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Menschen des Regenbogens


 

 
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Struppisstruppigegedanken
Geschlecht:weiblichGänsefüßchen

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BeitragVerfasst am: 08.11.2021 18:16    Titel: Menschen des Regenbogens eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Wenn es regnet und die Sonne scheint zieht sich ein Regenbogen durch den Himmel. Der Regenbogen ist die Paradoxie des Wetters. Die Menschen die am ehrlichsten weinen und am hellsten Lachen sind die Menschen des Regenbogens. Die,  die sich verspielten Streit zwischen Liebe und Hass finden , die zwischen perfekter Lüge und schmerzhafter Wahrheit stehen und sich in ihrem  Dualismus hin und her werfen. Die tiefste Verzweiflung lacht am schönsten. Die ehrlichste Trauer weint und strahlt. Die Paradoxie des Schmerzes schimmert in jedem Herz.Ich habe meine Tränen im einer Regentonne gesammelt und bade lachend im Wasser meiner Traurigkeit. .Der Hass ist in einem Eimer aus schwarzem Öl. Ich tauche in den Hass ein und kratze mir das Öl vom Körper,  um meine Haut ehrlich zu zeigen.

Alles fing mit dir an. Mit den Lichtbalken, die sich auf der nassen Strasse spiegelten, Mit der roten Ampel vor einem Himmel, der rosa schimmerte, mit dem Bier, dass wir uns an einem alten Kiosk in einer kaputten Strasse kauften. Du hast  deinen schwarzen Wintermantel getragen und wir lächelten als wir uns sahen. Jetzt ist später. 20 Monate. Eine ziemliche Zeit, wenn man jung ist. Wir gingen zu Fuss durch die Strassen des Viertels , über die Talstrasse zur Kammerspielkantine.
 Dort sammelten sich Schauspieler und Regisseure und alle die sich an diesem Abend noch getroffen haben in der Welt zwischen einem Theater, Tomatensuppe und Wein aus Biergläsern. Du hast erzählt, von wichtigen Menschen. Alles ist verschwommen ich erinnere mich nur Bruchstückhaft an das glänzen in deinen Augen, an deine spitzen Zähne, an die Wärme deiner Hände. Du hast viel geredet …“das da drüben siehst du den, das ist rene pollesch mit seiner inszenierung streets of berladelphia wurde er 2012 zum theatertreffen in berlin eingeladen…“ „interessiert dich noch was anderes als theater?“ und du fandest das witzig. Wir redeten über die Verantwortung die Künstler innerhalb der Gesellschaft einnahmen. „ Die Aufgabe des Theater ist es aktuelle gesellschaftliche Zustände und Probleme darzustellen und von verschiedenen Seiten zu beleuchten. Das Publikum soll dabei emotional bewegt und so dazu angeregt werden neue denkperspektiven einzunehmen. Wir gingen in deine schauspielschule und aufs Dach . Man sah die Stadt und Lichter „ist ganz süss hier“ . Wir klapperten bars ab, du trankst bier, schnell, ich wein. „inwiefern bist du denn weird?“ schwierige familienverhältnisse und emotionale Vernachlässigung endeten in depressionen und borderline. diese frage traf mich und ich zitterte . Er schien sich für eine seite in mir zu interessieren, die ich schon immer auszulöschen versuchte, die ich zutiefst ablehnte und verachtete. Wir hatten viel Spass zusammen, Du hast mein Trauma berührt und alles aufgewühlt, als du mich weggeschmissen hast. Der richtige Zeitpunkt ist der Zeitpunkt der wahren Liebe und der ist immer überall aber nicht für immer im hier und jetzt. Es ist alles schon so lange her, verblasst und verstaubt verliert sich die Kompilation unserer Tage in der Vergangenheit. Ich weiss nichts mehr von unseren Berührungen, von den Worten, die du mir ins ohr flüstertest. Ich kann mich nicht mehr an den geruch in deinem zimmer erinnern. Ich fühle den hauch deiner stimme nicht mehr .Es ist alles vernebelt und ausgetrocknet im damals. ich habe nur noch die gedichte, mit denen ich die stimmung zwischen uns habe einzufangen versucht. Wenn ich mit dir redete hatte ich das Gefühl du verstehst nicht nur die gesagten Wörter sondern vielmehr die Bedeutung die sie in ihrer Gesamtheit ergeben.. du verstandest nicht was ich sage, sondern was ich meine. Es hat sich so angefuehlt als ob du einen Teil von mir verstehst, den andere nicht begreifen. der Teil der die Menschen um mich normalerweise verwirrt, irritiert, perplex werden lässt. Es waren deine Fragen, die diesen Teil in mir beruehrten. Wenn wir miteinander geschlafen haben, hatte ich immer das Gefühl in unserem Sex lag Kommunikation. Ich hatte das Gefühl in unseren Momenten, in unseren Berührungen lag eine Sprache, ein so sanftes Wahrnehmen und Verstehen des anderen
Mit dir war es anders, da scheinbar so viel unter der Oberfläche der Sekunden passierte.
Mit dir war es anders, da wir uns an einer Tür trafen, zu dem Raum, den nur wir beide kannten. An den Wänden dieses Raumes stehen die Sätze geschrieben, die wir uns sagten.
Wenn ich dich ansah spiegelte sich meine Verletzung in deinem Blick. Es war deine zärtliche Härte.
Es war der Teil in mir der keine Sprache fand , der eine stimme bei dir gefunden hat.
Als du kamst, hast du mich angefasst, du hast meinen Körper berührt und meine Seele hat es auch gespürt.Ich ließ dich in mich hinein, du liefst durch mich hindurch und nun war so so viel du in mir.
Das ganze ging zehn Monate wir haben uns nicht oft gesehen, aber wenn wir uns sahen trafen wir uns immer in der Mitte. Du hast mit mir gespielt, mal warst du zart, mal warst du hart. komm her, geh weg. Mal haben wir gekämpft, mal haben wir gefickt. Manchmal haben wir beides gemacht.
„Will flauschen“ „Bin im Impex,süsses Wort”  Ich war mit Tim unterwegs. Weinschorlen. “Lass dahin” veruchte ich ihn zu überreden. “ “Was will ich denn dort geh doch alleine, Flora. Gönn dir.” Ich sass in der Strassenbahn und hoerte Skinshape- I did’t know on repeat. Hinter dem Fenster schimmerte alles zwischen roten gruenen und schwarzweissen Linien. Mein Mund war trocken und mein Herz schlug schnell. Ich drehte mich so schnell aus allem wurde eins.
als ich im import export angekommen war kaufte ich gin tonic. goethe war dichter. Plötzlich warst du neben mir an der Bar. Du hast mich geküsst. angenehm. Es waren auch Freunde von dir da. Wir haben getanzt und ich habe gesungen. voll Energie. Du hast mich gepackt und ich habe gelacht. Es war ein Kampf. Es war ein Spiel. Fang mich, hab dich. Play fight is right in the true night. Als wir bei dir zu Hause waren, hast du mir gesagt ich sei schön. „Flauschen wir jetzt noch?“

Verschwommene Facetten
„Hey du sweete, was geht heute?“
Ich wartete an der Jahnstrasse auf dich. Ich war am Tag davor auf einer ziemlich schlechten Party gewesen und eher durch. Wir sassen auf deinem Bett und redeten über Musik und Drogen. Wie schmal ein Mensch wird, wenn er zu viel davon nimmt.

 „Du kleine Denkerin, wovor hast du Angst?“ Ich schaute dir ins Gesicht, log und lachte . „Vor nichts.“
Ich grinste „Du verwuschelst meinen Kopf“
„Ja.“ Stille. „Was denkst du jetzt, kleine Denkerin?“ „Dass das nicht gut ist.“ „Was?“ „Das du mich so verwuschelst.“ „Du darfst dich nicht in mich verknallen Florentina.“ „Ich weiss, aber es ist doch schon passiert.“ Du hast mich ganz nah an dich gezogen und wir lagen einfach da. Ich wollte etwas sagen. „Shh. Alles okay.“ Danach haben wir und länger nicht gesehen. Ich versuchte mich auf die Schule zu konzentrieren, du trafst andere Frauen.

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pna
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Paterson
BeitragVerfasst am: 03.01.2022 16:07    Titel: Antworten mit Zitat

Servus!

Obwohl der Text noch an einigen Ecken und Enden knarrt und knauert, hat er mich so geschickt durch die Zeilen gelotst, dass ich dann auf einmal sein Ende erreichte und das Gefühl habe, er ist nicht perfekt, aber er ist sexy.

Kopier ihn nochmal in ein Textverarbeitungsprogramm und schau nach Rechtscheibfehler, mach ordnende Absätze rein, um den Atem der Geschichte zu steuern, dann könnts knackiger werden. Ach, die persönlöiche Anrede gerne groß schreiben, tut nicht weh und macht´s lesen leichter!

Freue mich auf mehr!
Peter
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Struppisstruppigegedanken
Geschlecht:weiblichGänsefüßchen

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BeitragVerfasst am: 06.01.2022 02:09    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Wenn es regnet und die Sonne scheint zieht sich ein Regenbogen durch den Himmel. Der Regenbogen ist die Paradoxie des Wetters. Die Menschen die am ehrlichsten weinen und am hellsten Lachen sind die Menschen des Regenbogens. Die,  die sich verspielten Streit zwischen Liebe und Hass finden , die zwischen perfekter Lüge und schmerzhafter Wahrheit stehen und sich in ihrem  Dualismus hin und her werfen. Die tiefste Verzweiflung lacht am schönsten. Die ehrlichste Trauer weint und strahlt. Die Paradoxie des Schmerzes schimmert in jedem Herz.Ich habe meine Tränen im einer Regentonne gesammelt und bade lachend im Wasser meiner Traurigkeit. .Der Hass ist in einem Eimer aus schwarzem Öl. Ich tauche in den Hass ein und kratze mir das Öl vom Körper,  um meine Haut ehrlich zu zeigen.

Alles fing mit dir an. Mit den Lichtbalken, die sich auf der nassen Strasse spiegelten, Mit der roten Ampel vor einem Himmel, der rosa schimmerte, mit dem Bier, dass wir uns an einem alten Kiosk in einer kaputten Strasse kauften. Du hast  deinen schwarzen Wintermantel getragen und wir lächelten als wir uns sahen.
Jetzt ist später. 20 Monate. Eine ziemliche Zeit, wenn man jung ist. Wir gingen zu Fuss durch die Strassen des Viertels , über die Talstrasse zur Kammerspielkantine. Dort sammelten sich Schauspieler und Regisseure und alle die sich an diesem Abend noch getroffen haben in der Welt zwischen einem Theater, Tomatensuppe und Wein aus Biergläsern.
Du hast erzählt, von wichtigen Menschen. Alles ist verschwommen ich erinnere mich nur bruchstückhaft an das Glänzen in deinen Augen, an deine spitzen Zähne, an die Wärme deiner Hände. Du hast viel geredet „…das da drüben siehst du den? Das ist Rene Pollesch mit seiner Inszenierung „Streets of Berladelphia“ wurde er 2012 zum Theatertreffen in Berlin eingeladen…“ „ Interessiert dich noch was anderes als theater?“ Unddu fandest das witzig.

Wir redeten über die Verantwortung die Künstler innerhalb der Gesellschaft einnahmen. „ Die Aufgabe des Theater ist es aktuelle gesellschaftliche Zustände und Probleme darzustellen und von verschiedenen Seiten zu beleuchten. Das Publikum soll dabei emotional bewegt und so dazu angeregt werden neue denkperspektiven einzunehmen.“
Wir gingen in deine Schauspielschule und aufs Dach . Man sah die Stadt und Lichter. „Ist ganz süss hier.“  Wir klapperten Bars ab, du trankst bier, schnell, ich Wein. „Inwiefern bist du denn weird?“ Schwierige Familienverhältnisse und emotionale Vernachlässigung endeten in Depressionen und Borderline. Diese Frage traf mich und ich zitterte . Er schien sich für eine Seite in mir zu interessieren, die ich schon immer auszulöschen versuchte, die ich zutiefst ablehnte und verachtete.
Wir hatten viel Spass zusammen, Du hast mein Trauma berührt und alles aufgewühlt, als du mich weggeschmissen hast. Der richtige Zeitpunkt ist der Zeitpunkt der wahren Liebe und der ist immer überall aber nicht für immer im Hier und Jetzt. Es ist alles schon so lange her, verblasst und verstaubt verliert sich die Kompilation unserer Tage in der Vergangenheit. Ich weiss nichts mehr von unseren Berührungen, von den Worten, die du mir ins Ohr flüstertest. Ich kann mich nicht mehr an den Geruch in deinem Zimmer erinnern. Ich fühle den Hauch deiner Stimme nicht mehr .

Es ist alles vernebelt und ausgetrocknet im damals. ich habe nur noch die Gedichte, mit denen ich die Stimmung zwischen uns habe einzufangen versucht. Wenn ich mit dir redete hatte ich das Gefühl du verstehst nicht nur die gesagten Wörter sondern vielmehr die Bedeutung die sie in ihrer Gesamtheit ergeben.. du verstandest nicht was ich sage, sondern was ich meine. Es hat sich so angefuehlt als ob du einen Teil von mir verstehst, den andere nicht begreifen. der Teil der die Menschen um mich normalerweise verwirrt, irritiert, perplex werden lässt. Es waren deine Fragen, die diesen Teil in mir beruehrten. Wenn wir miteinander geschlafen haben, hatte ich immer das Gefühl in unserem Sex lag Kommunikation. Ich hatte das Gefühl in unseren Momenten, in unseren Berührungen lag eine Sprache, ein so sanftes Wahrnehmen und Verstehen des anderen.
Mit dir war es anders, da scheinbar so viel unter der Oberfläche der Sekunden passierte.
Mit dir war es anders, da wir uns an einer Tür trafen, zu dem Raum, den nur wir beide kannten. An den Wänden dieses Raumes stehen die Sätze geschrieben, die wir uns sagten.
Wenn ich dich ansah spiegelte sich meine Verletzung in deinem Blick.
Es war der Teil in mir der keine Sprache fand , der eine stimme bei dir gefunden hat.
Als du kamst, hast du mich angefasst, du hast meinen Körper berührt und meine Seele hat es auch gespürt.Ich ließ dich in mich hinein, du liefst durch mich hindurch und nun war so so viel du in mir.

Das ganze ging zehn Monate wir haben uns nicht oft gesehen, aber wenn wir uns sahen trafen wir uns immer in der Mitte. Du hast mit mir gespielt, mal warst du zart, mal warst du hart. komm her, geh weg. Mal haben wir gekämpft, mal haben wir gefickt. Manchmal haben wir beides gemacht.

„Will flauschen“ „Bin im Impex,süsses Wort”  Ich war mit Tim unterwegs. Weinschorlen. “Lass dahin” veruchte ich ihn zu überreden. “ “Was will ich denn dort geh doch alleine, Flora. Gönn dir.”
Ich sass in der Strassenbahn und hoerte Skinshape- I did’t know on repeat. Hinter dem Fenster schimmerte alles zwischen roten gruenen und schwarzweissen Linien. Mein Mund war trocken und mein Herz schlug schnell. Ich drehte mich, aus allem wurde eins.
Als ich im  Import Export angekommen war kaufte ich Gin tonic. Goethe war Dichter. Plötzlich warst du neben mir an der Bar. Du hast mich geküsst.Angenehm. Es waren auch Freunde von dir da. Wir haben getanzt und ich habe gesungen. Voll Energie. Du hast mich gepackt und ich habe gelacht. Es war ein Kampf. Es war ein Spiel. Fang mich, hab dich. Play fight is right in the true night. Als wir bei dir zu Hause waren, hast du mir gesagt ich sei schön. „Flauschen wir jetzt noch?“

Verschwommene Facetten
„Hey du sweete, was geht heute?“
Ich wartete an der Jahnstrasse auf dich. Ich war am Tag davor auf einer ziemlich schlechten Party gewesen und eher durch. Wir sassen auf deinem Bett und redeten über Musik und Drogen. Wie schmal ein Mensch wird, wenn er zu viel davon nimmt.

 „Du kleine Denkerin, wovor hast du Angst?“ Ich schaute dir ins Gesicht, log und lachte . „Vor nichts.“
Ich grinste „Du verwuschelst meinen Kopf“
„Ja.“ Stille. „Was denkst du jetzt, kleine Denkerin?“ „Dass das nicht gut ist.“ „Was?“ „Das du mich so verwuschelst.“ „Du darfst dich nicht in mich verknallen Florentina.“ „Ich weiss, aber es ist doch schon passiert.“ Du hast mich ganz nah an dich gezogen und wir lagen einfach da. Ich wollte etwas sagen. „Shh. Alles okay.“ Danach haben wir uns länger nicht gesehen. Du trafst andere Frauen

Ich versuchte mich auf die Schule zu konzentrieren. Während dem Unterricht lag ich gedanklich in Nebenstrassen
und sah dich im zeitfenster. neben dem himmel und pinkem Lametta.
ich stolperte von Treppen in Träume
ich sehnte mich
nach dem licht in deinem zimmer,nach deinen blicken
und dem zarten flimmern.
Gebrochen rationale Funktionen verdrehten mein Hirn und ich verstand immer noch nicht warum wegen Hitler 70 Millionen Menschen sterben mussten.
Das passiert wenn traumatisierte Menschen an der Macht sind. Sie schleudern mit ihrem unverdauten Selbsthass um sich und traumatsieiren einen ganzen Planeten.. Krieg zerstört. Straßen, Dächer ,Türen, Kirchen, Schulen, bewohnte Häuser,  Familien, Städte, Dörfer, Geschichten, Möglichkeiten, Beziehungen, Menschen, das Leben. Der ganze Hass der in Krieg steckt,  in der heiseren Stimme der Ideologie, in den Gewähren, in den Feuern, der Flucht, dem Geschrei. Dieser Hass reisst alles auf: Fassaden, die Erde und das Innere der Menschen. Das Kriegs Trauma von damals ist ein kollektives Trauma, das die Menschen im Grossen wie im kleinen Zersplitterte und dessen Folgen wir immer noch spüren.
Ich schleppte mich durch die Tage.

Wochen später sah ich dich wieder. Wir Sprachen über Musik, du zeigtest mir Songs von Haiyti  „SR&Q“und ich klickte auf Play für McR-T „Is you Rollin’“Wir lagen nebeneinander und haben ineinander rein gefasst. „Schau mir in die Augen.“ Wir liebten es uns zu lieben. Du hast eine Playlist für mich erstellt, in der du immer wieder Songs hinzufügtest, wie „Mrs.Cold“ von Kings of Convenience oder „There is a light that never goes out“ von The Smiths. Aber du hast auch Playlists für Mercedes und Natalia erstellt.Ich war eine von vielen und wir wollten alle mit dir spielen, denn du spielst so toll. Und du schimmerst hell und dunkel, in verschwommenen Facetten und doch so ehrlich und klar undefiniert wunderbar.Dann hast du die glänzende Blase zum Platzen gebracht und die blendende Illusion ist in ein nichts gekracht, denn alles zwischen dir und mir, war nicht mehr als die Oberfläche einer Gier.
Du warst wie ein bunter Traum und du hast mir ein Licht geschenkt, es hat mich in eine flimmernde Wärme gelenkt, doch am Ende war das Licht nur ein aufgesetzter Schein. Und trotzdem hab ich mich so verliebt in dich. Du wirkst so weise und so lebhaft zugleich und mit dir fühle ich mich leicht.

In der Grundschule war ich ein aufsässiges Kind ich quatsche mit jedem der neben mich gesetzt wurde, kletterte über Zäune auf verbotene Spielplätze und lies mir Fladenbrot von einer alten Frau auf die Strasse runterwerfen. Ich ging nachts im Winter Barfuss raus und stichelte meine Freundin mit Mutproben an.Ich kletterte auf die höchsten Bäume und traute mich als erste in das Netz, das der Jäger in 6 Metern Höhe zwischen den Bäumen auf gehangen hatte. Ich war immer komisch, immer anders gewesen. In meiner Klasse mochten sie mich irgendwann gar nicht mehr, weil ich so seltsam war. Aus ihrer Abneigung wurde Hass, der bei Ihnen zu Hause geschürt wurde und den sie dann auf mich projizierten. „Du bist so hässlich Dimitri“ haben sie gesagt. Mein Name ist Maitri und ich hatte zwei spitze schief stehende seitliche Schneidezähne. Das war denen in meiner Schule irgendwie zu viel sie jagten mich auf dem Schulhof, sie lachten mich aus weil ich mir ein „Iphone touch“ wünschte, sie riefen mit dem Radio bei mir an und verarschten mich mit meinem Iphone touch, das ja bekanntlich nicht existiert. Sie verfolgten mich mit software-Pistolen und schossen mich mit Fussbällen ab. Mobbing nennt man das.
 Als ich dann endlich die Schule aufs Gymnasium wechselte hatte ich die Nase gestrichen voll. Mir reichts dachte ich. Ich wollte nie wieder ein Opfer sein.

Ich wurde in der Badewanne geboren, wahrscheinlich liebe ich Wasser deswegen so sehr. Ich kam schreiend zu Welt und sollte von da an noch öfter schreien. Meine Mutter schrie und ich schrie weil wir beide so verletzt waren. Meine Mutter war traumatisiert von einigen Erfahrungen mit ihren Eltern, die sie im Kindheits und Jugendalter gemacht hatte. Meine Großeltern waren vom zweiten Weltkrieg traumatisiert und so setzt man das Trauma von einer Generation in die Nächste. Meine Mutter liebt es zu Gärtnern und sie schaut gut zu ihren Pflanzen Sie benutze meine Seele als einen ihrer Gärten.. Sie pflanzte einen Samen der Liebe direkt neben einen Samen des Hasses. Samen brauchen Wasser zu wachsen doch ich liebte es immer mit dem Feuer zu spielen. So zündelte ich mit Streichhölzern und verbrannte meine Finger und merkte das erste mal wie angenehm sich Schmerz anfühlen kann.

Unser Spiel ging weiter „Fang mich hab dich.“Leider haben wir uns nie eingefangen. In meinem Inneren vermischen sich Schlamm und Dreck mit Zärtlichkeit und Spucke und ich riech immer noch die Luft auf deinem Balkon, hör dich lachen, weil ich wieder bisschen komisch kucke. Du warst so echt, so ungefiltert schön und direkt mit einer eleganten Arroganz, die dir wirklich gut stand.“Florentina du bist ganz hübsch, du bist ganz witzig und so aber du kannst nichts wirklich gut. Frauen haben immer so hohe Ansprüche an Männern, aber umso älter sie werden umso niedriger werden ihre Ansprüche an Männern, weil sie ja dann schon wissen, dass sie nicht mehr geil aussehen. Du bist ne Frau, das wird nicht leicht für dich mit den Männern wenn du es zu nichts bringst“
Das hatte mich ziemlich getroffen es war wie eine dieser Ohrfeigen die meine Mutter mir früher als Kind gegeben hatte wenn ich einen Fehler gemacht oder in Hose gepinkelt hatte.
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John McCrea
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BeitragVerfasst am: 06.01.2022 10:12    Titel: stream of conscience? Antworten mit Zitat

Hi,

ich habe die erste Version des Textes gelesen und hierbei einmal nicht vermutet, dass zum Beispiel Groß- Kleinschreibung bewusst als Stilmittel nicht orthographisch gesetzt werden.
Ansonsten bin ich auch gut durch den Text durchgekommen, ich mag dieses Erzählen aus einem Strom der Gedanken.
Es stellt einen Erzähler auch gut vor, denke ich.

Ich mag ebenfalls Deine Sprache, durchaus die metaphorischen Ideen, wobei ich ganz klar die Regenbogen-Einleitung am schwächsten finde:
Mir ist dort, das menschliche Selbst, zu banal beschrieben. Schwarz und Weiß.
Es gibt sicherlich Situationen, Empfindungsmomente, in denen dies zutrifft, aber generell halte ich Menschen mit inneren Emotionen für differenzierter.


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HansGlogger
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Beiträge: 193
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BeitragVerfasst am: 06.01.2022 11:01    Titel: Antworten mit Zitat

Ein beachtlicher Text, vor allem wenn die Verfasserin so jung ist, wie im Profil  angegeben. Ein paar Typos müssen noch raus z.B. traumatsieiren
Gerold hilft dir!
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Struppisstruppigegedanken
Geschlecht:weiblichGänsefüßchen

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Wohnort: München


BeitragVerfasst am: 06.01.2022 12:06    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hey danke für euer liebes Feedback. Ich werde mich noch um Gross- und Kleinschreibung bzw Tipfehler kümmern. Tippe immer am Handy und da habe ich dass so eingestellt, dass alles kleingeschrieben ist. Die Einleitung möchte ich auf jeden Fall so lassen! Das ist denke ich auch Interpretations- und Ansichtssache. Freue mich über Leser der neureren Version, die in den Antworten zu finden ist. Liebe grüsse <3xx
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Struppisstruppigegedanken
Geschlecht:weiblichGänsefüßchen

Alter: 22
Beiträge: 29
Wohnort: München


BeitragVerfasst am: 06.01.2022 16:16    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Wenn es regnet und die Sonne scheint zieht sich ein Regenbogen durch den Himmel. Der Regenbogen ist die Paradoxie des Wetters. Die Menschen die am ehrlichsten weinen und am hellsten Lachen sind die Menschen des Regenbogens. Die,  die sich verspielten Streit zwischen Liebe und Hass finden , die zwischen perfekter Lüge und schmerzhafter Wahrheit stehen und sich in ihrem  Dualismus hin und her werfen. Die tiefste Verzweiflung lacht am schönsten. Die ehrlichste Trauer weint und strahlt. Die Paradoxie des Schmerzes schimmert in jedem Herz.Ich habe meine Tränen im einer Regentonne gesammelt und bade lachend im Wasser meiner Traurigkeit. .Der Hass ist in einem Eimer aus schwarzem Öl. Ich tauche in den Hass ein und kratze mir das Öl vom Körper,  um meine Haut ehrlich zu zeigen.

Alles fing mit dir an. Mit den Lichtbalken, die sich auf der nassen Strasse spiegelten, Mit der roten Ampel vor einem Himmel, der rosa schimmerte, mit dem Bier, dass wir uns an einem alten Kiosk in einer kaputten Strasse kauften. Du hast  deinen schwarzen Wintermantel getragen und wir lächelten als wir uns sahen. Jetzt ist später. 20 Monate. Eine ziemliche Zeit, wenn man jung ist. Wir gingen zu Fuss durch die Strassen des Viertels , über die Talstrasse zur Kammerspielkantine.
 Dort sammelten sich Schauspieler und Regisseure und alle die sich an diesem Abend noch getroffen haben in der Welt zwischen einem Theater, Tomatensuppe und Wein aus Biergläsern. Du hast erzählt, von wichtigen Menschen. Alles ist verschwommen ich erinnere mich nur bruchstückhaft an das Glänzen in deinen Augen, an deine spitzen Zähne, an die Wärme deiner Hände. Du hast viel geredet:“…das da drüben siehst du den, das ist Rene Pollesch mit seiner Inszinierung „Streets of Berladelphia“ wurde er 2012 zum Theatertreffen in Berlin eingeladen…“ „Interessiert dich noch was anderes als theater?“ Und du fandest das witzig.
Wir redeten über die Verantwortung die Künstler innerhalb der Gesellschaft einnehmen. „ Die Aufgabe des Theaters ist es aktuelle gesellschaftliche Zustände und Probleme darzustellen und von verschiedenen Seiten zu beleuchten. Das Publikum soll dabei emotional bewegt und so dazu angeregt werden neue Denkperspektiven einzunehmen.

Wir gingen in deine Schauspielschule und aufs Dach . Man sah die Stadt und Lichter „Ist ganz süss hier.“ Wir klapperten Bars ab, du trankst Bier, schnell, ich Wein. „Inwiefern bist du denn weird?“ Schwierige Familienverhältnisse und emotionale Vernachlässigung endeten in Depressionen und Borderline. Diese Frage traf mich und ich zitterte . Er schien sich für eine Seite in mir zu interessieren, die ich schon immer auszulöschen versuchte, die ich zutiefst ablehnte und verachtete. Wir hatten viel Spass zusammen, du hast mein Trauma berührt und alles aufgewühlt, als du mich weggeschmissen hast. Der richtige Zeitpunkt ist der Zeitpunkt der wahren Liebe und der ist immer überall aber nicht für immer im hier und jetzt.


Es ist alles schon so lange her, verblasst und verstaubt verliert sich die Kompilation unserer Tage in der Vergangenheit. Ich weiss nichts mehr von unseren Berührungen, von den Worten, die du mir ins ohr flüstertest. Ich kann mich nicht mehr an den Geruch in deinem zimmer erinnern. Ich fühle den hauch deiner stimme nicht mehr .Es ist alles vernebelt und ausgetrocknet im damals. ich habe nur noch die Gedichte, mit denen ich die Stimmung zwischen uns habe einzufangen versucht.

Wenn ich mit dir redete hatte ich das Gefühl du verstehst nicht nur die gesagten Wörter sondern vielmehr die Bedeutung die sie in ihrer Gesamtheit ergeben.. du verstandest nicht was ich sage, sondern was ich meine. Es hat sich so angefuehlt, als ob du einen Teil von mir verstehst, den andere nicht begreifen. der Teil der die Menschen um mich normalerweise verwirrt, irritiert, perplex werden lässt. Es waren deine Fragen, die diesen Teil in mir beruehrten. Wenn wir miteinander geschlafen haben, hatte ich immer das Gefühl in unserem Sex lag Kommunikation. Ich hatte das Gefühl in unseren Momenten, in unseren Berührungen lag eine Sprache, ein so sanftes Wahrnehmen und Verstehen des anderen

Mit dir war es anders, da scheinbar so viel unter der Oberfläche der Sekunden passierte.
Mit dir war es anders, da wir uns an einer Tür trafen, zu dem Raum, den nur wir beide kannten. An den Wänden dieses Raumes stehen die Sätze geschrieben, die wir uns sagten.
Wenn ich dich ansah spiegelte sich meine Verletzung in deinem Blick.
Es war der Teil in mir der keine Sprache fand , der eine Stimme bei dir gefunden hat.
Als du kamst, hast du mich angefasst, du hast meinen Körper berührt und meine Seele hat es auch gespürt.Ich ließ dich in mich hinein, du liefst durch mich hindurch und nun war so so viel du in mir.

Das ganze ging zehn Monate wir haben uns nicht oft gesehen, aber wenn wir uns sahen trafen wir uns immer in der Mitte. Du hast mit mir gespielt, mal warst du zart, mal warst du hart. Komm her. Geh weg.. Mal haben wir gekämpft, mal haben wir gefickt. Manchmal haben wir beides gemacht.
„Will flauschen“ „Bin im Impex,süsses Wort”  Ich war mit Tim unterwegs. Weinschorlen. “Lass dahin”, veruchte ich ihn zu überreden. “ “Was will ich denn dort geh doch alleine, May. Gönn dir.” Ich sass in der Strassenbahn und hoerte Skinshape- I did’t know on repeat. Hinter dem Fenster schimmerte alles zwischen roten gruenen und schwarzweissen Linien. Mein Mund war trocken und mein Herz schlug schnell. Ich drehte mich so schnell aus allem wurde eins.
Als ich im Import Export angekommen war kaufte ich Gin Tonic. Goethe war Dichter. Plötzlich warst du neben mir an der Bar. Du hast mich geküsst. Angenehm. Es waren auch Freunde von dir da. Wir haben getanzt und ich habe gesungen. Voll Energie. Du hast mich gepackt und ich habe gelacht. Es war ein Kampf. Es war ein Spiel. Fang mich, hab dich. Play fight is right in the the true night. Als wir bei dir zu Hause waren, hast du mir gesagt ich sei schön. „Flauschen wir jetzt noch?“

Verschwommene Facetten
„Hey du sweete, was geht heute?“
Ich wartete an der Jahnstrasse auf dich. Ich war am Tag davor auf einer ziemlich schlechten Party gewesen und eher durch. Wir sassen auf deinem Bett und redeten über Musik und Drogen. Wie schmal ein Mensch wird, wenn er zu viel davon nimmt.

 „Du kleine Denkerin, wovor hast du Angst?“ Ich schaute dir ins Gesicht, log und lachte . „Vor nichts.“
Ich grinste „Du verwuschelst meinen Kopf“
„Ja.“ Stille. „Was denkst du jetzt, kleine Denkerin?“ „Dass das nicht gut ist.“ „Was?“ „Das du mich so verwuschelst.“ „Du darfst dich nicht in mich verknallen May.“ „Ich weiss, aber es ist doch schon passiert.“ Du hast mich ganz nah an dich gezogen und wir lagen einfach da. Ich wollte etwas sagen. „Shh. Alles okay.“ Danach haben wir uns länger nicht gesehen. Du trafst andere Frauen

Ich versuchte mich auf die Schule zu konzentrieren. Während dem Unterricht lag ich gedanklich in Nebenstrassen
und sah dich im Zeitfenster, neben dem Himmel und pinken Lametta.
ich stolperte von Treppen in Träume.
ich sehnte mich nach dem licht in deinem Zimmer, nach deinen Blicken
und dem zarten Flimmern.
Gebrochen rationale Funktionen verdrehten mein Hirn und ich verstand immer noch nicht warum wegen Hitler 70 Millionen Menschen sterben mussten.
Das passiert wenn traumatisierte Menschen an der Macht sind. Sie schleudern ihren unverdauten Selbsthass um sich und traumatisieren einen ganzen Planeten…Krieg zerstört. Straßen, Dächer ,Türen, Kirchen, Schulen, bewohnte Häuser,  Familien, Städte, Dörfer, Geschichten, Möglichkeiten, Beziehungen, Menschen, das Leben. Der ganze Hass der in Krieg steckt,  in der heiseren Stimme der Ideologie, in den Gewähren, in den Feuern, der Flucht, dem Geschrei. Dieser Hass reisst alles auf: Fassaden, die Erde und das Innere der Menschen. Das Kriegs Trauma von damals ist ein kollektives Trauma, das die Menschen im Grossen wie im Kleinen zersplitterte und dessen Folgen wir immer noch spüren.
Ich schleppte mich durch die Tage.

Wochen später sah ich dich wieder. Wir Sprachen über Musik, du zeigtest mir Songs von Haiyti  „SR&Q“und ich klickte auf Play für McR-T „Is you Rollin’“Wir lagen nebeneinander und haben ineinander rein gefasst. „Schau mir in die Augen.“ Wir liebten es uns zu lieben. Du hast eine Playlist für mich erstellt, in der du immer wieder Songs hinzufügtest, wie „Mrs.Cold“ von Kings of Convenience oder „There is a light that never goes out“ von The Smiths. Aber du hast auch Playlists für Mercedes und Natalia erstellt.Ich war eine von vielen und wir wollten alle mit dir spielen, denn du spielst so toll. Und du schimmerst hell und dunkel, in verschwommenen Facetten und doch so ehrlich und klar undefiniert wunderbar.Dann hast du die glänzende Blase zum Platzen gebracht und die blendende Illusion ist in ein nichts gekracht, denn alles zwischen dir und mir, war nicht mehr als die Oberfläche einer Gier.
Du warst wie ein bunter Traum und du hast mir ein Licht geschenkt, es hat mich in eine flimmernde Wärme gelenkt, doch am Ende war das Licht nur ein aufgesetzter Schein. Und trotzdem hab ich mich so verliebt in dich. Du wirkst so weise und so lebhaft zugleich und mit dir fühle ich mich leicht.

In der Grundschule war ich ein aufsässiges Kind, ich quatsche mit jedem der neben mich gesetzt wurde, kletterte über Zäune auf verbotene Spielplätze und lies mir Fladenbrot von einer alten Frau auf die Strasse runterwerfen. Ich ging nachts im Winter Barfuss raus und stichelte meine Freundin mit Mutproben an.Ich kletterte auf die höchsten Bäume und traute mich als erste in das Netz, das der Jäger in 6 Metern Höhe zwischen den Bäumen auf gehangen hatte. Ich war immer komisch, immer anders gewesen. In meiner Klasse mochten sie mich irgendwann gar nicht mehr, weil ich so seltsam war. Aus ihrer Abneigung wurde Hass, der bei Ihnen zu Hause geschürt wurde und den sie dann auf mich projizierten. „Du bist so hässlich Dimitri“ haben sie gesagt. Mein Name ist Maitri und ich hatte zwei spitze schief stehende seitliche Schneidezähne. Das war denen in meiner Schule irgendwie zu viel sie jagten mich auf dem Schulhof, sie lachten mich aus weil ich mir ein „Iphone touch“ wünschte, sie riefen mit dem Radio bei mir an und verarschten mich mit meinem Iphone touch, das ja bekanntlich nicht existiert. Sie verfolgten mich mit software-Pistolen und schossen mich mit Fussbällen ab. Mobbing nennt man das.
 Als ich dann endlich die Schule aufs Gymnasium wechselte hatte ich die Nase gestrichen voll. Mir reichts dachte ich. Ich wollte nie wieder ein Opfer sein.

Ich wurde in der Badewanne geboren, wahrscheinlich liebe ich Wasser deswegen so sehr. Ich kam schreiend zu Welt und sollte von da an noch öfter schreien. Meine Mutter schrie und ich schrie weil wir beide so verletzt waren. Meine Mutter war traumatisiert von einigen Erfahrungen mit ihren Eltern, die sie im Kindheits- und Jugendalter gemacht hatte. Meine Großeltern waren vom zweiten Weltkrieg traumatisiert und so setzt man das Trauma von einer Generation in die Nächste. Meine Mutter liebt es zu Gärtnern und sie schaut gut zu ihren Pflanzen. Sie benutze meine Seele als einen ihrer Gärten.. Sie pflanzte einen Samen der Liebe direkt neben einen Samen des Hasses. Samen brauchen Wasser zu wachsen doch ich liebte es immer mit dem Feuer zu spielen. So zündelte ich mit Streichhölzern und verbrannte meine Finger und merkte das erste mal wie angenehm sich Schmerz anfühlen kann.

Unser Spiel ging weiter „Fang mich hab dich.“Leider haben wir uns nie eingefangen. In meinem Inneren vermischen sich Schlamm und Dreck mit Zärtlichkeit und Spucke und ich riech immer noch die Luft auf deinem Balkon, hör dich lachen, weil ich wieder bisschen komisch kucke. Du warst so echt, so ungefiltert schön und direkt mit einer eleganten Arroganz, die dir wirklich gut stand.”May du bist ganz hübsch, du bist ganz witzig und so aber du kannst nichts wirklich gut. Frauen haben immer so hohe Ansprüche an Männern, aber umso älter sie werden umso niedriger werden ihre Ansprüche an Männern, weil sie ja dann schon wissen, dass sie nicht mehr geil aussehen. Du bist ne Frau, das wird nicht leicht für dich mit den Männern wenn du es zu nichts bringst“
Das hatte mich ziemlich getroffen, es war wie eine dieser Ohrfeigen die meine Mutter mir früher als Kind gegeben hatte wenn ich einen Fehler gemacht oder in Hose gepinkelt hatte.

Meine Mutter war eine schöne Frau, sie war künstlerisch talentiert und arbeitete als Graphikdesignerin, aber sie trug einen Kampf in sich. Sie kämpfte in einem Massaker mit ihren Anteilen. Sie war ein Dämon, und doch war sie sanft wie ein Engel. Sie liebte mich, aber sie hasste mich. Genau wie meinen Vater. Meine Mutter war eifersüchtig und explosiv. Mein Vater und sie stritten heftig und  wenn  ich als zweijährige zwischen ihnen sass, hörte ich nachts das Geschrei in meinen Adern pochen. Sie war wie ein Drache im Silberkleid, wunderschön anzusehen aber wenn sie begann Feuer zu spucken hatten wir eine ungeheure Angst vor ihr. Einmal stritten mein Vater und sie sehr stark, dass mein Vater so fest gegen einen Türrahmen schlug, dass zwei seiner Finger gebrochen waren. Er verließ sie für eine 20 jährige Frau und liess mich allein mit ihr zurück.

Nach der Grundschule, schickte meine Mutter mich auf ein Internat, da sie die Verantwortung für mich nicht länger ertrug. „Entweder du ziehst du zu deinem Vater in die Schweiz oder du musst auf ein Internat!“ schrie sie mich an und stellte mich  als 9-jährige vor die Wahl.Da ich meinen Freundeskreis in München nicht verlieren wollte, entschied ich mich für das Internat. Die ersten zwei Jahre dort liefen gut. Ich hatte tolle Freunde, fiel nicht weiter auf und hatte gute bis mittelmäßige Noten. Wir gingen im See baden, spielten 123 Frei auf dem riesigen Schulgelände, das einen eigenen Park besass. Wir schrieen rum, wir lachten laut. Wir waren frei. Ausser nachts, da quasselten wir zwar bis 0 Uhr und redeten über alles, die letzten Sommerferien, Jungs, Bücher, Filme oder spielten heimlich Nintendo Ds unter der Decke, aber immer wieder kam eine Internatserzieherin und lauschte an der Tür ob wir schon schliefen. Natürlich gab es öfter mal Ärger, wenn wir zu laut waren oder wir in ein anderes Zimmer schlichen oder auf dem Balkon herum lungerten. Aber uns war das total egal. Wir waren Kinder, wir wollten Spass haben. Meine Mutter hatte mich schon sooft zusammengeschrien, da konnte mir die Tante aus dem Erzieherzimmer auch nicht viel anhaben. Wir spielten Germany’s next Topmodel im dem langen Korridor, der die Zimmer miteinander verband,, tauschten unsere Klamotten, schliefen in einem Bett erforschten gemeinsam unsere angehende Lust. Meine beste Freundin war Josephine, die ich immer um ihre vollen Lippen beneidet hatte. Sie war ein herzensguter Mensch, extrem lustig und hatte eine beruhigende Wirkung auf mich. Sie war zuverlässig und treu. Sie war schön und sie war cool. Ich fand sie extrem cool. Ich wollte so sein wie sie.
Und so kam es das wir beide die coolsten Mädchenunserer Jahrgangsstufe waren. Und ich dachte mir:“Endlich kein Opfer mehr, wa.“

Wir liefen durchs Glockenbachviertel, hielten vor dem Baader-Cafe, in dem ich meine Wasserflasche  auffüllen wollte. Ich ging kurz rein und als ich das Cafe wieder verliess, saßt du auf einem Tisch und sahst mich an „Ich glaube ein Grund warum ich so gemein zu dir bin ist, dass ich mich einerseits in dir sehe, du aber auf der anderen Seite etwas hast was ich nie hatte, aber immer haben wollte.“ Hast du gesagt. „Was genau meinst du?“ „Ja ich kenne das wenn man so verletzt ist und so liebt wie du, aber wie schaffst du dass du trotz meiner Zurückweisung dir gegenüber immer wieder  so liebevoll bist.  
Keine Ahnung inwiefern, dass dann toxisch ist aber ich finde das eine sehr schöne Eigenschaft an dir.“ Wir gingen weiter durch die Nacht der Straßen. Die Stadt war voller Lichter in rot, orange und weiss die sich auf dem in Schaufenstern spiegelten. Es war Sommer, die Luft war lau und warm und man hörte die Isar sanft rauchen.
“Was willst du denn genau von mir May? Du hast irgendwie geschrieben dass du mich spüren willst, was ich auch ganz süss finde, aber ich versteh nicht wie du das meinst. Es hat sich nichts daran geändert, was ich dir neulich gesagt habe und ich weiss, dass ich mich auf Nichts etwas einlassen werde.” “Ich will die Zeit, die uns noch bleibt.“ Bei dir zu Hause lagen wir lange nebeneinander. Du hast mich gehalten und wir streichelten uns. Wir waren ganz still, in dem Raum, den nur wir beide kennen. Du hast meine Hände in deine genommen. Wir haben es immer zusammen gemacht, sind immer verschmolzen im Spiel der Lust.

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