Löwenanteil an Hab und Gut geerbt, Hof, Ställe, Felder, Wiesen, Wälder und alles Drumherum. Sie wurde gerade mal mit einigen Tausend abgespeist, die nur zu einer Ausbildung reichte. Wennzwar zu einem helfenden Beruf, der in ländlich-religiösen Kreisen ein hohes Prestige innehatte, aber sie hätte Besseres verdient. Trotz ständiger Fürsprache des Lehrers, der felsenfest behauptete, sie bringe die Voraussetzung und Intelligenz fürs Gymnasium mit, durfte sie keine höhere Schule besuchen.
Am schlimmsten aber traf sie die Einstellung zur Zahnbehandlung seiten der Eltern. Die Fehlerkorrektur genetischer kariöser Zahnbildung prophylaktisch zu begegnen, hielt man nicht für notwendig. Schon in jungen Jahren mit einem künstlichen Gebiss litt ihre Eitelkeit schwer. Mit eigenen Kindern wurde es auch nichts, wurde sie von Kindesbeinen an dahingegen gehirngewaschen und geimpft, ja selbst keine eigenen in die Welt zu setzen, besaß sie schließlich keinen eigenen Besitz, wovon sollte sie da Kinder ernähren können? Es sei denn, dies verstand sich von selbst: „Du angelst Dir einen reichen Ehemann.“
Hatte sie im Arzt einen Kandidaten gesehen, ihren Zukünftigen trotz der anderen, der Ehefrau, der Gegnerin, des Pendant, schließlich konnte jene doch auch frühzeitig sterben? Leider aber, nachdem, was jetzt kommen würde, sah es danach aus, dass sie als erstes an der Reihe war.
„Und Du wirst mich jetzt nicht mehr heiraten können. Nein, wir werden nicht mehr zusammenkommen. Da kommen wir niemals heraus. Die sind zu brutal. Die bringen uns um.“
„Da legst Dich nieder!“, flüsterte er. Vor Verlegenheit schaute er nach unten in eine Ecke. Solche Nähe hatte er noch nicht von ihr erfahren und diese an ihn herangetretene Emotion brachte ihn glatt ins Schwanken, zumindest machte sie ihn abgrundtief verlegen – was er schnell wegwischte.
Was übrig blieb für diese Frau war Mitleid. Aber ein verachtendes Mitgefühl für dieses Mauerblümchen. Zwar körperlich eine tolle Frau, entpuppte sie sich nun als geistiges Kretin. So hatte er sie noch nicht wahrgenommen, zumal nicht vermutet, dass solche Seiten in ihr steckten und um seine Verlegenheit darüber wegzuwischen, konnte er sich nur in Phrasen flüchten, die ihn schützen sollten.
'Was in so einer grauen Maus alles versteckt ist, schlägt schon dem Faß den Boden aus?! Da schlummern Welten in unscheinbarsten Menschen und du ahnst es nicht.'
Er schüttelte den Kopf.
Allein schon das vertrauliche Du.
Abstoßend!
Das entbehrte jedem Grund. Freilich duzten sie sich, aber so distanziert wie bei einem Sie. Da gab es keinen gefühlsmäßigen Unterschied. Geradezu impertinent erschien ihm dieses neue Du, setzte es doch eine Vertraulichkeit, Intimität und Nähe voraus, die überhaupt nicht gegeben war. Niemals vorhanden gewesen war. Niemals. Auch jetzt nicht. Was sie überhaupt verband, war letztlich und lediglich nur ein öffentliches Verhältnis.
Gerade jetzt!
Der Zufall hatte zwei fremde Personen zum Opfer einer Entführung gemacht, deren Wege unabhängig voneinander dahin geführt hatten. Auf der Straße von Geiselnehmern gekascht oder von Flugzeugentführern in einem Flugzeug, – und nunmehr war das einzig Verbindende ein gesellschaftlich relevantes Ereignis, eine Entführung, dem sie sich beide stellen mußten. Jeder aber mußte für sich schauen, wo er bliebe und vor allem Rücksicht auf seine eigenen familiären Bande legen.
Der Arzt dachte jetzt an seine Familie. Damit wurde Distanz und Unterschied nur zu entfremdend bewußt.
'Mein Gott, ich habe Frau, Kinder und ein enges Netzwerk, in das ich eingebunden bin und diese Person hat das nicht, vielleicht gerade mal ihre Herkunftsfamilie, mit der sie ohnehin entfremdet und auf distanziertem Fuß verkehrte.
Das Schluchzen dieser drang ihm dennoch bis in Mark und Bein.
Aber nein, diese Person ist in keinster Weise mit mir vergleichbar und gleichzustellen!
Was heult die da vor mir? Was geht mir ihr Wehwehchen an? Ich muß meine eigene nackte Haut retten, koste es, was es wolle und egal, was aus der da wird. - Denk nur an deine Familie, verdammt! Familien brauchen Vater und ich bin ein Vater, hundsfotts!'
Wie nur kam e r hier heraus – das war die einzige relevante Frage. Ein Gebot steckte darin!
Der Krankenschwester Flennen stieß  wieder an sein Ohr.
'Was, heiraten, diese fremde, schwächliche Person dort? Unvorstellbar! So weit unter seiner sozialen Stellung und Stand mit einer bloß Krankenschwester verheiratet zu sein? Meine Damen und Herren, da ergäben sich hundert andere, bessere Möglichkeiten und Verbindungen.'
Er dachte an eine jüngst in die Familie Eingeheiratete, sogar eine Evangelische. Ja, aber mit einem satten Besitz, Vermögen und besten Familienstamm – wenn nicht gleiche religiöse Zugehörigkeit, dann zumindest Geld!
'Mädchen, reiß Dich zusammen. Ich kann's nicht mit ansehen!'
Seine versteckte Wut wechselt nun zum zerstörerischen Handeln und Reden: „Kannst Du nicht endlich Dein Maul halten!“
„Aber ich will Doch Deine Ehefrau werden!“
„Du spinnst doch! Reiß Dich zusammen und überleg lieber, wie wir hier wieder rauskommen, verdammt und zugenäht!“
Die Krankenschwester wirft und lässt sich auf den Sessel in der dunklen Ecke fallen und verbirgt ihr Gesicht zwischen den Händen: „Was hab ich denn? Nichts. Gar nichts. Ganz und gar nichts!“
Heftiges Schluchzen schüttelt sie.
„Was hab ich denn gehabt. Nichts, gar nichts! Keine Jugend, keine richtige Familie, nichts, gar nichts!“ Und dann wimmert sie nur noch, die Schultern schütteln sich dabei.
Der Arzt rümpft die Nase und zerrt an der Halskrause.
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BeitragVerfasst am: 05.02.2022 19:15    Titel: 8b. Je später die Gäste, desto... pdf-Datei Antworten mit Zitat

In dieser Nacht öffnete sich krächzend die Tür zum Keller und wurde sofort wieder sorgfältig geschlossen. Ein flackernder Lichtstrahl kam die Treppe heruntergeschwebt. Dieser Komet schwebte direkt auf den Arzt zu, der schon aus dem Schlaf geschreckt war, aber so geblendet wurde, daß er nichts und niemanden um die Stirnlampe herum erkennen konnte. Er erhielt sofort einen Schlag ins Gesicht und wurde herumdreht, Gesicht gegen den kalten Betonboden. Jener wand seine Arme um ihn und öffnete ihm vorne seinen Hosengürtel, seinen Hosenschlitz, wonach er seine Hose und seinen Slip herunterzog bekam und dann mit einem öligen Finger in seine Hintern hineingestochert wurde. Danach folgte ein ein etwas größeres, geschmeidigeres, pulsierendes Ding. Einige Rein-Raus-Bewegungen mit heftigen Reibungen verbunden und das fleischige Glied verharrte plötzlich, plusterte sich um ein weiteres auf und kontraktierte etliche Male, verbunden mit einem großen Schwall Flüssigkeit hineingequetscht in den Rektusbereich und dort sich ausbreitend. Das schlangenartige Ding zog sich wieder zurück, flappte aus der hinter Öffnung des Vergewaltigten mit einem leichten Plopp-Geräusch heraus und dessen Träger, Inhaber und Mensch entfernte sich wieder so und auf dem gleichen Weg wie er gekommen war: der Lichtkegel bewegte sich die Treppe hinauf, hin- und herspringend wie ein Gummiball, als schwanke der Lampenträger heftig, wahrscheinlich aus Erschöpfung. Der Geschändete lag etliche Minuten starr in gleicher Pose wie er vergewaltigt und zurückgelassen worden war, bis er sich, da  ihm es ihn um die nackte Haut fror, wieder anzog. Danach konnte er lange Zeit nicht einschlafen.
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BeitragVerfasst am: 09.02.2022 15:27    Titel: 9. Einer muß es ja tun... pdf-Datei Antworten mit Zitat

Die Tatsache der Entführung verbreitete sich natürlich wie ein Flächenbrand, nicht nur in der engeren Kleinstadt, sondern auch auf den Dörfern, wovon gut 10 Prozent verwandte Familienmitglieder wohnten. Der engere Familienkreis trudelte bei der Matriarchin ein, der Mutter des Arztes, Tanten, Onkels, Ehefrau, Bruder eins und zwei, Neffe, der Polizist, Nichte, die kommunale Sachbearbeiterin, aber auch die steinalte Tante, die ehemals den katholischen Priesteronkel bis an sein seliges Ende als Haushälterin gedient hatte.
Man fand sich also ein bei der Mutter, nicht der Ehefrau, was schon einmal bezeichnend war, und es herrschte in dem weiträumigen Ess- und Wohnbereich des Familienhauses ein ganz schönes Treiben.
Der Vater war vor lauter Schreck und Eile mit seiner weiß-rot-karierten Arbeitskleidung, dem Schlachtermesser und dem Wetzstein in Händen, aus dem Keller, wo sie gerade eine Sau geschlachtet hatten, ins Wohnzimmer gekommen. Seine Frau versäumte sogar eine Rüge zu erteilen, denn Arbeits- und Wohnbereich war streng getrennt. Trat man von einem Bereich in den anderen, mußte sich vorher gründlich gewaschen, womöglich die Kleider gewechselt werden. Aber heute war eben alles anders und alles aus den Fugen geraten.
Die Familie war ins Herz getroffen worden.
Der Neffe von der Polizei, sowie er in die Wohnung trat, schrie: „Denen breche ich eigenhändig das Knack, wenn ich sie in die Hände krieg. Und glaubt mir, die derwisch ich!“ Alle im Kreis nickten glaubensselig und der Metzgermeister wetzte nervös Stein auf Stahl. Seine Schürze war blutbefleckt vom geschlachteten Schwein.
Das war zu viel!
Die Stadtverwaltungs-Cousine runzelte die Stirn und seufzte laut vernehmlich. Alle schauten sie an. Was sie dachte, spiegelte sich in ihren verdrehten Augen wider: das durfte man heutzutage nicht mehr sagen: Der Staat war doch jetzt demokratisch, menschlich, gegen Todesstrafe und all dies. Von daher  legte die Mutter die Finger auf den Mund. Alle nahmen es wahr und senkten die Köpfe. Zum Glück waren diese Worte nur im innersten Familienkreis gefallen. Jeder aber dachte, wünschte und hoffte dies natürlich inständig: man müsste diesen Verbrechern mal richtig zeigen, was eine Harke ist, aber naja!
Nachdem gegen die Forderung zu bezahlen nicht der geringste Zweifel bestand, selbstverständlich würden sich alle daran beteiligen müssen angesichts der Höhe der Summe, die von keinem allein geschultert werden konnte und theoretisch hätte man sich sogar eine Verdoppelung ertragen können, wobei aber alle richtig tief in die Tasche hätten greifen müssen. Aber solch eine Angelegenheit, Geld-Erpressung aufgrund Entführung eines Familienmitglieds - da war es klar, dass die Familie felsenfest zusammenstand.
Nunmehr wurde, ländlich pragmatisch und zupackend, sofort auch auf die Umstände der Geldübergabe über- und eingegangen.
Der erste Punkt, über den geredet werden mußte, war: sollte die Polizei eingeschaltet werden? Der Polizistenneffe verneinte dies kategorisch: „Zu gefährlich!“ Wahrscheinlich, worüber er natürlich kein Wort fallen ließ, aus dienstlichen Rücksichtsnahmen. Oder waren es andere Gründe und hielt der Polizist seine Pappenheimer für zu schusselig und nicht vertrauenswürdig? Ein unbeantwortbare Frage.
Inwieweit aber sollte man das Heft selbst in die Hand nehmen?
Sich um den abgestellten Mercedes Benz postieren, sich auf Lauer legen, bis die Erpresser das abgelegte Lösegeld holen kamen? Erschien aber nur ein Verbrecher, wovon auszugehen war, was war mit dem Zweiten, der die Geiseln gefangenhielt? Schwieg der gefangene Geiselnehmer wie ein Grab, wovon ebenfalls auszugehen war, so konnte der zweite den Geiseln Gewalt antun.
Eine schreckliche Vorstellung!
Dritter Punkt: vielleicht besser mit gezinkten Karten spielen, indem man die Scheine des Lösegelds markierte oder besser deren Nummern aufschrieb, um dann später, wenn sie verwendet werden würden, die Gangster überführen zu können?
„Das ist die effektivste Methode!“, behauptete der Polizistenneffe. Soweit reichte also doch noch sein Vertrauen in die Maschinerie des Staatsapparates, in dem er selbst ein Rädchen war und arbeitete, der Herr Polizist.
„Da konnte es längst schon zu spät sein!“, wandte einer ein.
„Trotzdem, das ist am Professionellsten!“, insistierte er.
Alle nickten widerwillig.
„Wer aber soll das Geld in den Mercedes legen?
Man schaute einander betroffen an. Eine schwerwiegende, vielleicht alles entschiedenste Frage. Davon hing mindestens zu 50 Prozent der Ausgang und das Gelingen der Geldübergabe ab. Aber dies Sache war auch sehr, sehr gefährlich, wenn man … hin- und herüberlegte.
Langsam richteten sich alle Blicke auf einen.
Auf einen Bruder des Entführten. Dieser saß ahnungslos in der Runde und trank, schluckte, besser soff gerade seinen Kaffee im breit angelegten Kaffeetisch des Essbereichs in dieser weitflächigen Wohnung des großbürgerlichen Hauses am Rande der Kleinstadt inmitten dörflicher Umgebung.
Vor lauter Hektik, Unter-Druck-Gesetzt-Sein und Keine-Zeit-Haben schüttete er das Getränk mehr hinunter denn er es genoß.
Der Idiot der Familie, der Trottel, heutzutage als psychisch Kranker bezeichnet. Denn es war nicht so, dass alle in diesem Clan Karriere, Erfolg und Achtung geerntet, oder wie soll man sagen, erreicht, erlangt hätten oder besser gesagt in den Schoß gefallen war. Es gab einen, der auf der Strecke geblieben ist, derartig schwach war, dass er gar nicht einmal ohne Medikamente, ärztliche und psychiatrische Versorgung aufrecht stehen könnte. Es war der, auf dem man herumtrampelte, den man vor anderen blamierte, zum Beispiel in der elterlichen Wirtschaft beim Bedienen: „Du Trottel, hast dem Falschen das Falsche hingestellt. Wie kann man nur so blöd sein?“, schalt ihn der Vater und der Stammtisch lachte dazu herzlich.
Musterknabe, Ministrant, sogar katholischer Pfarreranwärter – aber leider hat er am ersten Tag des Semesters eine Stimme gehört: „Mach es nicht. Du bist kein Pfarrer. Das ist nichts für Dich!“
Er war immer zur Stelle für jeden Verwandten im nahen und weiten Umkreis. Gab es sperrige Möbeln in den Keller hinuntertragen, oder in die Wohnung hinauftragen, oder jemanden ins Krankenhaus bringen. Das Mädchen für alles; der Prügelknabe für jeden; der Hanswurst für alle.
Einen solchen brauchen alle, die Erfolg haben.
Man brauchte das, ein Ventil, einen Ausgleich, eine Möglichkeit, das Böse herauslassen wie bei einem Verengung vielleicht, ja, das brauchte man und alle brauchten es.
Und so wurde er zur heiklen Mission auserkoren, der älteste Bruder des Arztes – wie stets, der Scheißhaus-Ausputzer vom familiären Dienst sozusagen.
Sowie er merkte, dass alle Blicke auf ihn gerichtet waren und was sie bedeuteten, nickte er devot: „Ich mach's!“ Es klang so, als hätte er sich selbst ins Spiel gebracht.
Einige seufzten aber. Diejenigen, die die Sache nicht geheuer war. Sie fragten sich: Würde er die Tour mit seiner trotteligen Art vermasseln?
Unter keinen Umständen dürfte das aber geschehen!
„Es steht das Lebern meines geliebten Bruders auf dem Spiel!“, sagte der Narr, der, was er wirklich gut konnte, bei außergewöhnlichen Gelegenheiten stets die richtigen Worte fand. „Und ich werde es retten!“ Starke Worte, fürwahr!
Das Leben retten des geschätzten Onkel, Neffen, Familienvater, Ehegatten, Parteifreund, Kegelbruders, Parteimitglied, Klassenkamerad, Fasnacht-Jecken und sehr erfolgreichen Arzt. Mit solchen Exemplaren war man in der Familie nicht gerade gesegnet. Zwar waren alle in der Familie bei allem dabei, wo es sich lohnte, dabei zu sein, zum Beispiel der Bauern-Onkel, der inzwischen auf den einträglichen Öko-Zug aufgesprungen war, aber im rechten Licht besehen, so ein beamteter Chefarzt in der Familie war schon etwas Besonders, fast ein Quantensprung, eine Mutation in die richtige Richtung!
Solche Personen standen unter Artenschutz erster Ordnung.
Insofern tauchten denn doch Zweifel auf, ob man diese vertrauensvolle Aufgabe Ernst überlassen darf. „Was müssen wir bedenken, dass nichts, aber auch gar nichts schief läuft?“
Anders formuliert: Welche Vorkehrungen, Umstände und Zufälle mußten bedacht werden, dass Ernst, ein durch und durch lieber, hilfsbereiter und fleißiger Mensch, aber halt ein Idiot, nichts falsch machte, verflixt!?
„Aber vielleicht doch Erwin!“ Das war der Name des Polizisten.
„Der kann die Sache am besten händeln, falls unerwartet Probleme auftauchen!“
„Ich mach's sofort!“ Diese Aussage kam mich freudiger Sicher- und Resolutheit.
„Aber er hat Familie!“ Die Stimme einer Mutter drückte den natürlichen Überlebenswillen des Clans aus. „Ernst schafft das schon! Er muß nur Geld ins Auto legen, danach sofort verschwinden! Hast Du gehört, Ernst!“, rief die Mutter.
„Ja, natürlich!“, wie immer gefügig, hilfsbereit und zu allem Ja- und Amen sagend und ein scheuer Blick machte eine Halbwendung hier- und dorthin.
'Endlich mal Tom Cruise sein können! In „Mission impossible“ Im Abenteuermodus voll durchstarten, wau-oh-wau. Ja, alle werden danach stolz auf mich sein!' Vor Aufregung scharrte er mit den Füßen unterm Tisch.
„Das mach ich! Das mach ich selbstverständlich!“ Weder der Klang der Stimme verriet, ob dahinter Bescheidenheit oder Unsicherheit steckte, noch sein aufrechter, geradeaus weisender Blick gab darüber Aufschluß.
Mutter seufzte. Sollte ihm etwas zustoßen, würde er ihr wenigstens immer unvergesslich und unauslöschlich in Erinnerung und im Herzen bleiben als der demütige Sohn, der er war. Und sie faltete unterm Tisch ihre Hände zum Gebet und warf ihren Blick auf das hölzerne Kreis an der Wand.
''Lieber Gott, hilf, dass er wenigstens diesmal nicht Mist baut!'
'Bitte, laß ihn nicht zum Opfer für die wenn auch gute Sache werden!', waren die stummen Worte der über 90 Jahre ältere Tante und Pfarrhaushälterin mit ihren weißen, totenblassen Händen. 'Mein geliebter Neffe ist doch der einzige Kümmerer in der Familie. Laß ihn heil aus der Sache herauskommen, bitte!' Sie hatte also durchaus handfeste Gründe dafür, ihn wieder bildlich gesprochen unversehrt und heil in die Arme schließen zu dürfen.
Dabei fiel ihr Blick liebevoll auf das große, farbige Poster mit dem Konterfei des derzeitigen Papstes neben der Ausgangstür Jeder, der den Raum verließ, tunkte über dieses Papst-Bildnis seine Finger ins Kolymbion, woraufhin das danebentröpfelnde Weihwasser den Pontifex Maximum immer wieder aufs Neue taufte.
Jetzt trat Ernst der Zwei-Meter-Polizisten-Neffe gegenüber. Sofort erhob er sich. Ihm wurde die Hand auf die linke Schulter gelegt, als vollführte die Queen einen Ritterschlag: „Das wirst Du schon hinkriegen, Ernst! Da bin ich mir sicher!“
Die Augen der ganzen großen, weitverzweigten Familie ruhte das erste Mal nur auf ihn. In den Augen spiegelte sich Hoffnung, Angst, Verzweiflung, Bestürzung...
„In Anbetracht der großen Herausforderung werde ich alle Mühe, Energie und Zeit für die Meisterung dieser schwierigen Herausforderung aufbieten, so dass ich die Erwartungen keineswegs nicht nur in diesen Punkten rest- und makellos erfüllen werde, sondern...“
Hätte man dies geglaubt, hätte man ihm diese Politikerrede vollenden lassen. Aber man kannte Ernst Reden nur zu gut und sie erinnerte an einen Politiker vergangener Zeiten, der einem heutezutage nur noch peinlich sein konnte, selbst hier in diesen erzkonservativen Kreisen.
Es war an Mutter zu sagen: „Ernst, jetzt mach mal einen Punkt. Du weißt, was Du noch zu tun hast. Mach schnell und bereit Dich gut, sehr gut vor!“
So entging leider wieder einmal der Welt eine brillante eloquente Rede ohne Punkt und Komma, aber nicht mehr lange, dann würde sie reichlich davon hören dürfen, war sich Ernst sicher. Denn er hatte einen Plan.
Stolzgeschwellt und sicher bezüglich des Gelingens seiner Mission und seiner Aufgaben darüberhinaus verließ er den Raum, nicht ohne selbstverständlich mit gesegnetem Wasser den derzeitigen Papst zu beträufeln.
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BeitragVerfasst am: 12.02.2022 15:04    Titel: 10. Eine Pistole gehört zu einem Entführer wie... pdf-Datei Antworten mit Zitat

Zisch!
„Schwein!“
„Lag nicht in der Absicht des Künstlers!“
„Schau mal, wie Du mein neues Polohemd versaut hast!“
„Äh, nicht so schlimm. Denk an die Kohle, die uns winkt. Dann kannst Du Dir Hundert neue kaufen und...“
„Jau!“
Beide Entführer lehnten sich wieder zurück auf ihr Sofa und ihren Sessel, Beine über einen kleinen Hocker hier gelegt und über die ganze Länge dort, schlangen Chips, Salzletten, Drops, Bonbons hinunter und hielten jeder eine geöffnete Bierdose in der Hand und zudem Rat darüber, was sie mit dem vielen Geld am Besten anfangen könnten.
„Wohin fahren wir mit den Scheinchen?“
„Gute Frage. Sehr gute Frage! Äh, zwei Dinge kommen mir. Entweder in den asiatischen Raum, Thailand etwa, oder in die Karibik, Dominikanische Republik, oder gleich nach Afrika.“
„Das sind aber drei?“
„Was?“
„Ich sagte, Du hast drei Möglichkeiten, nicht zwei genannt!“
„Wie meinst!“ Blacky richtete sich schon auf, weil er sich herausgefordert fühlte und sich nicht mehr an seinen vorletzten Satz von den zwei Optionen erinnerte.
„Schon gut. Vergiß es!“
Er ließ sich wieder zurückfallen.
„Also, ich würde ja fast Afrika vorziehen.“
„Warum gerade Afrika, he!“
„Ganz einfach. Da war ich noch nicht! Und außerdem soll's da richtig geil sein, Frauen ohne Ende. Und das Schönste: billig bis umsonst!“
„Wau!“
„Ein Mann hat dort das Recht, mindesten vier Frauen sein Eigen nennen zu dürfen, mindestens.“
„Mannomann!“
„Und das beste ist: Die liegen Dir nicht den ganzen lieben langen Tag in den Ohren mit: Liebst Du mich überhaupt“ und „Bin ich Dir überhaupt etwas Wert?“. „Ja, Schätzchen.“ „Dann beweise, dass das stimmt.“ „Wie?“ „Kauf mir einen neuen BH!“ oder „Ein paar neue Schuhe!““
„Mann, wäre das schön, dies nicht mehr anhören zu müssen.“
„Friedlich ist das, friedvoll. Ja, und reden tun die Frauen nur, wirklich nur, wenn sie gefragt werden. Ansonsten halten die die Groschen.“
„Kuhl!“
„Am besten sind die Asiatinnen, oder Polynesierinnen, egal. Die vögelst Du abends und dann husch-husch aus dem Bettchen und auf dem Boden schlafen!“
„Himmlische Ruhe!“
„Zwar sollen die Tropen mittlerweile nicht mehr am billigsten sein, aber Sonnenschein ohne Ende, kein Winter, immerwährender Sommer...!“
„Ohjaohja!“
„Aber wir müssen auf unser Geld achten, ewig halten die halbe Million auch nicht!“
„Da sagst Du ein wahres Wort, Mann!“
So ging das stundenlang. Sie träumten von dem, was sie mit dem vielen Geld anstellen würden und ergötzten sich an dem, was ihnen so an unendlichen Möglichkeiten und Perspektiven offenstanden.
Aber die tollsten Phantasievorstellungen, ausgelutscht wie ein Kaugummis, langweilen mit der Zeit. Zumal, wenn dazu gut und gerne zwei Dutzend Dosenbier kommen. Das umnebelte das Hirn und so kam Blondie auf die Schnapsidee, böte sich schon einmal eine solche Gelegenheit, könnte man doch mal mit so einem flotten, tollen Schlitten ein bißchen durch die Gegend gondeln. „Oder, was sagst Du?“
Blacky murrte: „Ich weiß nicht. Mal überlegen.“
Er nahm einen gehörigen Schluck aus seiner Bierdose. „Vielleicht steht der Wagen jetzt schon unter Beobachtung. Und wenn Du hinkommst, dann schnappen sie Dich. Dann erpressen sie den Standort der Geiseln und futschi-cago ist unser Lösegeld.“
Blondie zog verbissen an seiner Zigarette. „Ich geb zu, da ist etwas Wahres dran. Hm!... Aber wenn ich ganz vorsichtig bin. Also, wenn ich mich erst einmal eine halbe oder sagen wir ganze Stunde auf Lauer lege, die Szene beobachte, ob da Leute sind, Du weißt schon! Ich kenne ja die Gegend wie meine Westentasche...“
„Hm. Wahrscheinlich denkt die andere Seite das selbe. Die lauern auch auf jemanden. Dann lauert ihr beide gleichzeitig. Und der erste, der aus dem Busch kommt, ist der Verlierer, so sieht's aus!“
„Dann muß er mich erst einmal überwältigen, so sieht's aus!“
Blacky zeigte ihm den Vogel: „Du Doofkopp, überleg mal! Was kennzeichnet die Polizei besonders, hm!“
Blondie kleinlaut: „Hm. Ne Knarre!“
„Eben!“
Scheiße, keine Knarre.
Er zog an seiner Zigarette.
„Okay, ich geb mich geschlagen.“
Wieder Zug an der Zigarette. „Ich geh trotzdem mal zum Auto! Weil, nach dem Rechten schauen, nur mal kurz, ist auch nicht verkehrt. Und – Mann, hat Du vergessen – außerdem muß das Gefährt ja aufgeschlossen werden, damit die Knete reingelegt werden kann.“
„Stimmt! Stimmt! Du hast Recht. Und inzwischen gehe ich  zum Discounter um die Ecke, mal ein bißchen Hackfleisch kaufen. Alle anderen Sachen, Nudeln, Reis, Brot haben wir ja genug!“
„Genau, Mann. Mach das!“
Blondie war hell begeistert.
„Okay! Bis gleich!“
„Bis gleich!“
Er wollte sicherheitshalber das Terrain abchecken, sondieren und das Gefährt aufschließen, aber vielleicht doch auch eine kleine Spritztour mit dem Cabrio machen. Wer weiß!.
Er schwang sich auf sein Fahrrad.
Ein leichter Nieselregen kam hernieder und es wurde kühl. Aber er hatte ein voll funktionierenden Drahtesel mit intaktem Licht. Das war wichtig, falls die Dämmerung früher hereinbrach und der sich bildende Nebel aus dem Wald die Sicht mehr verdunkelte als die Tageszeit erlaubte.
Einige Hunderte Meter in der Nähe des Parkplatzes stellte er sein Fahrrad ab, verschloß es und schlich geradezu über abseitige, geschützte Umwege zum Bestimmungsort und sah doch prompt dort jemanden, keinen Polizisten, sondern einen Zivilisten, einen Spaziergänger nämlich sehr eingehend den Mercedes Benz anschauen, um ihn herumgehen, unter den Unterbodenschutz schauen und den Kofferraum aufmachen wollen.
Der Polizistenneffe ließ es sich nicht nehmen, einen Tag vor der Geldübergabe, am Sonntag, nach dem Rechten des Mercedes Benz seines Onkels zu schauen. Den Tatort unter die Lupe nehmen war bestimmt nicht verkehrt. Anschließend sich noch eine Zeitlang auf Lauer legen, wer weiß, was passierte.
So hatte er genauso vorsichtig seinen PKW wie Blondie sein Fahrrad weit genug von hier abgestellt. Als er zuerst einmal um den heißen Brei herumgeschlichen war, war er nach zehn Minuten Vorsichtigsein an das Gefährt herangetreten, um sich einen Eindruck vom Auto des Neffen zu machen, in dem das Lösegeld gelegt werden sollte.
Da dieser Landkreis des Krankenhauses nicht sein Dienst-Arbeits-Bezirk war, befand er sich ausschließlich in privater Mission hier. Aus Gründen der Geheimhaltung war von einer Kurzschließung mit der zuständigen Polizeistation abzusehen. Dienstrechtlich gesehen war es also gefährlich, sich hierher zu begeben. Was würde er antworten, wenn ihn ein Kollege stellte und fragte,  was er hier zu suchen hätte? Da man sich weit über seinen Bezirk hinaus unter Kollegen bekannt war, wäre dies mehr als peinlich.
Es fand nichts Auffälliges am Auto, was er auch nicht erwartete hatte. Er spähte in die Gegend herum auf der Entdeckung eines Beobachters. Dann auf der Suche nach einem guten Versteck. Dabei machte er eine Verlegenheitsgeste, ähnlich der Onkels einen Tag zuvor wegen des Schwarzgeldes, auf jeden Fall mindestens genauso verhängnisvoll, als er unachtsam die Hände in die Jackentasche steckte und nervös ein bisschen den Pistolenhalfter nach oben rückte, so dass ein Ideechen daraus hervorlugte und nun vom verdeckten Blondie gesehen wurde.
Dadurch stand jener sofort unter stärkstem Zugzwang.
'Boa, so eine Pistole ist auch nicht schlecht! Eigentlich gehört eine solche regelrecht zu professionellen Entführern wie wir es sind.'
Und hier bot sich wieder einmal die nächste tolle Gelegenheit!
'Mensch wir haben schon ein Glück! Zuerst zu Geld kommen, obwohl wir's gar nicht geplant haben. Und jetzt zu einer Waffe, damit auch nichts dabei schief läuft!'
Das Schicksal und Glück winkt ständig mit dem Zaunpfeil!
Die Mühe konnte er sich jetzt sparen, zur Absicherung der Erpressung eine Waffe zu besorgen . Sie wurde ihm hier auf dem Präsentierteller gereicht. Er mußte nur Pistolenbesitzer überwältige und schon war er stolzer Besitzer des Handwerkzeugs eines professionellen Entführers, einer Knarre.
Damit war seine Rolle perfekt.
Schnell ging er zurück zum Fahrrad und holte sich zwei Dinge aus seinem Fahrradwerkzeugtäschchen. Gerade rechtzeitig kam er wieder zum Parkplatz, als sich gerade der merkwürdige Passant mit Waffe in die Büsche schlug. Aber er sah danach einen Strauch sich bewegen. Er konnte es kaum glauben, aber dahinter hatte sich der komische Vogel versteckt, scheinbar um das Terrain zu beobachten.
'Nun um so besser. Da brauch ich Dich nicht zu verfolgen, sondern schleiche hinten herum auf Dich zu.'
Es gelang ihm unbemerkt an den Waffenträger heranzuschleichen, wozu er nicht einmal eine Viertel Stunde brauchte. Zugute kam ihm beim Heranpirschen, dass es merklich zu regnen angefangen hatte, was a) die Sichtverhältnisse verschlechterte und b) weil das Opfer sich eine Kapuze über den Kopf gezogen hatte, verräterische Geräusche wie Knacksen, Scharren, Hüsteln und Räuspern nicht zu hören waren. Das war auch gut so, denn Blondie kostete es einige Mühe mit seiner Lunge keine Geräusche zu machen angesichts seines jahrzehntelangen Nikotin- und THC-Konsum: sie röchelte wie ein Reibeisen.
Er drückte dem Polizisten einen kalten Schraubzylinder in den Rücken, der vorne einem Pistolenhals glich und mahnte eindringlich: „Bleib liegen, wie Du bist und rühr Dich nicht, dann passiert Dir nichts.“
Der Polizist gehorchte unbedingt.
„Jetzt Hände auf den Rücken!“
Der Polizist tat wie ihm geheißen.
Dann machte Blondie mit einem Kabelbinder eine Fessel.
„Rühr Dich nicht, dreh Dich nicht um, bleib wie Du bist!“
Von hinten fischte er sich die Pistole aus der Pargatasche des Gefangenen. Schließlich, als Blondie die Waffe an sich genommen hatte, verabschiedete er sich mit den dringlichen Worten: „Bleib eine Viertelstunde hier liegen. Äh, oder besser, zähl bis Tausend, bevor Du Dich erhebst! Verstanden!“
Der Polizist nickte ergeben.
„Bis Tausend!“
„Ja, ich habe verstanden!“
„Wenn Du mich verfolgst, dann schieß ich! Verstanden!“
Wieder nicken. Der Übertölpelte lag mit dem Gesicht im Unterholz, rührte sich nicht und schämte sich unendlich.
Blondie fühlte sich, sowie er der Pistole besaß, mit einem Schlag Tausend Mal besser.
'So ein Ding in der Hand, an der Hüfte, am Körper gibt Halt und Sicherheit und macht einem zu einem aufrechten Menschen. Super!'
Tatsächlich lief er so aufrecht und stolz wie noch niemals zu seinem Fahrrad zurück.
Auf einmal kam ihm, dass er einen fatalen Fehler gemacht hatte.
Warum nur hatte er den Mann nicht bewußtlos geschlagen?
Jetzt würde dieser ihm bestimmt klammheimlich folgen. Er nahm den Waffenhalter zur Hand, öffnete diesen, zog die Pistole heraus und drehte sie lange in Händen, bis er die Entsicherung gefunden hatte und machte sie schußbereit.
Er feuerte einen Warnschuß in das dichte regenverhangene Gehölz hinein.
Sicher ist sicher. Damit der Verfolger mir nicht zu nahe kommt!´
Er packte sein Fahrrad an sich, schlug sich damit durch die Büsche und fuhr auf den engen Waldwegen Richtung Tunnel unter den Bahngleisen, welches der kürzeste Weg nach Hause war.
Dabei kam ihm eine geniale Idee.
Durch den kleinen Tunnel schob er sein Fahrrad, stellte es danach beiseite und löste das Fahrradschloß.
Die Unterführung war auf beiden Seiten mit Eisentüren versehen, die geöffnet waren. Manchmal mußte der Durchgang aus welchen Gründen auch immer im Bedarfsfall blockiert und abgesperrt werden, von daher die schmiedeeisernen Türen. So brauchte er sie nur zu verriegeln, nämlich mit dem Schloss zu versperren, so dass keine zehn Pferde das Eisentor mehr aufkriegten und sein Fluchtweg  perfekt abgesichert war.
Danach nahm er schnell Reißaus.
Zurecht hatte er gemutmaßt, der Fremde würde ihn im gebührenden Abstand verfolgen, aber als er zum Tunnel kam - Ende Gelände! Über die Bahngleise zu gehen angesichts des durch und durch dichten Regens – glatter Selbstmord.
Im Moment des Hauseintritts war Blondie auf einmal schrecklich klar geworden: er muß die Geiseln erschießen.
Aber kein Problem.
Er wog und streichelte die tolle schwere Waffe liebevoll in seinen Händen wie einen Goldbarren.
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pentz
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BeitragVerfasst am: 16.02.2022 13:17    Titel: 11. Frivole Küchenspiele mit einer Hausfrau... pdf-Datei Antworten mit Zitat

Blacky hatte keine Lust zu irgendetwas, er soff lieber vor sich hin, bis ihm plötzlich eine Idee kam.
Im Keller lag doch ein Pferdegeschirr, eine Art Gürtel vom Vorgänger dieser Wohnung. Blondy hatte ihm erklärt, man könne dies einem Pferd um Hals und Bauch spannen und mit einer davon weggehenden Schnur von acht bis zehn Meter den Gaul im Kreis herumlaufen lassen, um ihn damit zu trainieren. Damit ließ sich das Tempo des Pferdes drosseln oder forcieren; zog man an, lief das Pferd langsamer, ließ man nach, lief es schneller. „Und einiges mehr, daß Du schon rauskriegst, wenn Du einmal die Leine in Händen hälst.“
Was bei Pferden, dürfte doch auch bei Menschen möglich sein,  z. B. mit der Krankenschwester, wenn man es sich so überlegte.
Mal probieren, probieren geht über studieren. Mal sehen, was da geschieht und was wäre mit einem Menschen, den man an so einem Band zappeln ließ, wie würde er sich verhalten und fühlen - oh, welch interessante Vorstellung.
Also ging er die Kellertreppe hinunter, am Arzt vorbei, der zuerst erschreckt tat, dann aber erleichtert grinste, als er merkte, wohin Blackys Interesse sich wendete. Blacky öffnete das Gatter und schrie: „Raus, Du Miststück! Zeig jetzt mal, was Du kannst. Die Küche ist voller Dreck. Hoffentlich bist Du auch eine gute Hausfrau!“ Haushälterin wäre hier vielleicht angemessener gewesen. Außerdem beruhigte und begeisterte ihn die Vorstellung, sie sei seine Haus“Frau“.
Sie wollte nicht.  
Blacky packte sie einfach rüde bei den Armen, zerrte sie aus dem düsteren Raum, stieß sie nach vorne vor sich her und in den Rücken die Treppe hoch: „Los, los! Du fauler Gaul.“
Im Wohnraum oben warf er sie aufs Sofa mit dem Gesicht voran, riss ihr die Kleider vom Leib und spannte den Gürtel um ihre Taille. Dann drückte er ihr eine Küchenschürze in die Hand: „Da, dein Werkzeug! Sollst Dich nicht noch mehr besudeln, als Du schon bist!“ Völlig nackt, nur mit dem Gürtel umheftet, zog sie sich die Schürze um den Bauch, lediglich die Brüste oben um den Latz herum waren mehr schlecht als recht zugedeckt. Ihre prallen Busen machten sich erneut und erneut Platz an den Schürzenträger vorbei, indem sie aus der Schürze hervor hüpften und ihre volle Gestalt entfalteten.
Blacky musste darüber herzlich lachen, zumal die Krankenschwester unaufhörlich versuchte, ihren Busen hinter die Träger zu verstecken – vergebens, so bald sie sich etwas stärker bewegte und wenn nicht, so sorgte Blacky mithilfe seiner Leine schon dafür, floppten diese wieder heraus und pendelten lustig hin und her.
Es machte sie dies anfänglich schier wahnsinnig. Die Scham stand ihr puterrot im Gesicht.
Aber nach einiger Zeit gab sie es schließlich auf. Zumal Blacky sie auch meist nur von hinten betrachten konnte. Sie vermied es tunlichst, sich ihm zu zeigen.
Hinten am nackten Po, wo der Gürtel vorbeilief, war eine Schlaufe befestigt, in der die Halteleine gesteckt wurde, mit der aus man von weitem den gefangenen Gaul dirigieren konnte, wie bei einer Fernbedienung. Dazu setzte sich der Dirigent aufs Sofa, ließ die Krankenschwester das Geschirr waschen, wenn sie sich umwendete, um weiteres Geschirr zu holen, strammte er das Seil und fragte: „Wohin?“ Wobei er doch wußte, wohin sie wollte, zum Beispiel aufs Klo, wo auch Geschirr, Tassen, Schüsseln, Teller lagerten und vor sich hinstanken.
„Brr!“ Pferdchen stopp. „Hü-Hott! Pferdchen spring!“ Ein Fremder hätte seinen Ohren nicht getraut, und Blacky hätte sie ob dieses kindlichem Spieltriebes, der sich hier Bahn brach, abgrundtief geschämt. Das passte gar nicht zu seiner geliebten Rolle des Miesepeters.
Das Pony strauchelte auch einmal und fiel hin.
„Ha, ha!“ - ach war das lustig!
Sie erhob sich wieder und packte Geschirr.
Blacky zog gleich noch einmal abrupt an der Leine, so daß sie das Geschirr fallen ließ und zu Boden fiel. Das brauchte natürlich gehörige Züchtigung. Und glücklicherweise hatte er neben dem Gürtel auch einen kleine Gerte gefunden, die er zur Disziplinierung einsetzte.
Die Krankenschwester wollte schon nicht mehr, oder verlor die Nerven, so sagte der Gebieter: „Bockst Du wohl?“ und ratzfatz sauste die Gerte über ihren Rücken. Die Striemen zierten den nackten Oberkörper der Krankenschwester so gut sichtbar, daß es unübersehbar war, zumal das Blut an den Striemen herausdrang. Aber was sein muß, muss sein. Und Strafe muss sein, ganz klar.
Er setzte sich wieder hin.
Aber jetzt stand das Pferd ganz starr da, wohl wegen der heftigsten Schmerzen der Tortur.
„Ich werde Dich schleifen! Warte!“ Und schon stand Blacky wieder auf und ließ wieder die Gerte etliche Male über ihren nackten Po sausen.
Dann änderte er den Ton, fast mildtätig sagte er: „Warum? Gefällt es Dir nicht bei uns?“
Schnell beeilte sie sich zusagen: „Doch, doch, sehr!“
Damit kein Zweifel bestand, kam:" Mir gefällt es hier wirklich sehr!“, und brachte Blacky besonders zum Lachen. Aber es war schon ein selten von Selbstmitleid triefender Trick gewesen.
Blacky stürzte einen Drink hinunter, in dessen Blechbüchse Hochprozentigen enthielt.
„Hü, hott!“, und er ließ wieder die Schnur herunterhängen. Sofort machte sie noch geschäftiger weiter mit der Hausfrauentätigkeit.
Als sie erneut in ihrer Tätigkeit innehielt, war er hinter ihr, seine Pratze ein großes Bündel Haare umfasst und ihren Kopf nach hinten gebeugt, so dass sich ihre Gesichter keine zwei Zentimeter entfernt gegenüber standen.
"Aber, aber. Warum schneidest Du denn so ein häßliches Gesicht?"
Schweigen. Natürlich, was könnte sie schon sagen, ohne dass sie von ihrem Peiniger erneut eine übergebraten bekommen hätte.
"Sehr vernünftig, Deinen riesigen Mund nicht zu öffnen, um etwas Dummes zu sagen."
Ein unterdrückter Heulton entrang sich plötzlich ihrer Brust, als er schon dabei war, sich abzuwenden.
Noch einmal packte er mit aller Brutalität einen Haarschopf.
"Zwing mich nicht, Dir den Hintern zu versohlen, wenn Du anfängst zu plärren... Wenn ich etwas nicht auf den Tod hin leiten kann, dann ist es Weibergeheul."
Ein paar Mal musste er noch dazwischentreten, um die Hausfrau gut bei der Stange zu halten: "Komm mir nicht damit...", obwohl sie nicht wußte, was sie falsch gemacht haben sollte.
Sobald sie nur etwas sagte, kam es prompt, sogar gereimt: "Halt Deinen Rand, es macht mich krank."
Irgendwann war aber auch diese Tortur zu Ende. Das Wohnzimmer war nun auch etwas aufgeräumt. Das Geschirr immerhin völlig gespült.
„Jetzt ist aber Schluß!"
Plötzlich fiel die Frau erschöpft zusammen.
Die Striemen auf ihren Körper waren fingerbreit und verschorft.
Er fasste sie von hinten unten in die Arme, hievte sie weit genug nach oben, um sie, rückwärts gehend, hinten sich herzuziehen.
Als er sie so die Treppe hinunterschleppte, sah es der Mediziner. Offenbar dachte er, das Opfer bekäme es nicht mich, weil sie wie in Ohnmacht gefallen wirkte, wobei er sich aber gehörig getäuscht hatte und das erfolgte zum Peiniger erfolgte freudige, aufmunternde Zulächeln nahm das Opfer durchaus wahr. Entsetzt war sie über diese widerliche, feige Kumpanei, über dieses aufmunternde Zulächeln, erklärbar nur, daß er damit selbst sich Beeinträchtigungen, Quälereien und Piesackereien des Peiniger entledigen wollte.
Purer widerlicher Defätismus, was sie durch die schmalen Augen und den Schlieren des Schmerzes wahrnahm, dieses Schmunzeln, Nicken und Zulächeln der Mediziners, war, weil sie sich vielleicht, wo nicht Hilfe, so doch Zuspruch, ein Wort des Entsetzens und Widerstands insgeheim erhofft hatte, so aussichtslos dies dies auch immer erschien, ließ sie schwören, es ihmn heimzuzahlen – sofern sie dazu noch Gelegenheit erhielt.
Dann musste Blacky sie in ihrem Gatterverhau auf dem Sofa so hinsetzen, daß sie nicht nur kippte, denn es waren dafür einige Versuche und viele Korrekturen nötig. Er schrie sie immer wieder an, sie solle sich doch zusammenreißen, aber es nützte nichts. Wie ein toter Fisch fiel sie sterbensschlapp von einer Seite auf die andere.
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pentz
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BeitragVerfasst am: 18.02.2022 12:20    Titel: 11. Frivole Küchenspiele auf Hausfrauenart... pdf-Datei Antworten mit Zitat

Blacky hatte keine Lust zu irgendetwas, er soff lieber vor sich hin, bis ihm plötzlich eine Idee kam.
Im Keller lag doch ein Pferdegeschirr, eine Art Gürtel vom Vorgänger dieser Wohnung. Blondy hatte ihm erklärt, man könne dies einem Pferd um Hals und Bauch spannen und mit einer davon weggehenden Schnur von acht bis zehn Meter den Gaul im Kreis herumlaufen lassen, um ihn damit zu trainieren. Damit ließ sich das Tempo des Pferdes drosseln oder forcieren; zog man an, lief das Pferd langsamer, ließ man nach, lief es schneller. „Und einiges mehr, daß Du schon rauskriegst, wenn Du einmal die Leine in Händen hälst.“
Was bei Pferden, dürfte doch auch bei Menschen möglich sein,  z. B. mit der Krankenschwester, wenn man es sich so überlegte.nn
Mal probieren, probieren geht über studieren. Mal sehen, was da geschieht und was wäre mit einem Menschen, den man an so einem Band zappeln ließ, wie würde er sich verhalten und fühlen - oh, welch interessante Vorstellung.
Also ging er die Kellertreppe hinunter, am Arzt vorbei, der zuerst erschreckt tat, dann aber erleichtert grinste, als er merkte, wohin Blackys Interesse sich wendete. Blacky öffnete das Gatter und schrie: „Raus, Du Miststück! Zeig jetzt mal, was Du kannst. Die Küche ist voller Dreck. Hoffentlich bist Du auch eine gute Hausfrau!“ Haushälterin wäre hier vielleicht angemessener gewesen. Außerdem beruhigte und begeisterte ihn die Vorstellung, sie sei seine Haus“Frau“.
Sie wollte nicht.  
Blacky packte sie einfach rüde bei den Armen, zerrte sie aus dem düsteren Raum, stieß sie nach vorne vor sich her und in den Rücken die Treppe hoch: „Los, los! Du fauler Gaul.“
Im Wohnraum oben warf er sie aufs Sofa mit dem Gesicht voran, riss ihr die Kleider vom Leib und spannte den Gürtel um ihre Taille. Dann drückte er ihr eine Küchenschürze in die Hand: „Da, dein Werkzeug! Sollst Dich nicht noch mehr besudeln, als Du schon bist!“ Völlig nackt, nur mit dem Gürtel umheftet, zog sie sich die Schürze um den Bauch, lediglich die Brüste oben um den Latz herum waren mehr schlecht als recht zugedeckt. Ihre prallen Busen machten sich erneut und erneut Platz an den Schürzenträger vorbei, indem sie aus der Schürze hervor hüpften und ihre volle Gestalt entfalteten.
Blacky musste darüber herzlich lachen, zumal die Krankenschwester unaufhörlich versuchte, ihren Busen hinter die Träger zu verstecken – vergebens, so bald sie sich etwas stärker bewegte und wenn nicht, so sorgte Blacky mithilfe seiner Leine schon dafür, floppten diese wieder heraus und pendelten lustig hin und her.
Es machte sie dies anfänglich schier wahnsinnig. Die Scham stand ihr puterrot im Gesicht.
Aber nach einiger Zeit gab sie es schließlich auf. Zumal Blacky sie auch meist nur von hinten betrachten konnte. Sie vermied es tunlichst, sich ihm zu zeigen.
Hinten am nackten Po, wo der Gürtel vorbeilief, war eine Schlaufe befestigt, in der die Halteleine gesteckt wurde, mit der aus man von weitem den gefangenen Gaul dirigieren konnte, wie bei einer Fernbedienung. Dazu setzte sich der Dirigent aufs Sofa, ließ die Krankenschwester das Geschirr waschen, wenn sie sich umwendete, um weiteres Geschirr zu holen, strammte er das Seil und fragte: „Wohin?“ Wobei er doch wußte, wohin sie wollte, zum Beispiel aufs Klo, wo auch Geschirr, Tassen, Schüsseln, Teller lagerten und vor sich hinstanken.
„Brr!“ Pferdchen stopp. „Hü-Hott! Pferdchen spring!“ Ein Fremder hätte seinen Ohren nicht getraut, und Blacky hätte sie ob dieses kindlichem Spieltriebes, der sich hier Bahn brach, abgrundtief geschämt. Das passte gar nicht zu seiner geliebten Rolle des Miesepeters.
Das Pony strauchelte auch einmal und fiel hin.
„Ha, ha!“ - ach war das lustig!
Sie erhob sich wieder und packte Geschirr.
Blacky zog gleich noch einmal abrupt an der Leine, so daß sie das Geschirr fallen ließ und zu Boden fiel. Das brauchte natürlich gehörige Züchtigung. Und glücklicherweise hatte er neben dem Gürtel auch einen kleine Gerte gefunden, die er zur Disziplinierung einsetzte.
Die Krankenschwester wollte schon nicht mehr, oder verlor die Nerven, so sagte der Gebieter: „Bockst Du wohl?“ und ratzfatz sauste die Gerte über ihren Rücken. Die Striemen zierten den nackten Oberkörper der Krankenschwester so gut sichtbar, daß es unübersehbar war, zumal das Blut an den Striemen herausdrang. Aber was sein muß, muss sein. Und Strafe muss sein, ganz klar.
Er setzte sich wieder hin.
Aber jetzt stand das Pferd ganz starr da, wohl wegen der heftigsten Schmerzen der Tortur.
„Ich werde Dich schleifen! Warte!“ Und schon stand Blacky wieder auf und ließ wieder die Gerte etliche Male über ihren nackten Po sausen.
Dann änderte er den Ton, fast mildtätig sagte er: „Warum? Gefällt es Dir nicht bei uns?“
Schnell beeilte sie sich zusagen: „Doch, doch, sehr!“
Damit kein Zweifel bestand, kam:" Mir gefällt es hier wirklich sehr!“, und brachte Blacky besonders zum Lachen. Aber es war schon ein selten von Selbstmitleid triefender Trick gewesen.
Blacky stürzte einen Drink hinunter, dessen Blechbüchse Hochprozentigen enthielt.
„Hü, hott!“, und er ließ wieder die Schnur herunterhängen. Sofort machte sie noch geschäftiger weiter mit der Hausfrauentätigkeit.
Als sie erneut in ihrer Tätigkeit innehielt, war er hinter ihr, seine Pratze ein großes Bündel Haare umfasst und ihren Kopf nach hinten gebeugt, so dass sich ihre Gesichter keine zwei Zentimeter entfernt gegenüber standen.
"Aber, aber. Warum schneidest Du denn so ein häßliches Gesicht?"
Schweigen. Natürlich, was könnte sie schon sagen, ohne dass sie von ihrem Peiniger erneut eine übergebraten bekommen hätte.
"Sehr vernünftig, Deinen riesigen Mund nicht zu öffnen, um etwas Dummes zu sagen."
Ein unterdrückter Heulton entrang sich plötzlich ihrer Brust, als er schon dabei war, sich abzuwenden.
Noch einmal packte er mit aller Brutalität einen Haarschopf.
"Zwing mich nicht, Dir den Hintern zu versohlen, wenn Du anfängst zu plärren... Wenn ich etwas nicht auf den Tod hin leiten kann, dann ist es Weibergeheul."
Ein paar Mal musste er noch dazwischentreten, um die Hausfrau gut bei der Stange zu halten: "Komm mir nicht damit...", obwohl sie nicht wußte, was sie falsch gemacht haben sollte.
Sobald sie nur etwas sagte, kam es prompt, sogar gereimt: "Halt Deinen Rand, es macht mich krank."
Irgendwann war aber auch diese Tortur zu Ende. Das Wohnzimmer war nun auch etwas aufgeräumt. Das Geschirr immerhin völlig gespült.
„Jetzt ist aber Schluß!"
Plötzlich fiel die Frau erschöpft zusammen.
Die Striemen auf ihren Körper waren fingerbreit und verschorft.
Er fasste sie von hinten unten in die Arme, hievte sie weit genug nach oben, um sie, rückwärts gehend, hinten sich herzuziehen. Sowie sie die Treppe hinunter geschleift wurde jetzt, sah es der Mediziner. Offenbar dachte er, das Opfer bekäme es nicht mit, so wie sie in Ohnmacht gefallen wirkte, doch das zum Peiniger erfolgte freudige, aufmunternde Zulächeln nahm sie wahr.
Entsetzen! Diese feige Kumpanei! 'Nur, damit er sich selbst aus der Schlinge ziehen konnte.'
Wo keine Hilfe, kein Zuspruch, nicht ein Wort des Entsetzens und Widerstands gekommen ist, so aussichtslos dies auch immer erscheinen mochte, ließ sie nun schwören, es ihm heimzuzahlen – sofern sie noch dazu kam.
Darüber fiel sie in Ohnmacht.
So musste Blacky sie in ihrem Gatterverhau auf dem Sofa so hinsetzen, daß sie nicht mehr kippte, aber es waren dafür einige Versuche und viele Korrekturen nötig. Er schrie sie immer wieder an, sie solle sich doch zusammenreißen, aber es nützte nichts. Wie ein toter Fisch fiel sie sterbensschlapp von einer Seite auf die andere.

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BeitragVerfasst am: 18.02.2022 12:48    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe nur Kapitel 11 gelesen bis zuende, aber sonst nichts. Es ist wie ein Unfall, bei dem man nicht wegsehen kann.
Ich stehe eigentlich total auf erniedrigte Frauen (wahrscheinlich habe ich deswegen auch weitergelesen), aber das war selbst mir zu widerlich. Der Held ist wirklich der unsympathischste und ekligste Typ, von dem ich jemals gelesen habe. Falls das dein Ziel war, hast du es erreicht.
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BeitragVerfasst am: 19.02.2022 17:48    Titel: Merci! pdf-Datei Antworten mit Zitat

fürs Lob.
Kapitel 6 und 7 enthält Ähnliches.
Ich dachte schon, den Lesern geht alles am Arsch vorbei, nach der erste Reaktion weiter oben. Schön zu erfahren, daß diese nicht total abgestumpft sind.
Gruß
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BeitragVerfasst am: 19.02.2022 17:56    Titel: Re: Merci! Antworten mit Zitat

pentz hat Folgendes geschrieben:
fürs Lob.
Kapitel 6 und 7 enthält Ähnliches.
Ich dachte schon, den Lesern geht alles am Arsch vorbei, nach der erste Reaktion weiter oben. Schön zu erfahren, daß diese nicht total abgestumpft sind.
Gruß

Irgendwie fehlt da was bei deinem Post.
Ich vermute mal, dass einfach niemand sowas lesen will. Helden in Geschichten sind ja nicht umsonst sympathisch. Niemand will einem widerlichen Verbrecher kapitellang dabei zuschauen, wie er Menschen quält und Spaß daran hat.
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BeitragVerfasst am: 19.02.2022 18:35    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

das "Merci" hat gefehlt beim posting.

Dein Argument ist durch den weltberühmten Roman von Truman Capote "Kaltblütig" widerlegt: die Faszination der Grausamkeit.

Vielleicht hat der erste Kritiker nur formale Einwände geltend machen wollen, um die Inhalte zu negieren - beliebtes Motiv.
Aber es gilt: zu kritisieren ist einfacher als zu loben - deswegen war ich von Deinem Beitrag sehr überrascht. Vielleicht wollen sich auch einfach nicht viele dazu bekennen, daß sie der Sadismus in Bann schlägt?

Natürlich erwünscht man sich Happy Ends. Aber ob das noch hier kommt? Hoffen wir mal! Lach!

Gruß
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BeitragVerfasst am: 19.02.2022 19:02    Titel: Antworten mit Zitat

Na ja, wie gesagt, ich habe einen SM-Fetisch und mag erniedrigte Frauen. Aber nicht so stumpf, das ist mir viel zu grausam.
Aber kann natürlich sein, dass es auch Leute gibt, deren Fetisch noch extremer ist und die sowas mögen. Dürfte wohl eine sehr kleine Gruppe sein.

Das von dir zitierte Werk kenne ich nicht, ich vermute aber, dass es dort dann neben dem Sadismus andere Punkte gab, die es erträglich zu lesen machten, wenn das wirklich ein Weltbestseller für ein großes Publikum war.
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BeitragVerfasst am: 19.02.2022 19:11    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

der Roman wurde wohl auch deswegen so berühmt, weil er einen Mordfall authentisch und "dokumentarisch" nachschrieb, außerdem spielt er in Amerika, wenn das etwas zu bedeuten hat.

ich habe keine Probleme mit Frauen. Im Gegenteil, meist habe ich dominante Partnerinnen, also vielleicht vordergründig - jedenfalls werde ich gerne angegiftet - andererseits habe ich noch nie eine Freundin "erobert", sondern wurde immer von denen "angemacht" bzw. angesprochen. Zudem habe ich etliche "Freundinen", mit denen ich nichts sexuell habe.

Auf zum nächsten Kapitel.

Gruß
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