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Herr der Ringe Fanfiction Kurzgeschichte: In unseren Herzen werden sie für immer weiterleben


 

 
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Elbenkönigin1980
Reißwolf


Beiträge: 1241



BeitragVerfasst am: 26.07.2021 05:07    Titel: Herr der Ringe Fanfiction Kurzgeschichte: In unseren Herzen werden sie für immer weiterleben eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Diese Fanfic handelt von den Gedanken König Eldarions nach dem Tod seines Vaters Aragorn, beim Abschied von seiner Mutter Arwen. Mit dieser Geschichte wollte ich auch zum Ausdruck bringen, wie die Elben in der Welt der Menschen im vierten Zeitalter vergessen wurden, was Tolkien ja auch angedeutet hatte
Bin gespannt wie ihr es findet:

Es tut mir im Herzen weh, Mutter so gebrochen an Vaters Grab stehen zu sehen. In den vierzehn Tagen die seit seinem Tod vergangen sind, haben sich tiefe Falten in ihr vorher so makellos glattes Gesicht gegraben und in ihrem Haar zeigen sich erste graue Strähnen. Ihre sanften Augen, die immer so viel Lebensfreude und Zuversicht ausstrahlten, sind jetzt von tiefer Traurigkeit erfüllt. Wir saßen beide an Vaters Bett als er starb und ich habe sie danach lange im Arm gehalten und wir konnten gar nicht mehr aufhören zu weinen.
Seitdem geht sie jeden Tag zu Vaters Grab, ihr Gesicht unter einem schwarzen Schleier verborgen und  mit ihren  zierlichen Händen sanft  über den Marmor von Vaters Grabfigur streichelnd. Die Figur zeigt Vater so, wie er in seinen besten Jahren aussah. Viele in der Stadt behaupten, Vater sei fast zweihundert Jahre alt geworden, aber ich glaube nicht, dass das stimmt. Kein Mensch wird zweihundert Jahre alt.
Mutter war immer eine liebenswerte Träumerin, die mir und meinen beiden Schwestern, als wir noch Kinder waren, viele Geschichten über Elben erzählt hat. Sie hatte eine blühende Fantasie und glaubte ernsthaft daran, selbst eine Elbin zu sein. Mutters Ohren sind spitz, und meine auch, aber das ist nur eine Laune der Natur, mehr nicht. Elben sind nur Märchenfiguren, das weiß ich, weil ich in meinem ganzen  Leben niemals eines dieser Wesen zu Gesicht bekommen habe. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass meine Urgroßmutter die Herrin eines Goldenen Waldes namens Lothlorien gewesen sein soll und mit einem  aus einer Schale mit Wasser bestehenden Zauberspiegel in die Zukunft, Gegenwart und die Vergangenheit blicken konnte. Oder dass mein Großvater der Fürst eines großen, von Wasserfällen umgebenen Tales gewesen sein soll.
Ich kann mich nur dunkel an Mutters Brüder erinnern, die in der Wildnis lebten, in einem abgeschiedenen Tal, und uns manchmal hier in Minas besucht haben. Es waren wunderliche Männer, die irgendwie seltsam auf mich wirkten, fast so als würden sie einer längst vergangenen Zeit angehören. Elladan und Elrohir, ja, das waren ihre Namen. Aber sie waren ganz normale Menschen, was denn sonst?
Mutter und Vater gaben mir den Namen Eldarion-Elbensohn, weil sie beide die Märchen und Legenden über die Elben so sehr geliebt haben. Nun, ich liebe diese Märchen auch, aber ich glaube nicht dass darin auch nur ein Fünkchen von Wahrheit liegt.

Ich mache mir sehr große Sorgen um Mutter. Gerade hat sie mir und meinen Schwestern Galadriel und Arariel verkündet, dass sie sich zum Sterben in den Wald zurückziehen will, in jenes einsame Waldgebiet, von dem sie ernsthaft glaubt, dort hätte sich früher ein elbisches Königreich namens Lothlorien befunden. Mutter war so fasziniert von den alten Legenden, dass sie meiner jüngsten Schwester den Namen Galadriel gab, der Königin dieses Fantasiereiches. Meine Schwester hat goldblondes Haar und sanfte blaue Augen, und die gleichen spitzen Ohren wie ich. Meine Mutter hat immer gesagt, Galadriel sei das Ebenbild ihrer Großmutter, nach der sie benannt wurde. Meine Schwester ist sogar so tief in die abstruse Fantasiewelt meiner Mutter eingetaucht, dass sie zur See fahren möchte, um das sagenumwobene Valinor zu finden.
In Mutters Augen zeigt sich eine wilde Entschlossenheit, als sie mir sagt, dass sie in die Wälder Lothloriens gehen und dort am Cerin Amroth sterben möchte. Ich kann sie doch nicht alleine in den Wald gehen lassen, damit sie dort stirbt und dann Wölfe und Bären sich an ihrem Leichnam laben. Dass sie überhaupt sterben muss, das bricht mir das Herz. Bis zu Vaters Tod hat sie immer noch wie eine junge Frau in ihren besten Jahren ausgesehen...womöglich habe ich sie deswegen immer für unsterblich gehalten. Das war so traurig, zu sehen, wie mein Vater in den letzten Jahren alt und gebrechlich wurde, und wie sie, immer noch jung und schön, an seiner Seite blieb, ihn unterstützte wo sie nur konnte. Die beiden haben einander sehr geliebt. Warum meine Mutter nicht gealtert ist, das ist mir ein Rätsel. Wahrscheinlich glaubte sie deswegen, sie wäre eine Elbin, weil sie langsamer alterte als andere Menschen.
Vater hatte auch seltsame Freunde, die uns früher oft besucht haben, als ich noch ein Kind war. Da war ein Zwerg, der viel lachte und oft laut rülpste, ein blonder Mann mit spitzen Ohren, der ein ausgezeichneter Bogenschütze war, und drei kleine Männer aus dem Auenland, die sich selbst als Hobbits bezeichneten.
Irgendwann kamen sie nicht mehr, sie sind wohl alle längst gestorben.
Jetzt da Vater tot ist ist Mutter die letzte aus einer längst vergangenen Zeit, einer  Zeit, die ich nur aus Erzählungen kenne. Gab es diesen Kampf gegen den dunklen Herrscher namens Sauron überhaupt, oder waren auch das nur Märchen, mit denen man uns in unserer Kindheit unterhalten wollte?
Nein, ich vermag es nicht zu sagen. Jene Legenden sind mir heute fremd, weil sie so seltsam fern liegen.

An einem kalten Herbstmorgen, an dem die ersten Blätter von den Bäumen in den Innenhöfen geweht werden, kommt Mutter in mein Gemach und verkündet mir, dass sie heute ihre letzte Reise nach Lothlorien antreten wird.
Ich kann meine Tränen nicht zurückhalten, und sage ihr, dass sie nicht einfach so in den Wald gehen darf um dort alleine zu sterben. Niemand, erst recht nicht eine so liebevolle Mutter wie sie es immer war, verdient es, alleine in der Wildnis zu sterben. Lothlorien ist total verwildert, weil die Menschen den Wald meiden. Vor allem die abergläubische Landbevölkerung von Rohan und Gondor glaubt, dass dort früher einmal eine heimtückische Hexe gehaust hat und der Wald verflucht wäre. Und meine Mutter glaubt ernsthaft, einst in diesem Wald mit ihren elbischen Großeltern und deren Untertanen zusammengelebt zu haben. Mutter hatte schon immer zu viel Fantasie. Das war auch schön, es hat mir sehr gut gefallen, wenn sie mit mir in meiner Kindheit in verlassene Wälder und Schluchten reiste, und mir erzählte, dass sie dort früher mit ihrer elbischen Verwandtschaft gelebt habe. Einmal haben wir ihre Brüder,  die alleine in einem großen schönen Haus in einer von Wasserfällen umgegebenen Schlucht wohnten, besucht. Sicherlich hatte dieser Ort etwas Magisches an sich, aber das hatte nichts mit Elben zu tun, das sind nur Wesen aus Märchenbüchern. Was mag wohl aus Mutters Brüdern geworden sein? Ob sie wohl immer noch dort leben in dieser ruhigen Schlucht mitten in der Wildnis? Und ob ich diese Schlucht, dieses wunderschöne Tal ohne Mutters Hilfe überhaupt wiederfinden könnte?
Mutter umarmt mich ein letztes Mal und küsst mich sanft auf die Stirn, sagt mir, dass ich gewiss ein guter König werden würde wie mein Vater, und dass sie mich und meine Schwestern sehr liebhat.
Ich biete ihr an, mit ihr nach Lothlorien zu kommen, denn ich will nicht, dass sie alleine stirbt, dort inmitten der Wildnis.
Doch sie sagt mir, dass sie alleine gehen muss, dass niemand sie in diese Welt, die einer anderen Zeit angehört, begleiten kann.
Wenig später ist sie fort, vom Fenster aus kann ich ihre gebeugte, schwarzgekleidete Gestalt sehen, wie sie auf ihrem Pferd Asfaloth, dem fünften dieses Namens, zum Palasttor hinausreitet.
Warum will sie unbedingt alleine sterben? Ich würde niemals alleine dem Tod ins Auge blicken wollen, sondern es bevorzugen dann im Kreis meiner Familie in einem weichen Bett zu liegen, wenn eines Tages meine letzte Stunde gekommen ist.
Nein, ich kann sie nicht einfach so in den Tod ziehen lassen!
Ich werde jetzt meine Schwestern rufen, und dann werden wir drei nach Lothlorien aufbrechen, um Mutter in ihrer letzten Stunde beizustehen. Es tut mir im Herzen weh, dass sie sterben wird, ich hätte mir gewünscht, dass ihr nach Vaters Tod noch ein paar Jahre bleiben. Oh, ich werde sie so sehr vermissen, und auch Vater fehlt mir sehr.
Die beiden waren wundervolle Eltern. Sicher, sie hatten beide eine blühende Fantasie und lebten gedanklich nicht immer in der Realität, aber sie waren wundervolle Menschen.
Meine Mutter denkt bis heute, sie wäre eine Elbin....dennoch, obwohl sie so eine Träumerin ist,  liebe ich sie über alles, gerade ihre blühende Fantasie hat sie zu dem interessanten, faszinierenden Menschen gemacht, der sie immer gewesen ist.
Und auch wenn es die Elben nie gegeben hat, in unserer Fantasie wird immer ein Platz für sie sein. Meine Mutter hat es uns so gelehrt, und sie glaubte an diese Märchen und Legenden.
Nein, ich glaube nicht daran, werde mich aber dennoch auch weiterhin von diesen niedlichen Märchengeschichten verzaubern lassen und sie noch meinen Urenkelchen erzählen, wenn ich sie ins Bett bringe. So werden Galadriel, Elrond und all jene anderen liebenswerten Wesen aus Mutters Fantasie immer einen Platz in unseren Herzen haben, obwohl es sie niemals gegeben hat.
Ich hoffe ich bin stark genug, um gemeinsam mit meinen Schwestern Mutter in ihren letzten Stunden beizustehen. Sie hat uns so viel Liebe gegeben, und das haben wir nicht vergessen.
Und dann werde ich nach Minas Tirith zurückkehren und das tun was ich Mutter versprochen habe:  mich darum bemühen, ein ebenso guter König sein wie mein Vater.
Vielleicht werde ich sogar ein Märchenbuch über Elben herausbringen, denn obwohl es die niemals gegeben hat, üben diese geheimnisvollen Wesen eine große Anziehungskraft auf mich aus.
"Mutter, Vater und die Elben"; denke ich mir, von tiefer Melancholie erfüllt, während ich vor mich hin sinnend das wunderschöne Schmuckstück betrachte, das Mutter mir hinterlassen hat, den Abendstern, dessen Diamanten in einem strahlenden Licht funkeln, wenn die Sonne darauf scheint.
Ein Schmuckstück wie aus einer anderen Zeit. Irgendwie  magisch.
Mutter glaubte immer, es sei in Lothlorien gefertigt worden. Woher es wirklich stammt, werde ich wohl nie erfahren.
Aber ich liebe es, den Abendstern zu tragen, weil ich weiß, dass meine Mutter ihn einst, als Symbol ihrer Liebe, meinem Vater geschenkt hat. Und eines Tages, wenn meine letzte Stunde gekommen ist, werde ich ihn meiner ältesten Tochter schenken. Der Abendstern soll ein Erbstück unserer Familie sein, das Symbol der unsterblichen Liebe meiner Eltern. Denn ich glaube nicht, dass die Liebe mit dem Tod stirbt.
In unseren Herzen werden sie für immer leben. Und wir, ihre Kinder, Enkel und Urenkel werden niemals die liebevollen Blicke vergessen, die die beiden immer miteinander getauscht haben, und auch nicht jene unbeschwerten Momente, wenn sie Hand in Hand durch den großen Garten im sechsten Ring spazierten, während wir Kinder lachend um sie herumtollten.
Sie waren ein sehr glückliches Paar, dessen Liebe in ihrer Fantasiewelt wunderbar gedeihen konnte.
Ich bin sehr stolz auf meine Eltern, obwohl meine Mutter mit Sicherheit niemals einen Hobbit, der einen magischen Ring trug, vor irgendwelchen Geistern eines dunklen Herrschers gerettet hat, und mein Vater sicherlich niemals mit einer Gruppe Gefährten auf einer gefahrvollen Reise durch Mittelerde unterwegs war, um einen magischen Ring, in den Saurons Macht gebunden war, zu zerstören.
Aber diese Märchen sind so wunderschön, so berührend, und in unseren Herzen werden sie für immer leben.



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Angst
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BeitragVerfasst am: 26.07.2021 12:21    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Elbenkönigin1980

Interessante Idee für eine Fanfiction, einen Nachkommen Aragorns und Arwens an der Lebensgeschichte der beiden zweifeln zu lassen. Ich habe den Text gerne gelesen, hätte noch ein paar Anmerkungen, die dir vielleicht helfen, den Text zu verbessern:

    1. Ich habe mich ständig gefragt, wie alt der Erzähler ist. Das macht meiner Meinung nach einen erheblichen Unterschied. Vielleicht lässt du das bewusst offen, aber ich glaube, der Leserschaft würde diese Info helfen. Ich persönlich schätze, dass Eldarion zwischen 20 bis 30 Jahre alt ist.
    2. Mein Hauptkritikpunkt: Ich finde, du müsstest näher ausführen, weshalb Eldarion an den Erzählungen seiner Eltern zweifelt, sie sogar «abstrus» nennt. Du betonst fast zu häufig und zu direkt, dass er es tut. Aber eigentlich interessant sind doch die Hintergründe dieses Zweifels. Zwar sagt er, er habe nie Elben gesehen. Aber für mich ist nicht selbstverständlich, dass jemand so absolut seine Eltern in Zweifel zieht. Dafür muss es gute Gründe geben, zumal er seine Eltern ja liebt und respektiert. (Und er hat spitze Ohren!) Verwundert hat mich zudem, dass Eldarion den Krieg gegen Sauron zumindest nicht direkt als Märchen verwirft. Weshalb findet er das einigermassen realistisch, alles andere aber nicht? Da erschliesst sich mir die Logik nicht. Ich schätze, Eldarion lebt in einer ganz anderen Welt und ist in einer anderen Kultur aufgewachsen – als Leser würde ich diesen Kontext gerne erfahren.
    3. Zu viele Wiederholungen: «Es tut mir im Herzen weh» 2x, «in unserem Herzen werden sie für immer leben» 2x, «blühende Fantasie» 3x. Ausserdem betonst du – wie bereits erwähnt – zu häufig, dass Eldarion ein Skeptiker ist.
    4. Ich würde mir eine szenischere Erzählung wünschen. Wie haben Aragorn und Arwen von ihrem Leben erzählt, sassen alle drei Kinder zusammen, wie haben die drei auf diese Geschichten reagiert? Auch würde mich sehr interessieren, wie die Beziehung zwischen Galadriel und Eldarion konkret aussieht. Haben sie sich wegen ihrer unterschiedlichen Ansichten entfremdet?

Hoffentlich kannst du mit meinen Rückmeldungen ein bisschen was anfangen.

Beste Grüsse
Angst


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— Søren Kierkegaard, Philosophische Brosamen,
München: Deutscher Taschenbuch Verlag, S. 48.
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Natalie2210
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BeitragVerfasst am: 26.07.2021 15:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Elbenkönigin,

ich glaube auch, dass "szenisch" das Stichwort ist. Der Text wirkt flach, er wird erzählt aber er zeigt nichts, er reißt mich nicht mit.

Zitat:
Sie waren ein sehr glückliches Paar, dessen Liebe in ihrer Fantasiewelt wunderbar gedeihen konnte.


Welches Kind denkt denn so über seine Eltern? Ich fände es besser, die Einigkeit von Aragorn und Arwen zu betonen, ihren liebevollen Umgang miteinander zu zeigen, etc.

lg,
Natalie
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Ralphie
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BeitragVerfasst am: 26.07.2021 16:44    Titel: Antworten mit Zitat

Ich finde es außer ein paar fehlenden Kommas ganz ausgezeichnet!

Bravo, Elbenkönigin!
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Elisa
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Beiträge: 103



BeitragVerfasst am: 26.07.2021 18:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Elbenkönigin1980,

ich habe Deinen Text gern gelesen.
Er ist so gefühlvoll geschrieben, dass er mich gleich berührt hat, und ich unbedingt bis zum Ende lesen wollte.
Kleinigkeiten wie Wiederholungen, Kommas usw. wurden ja schon genannt.

Lg Elisa
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FaithinClouds
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BeitragVerfasst am: 26.07.2021 20:02    Titel: Re: Herr der Ringe Fanfiction Kurzgeschichte: In unseren Herzen werden sie für immer weiterleben Antworten mit Zitat

Hey Elbenkönigin1980😄

Fantasy ist eigentlich nicht mein bevorzugtes Genre. Ich hab die LotR-Bücher auch nie gelesen, sondern bloß die Filme geguckt. Ich versuche, die Kritik, die jetzt kommt, möglichst sachlich und stilbezogen zu halten und nicht irgendwie meine generelle Abneigung (na ja, das ist auch ein ein bisschen zu hartes Wort) gegen das Genre mit reinzulegen.

Elbenkönigin1980 hat Folgendes geschrieben:


Es tut mir im Herzen weh, Mutter so gebrochen an Vaters Grab stehen zu sehen. In den vierzehn Tagen die seit seinem Tod vergangen sind, haben sich tiefe Falten in ihr vorher so makellos glattes Gesicht gegraben und in ihrem Haar zeigen sich erste graue Strähnen. Ihre sanften Augen, die immer so viel Lebensfreude und Zuversicht ausstrahlten, sind jetzt von tiefer Traurigkeit erfüllt. Wir saßen beide an Vaters Bett, als er starb, und ich habe sie danach lange im Arm gehalten und wir konnten gar nicht mehr aufhören zu weinen.
Seitdem geht sie jeden Tag zu Vaters (vielleicht einfach: seinem, Vater kam davor schon und kommt danach auch nochmal bei der Grabfigur) Grab, ihr Gesicht unter einem schwarzen Schleier verborgen und  mit ihren  zierlichen Händen sanft  über den Marmor von Vaters Grabfigur streichelnd (so lange Nebensätze mit Partizipien sind ein bisschen kompliziert, ich würde den einfach als Hauptsatz schreiben: und streicht mit ihren zierlichen Händen sanft über den Marmor von Vaters Grabfigur). Die Figur zeigt Vater ("ihn" vielleicht lieber, auch hier kommt so Schlag auf Schlag das Wort Vater, bei Eigennamen fänd ich es nicht schlimm, aber bei Substantiven stört es ein bisschen) so, wie er in seinen besten Jahren aussah. Viele in der Stadt behaupten, Vater sei fast zweihundert Jahre alt geworden, aber ich glaube nicht, dass das stimmt. Kein Mensch wird zweihundert Jahre alt.
Mutter war immer eine liebenswerte Träumerin, die mir und meinen beiden Schwestern, als wir noch Kinder waren, viele Geschichten über Elben erzählt hat. Sie hatte eine blühende Fantasie und glaubte ernsthaft daran, selbst eine Elbin zu sein. Mutters Ohren sind spitz, und meine auch, aber das ist nur eine Laune der Natur, mehr nicht. Elben sind nur Märchenfiguren, das weiß ich, weil ich in meinem ganzen  Leben niemals eines dieser Wesen zu Gesicht bekommen habe. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass meine Urgroßmutter die Herrin eines Goldenen Waldes namens Lothlorien gewesen sein soll und mit einem  aus einer Schale mit Wasser bestehenden Zauberspiegel (sehr kompliziert, reicht nicht: Zauberspiegel oder Wasserschale?) in die Zukunft, Gegenwart und die Vergangenheit blicken konnte. Oder dass mein Großvater der Fürst eines großen, von Wasserfällen umgebenen Tales gewesen sein soll.
Ich kann mich nur dunkel an Mutters Brüder erinnern, die in der Wildnis lebten, in einem abgeschiedenen Tal, und uns manchmal hier in Minas besucht haben. Es waren wunderliche Männer, die irgendwie seltsam auf mich wirkten, fast so als würden sie einer längst vergangenen Zeit angehören. Elladan und Elrohir, ja, das waren ihre Namen. Aber sie waren ganz normale Menschen, was denn sonst? (Den würde ich ganz weglassen, man versteht auch schon so die Andeutung, dass es womöglich Elben waren, der Satz macht es zu offensichtlich)
Mutter und Vater gaben mir den Namen Eldarion-Elbensohn, weil sie beide die Märchen und Legenden über die Elben so sehr geliebt haben. Nun, ich liebe diese Märchen auch, aber ich glaube nicht dass darin auch nur ein Fünkchen von Wahrheit liegt. (hier auch: ist eine Dopplung, schon zuvor sagt der Erzähler ja, er kann sich nicht vorstellen, dass auch nur ein kleines Bisschen von dem stimmt, was die Arwen ihm erzählt hat)
 
Ich mache mir sehr große Sorgen um Mutter. Gerade hat sie mir und meinen Schwestern Galadriel und Arariel verkündet, dass sie sich zum Sterben in den Wald zurückziehen will, in jenes einsame Waldgebiet, von dem sie ernsthaft (kannst du weglassen) glaubt, dort hätte sich früher ein elbisches Königreich namens Lothlorien befunden. Mutter war so fasziniert von den alten Legenden, dass sie meiner jüngsten Schwester den Namen Galadriel gab, der Königin dieses Fantasiereiches. Meine Schwester hat goldblondes Haar und sanfte blaue Augen, und die gleichen spitzen Ohren wie ich. Meine Mutter hat immer gesagt, Galadriel sei das Ebenbild ihrer Großmutter, nach der sie benannt wurde. Meine Schwester ist sogar so tief in die abstruse Fantasiewelt meiner Mutter eingetaucht, dass sie zur See fahren möchte, um das sagenumwobene Valinor zu finden.
In Mutters Augen zeigt (ich weiß nicht, ob das ein richtiger Tempusfehler ist) sich eine wilde Entschlossenheit, als sie mir sagt, dass sie in die Wälder Lothloriens gehen und dort am Cerin Amroth sterben möchte. Ich kann sie doch nicht alleine in den Wald gehen lassen, damit sie dort stirbt und dann Wölfe und Bären sich an ihrem Leichnam laben. Dass sie überhaupt sterben muss, das bricht mir das Herz. Bis zu Vaters Tod hat sie immer noch wie eine junge Frau in ihren besten Jahren (auch das ist ein bisschen redundant, jung bedeutet ja eigentlich das gleiche) ausgesehen...womöglich habe ich sie deswegen immer für unsterblich gehalten. Das war so traurig, zu sehen, wie mein Vater in den letzten Jahren alt und gebrechlich wurde, und wie sie, immer noch jung und schön, an seiner Seite blieb, ihn unterstützte wo sie nur konnte. Die beiden haben einander sehr (ohne das "sehr" ist die Liebe irgendwie stärker) geliebt. Warum meine Mutter nicht gealtert ist, das ist mir ein Rätsel. Wahrscheinlich glaubte sie deswegen, sie wäre eine Elbin, weil sie langsamer alterte als andere Menschen.
Vater hatte auch seltsame Freunde, die uns früher oft besucht haben, als ich noch ein Kind war. Da war ein Zwerg, der viel lachte und oft laut rülpste, ein blonder Mann mit spitzen Ohren, der ein ausgezeichneter Bogenschütze war, und drei kleine Männer aus dem Auenland, die sich selbst als Hobbits bezeichneten.
Irgendwann kamen sie nicht mehr, sie sind wohl alle längst gestorben.
Jetzt da Vater tot ist ist Mutter die letzte aus einer längst vergangenen Zeit, einer  Zeit, die ich nur aus Erzählungen kenne. Gab es diesen Kampf gegen den dunklen Herrscher namens Sauron überhaupt, oder waren auch das nur Märchen, mit denen man uns in unserer Kindheit unterhalten wollte?
Nein, ich vermag es nicht zu sagen. Jene Legenden sind mir heute fremd, weil sie so seltsam fern liegen.

An einem kalten Herbstmorgen, an dem die ersten Blätter von den Bäumen in den Innenhöfen geweht werden, kommt Mutter in mein Gemach und verkündet mir, dass sie heute ihre letzte Reise nach Lothlorien antreten wird. (ich kenne mich mit dem Stil der Herr-der-Ringe-Bücher nicht aus. Aber Dialoge sind spannender zu lesen, wenn sie in direkter Rede verfasst sind)
Ich kann meine Tränen nicht zurückhalten, und sage ihr, dass sie nicht einfach so in den Wald gehen darf, um dort alleine zu sterben. Niemand, erst recht nicht eine so liebevolle Mutter wie sie es immer war, verdient es, alleine in der Wildnis zu sterben. Lothlorien ist total verwildert, weil die Menschen den Wald meiden. Vor allem die abergläubische Landbevölkerung von Rohan und Gondor glaubt, dass dort früher einmal eine heimtückische Hexe gehaust hat und der Wald verflucht wäre (sei). Und meine Mutter glaubt ernsthaft (du benutzt oft ernsthaft als Adverb), einst in diesem Wald mit ihren elbischen Großeltern und deren Untertanen zusammengelebt zu haben. Mutter hatte schon immer zu viel Fantasie. Das war auch schön, es hat mir sehr gut gefallen, wenn sie mit mir in meiner Kindheit in verlassene Wälder und Schluchten reiste, und mir erzählte, dass sie dort früher mit ihrer elbischen Verwandtschaft gelebt habe. Einmal haben wir ihre Brüder,  die alleine in einem großen schönen Haus in einer von Wasserfällen umgegebenen Schlucht wohnten, besucht. Sicherlich hatte dieser Ort etwas Magisches an sich, aber das hatte nichts mit Elben zu tun, das sind nur Wesen aus Märchenbüchern (das ist eine unnötige Wiederholung, du schreibst zu oft, dass der Protagonist die Erzählungen seiner Mutter anzweifelt). Was mag wohl aus Mutters Brüdern geworden sein? Ob sie wohl immer noch dort leben in dieser ruhigen Schlucht mitten in der Wildnis? Und ob ich diese Schlucht, dieses wunderschöne Tal ohne Mutters Hilfe überhaupt wiederfinden könnte?
Mutter umarmt mich ein letztes Mal und küsst mich sanft auf die Stirn, sagt mir, dass ich gewiss ein guter König werden würde wie mein Vater, und dass sie mich und meine Schwestern sehr liebhat.
Ich biete ihr an, mit ihr nach Lothlorien zu kommen, denn ich will nicht, dass sie alleine stirbt, dort inmitten der Wildnis.
Doch sie sagt mir, dass sie alleine gehen muss, dass niemand sie in diese Welt, die einer anderen Zeit angehört, (den Nebensatz kann man auch weglassen) begleiten kann.
Wenig später ist sie fort, vom Fenster aus kann ich ihre gebeugte, schwarzgekleidete Gestalt sehen, wie sie auf ihrem Pferd Asfaloth, dem fünften dieses Namens, zum Palasttor hinausreitet.
Warum will sie unbedingt alleine sterben? Ich würde niemals alleine dem Tod ins Auge blicken wollen, sondern es bevorzugen dann im Kreis meiner Familie in einem weichen Bett zu liegen, wenn eines Tages meine letzte Stunde gekommen ist.
Nein, ich kann sie nicht einfach so in den Tod ziehen lassen!
Ich werde jetzt meine Schwestern rufen, und dann werden wir drei nach Lothlorien aufbrechen, um Mutter in ihrer letzten Stunde beizustehen. Es tut mir im Herzen weh, dass sie sterben wird, ich hätte mir gewünscht, dass ihr nach Vaters Tod noch ein paar Jahre bleiben. Oh, ich werde sie so sehr vermissen, und auch Vater fehlt mir sehr.

(das mit dem Sterben finde ich generell ein bisschen komisch. Wenn jemand genug Kraft hat, zu reiten oder sonst was, scheint es nicht so, als würde er bald sterben. Und nur weil sie halt nicht mehr wie eine junge Frau aussieht, bedeutet das ja nicht gleich, dass sie sterbenskrank ist.)

Die beiden waren wundervolle Eltern. Sicher, sie hatten beide eine blühende Fantasie und lebten gedanklich nicht immer in der Realität, aber sie waren wundervolle Menschen.
Meine Mutter denkt bis heute, sie wäre eine Elbin (auch hier eine Wiederholung) ....dennoch, obwohl sie so eine Träumerin ist (also das finde ich auch komisch. Obwohl jemand eine Träumerin ist? Das klingt, als wäre es normal, als Träumerin nicht geliebt zu werden) liebe ich sie über alles, gerade ihre blühende Fantasie hat sie zu dem interessanten, faszinierenden Menschen gemacht, der sie immer gewesen ist.
Und auch wenn es die Elben nie gegeben hat, in unserer Fantasie wird immer ein Platz für sie sein. Meine Mutter hat es uns so gelehrt, und sie glaubte an diese Märchen und Legenden.
Nein, ich glaube nicht daran, werde mich aber dennoch auch weiterhin von diesen niedlichen Märchengeschichten verzaubern lassen und sie noch meinen Urenkelchen erzählen, wenn ich sie ins Bett bringe. So werden Galadriel, Elrond und all jene anderen liebenswerten Wesen aus Mutters Fantasie immer einen Platz in unseren Herzen haben, obwohl es sie niemals gegeben hat. (Wiederholung, du sagst ja davor sogar: Märchengeschichten)
Ich hoffe, ich bin stark genug, um gemeinsam mit meinen Schwestern Mutter in ihren letzten Stunden beizustehen. Sie hat uns so viel Liebe gegeben, und das haben wir nicht vergessen.
Und dann werde ich nach Minas Tirith zurückkehren und das tun was ich Mutter versprochen habe:  mich darum bemühen, ein ebenso guter König sein wie mein Vater.
Vielleicht werde ich sogar ein Märchenbuch über Elben herausbringen, denn obwohl es die niemals gegeben hat (Wiederholung), üben diese geheimnisvollen Wesen eine große Anziehungskraft auf mich aus.
"Mutter, Vater und die Elben"; denke ich mir, von tiefer Melancholie erfüllt, während ich vor mich hin sinnend das wunderschöne Schmuckstück betrachte, das Mutter mir hinterlassen hat, den Abendstern, dessen Diamanten in einem strahlenden Licht funkeln, wenn die Sonne darauf scheint.
Ein Schmuckstück wie aus einer anderen Zeit. Irgendwie  magisch.
Mutter glaubte immer, es sei in Lothlorien gefertigt worden. Woher es wirklich stammt, werde ich wohl nie erfahren.
Aber ich liebe es, den Abendstern zu tragen, weil ich weiß, dass meine Mutter ihn einst, als Symbol ihrer Liebe, meinem Vater geschenkt hat. Und eines Tages, wenn meine letzte Stunde gekommen ist, werde ich ihn meiner ältesten Tochter schenken. Der Abendstern soll ein Erbstück unserer Familie sein, das Symbol der unsterblichen Liebe meiner Eltern. Denn ich glaube nicht, dass die Liebe mit dem Tod stirbt.
In unseren Herzen werden sie für immer leben. Und wir, ihre Kinder, Enkel und Urenkel werden niemals die liebevollen Blicke vergessen, die die beiden immer miteinander getauscht haben, und auch nicht jene unbeschwerten Momente, wenn sie Hand in Hand durch den großen Garten im sechsten Ring spazierten, während wir Kinder lachend um sie herumtollten.
Sie waren ein sehr (würde ich auch weglassen) glückliches Paar, dessen Liebe in ihrer Fantasiewelt wunderbar gedeihen konnte.
Ich bin sehr stolz auf meine Eltern, obwohl meine Mutter mit Sicherheit niemals einen Hobbit, der einen magischen Ring trug (den Nebensatz würde ich auch weglassen, das ist zu viel Information), vor irgendwelchen Geistern eines dunklen Herrschers gerettet hat, und mein Vater sicherlich niemals mit einer Gruppe Gefährten auf einer gefahrvollen Reise durch Mittelerde unterwegs war, um einen magischen Ring, in den Saurons Macht gebunden war, (auch hier) zu zerstören.
Aber diese Märchen sind so wunderschön, so berührend, und in unseren Herzen werden sie für immer leben.


Auch hier gilt wieder: Das ist bloß meine Meinung. Andere werden vielleicht ganz anders urteilen. Trotzdem wollte ich dir wenigstens eine kurze Rückmeldung geben.

Alles Gute!
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Elbenkönigin1980
Reißwolf


Beiträge: 1241



BeitragVerfasst am: 05.08.2021 22:49    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Angst hat Folgendes geschrieben:
Liebe Elbenkönigin1980

Interessante Idee für eine Fanfiction, einen Nachkommen Aragorns und Arwens an der Lebensgeschichte der beiden zweifeln zu lassen. Ich habe den Text gerne gelesen, hätte noch ein paar Anmerkungen, die dir vielleicht helfen, den Text zu verbessern:

    1. Ich habe mich ständig gefragt, wie alt der Erzähler ist. Das macht meiner Meinung nach einen erheblichen Unterschied. Vielleicht lässt du das bewusst offen, aber ich glaube, der Leserschaft würde diese Info helfen. Ich persönlich schätze, dass Eldarion zwischen 20 bis 30 Jahre alt ist.
    2. Mein Hauptkritikpunkt: Ich finde, du müsstest näher ausführen, weshalb Eldarion an den Erzählungen seiner Eltern zweifelt, sie sogar «abstrus» nennt. Du betonst fast zu häufig und zu direkt, dass er es tut. Aber eigentlich interessant sind doch die Hintergründe dieses Zweifels. Zwar sagt er, er habe nie Elben gesehen. Aber für mich ist nicht selbstverständlich, dass jemand so absolut seine Eltern in Zweifel zieht. Dafür muss es gute Gründe geben, zumal er seine Eltern ja liebt und respektiert. (Und er hat spitze Ohren!) Verwundert hat mich zudem, dass Eldarion den Krieg gegen Sauron zumindest nicht direkt als Märchen verwirft. Weshalb findet er das einigermassen realistisch, alles andere aber nicht? Da erschliesst sich mir die Logik nicht. Ich schätze, Eldarion lebt in einer ganz anderen Welt und ist in einer anderen Kultur aufgewachsen – als Leser würde ich diesen Kontext gerne erfahren.
    3. Zu viele Wiederholungen: «Es tut mir im Herzen weh» 2x, «in unserem Herzen werden sie für immer leben» 2x, «blühende Fantasie» 3x. Ausserdem betonst du – wie bereits erwähnt – zu häufig, dass Eldarion ein Skeptiker ist.
    4. Ich würde mir eine szenischere Erzählung wünschen. Wie haben Aragorn und Arwen von ihrem Leben erzählt, sassen alle drei Kinder zusammen, wie haben die drei auf diese Geschichten reagiert? Auch würde mich sehr interessieren, wie die Beziehung zwischen Galadriel und Eldarion konkret aussieht. Haben sie sich wegen ihrer unterschiedlichen Ansichten entfremdet?

Hoffentlich kannst du mit meinen Rückmeldungen ein bisschen was anfangen.

Beste Grüsse
Angst


@Angst

Danke für dein sehr ausführliches Review.
Ich werde seine sehr guten Vorschläge aufgreifen und die Geschichte noch ein wenig verbessern.
Ich dachte mir eben, dass Eldarion ja in einer Welt aufgewachsen ist, in der die Elben nicht mehr in Mittelerde waren, und in der das Zeitalter der Menschen angebrochen war, ich hatte das bei Tolkien ja auch so verstanden, dass die Menschen aufhörten, an die Elben zu glauben, nachdem diese Mittelerde verlassen hatten.
Mit deinen Rückmeldungen kann ich wirklich viel anfangen, und werde auch einiges davon aufgreifen.


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BeitragVerfasst am: 05.08.2021 22:49    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ralphie hat Folgendes geschrieben:
Ich finde es außer ein paar fehlenden Kommas ganz ausgezeichnet!

Bravo, Elbenkönigin!


Danke für dein Feedback, freut mich sehr, dass die Geschichte dir gefällt Very Happy


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BeitragVerfasst am: 05.08.2021 22:50    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Elisa hat Folgendes geschrieben:
Hallo Elbenkönigin1980,

ich habe Deinen Text gern gelesen.
Er ist so gefühlvoll geschrieben, dass er mich gleich berührt hat, und ich unbedingt bis zum Ende lesen wollte.
Kleinigkeiten wie Wiederholungen, Kommas usw. wurden ja schon genannt.

Lg Elisa


Hallo Elisa,

Danke für dein Feedback, es freut mich, dass der Text dich berührt hat und dir gefallen hat. Very Happy


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Elbenkönigin1980
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BeitragVerfasst am: 05.08.2021 22:54    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Natalie2210 hat Folgendes geschrieben:
Hallo Elbenkönigin,

ich glaube auch, dass "szenisch" das Stichwort ist. Der Text wirkt flach, er wird erzählt aber er zeigt nichts, er reißt mich nicht mit.

Zitat:
Sie waren ein sehr glückliches Paar, dessen Liebe in ihrer Fantasiewelt wunderbar gedeihen konnte.


Welches Kind denkt denn so über seine Eltern? Ich fände es besser, die Einigkeit von Aragorn und Arwen zu betonen, ihren liebevollen Umgang miteinander zu zeigen, etc.

lg,
Natalie


habe ich hier deiner Meinung nach nicht die Einigkeit von Arwen und Aragorn betont und deutlich werden lassen, wie sehr die beiden einander liebten?

Elbenkönigin1980 hat Folgendes geschrieben:

"Mutter, Vater und die Elben"; denke ich mir, von tiefer Melancholie erfüllt, während ich vor mich hin sinnend das wunderschöne Schmuckstück betrachte, das Mutter mir hinterlassen hat, den Abendstern, dessen Diamanten in einem strahlenden Licht funkeln, wenn die Sonne darauf scheint.
Ein Schmuckstück wie aus einer anderen Zeit. Irgendwie  magisch.
Mutter glaubte immer, es sei in Lothlorien gefertigt worden. Woher es wirklich stammt, werde ich wohl nie erfahren.
Aber ich liebe es, den Abendstern zu tragen, weil ich weiß, dass meine Mutter ihn einst, als Symbol ihrer Liebe, meinem Vater geschenkt hat. Und eines Tages, wenn meine letzte Stunde gekommen ist, werde ich ihn meiner ältesten Tochter schenken. Der Abendstern soll ein Erbstück unserer Familie sein, das Symbol der unsterblichen Liebe meiner Eltern. Denn ich glaube nicht, dass die Liebe mit dem Tod stirbt.
In unseren Herzen werden sie für immer leben. Und wir, ihre Kinder, Enkel und Urenkel werden niemals die liebevollen Blicke vergessen, die die beiden immer miteinander getauscht haben, und auch nicht jene unbeschwerten Momente, wenn sie Hand in Hand durch den großen Garten im sechsten Ring spazierten, während wir Kinder lachend um sie herumtollten.
Sie waren ein sehr glückliches Paar, dessen Liebe in ihrer Fantasiewelt wunderbar gedeihen konnte.
Ich bin sehr stolz auf meine Eltern, obwohl meine Mutter mit Sicherheit niemals einen Hobbit, der einen magischen Ring trug, vor irgendwelchen Geistern eines dunklen Herrschers gerettet hat, und mein Vater sicherlich niemals mit einer Gruppe Gefährten auf einer gefahrvollen Reise durch Mittelerde unterwegs war, um einen magischen Ring, in den Saurons Macht gebunden war, zu zerstören.
Aber diese Märchen sind so wunderschön, so berührend, und in unseren Herzen werden sie für immer leben.


Ich finde, darin wird doch deutlich, wie sehr die beiden sich geliebt haben.
Mich würde mal interessieren, was du da anders machen würdest, wie man das deiner Meinung nach noch vertiefen könnte. Sollte ich da vielleicht noch ein paar andere Szenen einbauen, die die tiefe Verbundenheit von Arwen und Aragorn deutlich machen?


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Natalie2210
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BeitragVerfasst am: 06.08.2021 11:18    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Elbenkönigin,

ich versuche mich mal in einer Antwort.

Diese Stelle, finde ich, ist so, wie ich das meine:

Zitat:
Mutter glaubte immer, es sei in Lothlorien gefertigt worden. Woher es wirklich stammt, werde ich wohl nie erfahren.


Wenn man hier noch hinzufügen würde, dass Aragorn ihr dabei nie widersprochen hat, zeigst du die Verbundenheit der beiden, ohne sie den Sprecher explizit feststellen zu lassen:

Mutter glaubte immer, er sei in Lothlorien gefertigt worden. Vater hatte ihr nie widersprochen. Immer, wenn die Sprache darauf kam, hatte er nur gelächelt und Mutter über das Haar gestreichelt. Woher der Anhänger wirklich stammte, werde ich wohl nie erfahren.

Das ist jetzt nicht besonders geschickt geschrieben, aber man kann ja daran noch feilen. Dieser Absatz jedoch vermittelt Infos auf mehreren Ebenen:

Mutter glaubte immer .. => der Sprecher ist skeptisch.
Vater hat nie widersprochen .. => lässt den Sprecher im unklaren, ob er der Mutter geglaubt hat, oder sie einfach gelassen hat => Teil der Verbundenheit.
... über das Haar gestreichelt.. => Sie lieben sich.

Der Satz
Zitat:
Sie waren ein sehr glückliches Paar, dessen Liebe in ihrer Fantasiewelt wunderbar gedeihen konnte.


klingt für mich nach deinem Entwurf. Du möchtest einen Absatz schreiben, der genau obiges ausdrückt. Das ist wichtig beim Planen von Geschichten, das mache ich auch gerne, einfach, um zu sehen, wie die Geschichte läuft, ohne sofort jedes Detail auszuarbeiten. In einer Überarbeitung versuche ich die Stellen dann auszuarbeiten und im obigen Sinne "zu zeigen". Insbesondere ist hier auch zu berücksichtigen, wer die Geschichte erzählt - nämlich das skeptische Kind.

Konnte ich dir mit dieser Antwort helfen? Wenn nicht, frag einfach weiter => das kriegen wir schon hin Smile Dann kennst du meine Meinung und kannst dir überlegen, ob dir mein Vorschlag gefällt, oder nicht, denn darauf läuft  Feedback ja immer hinaus.

lg,
Natalie
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Elbenkönigin1980
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BeitragVerfasst am: 06.08.2021 18:57    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Natalie2210 hat Folgendes geschrieben:
Hallo Elbenkönigin,

ich versuche mich mal in einer Antwort.

Diese Stelle, finde ich, ist so, wie ich das meine:

Zitat:
Mutter glaubte immer, es sei in Lothlorien gefertigt worden. Woher es wirklich stammt, werde ich wohl nie erfahren.


Wenn man hier noch hinzufügen würde, dass Aragorn ihr dabei nie widersprochen hat, zeigst du die Verbundenheit der beiden, ohne sie den Sprecher explizit feststellen zu lassen:

Mutter glaubte immer, er sei in Lothlorien gefertigt worden. Vater hatte ihr nie widersprochen. Immer, wenn die Sprache darauf kam, hatte er nur gelächelt und Mutter über das Haar gestreichelt. Woher der Anhänger wirklich stammte, werde ich wohl nie erfahren.

Das ist jetzt nicht besonders geschickt geschrieben, aber man kann ja daran noch feilen. Dieser Absatz jedoch vermittelt Infos auf mehreren Ebenen:

Mutter glaubte immer .. => der Sprecher ist skeptisch.
Vater hat nie widersprochen .. => lässt den Sprecher im unklaren, ob er der Mutter geglaubt hat, oder sie einfach gelassen hat => Teil der Verbundenheit.
... über das Haar gestreichelt.. => Sie lieben sich.

Der Satz
Zitat:
Sie waren ein sehr glückliches Paar, dessen Liebe in ihrer Fantasiewelt wunderbar gedeihen konnte.


klingt für mich nach deinem Entwurf. Du möchtest einen Absatz schreiben, der genau obiges ausdrückt. Das ist wichtig beim Planen von Geschichten, das mache ich auch gerne, einfach, um zu sehen, wie die Geschichte läuft, ohne sofort jedes Detail auszuarbeiten. In einer Überarbeitung versuche ich die Stellen dann auszuarbeiten und im obigen Sinne "zu zeigen". Insbesondere ist hier auch zu berücksichtigen, wer die Geschichte erzählt - nämlich das skeptische Kind.

Konnte ich dir mit dieser Antwort helfen? Wenn nicht, frag einfach weiter => das kriegen wir schon hin Smile Dann kennst du meine Meinung und kannst dir überlegen, ob dir mein Vorschlag gefällt, oder nicht, denn darauf läuft  Feedback ja immer hinaus.

lg,
Natalie



Danke(at)Natalie,

Deine Antwort hilft mir wirklich weiter. Mir war gar nicht aufgefallen, dass ich ja nur geschrieben hatte, was Arwen über den Anhänger sagte, und Aragorn, der ihn immerhin von ihr geschenkt bekam, da gar nicht einbezogen habe. Und du hast das sehr gut geschrieben, wie Aragorn lächelt und ihr übers Haar streichelt wenn sie von dem Anhänger spricht, da kommt die innige Verbundenheit der beiden gut zum Ausdruck, ich werde das in meinem Text noch verbessern.
Was den anderen Satz betrifft, dass Eldarion denkt, seine Eltern lebten in inniger Verbundenheit in ihrer eigenen Fantasie, hast du da vielleicht noch eine Idee, wie ich das ausbauen könnte? Um auch da die Verbundenheit der beiden deutlich zu machen?
Könnte ich da vielleicht eine Szene einbauen, wie Aragorn und Arwen an langen Winterabenden mit allen drei Kinder mit heißer Milch mit Honig gemütlich vor dem Kamin saßen und ihren Kindern die Geschichte vom Ringkrieg und von ihrer Liebe erzählten?
Wie könnte ich dabei die Verbundenheit der beiden deutlich zum Ausdruck bringen?
Deine Vorschläge helfen mir wirklich sehr weiter, danke dafür.


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Natalie2210
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BeitragVerfasst am: 06.08.2021 19:28    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Könnte ich da vielleicht eine Szene einbauen, wie Aragorn und Arwen an langen Winterabenden mit allen drei Kinder mit heißer Milch mit Honig gemütlich vor dem Kamin saßen und ihren Kindern die Geschichte vom Ringkrieg und von ihrer Liebe erzählten?


Das klingt schön! Lass sie nur vom Ringkrieg erzählen, und die Liebe/Verbundenheit durchblitzen. Dazu könnten sie die Sätze des anderen jeweils vollenden. Sie können gegeneinander lehnen. Sie könnten den jeweils anderen in ihren Kindern sehen.
Lass Arwen doch erzählen, dass sie ihre Unsterblichkeit aufgegeben hat! Vielleicht ist sie gealtert und Aragorn meint mit Falten gefiele sie ihm noch viel besser? So in die Richtung würde ich das versuchen.

Was Ideen und Reaktionen betrifft - du gehst doch viel spazieren? Gehst du auch manchmal in ein Kaffeehaus? Du könntest ein Notizbuch und Stifte mitnehmen und die Leute beobachten. Wie sie reagieren, wie sie miteinander umgehen - da wirst du ganz viele unterschiedliche Verhaltensweisen sehen. Das ist eine wahre Fundgrube für Reaktionen. Ich überlege mir immer gerne, wer oder was auf meine Protagonisten passen würde.

Ich hab auch mal folgenden lustigen Schreibtipp gelesen: Vergessene Rechnungen aus Einkaufswägen im Supermarkt aufsammeln und sich vorstellen, wie die Person ist, die die Dinge darauf gekauft hat. Alt, jung? Dick, dünn? Familie, oder Single? In eile? Hat sie nur was vergessen (wenn nur wenige Artikel draufstehen)? Geht sie jeden Tag einkaufen? Ich hab zwar nie was dazu geschrieben, aber drüber nachdenken tue ich doch jedes Mal, wenn ich so eine Rechnung finde Wink

lg,
Natalie
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